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Ur. 195 Erster Blatt
175. Jahrgang
Freitag, 21. August 1925
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Der Konflift im Hause Stinnes.
Durch die Krise bei den Aga-Werken, die an den letzten Lagen die OeffentUchkeit stark beschäftigt hat, ist die ErbauScinandersehung zwischen der Familie Stinnes und D r. Edmund StinncS. dem ältesten Sohn von Hugo Stinnes sen.. stark in den Mittelpunkt der öffentlichen Erörterungen getreten. Wir wollen noch einmal kur-, die Entwicklung der Dinge besprechen. wie sie sich seit dem Bekanntwerden des Ausscheidens von Dr. Edmund Stinnes aus der StinneS G. m. b. H. cnltoidclt haben
Dr. Edmund Stinnes schied im Frühjahr aus der Firma Hugo Stinnes aus, weil zwischen ihm und den übrigen maßgebenden Personen der Gesellschaft verschiedene Ansichten über die künftighin einzuschlagenden Wege bestanden. Es mochten hierbei wohl auch persönliche Differenzen mit hineinspielen, die sich aus das Verhältnis zwischen Edmund Stinnes und gewissen Freunden der Familie Stinnes erstreckten. 3m Monat Mai erfolgte dann eine Auseinandersetzung dahin, dah Edmund Stinnes auS der Firma Stinnes a u s s ch i e d und eine Regelung seines Erbschastsanteiles in der Weise vornahm, daß er keine weiteren Ansprüche an die Erbschaft seines Vaters und später an seine Mutter mehr hatte, die bekanntlich das Erbe von Hugo Stinnes se» in der Gesamtheit übernahm. Bei seinem Ausscheiden übernahm Edmund Stinnes die Majorität der QL. -®. für Automobilbau (Aga), sämtliche Anteile der L e l o S - G e s e l l s ch a f t, die Mehrheit der Nordstern Allgemeine Versichern n g S - A. - G., eine starke Minderheit der Vordstcrn-Bank und die Deutsche Eisenbahn- Reklamegesellschaft, ferner einen bedeutenden Besitz an Aktien der Diskonto- und Effekten bank, Amsterdam. Außerdem hatte sich Edmund Stinnes in dem Vertrage mit seiner Familie die Zahlung von 6 Mill. Mk. in bat ausbedungen.
Nachdem dieser Vertrag zwischen Edmund Stinnes und Familie geschloffen war, mußte sich diese an die deutschen Großbanken mit dem Ersuchen um finanzielle Hilfeleistung wenden, I a die Schuldenlasten des Konzerns eine Höhe erreicht hatten, die besondere Maßnahmen notwendig erscheinen ließ. 3m Lause der Abwickelung dieser Schulden nun stellte sich heraus, daß der Wert des Stinnes'schen Gesa m t v e r m ö g e n s , unter dem Gesichtswinkel der heutigen schlechten Marktlage betrachtet, weit niedriger war, als man zunächst an- nahrn Auf der anderen Seite stieg die S ch u l d e n l a st, die man zuerst um 120 Mill. Mark bezifferte, um einige Dutzend Millionen im Laufe der Abwicklung der Konzernverpflichtungen, die durch die Abstoßung von Effektenpaketen erfolgte. So ist noch in aller Erinnerung, daß u. a. die Aktienpakete des Barmer Bank- Vereins, der Berliner Handels-Gesellschaft, der Riebeck-Montan- und Oel-Werke und der Deutsch- Luxemburgischen Bergwerks- und Hütten-A.°G. 3nteressenten gesunden haben, die die günstige Gelegenheit ausnutzten, um relativ billig zu wertvollen Efsektenbeständen zu kommen.
Während man in Kreisen des Stühungskon- sortiums anfangs glaubte, daß nach Abdeckung aller Verpflichtungen für die Familie Stinnes noch erhebliche Vermögenswerte erhalten bleiben würden, stellte sich später heraus, daß wahrscheinlich sogar der 11 r b e f i 6 der Familie angegriffen werden muß. um die Schuldenlast abtragen zu können infolgedessen faßte man den Entschluß, an Edmund Stinnes heranzu- tvclen, damit dieser die erhaltenen Dennögens- tocrle wieder in b i c E r b s cha f t s m a s se c i n b r i n g t und seinen Vertrag mit der Familie Stinnes aus hebt. Dieser Vorschlag stieß bei Edmund Stinnes auf Widerstand, in dessen Verlauf die Großbanken aus dem Aussichtsrat der Aga austraten (mit Ausnahme der Kommerz- und Privatbank) und diesem Llntemehmen alle künftigen Kredite, auch die bereits zuge- fagten. sperrten Hierdurch geriet die Aga naturgemäß in ernste finanzielle Schwierigkeiten, kenn sie hatte ihre Erzeugung gerade auf M a |- fenfabrifation umgeftcllt und benötigte hierzu noch einiger größerer Summen, um den Betrieb noch endgültig auszubauen. Es sollten in den nächsten Monaten Erzeugungszisfern von 500 Automobilen monatlich erreicht werden. Unter der Not der Verhältnisse sah sich Edmund Stinnes daraus gezwungen, erhebliche Teile seiner übrigen Vermögensobjekte zu veräußern, um die nötigen Betriebskapitalien für das Werk aufzutreiben. Es fehlen nun noch rund 3 Mill. Reichsmark, um die Aga vollkommen auf eigene <Tüf>c zu stellen. Darnach steht zu erwarten, daß die laufenden Einnahmen die Ausgaben voll decken. Die lchttägigen Verhandlungen zwischen Edmund Stinnes und preußischen Staats» stellen hatten das Ziel, diese Summe durch Unterstützung des Staates als Darlehen zu erhalten, da von ihr der endgültige Ausbau der Fabrikation und schließlich die Beschäftigung Tausender von Arbeitern abhängt. Die See- Handlung darf nach ihrem seit dem Barmat- Kutisker-Skandal abgeänderten Statut n u r n o ch Kredite gegen das Giro der Großbanken geben, die hierbei jedoch aus dem oben angeführten Grunde Widerstand leisten. Da man die Kredilhergabe an die Aga aus persönlichen Rücksichten verweigerte, übereignete Edmund Stinnes die Hälfte seines Aktienbesitzes der Arbeiterschaft, womit er den beherrschenden Einfluß auf das Werk verlor. Inzwischen schweben die Verhandlungen über die Finanzierung der Aga no^, te'l-oi'e mit ftaat-
Die Glückwünsche der Staatsoberhäupter. — Eintritt in die sachlichen Beratungen.
3 t o d h o 1 m . 20. Aug. (211) Heute vormittag 10 TIhr ist die Kirchenkonserenz zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammengetreten Der Generalsekretär 211 linf on erstattete zunächst den Bericht über die während der Vorbereitungen zu der Konferenz geleistete Arbeit und teilte u. a. mit, dah etwa 500 Konferenzteilnehmer bereits eingetroffen sind, während morgen weitere 1OO Delegierte erwartet werden. Die Mitglieder der Konferenz vertreten 37 Nationen und 31 verschiedene christliche Kirchen. Atkinson sprach dem schwedischen Komitee, vor allem dem Erzbischof Soederblom und dem schwedischen Volke, den wärmsten Dank aus. Die vom 3nter- nationalen Komitee vorgelegte Geschäftsordnung wurde ohne Debatte genehmigt. Es folgte dann eine lange Reihe von Botschaften und Grützen an die Konferenz. Aus allen Teilen der Welt sind von den Staatsoberhäupten, von kirchlichen und autzerkirchlichen Organisationen und von führenden Männern der Politik und des öffentlichen Lebens Grüße und Glückwünsche übermittelt worden, die beweisen, welche Sympathien in der ganzen Wclt den Arbeiten der Konferenz ent- aegengebracht werden. Rur die wichtigsten Botschaften konnten verlesen werden. Besonders stark war die Zustimmung, mit der das bereits mitgeteilte
Telegramm des Reichspräsidenten v. Hindenburg
ausgenommen wurde. 3n dem überaus reichen Beifall aller Rationen darf man Anzeichen der Wertschätzung erblicken, die der deutsche Präsident in den von der Konferenz vertretenen Kreisen der Welt genießt. Reichskanzler Dr. Luther, der ursprünglich auf der Konferenz über den übernationalen und überstaatlichen Charakter der Kirche sprechen wollte, hat der Konferenz einige Gedanken zu diesem Thema schriftlich überreicht, die er während der Verhandlungen zur Verlesung zu bringen bittet. Er wünscht der Konferenz von ganzem Herzen reichen Segen. Präsident Cool idg e (TI. S A.) lieh durch seinen Qkr- treter einen Brief verlesen, in dem er fein Bedauern darüber ausspricht, nicht persönlich der Einladung der Konferenz folgen zu können. Die Konferenz wird, so hoffe er. es den Rationen ermöglichen, ihre Ziele und 3deen besser kennen zu lernen und ihr Leben und ihre Arbeit auf der ganzen Welt auf eine höhere Stufe zu heben. Auch von König Georg von England lagen Glückwünsche vor. Eine der wichtigsten und bedeutsamsten Botschaften war
der Gruh Macdonalds an die Konferenz.
Ungezählte Menschen, so führte er in feinem Telegramm aus, haben sich wieder und wieder von der Kirche mit Trauer abgewandt, weil sie gerade dann, wenn cs gelte, ein Zeugnis für den christlichen Glauben abzulegen, diesesZeugni s n i d) t gegeben habe. Die Weltlage fordere heute noch einmal die Hilfe des christlichen Geistes nicht als eines Richters, sondern als eines Führers. Wo Menschen und Nationen in ihyr Angst einen Ausweg aus ihrem Elend suchen und ihn nicht finden, da sei es die Pflicht der Kirche, sie emporzu- heben zu dem Vertrauen auf das innere Licht. Die Kirche müsse wieder als eine Friedensmacht ihr Ansehen in der Welt genießen.
Nach der Verlesung der Begrüßungstelegramme und der Wahl der Ausschüsse trat die Versammlung in die Behandlung des ersten Punktes der Tagesordnung ein:
Die Kirche und die wirtschaftlichen und industriellen Fragen.
Den Bericht der Kommission erstattete der Dom- prob ft von Worchester (England). Er führte
u. a. aus: „Die Kirche ist nicht schuldlos hinsichtlich der sozialen Schäden, die oft z u leicht genommen werden. Sie darf sich nicht in dieser Hinsicht der Verantwortung entziehen. Liebe, Brüderlichkeit und Gerechtigkeit sind nicht leere Redensarten, sondern göttlichen Ursprungs. Eigentum ist an- vertrautes Gut. Daher ist der Gewinn ohne Arbeit zu verurteilen. Ein Zusammenarbeiten zwischen den Arbeitnehmern und Arbeitgebern ist nötig und die B e t e i 1i • gung der Arbeiter an den Unternehmen wünschenswert. Die Frage der Arbeitslosigkeit ist mit Energie anzufassen."
Darauf ergriff der Landtagsabgeordnete
Professor D. Kähler (Greifswald)
das Wort zu Darlegungen über die Leistungen Deutschlands auf sozialem Gebiete. „Wichern, Wag- ner, Schmoller Stöcker, Wilhelm I., Bismarck, die ganze soziale Gesetzgebung Deutschlands und die soziale Botschaft des Bielefelder Kirchenkongresses — so führte der Redner aus — sind Marksteine auf dem Wege der Entwicklung dieser Frage in Deutsch- land. Die Bielefelder Botschaft ist deshalb so besonders wichtig, weil der Da wesplan die deutsche Volkswirtschaft zum Sklaven macht."
Hierauf sprach Landesblschos v.Ihmels, der seiner Freude über die zutaae tretende lieber- einftimmung der Anschauungen Ausdruck gab. Die Kirche bekennt sich — erklärte er — zu einer Verpflichtung in sozialer Beziehung und sie gelobt, sich dieser Frage mit Eifer zu widmen!
Es sprachen ferner Direktor Steinweg (Berlin) über die Liebestätigkeit sowie Jürgensen (Dänemark) und L e e h o l t (St. Louis). Am Vormittag wurde ein Arbeitsausschuß für die Konferenz gewählt, dem Erzbischof Soederblom als Vorsitzender und 16 Mitglieder, darunter D. Kapler, angehören.
Am Rachmittag veranstaltete der schwedische Publizistenklub
ein Festbankett zu Ehren der in Stockholm anwesenden Vertreter der internationalen Presse.
Der Vorsitzende des schwedischen Presseklubs. 3ohannson, begrüßte die erschienenen 23er- treter und wies auf die doppelte internationale hin, die in diesen Tagen in Stockholm vertreten sei: die christliche 3ntemationale, die durch die Konferenz für praktisches Christentum repräsentiert würde, und die 3nternationale der Presse. 3hm antwortete als Qkrtretcr Deutschlands Dr. Schultze-Pfälzer- Berlin. Er dankte besonders für die schwedische Gastfreundschaft und wies auf die guten Beziehungen hin, die »wischen Deutschland und Schweden in der jahrhundertealten Geschichte bestanden haben. Außerdem nahmen noch verschiedene Vertreter der schwedischen, französischen und der englisch-amerikanischen Presse das Wort.
Ein Ehrendoktor der Universität Marburg.
Stockholm, 20. Aug. (TA.) Heute nachmittag wurde Pfarrer Reander, Stockholm, wegen seiner außerordentlichen Verdienste um die Vorbereitung der Konferenz in einem kleineren Kreise zum Doktor der Theologie der Universität Marburg promoviert.
liehen Stellen, teilweise mit amerikanischen 3n- teressenten geführt wurden.
Der Vertrag zwischen Edmund Stinnes und seiner Familie war absolut bona fide und enthielt keine irgendwelchen Vorbehalte beider Parteien. Wenn seine Rechtsgültigkeit vom Gericht anerkannt wird, stellen die ganzen gegenwärtigen Differenzen müßige Erörterungen dar. Diese Frage scheint unserer Auffassung nach zunächst llargestellt werden zu müssen. 3eden- falls ist die ganze Art der jetzigen Abwicklung bzw. Auflösung des Stinneskonzerns wenig erfreulich, unerfreulich letzten Endes überhaupt, daß man im Hause Stinnes seit Beginn der 3n- flation nicht länger erkannte, dah der ganze Aufbau des Konzerns sich nach Aufhören der Papiergeld-Wirtschaft den neuen Verhältnissen a n p a s s e n mußte und sich längst auf eine neue, innerlich gesunde Grundlage hätte stellen müssen.
Yle Banken und (Eömunö Stinnes.
Essen, 20. Aug. (I. U.) 3n einem Interview des Vertreters des „Ncuyork American" mit Herrn Goldschmidt, dem Geschäftsinhaber der Darm- ftäbter Bank und Führer des Untcrftüt- zungs-Konforiiums, gab dieser erneut seiner Ansicht Ausdruck, daß die Werte, die Dr. Edmund Stinnes aus der Masse des Stinnes- konzerns erhalten hak, unbedingt an die Haupt- mässe zurück fallen müßten, da Dr. Edmund Stinnes die Haupturfache für die Vermehrung der Schulden des Konzerns in Höhe von nunmehr 100 Millionen Mark innerhalb des letzten Jahres gewesen sei. Die Söhne Stinnes hätten nach der Stabilisierung die Expansionspolitik des Vaters in falscher Weise fortgesetzt. Es sei nicht unbedingt nötig, die Werte von Dr.
Edmund Stinnes in die Masse zurückzuerhalten, um Deckung zu schassen. Es würde aber zur Wiederbelebung der Industrie und der ganzen Wirtschaft beitragen, wenn die Werte zurückgegeben würden. Stattdessen habe Dr. Edmund Stinnes diese Werte zum Teil für einen sehr geringen Gegenwert (ein Drittel) nach dem Auslande verkauft. Der Fall habe nichts mit der Stinnes-Liguidation zu tun. Man könne aber einem Werk, bei dem Dr. Edmund Stinnes feine falsche Methode sortsetze, die den Stinneskonzern zu Fall gebracht hätte, keinen Kredit bewilligen.
Die Aga unter (Heschästsaufsicht.
Die Gläubigeroersammlung der Aga- Werke hat auf Antrag von Kommerzienrat M a - nasse beschlossen, die Aga-Werke unter G e - schäftsaufsicht zu stellen. Es wurde ein Gläubigerausschuß von fünf Personen eingesetzt, der unter der Leitung von Kommerzienrat Manasse sieht und zusammen mit der Direktion der Aga- Werke deren Geschäfte weiterführen wird. Wie weiter verlautet, sollen sich die Gläubiger mit der Stundung ihrer Forderungen grundsätzlich einverstanden erflärt haben, lieber die Einzelheiten des Tioratoriums werden noch wei- tere Verhandlungen gepflogen. Die Geschäftsleitung der Aga-Werke, die der Gläubigeroersammlung einen Status vorgelegt hat, der ohne die Einbeziehung der Werte an Gebäuden, Grundstücken und Maschinen- anlagen etwa balanciert, ist der Ansicht, daß die Gläubiger ohne jede Einbuße bleiben werden.
Dom Ideal des Kinderreichtums.
Von Dr. meb. Rudolf Spiegelberg.
Was unserer Zeit am meisten not tut, um dein schwankenden Willen ein festes Ziel zu geben, das ist ein neues Ideal: Kein überirdisches und dogmatisches Lustschloß wie in den Lehren des Mittel- alters, fein Sichverlieren im Tagesgenuß, wie der beschrankte Individualismus des vorigen Iahrhun- deris erstrebte, sondern ein unendliches Vorworts- schreiten auf dem Wege reichsten und gesündesten Lebens!
Verwirklichung findet es nur im Familienleben.
Was soll der einzelne mit seinem Leben? Wozu dienen seine Arbeiten und seine Genüsse, seien cs rein sinnliche ober auch höhere geistige Freuden? Einmal kommt auch über den sorgenlosesten Iugend- genießer die graue Stunde, wo ihn fröstelnd die Erkenntnis seiner Einsamkeit und die Zukunftssroge beschwert: Wozu das alles? Was ich toi und was in mir lebte, verweht es nicht wie Staub im Winde, wenn mein Dasein endet? Vom Katzenjammer nach allen rein sinnlichen Genüssen ganz zu schweigen.
Uns Kinderreichen dagegen gehört die Zukunft! Unsere Nachkommen sind unsere Unsterblichteit! Ein Teil von unserm Fleisch und Blut, Leben von unferm Leben, bleibt auf der Erde, und wenn wir es recht machen und uns Mühe geben, dann lebt auch bas, was unsere Seele erfüllte, in ben Seelen unserer ftinber fort; unb wenn wir unser Ideal vom Kinderreichtum ihnen nicht einpslanzen rönnen, dann muß unser Geschlecht wachsam und sich ausbreiten, und wir Ahnherren werden für viele Generationen. *
Mag sich noch so viel Entartung und sreche O3c- meinheit in den Stödten breitmachen und scheinbar allem seinen undeutschen Stempel aufdrucken, laßt sie sich nur brüsten' Die jetzt die Weinstuben und Kinos bevölkern und in Selbe und Schmuck einherstolzieren, dabei aber fein ober höchstens ein Kinb haben wollen, um sich fein Opfer auflegcn zu müssen, nach zwei Generationen gebeut! fein Mensch mehr ihrer. Alles llngefunbe unb Entartete merzt sich so von allein aus unb ist zur Unfruchtbarkeit verdammt, — das ist eine klare naturwissenschaftliche Wahrheit.
Andrerseits gibt's doch auch viele, die noch gesund sind im Streben und edel. Je mehr man die Augen öffnet, um so mehr prächtige Menschen findet man überall. Als ich schon im Frühjahr 1918 überall im Felde die Zeichen der Entartung unseres Volkes sah und an keinen Aufstieg glauben konnte, da gab mir Mut, daß ich manchem frischen jungen Manne begegnete, der ein einziges Ideal noch besaß: das der edlen Frau und der f inber- reichen Ehe. Kein Volk auf ber Erbe hat bies Ideal so hehr und rein wie bas beutsche in seinen Träumen und seinen Dichtwerken. Dies neue Evangelium der Welt vorzuleben, ist die Mission des Deutschtums in aller Welt, und darum muß Deutschland leben! Mag jetzt auch nur ein Zehntel ober ein Hunbertstel vom Volksganzen so fühlen, eine große Anzahl ist's sicherlich. Wenn wir nicht mutlos werben, sonbern mutig Nachwuchs erftre- ben, bann muß unsere Art sich naturgemäß aus» dehnen und in späteren Generationen den andern, biologisch minderwertigen Teil des Volkes immer mehr überflügeln.
Aber nicht nur in der Zukunft liegt unser Glück. Auch die Gegenwart gewährt uns Freuden, die feiner jener selbstischen Genußmenschen erfaufen form. Denft nicht nur an die Arbeit und Lasten, die ihr tragen müßt, ihr Kinderreichen! Feierstunden müßt ihr euch auch gönnen, um euer Wichtigstes im Leben bewußt zu genießen: eure Kinder! Laßt euch anstecken von ihrer überströmenden Freude am Leben, ihrer Ausgelassenheit, seht still ihren Spielen zu, wie sie eifrig für sich schassen, und laßt euch gern von Rührung packen und das Herz warm werden! Rieselt's einem nicht über den Rücken vor Glucksgefühl unb Liebe zu diesen Wesen, die unser sind und uns entstammen? Lebt in ihnen eure Kindheit nochmals mit, gestaltet sie ihnen glück- kicher, als es die eure vielleicht gewesen war. Nicht Geld und Beguemlichfeit ist dazu nötig, — im Gegenteil, sie sollen früh miizuarbeiten lernen; aber Liebe unb Wärme unb Harmonie daheim! Unb wenn ihre Seele erwacht, sucht ihre Freunbe zu werden und ihr Vertrauen zu gewinnen, bann seid auch ihr nie einsam auf ber Welt! Unb zeigt ihnen, baß ihr sie lieb habt, und daß ihr für sie lebt. Aber nicht, um ihnen ein bequemes Leven zu ermöglichen, vielleicht als Rentiers, wie es bas Ibeal ber Ein- unb Zweifinberehen des vorigen Iahrhunberts war, sondern sie sollen fähig werden. Tüchtiges zu leisten und selber einmal eine Familie gründen mit möglichst vielen Kindern! Solche Hingabe belohnt den Gebenden ja selbst.
Mancher Kinderreiche fönnte unter den drückenden Sorgen der Gegenwart den Mut sinfen lassen; und er könnte wohl irre werden an sich, wenn ihm die vielen „Verständigen" rings umher immer wie- der von neuem sagen - Du tust Unrecht, deine Kinder einem ungewissen Lose auszusetzen.
Früher waren die Menschen noch unbeirrter: Unsere Vorfahren haben cs unendlich schwerer gehabt als wir, und viel unsicherer waren die Zeiten! Wieviel Kriege und Unruhen tobten unablässig durchs Land! Der Dreißigjährige und der Sieben- lährige Krieg waren nicht die einzigen, fünfmal dazwischen zogen außerdem noch Feinde z. B. durch Mecklenburg und Vorpommern und sogen jahrelang bds Land schonungslos aus. Zwischendrein legte wiederholt eine Feuersbrunst die halbe Stabt und mehr in Asche, dann dezimierten Pest oder Pocken die Bevölkerung. In dieser Zeit erhielten z. B. nur die Pastoren eine frei gewordene Pfarre, die die Witwe ober eine Tochter ihres Vorgängers heirateten, da eine andere Hinterbliebenenverfor- gung nicht möglich war. Unb doch wagten z. B. meine Dorfähren es, 10, 14, ja 19 Kindern da?


