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<?uni nächsten Jahres das 63jährige Stiftungsfest int größeren Rahmen zu feiern.

21 11 e n»B ufert1, 18. 'Nov. Am Sonntag si.nd hier durch Dekan G u ß m a n n - Kirchberg eine ordentliche Kirchen Visitation statt. Im Vormittagsgollesdienft, der durch mehrstimmige Lie der der Oberklasse lind des (Bemifd)ten Chors sowie durch zwei trefflich vorgetragene Biolinsoli des Herrn Wilh. Bolz mit Begleitung von Herrn Schneider- Friedberg festlich ausgestaltet mar, hielt nach einer Predigt des Ortspfarrers über -iottl). 22, 1522 der Dekan eine Ansprache über Matth. 10, 32, 33. An dem Jugendgottesdienst, der um 2 Uhr seinen Anfang nahm, unb zu dem die männlichen und weiblichen Katechumnen, die 4 Schlil- klassen von 'Allen-Buseck und die oberen Jahrgänge von Trohe erschienen waren, schloß sich eine Sitzung der Kirchengemeindevertretung und des K i r ch e n v o r st a n d e s an, in der eine Reihe wichtiger Fragen des kirchlichen Gemeinde- lebens ihre Erörterung fanden. Die dringend notwendige Einrichtung einer K i r ch e n h e i z u n g unb eine Erneuerung der Kirche sowie an­dere wichtige Verbesserungen wurden für die nächste Zeit in Aussicht genommen. Die Beteiligung der Ge­meindeglieder aus Alten-Busert und Trohe an bei­den Gottesdiensten war trotz des Wahltags sehr gut.

er. Lumda, 18. Növ. Am Sonntag nach- mittag vesammelte sich unsere Gemeinde im (?ok lcshaus zu einer k i r ch e n m u f i k a l i s ch e n Feier st und e. Der Wiesecker Frauen- d) o r unter Leitung des Lehrers Stoll und die Lehrerin Fräulein Stoll zu Allendorf hatten sich in dankenswerter Weise zur Verfügung ge­stellt. Die ausdrucksvoll und rein vorgetragenen Lieder des Chores und der Solistin wechselten mit Musikstücken (Orgel und Violine), die von den beiden hiesigen Lehrern dargeboten wurden. Der gemeinsame Gesang des Lutherliedes:Ein feste Burg" beschloß die eindrucksvolle Feier­stunde. Es ist zu wünschen, daß derartige Ver­anstaltungen öfters wiederkehren möchten.

Lumda, 19. Nov. Zwischen hier und Atzenhain ereignete sich ein Auto-Anfall, der leicht schlimme Folgen hätte haben können. Ein mit 3 Personen besetztes Auto des Zi­garrenfabrikanten W. Roth aus Daubringen wollte in mäßiger Geschwindigkeit eine scharfe Kurve nehmen. Durch den starken Schmutz der Straße verursacht, rutschte das Auto aus und fuhr die Straßenböschung hinunter, wobei es sich überschlug. Der Eigentümer des Wagens, sowie ein Mitfahrer wurden aus dem Wagen herausgeschleudert. Ersterer erlitt an­scheinend einen doppelten Armbruch, während letzterer mit einer Kopfverletzung davonkam. Ein CB ruber des Autobesihers, der den Kraftwagen führte, kam unglücklicherweise unter den Wagen zu liegen und formte nur mit Mühe hervor­gezogen werden. Er blieb aber unverletzt, be­günstigt wohl durch die weichen Wiesen, auf die das Auto zu liegen kam. Der Wagen hatte einige nennenswerte Beschädigungen aufzuweisen, konnte aber trotzdem den Heimweg ohne Störung antreten.

f) Lich, 19. Aov. Heute morgen gegen 10.45 .Ufjr wurde die hiesige Bevölkerung durch die Feuersirene der Braueret Ihring - Melchior alarmiert. Der Pichkessel des Werkes stand in Flammen. Sn wenigen Minuten war die Feuerwehr mit sämtlichen Geräten zur Stelle. Beamte und Arbeiter der Firma rückten inzwischen mit Feuerlöschappara len dem brennen­den Pech zu Leibe und vermochten, das Feuer auf feinen Herd zu beschränken, sodaß die Feuer­wehr nicht mehr enizugreifen brauchte. Leider trug sich beim Anmarsch der Feuerwehr ein Llnglücksfall *u, der leicht schlimme Fol­gen hätte haben können. Der Obmann der Hy- drantenmannfchaft. Wagnermeister Karl Heinrich A l b o h n kam beim Abspringen vor dem noch in voller Fahrt befindlichen Gerätewagen am Werk zu Fall und geriet mit einem Fuß unter die Räder des ziemliche schweren Wagens. Er zog sich hierbei eine starke Prellung des Fußes zu. Die Freiwillige Sani­tätskolonne der Freiwill. Feuerwehr, die, veranlaßt durch den starken Lärm, zur Brand­stätte geeilt war, nahm sich des Verunglückten augenblicklich an, ließ ihm die erste Hilfe an» gedeihen und verbrachte ihn in feine Wohnung. Es wurde allgemein anerkannt, mit welch be­wunderungswürdiger Schnelle Feuerwehr und Sanitätsko könne zur Stelle waren.

: Lich, 18. Nov. Wer in diesen Tagen von unserem Bahnhof in die Stadt geht, wird sich wun­dern über die vielen B o g e l n e st e r, die jetzt nach dem Laubfall in den vier bis fünf Meter hohen Akazien sichtbar werden, welche die Bahnhof­straße schmücken. Auf einzelnen Bäumen sind zu­weilen zwei, ja sogar drei Nestchen unserer nützlichen Singvögel zu entdecken. Am Samstagabend gegen 6 Uhr stellte ein Arbeiter aus dem benachbar­ten Langsdorf sein Fahrrad an bas Schau­fenster einer hiesigen Metzgerei, um bieser etwas einzukaufen. Als er einige Minuten später ben Laben verließ, war bas' Fahrrab verschwun­den. Nach langem Suchen entdeckte man es in dem Hof einer benachbarten Wirtschaft. Der Dieb hatte es wahrscheinlich hierher gefahren, um es später ab­zuholen. Der Vorfall beweist, daß man sein Fahrrad leinen Augenblick außer acht lassen darf. Wie planmäßig der hiesige Ob st- und Gartenbau - verein bei der bereits vor einigen Tagen mitge- teilten Bekämpfung der Obstbaumschädlinge vorgegangen ist, beweisen nachfolgende Zeilen: Der 1. Vorsitzende des Vereins, Gemeinderatsmitglied Konrad Schöne, forderte alle Besitzes von Obst­bäumen durch Rundschreiben auf, ihre Einwilligung zu geben, daß durch geeignete Kräfte Klebgürtel an die Bäume gelegt werden konnten. Nachdem die weitaus größte Zahl der Baumbesitzer ihre Zusage gegeben hatten, ging man an die Arbeit. Auch unsere Fortbildungsschüler beteiligten sich an der überaus wichtigen Arbeit. In wenigen Tagen waren rund 6000 Aepfel- unb Birnbäume mit Klebgürteln versehen. Die Kosten belaufen sich pro Baum auf 15 Pf., gewiß ein verhältnismäßig nie­driger Betrag, wenn man bedenkt, wieviel Tausende unb Abertausenbe von Schäblingen nun zugrunde gehen. Besonbers eilte bie Arbeit an ben Baum­stücken in ber Nähe ber Walbungen, benn hier be­gannen bereits bie Weibchen des Frostspanners den Aufmarsch auf die Bäume. Es wurden an manchen Bäumen 20 unb mehr gerade im Aufsteigen be­griffene Weibchen gezählt. Nachdem durch den Ver­ein nun auch noch eine große, 16 Liter Inhalt fassende Baumspritze angeschafft wurde, kann auch im nächsten Frühjahr und Sommer anderen Obstschädlingen zu Leibe gerückt werden. Nur in Gegenden, wo so planmäßig wie hier in Lich gegen die Schädlinge oorgegangen wird, kann auch auf Erfolg gerechnet werden.

X Langd. 19. Nov. Durch den Frost in den letzten Nächten ist die Straße, die von hier nach der Kreisstraße HungenNv6»

heim führt, einigermaßen fahrbar geworden. Wer in- den letzten Wochen diele Straße benutzen mußte, kann den Wunsch der De- völferung verstehen daß ber neugewählte Kreis» lag sich diese unhaltbaren Zustände einmal an-- sieht unb auf Abhilfe sinnt. Auch gegen die Schneckeuplage hat sich der Frost als ein Wohltäter erwiesen. Vielleicht gelingt es jetzt der jungen Saat, sich durchzusehen. Leider sind aber bei der Kartoffelernte viele Schnecken in die Keller eingeschleppt worden, die dort, geschützt durch die Kellertemperatur, ihr ilntDcen weiter» treiben. Auch über Kartoffelfäulnis wird hier lehr geklagt, so daß der Landwirt trotz der allgemein guten Ernte mit trüben Blicken dem Frühjahr entgegensieht. Es ist zu erwarten, daß dem Lieberangebot an Kartoffeln im Herbst eine ebenso große Nachfrage im Frühjahr ent­sprechen wird.

df. Langsdorf, 19. Nov. Wie verlautet, beabsichtigt die L i g a z u m S ch u tz e d e r deut­schen Kultur nunmehr ihre Winter­arbeit aufzunehmen. Es stehen wiederum recht interessante Themas zur Behandlung.

o. Oberbettingen. 19. Nov. Die Pächter unserer G e in e i n b ej a g b veranstalteten dieser Tage eine Treibjagd. Es wurden 4 Rehe und 2 c Hasen zur Strecke gebrach:.

: Utphe, 19. Nov. Wie nicht anders zu er­warten, beginnt mit dem Herannahen des Winters auch wieder bie Erwerbslosigkeit. Die mei­sten hiesigen Arbeiter hatten ben Sommer über int Bauhanbwerk sowie bei Erdarbeiten auswärts Be­schäftigung gefunden. Auch die GrubeFriedrich" hatte nach längerem Stillstand wieder Leute neu eingestellt, so daß es hier überhaupt feine Erwerbs­losen mehr gab. Erst in den letzten Tagen haben sich nun wieder zwei angemeldet. In der Volks- und Fortbildungsschule wurde für ein neu zu errichtendes Kriippelhei m gesammelt, angeregt durch einen Aufruf und Flugblätter, die der Hessische Fürsorge­verein für Krüppel verteilt. Da sich in dankens­werter Weise an der Sammlung auch Familien be­teiligten, bie keine Schulkinder Haden, konnten etwa 30 Mark dem genannten Verein überwiesen werden. Für die AnstaltenBethel" bei Bielefeld wurde in der vergangenen Woche eine Samm­lung von Kartoffeln, Mehl unb anderen Produkten veranstaltet. Auch hier hat die M ä u s e p l a g e in letzter Zeit derartige Ausmaße angenommen, "haft man sich genötigt sah, von Ge­meinde wegen Maßnahmen Dagegen zu ergreifen. Dieser Tage wurde durch die Ortsschelle bekannt- gemacht, daß an einer bestimmten Stelle in der am meisten gefährdeten Gemarkung die Landbesitzer zwecks Verabreichung von Mäusegift zu erscheinen hätten. Hoffentlich tragen auch die neuerdings wieder stärker einfetzenden Fröste dazu bei, diese Schädlinge zu beseitigen.

Krers ^rirdbsrg.

sf. Friedberg, 19. Nov. Die hiesige Schil- l e r s ch u l e^(Höhere Mädenschnle) hegt schon lange den Wunsch nach Anschaffung eines neuen F l ü- gcls, da das seither benutzte Jnstrumen nicht mehr den Anforderungen entspricht. Da im '^gem blick städlische Mittel für diesen Zweck nicht zur Ver­fügung stehen, will die Schule die Beschaffung aus eigenen Kräften unternehmen; der erste Schritt dazu war der gestern abend im Saale von Groß-Friedberg gegebene Unterhaltungs­abend. Man erzielte damit in jeder Beziehung einen vollen Erfolg. Nicht nur war der Saal bis zum letzten Platze gefüllt, auch die gebotenen künst­lerischen Genüsse standen durchaus auf hoher Stufe. In bunter Abwechslung zogen in rascher Folge die Darbietungen vorüber, musikalische und deklamato­rische Vorträge wechselten mit wunderbaren Tanz­szenen ab; besonders die Volks- und Kostümtänze fanden allgemeinen Beifall. Um die ganze Veran­staltung hat sich besonders Studienrat Dr. Nup­pel verdient gemacht; daß unter diesen Umständen auch der finanzielle Erfolg ein durchaus befriedigen­der war, ist natürlich. Zwei weitere, dem gleichen Zweck dienende Veranstaltungen sollen noch im Laufe des Winters folgen, der nächste soll ein musi­kalischer Abend unter Leitung von Herrn Studien­rat Dr. Riedel sein.

; Friedberg. 18. Nov. Wie in den Vor­jahren, finden im hiesigen Museum während der Wintermonate wieder Kurse für Lehrer statt, die den Zweck haben, in bie Vor» g e s ch i cht e theoretisch und praktisch einzuführen und der Behandlung der Vor- und Frühgeschichte im heimatkundlichen Unterricht den Weg zu bahnen. Die Mufeumskurse, deren erster zur Zeit läuft, werden vom Konservator am hie­sigen Museum, Prof. Dr. Blecher, geleitet. 3m Berzirkslehrerverein Friedberg hielt Lehrer P o r t h , Bad-Nauheim, einen sehr fesselnden Vortrag über die geographische Lehrwanderung, die unter Führung von Bergrat Dr. Klemm, Darmstadt, während der letzten Herbstserien nach dem Odenwald und dem Spessart unternommen worden ist. Veranstalter des viertägigen Lehrausflugs war der Verband Hessischer Schulgeographen. Lehrpersonen aller Schulgattungen nahmen daran teil. Das Landes» amt für das Dildungswesen hat die Veranstal­tung in entgegenkommender Weise nach Kräften gefördert, ebenso das hessische Landesver­messungsamt.

4 Bad-Nauheim, 19. Nov. Die alte Wilhelmskirche in der Altstadt, deren an­heimelndes Bild derGieß. Anz." in Nr. 29 seiner BeilageHeimat im Bild" (23. 3uli 1925) veröffentlicht hat, ist nach dem Grasen, Wilhelm von Hanau benannt. An der Stelle, wo schon eine vorreformatorische Kirche ge­standen, ließ er, im wesentlichen den Grundriß des alten Gotteshauses beibehaltend, die neue Kirche im 3ahre 1740 für die damals starke reformierte Gemeinde erEa.ien. Bis vor 20 Jahren war die Wilhelmskirche das Gotteshaus der Nauheimer. Nach Erbauung der evangelischen Dankeskirche wurde das unter Denkmalschutz ge­stellte alte Gebäude noch regelmäßig für die Kindergottesdienste benutzt. Während des Krie­ges aber beschlagnahmte die Heeresverwaltung die Wilhelmskirche und benutzte sie als Lebens- mitteldepot. Nach dem Kriege war sie dann Ma­gazin für die Möbel von Vertriebenen und Aus­gewiesenen, die in besonders großer Zahl gerade in unserer weiträumigen Badestadt Zuflucht fanden. Damit begann äußerlich und innerlich, wenn auch langsam, der Verfall des ehr­würdigen Baudenkmals. Es zeigte sich hier die alte Erfahrung: Wenn ein Gebäude anfängt, Ruine zu werden, dann reizt es zu weiterer Zer­störung. Es ist daher dem Kirchenvorstand nicht genug zu danken, daß er noch zur rechten Zeit den Entschluß gefaßt hat, die Kirche wieder einer ihrer würdigen Bestimmung zuzuführen und dadurch vor weiterem Niedergang zu be­wahren. In diesem Sommer begann man da­mit. nach Plänen und unter Aufsicht des hessi­

schen Denkmalspflegers, Geh. Oberbaurat Prof. W a l b e , Darmstadt, die Wilhelmskirche in ein Evangelisches Gemeindehaus umzu­bauen und sie innen und außen noch einmal in frischem Gewände erstehen zu iahen. Die Arbeiten, deren Kosten sich auf etwa 50 000 Mark belaufen Dürften, sind soweit vollendet. ?In die Innen­räume wird der hessische Kirchenmaler Veite in den nächsten Tagen seine künstlerische Hand anlegen, und zu Weihnachten wird aller Voraussicht nach das neue Gemeindehaus, das vor allem Dem Evangelischen Jünglings- und Männerverein und dem Frauenvecein ein be­hagliches Heim bieten wird, seiner neuen Be­stimmung schon dienen können. Jetzt schon kann gesagt werden, daß der Baumeister bei Wahrung des alten Charakters des Gotteshauses ein wirk­lich ansprechendes Versammlungshaus geschaffen hat. Die Raumverhältnisse wurden trefflich aus- genuht, so daß ein großer Versammlungsraum, ein kleineres Gefellsa.aftszimmer, eine Kaifeeküche, eine neuzeitliche Luftbeizungsan.aZe, fani.äre An­lagen usw. erstehen konnten. Für die fast völlig wertlos gewordene Orgel wird ein kleines neues Werl eingebaut. Seiner Vollendung I ebt au ) das in Der Ählandstraße errichtete neue Pfarr­haus entgegen, das cne eoangetzttche Gemeinde mit städtischer Hilfe erbaut hat. Bis die neu errichtete zweite Psarrstelle im Frühjahr besetzt wird, kann das neun Zimmer umfassende Ge^ bände bezogen werden.

WEN. B a b - N a u h e i m , 19. Nov. Am Mon­tag hat sich bas 20jährige Dienstmädchen Elsa Pleuffer aus Friedberg aus ihrer hiesigen Dienststelle entfernt. Nach einer zurückgelassenen Aufzeichnung will das Mädchen den T o d i m W a s- s c r suchen. Die Vermißte ist etwa 1,70 Meter aYofj, untersetzt, etwas bucklig, hat dunkelbraunes Haar, rundes Gesicht und Stumpfnase. Sie trägt granit- farbenen äammetmantel, dunkelbraunes Cheviot­kleid, beigefarbene Strumpfe unb schwarze Schuhe. Nachrichten sind an Die hiesige Kriminalpolizei zu richten.

B a d N a u h e i m, 18. Nov. In Gießen, wo er sich seit längerer Zeit in ärztlicher Be- Handlung besand, ist heute der langjährige D i - rektvr der hiesigen Vvlksbank, Startmann Stoll, nach schwerem Leiden im 63. Lebens­jahr verstorben. Der Verstorbene war eine führende Persönlichkeit im öffentlichen und wirt­schaftlichen Leben unserer Stadt.

pb. Butzbach, 19. Nov. Der Besuch des Dies­jährigen K a t b a r t n e n m a r f t e s war leider nicht gut. Einige Krämerbuden auf Dem Marktplatz und ein paar Drehorgelspieler in den Straßen zeug­ten davon, daß Katharinenmarkt war. Auch der Schweinemarkt am zweiten Tag war nicht besser befahren als die regelmäßig alle vierzehn Tage ftattfinöenben Schweinemärkte. Die imHess. Hof" undDeutschen Haus" abgehaltenen Markl- bällc waren Dagegen von Der einheimischen Bevölke­rung gut besucht. Den Reigen der diesjährigen musikalischen Abendunterhaltungen eröffnete am Sonntagabend der GesangvereinEin­tracht" mit einem sehr start besuchten Kon­zert, da- in allen feinen Teilen gut gefiel. Am Dienstag wurde Butzbachs ältester Mit­bürger Philipp R o n st a d t zu Grabe geleitet. Er erreichte Das hohe Alter von 87 Jahren. Bis in seine letzten Tags war der Verstorbene bei voller körperlicher unb geistiger Gesundheit in Haus- und Landwirtschaft tätig. Infolge ungünstiger Ge­schäftskonjunktur hat sich die hiesige Zweigniederlas­sung Der Bamag-Meguin veranlaßt gesehen, in Den letzten Tagen einer größeren Anzahl Angestellter zu kündigen. Einige Fabri- kationszweige werden nach Köln-Bayental verlegt, wohin auch ein Teil Der Beamten versetzt wird. Im hiesigen Werk werden bis zum Eintritt einer gün­stigeren Geschäftslage nur etwa 100150 Arbeiter beschäftigt werden können.

4- Ober-Morl en, 18. T^ov. Heute weil­ten Geh. Oberbaurat Prof. W a l b e und der Kirchenmaler Veite von Darmstadt hier, um den Bau der evangelischen Kapelle zu besichtigen und die weitere Atrssührung der Ar­beiten mit Den Handwerkern zu beraten. Ur­sprünglich hoffte man, das Kirchlein noch vor Anbruch des Winters fertigzustellen und zu weihen. Wegen anderweitiger dringender Be­schäftigung einzelner Handwerker gingen die Ar­beiten eine Zeitlang aber nicht schnell genug voran, so daß Fertigstellung und Einweihung erst im Frühjahr erfolgen können. Im Aeußeren ist Der Bau vollendet, mit Den Innenarbeite^ ist bereits begonnen, Es läßt sich jetzt schon über­sehen, daß das in den Maßen 13 auf 10 Meten erstandene Kirchlein ein Schmuck unserer Ge­meinde werden wird. Die Kosten DeS Baues be­laufen sich auf 40 bis 50 000 Mark, die zu Drei-« viertel vorn hessischen Hauptverein Der Gustav--- Adolf-Stiftung aufgebracht werden. Den Rest werden Die evangelische Gemeinde Bad-Nauheim und die hiesige Diasporagemeinde, der auch die Evangelischen von Nieder-Mörlen und Hof Hasselheck angehören, beisteucrn. Der Schöpfer des Plans und Leiter Der Ausführung ist Geh. Oberbaurat Prof. Walbe. Darmstadt, der ausführende Meister der Bauunternehmer Peter Stamm 5. in Bad-Nauheim. Die Mehrzahl der an Dem Bau beschäftigten Arbeiter sind Ein-^ wohner und Bürger der hiesigen katholi schon Gemeinde, Die bei Der Geländebeschaffung das größte Entgegenkommen zeigte und auch sonst Dem Bau feine Schwierigkeiten in Den Weg legte. Das Fest der Goldenen Hochzeit feier­ten gestern die Eheleute I. R. Scheibet und Frau Therese geb. Heil. Am 21. November können die Eheleute Ph. Schneider 1. und Frau Dorothea geb. Hög denselben Gedenktag festlich begehen.

Ockstadt, 19. Nov In Dem hiesigen Bericht über die Gemeinderatswahl hieß es, daß Die Dozialdenwkraten 3 Sitze belegt hätten. Der betreffende Wahlvorschlag war aber nicht politisch, sondern nannte sichVereinigte Liste Beamten, Arbeitgeber, Landwirte und Ar­beiter".

Kreis Büdingen.

' Fauerbach b. Nidda, 18. Nov. Der ver­gangene Sonntagabend gestaltete sich für unsere Gemeinde zu einem Erlebnis seltener Art. Aus An­regung feines Vorsitzenden, Pfarrverw. Rau hatte der § r a u e n v e r e i n zu einer Gefallenen- Gedächnisfeier eingeladen. Im Mittelpunkt stand die Vorführung von 60 farbigen Lichtbildern, Die in eindrucksvoller Weise das Schicksal unserer braven Kämpfer in Oft und West, auf Der See und in der Luft veranschaulichten. Die Bilder wurden durch Pfarrverw. R a u vorgeführt und erklärt, wobei ihm feine persönliche Erfahrung als Front kämpfer zustatten kam. Auch der Posaunenchor Wallernhausen, Der Männergesang­verein Fauerbach unb der Kinderchor, die beiden letzten unter der Leitung Des eifrigen Lehrers Hölzinger, hatten sich in den Dienst

Der guten Sache gestellt, ebenso 5 Mädchen aus Der Gemeinde, Die bei besonders charakteristischen Bil­dern durch Wort, Weise oder Lied zur Veran­schaulichung beitrugen. Nicht um neue Kriegsbe- geifterung ;uschaffen, so führte Pfarrverw. Rau in seiner Ansprache aus, ist der Abend veranstaltet worden, der moderne Kriege mit seinen furcht­baren Ausmaßen von Grausamkeiten ist etwas so Schreckliches, daß keiner, der ihn ernstlich erlebt hat, andere Dafür zu begeistern wagt, und auch nicht deshalb ist Der Abend veranstaltet worden, um- alte Wunden wieder aufzureißen. Er sollte Dem ehrenden 'Andenken Derer gewidmet sein, die ihr Leben gaben, Die gekämpft und geblutet haben für ihre Heimat. Der Frauenverein hat in Der ver­gangenen Woche unter feinen Mitgliedern eine Kartoffel-Sammlung für das Elisa- bethen - Stift in D a r m st a d t veranstaltet. In Anbetracht der reichen Ernte haben sich viele gebefreudige Hände aufgetan, so daß 20 Säcke Kar­toffeln und 1 Korb mit Obff und Gemüse abge­sandt werden konnten.

bereis Schotten.

X!X Schotten, 19. Nov. Gegenwärtig werden folgende neue Autoptt> st-v erbin- Düngen geplant: Schotten Eschenrod Wingershausen Eichelsachsen Glashütten Merkenfrih Gedern; Nidda Ober-Lais Glashütten Hirzenhain; Hungen Ulfa Schotten und Nidda. Die Verhandlun­gen werden mit großem Nachdruck betrieben, Die beteiligten Gemeinden zeigen großes In­teresse. Wie man hört, regt sich jetzt Die Reichsbahn und macht gegen einige Auto- verbindungen Einwendungen, Da sie sich geschäDigt fühlt. Es ist jedoch zu wünschen, daß die Gemeinden mit ihren Forderungen, nicht für immer vorn Verkehr ab­geschlossen zu sein, durchdringen. Ganz be­sonders großes Interesse herrscht für Die Strecke Hungen Ulfa Schotten. Die Verbindung ©rünberg Laubach Schotten hat die Post­direktion vorläufig abgelehnt. Doch dürfte auch hier mit der Zeit eine Aenderung durch inten­sive Vertretung Der gemeinsamen Interessen der beteiligten Gemeinden zu erreichen sein.

LJ Laubach, 19. Nov. Die hiesige Kon­zert- und Vortrags-Vereinigung bot im Saale des Gräflichen Schlosses die zweite Veranstaltung des Dereinsjahres 1925/26 durch einen in allen Teilen hochbefried'.genten K am -- mermufifabenD. Hierzu war das bekannte QIma r-= O ua r t et t gewonnen worden (Licco Arnar 1. Violine. Walter Caspar 2.Vio­line, Paul Hindemith Bratsche. Rudolf Hindemith Violoncello). Zum Vortrag kamen: 1. Max Reger, op. 54, II, Streichquartett ^-Dur. 2. W A. Mozart. Streichquartett O-Dur. 3. G. Verdi, Streichquartett L-Moll. Die Künstler boten mit der bis auf das Kleinste klar geglieder­ten Wiedergabe eine außerordentliche Leistung. Der die Zuhörer begeisterten Beifall spendeten. Die nächste Veranstaltung ist auf den 12. De­zember festgelegt, ein Lieterab end von Paula Werner-Jensen aus Berlin. Am Flügel: Arnold Mendelsohn aus Darmstadt (Lieder von Arnold Mendelsohn). Der Ver­einigung sind neuerdings verschiedene Mitglieder aus der weiteren Amgegend beigetreten.

lg. Gedern, 19. Nov. In dem Stein­bruch von V u l l r i e D e dahier ereignete sich ein älnglücksfall. Der Arbeiter Wilhelm Lapp aus Ober-Seemen wurde beim Entladen eines Kippwagens so schwer am Kopfe ge­troffen, daß er Dem hiesigen Krankenhause zu-> geführt werden mußte. Ernsthafte Verletzungen sind zu verzeichnen in unmittelbarer Nähe des einen Auges. In einem anderen hiesigen Stein­bruch fügte es ein glücklicher Zufall, daß mehrere Qlrbeiter vor einem schweren Unfall bewahrt blieben. Durch Herausbrechen eines Steines hatte sich eine größere Erdmass e los­gelöst und stürzte wenige Augenblicke nach Dem Verlassen Der gefährdeten Stelle in Die Tiefe. Die hiesige Fortbildungsschule ist beruflich gegliedert. Es bestehen zwei Mädchenklassen, eine landwirtschaftliche, eine kaufmännische und drei gewerbliche Klassen (Eisenfachklasse, Holzfachklasse und gemischt beruf­liche Klasse). Außer Den einheimischen gewerb­lichen Schülern besuchen 50 auswärtige Schüler die Drei gewerblichen Klassen. An Der Fort­bildungsschule wirken ein hauptamtlicher Fort­bildungsschullehrer, ein Gewerbelehrer und fünf nebenamtliche Lehrkräfte. Dem hauptamtlichen Fortbildungsschullehrer sind noch einige Nach­bargemeinden zugeteilt, während Der Gewerbe­lehrer noch Unterricht in Hirzenhain erteilt. Man hofft, in absehbarer Zeit in Der Mädchen- fortbildungsschule Der Einführung des Koch- unterrichtes nühertteten zu können.

Eichelsdorf, 19. Nov. Der Drei­tägige Obstbaumpflegekursus, Den Obft« bautechniker Wiesner hier abhält, hat gestern begonnen. Er zählt etwa 15 Teilnehmer von hier und R a i n r o D und erfreut sich günstiger Witterung.

V o in Hoherodskopf. 19. Nov. Dank der Unterstützung durch die hessische Geschäftswelt, die sowohl Baumaterial al sauch Geldmittel zur Verfügung stellte, ist es der Ski- unb Wander- Abteilung Des Hess. Polizeisportver­eins gelungen, sich eine gut ausgcstattete Schutz- Hütte zu bauen. Sie steht auf Dem sog. Horst, 1 Km. östlich von Rudingshain, und kann am 1. Dezember bezogen werden. Zur Zeit des Wintersports auf dem Hoherodskopf soll sie Den Schupomannschaften Unterkunft gewähren, Damit sie nicht mehr, wie im vergangenen Jahre, gezwungen sind, Bürgerquartiere in Anspruch zu nehmen. Gleichzeitig ist sie als S o m m e r a u s e n t h a 1 t gedacht, wenn Wanderungen durch den Vogelsberg zur 'Ausführung kommen.

-s- Kaulstoh. 19 .Nov. Dieser Tage fand hier ein Vortrag Der Landwirtschaftskammer überObst bäum Pf lege und Sorten- wahl im Vogelsberg" durch Obstbau­inspektor Wiesner-Gießen statt. Der Vor­tragende. ein bekannter Fachmann auf diesem Gebiet, konnte dank seines reichen Wissens aus Theorie und Praxis tiefgründige Ausführungen machen, die sicherlich dazu beitragen werden. Dem Obstbau auch hier im Vogelsberg vermehrte Auf­merksamkeit zu schenken. Wenn dies seither nicht geschehen ist. so liegt es nach Qlnsicht des Redners an den schlechten Erfahrungen, die man mit Dem Obstbau in hiesiger Gegend gemacht hat. 3um Anbau empfahl Der Vortragende nur solche Sor­ten. deren unbedingte Verwendbarkeit für Die hiesige Gegend schon jahrelang ausprobiert wurde. Diese Aepfel- und Birnenforten tourten sehr eingehend durch Wort und Bild erläutert. Weiter­hin ist es unbedingtes Erfordernis, von den empfohlenen Arten nur solche Däumchen zu Pflanzen, die im hiesigen Klima herangezogen