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nach erhöht werden kann, soll den Gemeinden lur ihren Finanzbedars aut freien Verfügung fteh«.
- Rückerstattung der Lohnsteuer- betrage für 1924. Von brandiger Stelle Mird mtt.jrteilt, daß nach dem Stcuerüberleitungs- qesey hu für 1924 bezahlten Lohnsteucrbclröge in Füllen Verdien st losiAkelt und Krankheit auf Antrag ^urücker stattet werden können Die Frist für die Anträge, die am 25. 3uli 1925 abgelaufen war. ist durch das neue Lulomm- nsteurrgesey bis Aum 31. Dezember 1925 verlängert worden. Abgelchnte Anträge können .■ rncazrt werden.
D i e hessische A p o t h e ke r ka m- m er hak. wie uns berichtet wird, der Regierung eine Resolution mitgeteilt, in der auf das energischste gegen die Selbstabgabe von Arzneimitteln seitens der staatlichen VetriebSkrankenkasse protestiert wird. Gs könne nicht der Wille der Regierung fein, pah eine staatliche Detriebskrankemasse steuer- zahlenbe Staatsbürger — die Apotheker — in ■v*r Art schädigt, wie das hier der Fall sei, auch insbesondere in Berücksichtigung der heutigen schwierigen Verhältnisse.
*• Frauenhilfswerk für die Optanten. Die nachstehenden 22 Frauenorganisationen haben sich zu einem Hilfswerk für die aus Polen vertriebenen Deutschen zusammengeschlossen, das, wie der Arbeitsausschuß mitteitt, in der Bereitschaft breitester Voltschichten einen guten Anfang genommen bat. Ls stehen schon einige Mittel zur Ser- sugung, um dringendste Not zu lindern, und die Vereine selbst stellen ihre Arbeitskräfte bereitwilligst in den Dienst der Sache. Es sind Vertrauens- trauen nach Schneidemühl entsandt, die sich mit den offiziellen Hilfsorganen in Verbindung setzen. Die Drganifationen sind: Auslandbund deut- scher Frauen — Bund deutscher Ossiziersfrauen E.V. — Deutscher Frauenorden (Darmstadt) — Deutscher Frauenoerein für die Ostmorken E. V. (Hamburg) — Deutscher Schriftstellerinnenbund — Flottenbund deutscher Frauen — Frauenausschuß der Wirtschastspartei — Frauenbund der Kolonial- gesellschost — Hausbesitzerinnenvereine, Berlin — 'ftönigin-Luise-Bund — Reichsverband Landwirt- schaftticher Hausfrauenvereine — Dr. Käthe von Her- marth, Vorsitzende des Reifensteiner Verbandes — Preußischer Lehrerinnenverein — Ring nationaler Frauen — Reichssrauenausschuß der Deutschen Volksparlei — Reichssrauenausschuß der Deutsch- nationalen Dolkspartei.
RDV. .Gegen rücksichtslose Reisende. Das Bestreben der Reichsbahnverwaltung, die .Rüge in bezug auf Ordnung und Sauberkeit wieder auf die in der Vorkriegszeit allerseits anerkannte Höhe zu bringen, wird von den Reisenden vielfach nicht unterstützt, sondern sogar durchkreuzt. Sehr oft kann man beobachten, daß Reisende, ahne eine schützende Unterlage zu benutzen, die Füße aus die Bänke legen. Auch ist häufig scstzustellen, daß die Füße gegen die Bänke oder gegen die Türen gestemmt werden. Dadurch werden die Politur des Holzes und der Polsterbezug in den Polsterklassen einem unoerhältnis- inäßig schnellen Serbcrb unterworfen. Ferner können Reisende, die nachher einen derartigen Platz einnehmen, sich durch den abgestreiften Schmutz die Kleiber verderben. Die Reichsbahnverwaltung weist daher das Betriebspersonal, vor allem die Zug- bebienfteten an, dieser Unsitte besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Reisende, die derart rücksichtslos .'erfahren, sind in höflicher, aber bestimmter Form darauf aufmerksam zu machen, daß dies unzu- affifl sei und zu ersuchen, dieses zu unterlassen ober aber zum Schutz der Sitzflächen irgendeine Unterlage zu verwenden. Wird der Aufforderung nicht nachgekommen, so sind solche Reisenden zur Anzeige zu bringen.
* Die Schwalben sammeln sich und rasten zur Abreise. was auf einen frühen Herbst ichlietzen laß!. Früher bemerkte man erst mit Lnde August den Wandertrieb der leichten Segler. Die Schwalben sind gegen die letzten Fahre etwa- stärker in den einzelnen Dörfern beobachtet morden. erreichen aber bei weitem nicht die Zahl der früheren 316re.
Gießener Stadttheater. Am TienStag brachte ein Gastspiel des Bad-Rau- beimer KurhausthcaierS die Bekanntschaft mit Straatf und Reals übermütig-tollem Schwank .Der Hochtourist". Sachlich zwar nur eine, noch dazu recht abgeblahte Variante des .Mei- sterborer", erfüllt das Stück doch bei Hochfommer- Ichwüle voll und ganz feinen Zweck, wenn es in so fidelem Tempo genommen wird, wie von den Rauheimer Gasten unter Rudolf Golls anfeuernixr Spielleitung. Goll als .Hochtourist" und Ghefchwerenöter in unzähligen prekären und für ängstlichere Gemüter heillos verfahrenen Si- luationcn, wurde von den Herren Dastö,Volck, Hanke. Gehre. F e i g e l und den Damen Warcks, Rohr. Basedow. Jüngling und Hetzm eifrig unterstützt, fo daß ein gelungener Abend zustande tarn.
' 3m Wartburgocrein fand am Sonniagabcnb ein bemerkenswerter Vortragsabend statt. Nach einem Choralvortrag bes gutgefchulten Pofounenchors ber Wartburger ergriff Pfarrer Hertel bas Wort zu feinem nahezu zweistündigen Ausführungen über das Thema: „Unsere deutschen Bruder in Pole n". Das Thema ist besonders aktuell durch die Ausweisung ber Optanten, bie zu Beginn dieses Monats mit Macht ein- gefci.i hat. Aber unter Ausweisungen hatten die Tcutschpolen schon immer zu leiden feit dem unglückseligen Friebensoertrag von Versailles. Dieser Vertrag hatte die größten Teile der ehemalig deutschen Provinzen Posen und Westpreußen zur setzi- aen Republik Polen geschlagen. Gegen diese Deutschen, die in der Minderheit sind, führt bie polnische '.Regierung trotz des Minderheitsschutzoer- trag eine Politik, die nur als Entdeutschungspoli- uk ausgesprochen werden kann. An einer ganzen Rühe von Beispielen erläuterte Redner die Folgen dieser „Rechtslage": Mißachtung ber Kirche bura) bie Behörde,Presschetze, persönliche Angriffe auf Pastoren unb Superintendenten, ja auch auf den höchsten Würdenträger: Nichtanerkennung iirchlicher Feiertage. Einquartierung in bie Pfarrhäuser, Ueberfälle der polnischen Bevölkerung, Haussuchungen. Pastorenoerhasiungen wegen Geringfügigkeiten, ja selbst Angriffe auf Friedhöfe und Beschlagnahme ganzer Kirchen. Die Folgen solcher Abwanderung von Geisttichen liegen auf ber Hand. Das Kirchenwesen liegt brach, es wird aber auch in das Deutschtum dieser Lande eine Bresche geschlagen. Unsere Forderung ist: Grenzlandarb eit, insbeionbere auch fo. wie sie bie Jugendbewegung erkannt hat: Stärkung des deutschen Gedankens durch Fahrten in die Grenzlande, und Artnmanensiedlungsbiensl. Und weiterhin Unterstützung des Gustav-Adolf-Dereins, ber sein--seit- alles bara"fe«>t zur Erhaltung ber eoan-
lischen Kirchen im Ausland. Zn bie überaus segensreiche Arden gerade dieses Vereins kann leder- mann Einblick nehmen, wenn am deutschen Gustav» Adolfs-Fest vom 20. bis 24. September hier in Gießen Fachleute, Männer aus der Diaspora uns von dem Leden und Treiben unserer deutschen evangelischen Brüder künden werden. Das Volksfest am 20. 9. ist keineswegs eine große Volksbelusti. gung ober Unterhaltung, sondern es ist ein mann- hafies Bekenntnis zu dem großen Gedanken evangelischer Bruderhilfe.
•• Auf tri eb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt: 800 Kälber, 600 Schafe, 615 Schweine.
Landkreis Wicken.
> H olzheim. 19. Ang. Wie an vielen anderen Orten, ft> wurde auch hier ein Klein- kaliber-Schühenverein gegründet. Bis jetzt gehören dem Verein schon 60 Mitglieder an, ein Beweis, daß man dem Schießsport ein ganz besonders starkes Znleresse entgegarbringt. All- sonntäglich wandert alt und jung in großer Zahl au dem prächtig, am Rande des Maldes, gelegenen Schießstande hinaus, um sich an dem noch neuen Sport zu ergötzen. Rächsten Sonntag soll voraussichtlich ein Preisschiehen stattfinden. — Heute ist die letzte Frucht von dem Felde unter Dach gebracht worden. Allmählich wird nun mit dem Grummetschnitt begonnen. Obwohl der Regen etwas spät ein setzte, hat sich das Gras doch noch gut erholt, fo daß mit einer mittleren Grnte zu rechnen ist.
— Muschenheim, 18. Aug. Bei der am Sonntag, 9. August, stattgefundenen Beigeordnetenwahl wurde der seitherige Beigeordnete Otto Roth zum drittenmal einstimmig mit 224 Stimmen wiedergewählt.
— Birklar, 18. Aug. Bei der am Sonntag, 9. August, stattgefundenen Beige ordne t en wa h l wurde der Landwirt Friedrich Knorr mit 160 Stimmen gewählt. Dein Gegenkandidat Karl Engel erhielt 125 Stimmen.
Kreis Friedberg.
sf. Friedberg, 19. Aug. Der hiesige .Verein ehemaliger 116er“ wird sich selbstverständlich auch geschlossen an dem großen 1 Iber- Tag, verbunden mit Denkmalsenthullung am 5., 6. und I. September in Gießen beteiligen. Um aber bei dieser Feier würdig auftreten zu können, hat der Verein die Anschaffung einer Fahne beschlossen, welche gegenwärtig in der Bonner Fahnensabrik angefertigt wird. Die TLeiheder Fahne soll am 29. August stattfinden, da in trtefem Jahre hier schon verschiedene größere Festlichkeiten abgehalten wurden, soll vernünftigerweise von einer öffentlichen Feier abgesehen werden und nur im engeren Rahmen im Ratskeller im Kameradenkreise das Banner übergeben werden. — Der Beethoven-Gesangverein von Reuhork. der auf seiner Deutschlandreise auch unserer Stadt einen Besuch abstattete und hier eine sehr freundliche Aufnahme sand, hat den Armen der Stadt die Hälfte des Reingewinnes eines Konzertes in Bad-Rauheim mit 1000 Mk. überwiesen, außerdem haben die Mitglieder des Vereins aus eigenen Mitteln Dem Alice- Frauen-Derein die Summe von 150 Dollar gespendet. — Ein in Rordamerika wohnender Friedberger, Herr Theodor Grvedel. Der sich auch während des Krieges durch seine große Wohltätigkeit auszeichnete, hat dem Bürgermeister für Unterhaltung deShisttnrifch denkwürdigen(IuDen- fr a b ed Die Summe von 25 Dollar zugehen lassen. Aus einem ihm übersandten Exemplar von ^Dreher. Friedberg in Wort und Bild" hat er ■entnommen, daß dieses Bauwerk trotz seiner Restaurierung durch eindringendes Wasser wieder gefährdet ist, und hat so in dankenswerter Weise sein Scherflein zur Unterhaltung beigetragen.
!*! Friedberg. 19. Aug. Der Ideenwelt- bewerb zur Errichtung eines Polytechnikums ist am 15. August abgelaufen. Die Pläne sind in großer Zahl eingelaufen. Der Wettbewerb zum Reubau der Schillerschule läuft im September ab. Mit Der Ausführung beider Projekte dürfte kaum noch in diesem Jahre begonnen werden. Da die Geldbeschaffung außerordentlich schwierig ist.
<£ Dab-Rauheim, 19. Aug. Vom Kurhaus wehten heule die Flaggen in ben spanischen, hessischen und Neichssarben, bie spanischen Aerzte begrüßend, die auf ihrer Studienreise durch Deutschland heute auch unserer hessischen Badestadl einen Besuch abstatteten. Die spanische Studiengesellschaft, aus rund 40 Aerzten bestehend, wollte mit ihrer Deulschlandfahrl der deutschen medizinischen Wissenschaft eine Kundgebung barbringen. Die Erfahrungen unb Eindrücke der Reise werden zu einem großen Werk verarbeitet, das der spanischen Aerzte» schaft bie deutsche Wissenschaft und Medizin in ihrer ganzen Bedeutung zeigen soll. Bad-Nauheim lag ursprünglich nicht im Programm der Reise. Es ist daher unserer Bad- und Kurverwaltung sehr hoch anzurechnen, daß es ihren Bemühungen doch noch gelungen ist, die spanischen Wissettschaftter für einen Abstecher nach Bad-Nauheim zu gewinnen. Die Gäste wurden von der Bad- und Kurverwaltung am späten Nachmittag in dem vornehmen Gesellschaftswagen ber Reichsposl von Frankfurt a. M. adgeholl. Am Kurhause fand um 6 Uhr eine Begrüßung durch bie Bad- unb Kurverwaltung unb durch Vertreter ber hiesigen Aerzteschaft statt. Anschließend wurde auf der Kurhausterrasse ber Kaffee eingenommen, worauf unter ber sachkundigen Führung von Oberbaurat Berck die Gäste das Bad unb seine Einrichtungen kennen lernten. In aufrichttger Begeisterung für die vorbitblichen Heilanlagen brachten sie ihre Anerkennung über bas Geschaute zmn Ausdruck. Vor der Rückreise nach Frankfurt a. M. wurde den Gästen im Kurhause noch em Abendessen gereicht, bei welcher Gelegenheit Lad- unb Kurbirektor von Boehrner der Dirigententättgkeit des verstorbenen Generalmufikbirektors Prof. W i n b e r ft e i n gedachte und der innigen Freundschaft, die zwischen Deuttchlanb unb Spanien bestehe, ein Hoch roibmete. Die Spanier, unter benen bie imposante Persönlichkeit des Barcelonaer Profeffors Rosella besonders heroorslach, der feit seiner Studienzeit m Würzburg ein eifriger Verehrer Deutschlands geblieben ist, gaben ihre tiefgefühlte Sympathie für Deutschland wiederholt den aufrichtigsten Ausdruck und schieben mit herzlichem Dank aus unserer hessi. schen Badestadl. eie hätten, wie verschiedene der deutschiprechenden Herren sich äußerten, keinen schöneren Abschluß ihrer Sludienfahrt haben können. Morgen treten sie von Frankfurt aus über Paris bie Heimreise nach Spanien an
<7Dab-Naubeim, 17. Aua. Das musikalische Leben unserer Badestadl erhält, seitdem bie Dingen- tenfteße bes staatlichen Kurorchesters feit Winder- fteins Ableben verwaist ist, eine besondere Note durch bie Qäftebirigenten, bie für bie große» Konzerte schon gewonnen worden sind und noch ge
wonnen werden. Hervorragende Erscheinungen aus der Zahl der deutschen Orchesterleiter waren in den letzten Wochen hier schon zu Gast unb bereicherten bas musikalische Leben. Auch beim morgigen Sinfoniekonzert führt wieder ein Großer ün Reiche der Kunst, Heinz Berthold, den Dirigentenstab.
Kreis Büdingen.
__ 21 i D D a, 19. Aug. Hntte vormittag ereignete sich hier am Maritplatz. an derselben Stelle, wo vor Drei Monaten ein hrefiger Schrei- nerlehrllng Durch ein Auu» getötet wurde, wieder ein Au tounfall mit tödlichem Auö- gange. Der Schutzmann t 2t Albus aus Frank- Furt a. M. wollte feine aus Amcristi hier weilende Schwester besuchen und ging mit seinem Bruder, Pvli?-ciDiencr Tllbus in Michelnau, von i'er Ridda- brücke aus nach dem Marktplatz. Auf diesem Wege wurde er von dem Auto des Kaufmanns Friy Kolb von hier, das dieser lenkte, erfaßt und fo gegen die 2(utoLaterne geschleudert, daß er bewußtlos in einem Auto nach Gießen gebracht werden sollte. ^Interwegs, bei Hungen, starb aber der Verunglückte, und mußte als Lerche nach FrankfuN gebracht werden. Ob ein Verschulden des Lenkers vom Auto vvrliegt. muh die eingeleitete Llnterfuchung erst feststrllen.
Streik Lchotten.
— Herchcnhain, 18. Aug. Am vergangenen Sonntag hielt der Zweigoerein Schotten der T u st a v - A d o l f - S t i s t u n g in unserer Ge- meir.be sein Iabresfest. Es sollte bazu bienen, bie Herzen oorzubereiten auf bas im September in Gießen ftattfinbenbe Fest bes Gesamtvereins. Die Kirche war bis auf ben letzten Platz gefüllt. Als Feft- prebiger war Herr Pfarrer Nebel- Laubach gewonnen. Der Gottesbienst würbe bereichert burch Dorbiettmgen bes Posaunenchors unb bes Kirchen- gesangoerems Herchcnhain. Nach einer Kaffeepause nahm um *4 Uhr bie Nachversammlung im Garten ber „Schönen Aussicht" ihren Anfang. Nach bern ge- meinfamen Gesang eines Liedes richtete der Orts- geistliche ein kurzes Begrüßungswort an die Versammlung. Dann sprach der Vorsitzende des Zweigvereins, Herr Hosprediger Widmann- Gedern, über die Entstehung des Gustav-Adolf-Dereins. Herr Pfarrer Job- Burkhards erftattctc den Rechenschaftsbericht. Zum Schluß redete Herr Pfarrer Wagner- Bensheim, der Schriftführer des hessischen Hauptoereins, über bie gewaltigen Aufgaben, bie bem Verein in ber Nachkriegszeit erwachsen sinb, unb über bie bevorstehenbe Gießener Tagung. Die Festkollekle hatte ein sehr erfreuliches Ergebnis.
Kreis AlsseLd.
!*! Alsselb, 19. Aug. BomTobebesEr- trinkens rettete Otto Stiehler einen jungen Mann namens Robert Pap ft. Dieser babete im Erlenteich unb geriet in eine tiefe Stelle. Der als Zuschauer anwesenbe Stiehler beobachtete bas Verschwinden des jungen Mannes, sprang in ben Teich unb zog ben Bewußtlosen unter eigener Lebens- gefahr heraus.
!*! Nieber-Gemünden, 19. Aug. Von feinem Pferb niebergefdjlagen wurde der Lanbwin Karl Brückmann von Bura-Nieber- Gemünben. Seine Angehörigen brachten iyn sofort in bie Universitätsklinik nach Gießen, wo er balb nach der Einlieferung starb. Brückmonn war vom Felde zurückgekehrt und wollte d as Pferd ausschirren. Das Tier war infolge der Fliegenstiche sehr unruhig, schlug aus und traf seinen Herrn gegen den Unterleib, baß bie Gebärme zerrissen.
m. Flensungen, 18. Aug. Sonntag, 2., unb Sonntag, 16. b. M. hielt ber hiesige Kriegerver- e i n, der unter seinem rührigen Präsidenten Karl Langohr- Mücke einen erfreulichen Aufschwung genommen hat, sein Eröffnungspreisschießen ab. Wahrend der erste Sonntag sehr unter der Ungunst der Witterung zu leiden hate, brachte der vorgestrige Sonntag eine sehr starke Beteiligung an der Veranstaltung. Geschossen wurde mit Wehrmannsbüchsen, Modell 98, und zwar von 12—7 Uhr nachmittags. Bei der sich nun anschließenden Preis- verteiluna erhielt den 1. Preis Karl Seim- Mücke mit 35 Ringen (Gummimantel), 2. Preis Dörr - Lardenbach (ein Paar Touristenstiesel), 3. Preis Otto Mathier - Grünberg, 4. Preis Otto Keil-Lardenbach, 5. Preis Karl Langohr- Mücke, alle vier mit je 34 Ringen. Iw ganzen kamen 38 Preise zur Verteilung, Kleidungsstücke, Haushattungsgegen- stände, landwirtschaftliche Geräte, Eßwaren. Um die 1. Ehrentafel mit einer gespendeten Bluse kämpsten 24 Schutzen. Den Sieg errang Joh. Seim- Mücke. Die Kapelle Biedenkapp -Mücke, die während des Schießens konzertierte, begleitete den Verein bis zum Hmis feines ersten Präsidenten und spiette abends in der Nachverfammlung bet Gastwirt Weifenbach, während am ersten Sonntag abends bei Gastwirt Reitz die Kapelle Bloß-Flensnngen fon» zertierte.
Kreis Wetzlar.
D. Dornholzhausen, 19. Aug. 3n seiner letzten Sitzung beriet Der GemeinDerat Den Haushaltspla n für Das Rechnungsjahr 1925 26. Die DienstkoltenentschäDigung Des Ge- rneinDevorstehers wurde anDerwett feftgetetzt. Für Die Zeil Der Durchführung Der wirtschaftlichen Zusammenlegung Der GrunDstücke, in welcher Der GemeinDevorsteher ganz besonDers in Anspruch genommen worDen ist, wurDe ihm eine Zusah- entschäDigung gewährt. — Auch Die 23ergütungen Der übrigen GememdebeDiensteten (OrtsDiener, Flurhüter unD Hebamme) wurden neu geregelt. — An Der Kirche sollen ZnstanDsehungsarbeiten vorgenommeu werden. — Ein neuer FrieDhof in Größe von 80 Ar soll im Zusammenlegungs- verfahren ausgewiesen werben. — Der Haushaltsplan wurde in Einnahme unD Ausgabe auf 23 700 Mk. festgesetzt. — Zur Deckung der lausenden Gemeindeausgaben wird eine Umlage von 125 Prozent auf die staatliche Steuer vorn Grundvermögen erhoben werden. — Dem Kreisziegen- zuchtvere'm wurde mit einem Jahresbeiträge von T Mk. beigetreten. — Der von der Forftverwal- tung aufgestellte Hauungs- und Kulturplan wurde gulgehcißen. — Während es in sonstigen Zähren den hiesigen Landwirten schlecht ging, rechtzettig eine Dreschmaschine in das Dorf zu bekommen, haben sich in diesem Zähre schon zwei dieser 2Kafdeinen hier eingebunden. Der eine Dreschmaschinenbesitzer, der mit seiner Maschine ohne Destellung aufs Geratewohl hierher gefahren war. ist heute wieder abgefahren, well er keine Arbeit finden konnte. Die andere Maschine ist feit gestern in Tätigkeit.
d. Hochelheim, 19. Aug. Der Arbeiter Wilhelm Weber von hier geriet bei der Dreschmaschine mit der rechten Hand in den Dresch- tragen, wodurch ihm der Mittelfinger abgerissen und der Zeigefinger gequetfcht wurde.
Heftcn-Nassau.
xx Robheim a. b. Bieber. 19. Aug. Zufolge der jüngfta heisten 'Hügufttage ist auch
in hiesiger Gegend d:e G e 1 r e i D e c r n t e glücklich beendet. HemzrttOHe labt jeder kleine Mann fein ganzes Getreide auf Der Maschine Dreschen. Mußte doch ber Bauer in früheren Zähren, wo alles mit dem Flegel gedroschen wurde, sich bis xun die Weihnachtszeit Daran zu schaffen machen, Arbeit. Die heute in wenigen Tagen gemacht ift Zn den Gemeinden hinter dem Dünsberg tFran- kenlxich, Wttsbach uff., ist Die iSrntc noch nicht so weit vsrgeschrttten.
Frankfurt a. M. 19. Aug. Am 18. August 3 Uhr nachmittags würbe an einem Wegübtrgang ber Rtdend ahn strecke Oberfchetb—W^illau ein mit zwei Kühen bespann les Erntefuhrwerk von einem Pcrjonenzug überfahren. Eine 5rau würbe leicht verletzt unb ber Wagen zertrümmert. Der Personenzug erlitt keine Deripaiung.
fpb. 5 ran t f u et a. TL, 18. Aug. Im Sommer» halb|ahr 1925 ftubierten an ber Universität Frankfurt 2635 Personen, ferner nahmen an ben Vorlesungen 688 Besucher unb Gasthörer teil gegen 2513 Studierenbe im Winterhalbjahr 1924 25. Es gehörten an ber Recht-wissenschaftlichen Fakultät 454. ber Mebiztmlchen 19-1, ber Philosophischen 287, ber '.'laturwisfemchaftlichen 4"7. ber Winschan-> unb Sozialwissensäjaftlichen Fakultät 1293 Stubicrcnbe.
bl. Dillenburg, 18. Aug. Der hiesige Reiteroerein hielt am 15. unb 16. b. Mts. hier ein Reiterrest. oerbunben mit Stanbar- tenweihe, ab. Die Stabt hatte sestlich geslaggt. Aus Der näheren Umgebung waren verschiedene ÄamcrQbcnvcreine erschienen. Mit einem Vereins- fommers am Samstagadenb wurde bie Veranstaltung eingeleitet. Am zweiten Festtag sand am Bis- marckdenkmal die Weihe der Standarte statt, die Bürgermeister Dr. Schneider vornahm. Die weihevolle Sttinds umrahmten Gesangsvorträgc unb unb Ansprachen. Der Festzug bewegte sich alsbann zum herrlich gelegenen Fest platz am Schloßberg, wo jung unb alt sich mancherlei Freuden Hingaben. Am Montag wurde das in allen Teilen befriedigende Fest mit einer Kirrnesfeicr geschlossen.
fpb. K a f f e 1, 18. Die Kriminalpolizei entdeckte in der Wilhelmshoher Allee in der Wohnung des Schlossers Johann Loos eine Falschmünzer' w e r k st ä t 1 e mit zahlreichen salschen Ein-, Zwei- unb Dreimarkstücken. Don den Falschstücken waren bereits zahlreiche in ben Verkehr gebracht worben.
Büchertisch.
— Einer gegen Millionen. Roman von Max Uebelhör (Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart: Sammlung „Der Abenteuer-Roman"). — Der Roman eines Abenteurers von Ehre, ber, ohne auf Dank zu rechnen, sich in selbstlosester Weise für sein Daterlanb cinsetzt unb ihm unschätzbare Dienste leistet. Nur ein '.Roman: Dichtung unb Wahrheit. Unb doch so manche Episode, die sich ähnlich tatsächlich abgespielt haben mag, mit etwas bitterem Beigeschmack für den deutschen Leser. Ein ungewöhn- lich fesselndcns Werk, das trotz tiefen Ernstes nicht mancher tragikomischen Szene entbehrt und ein he- freiendes Lachen auslöst. Der Roman halt den Leser bis zum Schlüße in Spannung. 219
— Die einundzwanzig Gelben unb das Juwel. Don ftarl Golbwann. (Verlag Iro> witzfch & Sohn, Berlin. Gzlbd. 4,80 Mk.). Ein grotesker Roman von Menschen und Tieren, die mehr oder minder schicksolsocrbunden sind. Zugleich aber auch die Tragikomödie kleinlicher unb kleiner Geister: Hier Einfalt unb Wahnsinn endend, da Dummheit und Größenwahn. Der Leser wird manches Körnchen bittere Wahrheit finden — wenn auch Wahrheiten nicht sehr erfreulich sein werden. 224
— Unter dem Titel „Die Stadion Bücher" erscheinen jetzt im Verlage Ullstein-Berlin eine Reihe guter, reich illustrierter Bändchen, (Preis je 1 Mk.), die den Sportfreunden viel Freude bereiten werden. 11. a. liegen vor: „Der Paddelsport" von Dr. Otto Brüll: „Der Fußballfport" von Dr. Willy Meist: „Der Radfahrsport" von Ingenieur O. Lugers. 473
— Die einzig autorisierte deutsche Ausgabe ber „Abenteuer bes A r s 6 ne Lupin" bring! die Scheiterfche Verlagsbuchhanblung, Berlin W 50 heraus. (Preis je Bb. 1 Mk.). Der bekannten Sher- lock-Holmes-Figur von Conan Doyle (unb mer kennt biefe nicht), stellt Maurice Leblanc in ArsLne Lupin einen Gentlemen-Einbrecher großen Formats gegenüber: Ein moberner Fra Diavolo im Smoking. Der von der Gesellschast losgelöste Mensch. Maurice Leblanc und Tonan Doyle haben viele Berührungspunkte, dieselbe fesselnde Erzählungskunst und die gleiche Geschicklichkeit, Verwickelungen her- vorzurufen unb zu entwirren. Hier wie borl Lektüre für die Langeweile, die natürlich literarisch nicht scharf unter die Cupr zu nehmen ist. 474
— FelixDahn: „Armin der Cherus- k e r“. Mit 17 Bildern von Prof. A. Hoffmann- München. (I. F. Lehmanns Verlag, München, Preis geb. 2,20 Mk.) In diesem Sommer jährt sich zum 50. Mole die Einweihung des Hermannsdenkmals im Teutoburger Walde. Aus diesem Anlaß erfolgte die Neuherausgabe jener Schrift, die Felix Dahn „Armin dem Cherusker" gewidmet hat. Wie im „Kampfe um Rom" der letzte Gotenkönig mit dichterischem Feuer und geschichtlicher Treue geschildert ift, so in diesem kleinen Werk Armin der Cherusker. Hier vermittelt nicht nur der Historiker geschichtliche Kenntnis über ben Verlauf der Schlacht, fon- bern es greift uns bet Dichter mit ben Mitteln seiner Kunst ans Herz, erhebend und begeisternd, voll mitreißender Wirkung in unserer Zeit schmachvoller Knechtschaft. Das Büchlein sollte in keinem deutschen Hause fehlen. 372
Rundfunb-Programm
des frankfurter Tenders.
(Aus Der .Radio-Umschau".)
Freitag, 21. August.
3 Uhr. WirtfchcrstsmelDungen. 4 Uhr Wetterbericht Der Gießener WcttcrDienststelle. 4 Uhr: WirtschastsMeldungen. 4.15 Ufrr: Rachrichlen» Dienst Der ZnDuftrie- unb H anbei s komm er Frankfurt a. M.-Hanau. 4.20 Uhr: Rochrichtendientz-. 4.25 Uhr: Wtrtfchaftsmclduagen. 430 bis 6 Uhr: Hausfrauen-RachmiUag. Programm n. a.: »Eine RunDfahrt Durch Frankfurt und öen Tannus", Vortrag von Herrn Mar Bachenheimer (nachgeholt) — Ferner: Wochenschau Des Frankfurter Hausfrauenvereins. 6 Uhr: Wirtschastsme.Dun- gen. 6 bis 6.30 Uhr: Die Lefestunde iM^ifier- werke Der Weltliteratur: Aus: .Den Qurchote" von Tervanies 7 Uhr: Wrrrschaflsmcldungen. 7 br2 7.15 Uhr: Dir Vesprechun«. L.30 btZ 3 Uhr Aus: .Der Unfug des Sterbens" von Prentice Mulford. 8 bis 8.30 Uhr: Chinesische Kunst L; Porzellan. Kleinkuast, Eloifonn-'-Arbeiten- T-r- tiag von Herrn Majcr a D. . 8 2? uv: Walzer-Tlbrnd. Anlchlie';cab: Rachn:.:t77ft, WettermÄdMrg. SportftunTLftenst.


