Der Mittelrheinkreis, der auf dem Gebiete des Schwimmens führend in der D. T. ist, wird eine verhältnismäßig große Anzahl von Teilnehmern zu den Wettkämpfen stellen, vor allem aus den großen Städten Frankfurt a. M., Mainz, Offenbach Darmstadt, Saarbrücken. Auch aus unserem 5)eimat= gau Hessen sind auf Grund ihrer Leistungen beim Gauverbandsschwimmen in Arheilgen und beim Kreisschwimmen in Gießen einige Turner und Turnerinnen zu den Meistcrschaftskämpfen in Frankfurt zugelassen. Es sind Christian Ziegler, To. 1 84 6 Gießen, W. Schäfer, To. Wetzlar, K. Gerth, Tgm. Friedberg, W. Schäfer, Tgm. Friedberg, W. Görbing, Tgm. Friedberg. Beim Wettschwimmen der T u r n e r i n n e n ist die Mannschaft des Turnvereins 1846 Gießen bei der 4 mal 50= Meter-Bruftstaffel zur Teilnahme berechtigt.
Als Kampfrichter sind vom Gau Hessen bestimmt: F. Sauer, Tv. 1846 Gießen, D. Otto, To. Wetzlar.
Vom Arbeiler-Turn- und Sportbund.
£ Der 3. Bezirk des 9. Kreises des Arid ei ter-Turn-- und -Sportbundes hielt am Sonntag in Gießen «inen außerordentlichen Bezirkstag ab, der sich in der Hauptsache mit Organisations^ragen zu befassen hatte. Infolge des im gesamten Bund umgestellten Der- waltungsapparates machte sich eine Aende ° rung der Bezirks st atuten notwendig, das hierzu vorlieciende Muster soll vom Vorstand die erforderlichen Korrekturen erfahren, dann den Vereine« zur Besprechung zugesandt, um dann beim nächsten ordentlKheu Bezirksturntag endgültig beschlossen zu werden.
An Stelle des von seinem Posten zurückgetretenen langjahr-^en Bezirksvorsihenden wird Schleenbecker, Krofdorf, gewählt. Stellvertretender Vorsihendejc und gleichzeitig Iugend- obmann ist Sch äs-er, Wiescck. Zum Sport- wart wird M a n fr! e r, Heuchelheim, und als Turnspielleiter V i e-'-h m a n n , Kinzenbach, gewählt.
Der Bezirlsturnlipart gibt zum Schluß folgende Richtigstellung der Siegerliste vom Schülerturnfest in Launsbach bekannt, die sich nach Durchsicht der Wertungstabellen ergeben hatte: Der erste Sieger in der Oberstufe der Schüler ist n%f)t Ludwig Velte, Staufenberg, mit 135 Punkten» sondern Heinr. Wagenbach, Alten-Buseck, mit 144 Punkten. Ludwig Velte steht somit an zweiter Stelle. — In der Unterstufe der Schülerinnen ist Klara A m e n d , Krofdorf, mit 78 Punkten als an fünfter Stelle stehend, nachzutragen.
Froitzheim deutscher Tenriismeifter.
Bei dem Tennisturnier siegte Froitzheim und wurde damit zum siebenten Mal deutscher Tennismeister.
Der schwierige Aermelkanal.
Paris, 18. Aug. (WTB.) Die amerikanische Schwimmerin Ae-derl6 hat ihren Versuch, den Aermelkanral hu durchschwimmen, aufgegeben.
Wirtschaft.
Weitere Hinausschiebung des Essektenteruvinhandels.
Am Montagabend -and in Berlin eine Sitzung des Verwalt uiMsrates des Liqui- dationsvereins statt, in d-rr man sich endgültig über die Frage der Aufnahme des Gfsek- tenterminhandels schlüssig werden wollte. Bekanntlich wurde seit einiger Zeit in Börsenkreisen stark die Ansicht vertreten, daß damit am 1. oder 15. September begannen werden könnte. Wie der DHD. erfährt, isst hiermit nicht zu rechnen. Es besteht vielmehr alle Wahrscheinlichkeit, daß eine weitere Hin ausschiebung des Termins der Geschäftscrufnahme der Liaui- dationskasse erfolgt, und zwar: bis zum 1. Oktober. Man war in der Sitzung am Montag fast einstimmig der Ansicht, daß aruf der Basis deS augenblicklichen Reports die offizielle Einführung des Terminhandels nicht empfohlen werden kann. Cs soll vielmehr der lUtLuohandel nicht vor dem Oktober ausgenommen werden, um in der Zwischenzeit Verhandlungen wegen einer Er - mäh igung des Stempels zu führen. Es ist anzunehmen, daß der Döcsenvorstand diesem
Vorschlag des Derwaltungsrates des Liquidationsvereins folgen wird, denn er hat bekanntlich über die Einführung des Terminhandels zu beschließen und alle nötigen Vorbereitungen offiziell zu treffen, während dem Liquidationsverein nur die Firmen angehören, die sich am Terminhandel beteiligen werden. Die Geschäfte für den Liquidationsverein führt bekanntlich die Liquidationskasse. — Wie wir weiter dazu erfahren, sind die Anmeldungen zum Liquidationsverein bisher wider Erwarten zahlreich eingelaufen. Es liegen bereits mehr als 200 Meldungen vor, wobei außer den großen Aktienbanken und Bankfirmen zahlreiche mittlere und kleinere Bankinstitute und Makler beteiligt sind. Der ursprüngliche Plan, die Liquidationskasse am 1. September ins Leben treten zu lassen, mußte nun aber leider wegen der noch ungebührlich hohen Stempellasten auf- gegeben werden.
Zu den DurchführungAbeftimmungen zum Steuerüberleitungsgesetz.
In einer Eingabe an den Reichsminister der Finanzen hat der Hansabund darauf aufmerksam gemacht, daß wichtige Teile der Durchführungsbestimmungen vom 30. Iuli 1925 zum Steuerüberleitungsgesetz mit dem Gesetz selbst nicht in Einklang zu bringen sind Dies gilt nach Ansicht des Hansabundes vornehmlich von den §§ 26 und 29 der Durchführungsbestimmungen. Die Art, in welcher nach § 26 festzustellen ist, ob auf Seiten des Steuerpflichtigen ein wesentlicher Verlust vorliegt, ist nach Ansicht des Hansabundes nicht geeignet, den tatsächlichen Verhältnissen und den Lebensnotwendigkeiten der Wirtschaft Rechnung zu tragen. Die großen Einbußen, welche Anlagen, die zu Beginn des Geschäftsjahres oder zu Beginn des Kalenderjahres in vollem Betrieb waren und daher damals in den Vermögensaufstellungen entsprechend eingesetzt wurden, erlitten haben, desgleichen diejenigen Einbußen, die sich daraus ergeben, daß der Preis der Erzeugnisse nicht mehr den gleichen Gewinn ergibt wie im Vorjahre, sind nach dem Wortlaut der Durchführungsbestimmungen bei der Feststellung, ob ein Unternehmen mit Verlust gearbeitet hat, auszuschalten. Hierdurch und durch die Fassung des § 29 der Durchführungsbestimmungen, welcher feststellt, ob ein Vermögensverlust als wesentlich zu bezeichnen ist, wird die Milderungsvorschrzft des § 9 des Steuerüberleitungsgesehes aber aufgehoben. Der Hansabund hat in diesen Erwägungen den Reichsminister der Finanzen gebeten, für eine Aushebung der angeführten Vorschriften der Durchführungsbestimmungen und für den Ersah durch neue Bestimmungen Sorge zu tragen, die dem Sinne des § 9 des Steuerüberleitungsgesehes in gleicher Weise entsprechen, wie den berechtigten Interessen der Wirtschaft.
* Kredita Mion Preußens für den ge- werblichen Mittelstand. Nachdem der P r en ß i s ch e Landtag die Bereitstellung von Mitteln zur Behebung der Kreditnot des gewerblichen Mittelstandes beschlossen hat, wurden von der Preußischen Staatsbank 22 Millionen Reichsmark zur Verfügung gestellt, die über die Preußische Zentralgenossenschastskasfe, die Dresdener Bank, die Girozentrale und die Landesbankzentrale dem Handwerk, dem Einzelhandel, den Konsumgenossenschaften und sonstigen Warengenossenschaften zugeleitet werden. Die Kredite sollen gegen halbjährige Wechsel, die aber verlängert werden können, begeben werben. Im allgemeinen sollen im Einzelfalle nicht mehr als 1000 Reichsmark gegeben werden. Der Höchstzinssatz für die letzten Kreditnehmer soll nicht mehr als 3 Prozent über dem jeweiligen Reichsbankdiskont betragen.
Frankfurter Abendbörse.
Frankfurt a. M., 19. Aug. Auf weitere Deckungen, die sich bei ruhigem Geschäft vollzogen, verkehrte die Abendbörse in fester Haltung. Das Interesse erstreckte sich wiederum auf Montan- und Chemieaktien, aber auch Elektrowerte waren gefragt und höher. Am Schluß der Abendbörse machte sich ein leichtes Rachgeben der Kurse bemerkbar. Deutsche Anleihen: 5proz. Reichsanleihen 0,150, Schutzgebietsanleihe 2900. Ausländische Renten: Zolltürken 6,25, Tlngarische Goldrente 8,30. Bankaktien: Berliner Handelsgesellschaft 125, Darmstädter Dank 111,50, Deutsche Bank 114,25, Discontogesellschaft 103,50, Dresdner Bank 100,50, Mitteldeutsche Credit- bank 92,50, Reichsbank 121,75, Oesterreichische Creditaktien 7,37. Montanaktien: Marisfelder 63,75, Phöni? 64, Ilse Bergbau 83,50, Rheinische
Braunkohlen 113, Rheinstahl 52,75, Kali Aschersleben 120. Chemische Aktien: Badische Anilin 122,25, Elberfelder Farben 115,37, Höchster Farben 115,50, Holzverkohlung 4,70. Industrieaktien: AEG. 94,50, Elektrisch Licht und Kraft 95, Eß- linger Maschinen 36,50, Inag 51, Gebr. Iung- hans 64,50, Lechwerke 71,75, Schuckert 53,50, Iulius Sichel 21,50, Zellstoff Waldhvf 8,90, Zucker Heilbronn 54,50.
Börsenkurse.________________
Frankfurt a.M.
Berlin
Schluß. Kur»
Schlußk. Abend- bSrse
Schluß. Kur»
Schluß» Mittag 63t1<
Datum'.
18. 8.
19 8.
18. 8.
19.8.
5% Deutsche Rcichsanleihe .
0.145 i
0.150
0.14
0.15
4% Deutsche Reichsanleihe . 3'/3o/o Deutsche Reichsanleihe 3% Deutsche Rcichsanleihe . Deutsche Svarprämienau leihe
—
),2925
0,305
0,23 !
0.280
0.26
1,2825
0,500 | 0,100
0,550 0,100
0.5625
0.115
0.6025
0,1025
4% Preußische KonsolS . . .
-
0 24
0.215
1.2475
1% Hessen...........
0,26 0,21
0,23 0,24
3‘/2% Hessen..........
-
_
3% Hessen...........
0,150
0.15
0,22
0,21
Deutsche Werth. Dollar-Anl.
69,75
—
91,75
91.75
dto. Dolt.-Schatr-Anweisng.^
94,35
94,5
94,65
94,55
4°/0 Zolltürken.........
6.175
6,25
6
6.4
5% Goldmexikaner......
32,75
33
—
—
Berliner Handelsgesellschaft.
Commerz- mid Prlvat-Bank.
125
125
124,5
124
93.75
93.75
94,5
94,75
Darmst. und Nationalbank .
110.5
111,5
109,5
111.25
Deutsche Bank.........
112
114,25
112,5
113,5
Deutsche Bereinsbank ....
Disconto Commandit ...
103,5
103,5
103
103.5
Metallbau!...........
81,5
81,5
92,5
7.4
_
_
Mitteldeutsche Creditbank .
Oesterreichische Crcditanstalt.
93
7,4
92,25 7.4
92,8 7.4
Weltbank............
0,06
0,06
0,05
57,5
0,05
58,25
Bochumer Guß........
56,5
Buderus............
36
39,5
36,75 .-5.5 54.4
46
39
_
35.13
85
56,25
47
55,13
,6.5
Gelsenkirchener Bergwerke . .
45,75
46,75
Harpener IHprgbmi . . ...
88
89
87.25
119,5
89,15
119,75
Kaliwerke Aschersleben. . . » Äaliwest Wffteregeln..... Naurahütte...........
119
130,5
33,5
33
120
133
30 75
39
20
33,75
35
20
32
35.9
Oberbedarf........ . . .
P H3nir Rcrgbcni ......
62
51 5
71
61
61
50
64.2
52,1
73
RI>cinstahl...........
52,751
72,25
43
48
48,75
Riebest >jj?nntnn........
72.2
~ellu6 Berechn» ...
44
Hamburg-Amerika Paket. . .
Norddeutscher Llohd.....
45.4
46,75
-
47,5
47,62
48,25
48.5
Ehcramische Werke Albin . .
Zementwerk Heidelberg . . .
67
67.25
—
_
Philipp Holzmann......
52
52,25
51,6
52,13
Analo-Cont.-Knann . ...
—
_
93
93
Badische Anilin........
122
122,25
122
122,62
Chemische Mayer Alapin . .
0,4
0.4
Goldschmidt..........
69,5
69
69
67.75
115
Griesheimer Electron ....
114,5
113,5
Höchster Farbwerke......
U4,5
115,5
4,7
63
113,25
115,5
Holzvcrkobluna . . .....
4.75
Rükgerswerke ........
62.5
61,13
63,4
^chcideanstalt.........
98,25
93,5
97,5
94,5
Allg. ElektrijitätS-Gesellschakt
92,25
94
Bergmann...........
—
_
68
69.4
Mainkrastwerke........
80
76
Schuckert............
51,2
53,5
51
52,9
Siemens & Halske ......
70,5
,3 5
70,25
72,5
Adlerwerke Kleher ......
46.5
47.5
46.5
46.75
Daimler Motoren.......
39,75
38,75
38.5
38,5
Heyliyenstaedt.........
26
27
—
—
Meguin.............
38
32
36
36
Motorenwerke Mannheim .
—
—
51
öl ,5
Frankfurter Armaturen . . .
0,4
0.4
—
—-
Konservenfabrik Braun . . .
—
0.75
0,75
0,75
Metallgeselltchast Frankfurt.
Pet. Union A-G........
100
64.5
100
65
64
■i
Schuhfabrik Her;.......
35
35
38
Sichel..... .
20.5
21.5
19,5
21
Zellstoff Waldhof..... .
8-75
8.7
8.8
8,9
Zuckerfabrik Frankenthal . .
59.5
58.5
—
—-
Zuckerfabrik Waghäusel . . .
55,25
56
55
öt #6
Berliner Börse.
Berlin, 19. Aug. In Uebereinftimmung mit dem freundlichen Verlauf des Frankfurter Abendoerkehrs, der namentlich für Montan- und Chemiewerte weiter kleme Kursgewinne zeitigte, eröffnete die hiesige Mittagsbörse gleichfalls gut eryolt. Die ungünstigen Nachrichten über zunehmende Lohnkämpfe im Reiche, ständiges Anwachsen der Insolvenzen in Deutschland und immer neuen Arbeiterentlassungen im Ruhrbergbau wurden hierbei übergangen. Die Der'nlassung zu der Befestigung des Kursniveaus waren aber weniger Meinungskäufe, als vielmehr Deckungskäufe der Spekulation, die vielfach unter einem gewissen Zwange vorgenorn- men wurden. Kaufaufträge von Publikumsseite liefen nur sehr spärlich ein, was bei der großen Geldkalamität unserer Wirtschaft leicht begreiflich ist. Im Gegensatz zum Markt der Wirtschaftskredite be- hielt der Börsengeldmarkt sein flüssiges Aussehen bet. Tägliches Geld stellte sich auf 7,5—9 Prozent, d. h. etwas nichtiger als am Vortage. Monatsgeld erforderte 10,5—11,5 Prozent bei regem Bedarf. Das Geschäft wickelte sich
am Effektenmarkt hauptsächlich tn Bto®» tan - und Anilinwerten ab. Bankaktien vs«> ben ebenfalls weiter beachtet. Darmstädter und tionalbank stellten sich auf 111, wurden aber pet Ultimo Oktober mit 109,25 genannt. Einiges Interesse bestand schließlich noch für ausländischch Renten. Im internationalen Devisenverkehr konnten sich Paris, Brüssel, Mailand und nordische Devisen etwas befestigen. Das englische Pfund blieb unverändert. Die Reichsmark wurde notiert to London 20,41, Paris 5,07£, Amsterdam 59,10.
Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M.
(Sn Statuten Mark «^gedrückt. BuenvS-DireS, Londmi, Ne« bork, JapA. Niode Icwetro für eine Einheit, Wien oyK Bebaue ft kür 100000 (Scheiten, alle« übrige für 10Ö Einheit-»»
Telegraphische Auszahlung.
18 August
19. August
Amtliche Notierung
Ärmliche Notierung
Geld ; Brief
Geld
Brief
Ümst.-Rotr.
169,06
169,48
16839
169,41
Suen.-AireS
1.694
1,698
1.693
1,697
Brff-Antw.
18,73
18,77
19,21
19,25
Christiania.
77,70
77,90
7X.05
78,25
Kopenhagen
96,23
96,47
96,48
96,72
Stockholm . HMngforS.
112,76
113,04
112,78
113,06
10,576
10,616
10,572
10,612
Italien. . .
16,06
16,10
15.22
15.26
London. .
20,384
20,436
20,382
20,434
Neuhork . .
4,195
4,205
4.195
4,205
Paris. . . - Schweiz . .
19.495
19,535
19,74
19,78
81,38
81,58
81.38
81,58
Spanten. .
60,40
60,56
60.44*-
60,60
Japan . .. Rio de Jan-
1.721
1,725
1.718
1,722 -.516
0.516
0.518
0.514
Wien in D--
Oeft. abgest.
a'J.Ob
59,20
12.465
59.08
59,22
Prag .... Belgrad . .
12,425
12.422
12.423
7.51
7,53
7.50
< .52
Budapest. .
Bulgarien.
5,895
3.03
5,915
3.04
5.895
3,03
5,915
3.Y4
Lissabon .
20,775
20,825
20 825
20,875
Danzig. . . Konstantin-
80,80
81.00
80.80
81.00
2,47
2,48
2.475
2.485
Athen- . ■
6,54
6,56
6.50
6.55
lEigener Drahtbericht des „Gießener AnzeigerS^ff
Banknoten.
Berlin, 19. August.
Geld
Brief
Amerikanische Noten .....
4,19
4,5
y.
Belgische Nöten........
Dänische Noten ........ Englische Noten........
Französische "Noten......
Holländische Noten...... Italienische Noten ......
Norwegische Noten......
Deutsch-Oesterr,5100 Kronen Rumänische Noten......
Schwedische Noten......
Schweizer Noten.......
Spanische Noten.......
Tschechoslowakische Roten . .
Ungarische Noten.......
Jrantfurter G
19,11
96.16
20,345
19,78
168,53
i 15,23 77,81
59,14
118,57 81,81 60,15
12,38 5,83
etreidebörse.
19,5 U6,i
L 15, L
1
8 i
Frankfurt a.M., 19.Aug. Es wurden notiert: Weizen, Westerauer (neue Ernte) 24,50 bis 24,75 Mk., Roggen, inländischer (neue Ernte) Ah Sommergerste für Brauzwecke (neue Ernte 26 bis 28,50, Hafer, inländischer (alte Ernte) 20,50 bis Mais, gelb 22, Weizenmehl, inländisches (Spezial 0) 39,25 bis 40,25, Roggenmehl 29 bis 29,50, Weizen^ flete 11,50, Roggenkleie 12,25 Mk. Tendenz: a6- geschwächt.
Berliner Produktenbörse.
Berlin, 19. Aug. Der Produktenmartt zeigte schwächer« Haltung, beeinflußt von niedrigeren amerikanischen Preisen. Bei luftlosem Geschäft blieben bi« Ansätze gering und das Angebot aus neuer Ernte wird täglich dringender. Es notierten pro Tonne: Weizen (märt) 237 bis 241, Weizen (mecklenbg.) 235 bis 237, Weizen (September) 253, Weizen (Oktober) 255,50 bis 255, Weizen (Dezember) 261 bis 260,50, Roggen (mark.) 174 bis 181, Roggen (westpreuh.) 165 bis 170, Roggen (September) 195 bis 194,50, Roggen (Oktober) 202 bis 200,50, Roggen (Dezember) 205 bis 204, Gerste (märt) 240 bis 269, Futtergerste 189 bis 197, Hafer (märt) 186 bis 195, Hafer (Septenüber) 183, Hafer (Oktober) 188, Mais (loko Berlin) 214 bis 218, Raps 345 bis 350; pro Doppelzentner: Weizenmehl 32,25 bis 35, Roggenmebl 25,75 bis 27,50, Weizenkleie 13,60, Roggenklei« 13,30, Viktoriaerbsen 27 biS 35, kleine Erbsen 25 bis 27, Futtererbsen 23 bis 25, Peluschken 23 bis 25, Wicken 26 bis 28. Lupinen (blau) 12,50 bis 14,50, Lupinen (gelb) 15 bis 16,50, Rapskuchen 16,60 biS 16.80, Leinkuchen 23,60 bis 24, Trocken schnitzel 12,20 biS 12,50, Torfmelass« 9,80, Kartoffelstöcken 25 biS 25,30, Zucker 22,40 bis 22,60.___________________
Verantwortlich für den lokalen Teil: i. D. Eyrhard Evers.
Fräulein Fob.
Roman von Ander- Eje.
(Schluß.)
„Exzellenz wundern sich vielleicht," sagte Mill- torp, „wieso ich mit diesen beliEiiten Angelegenheiten zu tun habe. Aber ich habe mich ihrer ausdrücklich über Auftrag des Fräuleins Gabby angenommen.
„Sie find mir nicht jo unbekannt wie Sie glauben," antwortete Exzellenz, „ßabbtj hat mich schon in alles eingeweiht, auch in Vie kleinsten Details dieser wenig erbaulichen Geschichte."
„Das erspart uns viel Zeit. Lassen Sie mich berichten, wie ich meinem Auftrag nachgekommen bin. Sobald ich Gabbys langes Telegramm erhalten hatte, ging id) sofort an die allererste Ausgabe: Wie finde ich Frau Fellips. Zu diesem Zwecke ging ich den nächsten Weg, nämlich jenen, der in» Schloß führte. Dort traf ich sofort Keyler, der daran war, Hals über Kopf in die Stadt zu reifey. Er war gerade im Begriffe, seine Reisetasche zo packen. Aus seinem Humor und seinem ttiumphievenden Gesicht konnte ich ersehen, daß es ihm gelungen war, ge- wissen Papieren auf die Spur zu kommen, an deren Besch Fräulein Gabby sehr viel gelegen war. Aber ich wußte auch, daß er einen ganz mrverschämten Preis hierfür verlangt hatte. WährerD Keyler sich in aller Eile zurechtmachte, stibitzte ich sie daher in einem unbewachten Augenblick. FräuSein Gabby sollte sie bekommen, ohne sich verpflichtet zu fühlen, dafür irgendeinen Preis zu zahlen.
Milltorp öffnete feine eigene Reisetasche und entnahm ihr ein dickes Kuvert.
iBttte, hier sind sie."
Gabby zitterte etwas, als sie nach dem Kuvert griff. Sie öffnete es und sah die Papiere durch. 3a, das waren schon die richtigen. Darauf erfaßte sie MilltorpS beide HKnde und ergoß sich tn einem Strom von Danksagungen, denen sich aber Milltorp, etwas beschämt, zu entziehen versuchte.
„Aber, ich bitte, es ist nichts zu danken."
Gabby reichte schweigend das Kuvert der Trzellenz. Run kam man über die Äache ja nicht mehr hinweg. Thorben hatte vermutlich
eine Ahnung, worum es sich handelte. Er setzte sich an den Tisch und sah die Dokumente durch, eines nach dem anderen. Dann erhob er sich und brückte Milltorp still die Hand. Unter seinen weihen Augenbrauen glänzte es feucht.
Rach dieser stummen Pause, die einige Minuten gewährt hatte, nahm Misttorp seinen Bericht wieder auf.
„Fob war auf alle Fälle das wichtigste. Zuerst wurde ich auf eine falsche Spur geführt. Kehler wußte nichts, er war zu sehr mit seinen eigenen Angelegenheiten beschäftigt und hatte seine Sache übrigens auch gut gemacht. Richt schlechter hatte sie aber leider auch ein anderer gemacht, unser Waldhüter, Fellips' ganz besonderer Mameluk. Kurze Zeit gelang es ihm. mich zu täuschen. Aber dann machte ich meine Entdeckungen bezüglich dieses Herrn. Run, die Details sind ja gleichgiltig. Kurz und gut, ich kaum darauf, daß Fob irgendwo im Schloß gefangen gehalten wurde. Und am selben Tage abends stand ich aber mit ihr schon tn Verbindung, dank der alten Rafaela. Fob hatte es verhältnismäßig nicht schlecht in einer der Kasematten des alten Schlosses, die gewiß auch schon vor langer Zeit für solche Zwecke verwendet wurden. Sie war also eingesperrt, ich sah sie deutlich durch eine kleine Oeffnung in den dicken Prismen des dreifachen Glasfensters. Sie faß an einem Tisch, die Arme darauf gestützt, den Kopf in den Händen, und es wäre eine Lüge zu sagen, daß sie besonders fröhlich ausgesehen hätte?
Exzellenz fing Feuer und Flamme. Er konnte sich mcht zurückhalten, Millwrp in seiner Erzählung zu unterbrechen.
„Stop, Herr Milltorp! Ich weiß nicht, was Sie noch hinzuzufügen haben. Jetzt sage ich, — und wenn wir eine ganze Division mobilisieren und das Schloß mü 75-Millimeter-Geschützen belagern müßten, so muß diese Expedition noch heute Ausgerüstet werden."
, „Verzeihen Sie, Exzellenz," unterbrach ihn jetzt Milltorp, „vielleicht ist es nicht so ganz gleichgüttig, was ich noch zu sagen habe. Solcher Maßnahmen, wie Exzellenz sie vorschlagen, bedarf es nicht. Möchten sich Exzellenz dafür nicht die Mühe geben, die Tür dort zu öffnen?"
Exzellenz starrte verständnislos auf Millwrp, der ganz ruhig aussah. Zögernd öffnete er die Tür, die ins Zimmer nebenan führte.
Und i(i diesem stand — natürlich — Fob.
Tableau. Großes Tableau, mit der gesegneten Mischung von Freudentränen und Zärtlichkeitsausbrüchen, wie sie nur in Romanen vorkommen ...
Milltorp aber erklärte, daß er Hunger habe, und schlug vor, den Lunch zu nehmen ...
Epilog.
Auf Billa Caroly war das brausende Orgelwerk der Riesenulmen längst verstummt, und die süßen Düfte der Jasminhecken von taufend Winden in alle Welt getragen worden.
lieber den großen Hof vor der Villa wehte kühler Novemberwind. In den äußersten Zweigen der Bäume raschelte es ,sonst aber herrschte Stille und Winterschweigen rings um Caroly.
Aber im Haus ging es um so lebhafter zu. Nicht deswegen, weil es der alten Thorben etwa gelungen war, zu einer Jahreszeit, in der es die Städter am gemütlichsten unter Straßenlaternen und im Scheine der großen Lampen in den Restaurants finden, die Leute aufs Land zu locken. Nein, diese späten Gäste hatten sich selber eingeladen, oder vielmehr, sie hatten sich von einer mit höchster Machtvollkommenheit ausgestatteten Persönlichkeit einladen lasten.
Dies war kein Geringerer gewesen, als die alte Exzellenz selbst. Papa FiU war der Meinung, daß er und Fob und alle übrigen Mitkämpfer in dem glücklich verlaufenen Feldzug gegen den ein für allemal erledigten Herrn Fellips nach all den Mühen einiger Ruhe bedurften. Zu diesem Zwecke hatte er ganz einfach eines Tages der Tante Karoline die Ankunst der ganzen Gesellschaft angeküundigt. Die Tante war davon selbstverständlich entzückt. — besonders aus einem Grunde: es gab doch eine aufgelöste Ehe, und unglückliche, nunmehr aber glücklich geschiedene Ehegatten waren ja bekanntlich in ihren Augen eine ganz besonders hochstehende Kategorie.
Um den offenen Karnin im Saale saßen also an diesem Tage in ländlichem Frieden versammelt folgende Peffonen:
Erstens: Exzellenz und seine Schwester (welche die Landlust genießen konnten, solange e» ihnen bshagte).
Zweitens Fob (die, wie Tante Karoline wußte, jetzt wieder ihre frühere Fröhlichkeit zurückgewonnen hatte).
Drittens: Gabby (bte Fob durch dick und büim folgte).
Viertens: Herr Keyler (der, wenn «_ auch dw Umstände nicht so mit sich gebracht hätten, sich dennoch auf ewige Zeiten von seinem gewesenen Prinzipal getrennt hätte).
Fünftens: Milltorp (der sich darauf verließ, daß auch sein Verwalter sich einmal um bas Gut küm* mem konnte).
Tante Karoline bewegte sich in dieser Gesellschaft wie eine spinnende Katze, — nicht zuletzt deswegen, wett sie Fob nunmehr endgültig gegen alle künftigen eheligen Absichten gefeit hielt. Ihr tragisches Bei« spiel konnte außerdem auch auf die übrigen An« wesenden abschreckend wirken. Ihr Humor mar so glänzend, daß sie sich bereit erklärte, einige hundert Meter Film aufzunehmen, — diesmal nicht zu De- monstrationszwecken, sondern nur der Unterhaltung wegen. Und Tante Karoline bekam ihren Willen erfüllt. Besonders Milltorp war von der Vorstellung ungemein belustigt.
Es war aber em Gluck für Tante Karoline, daß sie nicht sah, was eine halbe Stunde später sich in der großen Allee zutrug. Das hätte sie vielleicht an der Wirkung unglücklicher Ehen und filmdramatischer Demonstrationen zweifeln lassen. Und es tft von wenig Nutzen, wenn alte Leute zu zweifeln beginnen . . .
In der großen Allee gingen zuerst ein Herr und eine Dame, eng aneinander geschmiegt. Auch ein sehr zudringlicher Betrachter hätte sie im Dunkel nicht erkennen können. Es waren Milltorp und Fob.
Einige Minuten später tauchte ein zweites Paar auf — auch Arm in Arm. — Ohne den beiden mit einer elektrischen Taschenlampe ins Gesicht leuchten zu müssen, ahnt der intelligente Leser, daß dies Paar die Firma Gabby-Keyler war, von denen die letztgenannte nach Prüfung ihres Herzens es für das beste gefunden hatte, den einmal ausgesetzten Preis für eine gewisse kühne Tat auch zu verleihen . . .
Als unsere Helden und Heldinnen genügend tief in das schützende Dunkel der Allee gekommen waren, taten sie natürlich das, was ein Held und eine Heldin in der Schlußszene eines modernen Romane» nie» mal» zu tun unterlassen . . .


