Ausgabe 
22.12.1925
 
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2

Nachdruck verboten.

22. Fortsetzung.

ist zur Stunde nicht mehr

die Sache wieder gut­schon erreicht", sagte sie

Setzt bist sie sich aus etwas ausdenken, um zumachen.

Einiges habe ich

Pelzmärtel.

Ein Nürnberger Spietzeugroman.

Nach dem Italienischen der Teresah erzählt von Gustav W. Eberlein.

Copyright 1925 bh 21. Scherl G. m. b. H., Berlin.

so dumm ist es: glauben, daß zwei so anhängliche Kinder wie Otto und Liesel an deinen Belusti­gungen Vergnügen haben könnten, nachdem du ihnen zuvor einen Dorn ins Herz gebohrt hast. Scham dich! ,

Unö die Fata Morgana schämte sich wrrklrch, so unvorsichtig gewesen zu sein. Sn aller Eile sandte sie einen Kobold aus, um Titania Herbei­zurusen. die Waldsee, die aus blauem Fingerhut. Waldmeister und Tausendgüldenkraut ein Tränk­lein zu brauen versteht, mit dem man die Er­innerung auslöschen und das Bewußtsein ein- schläfern kann. Daher wird sie auch die Fee des süßen Schlafes genannt.

Titania bestieg schnell ihren Wagen, eine Melonenblüte, die von einem feurigen Dier- gespann von Grillen gezogen wurde. 2lls sie im Schloß eintraf, fand sie die Kinder, vom Weinen müde geworden und die lränenbenetzten Gesichter einander zugewandt, als wollten sie sich gegenseitig trösten, schon in ihren Bettchen schlafen.

Wie gerne sie sich haben! dachte Titarna. Sch will ihnen für das ausgestandene Weh ein recht süßes Erwachen bescheren.

Lind die Traumfee drückte auf die Lider der Kleinen den Saft einer unbekannten Blüte, füfotc sie auf die Stirne, ganz wie es eine Muttes gemacht hätte, und ging auf den Zehenspitzen aus dem Zimmer.

Drei Tage und drei Nächte schliefen bie Kinder und hatten die süßesten Träume, die inan sich denken kann. Als sie aufwachten, hatten sie die Erinnerung verloren. Sie wußten nicht mehr, daß sie Otto und Liesel Tand aus Nürnberg waren und ihr Bater Im Gefängnis schmachtete. So konnten sie sorgenfrei in den Garten hinunter­gehen, mit den Feen spielen und Orangen korb­weise pflücken.

Neuntes Kapitel.

Während die kühnen Reisenden am Ziel angekcrnmen sind, wo jeder so viel Orangen essen darf, als er mag, gehen in der Heimat schreckliche Dinge vor sich, und Fifi. die aus­gekniffene Gummikatze, rächt sich zwiefach an dem Llrheber ihrer Langeweile und unserer Geschichte.

Mittlerweile hatten sich in Nürnberg die seltsamsten und unerklärlichsten Ereignisse zu­getragen. Es ging Schlag auf Schlag. Kaum waren die Spielwaren verschwunden, verschwand auch der unterirdifche Gang, der seit Mcnschen- gedcnken in Nürnberg bekannt war. Kurz nach­dem Pelzmärtel gegen den Eingang geblasen hatte, um ihn unsichtbar zu machen, tarnen zwei Stadtpolizisten an der Stelle vorbei und er­schraken nicht schlecht. Tor und Riegel wie weg- geblasen! Sie schlugen Alarm, groß und klein strömte herbei, ungläubig, aber schon mit einem geheimen Gruseln. Lind es war wirklich so! Sie mochten sich die Augen aus dem Kopf gucken und zehnmal um die ganze Burg Herumlaufen, von einem unterirdischen Gang keine Spur! Einer eiligst einberufenen Versammlung der angesehen­sten Burger unter dem Dorsitz des Bürger­meisters blieb nichts übrig, als wohl oder übel belanntzugeben, daß Geheimnisvolles und Schreckliches die Stadt Heimsuche.

Mit Feuereifer hatten sich die Fabriken nach dem Auszug der Spielwaren auf die Herstellung neuer geworfen, aber was geschah? Kaum fertig, verschwand jedes Ding, ohne auch nur ade zu sagen. So konnte das nicht weitergehen. Man stellte Wächter aus, auch nachts, um hinter den Spuk zu kommen. Alles vergebens! Die Wächter schworen, kein Auge geschlossen, nicht eine Se­kunde die Vorräte unbeobachtet gelassen zu haben und doch waren beim Morgengrauen Pupven und Soldaten. Pferde und Wagen, Katzen und Windmühlen verschwunden.

Das war PelzmärtelS Derk! Nichts an­deres konnte in Frage kommen. Auch diejenigen, die bis zu dieser Stunde seine Existenz in Zweifel gezogen, seine Erscheinung ein Hirngespinst und Ammenmärchen genannt oder als eine gelungene Fopperei des Nürnberger Trichters erklärt hatten, fingen an, nachdenklich zu werden.

Wenn ich denke." gestand eine Mutter einer anderen Mutter,daß ich die Geschichte vom Pelzmärtel selber für ein Märchen hielt, als ich sie meinem Mädelchen erzählte, bald, um es zu unterhalten, bald, um ihm ein wenig zu drohen! And nun scheint es doch wahr zu sein."

tröstend.Peter Tand i,. .............

im Gefängnis, ich weiß auch, wo er sich aufhält, darf aber fein Versteck noch nicht verraten. Dazu müssen wir Weihnachten abwarten. An Weih­nachten wird alles ans Licht kommen."

, Kommt Weihnachten aber auch bald?

Morgana begriff, daß sie eine große Dumm­heit gemacht hatte. Es war ihr ganz aus dem Gedächtnis entfallen, daß Otto und Liefe! nichts von dem Schicksal ihres Vaters erfahren dursten, die Zunge: nur schnell

fragte Liesel schüchtern.

Otto zwickte sie in den Arm. damit sie keine so unnützen Fragen stelle.

Morgana antwortete gütig:

Zuerst muß der Frühling vorbeigehen, dann der Sommer und der Herbst, auch noch ein Zipfelchen Winter. Aber du wirst sehen, die Zeit vergeht im Fluge, so viel Schönes werdet ihr hier erleben, so viel Belustigungen habe ich mir für euch ausgedacht."

Cs wäre unnütz, zu leugnen, daß Morgana keinen guten Tag hatte: sie traf immer daneben. Sie wollte lieb fein, wollte aufheitern, und machte alles nur noch schlimmer. Wenn der Nürnberger Trichter dagewesen wäre, wie hätte der gelacht! Der Nürnberger Trichter würde zu ihr gesagt haben: Liebe ÜKorgana, du bist zwar eine außer­ordentlich mächtige Fee und ich nur ein armer Wicht. Lind doch, wenn ich heute den Auftrag erhielte, in den Kopf des Dümmsten der Dummen das allerdümmste Zeug hineinzugießen, eines hin- einzugießen würde ich mich weigern, nämlich das. dem Einfaltspinsel glauben zu machen, was er trotz meiner Behandlung nicht glauben würde.

Der Kandidat Wiih. Lenz, der bn der ersten Wohl 116 Stimemn erhielt, wurde gestern mit 122 Stimmen wiedergewählt. Der Gegenkand.da Otto Zimmer, der beim ersten Wahlgang mit 105 Stimmen unterlag, kandidierte bei der zweiten Wahl 116 Stimmen erhielt, wurde geftern mit 122 wirt Heinrich Philipp Schäfer, welcher JJ stim­men erhielt. Lenz ist also zum Burgermet- '^V^ßYd), 21. Dez. Der letzte Advents- lonntag war hier zwei W e ihn a d) t81> 0 r - feiern gewidmet, die einen rechten Auftakt zu den kommenden Festtagen bildet. Als die frühe Winterdämmerung heran am ver'ammelten sich die kleinen, noch nicht kÄulpflrchttgen Krnver in der Marienstiftskirche zur Weihnachtsfeier d e r st ä d t i l ch e n K l e i n k i n d e r s ch u l e. Zu ihr hatten sich auch Bürgermeister V k er als Vorsitzender des Wohlfahrtsamtes der Stadt und viele Eltern, Angehörige und große und kleine .Kinderfreun e eingesunden. Bor dem bren- i-enden Weihnachtsbaum sagten die Kleinen unter Leitung von Schwester Lina Nebeling ihre Der e, Gedichte und Liedchen auf. Nach einer An'-rache von Stiftsp'arrer Schor- lemmer, die sich an die Kleinen und Großen rich'ete wurden den Kindern die auf weißge­deckten Tischchen ausgestellten Gaben überreicht. Gegen abend fand in der Kirche ein vom Frauenchor Deranstalteter Weihnachts- Lied cr'abenb statt. Außer einer reichen - Auswahl von Weihnach-tsliedern. die der Frauenchor unter Leitung von Fräulein Marie Säger zum Vortrag brachte und Die von Lehrer Stein, dem Stiftsorganisten, auf der Orgel, und von Lehrer Fries-Schlitz auf der Violine begleitet wurden, brachte der Abend auch einige Solostücke, an denen Fräulein Sa­ger, Lehrerm Fräulein Bach uno Fräulein Auguste Schneider beteiligt waren, una einige Orgelvorträge. Allen Mitwirkenden gelang es. durch ihre Darbietungen Klänge wach werden zu lassen, die in die Christtage fortklingen. Höhepunkte der Feier bildeten unstreitig die Romanze für Orgel und Violine von Beethoven, und die süßinn.gen Klänge des alten, Liedes Maria durch den Dornenwald ging. Von dem Ertrag der Feier wird alten, kranken und armen Einwohnern, an denen es gerade in un'ercr Stadt nicht fehlt, eine kleine Weihnachts­freude bereitet.

> Dors -Gill, 21. Dez. 9n diesem Jahre wurden hier zwei Treibjagden veranstaltet, wobei .zusammen 4 3 Hasen zur Strecke gebracht wurden. Im Vergleich zu den Ergebnissen früherer Jahre dürste diese Zahl ziemlich niedrig sein.

0. Ober-Bessingen, 21. Dez. Im Saale von Gastwirt Johann Jacob feierten die beiden hie­sigen Schulklassen ihr diesjähriges Jugend- fest. Im Juni konnte es aus verschiedenen Grün­den nicht statsinden, weshalb es dieses Mal in einem Saale als Elternabend abgehalten wurde. Mehr als zwei Drittel sämtlicher Ortsein- wohner hatten sich eingesunden. Der Abend um­faßte Rheinlands-, Weihnachls- und Schülerfeier, sowie als letzten TeilBubenstreiche". Im Mittel­punkte der Ausführungen stand der Festoortrag des Kieisschnlrals Fischer zur Rheinlandfeier. Volks- lieber, Gedichtvorträge und kleine Theaterstückchen unterhielten die geladenen Gäste auss beste. Heitere und ernste Bilder füllten den Abend aus, wobei alle Schüler der Volks- und Fortbildungsschule zu ihrew Rechte kamen, wodurch aber die Ausführung sich auch etwas in die Länge zog. Besondere Freude bereitete es allen Anwesenden, daß Kreisschulrat F i f d) c r bis zum Schlüsse der Versammlung bei­wohnte und so alle Eltern der Schüler ihn kennen lernen konnten. Der Elternabend hat allgemeinen Anklang gefunden. Es wurde der Wunsch laut, daß in jedem Winter ein solcher stattfinden möchte. Durch die beiden Jagdpächter wurden alle Schüler reichlich beschenkt.

Mrciö Friedberg.

sf. Friedberg, 21. Dez. Mit der Auf­führung von HändelsMessias" er­zielte der Musikverein einen vollen Erfolg. Da das Werk seit einer Reihe von Sahren nicht mehr gehört wurde, war das Interesse uni so großer. Sowohl die Chore unter der Leitung von Hermann H a n st e i n, als auch die Solo­partien waren ganz hervorragend: als Solisten wirkten mit Frau Anni Quist orp-Wissig von Leipzig (Sopr.), W. Sturm von Frankfurt (Tenor) und G. Hofmann von Bad Homburg (Baß). Leider mußte es sich der Verein aus Spar-

Darmstädter Künstlern gegeben, sand gestern in der Stadtkirche statt. Frl. Poldi Hehl fang mit ihrer seelenvollen, ausgeglichenen weichen Altstimme tief zu Her en gehende Weihnachts­lieder, ihr prachtvoller Alt kam besonders in der Vachschen Arie aus dem Weihnachts­oratorium ..Bereite Dich, Zion" wundervoll zur Geltung. Konzert anger Otto Stahl verfugt über einen strah,enden Tenor, der besonders in den beiden schwierigen Arien ausMesfiaS" und dem Weihiiachtsoratorium zum Ausdruck kam. Auch die herrlichen Eornelius'fchen Weih- nachts.ieder gtia'en an.' Herz. Der ausgezeichnete Stadtorganilt der ijeffilmen Hauptstadt spielte die ausgenählten Bach'ichen Fugen Pastorale, Tokkata von Mufsat vollendet »chon. Die präch­tigen Vorträge hielten die Zuhörer stets in Bann und ge .'ährten reinsten Kunstgenuß.

X Schotten, 21. Dez. Die hiesige land- wirtschaftliche W i 11 i e r f ch u l e wird in die­sem Winter von 11 Schülern besucht, die alle der­selben Lehrt lasse angehuren. Unterrichtet werden sie von dem Direktor und einem Landwirtschaftsrat des hiesigen Landwirt--schastsamtes. Letzteres und die Unterrichtsräume befinden sich in dem ehe- maligenPosthäuschen", das früher eine sehr be- lannte »nd beliebte So .imerfrische war. Rach dem Wegzug der Besitzerin ha. es die Stadt vor einigen Jahren angekauft und es der Landwirtschaftlichen Winterschule zur Verfügung gestellt. Riemand wird zu behaupten wagen, daß in einer Gegend, deren Pevolieriing zum grüßten Teil aus Landwirten be­steht, der Bes >ch einer Landwirtschaftlichen Winter­schule durch 14 junge Leute befriedigend genannt werden kann. Die Schule soll doch lediglich den Interessen der landwirtschasttreibenden Bewohner dienen. Zur Forderung dieser Jnterepen bringen Staat und Gemeinden große geldliche Opfer. A)offenllid) wird s-ch immer mehr die Erkenntnis Bahn brechen, daß die Belehrungen, die die jungen Landwirte in den Landwirtschaft schulen erfahren, in reichem Muße dazu beitragen können, den Er- trag der heimatlichen Scholle zu steigern. Daß dazu auch Opfer an Zeit und Geld seitens der Besucher der Schule erforderlich sind, ist unumgänglich. Aber die Landwirte müssen zu ihrem eigenen Nutzen dazu beitragen, daß die hiesige Landwirtschaftliche Winterschule besser besucht wird als seither. Seit einigen Jahren wirkt hier unter der Leitung des Kreisdirektors die Fürsorge für bedürf- tige weibliche Personen des Mittel­standes. Ohne daß sie der Ocfsentlichkeit bekannt werden, empfangen Frauen des Mittelstandes, die sich dazu melden, und die ah bedürftig anerkannt werden. Wolle, aus der sie bestimmte Gegenstände unfertigen, bi.- ihnen eine Dame der Mittelstands- fitrjorge angibt. Bci Ablieferung der Gegenstände erhalten sie einen 2L bet'John, der -sich nach der Menge der nerarbei.Jen Wolle richtet Die Einrich­tung hat sich als hüchst segensreich erwiesen. Am Samstag ist nun eine große Anzahl dieser Gegen­stände im (Befamtmerte von etwa 1000 Mk. unter der Leitung des Kreisdirektors verlost worden. Den Gewinnern hat ein gütiges Geschick auf diese Weise ein schönes und billiges Geschenk auf den Weih­nachtstisch gelegt. Alle aber, bie Lose gekauft haben, tragen bei zu einem mildtätigen Werke, denn der Reinertrag der Verlosung bient zur Beschaffung neuer Wolle und zur Bestreitung anderer Unkosten. Wie alljährlich, so veranstaltete auch in diesem Jahre bie Beratungsstelle für Säug­ling s f ü r f 0 r g e und Mutterschutz eine Weihnachtsfeier. Im Nathaussaale war ein Christbaum angezündet, eine junge Dame trat als Christkind auf und verkündete bie Weihnachtsbot­schaft. Leuchtenden Auges betrachteten die Kleinen die strahlenden Kerzen des Tannenbaumes und schauten verklärt auf bie Gestalt bes Christkindes. Die Veranstaltung fand unter der Leitung der Kreisschwester der hiesioen Beratungsstelle, Frl. Anna Schnell, statt. Durch Zuwendungen von behördlichen und privaten Mitteln war sie in der Lage, viele bedürftige Kinder und Eltern mit Gaben zu bedenken, bie größtenteils praktischen Be- dürfnisjen dienen. Niemand Hal einen berechtigten Anspruch auf solche Gaben. Sie sind gestiftet, um da helfend einzugreifen, wo es nottut. Unparteiisch eriußt diebraune Schwester" ihre edle Menschen­pflicht.

lg. Gedern, 19. Dez. An, gestrigen Abend hatten sich die Eltern der Schüler und sonstige hie­sige und auswärtige Freunde und Gönner der Privat - (5) 0 f t a p l a n e i) Schule im Saale des Bergwirtshauses zusammengefunden, um der Ausführung des Deutschen W e i h n a ch t s - i spieles von Lina Hilger beizuwohnen. Die

samkeitsrücksichten versagen, das Werk mit Or- cheslerbegleitung aufzu uhren, die Klavierbelei- tung versah Dr. E. Müller mit bera.mter Mei­st erjch.ifl. Untere Stadt steht eb.11 im Zei­chen der Weihnachtsfeiern. All? Schu­len und Verein: bemühen sich, etwas w'.rtlich Ge­diegenes und Künstlerisches zu bieten. So war die Feier, die die Schiller- und Frauen- schule im Saale von Grosz-Fri?dberg veranstal­tete, von einer echten wechnuch ltchen Sckmmung getragen: da die Anitalt über hervorragende musikalische Kruste r>erfügt, so standen auch die Darbietui'gen, besonders bie Wiedergabe eines Weihnachtölplckes, auf einwano^reier Höhe und erregten bei der überaus zahlreichen Zuhörer- sch si, besonders bei der Jugend, die größte An­teilnahme und begeisterten Beifall. Auch die Blindenanstalt wußte ihre Feier schön und ergreifend zu gestalten, was bei den besonderen hier waltenden Llmständen ja doppelt b:greiflich ist

<£ Bad-Nauheim, 21. Dez. Eine Weih­nachtsfeier, die viel Anklang gesunden hat. veranstaltete der Turnverein 1^60 gestern für feine Schülerabteilung. Die Turnhille war bis zum letzten Platz gefüllt. Nach der herzlichen Be­grüßungsansprache von Lehrer O s; w a l d zeigten die einzelnen Abteilungen unter Leitung von Turn- und Sportlehrer Lehmann bas deutsche Tur­nen in seiner ganzen Vielgestaltigkeit turnerisches Können kam an den verschiedensten Geräten zur Geltung, und zur Entfaltung von i y.hmik und Anmut gaben die wunderschöne:' 71. Spiele der kleinen Mädchen und die Volkstüze t. größeren Mädels Gelegenheit. Das nette ChristjpielKnecht Rupprecht und das Christkind besuchen das Situ berturnen" leitete über zur Wei achtsbeschsrung. Durch die Opsersreudigkeit hiesiger und auswär­tiger -curnfreunöe war es, wie in den Vorjahren, möglich gewesen, jedem der etwa 150 Kinder ein schönes Weihu chtepalet ' en mit wertvolle- - Inhalt zu überreichen. Gedichtvorträgc und Wk -achts- chöre, die Lehrer Diehl leitete, gaben der ganzen wohlgelungenen Veranstaltung die rechte Weih­nachtsstimmung. Gestern abend veranstaltete der Evangelische Jugend- und Männer­verein, ebenfalls in der Turnhalle, seine Weih­nachtsfeier. Der Saal konnte die Besucher kaum fassen. Im Mittelpunkt der erhebenden Feier stand die tiefempfundene Weihnachtsansprack^ von Pfarrassistent Hofmeier, die den Sinn der deut­schen Weihnacht und des deutschen Weihnachts- baums packend empfinden ließ. Aus der reichen Vortragsfolge feien die beiden Weihnachtsstücke Großvaters Weihnachtskrippe" undDas Lied der Mutter", ein ergreifendes Volksftück mit Gesang, besonders hervorgehoben. Auch bie von F < Luise P 0 rth gelungenen Lieder , Christbau: >. und Christkind" von Peter Cornelius und eine stattliche Reihe von Weihnachtsgedichten wurden trefflich vorgetragen und ernteten lebhaften Beifall. Die Feier war in ihrem ganzen Verlauf eine feine Einstimmung auf das Weihnachtsfest.

Butzbach. 21. Dez. Die auf dem Schrenzer errichtete Schuhhütte, von der man eine prächtige Aussicht auf die Wetterau hat, wird vom Butzbacher TaunusklubA u g u ft- St 0 rch - Hü11e" benannt werden, zugleich will man in der Hütte eine entsprechende Erinne­rungstafel anbringen. Damit soll das Andenken an den um Butzbach hochverdienten Rektor Aug. Storch die gebührende Ehrung finden.

> Samba d), 21. Dez. Während des Krie- aes wurden auf dem hiesigen Friedhof zwei franzo fische Kriegsgefangene be­erdigt. Jetzt erschien nun ein Umbettungskom- mando, die Leichen wurden ausgegraben, um­gesargt und abtransportiert.

(_ Nieder-Florstadt, 21. Dez. Die Schule brachte ihre Weihnachtsfeiern. Die Beteiligung der Eltern war, wie gewöhnlich, sehr groß. Die Feier am Samstag gestaltete sich zu einem Famiiienabend des Arbeitergesang­vereinsLiederkranz". Ein Weihnachts­stückchenWeihnachten im Walde" wurde sehr gut von Kindern aus allen Schulklassen gespielt. Das Spiel wirkte sichtlich auf die Zuschauer, da es mit seinem sozialen Einschlag so recht in die jetzige schwere Zeit paßte. Als zweites Stück folgte ein Märchen:Schneewittchen". Die einzelnen Bilder waren von Lehrer Appel, der auch die Gesänge begleitete, sehr gut ausgearbeitet, mit Spannung lauschten die Zuschauer, und reicher Beifall dankte Lehrer und den Schülern. Außerdem wurde jedem der anwesenden Kinder ein kleines Weihnachtsge­schenk ausgehändigt. Die Pausen waren mit sehr

Cs i st wahr," antwortete die andere Mutter, den Pelzmärtel gibt es wirklich. Nicht selten halten wir die reine nackte Wahrheit für Er­findung und umgekehrt die törichtsten Erfindun­gen für wahr. Meine Großmutter hatte recht, als sie sagte, es gäbe unendlich viel unverständ­liche Dinge auf der Welt. Man sollte sich vor­nehmen, nicht gleich so überlegen zu tun und alles zu wissen vermeinen, bloß weil man lange in die Schule gegangen ist. Meinst du nicht auch?"

3a. Jetzt war die erste Mutter auch über­zeugt, und so ging es noch vielen anderen unZ> sogar vielen Männern und Vätern. Ungläubige blieben natürlich trotzdem übrig, wenn sie auch nur deshalb anders sagten, um geistreich zu scheinen und gescheiter als die Frauen. Das waren die Leute, die immer alles besser wissen und immer gleich mit einer Erklärung zur Hand sind. Der unterirdische Gang ist verschwunden, nun ja, was ist da schon Rätselhaftes dabei? Die Erde hat sich einfach gesenkt, und wer nachgraben würde, stieße selbstverständlich auf das ver­sunkene Gewölbe. Sie selber hüteten sich jedoch nachzugraben. Ein wenig Furcht hatten eben alle...

Dann tarnen Tage, an denen nichts Außer­gewöhnliches vorsiel. Rur daß die Spielwaren nach wie vor aus den Fabriken verschwanden, so daß die Fabrikbesitzer gezwungen waren, zu schließen. Das war ja nun freilich ein harter Schlag, aber schließlich traf er doch nur die Fabrikanten. Die Handver.'er und Arbeiter konn­ten sich anderen Gefchästen zuwenden. Wir können uns doch nicht bloß mit Spielwaren be­schäftigen, sagten sich die biederen Rümberget, wir haben anderes zu tun! ile&rigenä würde der ebenso launische wie rachsüchtige Pelzmärtel eines Tages des dummen Spieles überdrüssig werden und alles zurückgeben, was er an sich genommen hatte. Die Kinder mußten ihn halt schon bitten und seinen Zorn besänftigen. Na, und was den unterirdischen Gang anbelangt, das war ja auch nicht so schlimm, wahrscheinlich war er hat doch versunken. Die Gelehrten hatten ganz recht.

Niemand sprach mehr davon.

(Fortjetzung folgt.) « '

schonen Gesängen des Gemischten Chores und des ' Männerchores ausgefüllt. An diesem Abend, an i dem Eltern und Schüler gemeinsam wirkten, konnte man so recht sehen, wie stark die Schule mit der Bevölkerung verwachsen ist. Am gestrigen Sonntag um 2 Uhr hatte Lehrer Heller die Eltern zu einer kurzen Weihnacktsfeier in seinen Schulsaal eingelaben. Lieder und Gedichte, so wie sie im Lause des Schuljahres gelernt wurden, gaben den Eltern einen Einblick in die ed)ularbeit. Ein Heines Weih- nachtsfpielWeihnachten am Heidenstein" wurde sehr beifällig ausgenommen, ebenso die Gedichte in Wctterauer 'Mundart. Aus der Elternfchasl heraus wurden die Leistungen der Klasse (6. Schuljahr) in warmen Worten anerkannt: besonders die zwei­stimmigen Gesänge nach Werle. Abends um 7J Uhr gab das S. Schuljahr unter Lehrer Rühl einen Elternabend. Hier wurden ganz hervorragende Leistungen geboten. Die dreistimmigen G sänge wurden derartig fein vorgetragen, daß sich die Eltern davon überzeugen konnten, wie gut unsere Schule arbeitet. Außer einem gut gelungenen Weih­nachtsstück wurde noch eine kleine HumoreskeDok­tor Allwissend" mit sowie! Geschick und Verständnis gespielt, daß der Beifall nicht enden wollte. Das sehr reichhaltige Programm befriedigte die Zuhörer der Schuls.ial war überfüllt vollauf. In der letzten G e m e i n d e r a t s f i y u n g wurden die 10 Baillustigen, die sich nächstes Jahr gemeldet haben, dem Rrete-amt zwecks Erlangung eines Bau- darlehens vorgeschlagen, und zwar wurden für jeden 2500 Mk. beantragt, von denen die Gemeinde die Hälfte trägt. Im Distrikt Siephanswiese hält sich jetzt noch eine Schnepfe auf. Bei der Treib­jagd wurde sie beschossen, sie ist aber vorige Woche wieder gesehen worden. Eine seltene Jagd­beute hatte unser Förster. Vor kurzem schoß er ein schwarzes Eichhörnchen. Leider wurde versäumt, es zu präparieren. Im hiesigen Tannen wald halten sich sehr viel Kreuzschnäbel, die ja bekanntlich irtü nisten, auf. Der sehr reiche Samenertrag der Tannen hat sie wohl angelockt. Auch der Marder scheint, wie aus den vielen Spuren im Schnee zu sehen ist, sehr zahlreich zu fein. Erbeutet wurde qber, trotz eifrigen Nach­stellens, bis jetzt noch kein Tier.

Atrcie Büdingen.

nd. Nidda, 21. Dez. Das gestern abend in der hiesigen Staittkirche veranstaltete Kirchen­konzert des Oraloriensängers Stahl, der Altistin Poldy Hehl und des Stadtorganisten Studienrat Borngässer, sämtlich aus Darm­stadt. war nicht nur ein künstlerischer Hochgenuß für jeden Mufiksreund. sondern nach eine seelische (Srquidung für jedes glüi bige Christenherz. Gleich xu Beginn wurden die zahlreichen Besucher durch oie feierliche Orgcltofata Nr. 6 von Muffet in weihevolle Stimmung verseht. Die nun folgenden drei Wcibnachtslied r für Alt leiteten durch ihre wundervolle, ergr^i, enden Melodien zur Weih- nachtssrcude über. Nicht minder eindrucksvoll waren die drei Weihnachtslieder von Cornelius, die Konzertsänger Stahl mit wohlklingendem '.Te­nor vortrug. Weiter folgten noch u. a. je eine Arie aus Händels ..Messias" und auS dem Weihnachtsoratorium" von Bach. Das Pro­gramm wurde mit hoher Vollendung durchgeführt. Eine Bachsche Tokkata und Fuge in V-Moll bildete den Schluß des herrlichen Weihnachts- konzertes. In würdiger Weise haben die Dann- städter Künstler auf die nahen Festtage vorberei­tet. Der Besuch des Konzertes war recht gut.

Ortenberg. 21. Dez. Gestern abend wurde die Frau P r i nz e ssin E r nst zu Stolberg-Rohla von einem Töchter­chen entbunden. Mutter und Kind befinden sich wohl.

ftrciö Schotten.

* Schotten, 20. Dez. Leider hat heute Taulyetter eingesetzt, das unsere herrliche, weihnachtliche Schneelandschaft beeinträchtigt. Eine Menge Skiläufer waren auf dem Hoherods- kops anwesend, die nochmals dem Skisport kräftig huldigten. Hoffentlich seht bald wieder etwas Frost ein, damit auch die Gefahr eines Hoch- wafsers gebannt wird. Aus den Hohen lagern ungeheure S ch n e e m a s s e n, die bei plötz­lichem Tauwetter der Niederung gefährlich wer­den können. Infolge des schlechten Wetters war auch das Weihnachtsgeschäft am heutigen goldnen Sonntag nichtdasbeste. Die große Geldknappheit macht sich allent­halben stark bemerkbar.

- Schotten, 21. Dez. Man schreibt uns: Ein wunderbares Kirchenkonzert, von drei