Ausgabe 
19.11.1925
 
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Nr. 271 Drittes Blatt

Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhefsen) Donnerstag, 19. November 1925

Wirtschaft.

*2ieGeldbewegung bei derReichs- fjaupt taffe im Oktober 1 925. Den gesam­ten Einzahlungen m Höhe von 749 913 049 Rm. stehen Auszahlungen mit 708 592 871 Rm. gegen- ilber. Es ergibt |id) demnach ein Ueberschuß von 41320 178 Rm. für den Monat Oktober d. 3. In der Zeit April-Oktober 1923 betrugen die Einzah lungen 4 384 480 280 Rm., die Auszahlungen 4 458188 087 Rm.. so daß für diese Zeit ein Zu­schuß von 73 707 807 Rm. besteht. Der Stand Ser schwebenden Schuld per 31. Oktober d. I. beläuft sich aus 18 631 200 Rm., als Zahlungsverpflichtungen aus Schatzanweisungen und Schatzwechseln und 55 770000 Rm. als Sicherheitsleistungen mit Schatzanweisungen und Schatzwechseln, zusammen also auf 74 401 200 Rm.

Fortdauer des Lohnlampsee in der chemischen Industrie. Die Tarifkom- Mission der in der chemischen Industrie vertre­tenen Gewerkschaften und der Arbeitgeberverband der chemischen Industrie haben der Schieds- spruch der Schlichtungskammer im Reichsarbeits­ministerium, der eine Erhöhung des Lohnes um 2 Pf. für die Stunde vorsah, abgelehnt. Der Lohnkampf geht zunächst weiter.

* Effektengiroverkehr in Frank­furt a7M. Wie die Frankfurter Bank mitteilt, beginnt der Effektengiroverkehr in Frankfurt a. M. am 1. Dezember d. I. Born 20. November ab kann bie Einreichung der für diesen Verkehr zunächst vorgesehenen Effekten stattfinden. Die Einbeziehung weiterer Aktiengattungen in den Effektengirooer- feljr wird in allernächster Zeit folgen. Wie die Bank ferner mitteilt, wird die sünfprozentige Kriegs­anleihe wegen des bevorstehenden Umtausches nicht in den Effektengirooerkehr einbezogen.

* Fusion im Miag-Konzern. In der Aufsichtsratssitzung der Vorstände und Aufsichts­räte der zum Miag-Konzern gehörigen Mühlenbau A.-G., 'Amme Giesecke & Sonegen A.-G. (Braun­schweig), Luther (Braunschweig). Seck (Dresden), Greffenius (Frankfurt a. M.), Kappler (Berlin), ist her Antrag der Vorstände dieser Gesellschaften auf volle Fusion mit der Miag zur Erörterung gelangt und angesichts der allseits als notwendig erkannten Rationalisierung durch Konzentration aller techni­schen und finanziellen Mittel einstimmig angenom­men worden.

' Reue Einschränkungen tu der R u h r i u du st rie. Die Gute-Hosfnungshütte in Oberhausen muß infolge der bereits berich­teten Feierschichten und Einschränkungen in den Walzwerken nunmehr 500 Arbeitern kündigen. Die Maschinenfabrik Daum 21. G., die dem Rhei­nischen Stahlwerk nahesteht, hat zum 1. Ianuar 1926 dem größeren Teil ihrer Angestellten gekün­digt. Es handelt sich dabei hauptsächlich um eine Präser.i v-Maßnahme, für den Fall, daß sich die wirtschaftlichen Verhältnisse weiter ver­schlechtern sollten. Die Zeche Emscher-Lippe nimmt den Abbarl von zirka 300 Arbeitern von. Die Zechen .Fröhliche Morgensonne", Westenfeld" und die Schächte Zentrum 25 Wattenscheid der Rheinstahl 21. G. sollen ab 31. Dezember stillgelegt werden. Die Aplabecker- hütte wird ihren Betrieb bis zum gleichen Der­min ebenfalls gänzlich stillegen.

* Auslandausrrag für d i e Gör - litzer Waggonfabrik. Die Waggon- und Maschinenbau-A.-G. in Görlitz hat aus Tleber- see einen großen Auftrag zur Lieferung von Spezialgüterwagen großen Fassungsvermögens erhalten: es handelt sich um Fahrzeuge eigener Konstruktion, die in gleicher Ausführung be­reits früher von der Wumag geliefert worden lind und sich im praktischen Gebrauch vorzüglich bewährt haben.

Berliner Börse

(Eigenel Drahtbcrtch: des(S.cßene: Anzeigers".)

Berlin, 17. Nov. Während angesichts der Klärung der außenpolitischen Lage durch die Bri- andjchen Noten noch vorbörslich eine etwas freund­lichere otimmung geherrscht hatte, war der Beginn des offiziellen Verkehrs recht matt gestammt. Man befürchtet, daß aus der Ablehnung des Vertrages von Locarno durch die Deutschnationalen inner- politische Komplikationen entstehen. Auch die Schwierigkeiten der französischen Negierung bei ihren Versuchen, die Finanz­frage zu lösen, werden aufmerksam beachtet, weil ein weiteres Sinken des Frankens dazu beiträgt, die deutsche Wirtschaft noch schwierigeren gestalten. Die Ausführungen des Geheimrats B o r s i g , sowie der bekanntgewordene Abschluß von Schwarzkopf icheinen ebenfalls nicht geeignet, irgendwelche Be­lebung herbeizuführen. Schließlich drückte jid) in her heutigen schwachen Börse stimmungsmätzig die Enttäuschung darüber aus, daß der gestrige Versuch, eine Belebung herbeizuführen, so schnell gescheitert ist, und daß die Abgaben am Kassarnarkte immer noch kein Ende finden. Die führenden Werte verloren 1 bis 2 Prozent, während für einen Teil der Schwankungskurse wieder keine Erstnotierun­gen zustande kamen. Heimische Renten lagen ebenfalls schwach. Von ausländischen Ren­ten hatten Ungarn lebhafteres Geschäft bei un­einheitlicher Tendenz. Das Ergebnis der Prager Schuldenverhandlungen läßt bekanntlich manche Fragen offen und wird daher ganz verschieden be­urteilt Tagesgeld war weiter leicht und reichlich angeboten, für erste Adressen schon zu 61 Prozent, im übrigen stellte sich der Satz auf 7 bis 8 Prozent. Im Devisenverkehr waren Paris und Mai­land leicht abgeschwächt. Die Reichsmark stellte sich in London auf 20,354, Amsterdam 59,141.

Frankfurter Abendbörse.

Frankfurt a. M., 17. Rov. Die Abend- börse verlief bei lustlosem Geschäft in unver­ändert schwacher Haltung. Der 2lbgabedruck ist jedoch zum Stillstand gekommen: die Rückgänge waren ganz geringfügig, die Umsätze belanglos. Anleihen gaben im freien Verkehr auf 0,195 nach. Chemische Werte waren vernachlässigt. Die Abendbörse schloß ruhig zu gehaltenen Kursen. Deutsche Anleihen: bprozentige Reichsanlcihe 0,197. Ausländische Renten: 4,bprozentige Un­garn von 1924 10,3, bprozentige Goldmexikaner 13, bprozentige Silbermexikaner 19, 3prozentige Mexikaner 13,1. Bankaktien: Commerzbank 93,75 Darmstädter Bank 103,50 (Ultimo), Deutsche Bank 103,25, Dresdner Dank 100 (Ultimo), Mitteldeutsche Creditbank 89,50, Reichsbank 132, Oesterreichische Creditaktien 6,50. Montan- aktien: Harpener 97 (Ultimo), Mannesmann 57 (Tlltimo), Phönix 62,5, Kali Aschersleben 99,50. Schiffahrtsaktien. Rordd. Lloyd 73,25. Industrie- aftien: AEG. 90, Bingwerke 33, Elektrisch Licht und Kraft 89,87, Inag 0,35, Holzverkohlung 43,12, Dayh & Freytag 62.

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Berliner HanbelSaesellichast iLommcr;- und Pnvat-Bcmk Dannsi. und Nanonalbank Deutsche Bank Deutsche BercinSbank .... Disconto Lommandit . . Mctallbank Mitteldeutsche Kreditbank . . L.este:.elchlsch: Lrcditanstalt Weltbank .......

Bochumer Guß BuderuS Caro Deutsch-Luxemburg .... ^elsenttrchener Berawerik .

Harpener Bergbau Kaliwerke Äschersieden.... Naliwerk toeiteregeüt. . . .. Laurahütte Oberbedarf Phönir Bergbau Rheimiabl ..... . . .,

Riebeck Btontan ....... Tellus vergbau Hamburg-Ämerila Pakei. . . Norddeutscher Llovd

Cheramtsche Werke älbtn . . Zementwerk Heibclbera . . . Philipp HoUniunn .....

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Badische Anilin > Chemische Maner Alapin . .

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«llg. Elektrizitäts-Gesellschaft Berpmann .........

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Adlerwerke Kleber Daimler Motoren Hebligenstaedr.........

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Motorenwerke Mannheim .

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Metallgelell chast ffranffurt. Pet. Union Ä.-G- ....

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Telegraphische Auszahlung.

16 Novbr.

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Geld

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Banknote

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Berlin, 17 Novbr

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Belgische Noten ......

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Dänische Noten .......

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Holländische Noten .....

Stcficnifrte Noten......

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Norwegische Noten. ....

85,34

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Teuisch-s7estcrr, 5100 Kronen

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59,25

Rumäni'che Noten......

Schwebiiche Noten.....

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Schweizer Noten ......

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81.05

Spanische Noten ......

59.38

59 68

Tschechoslowakische Noten . .

12.385

12.44.5

Unaarischc Noten

5,81

Frankfurter Getreidebörse.

(Eigener Drahtbericht desGießener Anzeigers".)

Frankfurt a. M., 17. Rov. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 23.25, Roggen, in­ländischer, 17.50, Sommergerste für Brauzwecke 21.50 bis 23.50, Hafer, inländischer, 18.50 bis 21, Mais (gelb) 18.75 bis 19, Weizenmehl, in­ländisches, Spezial 0, 38.50 bis 38.75, Roggen­mehl 24.50 bis 24.75, Weizenkleie 10. Roggen­kleie 10.25. Tendenz: Stetig.

Berliner Produktenbörse.

Berlin, 17. Rov. Anfänglicher Festigkeit in Amerika folgte gestern ein Rückgang auch in Berlin. Im Verein mit weniger dringlicheren Fragen folgte heute eine ruhigere Tendenz. In Weizen bleibt das Angebot nicht allzil groß, doch sind die Forderungen teilweise ermäßigt. Das Rivean ging hier um 1,50 Mark zurück. Auch Roggen konnte feine, letzte Preislage nicht behaupten. Hierbei scheint es sich aber nur um eine Reaktion auf die gestrige scharfe Hausse zu handeln. Immerhin nahmen die ersten amtlichen Rotierungen nicht den Umfang einer Abschwä­chung an. wie sie am Vormittag geschäht wurde. Roggen begann für Dezember mit 164, 2Rärz mit 176,50 und Mais mit 179,50. Gerste ruhig, Hafer wenig nachgiebig, Mehl nach leichtem Einsatz sehr lebhaft. Futterarttkel ohne größere Ver­änderungen. Es wurden notiert für 1000 Kilo: Weizen, märt 228 bis 230, do Dez. 244 bis 242,50. do. März 247,50 bis 247, do. Mai 251, Roggen, mark. 142 bis 145, do. Dez. 164 bis 162,50. do. März 176,50 bis 174, do. Mai 179,50 bis 177, Gerste, mark. 184 bis 208, Futtergerste 148 bis 160, Hafer, märt. 163 bis 175, do. Dez. 178,50 bis 178, do. März 183, Mais, loko Berlin

Schach-Ecke.

Bear bettel von W Orbach.

Alle für die -Redaktion bestimmten Mittei­lungen, Lösungen usw. sind »u richten an die Schachredattion desGießener Anzeigers".

Problem Nr. 37.

Von K. Grabowski.

Mit dem ersten Preise ausgezeichnet im Turnier desReuen Illustrierten Blattes" 1900.

Schwarz.

a b c d e » 2 h

a b c d c r g n Weiß.

Weiß zieht an und setzt in drei Zügen matt.

8

8

6

6

3

Weih. 7 Steine. Kh 1, Dh2, Ld2, Sc7, Ba2, Bb3, Bgti. Schwarz: 3 Steine. Ke4, Sa3, Sgl.

Partie Nr. 28.

in

oder

des

5. Lc8 - f5

6. Sb8d7

7. DdSxdT

Damengambits, ist die Annahme desselben immer schlecht.

a2 - 34 Sf3-e5 Se5Xd7 f2 f3.'

l. d7-d5

2. c7-c6

3. Sg8-

4. d5xc4

in anderen Varianten

Damengambit.

Weiß: Riemzowitsch. Schwarz: Sämisch.

1. d2-d4

2. c2c4

3. Sgl -f3

4. Sblc3 Ob hier,

Die nachfolgende lehrreiche Partie wurde der elften Runde des internationalen Schach­

meisterturniers zu Marienbach am 2. Iuni 1925 gespielt.

5.

6.

7.

8.

Man sieht, daß das Rehmen des Dauern c4 ein Fehler war: denn Schwarz kann die Be­setzung des Zentrum durch d2d4 nicht ver­hindern, wodurch er die schlechtere Position erhält. 8 8. St6-d5?

Durch diesen schwachen Zug verstärkt Schwarz das weihe Zentrum noch mehr: besser war g6 nebst Lg7 usw.

9. e2-c4 9. Sd5xc3

10. b2Xc3 10. Lf5-e6

11. 34-35

ilm den Damenflüg«! lohnt zu legen.

11.....

11. g7-bo

12. Ddl - a4

13. Lflxc4

14. Da4xc4

15. Tal-bl

16. 0-0

17. f3 f4!

18. f4-f5

19. Leie3

20. Tfl-f3

21. Tf3xf5

22. Tf5xa5

23. Tbl f 1

24. Le3-cl Schwarz

12. Lf8-g7

13. Le6-c4

14. 0-0

15. Dd7-c7

16. b7-b6

17. b6xa5

18. Dc7-d7

19. Kg8-h8

20. g6xf5

21. e7-e6

22. Tf8-g8

23. f7-

24. Lg7-f8?

in gedrückter Stellung sowie in

Zettbedrängnts, begeht zwei Fehler, welche sofort

zum Verlust der Paritc führen. Aus die Sauen war die Partie natürlich fonnefo nicht zu halten. 25. fflxto 25. Dd7-g7?

26. Dc4-fl Aufgcgeben

Die Drohung Tg5 oder die Fortsetzung Th5 nebst Tf7 kann Schwarz schwerlich ver­hindern. Die Partie ist von Riemzowitsch vor­trefflich behandelt worden.

Lösung des Problems Ur. 36

/ von P. Lea Handwvrth.

1. Dh3! Kd l: 2. Dc3 . -b

1 Kf4: 2. Tf5 + -r

1 Ke6: 2. Te4 + -t-

1...... c2: 2. Df5-r*-

1 f4: 2. Td5+4-

1...... e3: 2. De34-4-

Aus der Lchachwelt.

Dom Moskauer Schachturnier.

Von den drei ersten Partien, welche dev Weltmeister Capablanea im internationalen Schachmeisterturnier zu Moskau spielte, gelang es ihm nicht, in einer derselben einen Gewimr zu erzielen, und zwar gegen Dr. Emanuel Lacker, Romanowski) (Rußland), (man sieht somit, welche starke Kanonen unter den jüngeren russischen Meistern zu finden sind), sowie Grün seid (Oesterreich). Das Turnier ist bis jetzt noch nicht weit genug vorwärts gediehen, um sich ein einigermaßen vernünftiges Urteil bilden zu können? Der Spitzenstand nach der vierten war folgendere Rubinstein (Polen) sowie Bogoljubow lRußland) 3' Zähler, Marshall (Amerika), Dr. Tartafower «Oesterreich) sowie Sorte (Mexiko) 3 Zähler, Genevsky (Rußland) 2l/o Zähler sowie eine günstig stehende Hänge­partie. Bogartirtschvi (Rußland) sowie Capa- blanca (Cuba) 2' , Zähler.

Die Narrenkappe.

Splitter und Sparren vom RedakttonSttsch« Deutöner.

Zu dem unter dieser Spihmarke kürzlich gebrachten Scherz schreibt uns Herr Geheimerat Prof. Dr. phil. Dr. jur. h. c. Otto Dehaghel, daß die Zeitschrift des Deutschen Sprachvereins .niemals daran gedacht habe, etwa Automobil durch Zitter- oder Bebewagen, Regisseur durch Spielbold übersehen zu wollen.

Erlebnis im Ballsaal.

Hansen ging mit seiner Frau zu Ball. Un- terwegs glitt er aus, fiel bin und riß sich, ein Loch in die älnausspreaftichen. Madame Hansen beschloß, die Sache in der Garderobe zu heilen. Man schloß die Türen: er ent­ledigte sich der Hosen und sie nähte.

Geräusch vor der Tür, energisches Klopfen: Eine Dame wäre in Ohnmacht gefallen, man müsse schleunigst hereinI Madame Hansen ent^ deckte mit ihren Argusaugen eine kleine Tür hinten und bugsiert ihren Gatten schleunigst hin­aus. Die Dame wird hereingetragen.

Dann Donnergepolter an der kleinen Tür und eine angstbibbernde Stimme: .Marte, Marie, mach' aufl Ich stehe im Dallsaall"

Segen der Aotbrems«.

Der Zug war im Begri.s, abzufahren. Da stieg hastig eine Dame etn u warf sich keuchend auf den Sih einem jungen Mann gegenüber. Gr erhob sich, machte Miene, ihr näherzukommen und sagte:Fräulein

Wagen Sie es, mich zu belästigen ich ziehe sofort die Rotbremsei" Verschüchtert setzte er sich wieder hin.

Indessen sammelte er Mut, nach längerer Zeit dasselbe mit gleichem Ergebnis noch ein­mal zu wagen.

Endlich hielt der Zug. Der Iüngling machte sich zum Aussteigen bereit und sagte:Würden Sie, gnädiges Fräulein, die Güte haben, mir die Tüte mit Erdbeeren zu geben, auf der Sie jetzt zwei Stunden gesessen haben?"

195 bis 200; für 100 Kilo: Weizenmehl 28 bis 32, Roggenmehl 20,75 bis 23, Weizenkleie 11,20 bis 11,30, Roggenkleie 9,20 bis 9,40, Viktoriaerbsen 23 bis 31,50, kleine Speiseerbsen 22 bis 24, Futtererbsen 18 bis 20, Peluschken 16 bis 18, Ackerbohnen 19 bis 22. Wicken 20 bis 25, Lu­pinen, blau 11,50 bis 12,50, Rapskuchen 14 bis 14.20. Leinkuchen 21,20 bis 21,50, Trocken­schnitzel 7,60 bis 7,70, Torfmelasse 9 bis 9,20, Kartoffelflocken 13.40 bis 13.60, Zucker 19,30 bis 19,50.

Düchertijch.

Meyers Historisch-Geographi­scher Kalender für das Jahr 1926. Mit 12 erläuterten Sternkarten, 353 Bildern, vielen Gedenktagen, Sprüchen, Zitaten, einer Jahresüber­sicht und astronomischen Notizen. Als Abreißkalen­der eingerichtet. Preis 4 Mk. Verlag des Biblio­graphischen Instituts in Leipzig. Zum erstenmal seit dem Kriege erscheint der bekannte und beliebte Abreißkalender wieder im alten Umfang und bringt jeden Tag auf besonderem Blatt. Die Ausstattung mit 353 Ansichten geschichtlich und geographisch denkwürdiger Landschaften und Städte, Bildnissen, Darstellungen aus dem Gebiete der Natur-, Kultur-, Literatur- und Kunstgeschichte, der Altertums- und Dölkerkimds ist die bekannte und bewährte. Beson­ders starke Berücksichtigung bei Auswahl der Land­schaftsbilder fanden die entrissenen deutschen Grenz­gebiete und ehemaligen Kolonien. Bei den Be­schreibungen sind überall die neuesten politisch-geo- graphischen Veränderungen berücksichtigt. Als an­schaulich belehrendes Bildungsmittel, namentlich auch für die Jugend, kann der Kalender bestens empfohlen werden. 617

Abraham Düringer, ein Herrn­huter Wirtfchaftsmensch des achtzehnten Iahr- hunderts. Von Herbert Hammer lIm Furche- Verlag, Berlin). Durch das Leben des Mannes, das in diesem Buche geschildert wird, zieht sich wie ein roter Faden ein selten stark ausgeprägter Hang zu mekaphyfi-cher Reflexion, der alles Reale und Rationale in einem irrationalen Rebel zu verhüllen droht. Er ist von einer Sehnsucht nach dem Lieberirdischen erfüllt, von der jede Forderung des Tages mit seinen Pflichten zurück- zuweichen scheint. Gleichwohl hat dieser Mann eine wirtschaftliche Aktivftät entwickelt, die ge­radezu an das Unglaubliche grenzt Das Buch

zeigt, in selten glücklicher Feinfühlungsgabe ge­schrieben, das Wechselspiel und die schließliche UebettDinbung der inneren Hemmungen dieses Mannes durch religiöse Gegenvorstellungen und, auf dieser Grundlage aufbauend, seine Bedeutung für die Herrnhuter Gemeinschaft wie auch für die große, europäische Wirtschaftsgeschichte. Was daS Buch wertvoll macht, ist vor allem feine Entstehung auf dem Grenzgebiet zwischen wirt­schaftlichen und psychologischen Zentren. Es ist ein Stück lebenverbundene Wissenschaft. 134

Backe mitBackin"

dann bist du sicher! Das ist der erste und beste Rat erfahrener Hausfrauen, die auf ihr Backen stolz sind Dr. Oetkers BackpulverBackin hat sich seit über 30 Jahren in Millionen \on Haus laltungen plänzend be­währt. Der Verbrauch ist von diesem Zeitpunkt an ständig gestiegen und steigt auch heute noch. Einen besseren Zuverlässigkeusbeweis gibt es nicht.

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Käse liehen

Zutaten

Teig: 65 g Butter

60 g Zucker

150 g Weizenmehl

1 Ei

2 Teelöffel von Dr. Oet ker's Backpulver Backin

Belag ; i1 Pfd. Quark 200 g Zucker

! Päckchen Dr. Oetkers Vanillin-Zucker

2 Eier d. Wei e zu Schnee geschlagen

75 g Di. Oetkers Oustin 150 g Korinthen Etwas sauren Rahm

Zubereitung: Zuerst bereitet man den Mürbeteig. Ei und Zucker werden mit einem Teil des mit dem Backin gemachten Mehles verrührt. Dann arbeitet man die kalt- bestellte und in Stückchen zerpflückte Butter mit dem Rest des Mehles unter die Masse und fügt nöt genfalls soviel Mehl hinzu, daß sich der Teig ansrollen läßt. Mit dem fertigen Teig belegt man den Boden einer Springform. Den Quark hat man währenddessen auf einem Sieb gut ablaufen lassen, reibt ihn durch ein feines Sieb und ver- rührt ihn sorgfältig mit etwas saurem Rahm zu einer glatten Masse, Dann gibt man nach nnd nach Zucker. Vaniüinzucker, Eidotter, Gustin und Korinthen hinzu und verrührt nochmals gut. zuletzt hebt man vorsichtig den Eiweißschnec unter die steife Quarkmasse, streicht diese auf den Teig und backt den Kuchen bei guter Mittel­hitze zirka 50 Minuten.

Verlangen Sie vollständige Rezeptbfleher kostenlos in den Geschäften, wenn vergriffen, umsonst und portofrei von: Dr. A. Oetker, Bielefeld.

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