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Zur
schlecht i,st.
Dillkrcis.
f a b r i k war ein Brand ausgebrochen, der L e i m h a u s zum größten Teil vernichtete. Gebäude ist inwendig ruiniert worden. Das ventar wurde ein Raub der Flammen. Auf
den för- ver-
Der jetzt Schloß- verschönert Schon von
das Das In. das Bo-
lehrrcich und anregend ab und wird, wie sie lebhaftesten Beifall der Zuschauer fand, ihren dernden Einfluß auch auf weitere Kreise nicht fehlen.
unmittelbar die Sprache norddeutscher Küstenland» schasl, in deren rauhe Leute, der Sturm und die Wellen seltsame Töne hineintragen. Die ,.'2laren= hooper Bucht" und das „Aarenhooper Dornenhaus" sind Dinge, die einer S^cne aus den Dramen eines B o s d o r f verwandt sind. Den Holzschnitt behan- veil der Künstler ganz schwer, als Spiel der Flächen, im guter, handwerklicher Zucht. Seinem Wollen gibt das Können den künstlerischen Ade'..
Die Ausstellung bleibt noch einige Tage geöffnet. e-a.
■■'± Königsberg, 19. Ttol). vollendete R o h - Re u b a u auf dec r u l n c ziert das ganze Dorf und das Lanbschaftsbild in hohem Maße.
Amtsgericht Gießen.
Schrnähschristen in Grünlngen.
Gießen, 18. Nov. Im Jahre 1923 wurden
weither sieht man das Gebäude stolz sich erheben, und der Wanderer findet beim Durchstreifen des Bieber- und Versiaies, daß Königsberg endlich wieder mit einem Kopf geziert Ist. Die Ausführung des Baues wurde von dem Architekten Fischer. Gießen, geleitet, von dem auch der Plan stammle. — Die Bautätigkeit war das ganze Jahr über rege, sie erstreckte sich hauptsächlich auf Wirtschaftsgebäude und Reparaturen an älteren Gebäuden. Das Rachlassen der Reubaulätigkeit wird hauptsächlich durch die schwierige Geldbeschaffung bedingt, die im südlichen Teile des Kreises Biedenkopf besonders
Preußen.
Kreis Wetzlar.
—.— Wetzlar, 18. Rov. Ein Veteran aus Deutschlands großer Zeit, Karl Ernst Keiner, ist im nahen Werdorf gelt orben. Er nahm als Unteroffizier an den Feldzügen 1866 und 1870/711 teil und kämpfte in den Schlachten bei Königgräh und um Metz. Er erreichte das hohe Alter von 80 Jahren.
rtr. Dorlar, 17. Nov. Am Sonntag veranstaltete der hiesige Deutsche Turnverein ein sehr wohlgelungenes Schau- und Werbeturnen. Daran beteiligten sich 38 Turner, deren gewandte Hebungen an Reck, Pferd und Barren
angrenzende Dach des Hauptgebäudes und den den griff das Feuer ebenfalls über und vernichtete
von Fleiß und ausdauernder Hebung zeugten. Besonders heroorzuheben ist, daß bei dieser Gelege heit auch wieder zur Gründung einer Damen- riege auigefordert wurde. Es meldeten sich zehn junge Mädchen, die sich mit Ernst der Sache widmen wollen, so daß in allernächster Zeit mit den Hebungen begonnen werden kann. — Zwecks Erlangung einer Haltestelle an der Bahnstrecke Gießen — Wetzlar null man ein Gesuch an die Eisenbahndirektion Frankfurt richten und dazu die Namensunterschriften der Interessenten von hier und Waldgirmes sammeln. Außerdem sind, wie man hört, Ortsbesichtigungen und Kostenvoranschläge gemacht worden, um das elektrische Licht zur Blockstation und damit auch zu den dabei gelegenen Wohnhäusern zu leiten. — Bor geraumer Zeit be- schloß der Kirchenvorstand die innere Ausschmückung der Kirche, insbesondere die Neuanschaffung einer Orgel. Da es an den nötigen Geldmitteln fehlte, wurde eine Sammlung veranstaltet, bei welcher die schöne Summe von über 3000 Mk. gezeichnet wurde. Es wird nun in Kürze möglich sein, die geplanten Neuerungen auszuführen.
Kreis Biedenkopf.
XX Biedenkopf, 17. Nov. Der Kreis tag erklärte sich in seiner jüngsten Sitzung damit einverstanden, daß der Kreis die Bürgschaft für einen Zwischenkredit in Höhe von 85 000 Mark übernimmt, welcher der Gemeinnützigen Baugenossenschaft von der Preußischen Landespfcmdbriesanstalt zu Berlin für die Herstellung von Kleinwohnungen für die minderbemittelte Bevölkerung gewährt worden ist. — Das erste Kreis-Kriegeroerbands- f e ft nach dem Weltkrieg soll im nächsten Jahre hier- selbst vom 19. bis 21. Juni gefeiert werden, in Verbindung mit einem Abgeordnetentag des Bezirks- Kriegerverbandes.
Zeit des Turnfestes in Grün in gen in der Nähe der Nollstraße Zettel voll der gemeinsten
mußten bei der Auswahl und Behandlung des H?bnngss.offes auf eine grundlegende Berücksichtigung hindröngen. Dabei brauchte die Verschiedev- artigkcil der Leistungen eine Gleichwertigkeit- mit denen dcs anderen Geschlechts nicht auszuschließen, und mußte außerdem zu einer erfreulichen Bereicherung turnerischer Formen führen.
In die Welt dieser Probleme, die gegenwärtig von den großen Führern auf dem Gebiete des Frauenturnens eingehend und erfolgreich bearbeitet werden, führte auch der Marburger Turn- und Sportverein von 1860 am oonntag« nachmittag ein. Seine Darbietungen standen unter dem Leitgedanken „Kraft und Anmut der deutschen Frau" als Wege und Ziele des Frauenturnens in der Deutschen Turnerschaft. Der Theaterraum in den „Stadtsälen" zu Marburg war bis auf den letzten Platz gefüllt: die ganze Veranstaltung ging aber durch Anlage und Bedeutung weit über den Rahmen eines örtlichen Werbeabends hinaus. Die Spitzen der staatlichen und städtischen Behörden, der Gauoorstand des Gaues Hessen und zahlreiche Leiter und Leiterinnen von Frauenabteilungen im Gau waren der Einleitung gefolgt. Die Schülerinnenabteilung stand unter Leitung des 2. Gau- turnwarts Martin Textor, die Turnerinnen führte der Frauenturnwart des Vereins Otto Heuser, ein Sohn des bekannten früheren 2. Gauturn- warts Karl Heuser. Die Vortragsfolge gab einen gedrängten Heberblick über das mannigfaltige Gebiet des Frauenturnens, in fünf Teilen aufsteigend von den grundlegenden einfachen Hebungsarten bis hinauf zu den feinsten Auswirkungen seelisch-körperlicher Rhythmik. Frei-, Stab und Keulenübungen wurden in straffen, langsam zügigen (richtige Atmung und Haltung) und fließenden Formen (Lockerung der Muskulatur) zur Darstellung gebracht, die vorbereitenden Hebungen für den Lauf erregten lebhaftes Interesse, und auch der Humor fehlte nicht in Gestalt einer „fröhlichen Turnstunde". Gruppen von Geräteübungen leiteten über zu Aus- drucksbewcgungen (Druck, Stoß, Zug), zu Sing- und Tanzspielen, Reigen und Volkstänzen mit anmutigen natürlichen Bewegungen. Turnerische Gedanken und Ideale wurden durch „Plastische Gruppen" versinnbildlicht und „Lebende Bilder" allgemeinen Inhalts bildeten den Abschluß. Die überaus reichhaltige Darbietungsfolge wickelte sich, vielfach unter Musikbegleitung, flott und unterhaltsam, aber auch äußerst
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'ic Migc Son- Einigung bot wsses die jtoeite X'i 1925.26 durch edigendrn Kam- °ar das bekannte ien worden (Licco Caspar 2. Dio- ratsche. Rudolf m Dortrag Ionien: Quartett A-Snr. kiuartett G=Dur. Stoff. Sie Rünftfcr >ste klar geglieta- Lullichr Stiftung, Deisall fpenMcn. aus den 12. Je- b.'ndM Paula rlin. 2fm Flügel
aus Darmstadt sohns. Der Brr- r.ebene Mtglieder beigetreten.
3n dem Stein- ict ereignete sich 'rbeiier Sißjelm ! beim Entladen im Kopse ge- Kranlenhause zu-
Schöffengericht Gießen.
* Gießen, 18. Nov. Das Verfahren gegen die Frau Anna M. und die wegen Lohnabtreibung schon mehrmals mit Zuchthaus vorbestrafte frühere Heb- amme Julie D. von Gießen wegen Abtreibung wurde ausgesetzt: Frau M. soll durch einen Psychiater begutachtet werden.
Die wegen Abtreibung gleichfalls vorbestrafte Katharine St. von Gießen wurde wegen eines Ab- treibungsversuchs im Jahre 1919 und einer Abtreibung im Jahre 1925 zu 1 Jahr Gefäng - n i ö verurteilt. Die übrigen Andcklaaten erhielten Gefängnisstrafen von 8 Wochen bis 9 Monaten.
Alle Verhandlungen fanden unter Ausschluß der Oefsentlichkeit statt.
Gerichtssaal.
* Darmstadt, 19. Nov. Zu Beginn dieses Jahres war der hiesige Wirt D e s ch wegen eines Notzuchtverbrechens an einer Hausangestellten zu einem Jahre Gefängnis verurteilt worden; er legte gegen dieses Urteil Berufung ein, die gestern verhandelt wurde. In der Zwischenzeit waren diese Hausangestellte und ein bei Dcsch angestellter Koch wegen Meineids zu Zuchthausstrafen verurteilt worden, weil sie in jenem Prozeß unter Eid über einige Punkte falsche Aussagen gemacht hatten. Nach der erneuten Beweisaufnahme in der gestrigen Verhandlung, die unter Anschluß der Oefsentlichkeit statt- sand, wurde Dcsch freigesprochen. — Vor dem Bezirksschöffcngcricht hatten sich der Bildhauer Peter Germann und seine Frau wegen Kindesmißhandlung zu verantworten. Durch Zeugenvernehmungen wurde festgestellt, daß die beiden Söhne aus erster Ehe des Angeklagten, die im Alter von 15 und 12 Jahren stehen, von den Eltern, namentlich von der Frau, schwer mißhandelt wurden. Es konnte fest- gestellt werden, daß einer mit der Feuerzange geschlagen wurde, der andere wurde in einem kellerartigen Raum eingesperrt gehalten und mangelhaft verpflegt. Die Stiefmuter hatte einmal geäußert, wenn die Jungen tot wären, würde sie vor Freude zebn Vaterunser beten. Der Angeklagte wurde zu 3 Monaten und seine Ehefrau zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt. Die beiden Jungen werden anderweitig untergcbracht.
WSN. D a r mstadt, 19. Nov. Vor dem Be- zirksschössengericht Darmstadt fand gestern der Bischofsheimer E i s c n b a h n u n f a 11, der den Tod des Oberschafsners Jansen zur Folge hatte, seine Erledigung. Das Gericht tarn nach kurzer Beratung zu einem Freispruch der Angeklagten F u ch - Nauheim und des Lokomotivführers Johann Damm-Wiesbaden, da es,die Schuld an dem Hnglück höherer Gewalt zuschreibt. Der Hnfall war in der Nacht zum 29. Januar 1925 auf dem Bahnhof Bischofsheim wahrscheinlich infolge falscher Weichenstellung entstanden.
WSN. D a r m st a d t, 19. Nov. Wegen Milch» fülschung war ein Gutspächter angeklagt, weil auf seinem Hofe in der Milch Wasserzusatz gefunden wurde. Das Landgericht war der Ansicht, daß ein Betriebsinhaber für die Fälschung der Milch nicht verantwortlich ist, wenn m feinem Betrieb nachweislich tadellose Organisation herrscht und sein Aussichts- und Dienstpersonal so sorgfältig ausgewählt ist, daß er derartige Verfehlungen für ausgeschlossen halten muß. Das Gericht konnte daher ein Verschulden nicht an. nehmen.
eine Anzahl Schuleinrichtungsgegenstände die aus dem Boden untergebracht waren. Im übrigen blieb die größte Anlage noch verschont. Man schätzt einen Holz schaden von einigen tausend Mark. Die Entstehungsursache ist noch nicht geklärt, doch nimmt man Explosion des Ofens an.
Maino u.
WSN. Frankfurt a. M., 19. Nov. In einer der letzten Nächte wurde ein Pelzwarenge- schäft in der Weißfrauenstraße, das am Tage zuvor eröffnet hatte, von Einbrechern heimgesucht und völlig ausgeraubt. Den Einbrechern fielen Pelzjacken und Mäntel im Werte von weit über 5000 Mark in die Hände.
Königstein, 19. Rov. (WSN.) Die hiesige katholische Barockkirche, die eine der prunkvollsten Kirchen im Regierungsbezirk Wiesbaden ist und Mitte des 18. Jahrhunderts von hervorragenden Künstlern zu einem vorbildlichen Schmuckkasten gestaltet worden war. im Lause der letzten Jahrzehnte aber durch verschiedene Neuerungen den einheitlichen inneren Charakter verloren hatte, ist jetzt nach IV-iäfcriger Arbeit unter Leitung des Landeskonservators für Hessen- Nassau, Prof. Dr. Wichert, wiederhergestellt worden. Die überstrichenen wertvollen Gemälde sind wieder offengelegt und imter Beibehaltung der Grundlinien durch eine neue For- mengebung dem Charakter unserer Zeit angepaßt worden. Die prunkvolle Bemalung geschah nach Entwürfen des Frankfurter Professors C i s s a r z, der damit ein Meisterwerk geleistet hat. Die feierliche Einweihung der Kirche hat am Soimtag in Gegenwart kirchlicher, staatlicher und Gemeindevertreter stattgesunden.
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F. 005
2n V? fielt
bl. 5) c r b o rn , 19. Nov. Anläßlich des Märtin i m a r 11 e s fand im Hotel „Ritter" eine Versammlung der Kreisbauernschaft des D i l l k r e i s e s statt, an der sich etwa 150 Personen beteiligten. Der Präsident des Reichslandbiindes Abg. Hepp, Seelbach sprach über die wirtschaftspolitische Lage der Landwirtschaft. — Seminaroberlehrer Kupf rian - Dillenburg hielt einen Vortrag über die Tätigkeit des Kommunallandtags, während Dr. Kilbinger-Gießen über Wiesen- und Weidemeliorationen sprach. Heber die bevorstehenden Wahlen zum Kommunnallandtag und Kreistag hielt der Vorsitzende der Kreisbauernschaft, Benner-Fleisbach, ein Referat. — 2er. im Jahre 1926 stattfindende Nassauische B a u e r n t a g ist der Kreisbauernschaft des Dillkreises übertragen worden. Soviel bis jetzt festfteht, wird das Fest in unserer Stadt abgehalten werden. — Feueralarm ertönte am Buß- und Bettag nachmitags zwischen 5 und 6 Hhr in unserer Stadt. In der Neuendorffschen Schulbank-
Otto Larsen.
vorrrag: „Die Technik der graphischen Künste" — Ausstellung im vorlragssaal der Buchhandlung
Keihner.
Otto Larsen ist, wie ihn Dr. Müller - Rastatt in seinem Buche schildert, eine ausgesprochen norddeutsche Künstlerpersönlichkeit. Am Wasser geboren und ausgewachsen, ist er dem Meere in seiner tausendfache Mannigfaltigkeit zuengst verbunden, erschließt sich feinem Blick der keusche Zauber einer Hallig und das leise Geheimnis einer Düne. 3n dieser Umgebung lebt und arbeitet der Künstler, und von der Technik dieser seiner Arbeit sprach er am Mittwoch abend im Dortragssaal der Buchhandlung Keihner.
Die graphischen Künste sind, ihrem Ent- stehungsgang nach betrachtet, in drei Gruppen zu scheiden: Der Holzschnitt entsteht auf dem Wege der Hochdrucktechnik, d. h. von dem Bildstock druckt nur das mit Farbe, was neben dem Herausgeschnittenen stehen geblieben ist: die Radierung ist auf dem Wege der Liefdrucktechnik entstanden, d. h. die in die Metallplatte auf mechanische oder chemische Weise eingegrabenen Linien nehmen die Druckfarbe auf und geben später das Bild; die Lithographie bedient sich der Flachducktechnik, d. h. ein Höhenpofil besteht bei dieser Druckart nicht. Satbetröget- ist hier die mit Fettkreide präparierte glatte Fläche des Steines.
Der Anfang der Holzschneidekunst fällt in das erste Viertel des 15. Jahrhunderts. Etwas später taucht auch die Radierung auf. 2n der technischen Behandlung des Materials stand man damals bereits auf derselben Stufe wie heute. Albrecht Dürer erLomm in der Kunst des Holzschnittes einen unbestrittenen Höhepunkt. Seine Bildfolgen wurden von dem des Lesens unkundigen Volke wie Bücher gekauft und gelesen. Spüler kam der Holzschnitt aus der Mode und an seine Stelle trat die Radierung. Mit ihren seinen, leichteren Linien kam sie der sich verfeinernden Geschmacksrichtung der Zeit entgegen. Im Lause des 18. und 19. Jahrhunderts wurden die beiden Künste immer weniger populär, bis endlich Anfang des 20. Jahrhunderts in Dresden „Die Brücke" sich mit ihren Rainen von Klang für ihre Wiederbelebung tatkräftig und erfolgreich einsetzte.
Rach diesem kurzen geschichtlichen Lieberblick zeigte her Künstler an praktischen Beispielen die technische Behandlung und Herstellung graphischer Blätter, und es ist ihm als Verdienst anzurechnen, daß er als Schaffender Anregung und Verständnis weckte in den Kreisen, an die sich der Künstler mit seiner Arbeit wendet: beim Publikum. Ein Rundgang durch die Ausstellung beendete den Abend.
Otto Larsen Bilder sind reinrassig im besten Sinne des Wortes: unverfälscht gerade und ehrlich, ohne die genngfte Konzession an irgendeinen otil ober irgendeine Manier. Ihre Aufrichtigkeit und ihre Beschränkung sind ihre Stärke. Larsen malt nur das Meer und die Küste. Mit den Bergen wird er nicht fertig. Die liegen ihm nicht. (Wie ganz wenige Versuche zeigen.) Von den ausgestellten Aquarellen seien hier nur die drei wichtigsten erwähnt: „W a i t e n m e e r", ein in ganz schweren Tinten gemaltes Bild, von gebändigter Kraft, von allem Zauber uni) allen Gefahren des Wattenmeeres er fülltes Erlebnis, Himmel und Wasser und Erde zusammenklingend in einem dumpfen, schweren Moll-Akkord. Die „H eilig", in der herben Süße eines späten Tages gesehen, in goldzarten Tönen, voll starker Plastik in der gewollt Hanen Perspektive, unendliche Weite dem kundigen Auge ver- raend im Meer, da wo der Himmel in zart- schmalem Weißstreif sich der Erde zu vermählen scheint. „Regentag": Ein Bild, das erlebt ist. Wie aus nebelna'ffer, schwerer Luft sich Regen bildet, und nun stunden- und tagelang ununterbrochen das Naß niederrinnt, ohne nach dem Wohin zu fragen; ein Bild, das Feuchte atmet aus all feinem Gegenständlichen. Heber die 'Bloter „Die große Welle", „Nach dem Sturm", „Büsumer Fischer", „Holländische Landschaft" ließe sich ebensoviel sagen, doch mag dies wenige hier genügen.
Von den Radierungen kann dasselbe gesagt werden wie von den Aquarellen: Entstanden aus innigstem Verbundensein mit den Dingen, sprechen sie
Turnen, Sport und Spiel.
Dom Turngau Hessen.
—o— Das Frauenturnen befindet sich gegenwärtig in einer spannenden und entichei- dungsreichen Hebergangszeit, nicht etwa hinsichtlich der zahlenmäßigen Beteiligung des weiblichen Geschlechts an der Pflege der Leibesübungen — hier bewegen wir uns in aufsteigender Linie —, als vielmehr in bezug auf die Art des Hebungsstoffes. Als um die Jahrhundertwende die Turnvereine sich Frauenabteilungen anzugliedern begannen, brachten es die Verhältnisie mit sich, daß der Hebungsstoff, abgesehen etwa von den dem Frauenturnen eigentümlichen Schritt- und Hüpfübungen, sich im großen und ganzen aus dem Turnbetrieb der Männer aufgebaute. Bald aber führten eigene Erfahrung und mitschaffende Beurteilung zu der Einsicht, daß hier ein naturgegebener Hnterschied zur Entfaltung gebracht werden müße: nicht nur die körperlichen Verhältnisse, sondern insbesondere auch die seelischen Bedürfnisse des weiblichen Geschlechts
Worte gefunden, die mit dem Namen eines jungen 'Mädchens non dort unterschrieben waren. Am 26. März 1926 war an einem Tor in der gleichen Straße eine Schmäschrist mit der Hebcrschrist „Der neueste Schlager" ungeliebt. Diese war so abgefaßt, als ob dasselbe junge Mädchen in gemeinster Weise ihren Verkehr mit Männern aus Gröningen schildere. Ende April 1924 wurden an nahe Verwandte des Mädchens zwei Briefe, die denselben Inhalt wie die Schmuhschriit Huben, geschickt. Sie trugen den Bahnpoststempel 794 Kassel — Frankfurt vom 29. April 1924. Der Verdacht, die Zettel, die Schmähschrift und die Briefe geschrieben zu Haden, fiel auf eine Witwe E. von Gruningen und deren verheiratete Tochter Sch. Beide wurden daher vor dem Amtsgericht Gießen wegen Beleidigung und Verbreitung unzüchtiger Schriften angeklagt. Belastend für die Witwe E. kam in Betracht, daß sie im Jahre 1923 in der Nahe der Stelle, wo die Zettel gesunden wurdet, wahrscheinlich gewesen ist, daß sie am 26. März 1924 abends um die Zeit, als die Schmähschrift an dem Tore in der Nollstraße angeschlagen sein muß, in«nnmitielbarcr Nähe des Tatortes gesehen worden ist, daß sie selbst zuaibl, am 29. April 1924 zwei Postkarten zu dem Zug 794 an die Bahn in Lang-Göns gebracht zu Haden, daß sie sich beleidigend über das junge Mädchen geäußert hat, und daß sie nach den Gutachten der beiden Schriftsachverständigen Dr. Popp und P ü hier aus Frankfurt a. M. mit großer Wahrscheinlichkeit die Schreiberin der Schriftstücke ist. Das Gericht nahm deshalb trotz ihrem Leugnen an, daß die Witwe E., wenn sie vielleicht and) die Schriftstücke nicht selbst geschrieben habe, doch jedenfalls die Schmähschrift angeschlagen und die beiden 'Briefe fortgeschickt hat. Ob sie auch die gelegentlich des Turnfestes aufgefundenen Zettel geschrieben dzw. verbreitet hat, konnte nicht festgestellt werden. Eine ganze Reihe von schwerwiegenden Lerdachtsgrün- oen sprach dafür, daß auch die Ehefrau Sch. sich an den Straftaten ihrer Mutter beteiligt hat, ein ausreichender Beweis war jedoch für ihre Schuld nicht zu erbringen. Sie wurde deshalb mangels hinreichenden Beweises freigesprochen. Die Witwe E. dagegen wurde mit Rücksichi auf die äußerst gemeine und kaum zll überbietende rohe Gesinnung zu einer G e s a m t g e fä n g n i & ft r a f e von 2 Monaten verurteilt. Der Beleidigten wurde die Befugnis zugesprochen, den entscheidenden Teil des Urteils durch Einrückung in den „Gießener Anzeiger" und Anschlag am Gemeindehaus in Grüningen auf Losten der Verurteilten öffentlich bekannt zu machen.
worben sinb und nicht, wie das leider seither oft geschah, solche zu beziehen, bic von gewissenlosen Händlern aus gänzlich ungeeigneten Gegenden, z. D. aus dem Rheingau, ein geführt wurden. Weiterhin empfahl der Vortragende den vermehrten Birnenanbau, natürlich auch nur wieder in geeigneten Sorten. Zum Schlüsse seiner Ausführungen behandelte er dann noch das Obst des Dogelsberges. die Kirschen, sehr cinoringlid) und ausführlich. Auch hier kommt es vor allen Dingen wieder darauf an, geeignete Wildlinge, und zwar die der roten Dogeltirsche, im Vogelsberg selbst heranzuziehen, um sie dann später zu veredeln. Aus diesem Grunde empfahl er den Massenanbau der Kirschen besonders den (Sein einben, bic alle im Vogelsberg die geeigneten Ländereien zur Verfügung hätten und dann in absehbarer Zeit in der Lage wären, ihren Gemeindehaushalt damit zu balancieren. Obstbau- Inspektor Wiesner hat sich bereit erklärt, im nächsten Frühjahr einen Pfropfkursus für die Fortbildungsschulen der Gemeinden Burkhards, Kaulstoß und Sichenhausen abzuhalten, an dem «ich selbstverständlich auch ältere Leute beteiligen tonnen. Weiterhin soll noch bemerkt werden, daß im Dezember ein ähnlicher Vortrag in Hart- m a n n s h a i n für die Orte Herchenhain: Hart- mannshain und Dolkartshain stattfinden soll.
Kreis Alsfeld.
te* Alsfeld, 19. Nov. Die Feldbereinig um g der Gemarkung Alsfeld, die im Jahre 1910 eingeleitet worden ist, geht nunmehr ihrem Ende zu. Zur Zeit liegen die Gütergefchofsc II, enthaltend die Ordnung der Rechtsverhältnisse für die Wahrung im Grundbuch und das Geldausgleichverzeichnis offen. Sobald die etwaigen Einwendungen hiergegen erledigt sind, kann alsdann der Zuteilungsplan für vollziehbar erklärt werden. Damit hat bann das eigentliche Feldbereinigungsverfahren fein Ende gefunden. Aber es gibt noch viele Arbeit zu leisten, insbesondere bezüglich der Meliorationsarbeiten; so sind noch zahlreiche Wege anzulegen und Entwässerungsgräben zu ziehen. Wenn nach der Zuteilung der Grundstücke auch manchmal eine gewisse Hnzufrie- denheit bei einzelnen Besitzern zu bemerken war, so ist diese doch jetzt verschwunden, man sieht allgemein doch die großen Vorteile der Feldbereinigung ein, die namentlich für die Stadt Alsfeld von ganz besonderer Bedeutung gewesen ist.
Homberg a. d. Ohm, 19. Nov. Die der Firma Basaltwerke Gebr. Becker dahier gehörenden Pflastersteinbrüche in Nieder- Ofleiden, Neuhaus und Beilstein (Westerwald) sind non der „Mitteldeutschen Hartsteinindustrie" mit sämtlichem lebenden und toten Inventar käuflich erworben worden. Jeder der drei Geschäftsinhaber, die Gebrüder Becker, sowie Bankdirektor Wilh. Geist, erhalten als Kaufpreis 35 000 Mk.
I. Rainrob, 19. Rov. Der im Walbe an der Straße Rainrod—Eifa gelegene Steinbruch Ziehberg, der fiskalisches Eigentum ist, wurde st tilge legt, vermutlich eine Folge der allgemeinen schlechten Wirtschaftslage. Ein Gang in das verödete Dasaltwerk zeigt, daß hier noch Schätze von unfern Kindern und Kinbeslindern zu heben sind.
:/: Atzenhain, 19. Nov. In den nächsten Tagen nimmt hier ein Kursus in Hauswirt- fchafts - und Kochunterricht feinen Anfang. Der Besuch ist für die beiden Jahrgänge der Mäd chenfortblldungsschule verbindlich. Es hat sich aber außerdem eine Anzahl älterer Mädchen zur freiwilligen Teilnahme gemeldet, so daß die Gesamtzahl der Teilnehmerinnen 24 beträgt. Geleitet wird der Kursus von einer jüngeren Lehrkraft, Frl. Deiß, die das Landesbildungsamt für den Kreis Alsfeld verpflichtet hat, da nach und nach auch an anderen Orten des Kreises solche Kurse stattfinden sollen. Die Dauer ist auf etwa sechs Wochen festgesetzt worden.
Kreis Lauterbach.
> 5 Lauterbach, 19. Rov. Sn beruf
licher Hinsicht zeigt unser neuer gemein berat bic folgende bemerkenswerte Zusammensetzung: 6 Beamte (darunter 3 Lehrpersonen), 4 Arbeiter unb Angestellte, 5 Gewerbetreibende. __
Starkenburg.
WSN. Darmftabt, 19.Nov. In Worms ist der Volontär Fritz Gülsmann mit 35 000 Mark, die er mittels gefälschten Schecks bei .der Darmstädter und Nationalbank abgehoben hatte, flüchtig gegangen.
Rheinhessen.
WSN. Rüsselsheim, 19. Nov. Ein hiesiger früherer Separatistenführer hatte auf dem Grabe seines anläßlich der Separatisten- tinruhen in Bauschheim erschosienen 20jährigen Sohnes eine Inschrift anbringen lassen, die bei vielen Friedhofsbesuchern Anstoß erregte, deshalb zweimal nächtlicherweise von Unbekannten entfernt, aber immer wieder, zuletzt in sehr aufreizender Form, erneuert wurde. Das Kreisamt Groß- Gerau hat deshalb jetzt mit Zustimmung des Gemeinderats von Rüsselsheim und des hessischen Ministeriums des Innern als Nachtrag zur Friedhofsordnung eine Polizeiverordnung erlassen, wonach Denkmäler, Grabsteine, Grabkreuze und deren Inschriften, wenn sie der Würde des Friedhofs nicht entsprechen, entfernt werden müssen. Bereits vorhandene Inschriften sind sofort zu entfernen. Verfehlungen gegen diese Polizeiverordnung werden mit Geldstrafen bis zu 150 Mark bestraft.
WER. Mainz, 19. Rov. Der kürzlich hier verstorbene Kommerzienrat Schmahl hat testamentarisch verschiedene wohltätige Stiftungen gemacht. So hatte er für Errichtung eines Altersheims 200 000 Mk., für den '-nesigen Feuerbestattungsverein, beiten langjähriger Vorsitzender er war, 10 000 Mk. und einigen älteren Freunden, die ihr Vermögen in der Snflationszeit verloren haben, eine lebenslängliche Rente von je 400 Rkk. ausgesetzt.
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Augenblicle nach len Stelle in bic ildungsschust Es beftchen JW eine* Men und gemischt berus- chemischen gW auswärtige Schaler K. An der Fort' .uvtamtlicher rbelehrer und M em hauptamMen nod) einige * Ader Sewerb' ijnenhain erteilt, 'm der jrung des inen. Ä w. » L «ri us. dro M Mast, Sehern
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