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Aus dem Reiche der Frau.
geschnitten, mit 2,5 Liter Wasser und 250 Gramm gestreiftem Bauchspeck 20 Minuten gekocht und dann annähernd drei Stunden in die Kochkiste gestellt. Aus 75 Gramm Mehl. 1 Ei, etwas Magermilch, einer Prise Salz und einer Messerspitze Backpulver wird ein Teig zusammengeknetet, der sich in kleine Flöckchen zerteilen läßt. Diese Flöckchen gibt man in die fertige Suppe, aus der man den Bauch'vcct herausnimm'.. Die Suppe muh mit den Mehlflöckchen eben aufwallen, dann müssen diese in der kochend heißen Suppe gar- ziehen und locker aufquellen. Der Bauchfpeck wird inzwischen in Würfel geschnitten, in die Suppe gelegt und außerdem kleine lichtbraun gebratene Zwiebelwürselchen hineingestreut.
Dattelbufferln.
Non drei Eiweiß festen Schnee schlagen, mit 120 Gramm Zucker verrühren und im Wasserbad wie Chaudeau dick schlagen. Nun zieht man die Masse vom Feuer weg. verrührt sie mit stistlich geschnittenen Mandeln, Nüssen und Datteln (je hundert Gramm, saßt mit dem Eßlöffel kleine rundliche Stücke heraus und legt sie auf ein gewachstes oder gefettetes Backblech. Man backt die Busserln im nicht zu heißen Rohr nur so lange, bis sie sich trocken ansühlen.
Dattelwurft.
Man schneidet 200 Gramm Feigen, 100 Gr. gebrühte Mandeln, ebensoviel Nüsse und Haftlnuste und 300 Gramm Datteln sowie 100 Gramm Schokolade und Zitronat sehr fein. Run schlagt man von zwei Eiweiß einen sehr steifen Schnee, vermengt ihn mt 120 Gramm Zucker, einer Messerspitze Zimt und geriebenen Kaffee, Zitronenschale und -an und gibt zum Schluß dann die geschnittenen Zutaten hlnein. Aus das Nudelbrett streut man Staubzucker, schüttet die Masse darauf und wälzt sie so lange bis s,e eine glatte, dicke Rolle geworden ist, dtc außen ganz m Zucker eingehüllt scheint. Man verwahrt sie in Pergamentpapier und verwendet sie m dünne Scheiben geschnitten. Sie ut sehr haltbar und als Konfekt ,'ehr zu empfehlen.
Flegeljahre.
Don Klara Prieß, Lübeck
3am Paul soll seinerzeit das Wort als jitd Tür feinen berühmten Roman neu geprägt loben setzt ist's deutscher Sprachbefitz und «der weih, daß damit die UcbergangSjahre vom .'^ind zum Menschen gemeint sind.
Diese» starke Entwickeln und Werden, die Umwälzungen, die in diesen Zähren im Organis- nuS vor sich geben, bedingen selbstverständlich urch stalle, seelische Erschütterungen Ohne Angst mb Rot. Sturm und Drang geht » dabei nicht ,ib. und vielen Eltern toill'ä angst und bange ivcrden. wenn sie diesen Stürmen züschauen. Unsre Fugend ist ohnehin weniger als die mancher i^cneiaiionen gewohnt und geschult. Schweigen mb Selbstzucht zu üben. Man sagt und spricht ;ibei manches wa» früher unerwähnbar war. mb nimmt kern Blatt vor den Mund. Diese bef- eie Selbstbeobachtung und naivere Einstellung rnd Aeußcrung hat aber auch ihr Gutes! man i| wacher und gewarnter.
Für uns Mütter ist aber die schwere Frage. >»as hier tun - wie helfen? — Diele Mütter lehn in solchen Zeiten wie Glucken am Enten- «ich, wenn die Zungen auf einmal wegschwimmen. Ibei etwas weiser sollten wir Menschenmütter och sein. Wir sollten wissen, daß aller Most g-ren muh, und daß, wie Fritz Reuter sagt, .die rügsten Fohlen oft die glattsten Pird werden".
Bor allem braucht es grabe jetzt eine unendliche Liebe und Geduld. Zst die schon immer not gewesen jetzt wird's erst wahrhaft schwer, lre zu üben. Das Kleinkind ist so hilflos und liebenswürdig in seinen Fehlern und Schwächen das hei anwachsende ost so unliebenswürdig und unzugänglich. Dor allem darf jetzt nicht allzuviel gefragt, ermahnt, gebohrt werden. Das hefte und tiefste Wachstum vollzieht sich immer unbeobachtet, unbeeinflußt Aber daß unsre Kin° bcr Vertrauen zu uns haben und behalten, daß h.f auch in den Roten dieser Jahre wissen, wo fiarfe Liebe und Güte für sie zu finden sind.
muß Wunsch und Ziel aller Erziehung 'ein. —
3m Ringen und Kämpfen dieser 3ahre soll her neue Mensch geboren werden. Wieder ist'» ein Loslösen vom Mutterherzen wie damals bei her körperlichen Geburt und wie damals geht's ohne Schmerz und Angst nicht her. Darauf muß sich jede Mutter einftellen wie sie damals zu leiden willig war.
Wir können im Grunde nichts tun, als günstige Bedingungen für dies neue Werden schaff en: eine möglichst gesunde Lebensweise mit viel Bewegung in frischer Luft, aber auch genug Ruhe und Schlaf, eine kräftige, einfache Ernährung, ein Fern halt en von Alkohol und andern Reizen. Und dann heißt's ' Beittauen haben und Gott danken, wenn irgend etwas Brauchbares aus all dem Sturm und Braus reift. Meist ist es ' twas ganz anderes, als wir wollten und planten. aber es ist gut. sagt Frenssen im „Jörn 'Jbt“. daß wir Mütter unsre Kinder nicht alle 'elbsi formen und zur echt kneten können, sie würden alle glatt und platj werden.
So haben wir Mütter jetzt die beste Gelegenheit. Selbstlosigkeit zu lernen. Wenn die in oben Kinder ihre eignen Wege gehn, heißt'» loartcn, schweigen, entsagen und sorgen, was ihrem Besten dient das ist Mutterschicksal, Mutterpflicht. Aber aus diesem Schweigen und Karten kann das Reue geboren werden: den Sohn, die Tochter wiederfinden, wie man einen neuen freien Menschen findet, einen Freund und Kameraden, den man umso vertrauter und freudiger grüßt, weil er von unsrem Eignen in sich tiägt.
Ein köstlicher Ausblick hinauf zu goldnen gipfeln des Lebens, die wir selten erreichen, die aber Glanz und Sehnsucht und Glück unsrer beflen Stunden bedeuten.
„Mit Schweiß und Tränen und manchem Tropfen Blut setzen wir Kinder auf diese Erde ind lehren sie Vorsicht üben und Rachficht, bis 'Fe sich selbst mehr lieben als uns." So klinge der Cbor der Mütter von uralten Zeiten her. Und es scheint, als ob unsre Kinder in diesem , Jahrhundert des Krndes" sich in besonders hohem Maß „mehr lieben al» uns" —.
Ilm so mehr heißt » für uns. ihnen mit unsrer Liebe. unserm Beispiel helfen. Der freu
dige Glaube an eine Entwicklung, ein Aufwarts- bauen trotz aller Zickzacklinien und Entgleisungen muß auch hier im persönlichen Leben und im allgemeinen stutzen und tragen auch über alle Sorgen und Röte der Flegeljahre hinüber. Wie lange soll ein Kind schlafen?
Da zeigen sich große Unterschiede, je nach dem 2lltcr her ftinöer Neugeborene und Säuglinge der ersten Lebenswochen verbringen den größten Teil des Tages und der Nacht ichiafend: der Säugling tennt den Unterschied zwilchen Tag und Nacht nicht, seine Lebensäußerungen sind noch gering, nur sein Hungergefühl gibt er in drei bis vierstündigen Zn- tcrnäUcn kund, ebenso meldet er sich bei körper- lichem Unbehagen (Naßliegen). Ost verschlaft er die Mahlzein es gilt als Fehler, einen normalen Säugling der Mahlzeit wegen aus dem Schlaf zu rütteln. Während die Schlafzeit jüngerer Säuglinge ungefähr 2n Stunden beträgt, verkürzt sich dieselbe bei älteren Säuglingen und Zileinkindern auf etwa 14 Stunden. Natürlich gibt es auch hier keine seste Regel, vielmehr hängt das Schlafbedürfnis von der Konstitution des Kindes ab. Es fei gleich hier ermähnt, daß man schon zeitlich beginnen soll, den Säugling an regelmäßigen Schlaf zu gewöhnen, das ist ebenso wichtig wie die strenge Einhaltung der Nahrungspausen.
Bei Klagen über unruhigen Schlaf der Säuglinge liegt die Ursache oft in Ueberfullerung, feite- ner in Unterernährung ;crft eine sachgemäße Rege- luiifl der Diät bringt für Eltern und Kind die lang» ersehnteNachtruhe.
3m Schlaf nimmt der gesunde Säugling jene bezeichnende Haltung ein, welche an die Lage des Kindes in der Gebärmutter erinnert; der gesunde Säugling liegt immer auf dem Rücken, hält die '21rmc im EUenbogengelenk gebeugt, die geschlossenen Fäustchen den Wangen anliegend. Diese Haltung ist für gesunde Säuglinge charakteristisch. Der Schlaf ist tief und fest, er schlummert mitten im Getümmel des Straßenlärms.
Eine nicht gerade gar seltene Ausnahme von diesem normalen Thpus zeigen nervöse (ncuropa- thische) Kinder in bezug auf ihren Schlaf; solche Kinder haben einen leichten, oberflächlichen cchlaf, sind unruhig und mißlaunig, zucken bei geringen Geräuschen zusammen, die Gewichtszunahme bleibt hinter der ihrer Altersgenossen zurück, und es bedarf der ganzen Geschicklichkeit eines erfahrenen Arztes, um erträgliche Zustände wieder herzustellen und der Entwicklung des Kindes ruhigere Bahnen zu geben.
Wie leiste ich erste Hilfe?
Auf diese Frage, die die meisten Hausfrauen bei eingetretenen kleinen Unfällen in der flinöcr» flubc und im Haushalt praktisch zu lösen hatten, ohne recht zu wissen, ob ihre Hilfeleistung auch fachlich richtig war, gibt jetzt ein Film Antwort, den das Rote Kreuz in der Urania in Bcr- lin erstmalig vorführen lieft.
Die hauptsächlichsten kleinen Unfälle: Schneiden, Verbrennen, Knochenbrüche und Verrenkungen, Ohnmächten, die schweren; Ertrinken, Erfrieren usw. werden einer dramatisierten Handlung cingcflodjtcn, die auch die häufigsten Anlässe kleinerer und größerer Verletzungen zeigt. Da ist die Mutter, die beim Brotfchneiden sich in den Finger schneidet — hilfsbereit tragen die Kinder Wasser imd ein Wattepaket herbei. Aber, so erläutert der Zwischentext, das ist unrichtige Hilfe. Durch das Wasser kommen Unreinigkeiten in die Wunde, un- verwahrte, nicht sterilisierte Walle ist ein wahrer Balterienherd. Darum: ein verschlossenes Verbandpäckchen aus dem Medizinschränkchen genommen, ohne Berührung der Innenseite die Mullbinde aufgelegt und verbunden. Nun kann die Wunde ruhig heilen. Der Film will nicht nur die helfenden Handgriffe unb Mittel zeigen, er will ja vor allem auch die schädlichen Folgen zwar gut gemeinter aber falscher Hilfeleistungen klarmachen.
Der Präsident des Reichgesundheitsamts Geh. Rat Bumm und der ärztliche Mitarbeiter San.- Rat Cramer betonten in ihren Ansprachen bc» sonders diese Ausgabe des Films. Die leichte Ver- brennung wird mit einem ölgetränkten Verband, nicht mit dem beliebten, im ersten Augenblick zwar kühlenden, in der Wirkung schädlichen Wasser behandelt. Der zweite Grad, mit Blasenbildung, bedarf der ärzlichen Behandlung, aber als erste Linderung wird auf sauberer Binde, Innenseite eines frischen Taschentuches usw. Borsalbe gute Dienste tun. Daß man einen Menschen, dessen Kleider in Brand geraten, auf den Boden wirst und durch
UcbcriDcrfen von Decken, Mänteln, Herumwalzen die Flammen erstickt, wissen zwar viele theore- tifdj. aber daß man ihm bann, um die glimmenden Stosse nicht noch tiefer fressen zu lassen, mit Eimern kalten Wassers übergießt und den Unglücklichen durch starken Kaffte labt bis der Rettungswagen ihn holl, erzählt den meisten erst dieser Film. Wir sehen, wie leichte unb schwere Knvchenbruche unb Verrentungen geschient werden mit Reisigbündeln, mit Stöcken, Kochlöffeln, Teppichklopfern — kurz, was eben zur Hand ist. Die Handgrisse, die wir anwendeit sehen, sind klar und verständlich, kurze Erläuterungen sagen auch immer, warum dies oder jenes so oder so zu geschehen hat. Die erste Hilfeleistung bei Ohnmacht mit Blutüberfüllung des Gehirns, angezeigt durch dunkelrote Gesichtsfarbe, besteht im Hochlagern des Verunglückten, Luft zu fächeln und kühler Kompresse auf die Stirn. Die durch 'Blutleere entstehende Ohnmacht will gegenteilig behandelt werden: Tiefenlage des Kopfes, Beine hoher, leichte Armbewegungen
Es ift zu wünschen, daß viele Mütter und mit ihnen die größeren Kinder sich durch diesen sozial hygienisch wichtigen Film belehren lassen. Was bei kleineren ober größeren Schäbigungen, denen ja jeder Mensch in jedem Augenblick ausgesetzt ift, versäumt, ober — noch schlimmer — falsch gemacht worden ist, vermag die Kunst des Arztes oft genug nicht wieder gut zu machen. Darum ift es zu begrüßen, daß das Rote Kreuz feine saflungsmäftige Aufgabe: Hebung der Volksgesund- heit unb Förderung der Ausbildung männlicher und weiblicher freiwilliger Hilfskräfte hierzu durch das starke Aufklärungs- und Werbemittel des Films zu fördern sucht. Noch viel zu wenig besucht werden die freiwilligen Samariterkurse, die das Rote Kreuz allenthalben für Frauen und Männer einrichtet, möchte der Film dazu beitragen, jedem den Nutzen einer solchen Ausbildung zu veranschaulichen unb dos Gefühl der Pflicht zu sachgemäßer Hilfeleistung wecken unb stärken.
Angewandte Mode.
Im gleichen Maße, wie man von angewandter Kunst spricht, kann man auch von angewandter Mode sprechen. Das Interessanteste dabei ist das „wie" und „wo". Es gibt immer noch viele Frauen, die der Mode gegenüber eine nicht aus pekuniären Gründen verursachte Passivität wahren. Sie sehen die Erker, besuchen Modeschauen, können aber von all dem Gesehenen nicht die richtige Nutzanwendung auf sich selber ziehen. Es ist eine Sache des Geschmackes unb Taktgefühls, bas bcr Stunbc ent fprechenbe Kleib zu tragen. Am besten kann .man angewanbte Mobc auf Reisen unb in Hotels studieren. Was man da nicht alles sieht im guten unb im bösen Ginn'. Ostern hat viele ins Freie gelockt, einige läge ausspannen am Herzen bcr Natur, wie die Dichter so schon sagen. Dieses Ausspannen hat nun mit Mobc im eigentlichen Sinne sehr wenig ober gar nichts zu tun .ist man auf bem Lande, jo wird man mit einem schicken unb zweckmäßigen Sporttoftüm mit Pullover vollkommen ausgerüstet sein. Geht man in ein Hotel großen Stils mit Diele unb Tanztee, wirb bic Sache komplizierter. Ostern ist vorüber, bas strahlende Frühlingswetter im Regen ertrunken, was tul's, bic Feiertage jchwemmlen einen Strom Großstäblcr ins weite Lanb. „Aus dem hohlen finsteren Tor bringt ein buntes Gewimmel hervor." Faust gewinnt auf feinem Osterspaziergang bieselben Einbrückc, wie sie sich im Kreislauf bcr Erbe mit Naturnotwendigkeit wiederholen müssen. Alles will sic mit Farben beleben; doch an Blumen sehlt's im Revier, sic nimmt geputzte Menschen dafür.
Ja, an geputzten Menschen hat cs auch diese Ostern nicht gefehlt; im Gegenteil, man sah, auf wieviel fruchtbaren und unfruchtbaren Boden bic Eindrücke ber Frühjahrvmobe gefallen waren. Farben- freubig sinb unsere Frühjahrskleiber; bas leuchtet in bic noch herbe, auf braun unb grün gestimmte Lanbschaftsbilbcr, bunte Tücher wehen, Strickkleiber in kühner Buntheit klingen auf. Unb bann bre Hüte. Ob Filz, ob Stroh, lila, rot, grün, mit Blumenschmuck, Bänbern, Federn beleben sie Wölb unb Felber. „Selbst von des Berges fernen Pfaden dlm fen uns farbige Kleider an." Modeschaii in bcr Natur! Manches ist aber reizvoll, vieles einen Ton zu stark, bas Ansprechenbe wirb leicht schreienb! Die Sonne bringt bic Farben anbers zum leuchten als Glühbirnen. Sehr hübsch sind bic neuen Frühjahrsmäntel aus Rips, Kasha oder Moullinö, Ottomane, hell und doch diskret. Dasselbe gilt von den ganz verschieden variierten Jackenkleidern. Ueber- haupt, an sich ist selten (wenn nicht in der .zorm
ober zu kühner Farbenzusammensetzung) ein Riet- bungsftuck häßlich, gewöhnlich macht es erst die Trägerin dazu. Wenn zum bunten, recht aparten Wollkleid ein nicht dazu gehörender noch buntem Hut getragen wird, ist Kleid und Hut erschlagen Trägt eine Dame ein, ihrer Figur cntgegcngcfcri gearbeitetes Kleid, ist es noch so elegant, die Wn kling wird eine unmögtzche fein. Mit dem Hut ist cs da.- gleiche Lied. In allererster Linie muft auf bu persönliche Note, Kleidsamkeit und innere Zus am inengchörigkeil der zu tragenden Kleidungsstückt Wert gelegt werden, sodann auf die Farben, ihre Wirkung zueinander unb .511111 Gesicht. 'Nicht zu un terschätzen ist auch der Rahmen, in welchem eine Toilette getragen werden soll. Giitzin Geschmack und sicherem Siilwillen ist richtig angewandte Mode ein ache Selbstverständlichkeit. Lcni Wüst.
Praktische Winire.
Seidentrikvt zu waschen.
Mit heißem Wasser und einer milden Seife (Lux-Flocken oder dergleichen» mache man eine Brühe, die man durch Znfatz kalten Wasser» auf handwarme Temperatur bringt. Der au reinigende Gegenstand wird in dieser Brühe hm und her gezogen lgeschwenkt), nicht gerieben, bis der Schmutz sich gelöst hat. In warmem Wasser spülen, nicht auswinden, nur leicht ausdrücken, in ein sauberes Tuch wickeln. Wenn er fast trocken ist, in Form ziehen, niemals bügeln!
Teppichpflege.
Ausgrsranste Teppiche werben wieder an- sehnlich, wenn man die Fransen an die chnnenlc'te des Teppich» anleim 1. Das sieht besser auS, als wenn man die Tcppichründer mit Borte einfaßt.
Lederlappen oder .tiicher waschen.
Man wäscht sie in lauwarmem Wasser und seift sie gut ein. Sind die Tücher rein, so druckt man fic au», spült sie in starkem Seisenwafser und läßt sie an einem warmen Otte trocknen. Der zurückgebliebene Seifenrest bewahrt dem Leder die Weichheit und Geschmeidigkeit. Sic dürfen weder in der Sonne noch am heißen Ofen getrocknet werden. Rach dem Trocknen zieht man fic wieder tüchtig hin und her. bis sie weich sind.
<^cs«ndi)eitspfleste.
wie schützt man sich vor schlechten Zähnen?
Die Ursachen für das Schlechtwerden bcr Zahne sinb in letzter Zeit eingehend untersucht worben, unb man führt sie auf eine einseitige Er nährung zurück. Man hat burch Tierversuche her- ausbekommen, daß bestimmte Nahrungsmittel bic Bildung guter unb kräftiger Zähne begünstigen. Das sind solche, die die Vitamine A in großen Mengen enthalten, außer Speck, Milch, Eigelb z. D. Lebertran und tierische Fette. Dagegen üben andere "Nahrungsmittel, zu denen bic Mehle, vor allem bas Hafermehl, gehören, einen ungünstigen Einfluß aus. Künftig wirkt auch das Licht, besonders das ultraviolette. Diese an Hunden gewonnenen Ersah rungen scheinen beim Menschen ebenfalls Gültigkeit zu haben. Es wurde nämlich eine Gruppe von neun Kindern reichlich mit Vitamine enthaltender Nah runa versorgt, erhielt aber kein Hafermehl. Eine zweite Gruppe von 10 Kindern bekam vielfach Hafermehl, wenig Eier und keinen Lebertran. Eine dritte Gruppe von Li Kindern endlich empfing die übliche Krankenhauskost, die eine Mittelstellung zwischen den beiden ersten Gruppen cinnimml. Die Kinder entwickelten sich nun in ollen drei Gruppen im allgemeinen ziemlich gleich, aber bic fiinber bcr zweiten unb dritten Gruppe zeigten eine bedeutend stärkere Neigung zum Schlcchtwcrden bcr Zähne. Daraus ergibt sich also die Lehre, daß inan den Kindern, damit sw gute Zähne haben, hinreichend 'Nahrung zuführen muß, die die Vitamine A ent hält, dagegen w e n i g M e h l und besonders menig Hafermehl.
..Dollsalz" für den Kropf.
Tas sehr häufige Vorkommen des Kropfes in einigen Gebirgsgegenden Bayerns hat die Regierung zu umiasfendenMaßnahmen veranlaßt. Wie in bcr „Klinischen Wochenschrift" mitgeteilt wild, stellt bic staatliche Saline in Reichenhall unter bet Aufsicht der Gesundheitsbehörden und Fachgelehrten ein Salz her. bas auf 100 Kg. Kochsalz 05 Gr. Iodkalium enthält und den Ra- men „D 0 l l f a l z" führt. Dieses Dollfalz wirb bereits viel verwendet und überall ärztlich und amtlich für Kinder und Jugendliche zur Kropfverhütung empfohlen. 3m Allgäu wird eS auch zur V r e h f Ü t t e r u n g verwertet.
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Die kleine Diebin.
Bon Johanna L a n g c r m a n n.
Im Frühling bes Jahres war cs, als meiner Klasse zwei Schwestern überwiesen wurden. Kinder non 10 hzw. 11 Jahren, über die mir erst etwa vier Wochen nach der Aufnahme die Mitteilung zu- ging, daß beide das Mein unb Dein nicht zu unter« 1 d)cibcn vermöchten, unb baß eine derselben bereits beträchtliche Geldbeträge, einmal sogar hundert Mark, entwendet habe. — Ich nahm die kleine Sünderin' allein unb sagte ihr in freundlich-ernstem Ton. ich habe mit ihr allein etwas außerordentlich Wichtiges, doch etwas Gutes zu besprechen, müsie aber zu dem Zwecke erst wissen, ob sie mich rach so kurzer Zeit schon für ihren Freund halte; kenn sonst nutze es nicht, und ich müsse meine Ab- sicht wieder fallen lassen. Als sie das nun halb zuversichtlich, halb bänglich bejahte, teilte ich ihr in bedauerndem Tone mit, was mir über sie berichtet worden war. setzte aber gleich hinzu, baß ihre Mit- sihüler bis jetzt noch nichts von der Sache wüßten, ich indessen gezwungen sei, ihnen alles rnitzuteilen, da es nach unserer Ordnung unter uns kein Geheimnis gäbe. Da hätte ich denn gedacht, das müsse ihr doch ganz schrecklich fein, unb habe nun darüber nachgesonnen, wie wir'v machen wollten, daß sie auch so stark werbe, wie bic übrigen Kinber, die nichts anrührten, was ihnen nidit gehöre. Brächten wir’» fertig, fo wolle ich mit der Mitteilung bis dahin warten, und bann zugleich auch sagen, baß unb wie sie geheilt sei; bann würden sich alle mit ihr heuen. 9hin malte ich ihr ihren eigenen Seelen- 3’jftanb, wie es glles so gekommen sei, aus: Wie fic das Geld sah, wie die Lust über fic kam, sich c was dafür zu kaufen, wie ihr flüchtig der Gedanke entstand, cs doch lieber nicht zu nehmen usw. usw. Dabei beobachtete ich sorgfältig ihre Mienen, ob ich's traf. Daß ich's aber wirksich traf, war mir außer ollem Zweifel; denn ihr Kopf sank immer tiefer iuf die Brust herab, ihr Gesicht rötete sich mehr
und mehr, und schloss hingen ihr die Anne am Leibe herunter. Da zog ich sie denn an mich und sagte ihr im Flüstertöne, doch mit zuversichtlicher Bestimmtheit: „Liebes Kind, ich kann dir gewiß Hel- fen, wenn du wi11st. Wi11ft du aber auch wir - 1 i ch?" — Sie nickte innig bejahend mehrere Male mit bem Kopfe. — . . _
„So, dann beantworte mir einige Fragen.
„Wie machen die Turner es, wenn sie stark werden wollen?" ,( ,, .
Sie nach einigem Bedenken ganz leise: „lieben
„Wie machst du ߣ, um besser rechnen und schreiben zu lernen?"
Sie, wieder ebenso leise:......üben.
„Sieh, liebes Kind, das ist der Weg. Was du nicht kannst, mußt du üben, und wenn du nur fleißig üben willst, bann lernst bu alles, was bu nicht kannst. Du kannst aber nicht bas Gelb liegen lassen; darum mußt du's üben, und zwar täglid) üben; da wirst bu auch bas ganz gewiß lernen. Darum folgenbcs: „Du weißt, baß wir eine Schülenparkaffe haben, die augenblicklich von der Maria verwaltet wird. Willst du. daß ich sie in unter Geheimnis ziehe unb sie bitte, baß sie uns ihre Kasse zur Hebung überläßt? Denn ich bars das nicht ohne weiteres tun, weil fic gewählte Kassiererin ist. Aber ich kenne die Maria ganz genau und weiß, daß sie zu den übrigen Kindern kein Sterbenswörtchen lagt; also kannst bu deshalb ganz ruhig fein. Doch sollst du dann die Kaste nicht gleich auf Wochen verwalten. O nein, bas ist viel zu schwer für bid). Wir fangen erst mit einem halben Tag an; bann, wenn'- gelang, nehmen wir einen halben Tag hinzu, bann ioieber einen halben lag mehr unb so fort, dis du's coenfo gut kannst wie bic übrigen auch. Dann tagen wir’s ihnen, unb da sollst du mal sehen, wie sich alle mit uns freuen. Nun, was meinst bu? Willst du's mit einem halben Tay versuchen, unb soll ich bann kommen, um mich mit bir zu freuen ? Denn daß du's fertig bringst, glaube ich ganz gewiß'."
Sie ftifhmtc zu. Ich verhandelte bann mit bcr Kassiererin, schilderte ihr die Lage ihrer Mitschü
lerin, Harte sie über den Zweck der -ache auf unb nahm ihr das Versprechen des -chweGcns■ab. Darauf erfolgte bic Uebergabe der Kasse: Die Addition auf dem Kassenzettel und die Auszahlung des Geldes, und die kleine „Diebin" war mit dem Gelbe allein.
Als ich mich nach Entlastung bcr Schüler aus bem Unterricht ihr zuwanbte — sie war allein zurückgeblieben —. sprang sic mir schon ireubestrah- lenb mit bem Ausruf entgegen: „O, Herr L., es stimmt!" Ich: „SW bu ? Hab ich s nicht gesagt? Nun, was meinst bu jetzt zu einem halben Tag mehr?
Sie stimmte mir freudigst zu. So nahmen mir die Stufen immer größer, bis sie mir schließlich zu- versichtl.ch erklärte, sie könne es jetzt unb sei letzt einverstanden, wenn ich's der Klasse Mitteilen U,0Uef)er Eindruck war so, daß mir dabei bas Wort im Himmel sein über einen Sünder, ber Buße tut vor neunundneunzig Gerechten, bic bcr Buße nicht Klasse, denn am nächsten 1. würbe bic „Heine bbeürfcn." Der Lohn aber war bas Vertrauen ber Diebin" einstimmig zur Kassiererin gewählt.
Kartoffelpudding.
Tags zuvor gekochte und geschälte Kartoffeln werden gerieben, fo bah man ungefähr e.n Pfund davon erhält. Dann rührt man 125 Gramm Sutter ober Margarine schaumig, gibt nach und nach 3 Eigelb. 150 Gramm Zucker einige fuße und bittere gebrühte und gehackte Mandeln, die abgeriebene Schale einer Zitrone etwas Zimt, 100 Gramm geriebene Semmel und den Ochnee bcr Eiweiß hinzu und läßt den Pudding rn bcr gut gebutterten Form entweder eine reichliche Stunde baden oder zwei Stunden kochen. Man gibt Obst- oder Rumsoße dazu.
Dahrhafte Flöckchensuppe.
Zehn große Kartoffeln, eine Knolle Sellerie | unb zwei rote Wurzeln werden gepuyt. Hem-


