fetter am Nordpol.
Technisch-politischer Roman aus brr Gegenwart.
Don Karl-August von Laffert.
21. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
— — damit einverstanden. Also Sic lösen ecft 6 Uhr nachmittags ab. Ihr Stellvertreter bleibt htmn bis Hommerfest, wo wir gegen Mitternacht eintreffen. 5ür die große Fahrt möchte ich aber, daß Sie mit vierstündiger Ablösung arbeiten."
„Wie Sie wünschen, Herr Nagel.'
„Geht Ihre Tourenzahl beim Cinkoppelu der Hochsrequenzmaschine stark herunter?"
„Nur im ersten Lugenblick."
„Dann nehmen Sie den Akkumulator zur Hilfe." -
„Das ist vorläufig nicht nötig. Den spare ich mir lieber für schwierigere Lagen."
„Die konnten bald ein treten. Eine Wolkenbank im Norden läßt aus Gewitterneigung schließen."
„Das würde ich nicht ungern sehen. Falls wir in dunkle Wolken kommen, wäre es eine gute Probe für uns, trotzdem beide Flugzeuge dicht beiein- ander zu halten. Beim Nord,luge muffen wir doch häufig auf völlig undurchsichtige Luft rechnen."
„Teilen Sie, bitte, Herrn Sanders mit, daß wir vielleicht in einer Stunde in Gewitterbildung kommen."
„Ich habe Ihr Gespräch mitangehört, Herr Nagel'" rief Sanders. .Alles wohl bei Ihnen?"
„Alles wohl. Und bei Ihnen auch?"
„Danke, ja."
„Dann Schluß."
Sie verließen den Funkerraum. Ganz am Ende des Flugzeuges befand sich noch eine Heine Kabine mit vielen Fenstern nach allen Seiten. Sogar die Hallte des Bodens bestand aus dickem, aber völlig durchsichtigem Glas. An der Rückwand war ein kleiner elektrischer stochherb angebracht. Dicht daneben ein Geschirrschrank und eine Abspülvorrichtung.
„Unsere Küche", erklärte Sanders. .Hier können wir stonserven auf wärmen, auch kleinere Gerichte zubereiten sowie stasfee und Tee machen."
„Wer von Ihnen kann denn kochen?" fragte Linda lachend. „Ober soll ich das übernehmen?"
„xmb m mcyl noEu. Liner oer ZMksutgameure kocht vorzüglich. Dieser Raum dient aber noch einem anderen Zweck. Hier hält sich in schwierigen Lagen ein Hilfsführer auf. Mos der eigentliche Führer oben auf Deck nicht zu überiehen vermag, kann man von hier aus erblicken."
Eine kleine Wendeltreppe führte sowohl nach oben wie nach unten. Sie stiegen aufwärts und betraten einen schmalen Gang voller Fenster nach beiden Seiten. Er ging nach vorn bis zum Führer stand.
..Stören mir?" fragte Sanders, als sie ein- traten.
„Augenblicklich nicht im geringsten , antwortete Liebhard. „Die automatische Steuervorrich- tung hält die „Schwalbe ftet» in gleicher Höhe und Richtung, so daß ich mich ruhig für einige Zeit entfernen könnte."
Er erhob sich von feinem Führersitz. Dor ihm auf geneigtem Pult lag eine große Sorte Rußlands. Ein kleiner, selbsttätig sich bewegender Stift zeigte auf der starte die Stelle, über der man sich gerade befand.
„Arbeitet die Oriennerungsvorrichtnng völlig zuverlässig?" fragte Sanders.
„Rur ungefähr. Do wir immer mu seitlichen Winden rechnen müssen, für deren wechselnde Stärke wir keinerlei Anhaltspunkte besitzen, so ist von 3cit zu Seit eine Korrektur der Anzeigenvorrichtung nötig. Das geschieht jedesmal, wenn wir im Gelände Punkte überfliegen, die sich auf der Karte genau feststellen lassen."
„Ich kann mir denken, daß die Einrichtung trvtzdeni höchst zweckmäßig ist, besonders wenn man eine Zeitlang in unbekannter Gegend oder bei undurchsichtiger Lust fliegt."
„Der letzte Fall wird binnen kurzem eintreten", jagte Liebhard. „Die vom „Stößer" zuerst gesichtete Wolkenbank im Norden nähert sich mit großer Geschwindigkeit, so daß ich mit einer heftigen Gewitterbö rechne."
„Vermag ein Gewitter uns gefährlich zu werden?" fragte Linda.
„Ein Blitzschlag ist nicht zu befürchten", be« ruhigte Sanders. „Unsere Flugzeuge sind mit einem eigenartigen Anstrich versehen, der ,ede elektrische Labung unb damit auch die Möglichkeit des lieber- springens eines Blitzes verhindert. Es wäre ein
ganz atm armer Hurau. wann wir atnroe jujtratg m die Balm eines Blitzes atrtrten. aber auch bas würde völlig ungefährlich sein, denn der elektrische Strom wird die Metollwändc des Flugzeuges- passieren. ohne daß wir etwas davon bemerken."
Liebhard fügte hinzu
-Das einzig Unangenehme bei solchen Gewitterböen sind plötzlich oirkretenbc Fallwinde, die ein Flugzeug zu Boden schleudern könnten. Dazu befinden wir uns aber in viel au großer Höhe. Vielleicht bleibt das Gewitter überhaupt unter uns."
—Können rott uns während des Unwetters hier im Führerstande aushalten?" fragte Linda
Mich stören Sie nicht", sagte Liebhard. „3d, wurde Sie nur bitten, sich auf die beiden Klappst ühle hinter mich zu setzen, damit das Gesichtsfeld nach beiden Seiten freibleibt."
Sanders klappte die gepokerten Sessel herunter unb nahm neben Lfnba Platz, während Liebhard zu feinem Führersitze zurückkehrte Einen Augen- blick herrschte Schweigen. Die drei Menschen beobachteten die aufsteigende schwarze Dolkenbank, die plötzllch die strahlende Sonne mit einem Ruck verschluckte
(Emen verstohlenen Blick warf Sanders auf die junge Frau im grauen Sportkleide. Aus dem feinen, fchmalen Gesicht, das durch einen enganliegenden turbanähnlichen Lederhut cingerahmt war. sahen dunkle, lebhafte Augen voll regsten Interesses. Die schlanken Beine hielt sie übereinandergeschlagen, während die Fußspitzen nervös hin und her spiel- tcn. Den an ständige strenge Arbeitgewöhnten und für alle weicheren Gefühle verfkblosienen Mann überfiel ein plötzliches Glücksbewußtsein. Seile an Seite mit dieser reizvoll eigenartigen Frau sollte er die unbekannten Fährnisse der nächsten Seit erleben, fei es zu ruhmvollem Gelingen oder zu raschem Untergang.
Linda fühlte instinktiv den Strom feiner Bewunderung unb wandte sich ihm zu.
Do befinden sich eigentlich unsere Vorräte unb die wissenschaftlichen 3nftrumente?" fragte sie ab» lenkenb.
Sanders begriff nicht sofort. Seine Gedanken irrten in Fernen. Doch rasch fand er die fachliche Ruhe wieder und antwort»!?:
„Die lagern im untersten Raum de» Flugzeug», zu dem die Hintere Wendeltreppe führt Dort unten befindet sich zunächst brr Treppe ein kleines Bade- itmmer mit ioilettcnraum. Dann folgt eine Kühl kammer für untere leichter verderblichen Vorräte, ein großer vorratsraum mit Proviant. ein Benzintank. eine Kammer voll ran st'.cibungostücken und Instrumenten und zum Schlisst die schallsicher ob- gcöttbtctc Anlage für die drahtlose Verständigung."
Ein erster greller Blitz flammte auf.
..Stößer" in der Bö verschwunden , meldete Liebhard. Er sprard einige Worte ins Telephon, bann erklärte er. „Stößer" will versuchen, das Gewitter zu übersteigen. Wir werben das gleiche tun."
Öle Schwalbe" erhob sich vorn unb kletterte (uftan. Wenige Augenblicke ipätcr huschten weiße Nebelschwaden an den Fenstern vorbei, die sich hm daraus zum undurchdringlichen 'JXecrc verdichteten
„Unterhalten Sie, bitte, ständige Sprcchverbln bung mit „Stößer" und melden Sir. talls durch lauter ober schwächer werbende Töne eine Der- änberung des Abstandes zwischen beiden Fahrzeugen eintreten sollte."
Es war sehr bimtd geworden. Bon Zeit zu Zeit erglühte die Nebelwand in gelblichviolettrm phosphoreszierendem Leuchten. Liebhard zündete kein Licht an. nur ein kleines Lämpchen erhellte seine Führerkarte.
Das Telephon läutete an. Gleichzeitig ertönte e. aus dem Lautsprecher
„Hier Nagel. Bei Ihnen alles in Ordnung?"
.Hier Sander», im Führerstande bei Liebhard Alles steht gut."
„Das freut uns. Wir fasten einen Augenblick die „Schwalbe" in der Dunkelheit hinter uns. Ger ling glaubte einen Feuerschein über dem vorderen Teil des Rumpfts zu erblicken."
Sofort drehte Linda sich um unb erstarrte eine, Augenblick vor Schreck. Durch bie Glasfenster leuch tete ber etwa mannshohe helle Schein einer flackern ben Flamme, die direkt aus dem verdeck des Flug zeuges zu kommen schien. Krampshast ergriff sic den Arm von Sander-), der sich ebenfalls umdrehte
„Wir brennen”, sagte sie, heiser vor Entsetzen „Liebhard. wir müssen lanbcn!“ schrie Sander
„Sehen Sie dort."
(Fortsetzung folgt.)
Die Hilfe gegen Gicht und Rheumatismus
Sic wissen fein sicheres Mittel gegen diese Plagegeister, denn alle Einreihungen, Packungen, Bäder. Salden usw. lindern nur für einige Zeit die Schmerzen, aber sic packen nicht das liebel an der Wurzel.
Ich empfehle Ihnen ein wirklich erprobtes Mittel, und Sie sollen eS selbst versuchen, ohne daß es Sie etwas kostet, aber ehe ich Ihnen mehr sage, lesen Sie den folgenden Brief:
„Od> teile Ihnen mit. daß Ihre Gichtosint- Tabletten schon nach zwei Monaten bei mir überraschenden Erfolg erzielt haben. Mit jedem Tage fühle ich mich Wohler unb kann jetzt trotz meiner 65 Jahre große Fußtouren in den Ber-- gen machen unb auch die schwersten Arbeiten mit Leichtigkeit verrichten. Die Stur setzte ich getreulich fort, ich hoffe den Rheumatismus für immer los zu fein.
Ihnen tage ich meinen besten Dank unb empfehle Ihr vorzügliches Präparat in Bekanntenkreisen.
Hochachtungsvoll I. D. in A.
Solche Briefe besitze ich Taufende, unb nun hören Sie weiter.
Gicht unb Rheumatismus können mir von innen heraus wirUich kuriert werben durch (Snt- gif hm g des Blutes. Diese« ist verunreinigt durch zurückgebliebene Harnsäure Salze, unb dies, müssen heraus, sonst nutzt aUes Otnrtibcn unb Warrn halten nichts.
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