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ständigen Drrfassungsausschutz

zu begründen, bei* in gemeinsamer Arbeit der 'Regierung und des Reichstags, in vollem Lichte der Oefsentlickkeit und unterstützt und mitbeftimmt durch die Kritik der Fachwissenschaft und Presse die Verfassungsfragen beraten soll. Seine Ar­beiten sollen auch dazu beitragen, das Der-- hältnis zwischen b cm Reich und den Ländern enger und vertrauensvoller zu gc° stcllten und in die Dahn einer gesunden Dezen­tralisation zu leiten, die den Gliedern des Reiches bei voller Selbstverantwortlichkeit die freudige Mitarbeit leicht macht. Die bedauerlichen Kon­flikte zwischen Reich unb Ländern müssen ausge­schlossen werden durch eine der geschichtlichen Ent­wicklung entsprechende baldige klare Abgren­zung der Zuständigkeiten, die einen Dauercharakter trägt. Die Streitpunkte um die Anwendung des Ärtikels 48 betr. die Verstoße eines Landes gegen die Reichsverfassung, die angesichts der Rotwendiakeit seiner häusigen An­wendung und seiner unbestimmten Formulierung kaum vermeidlich waren, können beseitigt werden, w nn es gelingt, das in Absatz 5 des Artikels 48 angekündigte AusführungSgesey zu schassen. Zur Behebung wirtschaftlicher Schwierigkeiten und Rotstände, bei denen die Anwendung des Ar­tikels 48 bestritten ist, ist

«in Dotverordnungsrecht

der 'Reichsverfassung unbedingt erforderlich. Eine entsprechende Vorlage hat die Reichsregierung bereits eingebracht. 3n dein neuen Derfasfungs- auSschuh werden auch die Anträge über das Wahlalter, über die Erweiterung der Immuni-- tätsvorschriften usw. zu beraten sein, ebenso der zu Artikel 3 vorliegende Antrag auf Aenderung der Reichsfarben. Gerade in der Flaggen- frage halte ich eine baldige Klärung für drin­gend erwünscht, sowohl im Interesse unseres inneren Friedens wie auch deshalb, weil der Streit um die Reichsfarben nach außen hin unsere Zerissenheit so stark unterstreicht. Ich glaube Taum, das; es gelingen wird, diese Frage auf dem parlamentarischen Wege zu lösen.

Ich möchte ausdrücklich betonen, bah ich die Flaggenfrage nicht für eine Parteifrage, sondern für eine Herzenssache unseres Volkes halte.

Zwectmähiger Weise wird der Verfassungsaus- schuh auch die mit dem Derfassungsrecht eng zusammenhängenden Anträge erörtern, die auf eine Aufhebung des Gesetzes 3 um Schuhe der Republik und auf eine Auf­hebung des Staatsgerichtshofes zum Schuhe der Republik abzielen. Ich bin der Auf­fassung, dah das von voricherein nur für be­stimmte Geltungsdauer geschasfene Gesetz zum Schutze der Republik besonderen auherordent- lichen Verhältnissen seine Entstehung verdankt, und dah keine Dedenken bestehen, nunmehr einer Prüfung über die Aufhebung des Gesehes näher­zutreten.

Dr. Bests Austritt aus der Deutschnationalen Fraktion.

Berlin. 21. Mai. (Privattel.f Dem Kom­promiß, das zwischen Regierung und Parteien in der Aufwertungsfrage zustande gekommen ist, haben sich die Abgeordneten Dr. Steiniger und Dr. Best von der Deutschnationalen Volks- Partei entgegen der Haltung ihrer Fraktion nicht angeschlossen. Dr. Steiniger hat von sich aus den Vorsitz im Aufwertungsausschuh niedergelegt und ist durch den Abg. Dr. Philipp (Dntl.) ersetzt worden. Dr. Best ist aus der Deutschnationalen Partei ausgetreten unb hat sich der Deutsch- völkischen Fraktion als Hospitant angeschlossen.

Die Parteileitung der Deutschnationalen * Brlkspartei hat nunmehr an Dr. B e st ein -Schreiben gerichtet, demzufolge Graf Westarp ihm * am 19. 5. die Frage vorgelegt habe, ob ec bereit t sei, entsprechend der im Rovember 1924 über­nommenen Verpflichtung sein Mandat nie­derzulegen, sobald die jetzt im Reichstage vo li g nden R g rungsvcrl gen verabschie- d e l seien. Rach dem abschlägigen Bescheid Dr. Bests müsse die Parteileitung nunmehr auf der Erfüllung der feierlichen Verpflichtung be­stehen, durch welche Reichstagsabgeordneter Dr. Best seinerzeit die Verpflichtung übernommen habe, sein Mandat sofort niederzulegen, falls er durch Ausschluß ober freiwillig allein ober ge­meinsam mit anderen.aus der deutschnationalen Fr-ktion ausscheide. Den von Dr D'st vor- g sch g non Spruch be" Ehr ng ri t' be beutf .f« völkischen Partei könne bie d u.schnationale Volks- Partei nicht anetfennen, zumal Dr. Best beab­sichtigte, sich an die deutschvölkische Fraktion als Gast anzuschließen.

Airs dem Finanzausschuß des Hessischen Landtags.

Darmstadt. 20. Mai. Der Finanzaus­schuß des Landtags setzte heute feine Beratungen bei Kap. 66 (Förderung ber Kunst) fort. H erzu lag ein Antrag Birnbaum vor. dem Gießener Stadttheater einen Zuschuß von 10000 Mk. zu gewähren! ferner forderte ein Antrag Reiber eine Erhöhung der in diesem Kapitel vorgesehenen Ausgaben. Der Antrag Birnbaum wurde gegen 4 Stimmen und ber Antrag Reiber mit 7 gegen 6 Stimmen a b - gelehnt. Das Kapitel wurde angenommen, ©benfo Kap. 65 (Dolksbil düng): ein hierzu gestellter Antrag Dr. Leuchtgens, das ganze Kapitel zu streichen, war damit erledigt. Zu Kap. 38 (Kirchen) lag ein Antrag Diehl vor, den ausgesetzten Betrag um das Dreifache gu erhöhen: dieser Antrag tourba abgelehnt. Dasselbe geschah mit einem Antrag Glaser- ®r. LeuchtgenS, der ungefähr das gleiche wollte, aber die Kirchen hatten sich verpflichten müssen, bei dem erhöhten Beitrag, auf das 3. und 4. Ziel der Landeskirchrmsteuer zu verzichten. Angenommen wurde dagegen ein Antrag D r. Werner. in dem verlangt wird, daß das Gutachten über die Rechtsverhältnisse von Staat unb Kirche beschleunigt fertig- destellt wird. Das Kapitel wurde angenommen. 3u Kap. 57 (Volksschulen) lag ein Antrag Dr. Wernerr vor, der die persönlichen Lasten für dieses Kapitel wieder den Gemeinden aufcrlegcn will, die Lehrer sollen hingegen in der Kategorie der Staatsbeamten bleiben; der Antrag wurde abgelehnt. In gleicher Weise wurde ein Antrag Dr. Leuchtgens, der die Streichung bestimmter Stellen will, abgelehnt. Ein Antrag Hainstadt wurde angenommen, worin die Regierung ermächtigt wird, den Leh­rern an den privaten Volksschulen in Alzey, Herbstein. Vielbrunn und Wimpfen das An­

fangsgehalt der Gruppe 8 zu bezahlen. Kap. 57 wurde bann angenommen. Zu Kap. 85 (2anb- wirtschaftskammer) lag ein Antrag Schott vor, den Zuschuß auf den Stand vom vorigen Jahr zu erhöhen. Ein Antrag Lux verlangt Rachweise über die Verwendung der Staatszufchüsse; auch soll bet für bie Förderung der Rindviehzucht verwendete Be­trag für die Förderung ber Zucht von Schwarz­buntvieh verwendet werden. Der Antrag Schott, der Antrag Lux und Kap. 88 wurden ange­nommen. Die Kap. 67 (Lan des un i ver- fi tat) unb 68 (Technische Hochschule) wurden genehmigt. hierzu gestellter Antrag, daß ein Unterausschuß die Ausgaben beider Kapitel prüft, wurde abgelehnt. Kap. 71 (För­derung der Landesgeschichte) unb Kap. 74 (Denkmalpflege) wurden geneh­migt. Der Ausschuß hat beschlossen, daß die Berichte des Finanzausschusses bis Pfingsten an das Landtagsamt abgeliefert werden sollen.

Marschall French f.

Paris, 22. Mar. (T. 21.) WieEcho de Paris aus London erfährt, ist Marschall French gestorben.

John French trat 1866 in die Marine als Ka­dett ein und diente einige Zeit als Midshipman. Im Jahre 1874 trat er aber zum Heer über und machte den Sudan-Feldzug (18841885) mit. Im Jahre 1899 wurde er Generalmajor und erhielt das Kom­mando der Kaoalleriedivision in Natal. Im Feldzug gegen die Buren zeichnete er sich als Truppenführer aus. Die Befreiung Kimberleys aus der Umklam­merung der Buren im Februar ist im ganzen ein Verdienst des Reiterführers French, der hier wie auch bei den Operationen Lord Roberts bei Bloemfontein und Pretoria feiner Kavallerie schwierige Auf­gaben mit Geschick löste.

Rach seiner Rückkehr aus -Südafrika loininan- dierte er bis 1907 das 1. Armeeekorps, wurde bann Generalinspekteur der Festungen und schließlich Chef des Generalstabes.

French galt schon Jahre vor dem Kriege als zukünftiger Führer einer auf dem Kontinent operie­renden Armee. Er war häufig bei französischen | Truppenübungen anwesend und besichtigte im Jahre 1911 die französischen Festungen an ber Ostgrenze. Als der Krieg ausbrach, trat er an die Spitze der in Belgien unb Nordfrankreich operierenden eng­lischen Armee. Diese wurde zunächst in den Schlachten von Mons und St. Quentin zurückgeworfen, konnte jedoch an der Marneschlacht wieder teilnehmen unb ging dann, nachdem sie bei $pcrn eine Umfassung des linken Flügels der Alliierten verhindert hatte, zum Stellungskrieg über. Den Fall von Antwerpen konnte French nicht verhindern. French befehligte bann noch die englische Armee während des Jahres 1915 (Kämpfe bei Festubert, Loretto und $pern) und wurde dann im Dezember 1915, als die neuen englischen Divisionen mehr und mehr einzugreifen begannen, von dem General Sir Douglas fj a i g abgelöst.

French wurde gleichzeitig als Viscount of 9)pres and of High Lake ins Oberhaus berufen und zum Oberbefehlshaber ber Heimatstreitkräfte ernannt, im Februar 1916 auch zum Feldmarfchall. Im Mai 1918 erfolgte feine Berufung zum Lordlieutenant (Vizekönig) von Irland, wo es ihm indessen nicht gelang, endgültig Ordnung zu schaffen, obwohl die englischen Truppen die Aufstandsbewegung in regel­rechtem Kleinkrieg zu unterdrücken versuchten. Er trat bann 1921 von diesem Anst.zurück unb ist seither alsFirst Military Member of the Army Council" tätig.

Im Jahre 1921 erhielt er eine Rangerhöhung als Earl of 7)pres.

Marokko.

Das französisch-spanische Marokko- Abkommcn.

Paris, 22. Mai. (TU.) DerMotin" melbct aus Mabrid, der französische Minister M a l v y habe seine Rückkehr nach Paris um einen Tag ver­schoben, weil er heute vom König empfangen werde. Er habe mitgeteilt, daß die Besprechungen mit Primo be Rivera zu einem Abkommen zwischen Sv a n i e n unb Frankreich über das Marokko-Problem geführt hätten.

Paris, 22. Mai'. (TU.) Nach Meldungen aus Tanger soll Abd e l K r i m beabsichtigen, einen Waffenstillstand mit Spanien ab­zuschließen. Seine Unterhändler würden sich dem­gemäß zur Eröffnung der Verhandlungen mit dein spanischen Oberkommandeur nach Tetuan begeben.

Die ständige Derwaltungskommission ber f r a n zösischen Sozialistischen Partei hat gestern eine Tagesordnung angenommen, in ber sie ihre Erregung über die aus Marokko eingetrof­fenen Nachrichten ?,um Ausbruck bringt, sowie ihre Beunruhigung bezüglich der Initiative, bie bic Re- gieung unb ihre Vertreter in Marokko ohne parlamentarische Kontrolle ergriffen habe. Die Kommission betont die Notwendigkeit, so­bald wie möglich dem B lu t v e r g i e ß e n ein, Ende zu machen. Sie beauftragte die Paria-' mentsgruppe, bei Wiederzusammentritt des Parla­ments die Regierung über ihre Absichten zu inter­pellieren und ihre Zustimmung jebeiu Unternehmen zu verweigern, das zugleich eine Bedrohung ber guten Beziehungen der großen Nationen Europas sei.

Die Beerdigung der Dorftfelder Opfer.

Dortmund, 20. Mai. (WTB.) Die Be­erdigung ber bei ber Explosionskatastrophe auf der Zeche Dorstfeld zu Tode gekommenen Bergleute hat unter großer Beteiligung ftattgefunben. Aus äußern unb innem Gründen war die auf dem Sportplatz vorgesehene gemeinschaftliche Trauer'- feier in letzte VUniite abgesagt worden. Die Trauerzüge stellten sich auf dem Sportplatz nach den einzelnen Gemeinden auf, aus denen die Toten stammten, um bann die von der Schachtanlage 5 der Zeche Dorstfeld gebrachten Toten einzureihen und nach dem Friedhof ber betreffenden Gemeinden zu geleiten. Der Trauerzug nach dem Dorftfelder Friedhof nahm 21 Tote auf.

Eingeleitet wurde hier die Totenfeier mit Mu­sik- unb Gesangsvorträgen des Allgemeinen Arbei­ter-Gesangvereins. Reichsarbeitsminister Brauns, Hanbelsminister Dr. Schreiber, Oberbürger­meister Eichh 0 ff - Dortmunb und Generaldirektor Beyer hielten darauf Ansprachen. Ein Vertreter des Alten Bergarbeiterverbanbes forderte energische Maßnahmen der Regierung, um das Leben ber Bergleute zu sichern. Nachdem noch ein Gewerk­schaftsvertreter gesprochen hatte, wurden die Lc-chsn von Geistlichen beider Konfessionen eingesegnet. Hierauf fand eine eindrucksvolle Trauerfeier statt.

Die kommunistische Partei hatte auch diesen Anlaß zu pro pagan st ischen Zwecken benutzt. Zu Zwischenfällen ist es aber nicht gekom­men. Anläßlich ber Beerdigung ber Opfer ber Zechenkatastrophe sinb in der Stabt Dortmund sämtliche Lustbarkeiten, Konzerte unb Kino-Vorstel­lungen bis 5 Uhr nachmittags polizeilich untersagt.

Kleine politische Nachrichten,

Wie wir hören, wird der baherische Minister­präsident Held der hessischen Regierung am Freitag einen Besuch abstatten.

Der frühere Reichstagsabgeordnete Professor Reumann-Hofer ist an den Folgen des am 8. Mai erlittenen schweren Autounfalles ge­storben. Seine gleichfalls damals verunglückte Gattin wurde soeben unter groß er Anteilnahme der Bevölkerung zur letzten Ruhe bestattet.

Im Burcau des Reichspräsidenten ist fol­gendes Telegramm des Kaisers von Japan an Dr. Simons eingegangen: Die Kai­serin und ich bitten Eure Crzellenz. unfern herz­lichsten Dank für die liebenswürdigen Glück­wünsche zu unserer silbernen Hochzeit entgegen- nehmen zu wollen. P 0 s h i h i t 0.

Aus aller Welt.

Neuer Waldbrand bei Stettin.

Dorrnerskag vormittag kur; nach 11 Uhr brach in den Obersöcst-reien Puelt unb Friedrichs­walde, einige , nvmeker von dem letzten großen Waldbrand am zilontag entfernt, ein neuer gro­ßer Waldbrand aus, der sich diesmal nach der entgegengesetzten Kidjtung auf das Dorf Hinzen- d 0 rf über eine Fläche von schätzungsweise 6800 Morgen auebreifete. Wieder waren die Feuer­wehren der umüegenben Ortschaften und IHili- tärkommandas aus Stettin

übet acht Stunden in angestrengter Arbeit tätig. Der Brand konnte kurz vor dem Dorfe r) i n 3 e n b 0 r f zum Stehen gebracht werden. Schon bei dem ersten großen Brande war ber ver­dacht der Brandstiftung aufgeaucht, weil in mehreren einige Kilometer voneinander entfernten Waldstücken gleichzeitig Brände ausgebrochen waren. Der neue Waldbrand bestätigt den v e r d a cht der Brandstiftung..

Dse Ier^rtaufend-Feier der Siodt Bonn.

Bonn, 22. Mai. «WTB. Funkspruh.) Das M u | i f f c ft der Stadt Bonn ausläßlich der Iahrtauscndfeier der Rheinlande endete vor­mittags mit einer imposanten Veranstaltung im Münster. Abend fand aus einem Dampfer eine Rhein-Festfahrt bis Linz statt. Auf der Rückfahrt waren alle Ortschaften fesllich beleuch­tet. Don Godesberg aus schlossen sich zahl­reiche beleuchtete Motorboote dem Festdampfer an. Illuminierte Fahrzeuge der Vereinigten Wassersportvereine von Bonn schlossen sich den Dampfern an. Die 3 Kilometer lange Endstrecke bis Bonn wurde unter ununterbrochenem Feuer­werk zurückgelegt. Das Hauptfeuerwerk wurde von der Rhcinbrücke aus abgebrannt.

Der Rerckstag fliegt.

Berlin. 22. Mai. (Sil.) Auf eine Ein­ladung der Junkers-Werke A.-G. besich­tigten am Himmelfahrttage die Mitglieder des Reichstages den Berliner Zentralflug­hafen auf dem Tempelhofer Felde. Etwa 100 Reichstagsabgeordnete aller Par­teien hatten (ich unter Führung der Abg. Hergt (Dntl.), Schllz (D. Vp), Erkelenz (Dem.), Becker-Arnsbcrg (Ztr.), Henke (Soz.), Emminger (Tayr. Dp.). Eisenbergcr (Wirtsch. Vg.), von Gräfe (Völk.). Höllein (Korn) eingefunden. Vom prächtigen Wetter begünstigt wurden etwa 30 Rundflüge unternommen, an denen sich die Abgeordneten mit ihren Damen sowie Mitglieder des Vereins der Parlamentsjourn-alisten beteilig­ten. Die Flugzeuge arbeiteten ausgezeichnet und erregten allgemeine Bewunderung.

Deutsches Volkstum in Rot!"

Im Rahmen ber WerbewocheDeutsches Volkstum in Rot" fand in München ein Konzert b e 5 Tiroler Heimatwehr­orchesters in der Tonhalle München statt. Der zweite Bürgermeister von München, Dr. Kus­ner hieß daS Orchester herzlich willkommen und schloß mit einem Hoch auf das Land Tirol als deutsche Südmark, das von der Versammlung mit dem Gesang des Andreas-Hoferliedes über­nommen wurde. Bundesrat Sie idle dankte für die herzlichen Begrüßungöworte und betonte, das Tiroler Heimatwehrorchester sei nicht nach Mün­chen gelcmmen, um Anschlußpröpaganda als solche zu betreiben. Der Anschluß und Zu­sammenschluß aller Deutschen werde als natur- notwendiges Ereignis von selbst kommen. BundcSrat Steidle schloß mit einem Hoch auf die Stadt München, auf das Land Bayern unb auf das ganze deutsche Vaterland. Bei den Schlußworten des Redners schloß das Orchester mit dem Deutschlandliede, das eben­falls, wie das Andreas-Hoserlied, stehend an- gehört wurde. Die Darbietungen des Orchesters, das sich nicht aus Berufsmusikern zufammensetzt. wurden mit lebhaftem Beifall ausgenommen.

Heimatausstettung in Stuttgart.

In Stuttgart wurde im Beisein zahlreicher geladener Gäste die AusstellungDas schwäbische Land Stuttgart 1925 feierlichst eröffnet. Ober­bürgermeister Dr. Lautenschlager begrüßte die Gäste und dankte dem Staatspräsidenten Bazille daß er die Schirmherrschaft über die Ausstellung übernommen habe. Dieser er­öffnete als Schirmherr die Ausstellung. Die Ausstellung stehe im Zeichen des Wiederauf­stieges der deutschen Ration. Sie führe uns hinein in das Wirken des deutschen Volkes und nn den Altar unseres schwäbischen Volkstums. An den Eröffnungsatt schloß sich ein Rund - gang durch die Ausstellung an. die nicht ein» Messe zu Verkaufs- und Erwerbszwecken, sondern eine Heimats- und Kulturausstellung ist. Ein neuer Ehrenbürger der Universität Köln.

Die Universität Köln verlieh der Ehr» mürb. Schwester 3 g n a t i a vom Orden des Hei­ligen Franziskus, Leiterin der Studentenküche, in dankbarer Anerkennung ihrer Verdienste um das Wohl der Studentenschaft die Würde eines Ehrenbürgers der ilnioctflfät.

Ein schweres Autounglück in Bayern.

Ein schwe c Automo i Unglück e eigne e ich am Himmelfahrttage in Hirschberg bei Bast­heim. Von einem mit einer großen Anzahl .

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Münchener Ausflügler nach Oberammergau fahrenden Lastauto riß der Anhänger auf abschüssiger Strecke durch K e t t n b r u ch los. rannte an einen Baum und stürzte in den Straßengraben. Der Triebwagen fuhr weiter und raste auf der andern Seite der Straße eben­falls gegen einen 'Baum. Von den Insassen erlitt ein zwölfjähriger Knabe einen Schädel- bruch und war sofort tot. Zehn Insassen wurden teils schwer verletzt. Von dem Trieb­wagen wurde außerdem ein Münchner Student, der auf einem Motorrad den Wagen passierte, erfaßt und sofort getötet.

Mil dem Aisto durch di? Wand gegangen.

Dem Lastautomobil ber Speditionsfirma Hagen-Zuffenhausen r i ß auf ber Fahrt von Stutt­gart nach Karlsruhe eine Kette, unb ba auch bie Bremse versagte, sanfte das Automobil in rasender Fahrt auf bie WirtschaftZur Rose", wo es bie M a u e r burch stjeß unb vollständig zertrüm­mert liegen blieb. Dem Spediteur Hage n würbe ber Brustkorb e i n g c b r ü cf t. Er war sofort tot. Der Metzger Nag 0 lb erlitt einen Beckenbruch. Der Chauffeur würbe leicht verletzt.

ileberfall auf bic Straßenbahn.

Ruf den letzten abends von Duisburg nach .Düsseldorf fahrenden Straßenbahn­wagen wurde am Haidberg ein 11 c & e r f a 11 unternommen. Die Tater hatten einen Bamn- stamm über die Schienen gelegt. Als der Wagen hielt, sprangen zwei maStiert? Räuber mit vor­gehaltenem Revolver auf den Wag?" zu Führer und Schaffner setzten sich m't bem Weichensteller Zur Wehr, worauf die Räuber die Flucht er­griffen und im nahen Wald verschwanden.

Amundsen bereits am Nordpol?

Die Zeitungen veröffentlichen eine Meldung von Bord derF r a m" aus Kingsbay vom 20. Mai, wonach A m u n b f c n am Mittwoch zum Fluge nach bem Nordpol gestartet fei. Die Journalisten leien ersucyt u-oiben, diese Nachricht nicht zu oer° breiten, ehe bic Flugzeuge unterwegs seien. In der Meldung wird bic Vor mu t u n g ausgesprochen, baß Amundsen unb seine fünf Kameraden wahr­scheinlich bereits a m N 0 r b p 0 i g ela n b e t i nb dort mit Beobachtungen beschäftig', feien ober sich vielleicht sogar schon auf dem Rück­flug le'änbem

Line Probebombe.

In einem Straßenbahnwagen in Budapest wurde ein an den Regierungskommissar Ripk a .gerichtetes Paket gefunden unb auf bem Funbbureau abgegeben. Wegen bes verdächtigen Aussehens des Aussehen des Paketes verweigerte ber Adressat bie Annahme. Die Oessnung durch die Polizei im Bei sein eines Fachmannes für Sprengkörper förderte eine Blechdose mit Schießpulver und Zündschnur zutage. Dem Inhalt war ein Zettel bei­gelegt mit ber Bemerkung, bies sei nur eine Probe­bombe. Auch für ganze Familien könnten Bom­ben geliefert werben. Die Untersuchung über den Vorfall ist eingeleitet.

llnwctterkalastrophe in Indien.

Aus Mabras wird gemeldet: An ber Ost käste Vorberindiens wüten stürme, bie bie Eisenbahngele'je beschädigten, den Telegraphen- unb Telephonbienst störten, Dächer von den Häusern fegten unb K üstenschi s f e ge­fährdeten. In Ellorc ft ü r 3 t e ein Licht­spielhaus ein, in das sich 35 Personen ge­flüchtet hatten. Von diesen wurden 13 getötet unb 14 schwer verletzt. Es wird angenommen, baß fünf Opfer noch unter den Trümmern liegen. Ertrun­kenes Dieb liegt zu Hunderten an ber überschwemm­ten Eisenbahnlinie.

Pocken-Epidemie in England.

London, 18. Mai. (TU.) Im ersten Diertel- jahr bjejes Jahres sind in England und Wales 1760 Fälle von Pocken bei den Gesundheitsbehör- ben gemeldet worden.

-- j öcttcrvoraussaHc.

Etwas wärmer, meist heiter, Winde aus öst­licher Richtung, trocken.

Aus dem Kontinent ist leichter Druckfall cin- geireten, und die Tiesausläufer über Frankreich und England haben sich etwas verstärkt. All­gemein ist das Druckgefälle gering.

Aus Stabt und Land.

Gießen, den 22. Mai 1925.

Der gestrige Himmelsahrttag erfreute uns mit dem schönsten Frühsommer- Wetter. Zu Tausenden 30g ?n die Wanderlustigen hinaus in die weitere Arrg?bung. während große Spaziergängerscharcn den AusslugSorten in der Rähe ihren Besuch abstatteten. Die Eisenbahn hatte die Züge wesentlich verstärkt und konnte dadurch dem recht guten Zuspruch gerecht werden. Obwohl der Himmel am Raähmtttag mehrmals bedenklich düstere Wolken zeigte, blieben hier die teils erhofften, teils befürchteten Regenfälle aus, dagegen hat es in der Rahe von Marburg zeitweise stark geregnet. Die Landleute und Gartenbesitzer unserer Gegend würden einen er­quickenden Regen für ihre Saaten gern gesehen haben, auch wenn dadurch hier und da die Freude am Himmelfahrttage etwas Einbuße erlitten hätte.

Q ® i e Kosten derstaatlichenOrts- Polizei in Hessen einschl. ber Polizei in Mainz, Worms,Singen, Alzey und Gonsenheim betragen für 1925 6 !t. Voranschlag 4 456 45 Rm. Bei Richtdurchführung der Verstaatlichung der Polizei hätte das Land an Polizettosten nur V10 der persönlichen Aufwendungen aufzubringcn, das sind 424 457 Rm. Die Gesamthöhe der Poli­zeilast. die das Land durch die Verstaatlichung der blaue u Polizei übernommen hat, beträgt sonach 4 032 018 Rm.

" Reue Brief märten der Rcichs- post. Die Reichspost hat anläßlich der Tausend­jahrfeier der Rheinlande eine Iubiläumsmarkc. von Otto F i r l e entworfen, herausgegeben. Auch eine neue Flugpostmarle soll demnächst zur Ausgabe gelangen. Beabsichtigt ist ferner, die Serie der postallsch-n Städtemarten fortzu­sehen. Erschienen sind bisher Marlen mit dem B lde von der Wartburg und dem Kölner Dom. Marken mit dem Bilde der Marienburg und dem Dom zu Speyer sind projektiert. Marken mit den Kopfbildnissen hervorragender deutscher Persönlichkeiten werden voraussichtlich erstmalig am Ende des Jahres erscheinen. Es kommen zunächst unpolitische Köpfe der Brsgangenheit in Frage, und zwar sind Bildnisse von Goethe, Schiller. Beethoven unb Dach vom Reichskunst- warc bereits genehmigt. Di? Ausgabe wird noch zurückgehalten, da große Mengen der jetzt gul-

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