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Frankreich wiever, unO auch hier Pvin- care und Herriot, steht auf dem Standpunkt, wie Sozialist Paul Doncour es formuliert hat: Frankreich hält die Wacht an den Rheinbrücken, bis es den Sicher­heit s p a k t bekommt.Es beruft sich auf die Militärkontrolle. Es hofft auf das berühmte mili­tärische Komitee von Versailles, dessen Vorsitzen­der der Marschall Foch ist. Es fordert, dah der Bündnisvertrag von 1919 zwischen Frank­reich, England und Amerika, um den es damals betrogen worden sei, in irgendeiner Form er­neuert werde, und es will natürlich auch die Sicherung der Grenzen für seine östlichen Ver­bündeten, insonderheit Dolen und Ru­mänien. Man will Köln nicht aufgeben und die Kontrollkommission nicht auflösen, wenn man nichtdas Versprechen bewaffneten Beistandes" erhält oder wie Boncour sagt:Entweder geben die Alliierten Frankreich die nötige Garantie oder Frankreich sucht sie sich selbst."

3n England aber drängt sich blc_ Lage des wahren englischen Interesses, die die führen­den Köpfe dort längst begriffen haben, auch schon an die Oeffentlichkeit der Presse. Gewöhnlich ist es so, daß die Wochen- oder Monatsschriften wie die Pioniere voranlaufen und die neuen Formeln schaffen. Dann folgen die großen Tages­zeitungen, dann die Ministerreden, dann sind die Dinge zur Entscheidung reif. Eine der besten englischen Wochenschriften, derRew States- m a n, ist dieses Mal in der Rolle des Pioniers. Richt, daß er Herriots Rede vom 28. 1. absurd oder beinahe verbrecherisch nennt, ist die Haupt­sache, sondern daß er ganz brüsk sagt,man solle Frankreich doch offen sagen, daß, wenn infolge seiner Politik die Deutschen in einen Revanche­krieg getrieben würden, Großbritannien ihm nicht zur Hilfe kommen wollte. Die britischen Interessen, allerdings nicht Gefühle, sind tatsächlich enger verknüpft mit denen Deutschlands, als mit denen Frankreichs". Das trifft den Ragel auf den Kopf. Das ist genau das englische Interesse! Das ist genau die Linie, auf der sich allmählich die Sache weiter entwickeln muß.

Man wundert sich über den scharfen Ton zu dieser Sache bei den französischen Sozialisten oder Radikalen. Der innere Kamps in Frankreich zeigt, weshalb man sich darüber nicht zu wun­dern braucht. Der Kampf geht um dieSiabi-- lisierung des Franken. Er geht gegen die Interessen des Großkapitals, das Frankreich heute schon fluchtartig verläßt, und gegen die große Industrie, die Vorteile von Der Ent­wertung des Franken für die Ausfuhr hat. Die jetzt herrschende-Linke, der Bund zwischen Radikalen und Sozialisten, will und muß die französischen Finanzen sanieren und den Franken stabilisieren. Der Block braucht dazu Opfer, und er läuft dabei die Gefahr der Unpopularität, die bei derlei Maßnahmen nie zu vermeiden ist.

Gegen diesen Block führt die Opposition ins Feld die religiöse Stimmung, die durch Herriots Kämpfe gegen den Vatikan gereizt wird, die Panik, die durch den Franken stürz ent­steht, und natürlich und nicht zum letzten den Rationalismus. Selbst wenn die fran­zösischen Radikalen und Sozialisten es wollten, innerlich wollten, sie könnten, wenn sie sich selber nicht gefährden wollen, gar nichts anderes als in der Sicherheitsangelegenheit die Opposition noch übertrumpfen, um ihr so die Waffen aus der Hand zu schlagen.

So versteht man, warum Herriot am 28.1. so sprach. So versteht man, warum französische Sozialisten ihm sekundieren, und so sieht man nicht, wie zwischen England und Frankreich eine Klärung und Verständigung in dieser Frage ge­funden werden kann.

»Deutschland kann nicht mehr tun, als es getan hat. Cs erfüllt den Dawesplan. Es Fitngt seine Finanzen in Ordnung. Es geht w das Werk der Steuerreform. Cs hat sich streit erklärt, über den großen Zusammenhang von Sicherheit, Abrüstung und Schiedsgericht zu sprechen, und hat sich bereit erklärt zu einer BZirtschaftsverständigung mit Frank­reich im großen Stil. Deutschlands Schuld wird es nicht sein, wenn aus den großen internatio­nalen Konferenzbesvrechungen, die sich nun voll­ziehen, eine neue Erschütterung ßeroojy gehen sollte, auf die die deutsche Politik immer­hin sich einstellen, vorbereiteu und rüsten mutz.

Rußland und Japan.

Bon unserem Moskauer E. A.-Mitarbeiter.

Moskau, im Februar.

Sowjetruhland ist nicht nur allein auf die Anerkennung von. feiten der westeuropäischen Mächte erpicht. In noch weit höherem Maße ist man im Kreml auf die Versöhnung mit d em Osten bedacht, die Rußland zu einer einflußreichen Stellung in dem kommenden gro­ßen Duell zwischen der angelsächsische W lt und der gelben Rasse verhelfen soll. Darauf weist deutlich der Abschluß des russisch - japan i- schen Vertrages hin, um den mit kurzen Unterbrechungen fast drei Jahre g'schachert wor­den ist. woweit cb sich um Svwjetrußland han­delt, ist e» ganz Har, daß es dec Moskauer Re­gierung in erster Linie um die A n e r k e n n u n g durch eine Großmacht zu tun war, dann aber noch um wirtschaftliche Vorteile, die deni russischer. Riesenreich der Anterneh- mungsgeist der Fleiß und das Kapital des ja­panischen Volkes bringen soll.

Auf japanischer Seite liegen die Dinge we­niger emfach. Zunächst muß die Tatsache fest­gestellt werden, dah aus der ganzen Erdkugel wohl fein einziges Volk gibt, dem die Idee des Kommunismus widerlicher wäre, als dem ja­vanischen. Daß Japan aber trotzdem nicht davon Abstand genommen hat, Sowjetruhland die Hand zu reichen, muh also seine besonderen Gründe haben. Beschleunigt zu haben scheint den japani- sch'en Entschluß der ck t r i t t des amerikanischen Auhenministers Hughes und die Möglichkeit der Anerkennung Sowjetrußlands von feiten der Vereinigten Staaten. Eine weitere Rolle hat der japanisch-amerilänische Konflikt wegen der Sperre der japanischen Einwanderung ge­spielt, und dann noch die Tatsache, dah Eng­land den abgelaufenen Vertrag mit Japan nicht erneuert hat. Damit sind die japan.scheu Be­weggründe für die Anterzeichnung des Der» träges aber noch nicht erschöpft. Den Ausschlag gab die neue Orientierung Amerikas, bei der England nur zu oft Handlangerdienste verrichten muh und so auch jetzt daran geht, gegen Japan in Singapore einen Flotten­stützpunkt zu errichten.

Bei dieser Lage der Dinge konnte eS Spwjet- rußland nicht schwer fallen, Japan von der

grollen Q>erat>r der angelsächsischen Einkreisungspolitik zu überzeugen und zu einer Rückendeckung zu überreden. Allerdings, der abgeschlossene Vertrag kann in seiner Form Japan diese Sicherung noch nicht geben. Wenn Sowjetruhland sich aber guten Willens zeigen sollte, seine Japan gegebenen Versprechungen ehrlich zu erfüllen, so ist es mehr als wahrschein­lich, daß sich aus dein jetzigen Verhältnis der beiden Staaten mit der Zeit ein regelrechtes Abwehrbündnis herausöilden kann. Dies r Zeitpunkt wird um so früher eintreten, je eher die beiden Mächte zur Verständigung über eine ge­meinsame Politik gegenüber China gelangen werden. Gelingt es Ehina mit Hilfe Japans und Rußlands, dem zerrüttenden Chaos und dem ka­tastrophalen Einfluß der Ausländer zu entrin­nen, so kann die Welt in nicht allzu ferner Zeit Dlc der überraschenden Tatsache einer einheit­lichen rot--gelben Sntente stehen, die den ihr von England und Amerika hingeworfenen Fehdehandschuh aufnimmt

Ungeachtet des Vertragsabschlusses mit Ja­pan, der in Svwjetrußland alle politischen Er­eignisse bei weitem überragt, ist die Erregung über die Trotzki-Affäre nicht zum Ab­schluß gekommen. Im Gegenteill Sie hat die er­regten Gemüter nicht nur nicht beruhigt, sondern vielmehr noch neues Oel ins Feuer gegossen. Jetzt ist es Sinowjew, der Vorsitzende der Dritten Internationale, gegen den sich offen die Aktion richtet. Zunächst will man Sinowjew einmal von seiner Stellung als roten Gouver­neur von Petersburg und Leiter der sogenannten Rordkommune verdrängen. Dann aber wirb auch noch darauf hingewicsen, dah Sinowjew als Vor­sitzender der Kommunistischen Internationale für eine weitere erfolgreiche Auhenpolitik Sow­jetrußlands ein großes Hindernis bedeute. Dieser scheinheilige Hinweis darf nun allerdings nicht sonderlich ernst genommen werden. Denn im geheimen sind die hartnäckigsten Gerüchte im Um­lauf, daß in den Finanzabteilungen der Petersburger Verwaltung und der Dritten Inter­nationale nicht alles stimmen soll. Von einer Verabschiedung Sinowjews in der Form, wie es mit Trotzki geschehen ist, wird natürlich nicht gesprochen, denn Sinowjew ist ja immerhin ein Bolschewist in Reinkultur. Ob Sinowjew aber um den schon berüchtigt gewordenen Krankheits­urlaub herumkommen wird, der ihn natürlich für einige Zeit von den politischen Geschäften fern­halten würde, ist doch stark zu bezweifeln.

Turnen, Sport und Spiel.

Rettungsschwimmen.

Das Schwimmen, wohl die älteste und ge­sündeste Leibesübung, hat vor noch nicht - allzu langer Zeit in seiner Entwicklung ein Reis ge­pflanzt. das. anfangs viel zu wenig beachtet, jetzt unter sorgsamem Schuh um so kräftiger dem Licht zustrebt: das Rettungsschwimmen. Unsere Schwimmvereine erkennen in immer größe­rem Maß die innerlichen Werte des Lebens- rettungswefens, Widmen sich der Aufgabe der Ausbildung ihrer Mitglieder im Rettungs­schwimmen und breiten Aufklärung und Ausbil­dung auch auf die allgemeine Oeffentlichkeit aus. Auf vielen Schwinunfesten ist das Rettungs- schwimmen schon in das offizielle Programm eingestellt. Der Deutsche Schwimmverband läßt seit 1921 bereits in allen seinen Gauen und Kreisen einen einheitlichen Wettbewerb durch­führen; die Besten treffen sich dann auf dem Verbandsfest. Das bedeutet einen ungeheuren Schritt vorwärts in der Erziehung unserer Jugend, denn was uns Alten jetzt noch als neu erscheint, ist der Jugend eine Selbstverständlich­keit, wird ihr Gewohnheit und Bedürfnis.

Die hohen menschlichen, wirtschaftlichen und sportlichen Werte des Rettungsschwimmens lie­gen klar $u Sage. Für einen anderen das Leben einzusetzen im Kampf gegen das nasse Element, ist das Höchste, wonach ein Mensch streben kann. Wohl nirgends winkt der Lohn für > eine edle Tat mehr als beim Rettungs­schwimmen. Roch sind wir leider weit davon entfernt, ^ab jeher Mann, jede Frau unseres Volkes schwimmen kann, geschweige benn im­stande wäre, einen Ertrinkenden zu retten. Da ist es denn eine der schönsten Ausgaben des Sports, nicht nur der Schwimmer, sich im Ret­tungsschwimmen auszubilden und den durch syste­matische Leibespflege gestählten Körper, den durch Turnen, Sport und Spiel erzogenen Cha­rakter für das Wohl des Ganzen einzusehen. Wäre es nicht schön, wenn die Bevölkerung durch Erfahrung an den Gedanken gewohnt wird, daß Sportler nicht nur durch ihren gesunden und kräftigen Körper', sondern auch durch ihre Wil- lensstärle, Mut und menschliche Gesinnung jedem ein Vorbild sind? And wie wird die Achtung vor dem steigen, der nicht nur einen Ertrinken­den den Fluten entreißt, sondern auch Wieder- belebmrgsversuche anstellen kann, also nicht nur halbe Arbeit leistet.

Auf der anderen Seite, wie beschämend würde es gerade für einen Sportsmann fein, im Ernst­fall am Ufer untätig zu stehen und zusehen zu müssen, wie ein Mitmensch sein Leben verliert!

Es ist deshalb nur ganz selbstverständlich, wenn die Deutsche Hochschule für Leibesübungen in ihren Prüfungsbestinrmungen für Schwimmen als Pflichtfach den Grundschein und für Schwim­men als Hauptfach die Bronceplakette von dem zukünftigen Sportlehrer verlangt. Kann dieser doch nur bann Achtung und Anerkennung finden, wenn er selbst in allen Dingen ein Vorbild ist. Dazu gehört aber auch die Technik des Rettungs­schwimmens und die Kenntnis aller Möglich­keiten, jemanden ins Leben zurückzurufen. Aus diesen vorläufig noch recht bescheidenen Anfängen heraus muß sich der Lebensrettungsgedanke ent­wickeln zum Allgemeingut des ganzen Volkes. Der Turner und Sportsmann soll und muh auch hier der Bahnbrecher sein. St.»-H.

Der Hessisch-Hannoversche Gaumeister im Handball in Gießen.

Morgen Sonntag, wird die Leichtath­let i k a b t e i l un g des Gießener Sport­clubs 1900 ihr erstes Handballspiel in Gießen liefern. Als Gegner steht ihr kein Ge­ringerer als der Hess.-Han. Handball- meister 192 4/2 5, F. C. 05 Wetzlar, ge­genüber. Dieser Gegner muß umso mehr In- teresse beanspruchen, als er gegen die Clubleute fein erstes Spiel in feiner Gaumeisterwürde sie- tert, die er sich am vorigen Sonntag im Mar­burger Stadion wohl zur Aeberrafchung aller gegen den Favoriten und vorjährigen Gauvertre­ter, Polizei-Sportverein Kassel, durchaus ver­dient errang. Dieser ungeahnte Aufschwung der

an 16.

für er <?

2Vs Millionen Mark vom Fiskus käuflich worben hat.

lau Dresden mit zusammen 4 Junkers- Flugzeugen eröffnet werden. Als Flughafen fin­det einstweilen der ehemalige Exerzierplatz Gun­da u Verwendung, den die Stadt Breslau

Die Deutsche Turnerschaft hat zur Teilnahme ihrem großen Hermannsla.uf, der am August zur Erinnerung an die vor 50 Jahren erfolgte Einweihung des Hermannsdenkmals bei Detmold im Teutoburger-Wald vonstatten gehen soll und mit über 100 000 aktiven Teilnehmern ber größte Eilbotenlauf aller Zeiten werden wird, auch den Amerikanischen Turnerbund eingeladen. Sie knüpft damit an die Erinnerung des Eil­botenlaufs im Jahre 1913 an, an dem die deutsch­amerikanischen Turner mit einem Rebenlauf be­

teiligt waren, der in etwa 200 Kilometer Länge an die Küste des Atlantischen Ozeans führte. Die Arkunde des Laufs wurde bann zu Schiff nach Bremen gebracht und von hier mit dem nach Leipzig führenden Hauptstaffellauf weiter­befördert. Es wäre erfreulich, toemt auch dies­mal eine Teilnahme der Turner der Vereinigten Staaten zustande käme.

Luftverkehr Oberschlesien Oberhessen- Köln.

Eine Oberschlesische Luftverkehr- Ges e l l s ch v f t ist mit einem Kapital von 220 000 Mark unter Beteiligung der Stadt Glei- Witz, des Oberschlesischen Prvvinzialverbandes, des Oberschlesischen Berg- und Hüttenmänni­schen Vereins und der Innkerluftvcrkehrs 21. G. gegründet worden. Die Stadt Gleiwih stellt den dortigen Flugplatz, der jedoch tu ihrem Eigentum verbleibt, zur Verfügung. Es ist be­absichtigt, einen d irekt en Flugverkehr BreslauBerlin, sowie Leipzig Dres­denOberyessen und Köln einzurichten, der voraussichtlich schon am J. März beginnen wird.

Flugverkehr Breslau Berlin und Breslau Dresden.

Von der mit einem Kapital von 400 000 Mk. in Gründung begriffenen Schlesif che n 2 u f b- verkehrs-A. -G., an der sich der Prvvinzial- verband Schlesien und die Stadt Breslau mit je 150 000 Mk. und der Junkers-Luftverkehr mit 100 000 Mk. beteiligen werden, soll ein täglicher Verkehr Breslau Berlin und B r e s -

Spieltzlan der Frankfurter Theater.

Opernhaus. Sonntag. 22. Sehr: Lohen- grtn. Montag, 23.: Figaros Hochreck. Dienstag, 24.: Die Frau ohne Schatten. Mittwoch, 25.; Mignon. Donnerstag, 26.: Cavalleria rusticana, hierauf: Der Bajazzo. Freitag, 27.: Carmen. Samstag, 28.: Die toten Augen. Sonntag, L März, nachm. 3 Ahr: Akademische Feier für die Gefallenen des Wettkrieaes; nachm. 5 Ahr: Die Meistersinger pon Nürnberg. Schauspiel­haus. Sonntag, 22. Febr.: Der Kreidekreis. Montag, 23.: Romeo und Julia. Dienstag, 24.:

Wetzlarer Mannscyaft ist letzten Endes der Ver­dienst eines Mannes, dem auch Gießen in sport­licher Hinsicht auherordenllich viel zu verdanken hat, nämlich E r n st P a u l u s'. Der Spielbeginn des voraussichtlich hochinteressanten Kampfes muhte in Anbetracht des um 2Vs Ahr stattfinden- den Gauligatreffens, Spielverein Kassel S. C. 1900, auf 1.15 Ahr festgesetzt werden. Roheres in der heutigen Anzeige.

Vom Turngau Hessen.

Gießen, 19. Febr. Der diesjährige Gauturntag deö Gaues Hessen findet am 1. März hier statt. Er wird sehr wichtige Ver­handlungen pflegen und mit Rücksicht darauf, daß hier in diesem Jahre das Kceisturnfest ab­gehalten wird, auch großem Interesse in der Turnerschaft des Gaues begegnen. Eine besondere Bedeutung gewinnt die Tagung auch dadurch, daß dec Gauiechner, Duchdruckereibesitzer Heim. Post (Alsfeld), in diesem Jahre auf eine 25jäh° tige ununterbrochene Tätigkeit in der Gau­leitung zurückblicken kann. Er hat in feinem ver­antwortungsvollen Amte in dieser Zeit in seltener Pflichttreue eine unschätzbare Arbeit geleistet. H. Post wird in seiner Eigenschaft als Rechner zum letztenmal vor dem Gautag stehen, denn er hat fein Amt dieser Tage niedergelegt. Zu seinem Rachsolger hat der Turnverein Alsfeld den Tur­ner Ludwig Dender in Vorschlag gebracht.

Einladung

Amerikas zum Hermannslauf.

Amtsgericht.

* Gießen, 20. Febr. Ein Eisenbahnarbeiter aus Alten-Duseck ist der Beleidigung und Körperverletzung einer dortigen Frau ang.'klagt. Letztere ließ im August v. Is. einen Wagen voll Frucht nach Hause fahren, als üjr der Angeklagte unterwegs begegnete. Er hatte sich darüber, geärgert, daß die Frau am Abend zu­vor einem Mann, der nach ihm fragte, gesagt hatte, der Angeklagte liege nicht im Bett, wie seine Schwester angegeben halte, sondern sei nach Großen-Duseck zu gegangen. Rach kurzem Wort­wechsel packte er die Frau ins Genick, gab ihr einen Stoß, daß sie in den Graben rutschte und rief ihr noch eine unflätige Aeußerung zu. Mit Rücksicht auf sein rohes und brutales Benehmen, das auch in der Sitzung zu Tage trat, wurde er zu einer Geldstrafe von 50 Mark ver­urteilt, wozu noch die nicht unbeträchtlichen Ko­sten kommen.

Zwischen einem Ziegelcibesitzer in Leih­gestern und dessen Pächter bestehen wegen Zahlung des Pachipreises Streitigkeiten, die zu einem Rechtsstreit am Landgericht geführt haben. Erster si äußerte nun zu dritten Personen, ber Pächter sei schon der richtige, der nur den lauten das Geld aus den Taschen ziehen wolle, er, der Ziegeleibesitzer, wolle cs diesem Spitzbuben schon zeigen. Der Pächter erhob deswegen Privat­klage. Der Angeklagte gab zu, dem Sinne nach die erwähnten Aeußerunaen gebraucht zu haben, er behauptete aber, er habe in Wahrung be­rechtigter Interessen gehandelt. Das Gericht war jedoch der Meinung, daß eS dem Angeklagten nicht nur um die Wahrung seiner Interessen, sondern vor allem auch darum zu tun war, dem Pächter eins zu versehen und ihn zu beleidigen. Er wurde deshalb zu einer Geldstrafe von 2 5 M k. verurteilt.

Die Privatllage desselben Pächters gegen die minderjährige Tochter des vorgenannten Zie- Seleibesitzers wurde dahin verglichen, daß iese die gegen die Familie des Pächters aus­gesprochene Beleidigung bedauert und die Kosten des Verfahrens übernimmt.

-öummelftuöenten. Mittwoch, 25.: Sechs Personen suchen einen Autor. Donnerstag. 26.: TroiluS und Cressida. Freitag, 27.: Der Äret betrete. Samstag. 28.: Wenn wir Toten erwachen. Sonn­tag, 1. März, nachm. 3 Ahr: Wilhelm Dell; abends Ix;., Ahr: Der Kreidekreis.

Rundfunk-Programm

des Frankfurter Senders.

(Aus derRadio-Amschau".^

Sonntag, 22. Februar:

8.30 Ahr: Morgenfeier, veranstaltet vom Männerchor der Methodisten-Gemeinde I. 1. Prä­ludium: Stille vor dem Herrn von I. G. G.Stehle; 2. Groß ist der Herr! von K. Grunholzer; 3* O Gotteswelt, wie bist du schön! von A. Rücker; 4. Ansprache: Prediger Alexander Goebel; 5. Du bist's allein! von A. Rücker; 6. Einst wirst du seh'n. von PH. Sponheimer. 12 bis 1 Ahr: Aebertraaung von Kassel: Sonntag-Vormittags- Konzert. Alte historische Kavallerie-Märsche, aus­geführt von der Kapelle des ehem. Art.-Regts. Br. 11. 4 bis 5 Ahr: Kinderstunde. 5 bis 6 Ahr; Sonntags-Rachmittags-Konzert (Balladen) unter B^üwirkung von Herrn. Diersch (Bariton). 6 bis I- des Rhein-Mainischen Verbandes Mr Volksbildung: 1. Vortrag bon grtnt Dr. Rosa Kempf:Die 2lufgabe der Frau in der Gegen- toart"; 2. Vorlesung:Die Frau als Ausdruck der Zecken'. 8.30 Ahr: Konzert des Maerzschen Madrigal-Chores (Riederländische Meister). 1. 2ln oie Musikanten Hubert Waelrant (1517 bis 159o); 2. Il biancv e dolce cigno fron Jacob Ar- caöclt (15141557); 3. Pol che froi non frolete von ^an Pieters Sweelinck (1562-1621); 4. Schütze Hansel von Mattheus le Maistre (1510-1577); 5- Der Fuchs von Mattheus le Maistre; 6. Chi salira per me von Giaches de Wert (15361596); 7. Sempre mi ride sta von Adrian Willaert (1480 bte 1562?); 8. Ich liebe dich, 9. Landsknecht standchen, 10. Der Bauer, von Orlando di Lassc ^-301?94). Musikalische Leitung: Musikdirektoi Gusta Maerz. Anschließend Rachrichten, Wetter­meldung, Sportbericht.

Montag, 23. Februar?

11.55 Ahr: Zeitangabe. 12 Ahr: Rachrichten- p.* 1 enÜ- 4,30 bis 6 Ahr: Rachmittagskonzert (Rus­sische Komponisten), veranstaltet vom Hausorche­ster. 6 Ahr: Wirtschaftsmeldungen. 6 bis 6,30 -Uhr: Die Lesestunde (Die Rofrelle);Geschichte eines Verbrechers" fron M. Gorki. 1 bis 7,3C ü^r: Vortrag fron Adrian Mayer (fron der Deutsch-Italienischen Handelskammer):Deutsch­land und Italien". 7,30 bis 8 Ahr: FunHvch- schule. Vortrag von Prof. Dr. Raumann:Das Puppenspiel vom Doktor Faust". 8 Ahr: Eng lischer Anterricht. 8,30 Ahr: Aeberkragung fron Kassel: Bastien und Bastienne. Singspiel in einem 2Itt fron W. A. Mozart «Alle Mitwirlenden find Mitglieder des Kasseler Staatetheaters.) 9,30 Ahr: Rach richten, Wettermeldung, Sport­bericht. 10 bis 11 Ahr: Llebesgespräche. 1. Dos- Tuet und die Herzogin fron Fontanges (aus den Imaginären Anterhaltungen" von Walter Sa- vage Landor), 2. Giovanni und Annabella (alte »Es ist ein Jammer" von John Ford); 3. Dan­ton und Marion (ausDantons Tod" von Büch­ner); 4. Leonce und Rosita (ausßeonce und Lena" von Büchner); 5. Don Juan und Maria (ausDon Jüan" von Genau); 6. Don Juan unt Donna Anna (ausDon Juan" von Puschkin). Ausführende: Erna Reigbert und Gerd Fricke vom Reuen Theater, Frankfurt a. M.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinden.

Dießen. Sonntag, den 22. Februar. Cstomihi. Stadtkirche. 91'..: Missionspred. Spaich. 11 . Kinder­kirche für die Matthäusgem. Missionspred. Spaich. 5: Pfr. Decker. Iohanneskirche. 9'Pft. Bech- tolsheimer. 11: Kinderkirche für die Lukasgem. Pft. Bechtolsheimer. 5: Pft. Ausfeld. - Mittwoch den 26. Februar, abends 6 Ayr: 1. Paffionsand in der Iohanneskirche. Pft. Bechtolsheimer - Reue Aula. Sonntag, den 22. Febr., vorm ll1/ - Aniv.-Goltesdienst m. Pred. fron Privatdozent Lic Dr. Adolph. Kirchberg. 10. Saubringen IV.. Mainzlar l1',.. - Watzenborn ° Garbenteich. Watzenborn-Steinberg: 10. Garbenteich: 1. - Wie- seck. 10.

Katholische Gemeinden»

Gießen. Samstag, 11. Februar. 41/. u. 7 Beichte. Sonntag, 22. Februar. Quinquagesima. 61/, Beichte, 7 Messe, 8 Kom., 9 Hochamt, 11 Messe, 51/, Christen, lehre u. Andacht, 8 Abend des Gesellenvereins Am Aschermittwoch 7l\ Austeilung der geweihter Asche. Freitag 6.. ist Fastenandacht. Grünberg. 9 /3 Messe m. Predigt.

SonntaaSdienst d.Aerzte u. Avotbeken am 22.2.25.

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Zahnarzt: !>r. Haubach. Selters weg.

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