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Xtfruem ftattr uro tret ausge­sprochen wurde. Reichskanzler Dr. Lutyer be- femti sich zur republikanischen Verfassung.

DaSD. T." schreibt: Die Kanzlerrede ver­suchte wenigstens vorläufig das Gesucht zu wah-- ren. Der ilcbergang von dem bisherigen zu dem neuen Kurs soll möglichst verschleiert werden und möglichst unauffällig gemacht werden. Die deutfchnationalen Minister haben bei der Auf- setzung deS Programms nicht nur eins, sondern beide Augen zugedrückt.

Der .Vorwärts' schreibt: Sntweder die Regierung Luther ist so wie sie srch tn ihrer ersten Erklärung vvrgesteüt hat, dann sind die Rechtsparteien die grenzenlos Blamierten, dann haben sie die Regierung Marx nur gestürzt, um die Politik Marx fortzusetzen. Die Auf­nahme der Regierungserklärung war über alle Matzen kühl und zurückhaltend. Sie war kein Zeichen von Mut und Aufrichtigkeit.

Der neue Neichsverkehrs- minister.

Berlin, 19. San. (Sil.) ReichsverkehrS- minister Dr. jur. Rudolf Kröhne wurde am 16. September 1876 zu Rendsburg in Schles­wig-Holstein geboren und 1903 zum Gerichts- Assessor, 1907 zum Amtsrichter, 1909 zum Re- gierungs-Assesfor ernannt. 3m Jahre 1911 trat er als Regierungsrat in das Ob?rpräsidium in Magdeburg ein, wurde 1920 Hilfsarbeiter im Ministerium für öffentliche Arbeiten. 1922 Ministerialdirektor im R e i ch s Verkehrs­ministerium und 1923 Staatssekretär daselbst. Ende 1924 wurde er nach Bildung der Deutschen ReichSbahng sellschaft m 1 der Führung der Ge­schäfte des Reichsvcrk.hrsmmisteriums beauftragt.

Die Amnestieantrage im Preußischen Landtag abgelebnt.

Berlin. 19. Ian. (Sil.) Der Rechtsaus- schutz des Preußischen Landtags lehnte die Am- nestieanträge der Konnnunisten und Sozialdemo­kraten ab, nachdem der Berichterstatter, Abg. Göbel (Ztr.) sich gegen allzu häufige Amnestien ausgesprochen und ein Vertreter deS Fustizminjsteri ms darauf hingewiesen hatte, daß in Preumn die Zahl der wegen politischer Vergehen Bestraften so gering sei, daß dafür ein besonderes Gesetz nicht erforderlich wäre. 3m ganzen seien in Preußen noch etwa 500 poli­tische Gefangene vorhanden und nicht 7000, wie von den Kommunisten behauptet werde Begna­digt worden seien insgesamt 8471 Personen wegen der ilnruhen im Lahre 1923 und im Ruhrgebiet infolge des London« Abkommens 858 Personen.

Eine Gesetzesvorlage zum Anerbenrecht.

Berlin, 19. 3an. (Sil.) Am Samstag traten die Vertreter der großen landwirt ­schaftlichen Organisationen im Relchs- ernährungsministerium erneut zur Formulierung der landwirtschaftlichen Wünsche nach einer Ge­setzesvorlage zum Anerbenrecht zu­sammen. Cs gelang, eine für die landwirtschaft- 'ichen Organisationen annehmbare Formel zu finden. Damit dürfte in der Vorbeveitungsarbeit für dieses wichtige Gesetz ein wesentlicher Schritt getan sein.

Neue Gewaltmahnahmen in Münchweiler.

PirmasenS, 20. 3an. (Lokalanz.") ileber sten Ort Münchweiler hat nun der Bezirks­delegierte für die Pfalz außer der Belegung «S Ortes noch weitere Sanktionen ver­hängt, und zwar: 1. 3ede Zusammenkunft oder öffentliche Kundgebung ist in der Ge­meinde Münchweiler verboten. 2. Feder Verkehr ist von abends 9 ilhr bis morgens 6 ilhr deutsche Zeit untersagt. 3. Die Rächt- sperre flilt ab 16. Fanuar von 9 ilhr abends bis auf weiteres. Von den deutschen Behörden sind gegen die Derkehrssperre. die das Erwerbs­leben, insbesondere die Arbeiter im Aufsuchen ihrer Arbeitsstellen und in der Rückkehr von der Arbeitsstelle schwer schädigt, Dorstellun- gen erhoben, zumal sie im Widerspruch Zum Londoner Abkommen steht.

Die Sicherheitsfrage.

England will ^rnnfretrf) entqeqenkommen.

London, 20. 3an. (Sil.) Die Lösung des Sicherheitsproblems ist nach Beendigung der Pa­riser Finanzkonferenz wieder zur Hauptaufgabe der englischen auswärtigen Politik geworden, je­doch sind biSher noch keinerlei Beschlüsse gefaßt worden, da die Lage noch nicht als genügend geklart angesehen wird. Wie indessen aus maß­gebenden Kreisen verlautet, ist man grundsätzlich der Auffassung, datz den französischen Wünschen nach Sicherheit entgegen- 9 cf ommen werden müsse. Man erlennt an, daß die während der Friedensvertragsverhand­lungen der französischen Regierung gegebene Zu­sage, durch die die französische Ostgrenze ge­sichert werden sollte, nicht erfüllt worden ist und datz die von Frankreich seit fünf Fahren in die europäische Politik getragene Unruhe nur durch die Berücksichtigung derfranzo- stschen Sicherheitswünsche beseitigt werden kann.

Cs ist daher nicht ausgeschlossen, daß Eng­land das Genfer Protokoll ratifizie­re n wird, allerdings nach Abänderung einiger Punkte. Darüber läßt sich noch nichts Bestimm­tes sagen, da die Beratungen mit den Dornin vns noch nicht beendet sind und außerdem der Bericht der Militärkontrollkommission noch aussteht den man erst gegen Mitte Februar erwartet Gleichzeitig wird in politischen Kreisen dre Mög­lichkeit eines Dreimächteabkommens zwischen England. Frankreich und Deutschland erwogen, aber hier handelt es sich nicht um amtliche Schritte. Es wird darauf hingewiesen, datz die deutsche Befürchtung, die Lösung der Sicherheitsfrage würde aus Kosten Deutschlands erfolgen, unbegründet fei. Fn diesem Zusammenhang müsse aber betont werden, «datz die maßgebende englische Auffassung der durch die Richträumung Kölns geschnf- senen Lage unverändert sei. Die Richträumung Kölns stünde in keinem Zusammenhang mit der Frage der Räumung des Ruhrgebiets.

Die Opiumkonferenz.

Gens, 20. Fan. (SH.) Die zweite Opium- kvnferenz wurde von dem dänischen Gesandten

tn Berlin, Zahle, eröffnet, aiirrer oen neuen Delegierten bemerkte man Lord Robert Cecil, den französischen Kolonialminister Deladier und den bekannten holländischen Rechtsgelehrten Loudon. Deutschland war durch den Minister a. D. von Eckhardt und den Genfer General­konsul Asch mann vertreten. Lord R.bert Cecll erlläcte, die englische Regierung verpflichte sich, innerhalb von 15 Fahren daS Opiumrau» chen in den englisehen Kolonien in Asien völlig abzuschaffen. Deladier er­klärte, Frankreich sei bereit, für Indochina dieselbe Verpflichtung zu übernehmen. Amerikas Europapolitik Opposition im Auswärtigen Ausschutz

gegen die Pariser Abmachungen.

Reuyork. 19. 3an. (Kabeldrcnst der SIL) Der auswärtige Ausschutz totrö am Mittwoch eine von Johnson eingebrachte Resolution beraten, die über die von Klllog, Logan und Herrick auf der Pariser Finanzmini st erkonse- renz getroffenen Abkommen Aufilärung ver­langt. Die Resolution stellt die Frage, ob die Vereinigten Staaten die Abmachungen anerkennen und ob sie verpflichtet seien, mit den europäischen Mächten gemeinsam gegen Deutschland vorzugehen. Dorah hat fernen Plan, eine ähnlich lautende Resolution einzubringen, fallen lassen. 3n Kongreßkreisen erwartet man, daß die Europapolitik ausgervllt wird. Vielfach wird angenommen, daß die Debatte für Äellog unangenehm werden könnte.

Die Wühlarbeit Johnsons und seiner An­hänger gegen die Beteiligung Amerikas an den Pariser Abmachungen veranlaßte den Staats­sekretär HugheS zu einer Erklärung, in der er feststellte, daß Amerika an der Pariser Kon­ferenz zum Schutze seiner Interessen teilnehmen mußte. Die Beteiligung bedeute keine Verletzung der bestehenden Verträge und auch nicht die Anerkennung von Sank­tionen oder ähnlichen Matznahmen. Die Teil­nahme der Vereinigten Staaten beziehe sich aus­schließlich auf den Dawesplan. Die ameri­kanischere Rechte aus anderen Verträgen blieben völlig unberührt. Amerika behalte sich seine frühere volle Handlungsfreiheit vor und habe weder eine gesetzliche noch morallsche Verantwortung übernommen.

Trotzkis Ende.

Eine Sinolvjew°Ncde.

Paris, 19. 3an. (S. H.) Reuter meldet aus Moskau, daß der Zentralausschuß der Kommu­nistischen Partei im Verlaufe seiner vorgestrigen Sitzung nach Verlesung eines Briefes von Trotzki, in dem die'er erklärt, zu seiner Recht­fertigung vor dem Llusschuh zu erscheinen, sol- gende Beschlüsse gefaßt:

1. Trotzki wird aufgefordert, sich der Parteidifziplin nicht nur mit Worten, sondern auch tatsächlich zu beugen.

2. Da die Führung der Armee auf der Autorität der Kommunistischen Partei beruhen mutz, erachtet der Ausschuß, daß Trotzki seines A m t e S z u e n t h e b e n ist. Seine spätere Ver­wendung in dem revolutionären Kriegsausschuß wird als unmöglich angesehen.

3. Di« Frage einer späteren Mitarbeit Trotzkis im ZentralauSschuß wird vor­läufig zurÜSgestellt und auf dem nächsten Kon­greß der Partei geregelt werden. Für den Fall einer Richtausführung der Beschlüsse der Partei sieht der Parteiausschutz sich veranlaßt, Trotzki die Beteiligung an den Arbeiten des Zentral- auSfchusses zu verweigern.

4. Der Fall wird alS erledigt an­gesehen.

Die Entschließung des Zentralkomitees stellt weiter fest, daß eine eiserne Disziplin die Gewähr für den Erfolg der kom­munistischen Partei gebildet habe. Diese Disziplin zwinge die Partei, den Angriffen Trotz­kis ein Zull zu setzen. Weiter besagt die Ent- schliehung, daß Trotzki bei allen Diskussionen, zu denen er stets Anlaß gegeben habe, als Wort­führer der Kleinbourgeosie aufgetreten sei. Seine Beurteilung der Rolle, die die Bauern wahrend der Revolution gespielt hätten, wäre besonders gesährlich, da die Partei bestrebt fei. einen Kon­takt zwischen der Industrie und den Bauern her- zustellen. Die Haltung Trotzkis, so heißt es weiter, untergrabe das Vertrauen der Dauern in die Politik der Arbeiter- und Dauernregierung.

Diese Entschließung des Zentralausschusses ist wohl in der Hauptsache auf die Machen­schaften Sinowjews zurückzuführen, denn in einer feiner großen Reben, zu denen sich Sinowjew stets hingerissen fühlt, wenn cs sich um die Rettung oder die Verteidigung eng- bolschewistischer Dogmen handelt, zählte der Vor­sitzende der III. Internationale und maßgeben­des Vorstandsmitglied der Auhlandisch«, kommu­nistischen Partei die Folgen auf, die einen S i e g der Theorien Trotzkis gekrönt hätten. Hin die jetzt auch sowjetamtlich bekannt gegebene Kaltstellung des Organisators der Roten Armee in vollem Ilmfange zu verstehen, ver­lohnt sich, jene das Varteidirektorium bedrohen­den Folgen kurz wieberzugeben.

Erstens, erftärte Sinowjew, wäre die Kom­munistisch; Partei von der De.Wallung des Lan­des zurückgedrängt, zweitens würde die Wirt­schaft der Sowjetunion nicht von verantwort­lichen Bolschewisten, sondern von unver­antwortlichen Fachleuten geführt wer­den, drittens würde die Rote Armee zu anti- bolschewistischen Zwecken verwandt werden, da Trotzki in den Zeiten des Bürgerkriegs und der Abwehr der Interventionen nicht als Partei­mann, sondern als willkürlicher SolLschsrrscher ausgetreten sei, viertens stä.ide die Dauernschaft abseits, fünftens müßten die Hoffnungen aus die Weltrev^lution auf die lange Back gesch'ben werden, sechstens, siebtens, ahtens ... Das Ende fei nicht abzusehen. In Wirklichkeit aber han­delte es sich darum, datz Trotzki die Demo­kratisierung einmal der Partei und dann des Sowjetapparates forte-tc, de Los­lösung der Partei von der Wirtschaft deS Lcwües so, daß nicht Partn-, sondern StaatSintcr- essen vvr^erschen.

Ein weiterer Punkt ist die Geringschätzung, mit der er die Chancen einer Weltrevolution für die nächsten Fahre bedenkt, während das Parteidirektorium unter Sinowjews Leitung auf dem Standpunkt steht, daß gerade jetzt die Zeit gekommen sei, dem Imperialismus und Kapi­talismus entschieden entgegensutreten. Solange

nicht festgestellt war. wann üte Anhängerscha-si Trovkis in der Partei selbst mundtot gemacht werden kann, äußerte sich der Kampf gegen ihn halb so scharf als heute, wo es den gewiegtesten Theoretikern und Propagandisten des Direkto­riums gelungen ist, einen Keil zwischen Trotzki und die Bauernschaft wenigstens theoretisch zu treiben (in praxi glaubt der russische Dauer weder dem einen noch dem anderen). Trotzki urnerfchähe die überragende Rolle der Bauern­schaft in der Revolution, ja er sei ein Feind und Hasser des russischen Mushik. Könne da die Bauernschaft von ihm etwas erwarten? Doch sicherlich nicht.

So wurde int Laufe von anderthalb Fahren die Kampagne gegen Trotzki allmählich in das Land getragen und aus einer doktrinären Par­teidiskussion ist eine Staatsaktion gewor­den. Trotzki ist seiner Aeniter enthoben und auch die Frage seiner späteren Beteiligung an den Parteiarbeiten ist zunächst zurückgestellt. Heber sein Schicksal entscheidet der nächste Par- teuongreß. 3m übrigen hat er sich den Sinow- jewschen Anordnungen zu fügen. Man darf erwarten, daß Trotzki nicht mehr allzu lange schweigt, er müßte denn an einerschweren Krankheit" sterben.

Aus aller Welt.

Wohnstätten G. m. b. H. Trianon- Film.

Mit den Finanzgeschäften Zwisten der De r - filier W o h nstä t t en -G. m. b. H. und der Trianon-Film A G., welch letztere durch Vermittlung einiger Beamten aus öffentlichen Mitteln bet Wohnställen A G. einen Kvo'nl von 3* 2 Millionen Mark erhallen hatte, beschäftigt sich nunmehr auch die Staatsanwaltschaft. Die Trianongesellschaft. die mit diesen Geldern in Rom und anderen Städten Filme drehte, scheint fernen besonderen Erfolg gehabt zu haben und wurde unter G schäftsaussicht gestellt. Die beiden Beamten, Regierungsrat Brettschneider und Mi­nisterialrat Dr. Glaß sowie der abgebaute Re­gierungsrar Dr. Wenzel wurden zusammen mit ! den Direktoren der Triandn-Gefellfchast David > und Ignaz Schratter, die vor einiger Zeit aus I dem Osten nach Berlin zugewandert sind, verhört. I Gleichzeitig lieh die Staatsanwaltschaft durch Kri- | minalbeamte in den Wohnungen der Verhafteten und in den entsprechenden Geschäftsräumen Haussuchungen vornehmen, dessen Material zum Seil noch in der Rächt zu eingehender Ver­nehmung diente. Da keine Verdunkäungsgefahr vorliegt, werden die Herren wieder nach Haufe entlassen. Die Ermittlungen, insbesondere die genaue Rachprüfung des beschlagnahmten Ma­terials, wird jedoch fortgesetzt und sott mit größter Beschleunigung durchgeführt werden.

Autvunsall.

Der in der Kasseler Drogengroßhandlung tätige Kaufmann 3 a e ck c 1 stürmte auf der Rück­kehr von einer Geschäftsreise nach Göttingen mit seinem Auto tn der Rächt zum Sonntag, als er in der Dunkelheit bei Lairdwehr Hagen die Hauptstraße verlor, in voller Fahrt eine An­höhe hinunter. Der Kaufmann und der Chauffeur wurden herausgeschleudert und so schwer verletzt, dah der Tod auf der Stelle e i n t r a L Erst am frühen Morgen fanden Wanderer das stark Geschädigte Auto und die Leichen der Ver­unglückten.

SchlssSzusmnmenstöße.

Beim Elbfeuerschiff 3 stieß dar von Reuhvrk kommende Dampfer.Deutschland" mit dem nach Bombay ausgehenden Bremer Dampfer Wi ldenfels" zusammen. Bei dem Zusam­menstoß verlor der DampferDeutschland" Anker und Kette, währendW ldenfels" mit Wasser im Vvrschifs und einer Bugbeschädigung in den Hafen zunickkehren mußte Gleichfalls beim Cld- euerschiff 3 stießen der dänische DampferAlf" und der englische DampferChevington" zusam­men. Beide Schiffe erlitten Deschäd.gungen. Fn der Rordsee stieß der dänische SchonerAlbert Mau" mit dem englischen DampferHetton" zusammen. Der Schoner muhte mit seiner Mann- chaft an Bord von dem Hamburger Schlepper HermeS" nach Cuxhafen eingefchleppt werden.

Flugzeugabsturz.

Ein Flugzeug der Flugreederei Mag­deburg ist auf Dem Flugplatz Krakauer Anger während einer Schulrunde im Gleit lug aus etwa 50 Meter Höhe auS unbekannter Hrsache abge­kürzt. Die beiden Insassen, Fluglehrer Georg Hans und Flugschüler Rudolf Rüdiger, Student aus Weihen, sind tot.

Derbrecherjagb.

Am 13. Dezember 1924 entsprang aus der Strafanstalt Bruchsal der 31 Fahre alte Korbmacher und Chauffeur Josef Weingärt- n e r aus Bischofsheim, der wegen schweren Raubes noch mehrere Fahre Zuchthaus zu ver- bühen hatte. Der Kriminalpolizei gelang es erst etzt, daS Versteck des Flüchtigen ausfindig zu machen, so daß er am vergangenen Samstag mit < einem Bruder, einem Freunde namenö Hoffmann i und einer Frauensperson in einem Haus in der i Mittelstrahe in Mannheim verhaftet werden l konnte. Kurz vor der Polizeiwache in der Lange- i trage riß Wein gärtner aus. Da er auf wieder- ; holten Anruf der Beamten nicht stehen blieb, I gaben Öiefe mehrere Schüsse auf ihn ab, durch die er so schwer verletzt wurde, dah et kurz nach einer Einlieferung in das Krankenhaus an innerer Verblutung verstarb. Seine Kvm- pli en wurden in das AmtsgerichtSgefängnis ein» geliefert.

Autoverbot im Kanton Graubünden.

Der Kanton Graubünden hat sich in der ( Volksabstimmung am Sonntag für ein völliges Autoverbot im ganzen Kanton 1 ausgesprochen. Es soll nur den staatlichen Per- ' sonenautos der Zugang nach dem Kanton ge- stattet werden. Durch das Verbot wird befon- dets der Kurort Engadin betroffen. Man , hofft nun, daß es nach Annahme deS neuen 1 AutogesetzeL für die Schwei; gelingt, eine Locke- 1 rang des gesetzlichen Autoverbots zu erreichen. j Königin Maria Sophia von Deopel f.

Die Königin Mariä Sophia von l Reapel, die Witwe des Königs Franz H. t von Rcapel. ist im 84. Lebensjahre in Mün- chen im PalaiS bet Herzogin Karl Theodor i g e st o rb en. -

Wettervoraussage.

Denig Aenderrmg der herrfchendan Witte­rung

Aus Stadt uns Land.

Gießen, den 20. Fan. 1925.

Einiges über die Verhütung der Erkältungskrankheiten.

Wenn graue Wolken die sonst so klare Winterfonne verbergen und der Fuß durch Strahenschmutz und kleine Tümpel watet, anstatt dah Wintersport alt und jung erfreut, stellen sich hie und da leicht gesundheitliche Störungen ein, die als Erkältungskrankheiten zusammmen- gefaßt werden: Schnupfen, Husten, Halsfchmerzen, wer zu Rheumatismus n?lgt, wird von ziehenden Schmerzen geplagt: meist hört man auch von Bronchial kalarrhen mit grippeartigen Erschei­nungen, die sich eben bemerkbar machen, ohne daß man von eigentlichen Grippeerkrankungen in gehäuslerem Auftreten sprechen könnte.

Für all diese Erkältungskrankheiten ist jetzt so recht die Zeit des Erscheinens, und eS sei deshalb einmal hervorgehoben, daß und in welcher Weise man sich vor diesen Hnannehrnlich- feiten schützen kann.

Die für die Erkältungskrankheiten so bedeut­same AMHlung des Körp?rs kommt so zustande dah etwa in der Kleidung aufgesogene, be­ziehungsweise durch sie bis auf den Körper hindurchgetretene Feuchtigkett wieder verdunstet und dabei dem Körper beträchtliche Wärme­mengen entzogen werden. Besonders der Durch­feuchtung ausgesetzt sind Führ, Sti-ümpfe und Schuhe. Man hüte sich also vor nassen Fühen'. Gutes Schuhwerk ist bei Bodennässe unentbehr lich. wenn man sich vor Erkältung schützen will'. Sind aber Schuhe und Strumpfe doch feucht ge­worden, so ziehe man sie sofort beim Rachhause- kommen aus, reibe die Füße vollkommen trocken und ziehe dann frische Strümpfe und bequem sitzende Schuhe über. DaS feucht gewordene Schuhwerl stopfe man mit Zettungspaplet fest aus, welches die Feuchttgkeit aus dem Leder zieht.

Da die Gefahr der Heberheizung der be­wohnten Räume bei bet jetzigen Witterung be­sonders groß ist, achte man auf die in den Zim- I m.ern herrschende Temperatur und versäume nicht, osters frische Luft zuzuführen.

Bekanntlich reagieren die Menschen ver­schieben stark auf Abkühlung. Ein vorzügllches Mittel, um die Folgen kleinerer Semperatur- schwankungen abzuwehren, besteht in einer syste­matisch durchgesührten Abhärtung des ganzer Körpers, d. h. in einer Stärkung der Aoweyr- voriichtungen. vornehmlich der in der Haut ge­legenen. Es wäre allerdings verfehlt, wenn man im Winter mit solchenAohärtungsmahnahmen" erst beginnen wollte.

Ter zweite wichtige Ratschlag basiert aus der Tatsache, dah wir es auch bei den Erkäl­tungskrankheiten in der Regel mit übertrag­baren Krankheiten zu tun haben. Wenn wir auch die Ratur der Erreger im einzelnen noch nicht kennen, so wissen wir doch, daß sie sich in den Absonderungen der erkrankten Schleimhäute massenhaft finden. Man Hute sich also, mit kranb heitsverdächtigen Personen in nahe Berührung zu kommen: denn beim Sprechen. Riesen, Husten, Spucken ist die Ansteckungsgefahr besonder- groß, wenn hierbei mit Krankheitskeftnen beladene Tröpfchen fir den Mund, oder tn die Umgebung des Munde- und der Rase von Gesunden ge^ langen. 3m übrigen ist eS die Pflicht erfaltungs- kranker Personen, durch Vorhalten deS Tatchen- tuchs, des Handrückens, W^drehen de- Kopfes usw. ihre Mitmenschen möglichst vor Ansteckung zu bewahren. Wenn auch der Wert von Spü­lungen des Mundes mit desinfizierenden Flüssig­keiten zum Schuh vor Ansteckung gering Ist, so schade! immerhin häufiges Ausspülen mit Wasser­stoffsuperoxyd- oder Kaliumpermanganat- Lösun­gen sicherlich nichts. Tr. Sch.

Gteszencr Wochenmarktvreise

am 20. Januar. (Händlerpreise.)

Es kosteten auf dem heutigen Wochemnark: das Pfund: Butter 170 bis 180, Matte 35, Käse 65 bis 70. Wirsing 15, Weißkraut 10. Rot­kraut 20, gelbe Rüben 12, rote Rüben 12, Spinat 50, Unter-Kohlrabi 10, Grünkohl 20. Rosenkohl 60, Feldsalat 100, Zwiebeln 15, Meerrettich 40 bis 100, Schwarzwurzeln 70, Kartoffeln 5. Aw- 10 bis 15, Dirnen 10, Russe 80, Endivien 100 Pf. das Stück: Eier 17, Blumenkohl 120 bis 180 Lauch 5 bis 15, Sellerie 10 bis 60 Pf.

Vornotizen.

Lageskalender für Dienstag. Stadttheater: 7Vs Uhr:Unsere Reine Frau",

Oberhessische Gesellschaft für Ratur- und Heilkunde Frettaa abend Vortrag von Prof. Dr. K l u t e. (Siehe Anzeige)

Die Gießener T h eo l og e n f cha ft veranstallel am Donnerstagabend Im Hörsaal 44 der Univerfität einen Dortrag von Prof. 2k, Emil Drunner- Zürich. DähereS im An zeigenteiL

V. H C. Donnerstagabend Llchtbildervvr- trag über die Hochvogefen. (Siehe Anzeige. 1

Gras Hermann Keyserling in Gießen. Der Literarischen Gesellschaft und bei Gießener Theologenschaft ist es gelungen, den Grafen Hermann Keyserling für einen Dortvag in Gießen zu gewinnen Graf Keyserling wird überGeschichte als Tragödie" am 2. Februar in der Reuen Aula sprechen. DLheres bringen die Anzeigen.

G Förderung de- Wohnungs­baues in Hessen. Wie wir hören, hofft man zur Förderung deS Wohnungsbaues in Hessen im 3ahre 1925 einen Staatskoedtt von 5 bis 6 Millionen Mark bereitstcllen zu tonnen.

O Schul- und Fabrikbäder. Dic GefundheitSabteikung deS Ministeriums deS In­nern hat, wie wir erfahren, durch Rundschreiben den KreisgefundheitSämtern empfohlen, ihre Auf­merksamkeit erneut auf d e Pflege der Volksge­sundheit durch die Schaffung bzw. Wiederein- richtung von Schul- und Fabrikbädern zu richten

* In den Ruhe st and versetzt tourbt der Kreisarzt bet dem Kreisgesundheitsamt Op. penheim Dr. Hermann St igel! in Oppenheim auf fein Aack^uchen mit Wirkung vom 1. Februar 1925.

** Oberhefsifcher Sängerverband Unter der Leitung des Dundesvorsitzenden, Rek­tor D. Müller-Gießen, hielt der Oberhessischc Sängerverband am Sonntag seinen Sänaerrag Im Gasthof zum Löwen in Leihgestern ab. Die Verhandlungen drehten sich hauptsächlich um ge­schäftliche Angelegenheiten. An größeren Ver­anstaltungen wurden beschlossen: Gin großes volkstümliches Konzert tn der Aula der Uni­versität zu Gießen und eine Sängerfahrt fmti Familien) nach dem Schisfenberg. Ein zwttter