Einzelbild herunterladen

Landkreis Hörde stillgelegt wird. Don den 1Z Zechen des Landkreises Hörde sind heute nur noch fünf in Betrieb. Auf dem Wa 7z - Thomaswerk der Phönix QL ®. wurden am 15. Olugust 800 Olrbeiter beurlaubt. Olm 28.0lugust wird bei dieser Gesellschaft eine Steinfabrik mit 150 Mann Belegschaft stillgelegt.

Dor Lohnkämpfen in Ober­schlesien.

Berlin, 20. Olug. (SIL) QBtc dieTäg­liche Rundschau" meldet, steht Ost-Oberschlesien erneut vor einem schweren wirtschaftlichen Kon­flikt. Die Qlrbeitsgemeinschaft der Schwerindustrie hat den Gewerkschaften für den 31. Olugust ein Kündigungsschreiben zugesandt, in dem es heißt: Unter dem schweren wirtschaftlichen Druck infolge der Ql b s a h n o t und wegen der sich täglich verschärfenden G e l d - schwierigkeiten der Werke sehen wir uns gezwungen, eine Herabsetzung der Löhne zu fordern. Die Qlrbeitsgemeinschaft der Ge­werkschaften hat beschlossen, nunmehr ihrerseits auch die L v h n t a r i f e in der Hüttenindustrie zum 31. Olugust zu kündigen mit dem Zweck, eine Heraufsetzung der Löhne entspre­chend den gestiegenen Lebenshaltungskosten zu erreichen.

Kündigungen in der sächsischen Textilindustrie.

Chemnitz, 20. Olug. Gestern ist sämtlichen 200 000 Textilarbeitern des westsächsischen und thüringischen Inöustriebezirks zum 4. September schriftlich gekündigt worden. Das Kündi­gungsschreiben stellt fest, daß die Kündigungen und Schließungen der Betriebe am 4. September infolge des von dem Deutschen Textilarbeiterverband über einzelne Textilbetriebe (Baumwollspinnereien) verhängten Streiks er­folgen.

Einigung in der München- Gladbacher Textil-Industrie.

München-Gladbach, 20. Olug (WLB. Funkspruch.) Zwischen den Vertretern der Qkr- cinigten Arbeitgeberverbände der Textilindustrie von München-Gladbach, Rheydt und Llmgegend und den Vertretern der Gewerkschaften kam es zu einer Einigung dahin, daß die Aussper­rung von 40 0 00 Textilarbeitern ver­mieden wird. Die Aicheitgeberverbände nahmen die ausgesprochene Kündigung zurück. Der für verbindlich erklärte Schiedsspruch, der eine Lohn- erhöhung von 6 Prozent vorsieht, wird beiderseitig innegehalten werden.

Die Provinziallandtagswahlen in Preußen.

Berlin. 19. Aug. (TU.) (Amtlich.) Es be­steht keine sichere Aussicht, daß der Entwurf eines Provinziallandtags- und Kreistagsgesetzes noch rechtzeitig verabschiedet werden wird. Das Staats­ministerium hat deshalb beschlossen, daß am S o n n= tag, 25. Oktober d. I., die Neuwahlen zu den Prooinziallandtagen der Provinzen Ost­preußen, Brandenburg, Pommern, Grenzmark, Posen, Westpreußen, Niederschlesien, Sachsen, Schleswig-Holstein, Hannover, Westfalen und der Nheinprovinz, sowie zu den Kommunal- landtagen der Bezirksoerbände Kassel und Wiesbaden stattzufinden haben. In einem Runderlaß des Ministeriums des Innern werden demnächst die Landräte derjenigen Kreise, in denen Neuwahlen zum Kreistag statt,zufinden haben, an­gewiesen werden, die Kreisausschüsse zu veranlassen, gemäß § 14 des Gesetzes vom 3. Dezember 1920 die Neuwahlen zu den Kreistagen auf den gleichen Tag anberaumen zu lassen, damit die Wahlen zu den Prooinziallandtagen und zu den Kreistagen in Verbindung miteinander vollzogen werden können.

Entwurf einer Reichsdienst­strafordnung.

Berlin, 19. Aug. (TA.> Vom Reichs­minister des Innern wurde dem Reichstag der Entwurf einer Reichsdienststrafordnung zugelei- tet. Der Entwurf behandelt das materielle Dienststrafrecht, das Verhältnis des Dienststraf­verfahrens zum gerichtlichen Strafverfahren, die Dienststrafgerich-tsverfassung, das Verfahren selbst, die vorläufige Dienstenthebung, Fristen, Vollstreckung, Kosten sowie Schluß- und lieber» gangsbestimmungen. 3n der Begründung wird darauf hingewiesen, daß das geltende Dienststrafrecht der Reichsbeamten, wie es im Reichsbeamlengesetz niedergelegt ist, schon seit langem verbesserungsbedürftig ist. Als beson­ders schwer wurde der Mangel erschöpfender Bestimmungen über die Rechtskraft der Ent­scheidungen und die Unmöglichkeit der Wiederauf­nahme des Verfahrens im Sinne der entsprechen­den Vorschriften der Strafprozeßordnung emp­funden. ilm die Reuregelung des Deamtenrechts überhaupt in Fluß zu bringen, ging die Reichs­regierung dazu über, seine vom Standpunkt der Beamten der Verabschiedung am dringend­sten bedürfenden Teile, soweit tunlich, heraus­zugreifen und vorweg zu bearbeiten. So geschah es mit dem Entwurf eines Beamten- vertretungsgesehes und fo geschieht es jetzt mit dem Entwurf einer Drenststraf- orönung für die Reichsbeamten, deren als­baldige Verabschiedung besonders drrnglich er­scheint.

Ein Aufruf der demokratischen Partei.

Berlin, 19. Aug. (TU.) Die Deutsche Demokratische Partei und die demokratischeReichs- tagsfraktion erlassen einen Ausruf an ihre Wäh­ler, in dem es heißt: Wir stehen am Ende einer langen und an Kämpfen überreichen parlamen­tarischen Tagung, der ersten, in der die demo­kratische Reichstagsfraktion in .Opposition gegenüber einer Regierung der deutschen Repu­blik stand. Die deutsche demokratische Reichstags­fraktion hat sich bewußt zu keinem Zeitpunkt an irgendeiner Form von Obstruktion be­teiligt, die die Arbeit des Reichstages zu ver­hindern geeignet gewesen wäre und einen ge­fährlichen Schritt auf dem Wege zum Riedergang des Parlamentarismus bedeutet hätte. Sie hat tu Arbeitsfähigkeit des Parlamen» t e s gefördert und die Qlusfchreitungen der Kom­munisten bekämpft. Dabei aber mit demselben Rachdruck die unerhörten Methoden der Mehrheit abge^hnt, die die sachlichen Anträge der Oppo­sition ungetrübt beiseite schob. Die demokratische

Rcichstagssrattion ist in temuii <s»ue uriiiau^ gewesen, die Vereinbarungen der Regierungs­parteien gutzuheißen. Die jetzige von der Rechten beherrschte Regierung kann, eingeengt durch die Forderungen von herrschbegierigen Interessenten, das deutsche Volk nicht aus der chwrren wirt­schaftlichen Krisenzeit, in die es hineingeraten ist, herauszuführen. In der Stellungnahme zur Außenpolitik heißt es: Die Demokraten un­terstützen die Regierung bei ihrem Bestreben nach einer europäischenDerständig ung, aber sie stehen wachsam allen Plänen der Regierung gegenüber, wenn sie sich aus Furcht vor dem bei ihren Anhängern unpopulär gemachten Ein­tritt in den Völkerbund in das Gestrüpp unabsehbarer Spezialverträge begibt.

Gesterreichische Illoyalität.

Die Begünstigung polnischer Kohlen­transporte durch förderalistische Kreise Oesterreichs.

Derliu, 19. Aug. (LH.) DieVoss. Zig." berichtet -uS Wien: Aus dem zwischen Deutsch­land und Polen entstandenen Zollkrieg ver­suchen gewisse donauföderalistische Kreise Oester­reichs Gewinn herauszuschlagen. Es wurde der österreichischen Regierung das An­sinnen gestellt, auf den österreichischen Bundes­bahnen die Tarife für polnische Koh­le n t r a n s p o r t e nach Italien fo nie­drig zu halten, daß dadurch die oberfchlesischen Kohlen aus Polen in (Italien gegen die englische Kohle wettbewerbsfähig werde. Tatsäch­lich laufen seit einigen Lagen bereits zwei bis drei endlose Kohlenzüge von Lundenburg nach Tarvirs. Für die Zugeständnisse, die der öster­reichische Außenminister M a t a y a Polen in der Kohlenausfuhr gemacht hat. wurden einige Zu­geständnisse für Oesterreichs Indu­strieausfuhr nach Polen erreicht. Die -Voss. Ztg." bemerkt dazu: Diefes Beispiel, wie sich zwischen Oesterreich und den Rachfolgestaaten, zu denen auch Polen gerechnet werden kann, unter dem donauföderali st ischen Geist eine Vorzugsbehandlung unter Ausschluß Deutschlands entwickeln kann, ist bezeichnend und lehrreich.

Die TschechisierungMarienbads.

Prag, 20. Olug. (WTB.) Die Tschechi- ficrung des deutschen Marienbad nimmt ihren Fortgang. Das staatliche Bvdenamt hat d r c i Meierhöfe, die dem DeutschenTempler­st ist gehören, auf Grund des Bodengesehes enteignet und der Kurparkgesellschaft, deren Vorstand größtenteils aus Tschechen besteht, und zwei anderen tschechischen Bewerbern zugewiesen. Die Stadtgemeinde Marienbad, die nach dem Gesetz in erster Linie anspruchsberechtigt gewesen wäre, wurde z u r ü d g c a> i e f e n. Pro Hektar erhält das Stift 2000 Kronen, während der wirkliche Wert 130 000 Kronen beträgt. In kürzester Frist ist mit der gänzlichen Ent­eignung der Morienbader Besitzungen des Stiftes zu rechnen.

Der britisch-chinesische Konflikt.

Ernste Austastung in London. - Der britische Oberkommandierende in

Kanton.

London, 20. Aug. (TU.) Die Rachricht von dem Einfuhrverbot für britische und japanische Schisse nach und von chinesischen Häfen seitens der chinesischen Kanton- Regierung hat in London großes Auf­sehen erregt. Die von der Kanton-Behörde herausgegebenen Bestimmungen würden, falls sie verwirllicht werden sollten, den britischen und japanischen Schiffsverkehr nach und von den chinesischen Häfen lahm legen. Offensichtlich stellt die chinesische Maßnahme einen derart flagranten Bruch der Vertrags­rechte dar, daß ein energischer Schritt seitens der britischen Regierung erforderlich fei. Die britische Regierung wird die Gesamtlage in China einer genauen Prüfung unterziehen, bevor sie eine Entschließung treffen werde.

Wie aus Schanghai gemeldet wird, ist der Ober kommandierende der englischen China-Flotte, Vizeadmiral Sir Edwin Sinclair gestern an Bord des SchiffesPeterfield" nach Kanton abgereift. Der Besuch wird mit dem von der Kantonregierung erlassenen Verbot für die britische Schiffahrt in Verbindung ge­bracht. Obgleich der Admiral keine besonderen Instruktionen erhalten hat, bei den chinesischen Behörden Vorftellungen zu erheben, wird er doch in feiner Eigenschaft als Oberkommandieren­der der britischen Marinestation in China alle notwendigen Schritte zum Schuhe der britischen Schiffahrt unternehmen, ohne sich vorher mit seiner Regierung in Verbindung zu sehen.

Der Drusenaufstand.

London, 20. Aug. (WTB. Funkspruch.)Ti­mes" erfährt aus Jerusalem, daß die Drusen fol­gende weitere Bedingungen gestellt haben:

1. Zurückziehung aller französischen Truppen aus hauran;

2. Beschränkung der französischen Kontrolle aus fünf Beamte;

3. Wiederaufbau aller durch französische Flug­zeuge zerstörten Dörfer;

4. unbeschränkter Waffenhandel in hauran.

DieTimes" will wissen, daß die Franzosen in Vorbereitung weiterer Operationen neue Irup« pcn zusammenziehen. Die Drusen haben die Belagerung der Garnison von Su- e i d a gegen die Freilassung von acht gefangenen Drusenführern aufgegeben. Die Garnison von Sueida ist nach Damaskus zurückgekehrt und wird durch frische Truppen ersetzt werden.

General Soule erhielt bei einer Inspektion militärischer Posten etwa 15 Meilen südlich von Damaskus einen Sch u ß in den Schenkel. Eine Strafexpedition wurde sofort nach dem benach­barten Dorfe 'JJirrjane entsandt. 20 Einwohner des Dorfes wurden getötet.

Frankreich und das delgisch- amerikani^che Schulden- abkommen.

Paris, 20. Olug. (XU.) Obwohl von ame­rikanischer Seite ausdrücklich darauf hingewiesen I wird, daß das amerikanisch-belgische Schulden­

stellt, glaubt die Pariser Presse dieselben Zugeständnisse auch für Frankreich in Ansprach nehmen zu können.L'Oeuvre" meint, der Weg für die französisch-amerikani­schen Schuldenverhandlungen sei durch das Qlb- fommen zwischen Amerika und Belgien genau vorgezeichnet, insbesondere müsse der Unter- schied zwischen den Kriegs- und Rachkriegsschulden beibehalten werden. Petit Parisien' stellt fest, daß auch Frankreich während des Krieges verwüstet wurde uni) genau wie Belgien die verwüsteten Gebiete aus eigenen Mitteln wieder aufbauen mußte.

Rach einer Havasmeldung aus Washington hat der französische Botschafter dem Staatssekretär Mellon einen Besuch abgcftat» tet und ihm mitgeteilt, daß die französische Schulden-Kom Mission in der zweiten Hälfte des Septembers in Washington ein­treffen wird. Die Zusammensetzung der Dele­gation ist noch unbestimmt.

K' "ne politische Nachrichten.

Madrider Blätter rechnen damit, daß die deutsch-spanischen Handelsvertrags­oerhandlungen im September wieder ausge­nommen werden. Man will versuchen, ein Proviso­rium zu schaffen, um einen Zollkrieg zu vermeiden.

*

9m Danziger 23 o l f sta g wurde die Neu­wahl des stellvertretenden Präsidenten des Senats und 13 nebenamtlicher Senatoren vorgenommen. Bon der sozialdemokratischen Partei waren 6, vom Zentrum 4 und von der deutsch-libe­ralen Partei ebenfalls 4 Kandidaten aufgestellt worden. Sämtliche Kandidaten, von denen drei nicht Mitglieder des Bolkstages find, wurden gewählt. Der Vizepräsident des Volkstages, Gehl, wurde zum stellvertretenden Senatspräsidenten gewählt.

*

Der König und die Königin von Schweden werden in Begleitung eines Geschwa­ders der schwedischen Flotte sich nach Finnland begeben, um dem Präsidenten von Finnland, R e - l a n d e r, einen offiziellen Besuch abzustatten. 9m Gefolge des Königs befindet sich unter anderem der schwedische Außenminister U n d e n.

2lus «Ker Welt.

Großfeuer in Quedlinburg.

Mittwoch nacht sind in Quedlinburg (Harz) vier große Fabrikgebäude der Metall­warensabril Gebr. Arndt niederge­brannt. ^.Inermehlicher Schaden ist dadurch ent­standen, daß Riesenvorrate fertiger Waren mit verbrannt sind. Das Waren­lager, die Poliererei und der Packraum sind bis auf die Umfassungsmauern vernichtet. Der Brand soll durch Selbstentzündung von Holzwolle ent* standen sein.

Eine Pvppenfabrik eingeäschert.

Infolge Explosion einer Spiritusflasche brannte in Ehnes bei Coburg eine Puppen­fabrik mit dem dazugehörigen Wohnhaus und einem Rachbarhaus vollständig nieder. Der In­haber der Fabrik, Kirchner, erlitt bet der Explosion so schwere Brandwunden, daß er bald darauf starb.

Schadenfeuer auf der Ausstellung in Grenoble.

Paris, 20. Aug. (Täl.s Gestern abend "schlug ein Blitz in die AnrsstellungWeihe Kohle" in Grenoble. Die Ausstellungshalle der Transportmittel wurde vollkommen einge- ä f eher t. Zahlreiche Flugzeuge, Automobile und andere Fahrzeuge wurden zerstört. Der Sach­schaden ist sehr groß.

Großer Brand in Basra.

London, 28. Aug. (WTB. Funkspruch.) Times" meldet aus Basra: Gestern abend brach im bevölkertsten Teile der Stadt ein Großfeuer aus, dem ganze Stra.hen zum Opfer fielen.

Todesfprung aus dem sahrrnden O-Zug.

Oluf der Strecke Oßnabtü ckM ü n ft e r sprang unweit der Station Belm ein 15jähriger Fürsorgezögling aus dem Abortfenster 'ne3 fah­renden Zuges. Er wurde mit solcher Wucht gegen die Böschung geschleudert, daß er nach kurzer Zeit verstarb.

Rächtlicher ilebetfall

In der Rächt zum 18. August wurde im Walde in der Rähe von Duisburg ein Per­sonenauto von einer Bande vermummter Per­sonen mit roten Armbinden angehalten. Während der Wagenführer mit vorgehaltener Pistole bedroht wurde, versuchten die Banditen das Auto auszurauben. Auf die Hilferufe des Wagenführers ergriffen sie unerkannt die Flucht.

LInschuldig berurtcilt.

In Wilhelmshaven ist ein schwerer Justiz­irrtum aus gedeckt worden. Ein Matrose war am 1. August wegen doppelten schweren Sittlich­keitsverbrechens zu zwei Iahren Zucht­haus verurteilt worden, trotzdem seine An­gehörigen sein Ollibi bestätigten. Die Wilhelms­havener Kriminalpolizei hat jetzt den wirk­lichen Täter, der bereits ein Geständnis ab­gelegt hat, verhaftet. Der unschuldig Ver­urteilte ist aus der Strafanstalt entlassen worden.

Thphusepidemie in Westfalen.

Trotz aller Vorsichtsmaßregeln hat die Th- phusepidemie nun auch nach Westfalen überge­griffen. In Rheine sind bis Dienstagabend über 60 Erkrankungen an Typhus festgestellt. Drei Personen sind bereits gestorben. Man vermutet, daß schlechte Milch die Ursache der Krankheit gewesen ist.

ilntoetter im Bayerischen Wald.

Der Waldbestand im Bayerischen Wald hat infolge der letzten Ilmretter furchtbar gelitten. Annähernd 200 000 Kubikmeter Holz, darunter dieschönstenDestände, sind von bemOrkan geknickt oder entwurzelt worden. Ganz furchtbar hat der Orkan in Klingenbrunn gehaust. Die ganze Gegend bietet ein Bild der Zerstörung. Rach einer vorläufigen Schätzung sind dort 150000 Kubikmeter Holz vom Sturm gefällt worden. Zu einer wahren Katastrophe hat sich der Sturm in der Umgebung von Holz­kirchen ausgewachsen. Dort liegen 100jährige Daumricsen in einem unübersehbaren Wirrwarr durcheinander. Fachleute schätzen den hier vernichteten Baumbestand auf 60 000 Kubikmeter. Während der Unwetterkatastrophe kamen auch mehrfach Brände zum Ausbruch, die durch Blitzschlag hervorgerufen wurden und auch mehrere Menschenleben forderten.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 20. August 1925.

Letzte (Barbe.

Cs ist leer geworden auf den Feldern: nut hier und da stehen noch em paar Hafermandel, die nicht trocknen wollen. Sonst pfeift der Wind herbstlich übec die Haferstoppeln, zwischen denen es schon grün zu werden beginnt: die ausgefalle­nen Körner treiben, als wenn es zum zweiten Mal Frühling werden wollte.

Es ist ein eigenartiges Gefühl, daß die Ernte wohlgeborgen in der Scheuer liegt ein Gefühl der Ruhe und Behaglichkeit, wollte man sagen, nun kann der Winter kommen. Der Winter schon? Richt erst der Herbst? Es ist ja doch noch Hochsommer, Spätsommer freilich, und wir erwarten noch jene milden Wochen, in denen das Wetter oft freundlicher ist, als im Sommer selbst, den wir ja diesmal gründlich zu spüren bekommen haben.

Die letzte Garbe steht noch auf dem Feld. Malerisch blitzt die Sonne über die Haferrispen, die sich im Winde regen. Ackerwinde duften herbsüß. drüben spürt jemand mit einem Hund, wohl nach Hamstern, die jetzt eifrig für den Winter sorgen. Bald wird die Jagd aufgehen, bald schreiten Iäger durch.tr^cknes Kartoffel­kraut oder durch feuchte fette Rubenblätter: dann knallt es in den Feldern und Meister Lampe weiß, daß nun die Zeit vorüber ist. Wird man Rebhühner auf den Tisch bekommen?

Der 24. August gilt alsErnteheiliger". Er steht in dem Rufe, daß er die letzte Garbe schützt und das Korn vollends ausreifen läßt, wo es spät reift, ©r bringt auch die Kohlköpfe zur Reife und war früher bei den Landleuten ein großer Festtag. Am 24. August ging man nicht auf das Feld hinaus, um den Ernteheiligen, der den RamenBartholomaus" führt, nicht zu verscheuchen. An diesem Tage durste natürlich auch nicht gearbeitet werden und wer arbeitete, muhte es durch Unglück und Mißwachs das nächste Iahr büßen. Vielleicht hat sich ein wenig davon noch heute erhalten, aber der mo­derne Landwirt ist zu aufgeklärt. Die frühere Zeit war poesievoller wirklich?

Roch steht die letzte Garbe. Morgen viel­leicht schon wird ein einspänniger Wagen kommen und sie fang- und klangslos hereinholen, damit auch sie zum Erntedankfest drinnen ist.

Dann ist es herbstlich draußen.

Rückwirkende Entschädigung für Kriegsbeschädigte.

Das Reichsgesetzblatt vom 5. Olugust d. Is. bringt Aenderungen, die geeignet find, manche bestehende Härten auszugleichen. So z. B. den Artikel H:

Beschädigte', die nach § 104 des Reichs- Versorgungsgesetzes aus der Renlenversorgung I ausgeschieden und nicht wieder rentenberechtigt I geworden sind, kann auf Antrag einmalig der Betrag von 50 Reichsmark gewährt werden, wenn ihr durchschnittliches Monatseinkommen 200 Reichsmark nicht übersteigt. Der Antrag muh vor dem 1. März 1926 gestellt sein."

Weiterhin werden E l t e r n r e n t e n ge­währt, die wegen Wegfalls der Bedürftigkeit entzogen wurden, wenn die Bedürftigkeit wieder eingetreten ist. Auch ist Leichtbeschädigten die Zusatzrente wieder zu gewähren, wenn sie wegen eines anderen Leidens Invalide sind (66 Prozent).

Da es für den einzelnen natürlich schwer ist, sich durch alle Gesetzesbestimmungen durchzu­finden, sei darauf hingewiesen, daß die Krieger­kameradschaft Hassia, ein Verband von über 600 hessischen Vereinen, die Vertretung ihrer Mitglieder durch erfahrene Vertrauensleute kostenlos übernimmt. Die Geschäftsstelle ist in Darmstadt, Ahastraße 5.

Gießener Wochenmarktpreife.

am 20. August 1925 (Händlerpreise).

Cs kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 210 bis 230, Matte 30 bis 35, Käse 70. Wirsing 25. Weißkraut 15, Rotkraut 25, gelbe Rüben 20 bis 25, rote Rüben 10, Spinat 40. Römifchkohl 10, Bohnen 30 bis 35. Mifchgemüse 15, Tomaten 30, Zwiebeln 20, Kartoffeln 6, Früh­äpfel 25, Falläpfel 8, Birnen 40 bis 70, Eier- Pflaumen 50. Zwetschen 30 bis 35. Mirabellen 45 bis 50, Reineclauden 40, Weintrauben 60, Pfir­siche 80 bis 120, Preiselbeeren 50 bis 65. Brom­beeren 45, Honig 35, junge Hahnen 100, Suppen­hühner 120 Pft das Pfund. Eier 15 bis 16, Blumenkohl 50 bis 130, Salat 10 bis 20, Salat- gurfen 30 bis 60, Einmachgurkem 3 bis 5. Endivien 25. Ober-Kohlrabi 15, Rettich 20 bis 30 Pf. das Stück.

Bornotizcn.

Tageskalender f üx Donners- t a g. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: ..Aus der Iugendzeit klingt ein Lied." Astoria-Licht­spiele:Harry Hills Iagd auf den Tod."

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Am nächsten Dienstag, 25. August, wird ein neues Lustspiel.D e r Glückspilz" von Gustav Rickelt, gegeben. Das liebenswürdige, harmlose Werk ist bereits im Stadttheater 'Berlin, im Wiesbadener Landes­theater und zahlreichen anderen Bühnen mit starkem Heiterkeitserfolae aufgeführt worden. Der Verfasser ist weiteren Kreisen bekannt als Präsi/- dent der Deutschen Bühnengenossenschaft.

'.ürLeAvorLrlH-age.

Vorwiegend wollig, wechselnde Winde, mäßia toann, vielfach Riederscbläge und Morgennebel.

Das Ties über dem Baltikum ist langsam im Abziehen begriffen. Ihm folgen mehrere fleincre Teiltiefs. Das gestern noch über England ge­lagerte Hochdruckgebiet ist durch ein von Westen herankommendes neues Fallgebiet nach Rord- osten ab gedrängt worden. Veränderliche, oft kühle Witterung ist für die Tage zu erwarten.

Gestrige Tageslempe.aturen: Maximum 17,8, Minimum 14,4 Grad Celsius. Riederschlags- menge: 7,7 Millimeter.

*

3 Die Septembermiete. Wie wir von gutunterrichteter Seite aus Darmstadt hören, soll vom 1. September ab voraussichtlich die Miete von 84 Prozent auf 88 Prozent der Frie» densmiete erhhöt werden. Durch diese Erhöhung soll den Städten und Gemeinden die Möglichkeit gegeben werden, die Sondersteuer, die zur Zeit 60 Pf. beträgt, auf 80 Pf. (also auf den gleichen Satz, den der Staat einhebt) festzusetzen. Der Be­trag von 20 Pf., um den die Sondersteuer hier-

ö slehL ßütfc b-- für

eit a«f j SÄS ZK?

-i,it Ivie

KL

Staa Ärt fchadi '^au. fen. Ne W hoben 'siebenen /

00 e\ iügunfl. umbr Vereine I lb I 3 tien Dienst/ Italien nah

den ofstzlk M Lie Drg<r

?(ulid)cr 3tüU pjjmbutg) _. Mottenbunb bet aäMch T, 'Konigin-Lmse- idwWN martb, LoM Preußischer L' Frauen - J Polksparlei - nationalen Do

NM. . C sende. Das die Rge in. wieder aus bi crlannle -höhe Den vielfach n kreuzt. Sehr c icnde, ahne eil die tz liste a häufig MM oder gegen di werden die } bezug in bei inästig schnelle weisende, die nehmen, sich Kleiber Derbe daher das J bediensteten a iamteir ju ftfa iicrf^ren, find daraus aufinert lässig sei uni ober aber M Unterlage zu i nicht nadjgetor Anzeige zu

" Die lüften zur A! Wehen läfy Ende August Die Fchwalb etwas stärker worden, erteil der früheren;

" @ie| ^lenstag brm Hemer Surfjo Staat)' und -2er hvchl noch dazu ree sterborer", er, schwüle troll n so fidelem den Aauhein wrseuernder i und Shefchwe lur ängstliche, suationen, tnu Hanke, Ge ?arcks,Ao eifrig juftanö xlm

Äabenb. SN eint f°lQunen(hot5 §ertel^' > Nühn Aschen? ^besonders fl| yn> iie ju 5 leletn hat.

WES ein,» von 5 ?en dieser 5

Ds K

*S're Cl

IM/85 ®

W» allez