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Vochenmarktpreise muac. tSändlerpreises lf dem heutigen DochmnullK er 110 bis 180, Malte K irflnfl 15, Mihkraut lO^Rot- S 12. rote «Üben 12. tert

10, Grünkohl 20, «osenkoÄ Zwiebeln 15, Meerreü'" q«I» 70,

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ettnger* tatf» TtrtgartentM, der Im Februar bzw. Würz statt!Inden soll, wird die Sinzelhellen (Pro­gramm usw.) sestsetzen und über einen etwaigen Anschluß an den von Obenegi erungSrat Dr. O l^eg e r t gegründeten .Hess. Sängerbund"' be°

Der Obst- und Gartenbau-Dcr- ein hielt am Sam-tagabend im Eisenbahn- Hotel Hvpseld eine gulbesuchte Mllglieder-Der- fammlung ab, in der Garieninspektor Rentsch Friedberg, einen Dortrag überUnter Beeren- vbst" hielt. Der Redner gab zunächst eine Schil­derung über den allgemeinen deutschen Obst- onb Gartenbau und betonte, daß dieser durch die enorme Einfuhr von Südfrüchten usw. fe&r beeinträchtigt sei. Angeführte Zahlen bewiesen, welche bebeutmbc Summen Geldes aus diese OBetft ins Ausland wandern. Es folgte sodann eine eingehende Betrachtung des Deerenobstes. von der Anpflanzung der Stämme bis zur Einbringung und Lagerung der Früchte. Dem außerordentlich tnteressanten und sehr beifällig aufqenomm<mtn Dortrage hatten die Zuhörer volle Aufmerksamkeit gewidmet, manches Mit­glied dürste sehr viel Nützliche- erfahren haben Es folgten sodann seitens deS Dorsitzenden noch Mitteilungen über abzugrchendes und' neu zu erwerbendes Pachtgelände, und eS wurde eine Liste in Umlauf gesetzt, um Interessenten für neues Pachtgeldnde sestzustellen. Weiter ermahnte der Vorsitzende, für Erstattung der noch rück­ständigen Pachtgelder umgehend Sorge zu tragen.

-v- Der Goethebund veranstaltete am Sonntag einen Abend, der griechischen imb römi­schen Dichtern gewidmet war. In deutschem Ge- wande, dessen Wahl jeweils in erster Linie nach der dichterischen Qualität des Uebersetzers ge­troffen war. zogen Homer, die griechischen Lyriker, die Tragiker, Tatull, Horaz und die römischen Elegiker an den Zuhörern vorüber, in feinsinniger Gestaltung wiedergegeben von den Damen Ger­trud Hirsch und Elle Speckhardt und vom Bundes wart. Altgriechische Weisen gaben der Deranstaltung den passenden musikalischen Rahmen.

Zur Richtigstellung. In unserem Gchöfsengerichtsbericht In der vorigen Samstag­nummer hat sich ein bedauerlicher Druckfehler eingeschlichen. Richt der Arbeiter Wilhelm Weber von Klein-Linden, sondern der «Ar­beiter" Wilhelm Weller von dort stand vor den Schranken deS Gerichts und wurde wegen Schwindeleien zu 1 Iahr Zuchthaus verurteilt.

Landkreis Gictzen.

is Steinbach. 19. Ian. Der hiesige Kriegerverein beschloß in seiner heutigen Generalversammlung, anläßlich seines fünfzig» jährigen De stehenS in diesem Iahre eine gröbere Festlichkeit abzuhalten. AlS Fest­tag ist der 14. Iuni vorgesehen. Alle Vereins der Umgegend werden zu diesem Feste eingeladen werden.

Sk. Reiskirchen. 19 Ian. Gegen 1/28 , Uhr abends fährt auf hiesiger Station ein Düterzug in Richtung Fulda durch. Am Samstagabend sprang beim Rangieren ein mit Dieh beladener Wagen mit einer Achse aus dem Geleise. Der um 8 Uhr tn Richtung Fulda fällige Dersonenzug muhte einige Zeil vor dem Signal galten, konnte aber dann in die Station einfahren. Die AuSfahrt war jedoch nicht frei. Erst gegen 9 Uhr gelang eS dem Personal unter Zuhilfenahme von Winden, den Wagen wieder ins Geleise zu bringen. Mit nahezu einstündiger Verspätung konnte endlich der Personenzug nach Fulda weitersahren.

Deuern, 19. Ian. Im hiesigen Volks- bildungsverein (Vorsitzender Lehrer Rau) sprach am SamStagabend der von den Franzosen zu Gefängnis verurteilte Pfarrer Haupt aus Mainz-Weiienau über das Thema: »Die Fran­zosen am Rhein". Mit packenden Worten schil­derte er die Rot unserer Brüder im besetzten Gebiet. In einem zweiten Vortrag beantwortete er die Frage:Ist der Spiritismus eine Wahr- Beit?" Eine Anzahl Lichtbilder ergänzten die luSführungen deS Redners. Am nächsten Sams­tag hält Herr Lehrer S ch m a l l aus Elpenrod einen Lichtbildervortrag überLudwig Richter, der Maler mit dem Kinderherzen". Zu vielen Lichtbildern werden von Schullindern paffende Lieder und Gedichte vorgetragen.

t Grünberg, 19. Ian. Gestern nach­mittag begann m der Turnhalle die 90 j ä h r i g e Stiftungsfeier des Männergesang- Vereins. Die Gesangsdarbielungen tourtxm ausgezeichnet zu Gehör gebracht und mit reichem Deifall belohnt. 3n seiner Ansprache begrüßte ider Vorsitzende Karl Möller zunächst die zahlreichen Gäste. wieS dann kurz auf die Ent­stehungsgeschichte der deutschen Gelangvereine hin und beschäftigte sich hierauf mit der Geschichte des Iubelvereins. über die wir in unserer Rr. 4 vom 6. Ianuar bereits berichteten. Weiter führte der Redner aus. daß während des Krieges der Gesangunterricht auSsallen mußte undbatj leibcr auch drei Mitglieder in diesem Kriege für das Vaterland gefallen sind. Ganz besonders hob er die Verdienste des langjährigen Leiters. Herrn «La über hervor und betonte schließlich, daß Gg. Möller angesichts seiner Verdienste zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde. Seit 1919 fin­det der Gesangsunterricht wieder regelmäßig statt, der Verein hatte in dielen Jahren einen bedeu­tenden Zuwachs an Mitgliedern zu verzeichnen. Mit dem Wunsche, daß der Verein auch weiterhin die Unterstützung und Sympathie der Bürger­schaft finden möge, schloß der Redner feine fesselnde Ansprache. Dar diese iriachmittagS- feier schon zur vollen Zufriedenheit ausgefallen, so traf das auf die Abendfeier noch in erhöhtem

Dratze zu. Bei ausgezeichnetem Gelang, rresv- lichem Theaterspiel und Tanz verlebten die Tell- nehmer sehr genußreiche Stunden, deren Zustande­kommen man dem beliebten Verein hoch anrechnet.

~ Ober-Dessingen, 19. Ian. Am Sonntag hielt der Ober-Dessinger Rad- fahrerverein seinen diesjährigen Unterhal- tungsabend ab. der auch von auswärts stork besucht war. Im Mittelpunkt der Deranstaltung stand die Aufführung von Friedrich Halms .Sohn der Wildnis", dir unter der sicheren Leitung des Lehrers Iakob in der Arbeit für gute Volkskunst, wie sie von der Zentralstelle für Volksbildung erstrebt wird, einen vollen Erfolg darstellte. Gespannte Aufmerksamkeit und dank­barer Deifall lohnte die trefflichen Darsteller.

ri. Riederbessingen ,19. 3aa In der Leitung der hiesigen Feuerwehr traten Aenderungen ein. Die zwei Kommandanten Ge- meinderat Hau und De.gcordneter K l ö S. die lange Zeit mit großem Eifer der Wehr vor­gestanden hatten, legten ihr Amt nieder. An ihre Stelle traten Straßenwärter Drück und Zimmermann Müller. Auch der langjährige Rechner der Wehr. ÄranfenfoTfen- und Archen- rechner Diehl, gab fein Amt a6; es wurde dem Landwirt Sack übertragen. In fröhlichem Deifammenfein mit dem alten wohlverdienten und mit den neuen Kommandanten hÄt die Wehr ihre IahreSfeier.

L Hungen, 19. Ian. Aus der jüngsten Gemeindesitzung ist zu berichten: Die in einem Enteignung-verfahren tragen Erwerb von Gelände zum Ausbau einer Straße mit dem Grundstückseigentümer getroffenen Berein- barungen finden die Zustimmung deS Gemeinde- ratS. Gin Gesuch um Dewilligung einer §reb stelle an der höheren Bürgerschule wird ent­sprechend dem Vorschläge des Kuratoriums der Schule genehmigt. Das in 1923 neuerbaute Ge­meindehaus Delle rS Heimer Straße R r. 1 7 soll dem Reflektanten zum Preise von 5500 Mk. überlassen werden. Ein Gesuch um Ge­nehmigung zum Wiederaufbau eine- Stalles wird, weil gegen die Allgemeine Dauordnung verstoßend, ak^elehnt. Auf einen Aufruf deS Deutschen Vereins für SanitätS- und Dlindenführerhunde b schließt der Gemeinderat, die lebenslängliche Mitgliedschaft durch Zahlung eines einmaligen DetragS von 100 Mk. zu erwerben. Die Lieferung von Mate­rialien, die Fuhrkosten und die Herstellungs­arbeiten zur Ehauffierung verschie­dener Feldwege und Straßen werden den Wenigstnehmenden übertragen, ebenso wird dem Wenigstnehmenden die Räumung tnehrerer Wiesengräben zugesagt. Dei der Rutz- und Drennholzversteigerung im hiesigen Gemeindewald wurden folgende Preise erzielt: Fichten-Derbstangen 1. Klasse 12 bis 16 Mk. je Festmeter. Fichten-Rutzreisig 3 biS 4 Mk. je Rm., Vuchen-Scheitholz 10 bis 12 Mk.. Vuchen- und Hain buchen ^Knüppel 6 bis 12 Mk.. Duchn Stöcke 4 bis 8 Mk.. Duchen- und Hainbuchcn-Astreisig 1 bis 1,50 Mk. je Raummeter.

Kreis Friedberg.

sf. Friedberg, 18. Ian. Eine von der Reichszentrale für Heimatdienst, Landesabtei­lung Hessen" veranstaltete .Sachpvlitische DildungStagung für Stadt und Kreis Friedberg", welche gestern im gro­ßen Lehrsaale des Polytechnikums ftattfanb, er­freute sich eines guten Besuchs und eines sehr anregenden Verlaufs. AlS erster Redner sprach Psarrer Weber aus Riedelbach L T. über die Weltpolitische Kräfteverteilung und Deutsch­land". Der Redner prieS es am Schluffe seines interessanten Vortrags als ein großes Glück, daß He Einheit des Deutschen Räches. an die man nach Beendigung des großen Wellkrieaes unb besonders im Iahre 1923 kaum noch glauben konnte, doch erhalten geblieben sei. Als zwei­ter Redner verbreitete sich Dr. Kect, Syn­dikus an der Handelskammer Frankfurt, an der Hand einer sehr lehrreichen Zahlcnzusammen« stellung überDie deutsche Volkswirtschaft unter dem Tawesabkommen". Der Redner begann seine Ausführungen mit einer Auseinanbersetzung über das Wesen der von Deutschland übernommenen Reparationsverpflichtungen und kam zu dem Er­gebnis, daß die deutsche Wirtschaft in der Vor­kriegszeit in der günstigsten Lage nur einen äleberschuß von 2 Milliarden für diesen Zweck hätte aufbringen können. Die Leistungen, die uns durch das Dawesabkommen angesonnen werden, übertreffen jedoch diese Summen um ein bedeutendes, so daß man wohl sagen kann, daß damit der deutschen Wirtschaft älnmögliches zu- gemutet wird. Trotzdem haben sich sämtliche Spitzenverbände der deutschen Industrie für die Llnterschrist ausgesprochen, und auch der Red­ner ist ber Ansicht, daß uns keine andere Mög­lichkeit übrig blieb, da man aus politischen Grün­den auch eine unerfüllbare Last auf sich nehmen kann, wenn die Aussicht besteht, aus diesem Wege die unerhört schwierige weltpolitische Stellung des deutschen Reiches zu erleichtern. Zum Schlüsse behändeste der Redner die Kon­sequenzen, die sich für uns aus der Ai nähme ergeben unb bie Mittel, die uns die Möglich­keit der Erfüllung, hauptsächlich durch eine ge­steigerte Produktion gäben. Redner schloß damit, daß auch das Ausland von der Kaufkraft des deutschen Volkes abhängig sei unb erblickte bann den dn^igen W g zu einer Verminderung der übernommenen Lasten. Der dritte Redner, Prof. König in Gießen (früher in Straßburg), sprach über bas Thema:Vom Reich, vorn Doll und von den Grenzen". Er sprach von dem alten Deutschen Reiche, welches weit über die Grenzen Deutschlands hinausgriff, von dem Reiche von

1811, das mehr eine staatSpoltttsche Gründung war und von dem jetzigen Reiche, bei dem viele unserer Stammesgenosien unter die Herrschaft anderer Völker gekommen sind. Sämtliche Vor­träge wurden mit lebhaftem Interesse und Dei­fall entgegengenommen.

Kreis Schotten.

Laubach, 19. Ian. Die Arbeiten der H olzhauereien, ber gräflichen wie auch ber ftaatlidyen, wurden infolge der günstigen Wit­terung so rasch gefördert, daß sie voraussichtlich schon gegen Mitte Februar beendet sind Heute, Montag, schon findet imSolmser Hof" die erste gräfliche Holzverste gerung statt.

Schotten. 19. Ian. Der starke Holz­schlag in den Kriegs- und Rachkriegsiahren, in denen Verzweiflung über fehlende Kohlen und Furcht vor frierenden Menschen unbarmherzig die An tm Walde führten, hat unsere Wal­dungen so erschöpft unb namentlich unsere Buchende stände so gelichtet, daß schon in diesem Iahre viele Förstereien nicht mehr in der Lage sind. Holz zum Verkaufe schlagen zu lassen. Rur das vertraglich zu litsernde Losholz, das mst einem hohen Prozentsatz Eichenholz ge­mischt werden mußte, konnte gefälst werden. Der Rachwuchs an Duchen ist gleichfalls sehr gering, da das hohe Waldgras den Duchenkeimling er­stickt. Unter diesen Umständen wird sich die Drennholzbeschaffung in den nächsten Iahren noch schwieriger gestalten, und es könnte wohl der Fall eintreten, daß selbst die in Waldgebieten Wohnenden nicht mehr in der Lage wären, ihren Drennholzbedars zu decken uitb sich aus Kohlen­feuerung umstellen müßten. In der letzt­jährigen Deschau der Faseltiere im Kreise wurde ein 5> »jähriger Simmentaler Dulle der Gemeind; Gedern als schönstes Tier seiner Rasse im Kreise gewertet. Er erfreut sich deS stattlichen Gewichts von 19>» Zentnern, ist noch unvermindert decksähig und steht mit zwei jün­geren, ebenfalls sehr wohlgenährten Genossen in der ausgezeichneten Pflege des Dullenwärters Friedrich Korell. Ueoerhaupt sollten viele Gemeinden mst ber Gepflogenheit brechen, ihre Faseltiere benWenigstnehmenden" auf Gedeih und Verderb zu überlgssen. sondern im Interesse gesunder Rachzucht eignem Stall und treustem Pfleger den Vorzug zu geben.

Kreis Büdingen,

... Nidda, 18. Ian. Der hiesige Turn­verein ließ gestern abepd durch mehrere seiner Mitglieder, b3to. deren Angehörigen die bekannte Darmstadter LokalposfeDer Da t ter ich" von Riebcrgall (E. Stress) ausführen. Der große Saal und die Galerien imGambrinus" waren schon lange vor Deqinn der Aufführung überfüllt, ein Zeichen, daß das schon 1840 zum ersten Mal in Darmstadt gegebene Stück ferne volle An­ziehungskraft bewahrt hat. Die Hauptrolle, ber Datterich, hatte Turner Karl Winter über­nommen. der den Charakter unb die Gewohnhe'ten dieses Darmstädter Privatmannes gut erfaßt hatte und vorzüglich darzustellen verstand. Auch bie übrigen Mitwirkenden entledigten sich ihrer Rollen in höchst anerkennenswerter Weise. Well viele Personen, die gern die Aufführung besucht hätten, keinen Zutritt mehr sanden, soll auf vielseitigen Wunsch das Stück in Kürze noch­mals gegeben werden.

)( Ortenberg, 19. Ian. Aus ber kirch­lichen Statistik für das Iahr 1924 Ist zu bemerken (die eingellammerten Zahlen beziehen sich auf das Iahr 1923): GS sanden statt 7 (6) Trauungen, 13 (19) Taufen, 11 (6) Beerdigungen, es wurden konfirmiert 10 (25) Kinder, die Durch­schnittszahl der sonntäglichen Kirchenb:sucher be­trug 20 Proz. (23 Proz.), die der Abendmahls­besucher 62 Proz. (67 Proz.), an freiwilligen Gaben für kirchlich« Zweck; und Kollekten gingen ein 2097 DHL, d. h etwa 3,50 Ml. auf den Kopf der Bevölkerung (in 1923 151,82 Billionen). Don der Diakonisse unserer Kranken­station wurden im vergangenen Iahre in 150 Familien in 4 Gemeinden 5068 Krankenbesuche gemacht, 16'» Tagpflegen und 17 Nachtwachen gehalten, davon entfallen auf Selber- 774, auf Lißberg 734, auf Wippenbach 12 Besuche, die übrigen auf Ortenberg. Es gingen ein für die Station aus Ortenberg 331 Mk., aus Äh berg 120 Mk., auß Selters und Wippenbach 120 ML, an sonstigen Gaben steuerten tn dankenswerter Weise bei: der Kr :is Büdingen 75 ML, d:e Orts­krankenkaffe Büdingen 50 Mk., die Eisenwerke Hirzenhain 50 ML. die Ohmtalbasaltwerle 50 Mk.. letztere außerdem für die Kinderschule 50 Mk.. die Stadtkasse Orbenberg 103 ML (vorgesehen, jedoch noch nicht cingegangen). der Fraucnverein 20 Mk. Rur durch diese reichen Gaben, denen sich be­sonder- aus Selters und Ortenberg noch eine Menge Raturalgaben anreihten, war es mög­lich. die Station zu erhalten. Im Saale deS Gasthauses zur Post sprach in einer Versamm­lung des Zweigvereins vom Evange­lischen Bund Pfarrer Haupt, z. ZL in Gießen, über das Thema:Ist ein Fortleben nach dem Tode möglich?" Rach dem (Bortrage fand eine Aussprache statt. Der Abend wuroe durch paffende Lieder deS Kirchengesangvereins umrahmt. Das Degrüßungs- unb Schlußwort sprach Pfarrer Kahn. Der Abend brachte dem Evgl Bund 7 neue Mitglieder, so daß er mit 87 Mitgliedern in das neue Iahr eintritt. In den Vorstand wurden gewählt Pfarrer Kahn, Ober­amtsrichter Dr. Bernhard, Kaufmann Lenz, Vruchmeister Fahrenbruch, Lehrer Köhler und Schlossermeister G r 0 m.

Starkenburg und Rheinhessen.

Darmstadt, 18. Ian. (Eig. Bericht.) Gestern sprach aus Veranlassung des Ortskar-

tells Darmstadt des Tcutl^en G5eamteni**Bc» tn einer öffentlichen Versammlung ber ehemalige Staatssekretär im Kri egsernährmw-amt Dr August Müller, der jetzt eint Professur an der älnioerfität Berlin bekleidet: er gehört be­kanntlich ber sozialdemokratischen Par­tei an. In feiner Red« führte er u. a. aus. daß die Vertreter des parlamentari­schen System - dem dcmokratlschenGe danken am meisten geschadet hätten. Die Bevölkerung hätte jetzt weniger als je Einfluß aus die Regicrung-gcschäste. Der Reichstag hätte in den letzten zwei Jahren kein« wirtschastltchen Aufgaben von Bedeutung mehr gelöst. Gegen die DeamtenbesoldungSpolitik des Finan>mini sterS Dr. Luther erhob der Redner verschiedene Einwendungen: er erkannte aber an. daß sie mit dazu beigetragen habe, die Schuldenlast des Reich« zu verringern. Richt BesoldungS- erhöhung sei in erster Linie zu fordern, son­dern Preisabbau. Die Kreditpolitik ber Reichsbank und die hohen Dankzinsen seien an den dauernden Preissteigerungen schuld, ferner unnötige Zwi chenhandelscristenzen und die Preis­politik der Kartelle. Die Verbraucherintereffen dürsten hinter den Erzeugerinteressen nicht zu- rückstehen. Die Erhöhung des Einkommens drei ter Schichten der Devölkerung erhöhe auch ben Verbrauch nützlicher Gegenstände. Gestern ist die Kraftwagenlinie Heppenhelm- Erbach, die von einer Privatgesellschaft, der Odenwälder Kraftwagen 'Verkehrs-A.-G., betrie­ben wird, eröffnet worden. Die Fahri ging von Heppenheim in zwei DerkehrsautLS, von denen das größere 26 Sitze bat, unb In meh reiten privaten Autos vor fk&. In allen Ort­schaften wurden die Ehrengäste von denBürger* meistern begrüßt, die Schulkinder fangen Lieder. Rach zweistündiger Fahrt wurde Erbach erreicht wo der Erb graf zu Erbach alS Vorsitzen­der des Aufsichtsrates die Teilnehmer an bei Fahrt begrüßte. Am 2. Februar wird bie Krasttvagenllnie Erbach Reichelsheim- Linbenfels eröffnet.

Hessen-Nassau.

spb. Frankfurt a. M.. 19. Ian. Im ver­flossenen Sommer erschienen in den TageSzellun gen hoffnungsvolle Derichte über Petroleum- sunde, bie Helmgartenpächter in ber Röbel Heimer Gemarkung gemacht hatten. Der Oberingenieur Scher mulh stellte sogar mit seinem Polarisator fest, daß das an die Ober­fläche getretene Oel vielleicht mit einem Fern beben in Ve b'ndung zu bringen sei. Eine Ana lyse des OeleS werde zeigen, so las man, ob man dem Gc'v'nken einer Ausbeute näherireten könne. Im Geist sah man schon ein zweites Dalu oder mindestens ein kleines W'ehe (Oelseld in der Lüneburger Heide) bei Rödelheim erstehen Run ist es ganz st'll geworden. Don der Analyse bat man nichts mehr gehört. Die Stadt aber forderte non Pros. Drevermann, dem hie­sigen Fachgevlogen. cm Gutachten, das jetzt er­stattet wurde unb in dem ausgeführt wird, daß in der Umgebung von Frankfurt, wie im ganzen Mainzer Decken, von Erdöl nicht die Rede sein könne, auch nicht von Erdgasen. WaS man dort in Rödelheim entdeckt habe, seien lediglich dünne oft irisierende Oberflächenhautchen aus Wasser­flächen, die immer unb immer wieder trotz aller Warnungen durch die Geologen zu der Vermu­tung führten, daß in der Tiefe Erdöl vorhanden sei *6 handelt sich hier um verschiedene Humus­stosse. die sich im morastigen Wasser tn erheb­licher Menge bilden und von Eisenorhbsalzen ge­fällt werden. Auch den Wüiffchelruten unb Po­lar satoren spricht Prof. Drevermann bte wissen­schaftliche Debeutung ab. Zum Schluß führte das Gutachten aus, daß Phantasten einen Zu­sammenhang Zwischen den l)annöverschen und el­sässischen Crdölfunben hevausgesunben hätten. Vor einer Woche wurde im Städelmuseum der Kunstmaler Seel aus Wiesbaden dabei abgesatzt, als er zum zweitenmal Di lder stehlen wollte. Die Untersuchung stellte fest, daß Seel als gemeingefährlich geistes­krank anzusehen ist, daß also eine gerichtlich« Verhandlung nicht in Frage kommt.

bl. Dillenburg. 19. Ian. Drdingl durch die schlechte Wirtschastslage, vornehmlich tm Derg- baubetrieb, nimmt das Wandergewerbe im D i l l k r e i S einen außergewöhnlich starken Auf­schwung Die Dehörden werden mit Anträgen auf Gewährung des Wandergewerbescheins geradezu überschüttet. Tagtäglich kommen ganze Trupps von Leuten in di« Wohnungen, um ihre Waren unterzubringen. Im Durchschnitt kommen die De- dauernswcrten auf ihre Rechnung, wenngleich die mit bem Gewerbe verbundenen Kosten start anwachsen. Der KreiS hat von dem hygieni­schen Institut zu Dresden eine Unterrichts- sammlung über Geschlechtskrankhei­ten und Tuberkulose bezogen, die in sämt­lichen Gemeinden des Kreises vorgeführi werden soll. Ferner soll ein käuflich erworbener Licht­bilderapparat vornehmlich der Iugend durch ein gutes Lichtbild dienen.

Kassel. 20. Ian. (TU.) Auf Grund der Vorgänge bei der Landeskredit kaffe in Kassel sind gltem aus Anordnung des Untersuchungs­richters der Landesrat Dr. Werner Poppel von der Landeskreditkasse Kassel sowie die Kaufleute Gebrüder Wllhelm und Fritz Kat­ze n st e i n tragen Bestechung und Be­trugs inS Untersuchungsgefängnis eingeltefert worden. Dr. Poppel hatte der Maschinenfabrik Magnus Katzenstein umfangreiche Kredit« ver­mittelt, für die nur ganz beschrankt« Sicherheiten vorhanden waren. Außerdem hat er noch private Da I hnsg lchäfte mit der Firma Katzenstein ge­macht.

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