t>S to
i6I
ft
ta es
fl»
S5L ^<‘9
■* ft lig 33 4'
Viemtag, 2?. Zamar 1925
Sietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen)
t.{6 Sweites Blatt
r8 einen qrofr?n Dienst leisten ÄBimen
Sie
R. Lange
I*
Adreßbuchverlag Schulstraße 7
Fernsprecher 51
Michelangelos zu seinem Grabmal soll ihm, wie D a s a r i berichtet, biese Idee eingegeben haben, da er sich zugleich eine würdige Grabstätte schassen wollte. AuS einem Wettbewerb ging Dr a manteals Sieger hervor, und dieser Meister förderte, nachdem am 18. April 1306 der Grundstein gelegt worden war. die Arbeit so weit, daß bei seinem Tode 1514 außer den Pfeilern der Kuppel der südliche Kreuzarm und eine der Rebenkuppeln zu bedeutender Höhe emporgeführt waren. Sterbend empfahl Dra» mante dem unterdessen zur Regierung gelangten Leo X., den dreißigjährigen Raffael zu seinem Aachsolger, und 4Va 3obre hat nun der große Maler den Dau geleitet, wobei er eine schwerwiegende Aenderung deS ursprünglichen Entwurfs. daS Langschiff vor der Ostseite, durchführen muhte. Doch die endgültige Gestaltung erhielt der Wunderbau erst durch Michelangelo, der mit 73 Jahren, von Paul III. berufen, das Ami übernahm. Unter den schlimmsten Widerständen hat er 16 Jahre lang den Dau geleitet AlS er zurücktrat, war auch für die Kuppel, deren Tambour er noch sah, ein sorgfältiges Modell von ihm geschaffen. Die Vollendung der Kuppel wurde jedoch erst 24 Jahre nach seinem Tode von Giacomo della Porta auf Drängen des Papstes SirtuS V. In Angriff genommen, der die 'Bauleute sogar nachts arbeiten lieh. Die Fassade mit der maiestätischen Dorhalle schuf Maderna unter Paul V., und als letzter der großen Meister, die an diesem großartigsten Dau des neueren Rom tätig waren, baute Bernini die Glockentürme. So hat mehr als ein Jahrhundert der höchsten Kunstentfcll- tung an diesem Dau geschaffen, in dem wie in feinem anderen Würde und Schönheit, Anmut und Pracht vereinigt ist.
Als Paleologue einige Zeit vor dem Kriege nach Paris gekommen ist, habe ich ihn besucht. George Louis: Das war in dem Augenblick. als er gegen die Gegner der dreijährigen Dienstzeit loszog.
Deschanel: 3a, er hat mir gesagt, daß er sehr beunruhigt fei. denn die Alttanz mit Rußland hänge nur an einem Zwirnf<ü>en.
Louis: Aber im gleichen Augenblick erklärte doch Delcasfe, daß die Allianz mit Rußland unter feiner Botschaft fester denn je geworden fet
8 ranzösische Simmen zur Kriegsschuldfrage.
In der soeben erscheinenden Zeitschrift Lurope", die die Memoiren deS ehe- i igen französischen Botschafters in Petersburg. Icorgc Louis, veröffentlicht, werden zwei ! i-erredungen zum Abdruck gerächt, die Louis r Zähre 1915 mit dem späteren Präsidenten der .c.jubli! Paul Deschanel hatte.
nicht geführt, man hat uns geführt.
Paul Deschanel erwiderte: P o i n c a r ü , l den Krieg entfesselt, well die An- nyer der dreijährigen Dienstzeit alaubten. man Iwe ein Interesse daran haben, den Krieg zu iji-en, bevor die Gegner Zeit gehabt hätten, ihre Nlitärgesetze urnzuändem. Früher oder später ■ifi'en wir uns von allen diesen Gegnern, ob pi le oder militärische, befreien, die unS dahin ssÄhrt haben. Man wird Enqueten ver- c 'ialtenüberdieKriegSursache. Sie. itws. werden befragt werden, denn Sie sind IrsSmd und wenn Sie antworten, werden Sie
Deschanel: Und Poincars sprach ähnlich mit Paleologue. den er während der Truppenrevue am 14. 3uli hierüber sprach. Und dann folgte die Interpellation und b:e Enthüllungen von Charles Humbert im Senat — (es handelt sich um die bekannte Rede, daß das französische Heer nicht schlagfertig und bienft bereit sei). — Die Unterhandlungen, die er Ende des Monats in Petersburg haben würde, würden sich viel schwieriger gehalten, da es keine Ueberschähung gewesen sei, und da Humbert und Messiny (her Kriegsminister) einig waren. Der Kr egsminister hat die Rede Humberts korrigiert, bevor sie ge
brechen zu lallen, da dies doch Oesterreich zwinge. Deutschland seinen Beistand zu leisten. Man müsse sich bereit halten, um die wahren Krieg-- Urheber bekannt zu machen. Man mülle von vornherein alles niederschreiben, denn die Enthüllungen werden nur Wirkung haben, wenn fit gut abgefaht sind. Und darauf mülle man sich eben vorbereitan Louis erklärte, jedermann weiß was man über diese Frage sagen kann, denn es ist ja gedruckt.
Deschanel schloß die Unterredung mit folgen* den Worten: Niemand weiß es. aber es muß gesagt werden und zu gleicher Zeit Ist eS notwendig. überall zu betonen, daß Deutschland den Krieg wollte und daß es ihn wahrend 44 Jahren vorbereitet hatte, und daß es gerade deshalb Tollheit war. einen Krieg zu provozieren, da weder wir noch untere Alliierten bereit waren, und wir das gewußt haben.
halten wurde und kein Mensch spricht schärfer über die von Poincars gespielte Rolle als Messiny. Er hat mir von der Front einen Brief geschrieben, in dem er sagte, es wäre notwendig, daß dieser Feigling Poincorä einige Tage unter dem Granatenfeuer der Front verbringen würde. Die meisten Männer, die im Juli Minister waren, erflärtcn offen, daß Poincarö den Krieg verursacht habe. Er hat mir während der Truppenrevue gesagt: „Ich werde meine Mühe Haden, die Russen zu überzeugen." Gr wollte aber
sagen, sie davon zu überzeugen, daß sie marschieren müssen. Und seine Frau hat zu meiner Frau, die ihr zur Linken saß, während -an ihrer rechten Seite Frau von Schön sah, gesagt, daß wir nicht bereit feien. Frau Poincare sprach so laut, daß Frau Deschanel zu ihr sagte: ..Frau von Schön wird alles hören." Psin- care wußte also in bestimmter Form, daß wir nicht bereit waren und trotzdem ist er in der Absicht nach Petersburg gegangen, die Russen zum Kriege zu treiben. Er hat die ungeeignetste Gelegenheit ausgewählt. denn wegen einer serbischen Angelegenheit den Krig aus-
Line VeutscheArttischeExpedition
Don Prof. Dr. Fritz Klute.
tdj einem Jahrzehnt hat sich Deutschland nicht ei der Erforschung der Erde beteiligen können, Ci her cs früher so rühmlichen Anteil hatte, rio dennoch i-aft der Wunsch, hierbei mitzuwirken, tHl erloschen. Herr Krueger aus Darmstadt fast eine arktische Expedition und wird am mäften Mittwoch in der Reuen Aula der Uni- pr ’ität bet Gesellschaft für Erd- und -V^ller-- Inüe seinen Plan vorlegen. Cs soll keine große km-dltion sein, was die Mittel an geht und lnnoch ist sie in ihrer Dauer auf mehrere vi$re berechnet. Das ist allein mögllch durch |:t® von früheren Expeditionen abweichende Leiv Zweise in der Arktis. Haben die ersten De^ unter Skorbut gelitten und waren sie durch le Mitnahme schwerer Schiffsboote behindert b Her Bewegung, so hat Ransen schon den Hund ci Zugtier verwendet. Reuerdtags hat Step fiiffon sich ganz den Eskmomethoden zugewandt tib einmal 18 Monate ausschließlich von der fir.b in den Mund gelebt, ohne dabei eine Mahlzeit auszulassen. Dadurch ist gezeigt Wörter? daß es auf diese Weise geht und daß man iabei nicht hungern muß. Es werden durch hfi Methode nicht nur einerseits die Kosten krnngert. sondern die Beweglichkeit der Er- fchtivn ist eine viel größere.
Die Zahl der Teilnehmer ist auf 3 fsstge- 'tzu wozu gelegentlich noch Eskimos als Hilfs- tifte kommen.
lieber den Plan und die wissenschaftlichen Embleme wird Herr Krueger selbst berichten. StD nh möchte ifjm hier nicht vorgreifen. Herr .taeger war über ein Jahrzehnt in Südafrika, pf Jagd- und Forschungsreisen, in Minen und
Adreßbuch der Stadt Gießen 1925
Die Hauslisten werden wahrend der nächsten Tage bei den Hausbesitzern oder ihren Stellvertretern durch die zuständigen Revierpolizeibeamten abgegeben. Zur Erlangung einer einwandfreien Einwohneraufnahme ist es erforderlich, daß jeder selbständige Hausbewohner seinen Eintrag eigenhändig vornimmt, und zwar muh der Eintrag in der Reihenfolge der Stockwerke erfolgen. Rach einigen Tagen werden die Listen von der gleichen Stelle wieder eingefordert, bei der fte niedergelegt wurden. — Die Einwohnerschaft Gießens wird dringend darum gebeten, die Aufnahmearbeit durch sorgfältige Einträge und pünktliche Bereitstellung der Listen freundlichst zu unterstützen. Rur so kann die dem Vorteil der Allgemeinheit dienende Genauigkeit des wichtigen Nachschlagewerkes erzielt werden. Der Bezug des Adreßbuches wird nur bei vorheriger Bestellung durch die Hausliste gesichert.
Der Geschäftswelt
zur Benachrichtigung, daß der Anzeigenanhang des Adreßbuches baldigst abgeschlossen werden mutz. Es wird deshalb hiermit nochmals um Einsendung der Anzeigentexte oder doch um Angabe gebeten, welcher Raum freigehalten werden soll. Es sei auch nochmals darauf hingewiesen, daß nur die Adressen der Anzeigenbesteller in sämtlichen Verzeichnissen des Adreßbuches ohne besondere Kosten durch auffälligen Fettdruck und unter Hinweis auf ihre Anzeigen hervorgehoben werden können; außerdem erfolgt die kostenlose Einfügung unter zwei Gruppen des GeschSstsverzeichnisses. Diese Vorteile find nur den Anzeigenbestellern vorbehalten. Anzeigenpreise: viertelseitige Anzeige 25 Mark, halbseitige 45 Mark, ganzseitige 80 Mark. Den Vereins- und Kassen-Vorständen wird es erwünscht sein, daß wieder ein Verzeichnis der vereine und Kasten in das Adreßbuch eingefügt werden soll. Da diese Abteilung in der Ausgabe 1914 zuletzt gebracht wurde, ist eine vollständige Neumelduna erforderlich. Es werden deshalb alle Vereins- und Kasten-Dorstände oder ihre Vertreter gebeten, binnen acht Tagen folgende Angaben schriftlich einzureichen: 1. Name des Vereins ober der Kaste, 2. Zweck (Bildungs-, Ge- selliqkeits-, Sport-, WohltStigkeits- usw. Verein), 3. Name des Vorfitzenden, 4. Vereinslokal. Nur die Aufnahme derjenigen vereine, Verbindungen, Kasten und Gesellschaften kann gewährleistet werden, deren Vorstände rechtzeitig und genau schriftliche Meldung erstatten.
Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei
eigentliche Herz Roms, zu dem der schönste aller Plätze, von Berninis Genius geschaffen, den Auftakt bildet, von den Gebäuden des Vatikans mit ihren unvergleichlichen Schätzen umrahmt.
Wo jetzt die Peterskirche als ein Reubau des 16. und beginnenden 17. Jahrhunderts steht, da hatte schon fast 1200 Jahre vorher sich eine Das ilika erhoben, die mit ihrem prächtigen Vorhof, ihren Torbauten und ihrem schönen Glockenturm die Bewunderung der Pilger erregte. Konstantin der Große erbaute dieses erste Heiligtum der katholischen Christenheit über der Hinrichtungs- und Grabstätte des Apostelfürsten Paulus an der Aordseite des Reronischen Zirkus. Die Fassade und die Wände dieses Gotteshauses. bad mit den vergoldeten Ziegeln eines antiken Tempels gedeckt war, wiesen den herrlichsten Mosaikenschmua auf. Im Laufe der Zeit entstand dann um diese so hoch verehrte Kirche ein ganzer Kranz von Gebäuden: Kapellen. Hospize, Oratorien, ein Kloster und die Bibliothek. Mit allen diesen Bauten waren Erinnerungen verknüpft, die bis in die frühesten Zeiten des Christentums zurückreichten, und unermeßliche Schätze an Edelmetall, kostbare Kunstwerke waren hier ausgehäuft. Aber im 15. Jahrhundert war die Kirche so start in Verfall geraten, dah R i k o l a u s V. einen Reubau begann, bei dem von der alten Anlage so viel wie möglich erhalten werden sollte. Damit hatte der Reubau der Peterskirche begonnen.
Als Rikolaus V. starb, blieben die zunächst hinter der Ch orkapelle unternommenen Arbeiten liegen, und vsn seinen sieben nächsten Rachfolgern fetzte nur Paul II. das Werk kurze Zeit fort. Erst I ulius II., dieser getoaltiae Schöpfergeist, faßte den Plan, die Peterskirche auch in ihrer äußeren Gestalt zu einem unerreichten Wunderwerk zu machen. Der Entwurf
brr bte Kommission nicht unterrichten? Ich Weiß nicht, waS sich Ende Juli in Ar lers bürg abgewickelt Hai. da alle OiÄrlchtenauellen durch den Krieg sofort ver- ftpst wurden. Aber wenn der Ärcq beendet sein brl, ist es wahrscheinlich, doch wir Informationen kommen.
George Louis erwiderte: die höheren Dvt- |fc1t eiferte täte sind über alles unterrichtet. Es jbt keine Geheimnisse für sie. Augenblicklich sind t1 Douclet und Chambrun, von denen k erste von 1912 biS 1919. der letztere von 1912 h 1917 Sekretär der französischen Botschaft in ter#bürg war. Was sich aus dem diplomatischen hchrbuch ergibt.
Paul Deschanel erwiderte: Die Dauer und fr Umfang des Krieges sind unberechenbar.
Devrae LouiS entgegnete: Richt Ruß- stad hat diese ganze Äffaire in Szene gesetzt. Ititxm ein Russe ISwolSky. Die Toaste, o in Petersburg gehalten wurden, waren zu iiiLestens für den Augenblick, da die Lage in» lg« einer Angelegenheit, die uns nicht inter- ''Lite, sehr gespannt war. unnötig. P o i n c a r 6 cft ohne Zweifel Rikolaus gesagt. . B to i r bereit seien. Haben Sie ge= tzr. was Poinearh 1912 den Russen sagte? Er es mir zum Teil erzählt, aber die Russen b)xn mir jetzt gesagt, was ich auf die Unter» i gelungen bezogen habe Was die Unterhand- Incen von 1914 betrifft, so kann ich nur das pUhren, WaS man mir gesagt hat und WaS rem durch das Dlaubuch hat durchblicken lassen, Wie die im Gelbbuch unterdrückten Stellen. CiLerand hat erklärt, dah er zu Poincar4 ge- qd habe: ..Aber was hast du denn den Russen i'tagt ?" Aber er habe ihn nie veranlassen können, fit. das mitzuteilen.
Sie zweite Unterredung fand am 26. Juni pi'chen George Louis und Deschanel statt. Chanel fragte: Was stand denn in der Acro.'schc des englischen Botschafters ht Peters - jtjj, in der von Sasanvw die Rede war.
Louis: Daß Rußland nur marschie- ■t:ni werde, wenn es Frankreich sicher
Bergwerken tätig. Bel einem solchen Leben werden Fähigkeiten ausgebildet, die für jedes Cxpeditionsloben nötig sind. Glänzende Urteile über seine Leistungen bezeugen das. Zur Eingewöhnung in der Arktis ist ein Aufenthalt bei den Eskimos in Aussicht genommen zu Beginn der Expedition. Durch den Krieg haben wir die Tradition in arktischen Reisen einge- büßt und müssen hier von neuem beginnen.
Zur Finanzierung des Planes ist ein neuer Weg eingeschlagen. Es ist das Interesse der Lehrer«- und Phllologenverbände gewonnen, die ihre Mitglieder mit 50 Pf. pro Kopf besteuern, wodurch die Mittel zusammenkomm m. Es ist noch ein idealer Zug im deutschen Volke, denn die Verbände von Hessen, Baden, Württemberg haben bereits zugesagt.
Der Plan ist in all seinen Einzelheiten von Fachleuten beurteilt worden, und das Urteil lautet durchweg günstig.
Ich würde es sehr begrüßen, wenn die Ge- srilschaft für Erd- und Völkerkunde zu Gießen dem Unternehmen ihre moralische Unterstützung leiht, was dadurch geschehen kann, dah sie sich mit ihrem Rainen hinter die Expedition stellt und damit ihr Einverständnis und ihre Wünsche für das Unternehmen aus drückt.
St Peter.
Die Feier des „Heiligen Jahres", die in diesen Monaten Hunderttausende von Pllgern nach der «ewigen Stadt" zieht, richtet die Blicke der ganzen Welt auf den Mittelpunkt der Ehri- stenheit in Rom und zugleich auf dasjenige Gotteshaus, das nicht nur durch seine Schönheit und Größe, sondern auch durch seine aeschichlliche Bedeutung und religiöse Weihe als das Haupt» fjeiltgtum zu gelten hat, nad> SU Peter, daS
Nochmals die Bad-Nauheimer Frage.
(Zu dieser für ganz Hessen wichtigen Angelegenheit geben wir noch einmal einem gutunterrichteten Dad-Rauheimer Bürger das Wort, dessen Dchlußbetrach' tung sicherlich auch heute noch nach der bekannten Reglerungserllärung bn Finanzausschuß des Landtage- von Interesse ist. D. Red.) Dad-Rauheim, 17. Ian. In der Angelegenheit ^Umwandlung der hiesigen staatlichen Betriebe in eine Aktie n - G e s e l l s ch a s t", die — wie wir in einem ausführlichen Artikel in unserer Rümmer 10 vorn lä.Ianuar d 3. berichteten — die Gemüter beunruhigt. hat die Bade- unb Kurverwaltung in der .,Bad-Rauh. Ztg." eine Erklärung gegeben, die w'r im Wortlaut nachstehend wiedergeben: „BiS jetzt hat die Frage, ob der Betrieb unseres Bades in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden soll, die zuständigen Stellen noch nicht beschäftigt. Warum übrigens ein Plan dessen Ausführung anderwärts z. B. in Pyrmont und Oeynhausen schon seit längerer Zeit eine Tatsache geworden ist, Unruhe in die Bürgerschaft tragen soll, ist nicht recht verständlich Diese Unruhe würde sich auch schlecht mit der schor oft geäußerten Meinung vieler Kreise vertragen daß die Erfordernisse einer kaufmännischen Geschäftsführung sich nur durch eine Gesellschaft privatrechtlicher Form verwirklichen ließen.
Ob die Entwicklung der Verhältnisse auch in Bad-Rauheim einmal die Umwandlung des Betriebes in eine Aktien-Gesellschaft angezeigt erscheinen lassen, kann man heute noch nicht beurteilen.“
Die von der Bürgerschaft gewünschte Beruhigung der Gemüter ist mit dieser Er- Härung keineswegs herbeigeführt, da einmal die Ausführung der Umwandlung für Re Zukunst keine bestimmte Ablehnung erfährt, dann aber auch ei nwandf res er Informationen zufolge wirklich der Plan bestanden haben muß. wie der „Bad-Rauh. Ztg.“ in einem „Eingesandt" mitgeteilt wird.
Rach dem Plan sollte die Umwandlung nach dem Beispiel anderer Badeorte, von denen Sat> zungen und Vertrage vorgelegen haben sollen, erfolgen, d h. der hessische Staat sollt« den Hauptteil der Aktien übernehmen und seither bewährte höhere Beamte, die tat Staatsdienst zu beurlauben wären, als Direktoren an die Spitze deS Betriebes stellen. ES wird berichtet, daß auf eine Anfrage der im Betriebe beschäftigten Beamten, was an den die Beamten» und Arbeiterschaft besonders beunruhigenden Gerüchten Wahres fet. diesen schon „Bedingungen" mitgeteUt toortxen feien, unter denen der Uebergang bzw. die Uobernahme erfolgen könne.
Was die kaufmännische Geschäftsführung an« betrifft, so ist sie wohl von gewissen Kreisen unseres Wissens vor allem von der Hotina (Hotelindustrie), gefordert worden, aber in dem Sinne, daß der Staat anstelle der mehr bureaukratischen Verwaltung zu einer mehr kaufmännisch eingestellten Organisation der Leitung übergehen möge. Es hat kein Mensch dabei an eine Umwandlung in eine A.-G. gedacht. Daß der Staat mit seiner Beamtenschaft dazu in der Lage sein muh. dc»; geht ja wohl öaruufl am besten hervor, daß dieselben Beamten ja auch bei der A °G. zur Durchführung der kaufmännischen Umstellung vorgesehen waren, denn es heißt, es wäre beabsichtigt gewesen, die seitherigen Beamten als Mitarbeiter zu erhallen. Im übrigen erscheint eS aber bei den hiesigen Derhältn ssen alS durchaus unangebracht. einen allzu großen Wert auf das Wort „kaufmännisch" zu legen. Wohl kann man
tS versetzen wollte, zu vermeiden, oder hinauszu- gizrn. In einem seiner letzten Bücher hat uns K ?neral Bernhardt darüber unterrichtet, dah im Interesse Deutschlands liege, den Krieg t^en einer Balkan frage ausbrechen zu lassen. L sagte es zwar nicht, aber man konnte es ver- lD>n, daß ber Krieg wegen einer Frage ent» st'rlt werden sollte, die hauptsächlich Oesterreich- Irijam interessiere. Unser Interesse wäre es !i verhindern, dah die Dalkanfragen sich Der» ■ )1 rnrnerten, denn hier liege die Falle, in die Vä Deutschland locken wollte. Schon 1909 war je jhnlich: aber die damalige französische Regie- bat die Gefahr gesehen und sich beeilt, )u beseitigen, indem sie In Petarsburg wissen ft daß wir Rußland nicht folgen würden.
! glücklicherweise konnte aber Iswolski, der richafter In Frankreich war, in Paris sein Duell ht dem österreichisch-ungarischen Außenminister brr aufnehmen und die Männer, die 1912 un- Deschicke geleitet hatten, liehen sich immer vom serbischen Bunde dirigieren. Wir
Am 21 Februar 1915 sagte Louis zu Descha- ri Deutschland hätte zwar den Krieg er» 1 c r t, aber nur wegen der Fehler uns er er ;eg i er u n g habe er zum Ausbruch kommen men. Deutschland habe nur auf eine Gelegenes- gewartet, weil es bereit war, und weil es jfte, daß feine Gegner es nicht waren. Wir ; t.xn alles tun müssen, um den Stoß, den man


