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falls einem Spruch des Haager Schiedsgerichts unterordnen, der zwei andere schic dsver trag lich gebundene Mächte in der gleichen Sache betrifft. Die sogenannten -Rückwirkungen" ergeben sich teilweise aus Dem Vertrag selbst. Die Aus­wirkungen des grundsätzlich veränderten Verhält­nisses zwischen Deutschland und seinen Vertrags­gegnern, die aus d«: naheliegenden Kompetenz und psychologischen Gründen von der Ini­tiative der Gegenseite ausgehen sollen, sind in aller Kürze zu erwarten. Aus­drücklich ist dabei von deutscher Seite

die Frage der ersten Rhelnlandzone angenommen worden, deren Vereinigung als Selbstverständilchkeit und nicht als Rück­wirkung des Paktabschlusses zu gelten hat und nächster Tage durch wechselseitige Erklärungen erfolgen dürfte. Es würde die ideelle Bedeutung des Vertrages verkleinert haben, wenn die als freiwillig gedachten Leistungen der Ge­genseite. über deren Rotwendigkeit sich bei den Verhandlungen kein wie immer gearteter prinzi­pieller Widerspruch ergeben hat, als von Deutsch­land verlangte und ausgehandelte Konzessio­nen betrachtet würden Dah es ernst wird mit ihrer Erledigung in der kürzest technisch mög­lichen Zeit ergibt sich daraus, dah Der englische Außenminister Chamberla in zur Weiterbe­handlung dieser Fragen mit dem französischen Premierminister Painlev4 in Gesellschaft Briands alsbald nach Paris gereist ist und das der Oberkommissar im Rheinland Tirar d und der Oberkommandierende General Guil- l a u m a t nach Paris gebeten worden sind.

Das Reichskabinett hat heute die Sach- verständigenverträge und die Berichte Der beiden deutschen Hauptdelegierten über Die Locarno- Konferenz entgegengenommen unD ist iu Die Beratung Der Materie eingetreten. Voraussicht­lich wird der bevorstehenden Konferenz der Ministerpräsidenten der Länder schon ein fertiges Ergebnis dieser Kabinettsberatungen zugrunde liegen tonnen, aus dem hervorgeht, dah die bevorstehenden wichtigen Entscheidungen Deutschlands er st nach den Erklärungen des französischen und englischen 2Iu» fjenminifters in ihren Parlamenten gefaßt zu werden brauchen.

Berliner Pressestiminen.

Die deutsch national en Zeitungen er­kennen an, daß manches in Locarno erreicht wor­den sei. manches jedoch zweifelhaft oder sogar unbefrieDigend sei. Das endgültige -Urteil be­halten sie sich für den Zeitpunkt vor. da man weiß, ob und inwieweit Die Gegenseite sich bereit gezeigt habe, Den deutschen Forderungen hinsicht­lich Der Rückwirkungen des Vertrages von Locarno nachzukommen.

Die konservative »Kreuzzeitung" unter­streicht, Dah Die Ostschiedsverträge ebenso wie Die westlichen entgegen den französischen und polni­schen Wünschen nach dem deutschen Sy­stem entworfen worden feien. UnbefrieDigend gelöst fei Die Frage des Kündigungsrechts und auch Die Erklärung Der Bertragsgegner hinsichtlich des Art. 16 des Völkerbundsftatnts könne in Der vorliegenden Form nicht gutgeheißen werden.

Die Deutsche Tageszeitung, das Organ des Neichslandbundes, erklärt, dah man den Cha­rakter eines Verzichts auf deutsches Land aus dem Wortlaut des Westpaktes, wenigstens bei loyaler Auslegung, nicht herauslesen könne. Die schwersten Bedenken dagegen äußert Das Blatt hinsichtlich Der Regelung Des Artikels 16, Der französischen Ostgarantic, Die zwar in Direkter Form in den Ab­machungen nicht erhalten sei. Die jcDodj indirekt in Den Bertragskomplex hineingeschmuggelt werden könnte, und des französischen Einmarschrechts. In Den ganzen Völkerbundsfragen müßte ein sehr viel klareres Recht für Deutschland geschaffen werden, als es bisher Der Fall sei.

3m Gegensatz zu Den eben genannten Blät­tern bezeichnet Der DeutschnationaleLokal- anzeiger" Die Regelung des Art. 16 als ausreichend. Auch Daß Die Ostgarantiefrage ge­fallen ist, wird von dem Blatt hervorgehoben. Bedenklich mühte freilich

der Abschluß neuer Abkommen zwischen Frankreich, Polen und der Tschechoslowalei stimmen. Das Blatt betont Dann weiter. Daß entsprechend Der Rote vom 20. 7. Der Verzicht auf Deutsches Land beseitigt ist. Denn Der terri­toriale Status quo dürfe zwar nicht durch mi­litärische Mahnahmen abgeändert werden, je- doch seien Diplomatische Wittel dazu Der 3Dee nach nicht ausgeschlossen.

2luch Die Dem Außenminister nahestehende Tägliche R u n D s ch a u", Die hervorhebt, Daß Die deutsche Ausfassung sich in allen Punkten in Locarno durchgesetzt hat, weist darauf hin, daß eine Aenderung Des Versailler Vertrages auf friedlichem Wege auch fernerhin nicht ausgeschlossen sei. Daß die Frage Der Rückwirkungen in Locarno nicht in vertraglicher Form gelöst worden fei, habe feine Ursache Darin, Daß Den Außenministern Die Vollmacht zum Eingehen vertraglicher Bindungen gefehlt habe. In Der Sache selb st habe jeDoch weitgehende Uebereinftimmung be­standen. Auch Die französische Delegation habe bestimmte Rückwirkungen Des Sicherheitspaktes auf Fragen Der Besetzung für ganz selbstver- stänDlich gehalten und sich nur auherstanDe er­klärt, ohne die Hinzuziehung gleichberechtigter Mi­nister bindende Verpflichtungen zu übernehmen. Jedenfalls sei allen ^Beteiligten klar, daß eine Unter­zeichnung des Vertrages von Locarno nur erfolgen könne, wenn Die notroenDigen Rückwirkungen vor­her sichtbar geworden find.

DieG e r m 6 n i a, Das Berliner Zentrums­blatt, weist auf Den großen Unterschied zwischen Versailles und Locarno hin. Während es Dort hieß: Deutschland verzichtet, DeutschlanD erkennt an. handelt cs sich hier um

«Ine Konferenz von Gleichberechtigten und der Vertrag von Locarno ist das Ergebnis freier Verhandlungen, in denen Druck und Drohungen keinen Raum hatten.

Locarno hat Den 'Beweis erbracht, daß Deutsch­land wieder als Weltmacht gewertet wirb.

Das demokratische Verl. Tagebl. unter­streicht vor allem Die englische Garantie des Rheinpattes. Roch niemals in seiner Geschichte habe sich England in einer ähnlichen Form gebunden. Der Rheinpatt sei Die magna charta des künftigen Gemeinschaftslebens der Völker Europas. Die links demokratische Voss. Z t a. weiß mitzuteilen, daß Die 'Delegierten Der Westmächte bei Den unformellen Verhandlungen in Locarno folgende Zusage gemacht haben: Ver­minderung Der Truppen im Rheingebiet (schwarze Truppen Dürfen überhaupt nicht mehr verwandt werdens, Reuregelung Der Lu ftver-

lehrsverhältnisse: Deutschland kann feine Luftflotte, die nicht für Kriegszwecke bestimmt ist, auf denselben Stand wie Die der Alliierten brin­gen. Erleichterung des Rheinlandregimes und Abänderung der Verhältnisse im Saar­gebiet.

Der sozialistischeVorwärts" meint, mit dem Locarnovertrag höre Die Zweiteilung Eu­ropas auf.

Die völkischeDeutsche Zeitung" nennt Locarno eine verlorene Schlacht und das Ver­tragswert eine selbstlose Selbstaufgabe.

Acmkreichs Schiedsgerichts- Verträge mit Polen und der

Tschechoslowakei.

Paris, 20. Ott. (W.) Der französisch- polnische Schiedsgerichtsvertrag, der mit dem französisch-tschechischen Schiedsgerichtsvertrag im Wortlaut vollkommen identisch ist, besteht aus vier Paragraphen, von Denen der wichtige erste folgenden Wortlaut hat:

Für Den Fall, daß Polen oder Frankreich durch einen Verstoß Der heute von ihnen und Deutschland zur Aufrechterhaltung des all­gemeinen Friedens übernommenen Verpflichtun­gen berührt werden, verpflichtet sich Frankreich und umgekehrt Polen, in Anwendung des Ar­tikels 16 des Bölkerbundpaktes sich unver­züglich Hilfe und Beistand zu leisten, wenn ein solcher Verstoß von einer unprovoziertea Ergreifung Der Waffen begleitet wird.

Für den Fall, daß der Völkerbundsrat bei Beurteilung einer Frage, Die auf Grund Der er­wähnten Verpflichtungen zu feiner Begutachtung unterbreitet wird, es nicht durchsetzen kann, daß ein Bericht von seinen sämtlichen Mitgliedern und den Vertretern Der beteiligten Parteien an­genommen wird, und daß Polen oder Frankreich ohne Herausforderung angegriffen wird, werden sich Frankreich und umgekehrt Polen aus Grund des Artikels 16 Absatz 7 des Bölkerbundpaktes unverzüglich Veistand und Hilfe leisten.

Chamberlain in Paris.

Besprechungen mit dem Minister*

Präsidenten Painlev^.

Paris, 10. Oft. (IU.) Der englische Außen­minister hat sich entschlossen, bei seiner Rückreise Aufenthalt in Varis zu nehmen und Dort mit Dem französischen M i u i st e r p r ä s i D c n t e n Pain - l e ü 6 eingehenD Rücksprache über Den Vertrag von Locarno zu pflegen. Die Unterredung Dauerte 11 Stunden. BrianD, Der Der Aussprache bei­wohnte, blieb nad) Der Sitzung noch eine volle StunDe bei Dem MinisterpräsiDenten. Journalisten erklärte er über Die UnterreDung:Wir haben uns über Die Folgerungen, Die man aus Dem Ver­trag von Locarno ziehen muß, unterhalten. Die Umgruppierung Der Truppen im RheinlanDe wirD Hauptaufgabe Der Botschasler- konserenz sein. Wir Ijaben Den französischen Mi­nisterpräsiDenten nur genau Darüber informiert, was in Locarno geschehen ist. NiemanD in Frankreich kann jetzt behaupten, Daß Die französische Grenze nicht geschützt sei. Frankreich hat in Locarno keines seiner Rechte aufgegeben.

DerTemp s" hebt mit Rachdruck in seinem gestrigen Leitartikel hervor, daß die Alliiertere im Hinblick auf die Räumung der Kölner Zone und der Erleichterung des 'Besatzungsregimes Deutschland gegenüber keinebindendenAb- machungen eingegangen find. Die französische Auffassung hierüber werde in vollem Umfange von englischer Seite geteilt. Die Unterredung zwischen Painleve und Chamberlain könnte da­her nur erneut das Einvernehmen zwischen Frank­reich und England in den Deutschland gegenüber einzuschlagenden Methoden zum Ausdruck ge­bracht haben. Die geplante Zusammenarbeit mit Deutschland dürfe auf keinen Full für die Alli­ierten eine Politik der Derzichtleistung werden. Alte Möglichkeiten der Entspannung und Ver­ständigung bestehen, wenn man sich im Rah­men des Friedensvertrages bewege. Außerhalb des Vertrages fei nur eine Aben-- teurerpolitik möglich, die dazu führen werde, daß die in Locarno erzielten Ergebnisse vergebens seien.

Chamberlain über Locarno.

Paris, 19. Ott. (WTBH Staatssekretär Chamberlain. der beim heutigen Empfang der französischen, englischen und amerikanischen Pressevertreter vor allen Dingen Die Deutsche Initiative vom 9. Februar als einegroße Aktion" bezeichnete, erklärte alsDann noch fol­gendes:

Ich bin in das Ministerium für auswärtige Angelegenheiten mit bestimmten Ansichten über die Lage in Europa gekommen, und was ich in Der Folge erfahren habe, Hal meine erste Meinung mir bestätigt, daß näntlich der Friede noch nicht abgeschlossen sei. Europa blieb in zwei Lager geteilt. Der Geist Der Völ­ker war immer noch der Geist aus der Kriegszeit. Obzwar der Friede unterzeichnet war, herrschte noch die Kriegsatmosphäre und lastete auf uns, beeinflußte alle unsere Handlungen. Ich habe mir alsdann gesagt. Daß, wenn Dieser Zustand noch einige Jahre anbauern wird, es zu spät fein wird, ein Heilmittel zu finden, und daß, wenn man nicht ziemlich rasch dazu gelangen würde, den Krieg weil hinter sich zu lassen dadurch, daß man die ehemals feindlichen Völker versöhnt, dies notwendigerweise früher oder später zu einer Katastrophe führen müsse, die für alle Länder noch verhängnisvollere Fol­gen haben mühte, als dec große abgeschlossene Krieg.

Ich wollte ein Mittel Les Ausgleichs zwischen Den Alliierten von gestern und Den Feinden von gestern finden, und wir haben es ge­funden. Wir haben ans einer herzlichen, sehr festen Entente zwischen Frankreich und Deutschland den Frieden aufbauen könne». Ich habe immer die Ansicht vertreten, wenn ein absolute- Vertrauen zwischen den beiden Regierungen herrschen würde, es möglich sei, eine Aussöhnung mit Deutschland herbei­zuführen, die wir alle, ob wir Deutsche, Engkänder oder Franzosen sind oder irgend­einer anderen Ration angehören, so nötig haben.

Wenn wir in der kleinen reizenden Stadt am Lago Maggiore zu einem Abkommen gelangten, so geschah es deshalb, weil wir auf dem Fuß« Der Gleichheit verhandelten, d. h weit jcDer von uns im Rahmen Der ihm obliegenden Verant­

wortlichkeit den Frieden gewollt hat. Eben Des­halb haben wir Das Mittel gefunden, um zu jenen Abkommen zu gelangen. Riemand hat sich Durch Die Verträge unerträgliche Opfer auserlegt, nicmanD hat versucht, den anderen zu betrügen. In Locarno hat es nur einen cieg gegeben, Den Sieg des Friedens über Den Krieg.

Es ist notwendig, daß die Ablounnen von Locarno, die von Vertretern von Regierung paraphiert wurden, in dic Herzen der Völker eindringen. Es ist notwendig, daß diese Ab­kommen, Die Durch die Regierungen geschlossen wurden, durch die Völker ratifiziert werden. Alsdann werden diese Völker nach allen erduldeten Leiden und nach allem Elend den Frieden haben. Sie lönnen sich alsdann mit ihren Geschäften beschäftigen, ohne sich um Die Sicherheit und Die Stabilität der Lage ihres Landes kümmern zu müssen.

Ueber die Gründe seines 24stünDigen Auf­enthalts in Paris erklärte er. er habe mit Painleve Die logischen Folgen Des vollbrachten Werkes Diskutiert. Ich' hoffe, Daß Sie sie balD erfahren werden. Was jetzt zu tun ist, hängt von uns allen ab. Die Ab­machungen von Locarno müssen auf allen Seiten eine Rückwirkung haben: Wir müssen nach Hause zurückkehren und alle mit derselben Ein­stimmigkeit und Einmütigkeit Des Geistes han­deln wie in Locarno.

England und die deutschen

Kolonia-Mandate.

London, 20. Ott. Die gestern erörterte Frage aus Uebertragung eines SoIonialmanDats an Deutschland nach dessen Eintritt in Den VälkerbunD wirD, wie Der Vertreter Der Tetunion erfährt, in LonDoner Regierungskreisen als vorläufig ata = Demischer Natur betrachtet. Es ist jeDenfalls fein St o l o n i a l m a n D a t frei. Zudem sind in England zweifellos noch eine ganze Reihe psycho­logischer Hemmungen zu überwinden, Die atterDings kaum so ernst jein Dürften, als es manche Aeuße- rungen englischer Politiker ober Zeitungen ver­muten lassen. In urteilsfähigen politischen Kreisen, Dic nicht ohne Einfluß sind. würde man sogar die Zuweisung non KolonialmanDaten an Deutschland aufrichtig begrüßen. Auch verschiedene wirtschaft­liche Kreise sind einem solchen Gedanken nicht un­bedingt abgeneigt. Man sagt, Daß ein Teil Der kolonialen Mandatsgebiete zur Zeit recht schlecht bewirtschaftet würde, und daß es im allgemeinen Interesse läge, wenn Dort praktische brauchbare Arbeit geleistet roürDe.

Eine anDere Frage ist es, wie sich Die englischen Dominions, wie beispielsweise SüDafrika, zu einer eventuellen Rückgabe DentschsüDwestafrikas stellen würben. In LonDon glaubt man, Daß ein Vorschlag auf Uebertragung eines Kolonialmm.dals an DeutschlanD von Der süDafrikanischen Union a b - gelehnt werden würde. Scherzhastermeise wird zuweilen die Uebertragung des Meso- patamien-Mandats an Deutschland vor- geschlagen, doch ist die Erwähnung Mesopotamiens zweifellos von dem Wunsche eingegeben, Deutsch­land ober der deutschen Oessentlichkeit das Streben nach Kolonien zu verleiden.

Bor einem neuen Bürgerkrieg in China.

N e u y o r k, 20. Ott. (TU.) Die Entwicklung der kriegerischen Vorbereitungen in China ist in den letzten Tagen weit vorgeschritten. Die Truppen Mar­schall Tschang-Tfo-Lins ziehen sich langsam unb unbehindert über den Hangt sekiang zurück. Es scheint, als ob der Marschall Dic Ab­sicht habe. Die Provinzen Kingsu unD Anhuei ohne Kampf zu räumen, um so einen vorzeitigen Abbruch Der Feindseligkeiten vor dem Zusammentritt der chinesischen Zollkonferenz zu vermeiden. Es ist jedoch nicht anzunehmen, daß er sich über Su-Tschou zu- rückzichen wird. Da er sonst sehr wichtige strategische Ausgangsstellungen aufgeben mußte. Falls feine Gegner bis Su-a.schou nachrücken sollten, wäre Der Beginn Der Kriegsoperationen nicht zu vcrmeiDen.

Die Feng-Tien-Truppen haben Die Eisenbahn- brütfc vor Su-Tschou gesprengt unD ziehen sich auf Tschangsu zurück, nm ihre Rückzugslinie nach Nan­king frei zu halten. Ans Den südlichen Provinzen wird eine verstarkte Tätigkeit der roten K a n t o n t r u p p e n gemeldet. Die Stantonefen haben die Stadt Ueisu nach heftigen Stümpfen er­obert unD sinD im weiteren Vorrücken nach Süden begriffen. Der chinesische General T s ch u-T schang- M i n g, Der Führer Der Äantonarmce unD früher Dic rechte Hand Sun-Hat-Sens, ist in Mos­kau cingetroffcn. Der General wirD sich etwa Drei Monate lang in Der Sowjet-Union auf-- halten, um Dic Taktik Des Bürgerkriegs, Die Volkswirtschaft unD Das Kriegswesen Der Sowjet­union kennen zu lernen.

Die Drusen in Damaskus.

Beirut, 19. Oft. (Havas.) Die Drusen find in die nördlichen Viertel von Damaskus eingedrungen und hoben mit Unterstützung der Frankreich feindlich gesinnten Bevölkerung sowie mit Unterstützung einiger Kommunisten gestern abend Zwischenfälle her- vorzurufen versucht. Diese Berfnche find geschei­tert. Die Drusen nördlich von Sueida haben Abgesandte beauftragt, den Zusammentritt einer Versammlung anzufündigen, in Der Die Even­tualität ihrer Unterwerfung geprüft werden soll.

Reichsbankpräfident Dr. Schacht in Neuyork.

N c ii y o r k, 20. Oft. (TU.) Reichsbankpräsi- Deni Dr. Schacht ist mit bem DampferDeutsch­land" in Neuyork eingetroffen. Er erklärte bei seiner Ankunft, er habe nicht die Absicht, über irgendwelche Anleihen zu verhandeln ober gar Anleihen ab­zuschließen. Er sei lediglich gekommen, um Dem Gouverneur Strong von Der Federal Reserve­bank of Neuyork einen Gegenbesuch abzustatten unD Den amerikanischen FinanzjachverftänDigen Die Versicherung abzugeben. Daß DeutschlanD Den Wunsch habe, seine JnDustrie uuf gesunden finanziellen und wirtschaftlichen Grundlagen aufzubauen.

Preußischer Landtag.

'Berlin, 19. Off. Der preußisch: Landtag nahm nach kurzer Aussprache den Haushalt der Porzellan Manufaktur, Den Haushalt der Lotterieverwaltung, die Etats der Münzverwaltung, des Gesehsammlungs- amtes und des Deutschen Reichs- rind Preußi­schen StaalSanzeigers, der Oberrech»

nunplaminc r. Der Staatsschuld, de« Landtages und Staatsrats an. Das Haus geht dann xuv 2. Beratung des Iustizhaus. Halles über, mit dessen Beratung der Bericht über die Feststellungen des Höflc-Ausschusses verbunden wird.

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Parlamentarisches aus Hessen.

Der '21 bg. Dingeldey (D. Vp.) hat im Land- tag folgende Kleine Anfrage gestellt betr. Offen- halten der Läden in Gießen am Sonn­tag, 2. August, und Sonntag, 6. Sep­tember 1925: Am Sonntag, 2. August 1925, fand in Gießen das große T u r n e r f e st statt, zu dem über 5000 auswärtige Turner gemeldet waren. Am Sonntag, 6. September 1925, feierte man in Gießen ein Fest der Angehörigen des früheren In­fanterieregiments 116, zu dem eben­falls viele lausende auswärts wohnende Festteil­nehmer erschienen. Jüu beide Sonntage hat die Gießener Geschästswelt bei dem zuständigen Poki- zeiamt dic Anträge nuf Offenhaltung der Läden rechtzeitig cingereicht und dabei daraus hingewiesen, daß in anderey Städten aus gleichen und ähnlichen Anlässen solchen Anträgen regelmäßig statt- gegeben worden sei. Die ursprünglich genehmig­ten Anträge wurden aber schließlich pvn dem Poti- zeiamt a b g e l e h n t, und zwar am zage vor dem ersten Feste mit der Begründung, daß das hessische Ministerium für Arbeit und Wirtschaft die Erlaub­nis versagt habe. Nach der Verordnung über Sonn­tagsruhe im Handel und Gewerbe vom 5. Febr. 1919 kann die Polizeibehörde für 6 Sonn- und Festtage und die höhere Verwaltungsbehörde für weiters 4 Sonn- und Festtage im Jahre eine Be­schäftigung bis zu 8 stunden zulassen. Diese Aus- > nahmen sind aus wohlerwogenen Gründen int Interesse des Hartdeks- und Gewerbeftandes reichs­gesetzlich zugelassen. Es ist nicht ersichtlich, in i t weicher Begründung das hessische Ministe­rium für Arbeit und Wirtschaft angeblich dem Poli­zeiamt in Gießen innerhalb der diesem zukommen-' den Amtsbefugnis gegen den Geist der Bcrordimng über die Sonntagsruhe im Handel und Gewerbe verstoßende Anweisungen erteilen konnte. Ich frage an:

1. Sind diese Vorgänge der Regierung bekannt?

2. Mit welcher Begründung wird von der Re­gierung die in jenem Falle getroffene Entscheidung vertreten?

3. Ist Die Regierung bereit, in künftigen Fällen Den Interessen Der Geschäftswelt innerhalb Des gesetzlich zugelafsenen Rahmens in e h r R e ch n u n g zu tragen?

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Die Fraktion des Bauernbundes yat im Landtag den nachstehenden Antrag einge- bracht: Rach zuverlässigen Angaben werden Don den Forstämtern bei Erhebung der dies­jährigen Pachten für fiskalische G rund st ü d e 20 Prozent zu den bisherigen Pachtverträgen geschlagen, ohne Rücksicht auf die bisherige Höhe des Pachtwertes Der einzelnen Grundstücke und ohne Rücksicht auf die Ange­messenheit der Pachterhöhung. Gs wird bsau- tragt. mit Rücksicht auf die wirtschaftliche Not­lage der Landwirtschaft von einer allgemeinen Erhöhung der Pachten um 20 Prozent abzusehen.

Aus aller Welt.

Gin italienisches Flugzeug in Danzig.

Danzig, 19. Oft. (WTD.) Heute nach­mittag traf hier von Libau kommend ein italie­nisches Marineflugzeug ein, das nach einem Fluge über der Stadt im Danziger Wasserflughafen landete. Die aus vier Offizieren, drei Mon­teuren und einem Vertreter desPopolo d'Ita- lia" bestehende Besatzung ist während ihres Aufenthaltes in Danzig Gast des Senates. Das Flugzeug wird am Mittwoch nach Kopen­hagen und von dort über Köln. Mainz und Zürich nach Italien zurückfliegen.

Eugen Sandow t.

Eugen Sandow, der bekanntestarke Mann" und einer der frühesten Befürworter der Kör­perkultur. ist Mittwoch in London gestorben.

Ein Opfer der Wissenschaft.

Der britische Technologe Maxwell Le» fron, der sich bei Experimenten mit einer neuen Gasart eine Vergiftung zugezogen halte, ist an deren Folgen gestorben, nachdem er be­reits vor vier Tagen das Vewuhtsein verloren hatte.

Anto-Heilige.

Die Automobilisten, die ja mancherlei Gefahren und Unglücksfällen ausgefeht find, gehören zu Den Abergläubischen, unD diese Erscheinung findet Darin ihren Ausdruck, Dah man gern einen Talisman vorn am Wagen anbringt. In manchen LänDern gibt es sogar ausgesprochene Auto-Heilige. In Frankreich hat man zur Schutzherrin der Kraftwa­gen Die Heilige V a r b a r a auserkoren. Sie gilt feit langem als Patronin Der Feuerwehrleute, schützt auch vor plötzlichem Tod und vor Vlihschlag, und so ist sie sehr geeignet dazu, auch in Den Gefahren Des Automobilismus angerufen zu werden. In England ist man geneigt, eher Den hl. Christophorus für Den Schutzpatron Der Kraftwagen zu halten. Dieser Riese, der das Ehriftuskind Durch Den an* geschwollenen Fluß trug, gilt ja als Der Heilige Der Wege Der Reisenden. Die Zahl Der Autoamulette ist Legion. Man finDel alle möglichen Figuren, häufig auch dic Des Merkur. Der Automobilist hat auch Den Glauben an das Hufeisen, Der ja überall ver­breitet ist, ausgenommen unD befestigt gern ei" Hufeifen, Das er am Wege findet, an seinem Wagen Wenn sich ein Spinngewebe an einem Kraftwaga finde», so soll man es nicht w gnehmen. bevor inan Den Wagen in Die Garage bringt, weil feine Ent« fernung Unheil zur Folge haben kann.

WeLLervorauÄsage.

Wind auf südliche Richtung Drehend und etwas milder, stärker bewölkt, stellenweise wieder Regenfälle.

Die ftärkre Zufuhr nördlicher Luft und schwache Himmelsbedeckung in Der Rächt ließen die Temperaturen in den letzten 24 Stunden stark sinken. In Ostdeutschland liegen die Morgen' temperaturen nahe an 0 Grad, während Diel Minima allenthalben Durchweg unter 0 lageir Bon den britischen Inseln her greift tiefer 5)rud| ostwärts aus, dessen Ausläufer auch unseren 'Bc"i zirk beeinflussen wird.

Temperaturen: Maximian 9,0 Grad Celsius,! Minimum 1,8 Grad Celsius, Morgentemperatvri 0,2 Grad Celsius.

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