Ausgabe 
21.10.1925
 
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Der schon den Sommerausgang begleitende große, aufgeschlagene Hut wird in der Winter­mode noch mehr herrschen. Daneben aber auch kleinere Formen mit allerdings höheren, kanti­geren Köpfen,die aber doch weich und leicht ver­arbeitet sind. Rückwärts ist die Krempe ganz schmal, fast ausgeschnitten, seitlich und häufig stark aufgeschlagen. Diel Samt oder Filz mit Delours. Diese Formen nähern sich entschieden dem Stil des Turbans und der Toque, die immer beliebt waren. Reiherbüschel oder Pinselreiher, einseitig wie doppelseitig gesteckt, sind modern.

Roch ein Wort über dasgroße" Gesell­schaftskleid. Es wird viel Glanz darin entfaltet, der von dem reichen Schmuck aus Strassleinen, Perlen, Rubinen und Brillanten ausstrahlt, mit denen man die zarten leuchtendfarbigen Stoffe benäht und behängt. Als eine besondere Reuheit wird man Pelzbesatz an diesen Kleidern sehen, der ohne Rücksicht auf die Pelzart in der Farbe des Kleides eingefärbt ist eine Extravaganz, die nicht jeder mitmachen mag.

Praktische Winke.

Kalkflecke undhartes Wasser".

Häufig hört man aus Hausfrauenkreisen, besonders in unserer Stadt, Klagen über ein un­befriedigendes Waschresultat. Trotz Verwendung bester Waschmittel und trotz aller aufgewandten Sorgfalt wird das Ergebnis des öfteren durch eine unangenehme Ansteckung einzelner Stücke beeinträchtigt, ohne daß die Ursache dafür sich ohne weiteres erkennen läßt.

Es handelt sich um die Erscheinung matt­gelber oder weißer Flecke, die am deutlichsten im durchfallenden Licht wahrzunehmen sind und die schönste äsche unansehnlich machen können. Beim Waschen selbst hat die Hausfrau vielleicht schon öfter feststellen müssen, da ßdas von ihr gebrauchte Waschmittel nicht so recht schäumen will, ohne eine Erklärung dafür zu finden. Die Erklärung aber ist einfach. Das hiesige Leitungs­wasser hat einen verhältnismäßig hohen Kalk­gehalt. Der Kalk nun geht mit einem Teil der Seile oder des seifenhccktigen Waschmittels eine Verbindung zu sogenannter Kalkseife ein, die nicht nur für den Waschprozeh als reinigendes

Element ausscheidet, sondern häufig sogar die eben beschriebenen Befleckungen bewirkt. Es leuchtet ein, daß die Verwendung stark kalk­haltigen Wassers, vom wirtschaftlichen Stand­punkt betrachtet, unratsam ist. 3e höhher der Gehalt an Kalksalzen, um so mehr Fettgehalt des Waschmittels wird gebunden und um so weniger gut schäumt die Lauge. Man müßte, um eine gut wirksame Lauge zu erhalten, in diesem Fall entsprechend mehr vom Waschmittel ge­brauchen, was natürlich besonders wenn es sich um diegroße Wäsche" handelt eine erhebliche Mehrausgabe bedeutet.

Wie begegnet man nun diesem ä^ebelstand? Es gibt ein verhältnismäßig einfaches Mittel, hartes, das ist kalkhaltiges Wasser, weich zu machen. Man gibt zu diesem Zweck dem Wasser eine gewisse Menge Bleichsoda bei,, wie man sie ja auch zum Einweichen der Wäsche gebraucht. Der übermäßige Kalkgehalt des Wassers wird hierdurch niedergeschlagen und das Wasser zum Waschen gut brauchbar. Die Klage über mangel­haftes Schaumvermögen der Lauge hört auf und das Waschergebnis wird einwandfrei.

Will man Wäschestücke, die Kalkflocke auf­weisen, wieder instand sehen, s olegt man das verunzierte Stück in schmacksaures Wasser, das ist Wasser, das im Liter etwa 1 bis 2 Eßlöffel Küchenessig enthält und erwärmt es langsam auf 40 bis 50 Grad Celsius, dann löst sich der Kalk. Rach zehn Minuten nimmt man die Wäsche­stücke heraus, spült sie zwei- bis dreimal gut mit Wasser und kocht sie in einfacher Bleichsodalösung auf. Rach nochmaligem Spülen sind die Flecke verschwunden.

Warme Fußböden.

Wir Hausfrauen können für den Winter nicht genug Mittel erfinden, um unsere Zimmer warm zu halten und doch möglichst an Feuerung zu sparen. Immer sollte man dabei den Grund­satz vor Augen hüben: Füße warm und Kopf kalt. Mit Reid nein, mit dem Willen, sie nachzuahmen, mühten unsere Architekten der alten Römer gedenken, die ihre Heizungsröhren durch den Fußboden laufen liehen und so stets eine gleichmäßige, von unten aufsteigende Wärme er­zielten. Besonders wer eine Wohnung zu ebener Erde inne hat, hat unter den kalten Fußböden zu leiden. Aber auch in den oberen Stockwerken

macht es sich bemerkbar, daß in dm meisten Woh­nungen heute nur noch eines, höchstens zwei Zimmer geheizt werden, und die kluge Hausfrau sucht möglichst ein solches Zimmer zum allgemei­nen Winterwohnraum aus, das auch im unteren Stockwerk geheizt wird. Ein vorzügliches Mittel, um die Kälte der Fußböden zu mildern, ist Papier. Man lege darum unter die Teppiche 5* bis öfache Lagen von altem Zeitungspabier, das ab und zu; erneuert werden muh. Richt nur werden dadurch die Teppiche sehr geschont und die Mottengefahr sehr verringert, sondern der Fußboden wird bedeutend wärmer erhalten. Auch die Dastmatten, die jetzt in so reizvollen Mustern und Farben hergestellt werden, sind eine vorzügliche, wärmehaltende Unterlage.

Wattierte Steppdecken waschen.

Man legt die Decken in lauwarmes Seifen­wasser, schwenkt sie gründlich hin und her, preßt sie zwischen den Händen, reibt sorgfältig etwaige Flecke aus, preßt sie wieder durch und legt sie über Rächt in klares, kaltes Wasser, am andern Tage drückt man sie aus, besonders gut die Ecken und Kanten, und klopft sie dann mit einem Stock, um die Watte aufzulockern. Beim Trocknen auf der Leine müssen die Decken verschiedene Male umgedreht werden, damit keine gelbe Wasserstreifen entstehen.

Schuhzeug gegen Schimmel schützen.

Alle Stiefel und Schuhe, die an einem feuchten Ort aufbewahrt werden, setzen leicht Schimmel an, der natürlich dem Leder seh« schadet. Man verhindert dies, indem man die Schuhe oder Stiefel mit einer Lösung von einem Teil Kampfer in neun Teilen Terpentinöl be­streicht. Da dieses Verfahren auch gegen das Be­nagen des Schuhzeugs von Mäusen und Ratten schützt, ist es besonders bei den Stiefeln zu empfehlen, die seltener getragen werden.

holländische Säfesuppe.

125 Gramm Edamer Käse werden gerieben und in eineinhalb Liter wenig gesalzener Fleischbrühe eine Viertelstunde gekocht. Die Suppe wird dann durchgcseiht, mit 50 Gramm Butler und einem Viertelliter Milch nochmals aufgekocht. Man legiert sie mit drei Eidottern und serviert sie über gerösteten Semmelstückchen.

m. 247 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhesfen)

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Don ähnlicher Bedeutung ist die Zahnbildung. Beim gesunden Säugling brechen die ersten Zähne ungefähr im 6. Monat durch, und zwar sind cs meistens die beiden mittleren unteren Schneide­zähne, die zuerst erscheinen; ihnen folgen die beiden mittleren oberen Schneidezähne, dann die äußeren unteren und dann die äußeren oberen. Abweichungen von der Reihenfolge sind natürlich ganz belanglos. Wichtig ist nur. daß ein ein­jähriges Kind mindestens diese 8 Zähne haben soll. Die übrigen 12 Zähne, die zu dem aus 20 Zähnen bestehenden Milchgebiß fehlen, kom­men dann im 2. Lebensjahr durch.

Wenn auch zugegeben werden darf, daß 'viele Kinder beim Zahndurchbruch etwas un­ruhiger sind als sonst, so muh doch im Interesse der Kinder energisch betont werden, daß der Zahndurchbruch keinerlei Krankheitserscheinungen verursacht, daß ein Brechdurchfall oder eine Lungenentzündung nicht mit den Zähnen zu­sammenhängen. und auch keine Krämpfe durch den Zahndurchbruch verursacht werden. Es ist deshalb so wichtig, das immer und immer wieder zu betonen, weil wie die tägliche Erfahrung lehrt auch von sorgsamen Eltern in der Zeit des Zahndurchbruchs alles nur auf die Zähne geschoben und bei schweren und schwersten Er­krankungen immer wieder auf den Zahndurch­bruch gewartet und ärztliche Hilfe überhaupt nicht oder erst dann geholt wird, wenn cs vielleicht schon zu spät ist.

Auf andere Erscheinungen der Knochenbil- gung. wie z. D. das Erscheinen von sogenannten Knochenkernen in den knorpligen Knochenteilen, kann aus Raummangel, und weil diese Dinge auch nur bei ärztlicher LIntersuchung erkennbar sind, nicht näher eingegangen werden.

Sehr wesentlich ist dagegen die Beobachtung der Haltung und Bewegung des Säuglings.

Die Haltung des Säuglings ähnelt lange Monate der des Reugeborenen, die Arme sind «gebeugt, die Deine angezogen. Während aber nach einiger Zeit die Beine gestreckt werden, bleibt die Deugehaltung der Arme sehr lange erhalten, ja ein Abweichen von dieser Haltung deutet oft auf Krankheiten hin.

Bezüglich der Bewegung ist zu sagen, daß der Säugling sich sehr gern bewegt; er kann gar nicht genug zappeln und strampeln und fühlt sich am wohlsten, wenn er das frei tun kann. Deshalb ist auch das Wickeln und enge Ein­packen so sehr zu verwerfen. In der ersten Zeit sind die Bewegungen unruhig und sinnlos, erst allmählich kommt Ordnung und Sinn in die Be­wegungen. Kopf und Körper des Reugeborenen sind gleichfalls ganz ohne Halt. Beim Ausrichten sinkt das Kind in sich zusammen. Erst im zweiten Monat beginnen die Kinder, den Kopf für kurze Zeit zu heben, frei halten können sie ihn frühe­stens mit drei, oft auch erst mit vier bis fünf Monaten.

Während das Festhalten von Gegenständen schon frühzeitig möglich ist selbst ganz junge Säuglinge umklammern schon den Finger, den man ihnen reicht, kommt die Fähigkeit zum Greifen nach vorgehaltenen Gegenständen, wozu auch schon eine aewisse Intelligenz gehört, erst mit etwa sechs Monaten zustande. Ilm diese Zeit können die Kinder auch schon aufrecht auf dem Arm sitzen; völlig frei sitzen sie erst später, etwa mit neun bis zehn Monaten.

Gesunde Säuglinge stemmen, wenn man sie stellt, schon mit vier bis fünf Monaten ihre Deine auf. Selbständig stehen lernen sie mit neun bis zwölf Monaetn, können sich um diese Zeit auch schon meist selbst am Dettrand hochziehen. Mit zwölf Monaten, können sich um diese Zeit auch Gehversuche, die dann rasch, bei manchen Kindern früher, bei manchen später, zum selbständigen Laufen führen. Verzögerungen in dieser Entwick­lung deuten immer auf englische Krankheit hin und sollten stets für die Eltern Veranlassung sein, ärztliche Hilfe aufzusuchen.

Die geistige Entwicklung des Säug­lings beginnt etwa mit dem zweiten Monat. Bis dahin schlummert seine Seele. Die Umwelt ist

ihm gleichgültig, meist schläft er. und nur hin und wieder gibt er LInlustgefühlen durch Weinen Ausdruck. Die zuerst meist schielenden Augen sind ausdruckslos und irren ziellos umher. Im zweiten Monat werden sie schon ausdrucksvoller, richten sich nach leuchtenden oder glänzenden Gegenständen, und mit drei Monaten kann man den Blick schon nach vorgehaltenen Gegenständen lenken: das Kind fixiert und wird damck auch aufmerksam auf seine Umgebung, die es z. T. neu­gierig betrachtet und verfolgt; und es dauert gar nicht lange, da greift cs nach dem vorgehaltenen Gegenstand. Spätestens mit sechs Monaten muß das erreicht fein. Verspätetes Fixieren oder Grei­fen sind stets Zeichen geistiger Minderwertigkeit. Das erste Lächeln setzt auch mit zwei bis drei Monaten ein, und. je nachdem, wie man sich mit dem Kinde beschäftigt, spätestens aber mit sechs Monaten kann man die Kinder schon zum herz­haften Lachen bringen. Im zweiten Halbjahr werden die Stimmungen schon deutlicher und energischer zum Ausdruck gebracht, ebenso Willensäußerungen, dann beginnt das Kind auch schon zu lallen, spielt mit allem, was es erreichen kann, meist derart, daß es die Gegenstände in den Mund führt, zerbricht oder zerreißt und schließlich fortwirft, um sie weinend wieder zu verlangen. Dom sechsten Monat an beginnt das Kind auch schon die Personen der Umgebung zu kennen, weint, wenn fremde Menschen ans Bett treten. Mit einem Jahr lernt es sprechen. Die ganze geistige Entwicklung geht um so schneller und regelmäßiger vonstatten. je mehr man sich um das Kind kümmert. Allerdings gilt auch hier das Wort, daß allzuviel ungesund ist.

Während das Kind im ersten Jahre stark wächst 20 Zentimeter, läßt das Wachstum dann nach. Bis zum sechsten Lebensjahre, mit dem das Kleinkindesalter schließt, wächst es im ganzen noch etwa 40 Zentimeter, bald schneller, bald' langsamer. In den Zeiten, in denen es schneller wächst, sieht es dann magerer aus. Auch die Körperproportionen ändern sich. Während beim Reugeborenen der Kopf noch 1/i der ganzen Länge ausmacht, ist das Verhältnis beim sechs­jährigen Kinde etwa 1/G. Die Muskeln werden kräftiger und die Beweglichkeit größer, die Kkiochen fester und in ihren Knorpelteilen knöchern. Das Kind wird nun allmählich sauber, wobei freilich die Erziehung eine große Rolle spielt, lernt Stuhl und Urin halten und seine Bedürfnisse melden.

Das Gebiß, auf das sehr geachtet werden und dessen sorgsame Pflege ganz besonders emp­fohlen werden soll, wird-immer mehr zum Kauen in Anspruch genommen. Das Kind wird lebhafter und will nicht mehr so viel schlafen. Es muh aber doch darauf gehalten werden, daß der Racht- schlas mindestens 10 Stunden beträgt, und auch mittags soll eine zweistündige Schlafpause un­bedingt innegehalten toerben. Zu erwähnen ist noch, daß die Herztätigkeit allmählich langsamer wird und ebenso die Zahl der Atemzüge kleiner und tiefer.

Die geistige E ntwicklung des Kleinkindes, die, je nach Erziehung und Beschäftigung, bald rascher, bald langsamer vor sich geht, äußert sich zunächst in> der Sprache. Das Kind lernt leichte, dann schwerere Worte nachsvrechen, merkt sich allmählich die Worte, schließlich auch den Sinn der Worte und benutzt diese endlich, um sich verständlich zu machen. Erst reiht es die Worte nur aneinander, bringt aber vom dritten Jahre an etwa schon richtige Sähe zustande. Sobald es das kann, benutzt es die Sprache, um sein Wissen zu bereichern es fragt, und je mehr es fragt, desto größer wird auch sein Wortschatz. Damit kommt das Kind in das Spielalter; denn in dem Augenblick, wo es allein laufen und sich alles -Erreichbare holen und auch durch Worte seinem Willen Ausdruck geben kann, geht das Spielen los.

Das Gefühlsleben ist deutlich vorhanden, aber wenia tief. Wenige Tage genügen, um die lieb­sten Menschen der Umgebung vergessen zu lassen und neue Versonen ins Herz zu schließen. Wer

Die Herdstmode.

Cs bahnt sich ein verhältnismäßig lang» I amer Umschwung in der Mode an, der in den Herbstmodellen sichtbar zum Ausdruck kommt. Bei unverminderter Reigung zum Schlanksein rügen doch sowohl Kleider wie Mäntel eine fülli* fitre, weiblichere, bewegtere Linie. Der männ­liche Stil verschwindet. Während der Oberkörper »och in schlanker Linie bekleidet wird, seht man inun in Kniehöhe Glockenvolants oder Falten an, die rhythmische Bewegtheit geben. Man ist kurzen Hemdkleides und auch der hemdartigen Äürze müde.

Die Form der Kleider geht sogar hier und va ein wenig auf die anliegende Prinzehtaille zurück und es wird prophezeit, daß im Winter vielfach Fischbein in die Rähte eingearbeitet werden, um die Figur zu modellieren, statt wie bisher in ein gerades Stück Stoff zu stecken. 2ber trotz dieser Reigung hat man dem bc- Memen Blusenschnitt auch an den Kleidern noch micht ganz entsagt, sondern benutzt ihn gern in Verbindung mit dem angesehten erweiterten Rock. ! Sic lange Kasak scheint nicht mehr in Gunst z,il sein, dagegen erlebt der Jumper eine Wieder­auferstehung.

Als bevorzugter Kleiderbesatz wird Posa- irenterie genannt, schöne, weiche, farbige Dorten mb Dortenknöpfe. Sehr viel verwendet wird Pelzbesatz, der ja immer eine sehr vornehme, allerdings auch kostspielige Garnitur darstellt.

Eine große Rolle an der Winterkleidung, c inerlei, ob es sich um Gesellschasts- ober Ärahenkleider oder Mänter handelt, spielt der, Gürtel, dem man durch Ausstattung und eigen»' artigen Sih, durch Knüpfungen und Windungen Reiz verleiht.

An Mänteln und Jacken ist außer dem Dlockenansatz der weite Aermel charakteristisch. Reicher Pelzbesatz an Kragen und Aermeln ge­hört zum eleganten Mantel. Complets sind eben» 'alte noch beliebt, allerdings auch in der ge­änderten Linie; die herrenmähig geraden langen Zacken sind verpönt.

An Farben wird man Grau und viel ins Rötliche spielendes Braun sehen. Auch Grün, namentlich ein bläuliches, an Haschenglas ge­mahnendes Grün wird gern verarbeitet.

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bern Kinde lieb und freundlich entgegenkommt, ist eben sein Freund, jeden, der ihm hilft, liebt cs, vergißt auch Unfreundlichkeit rasch.

In biefem Alter muh dann die richtige Erziehung beginnen, die kaum je in körperlichen Strafen zu bestehen braucht. Die meisten Kinder verstehen aufs feinste am Tonfall der Stimme, ob man lobend oder tadelnd mit ihnen spricht, und die Reaktion der meisten Kinder auf diesen Tonfall soll und kann man am besten zur Er­ziehung ausnuhen. Ein Klaps am rechten Orte schadet zwar nie, Prügel richten meist nur Un­heil an, kränken das vorhandene Ehrgefühl und erziehen vielleicht zum Trotz das beste Er­ziehungsmittel ist und bleibt entschieden ein rechtes Wort zur rechten Zeit.

Die Apothekerin.

Von Marta Major.

Schon in alten Zeiten wurde den Frauen bas besondere Talent zugesprochen, Tränklein und Salben von zauberischer Wirkung bereiten zu können. Sie wurden deswegen als Heilige ver­ehrt oder als Hexen verbrannt.

Die Sitten haben sich mit der Zeitfolge geän­dert, aber das Talent hat sich scheinbar von Gene­ration auf Generation vererbt: die moderne Frau versteht sich auch aufs Heiltränkleinbrauen und aufs Salbenreiben, sie ist Apothekerin geworden, reichsgesehlich anerkannte Apothekerin, die den geheimnisvollen Reiz ihrer mittelalterlichen Urahne durch erstes Studium der Heilkunde er­seht.

Dieser Beruf, der den deutschen Frauen heute seit mehr als zwanzig Jahnen offen steht, bietet insofern günstige Aussichten, als man ihn nicht als überfüllt bezeichnen kann, ich möchte sagen, merkivürdigerweise, denn manche Vorteile, beispielsweise annehmbare Bezahlung und an­gesehene soziale Stellung sind mit der Apotheke» rinnenlaufbahn verbunden. Die an sich recht interessante Tätigkeit ist andererseits mit viel einförmiger Arbeit belastet. Die Arbeitszeit ist ziemlich lang, auch muß Rackt- und Sonntags­dienst geleistet werden. Für Frauen oder Mäd­chen, die nicht ihre volle Arbeitskraft cinsehen können, sei es, weil sie familiäre Verpflichtungen ober andere Interessen haben, deren Ausschaltung sie als unmöglich empfinden, ist dieser Beruf also nicht geeignet, auch nicht für vergnügungs­süchtige Schmetterlinge oder Nachtfalter. Ver­antwortungsgefühl muh bei der Arzneikundigen unbedingt der Grundzug des Charakters fein, bann wird sie auch gern und willig den Nacht­dienst auf sich nehmen, der ja in der Hauptsache in Arbeitsbereitschaft besteht. Im Prinzip wird für den Sonntags- und Nachtdienst wochentags entsprechende Freizeit gewährt, das ist aber nicht immer durchführbar, besonders dann nicht, wenn es sich um einen kleinen Apothekenbetrieb handelt. Immer ist der Verkäufer für den Käufer da, nicht umgekehrt! Und der Käufer in diesem Falle der Kranke ist nun mal rücksichtslos und will bedient fein, sofort, zu jeder Tag- und Nachtstunde, erwartet von der Apothekerin An­teilnahme für fein Leiden, Rat und Hilfe. Sie darf dem Störenfried der Nachtruhe kein mürri­sches Gesicht zeigen, denn Kranke aufzumuntern oder deren Angehörigen, ist allezeit ihre erste Pflicht!

Wer diesen Beruf ergreift, soll auch die ge- sundhe't i et Er or ernis e nicht außer acht 'a'fen: der Nachtdienst ist angreisend und die Labora- toriumsluft erfordert gesunde, widerstandsfähige Lungen.

Als Vorbildung wird die Reife für die erste Klasse einer deutschen Vollanstalt (Gymnasium, Realgymnasium, Oberrealschule, Studienanstalt) verlangt. Latein spielt für das Studium der Arzneikunde eine wichtige Rolle, darum müssen Oberrealschü'erinnei die gleichen Laieinkenntnisse nachweisen, wie Realgymnasiastinnen, die nach Obersekunda verseht worden sind.

Die Lehrzeit, die die grundlegenden pharma­zeutischen Kenntnisse gibt, dauert drei Jahre. Dabei sind die Aufnahmebedingungen sehr ver»

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Die körperliche

und geistige Entwickelung des Säuglings und Kleinkindes.

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Dr. Siegfried Wolff, Kinderarzt, Eisenach.

Bei der großen Bedeutung, die schon fTeinc Abweichungen von bet Norm oft für bas Leben des Kindes haben können, ist die Kenntnis von der normalen körperlichen und geistigen Ent­wicklung des Säuglings und Kleinkindes unbe­dingt wichtig.

Das gesunde Neugeborene ist im Durchschnitt 50 Zentimeter lang. Abweichungen kommen na­türlich vor, Knaben sind meist etwas größer, Mädchen etwas kleiner. Das Längenwachstum geht mit großer Regelmäßigkeit vonstatten und beträgt im Laufe des ersten Jahres zirka 20 Zentimeter. Dieses Längenwachstum wird auf» fallen de rweise durch Krankheiten, die der Säug­ling durchmacht, kaum beeinflußt. Selbst bei schwersten und langbauernben Ernährungsstörun­gen sehen wir immer wieder, daß das Kind normal weiterwächst, wenn auch das Gewichts­wachstum >ioch so sehr leidet.

Das Rormalgewicht eines Neugeborenen be­trägt zirka 3000 Gramm; Knaben wiegen meist etwas mehr, Mädchen weniger. In den ersten Tagen nach der Geburt nehmen die Kinder meist 100 bis 300 Gramm ab, holen aber diesen Verlust, der hauptsächlich durch Wasserverlust und kleine Trinkmengen bedingt ist, in etwa 10 Tagen wieder ein, so daß das Geburtsgewicht etwa mit 14 Tagen, oft aber auch erst nach 3 Wochen, erreicht ist. Die weitere Zunahme gestaltet sich beim gesunden und vernünftig er­nährten und gepflegten Säugling so, daß das Kind täglich etwa 20 bis 30 Gramm und monat­lich etwa 500 bis 600 Gramm zunimmt. Un­gefähr gilt als Regel, daß das Kind mit 5 bis 6 Monaten fein Gewicht verdoppelt, am Ende des ersten Jahres verdreifacht. Aengstlichen Müttern fei gesagt, daß Schwankungen immerhin Dorkommen, daß, besonders bei täglichem Wiegen, auch hin und wieder Abnahmen zu verzeichnen lind, die dann durch stärkere Zunahmen wieder <ingeholt werden. Es darf auch schon einmal Vor­kommen, daß das Kind in einer Woche nur 100 Gramm zunimmt. Doch darf weder Abnahme noch zu geringe Zunahme zur Regel werden, um 2>ie man sich nicht kümmert, weil sich das Kind lonst wohlfühlt.

Die besorgte Mutter wird in solchen Fällen nicht, wie das leider vielfach üblich ist, eine Nahrung nach der andern durchprobieren, sondern leim sachverständigen Arzt Rat suchen und finden. Vielfach trösten sich selbst sorgsame Eltern über das schleckte Gedeihen eines Säuglings damit, Laß das Kind eben sehr zart und schwächlich sei, unb daß die Eltern als Kinder auch so elend gc» toefen seien. Das ist natürlich ein ganz falscher Standpunkt. Abgesehen davon, daß man in der Jugendzeit der Eltern in der Kenntnis der Eäuglingscrnährung längst nicht soweit vorge­schritten war iire heute, müssen wir sagen, daß »vir in keinem Alter so gut wie im Säuglings- cilter imstande sind, aus einem schwächlichen ein blühendes gesundheitstrohendes Kind zu macken. Das lehren Tausende von Beispielen aus der täglichen Praxis. Im Kleinkindesalter ist das schon wesentlich schwerer.

Wichtig ist auch dieBeobacktung des Knochen- wackstums bzw. der Knochenbildung. Am ein» sechsten ist b:c Beobachtung am Schädel, wo die zunehmende Derkleinerung derFontanelle" (der großen Schädellücke) ein gutes Zeichen für die normale Knochenentwicklung ist. Die Fontanelle nmh spätestens mit l1/., Jahren geschlossen fein; i fr das nicht der Fall, oder sind am Schädel tDeiche. pergamentartige Stellen zu fühlen, so i fr das stets ein Zeichen von englischer Krankheit, deren rechtzeitige Behandlung von größter Wich­tigkeit ist.

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