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vom 1. bis 15. Oktober: 3. Oktober. Daniel Oechsle. Werführer. 71 Jahre alt. Goethe- straftc 69; 4.. Maria Kürschner, ohne Berus, 24 Jahre alt. Schottstraße 7; 7.. Siegmund Hirsch. Kaufmann. 58 Jahre alt. Südanlage 22; 8.. Sophie Kugelmonn. geb. Reift. Wwe.. 61 Jahre alt, Stephanstrafte 43; 13., Elisabeth Eöchel, 1 Woche alt. Bahnhofstr. 52; 14.. Jakob Gisel. ohne Beruf, 85 Jahre alt. Schühenstr. 9.
•• Ausgezeichnete Iubilare. Aus Anlaft ihres 25jährigen Dienstjubiläums überreichte der Postverein 1906 seinen Mitgliedern Oberpostschafsner Blum. Oberpostschaffner H e t t ch c. Oberpostschaffner Hofmann. Post" assistcnt Io st. Postossistent Rohn, Oberpostschasf- ncr Schöck. Telegr.-Sekretär Wagenbach. Oberpostschaffner Wenzel, Oberpostschafsner Wolf Ehrenurkunden.
" Die Freiwillige Gailsche Feuerwehr hielt am Samstag aus Anlaft ihres 70jährigen Bestehens in der Turnhalle des Turnvereins von 1846 einen Familienabend ab. Zur Verschönerung des Abends trug der mit der Wehr cng verbundene Gesangverein „Heiterleit' durch Bortrag einiger herrlicher Lieder bei. Den Glanzpunkt der Beranstaltung bildete eine von Mitgliedern der Wehr und des Gesangvereins Heiterkeit gegebene Operette, deren musikalischen Teil die Kapelle Weller ausführte. Im Perlouf des Abends wurden die Feuerwehrmänner Berw.-Obersekretär Artur Münch und Hondlungsg'hilfe Wilhelm Fischer seitens der Regierung für 25jährige Dienstzeit ausgezeichnet. Gleichfalls wurde den Wehrmännern Bauinspettor Müller und Hilfsaufseher Karl Balser für 15jährige Dienstzeit seitens der Stadt »ein Diplom überreicht. Der Abend zeigte wieder einmal, daft in der Wehr ein vorzüglicher Deist herrscht.
Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt: 533 Ochsen. 52 Bullen, 1185 Färsen und Kühe, 360 Kälber. 460 Schafe. 4153 Schweine.
Bornotizen.
Tageskalender für Montag. Ausstellung „Mutter und Kind" von 11 Uhr vorm. bis y/2 ilfjr abends Reue Aula; Groher Hörsaal der 'ätniversität: 6 Uhr Dortrag von Frau Dr. Marx. — Deutsche Doltspartei, SVt Uhr, Gewerbehaus: Jahreshauptversammlung. — Raturheilverein. 3 ilbr, Kathol. Dereinshaus: Bortrag. — Schühcnverein, 3 Ahr, „Schützen- Haus": Herbst-Generalversammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die weihe Schwester". — Astoria-Lichtspiele: „Marcco, der Schrei in der Wüste".
— Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Um weiteren Kreisen auch an den Wochentagen den Besuck) der Operettengastspiele zu ermöglichen, werden diese von morgen ab um 7.15 Uhr beginnen, was dadurch ermöglicht wird, daft die Gäste noch Schluß der Vorstellung durch Automobilomnibusse der Reichspost nach Frankfurt a. M. zurückbefördert werden. — Sämtliche Sonntogsvorstellungen, also auch die der Operetten beginnen jedoch um 7 Uhr, und ist darnach die Angabe des Spielbeginns am nächsten Sonntag auf dem Wochenspielplan richtig zu stellen.
— Gesellscha ft f ü r Erd- und Völ- k erkunde. Mittwochabend Lichtbilderportrage: „Aus dem Dorfleben der Kamerunneger". Roheres im Anzeigenteil.
Oberhesfen.
Landkreis Gießen.
ü. Groh en -Duseck. 18. Oft. Zur Fortführung bzw. zur Fertigstellung der begonnenen Reubauten hat, dem Vernehmen nach, die Gemeindeverwaltung für die Bauherren ein gröheres Darlehn aufgenommen. .Um der Wohnungsnot zu steuern, wurde hier in den letzten Jahren viel geleistet. Es sirrd ganz neue Straftenteile entstanden. Die Dau- herren und die Gemeindeverwaltung haben trotz aller Schwierigkeiten es verstanden, stets die erforderliche Energie aufzubringen, und es nunmehr annähernd so weit gebracht, die schlimmste Wohnungsnot zu beseitigen.
ü. Alten-Buseck. 18. Oft. Bei der diesjährigen Gemeinderatswahl wird man mit 2 Wahlvvrschlägen zu rechnen haben. Der allgemeine Wunsch der Bürgerschaft, sich auf einen Wahlvorschlag zu einigen, ist leider nicht in Erfüllung gegangen. — Der Gemeindeverwaltung macht der erforderliche Schulhaus- n eu bau mit W v h n u n g en für die Lehrer grofte Sorgen. Die Geldknappheit und der hohe Zinsendienst lassen d'e Gemeindeverwaltung zur größten Vorsicht mahnen.
ü. Reiskirchen, 18. Oft. An dem Wiederaufbau der vor kurzem abgebrannten Scheune des Rechners PH. Stumpf wird zur Zeit fieberhaft gearbeitet. Vor Eintritt der kälteren Jahreszeit soll die Scheune noch fertiggestellt sein. — Dem Vernehmen nach wird in Kürze ein vierter Lehrer hier stationiert und aufterdem scheint ein Arzt sich niederlassen zu wollen. Passende erstklassige Wohnungs- gelegenheit für den Arzt ist bereits vorhanden und für den Lehrer in oller Kürze fertiggestellt. Im Laufe dieses Jahres erstanden hier, dank der Mithilfe der Gemeindeverwaltung, 11 neue Wohnungen. Bis zum nächsten Frühjahr wird man mit der Fertigstellung weiterer 3 neuen Wohnungen rechnen können. — Bei den Gemeinderatswahlen wird man ’.n diesem Jahre mit 3 Wahlvorschlägen aufwarten.
t Grünberg, 17. Oft. Frau Groh, die alte st e Frau unserer Stadt, ist im Alter von 90 Jahren verstorben. — Im Laufe dieses Jahres lind in Grünberg fünf Wohnhäuser lertiggestcllt und bezogen worden. Im Rohbau lind drei Häuser und ein Doppel-Familienhaus fertiggestellt bezw. werden noch fertiggestellt. Voraussichtlich werden im Baujahr 1926, soweit sich bis jetzt übersehen läßt, fünf Wohnhäuser erbaut, aufterdem ein städtische Familienhaus mit vier Wohnungen. Trotz dieser Äeubauten ist die Wohnungsnot in unserer Stadt nicht behoben, ja, kaum gemildert.
Jftreie Alsfeld.
m. Rieder-Gemünden. 16. Olt. Ein recht grofter Leichenzug, wie ihn unser Dorf wohl selten gesehen hat, bewegte sich heute mittag nach dem Friedhof. Galt es doch, unserem hochverdienten Lehrer Kemmer, der 16 Jahre lang das schwere Amt eines Jugendbildners in unserer Gemeinde versehen hat, die letzte Ehre zu erweisen. Pfarrer Wörrishofer hielt die Gedächtnisrede auf Grund von 2. Kor. 6, 3 und zeichnete den Verstorbenen als einen pflichttreuen. gewissenhaften Lehrer, treusorgenden, liebenden Gatten und Vater. 2m Auftrag des Kreisschulamtes Alsfeld sprach Lehrer Kaufmann- Atzenhain. Kränze legten nieder der Bezirkslehrerverein Ohm-Felda, der Gesangverein, der Kriegerverein, die Gemeindevertretung. der Schulvorstand, die 1. Schulklasse, die Fortbildungsschule, der Reichsbannerverein, der Geflügelzuchtverein Grünberg und Umgegcnb. Verschönert wurde die Feier noch durch Ehöre des Gesangvereins, dessen langjähriger Dirigent der Verstorbene war, und des Bezirkslehrervereins Ohm-Felda. Der Kriegerverein feuerte zum Schluß noch eine Ehrensalve über das offene Grab.
Kreis tyricDbcrfl.
spd. Friedberg, 17. Ott. Das Butz e r u s'sch c Eisenerzwerk im nahen Ober- Rosbach schließt zum 1. Rovember seinen Betrieb. Sämtlichen Arbeitern wurde gekündigt. Die Maßnahme bedeutet für die Belegschaft und auch für die Gemeinde eine schwere wirtschaftliche Schädigung.
_v Bad-Rauheim, 17. Oft. Der Aufmarsch der Parteien und Gruppen zu der Stadtverordneten Wahl wird in der Hauptsache wohl abgeschlossen sein, was damit zusammenhängt, daß als Schlußtermin für die Einreichung der Liften ursprünglich der 17. Oft. bestimmt war. Da nach neuerer Verfügung aber noch bis zum 24. Oft. Wahlvorschläge angenommen werden, ist es nicht ausgeschlossen, daß das eine oder andere Grüppchen, das sonst nicht gut unterkommen konnte, im Lause der nächsten Woche doch noch selbständig vorgeht und eine eigne Liste präsentiert. So ist es noch möglich, daß wir hier zu einem Dutzend von Wahlvorschlägen kommen, zehn sind jetzt schon beschlossene Tatsache. Dor Wochen machte sich erst in einflußreichen Kreisen das Bestreben geltend, die Wahlvorschläge nicht nach politischen, sondern nach wirtschaftlichen und beruflichen Gesichtspunkten zu orientieren, unter der Devise „die Politik gehört nicht aufs Stadthaus". Es waren hauptsächlich die der „Arbeitsgemeinschaft der Mitte" des seitherigen Stadtparlaments nahestehenden Kreise, die die große Liste der Berufsverbände bringen wollten. Rachdem aber der rechte und linke Flügel des jetzigen Stadtverordnetenkollegiums, die Deutschnationalen und die Sozialdemokraten, von vornherein an der politischen Liste festhielten, entschlossen sich nach und nach doch auch die anderen Parteien zu selbständigem Vorgehen, und heute wissen wir, daß alle politischen Gruppen Wahlvorschläge einreichcn. Es folgt nachstehend eine Aufzählung; soweit die Spitzenkandidaten in der Oeffentlichkeit bekannt sind, sind die Ramen in Klammern angegeben. Folgende politischen Listen stehen fest: Kommunisten; Sozialdemokratische Partei (der seitherige Stadtverordnete Röhler); Demokraten (der seitherige Stadtverordnete Apotheker Heß); Zentrum (Konditoreibesiher Müller); Deutsche Dolkspartei (der seitherige Stadtverordnete Hotelbesitzer Krauß); Deutsch- Rationale (der seitherige Stadtverordnete Landwirt Ehr. Schäfer); die Wirtschaftspartei, welch letztere eine Hausbesiherliste herausbringt (Spitzenkandidat Bauunternehmer Steuer- nagel). Dazu kommen noch mehrere unparteiische Listen, zunächst die von der Arbeitsgemeinschaft der Berufsgruppen (Hotelindustrie, Gastwirte, Handwerker, Aerzte, Einzelhandel) aufgestellte Liste der K u r i n t e r e s s e n t e n, an deren Spitze der Bäckermeister Ph. König steht. In der oberen Stadt hat sich eine sog. Altstadt-Liste aufgetan, der vom Volks- mund die spaßige Bezeichnung „Schwarten- m a g e n l i st e" beigelegt worden ist. Spitzenkandidat ist der seitherige Stadtverordnete Reallebrer Bechtolsheim er. Eine weitere Liste, die hauptsächlich auf Unterstützung in der Altstadt rechnet, hat den Badewärter Hrch. Stamm als Spitzenkandidaten. Ob auch die Mieter und die Handwerker noch besondere Wahlvorschläge einbringen, ist zur Zeit noch nicht entschieden. Der Beamtenverein, in dem über 300 Beamte organisiert sind, nimmt von der Aufstellung einer Liste Abstand. Er empfiehlt seinen Mitgliedern, diejenigen Wahl- Vorschläge zu unterstützen, auf denen Beamtenvertreter an aussichtsreicher Stelle untergebracht sind. Trotz der vielen Wahlvorschläge wird es zu einem sehr scharfen Wahlkamps aller Voraussicht nach nicht kommen, wenigstens nicht unter beit Parteien bet Mitte, bie Listenverbin- bungen geplant haben unb in dem Bestreben einig sind, die Mitte auf alle Fälle zu stärken, damit sie im neuen Parlament noch mehr zur Geltung komme, als es ihr seither möglich gewesen. Entschieden ist es noch nicht, ob 18, 21 oder 24 Stadtverordnete zu wählen sind. Die seitherige Zahl von 24 Stadtvätern stützte sich auf die Einwohnerzahl von etwa 11 000, wie sie nach dem Kriege ermittelt wurde. Die Volkszählung von diesem Sommer hat wohl amtlich eine Bewohnerzahl von rund 14 000 festgestellt, nachträglich hat das Statistische Landesamt aber die eigentliche Wohnbevölkerung nur mit rund 7600 angerechnet. Unseres Erachtens kann man, wenn man aus der wechselnden Bevölkerungsziffer einen Durchschnitt errechnet, und außerdem den Pflichtenkreis unserer Stadt mit dem anderer Städte vergleicht, nur eine Bevölkerungszahl von mehr als 10 000 zugrunde legen. Auch die hohe Zahl der Wahlberechtigten spricht dafür. Sie beträgt rund 5600.
hr. Ri e der f lor st a b t, 17. Oft. (Aus dem Gemeinderat.) Zur Beschaffung ber wöchentlichen L o h n g e l d e r für bie Steinbrucharbeiter wird ber Bürgermeister ermächtigt, kurzfristige Gelder aufzunehmen. Dem
Zwcavervand wird ein Schuldschein über 8000, Mk. zu 7 Prozent Zinsen, die er vertragsmäßig der Gemeinde zum Bau der A u t o h a l l e geliehen hat. ausgestellt, außerdem noch demselben Gläubiger ein Schein über 3000 Mk. zu 10 Prozent. Dem Ankauf des Geländes der Liebln echt st raße wirb nun nichts mehr entgegenstehen. Der jetzige Besitzer, Baron von Löw. wollte das ca. 2000 Ouabratmcter grofte Gelände nicht unter 5 Mk. pro Quadratmeter abgeben, weil die Strafte einen politischen Hamen erhalten hatte, und erklärte sich bereit zu einem Preis von 1 Mk. pro Quadratmeter, falls die Straße einen unpolitischen Ramen erhalten würde. In einigen Ge- meinberatssihungen wurde die Angelegenheit immer wieder vertagt, da man sich nicht einigen konnte. Run entschloß man sich, die Straße Sieblungsstrafte zu nennen. Zur Gemeinderatswahl wurden wieder drei Listen eingereicht. Die S. P. D. brachte zuerst ihre neue Liste heraus, die einige Veränderungen aufweist, zwei Mitglieder des jetzigen Ge- meinderats sind nicht mehr ausgestellt. Als zweite Liste wurde bie ber Parteilosen bekannt, die im vorigen Wahlgang das Kennwort „Gewerbetreibende und Beamte" führte. Die Beamten verzichteten auf bie Aufstellung eines eigenen Kandidaten, werden aber wohl die Liste bet Parteilosen unterstützen. Als dritte folgte bie ber Bauern, bie an aussichtsreicher Stelle keine Aenderung brachte. Liste Parteilos und Dauern sollen mit ihren Reststimmen verbunden werden, um damit noch einen Sitz mehr zu erreichen. Seither haben: Die S. P. D. 7 Sitze, Gewerbetreibende unb Beamte 3 Sitze unb Bauern 2 Sitze. Bei ber Bürgermeisterwahl siegte ber Kandidat der Bürgerlichen, bei der Bei- georbnetenwahl derjenige ber S. P. D. Da bei Gemcindewahlen hie Stärfeverhöltnisse ziemlich gleich sinb, ist ein scharfer Wahlkampf zu erwarten, der bald einsehen wirb.
c. Rockenberg, 17. Oft. Bei der hiesigen Bürgermeister wähl wurde der bisherige Bürgermeister Peter Landvogl einstimmig mit 479 Stimmen wiedergewählt. Abends brachten die Ortsveveine dem Bürgermeister ein Äändchen.
Starkenburg.
* Darmstadt, 17. Oft. Der Entwickelung des Radiowesens in Darmstadt stehen die durch die Straßenbahn verursachten Storungen entgegen, die durch Rebenströme entstehen. Diese machen sich besonders in den Abendstunden geltend. Da alle Dorstellungen bei der Hessischen Eisenbahn-Aktiengesellschaft (Heag), an der die Stadt mit mehr als der Hälfte der Aktien beteiligt ist, nichts gefruchtet haben, so haben jetzt bie Radiohänbler eine Eingabe an die Stadtverwaltung gerichtet, in der sie Beschwerde dagegen erheben, bah nichts unternommen wirb, bie Radio- störungen zu beseitigen. Tausend Darmstädter Familien nähmen bereits am Rundfunk teil; nicht allein diese, sondern auch das Gewerbe werbe geschädigt, denn in Darmstadt sei kaum noch ein Radio-Apparat zu verkaufen. — Seit längerer Zeit beschädigen Rohlinge Ruhebänke, Aussichtstempel unb Türme. So ist ber O It) * türm auf bem Felsberg unglaublich zu- gerichtet. Reuerbings wurden am Kaiser- turm aus ber Reunkirchener Höhe wieder zehn Fensterscheiben demoliert und das Kupferbach mit acht Schüssen durchlöchert. Die Ortsgruppe Darmstadt des Odenwaldllubs hat für die Ermittelung ber Täter eine Belohnung von 100 Mark ausgesetzt.
Darmstadt, 18. Olt. Die Disziplinär- lammet für Schutzpolizeibeamte verhandelte in ihrer letzten Sitzung gegen den Polizeihauptmann Dehmer, der beschuldigt ist, mit einem Weinhändler Wuchergeschäfte gemacht zu haben. Ferner habe Dehmer seine Schwestern als Verkäuferinnen in der Kantine der Schutzpolizei untergebracht, auch weit mehr Waren aus der Kantine bezogen, als sein persönlicher Verbrauch war. Die dem Beschuldigten zur Last gelegten Vorfälle liegen in der Inflationszeit. Dehmer hatte bei einem Darlehen außer 5 Prozent noch eine Monatsprovision von 5 Prozent und bei einem nur für einige Tage gegebenen Darlehen 10 Prozent Provision gefordert. Damals konnte dieser Zinswucher noch nicht bestraft werden, weil die gesetzliche Handhabe fehlte, und so wurde Dehmer von ber Strafkammer freigesprochen. Das Ministerium bes Innern hatte bie Entlassung Dehmers aus der Schutzpolizei ausgesprochen. Der Vertreter bes Staatsinteresses machte in ber Verhanblung geltend, daft der Beschluß ber Einstellung des Verfahrens durch bie Strafkammer keineswegs eine Freisprechung bedeute, sondern einer Verurteilung gleichkomme. Die Disziplinarkammer verwarf die Berufung Dehmers, doch sprach sie sich dahin aus, daß ec der Versorgung würdig sei. — Der Sportverein Darmstadt 1 898 will im Anschluß an seine bereits bestehenden Sportplätze ein großes Stadion errichten. Die hierzu notwendigen Gelder sollen durch Stiftungen, besonders aber durch eine Lotterie aufgebracht werden. — Zur Zeit finden Verhandlungen zwischen den Gemeinden Eberstadt, See- Heim, Malchen, Jugenheim unb Alsbach an der Bergstraße iow e der Hessischen E "enbahn-Aktien- gefellschast statt wegen Weiterführung bet elektrischen Straßenbahn von Eberstadt nach Alsbach.
Preußen.
Kreis Wetzlar.
] Wetzlar. 18. Ott. Unsere rund 5000 Seelen zählende Vorortgemeinbe Riedergir- nt e 8 hat sich bisher stets als Sttefttnb gefühlt, wenn es galt, ihre Wünsche bei ben Etatsberatungen ber Stabt zur Annahme zu bringen. Erfreulicherweise ist in bet letzten Zeit hierin ein Wandel zum Besseren eingetreten. So hat bie Stabt nunmehr beschlossen, auf bem 5 rieb- h o f ber Gemeinbe bie schon seit Jahren brin
gend erforderlich« Kapelle au erbauen. Vor einigen Tagen fand eine Besichtigung an Ort unb Stelle durch Mitglieder ber Daukonnnission statt, zu ber auch die Vertreter der Kirchen- gemeinbe unb anbete Einwohner erschienen waren. Aus ben Vethanblungen bars gefolgert werden, daft nunmehr mit dem Bau der Kapelle in allernächster Zeit begonnen wird. Auch die dringend notwendige Erweiterung des Friedhofs wurde hierbei allfeits anerkannt und beschlossen. Ebenso wurde als notwendig erachtet, dem Friedhof nach der Straßenseite einen belferen und würdigeren Abschluß zu geben. Die Kapelle wird voraussichtlich aus einem Mittelbau mit zwei Seitenflügeln bestehen. Die innere Ausstattung soll ben mobernen Ansor- berungen entsprechend gehalten werden. In einer Vorhalle soll das schon lange in Aussicht genommene Ehrenmal für bie im Weltkrieg gefallenen Söhne ber Gemeinbe angebracht werden. Rach ihrer Fertigstellung wird die Kapelle von ihrem erhöhten Standort aus, auf einem Bergrücken, auch äußerlich eine Zierde der Gemeinde fein. Auch bie Kirch ft raße an der Christusttrche wird zur Zeit ausgebaut, wobei weiter eine Verschönerung des Platzes um die Kirche selbst, der in seinem heutigen Zustand ein Aergernis der ganzen Einwohnerschaft bildet, vorgesehen ist.
Kreis Biedenkopf.
XX Rodheim a. d. Bieber, 18. Oft. Der allseitige Wunsch nach geeignetem Baugelände mag wohl hier in erster Linie die Anregung für die Zusammenlegung der Feldmark gegeben haben. Hier herrscht bekanntlich eine rege Bautätigkeit, aber jeder baut dahin, wo sich ein Plätzchen bietet. Infolgedessen wird das Dorf sehr auseinandergerissen, es fehlt ihm die innere Geschlossenheit. Um diesem Uebelstande abzuhelfen, überhaupt um die Bautätigkeit noch mehr als bisher zu fördern, hat die Gemeindeverwaltung einen Wettbewerb für einen Ortsbebauungsplan ausgeschrieben. Wie mir erfahren, sind 8 Pläne eingegangen, die nunmehr einer näheren Prüfung unterzogen werden.
Dillkreis.
bl. Dillenburg, 17. Oft. Bei dem tätlichen Sturz aus dem Eilzug am Donnerstag- nachmittag handelt es sich um den Former Karl Oberschelp von Strahebersbach. Der Mann war Epileptiker, unb so wirb angenommen, bah er den Sprung in einem ber- artigen Anfall begangen hat.
61. Herborn. 17. Olt. Der hiesige Geflügelzuchtverein kann in diesem Jahre auf eine dreißigjährige Tätigkeit zurückblicken.
bl. Sinn, 17. Oft. Die Wirtschas 1 s - Verhältnisse unserer Fabriken haben sich wieder günstiger gestaltet. Die Reuhoff - nungshütte von Ernst Haas & Sohn arbeitet zur Zeit mit insgesamt 991 Personen. Die anderen .Unternehmungen, wie bie PumPensa b r i k Döring unb bie Glockengießerei Rinker sind gleichfalls gut beschäftigt. Dementsprechend kann festgestellt werben, daß zur Zeit kein Erwerbsloser hier vorhanden ist.
bl. Burg. 17. Olt. Seit bem Jahre 1924 sind in unserer Gemeinde 11 Reubauten entstauben, ein Wohnhaus befindet sich in Arbeit. Es handelt sich hierbei um Bauten aus privater Hand. — Die Burger Eisenwerke arbeiten zur Zeit mit einer Gesamtbelegschaft von 643 Mann (einschl. Beamte).
bl. R i e b e r s ch e l b , 17. Oft. Mit bem E t- weiterungsbau unseres Rathauses wird auch eine Babeanstalt errichtet, die fünf Brause- unb vier Wannenbäder enthalten soll.
Frankfurt a. M. und Umgegend.
fpd. Frankfurt a. M., 13. Oft. In Aschaffenburg würbe vor etwa brei Wochen ein bebeutender Pelzdiebstahl ausgeführt, durch den die bestohlene Firma um hohe Summen geschädigt wurde. Als Täter ermittelte bie Polizei nunmehr hier in Frankfurt einen alten Zuchthäusler, in besten Wohnung noch ein großer Teil des Diebsgutes aufgefunben wurde. Obwohl ber Dieb nach den bestimmten Aussagen seiner Frau nicht zu Hause fein sollte, fand man ihn doch nach wenigen Augenblicken unter bem Bett versteckt.
Straßenbahnerstreik in Frankfurt.
Frankfurt a. M., 16. Oft (Wolff.) Die hiesigen Straßenbahner sinb heute früh unerwartet in ben Ausstand getreten, so daß der gesamte Strahenbahnbetrieb in Groß-Frankfurt völlig ruht. In einem Flugblatt geben bie Ausständigen als Stveikgrund eine von ber Verwaltung geplante Verlängerung ber Arbeitszeit auf zehn Stunden und die For° berung nach einer beamtenähnlichen Regelung ihrer Arbeits- und Lohnverhältnisse an. In einem heute abend angeschlagenen Gegenflugblatt der Straßenbahnverwaltung behauptet diese, daß der Schiedsspruch des Arbeitsministers im Gegenteil eine Verkürzung der Arbeitszeit herbeiführe. Der heuttge wilde Streik sei ein Beweis dafür, daß die Belegschaft für Deamtenverhältnisse noch nicht reif fei. Dis zur Stunde seien der Direttion ber Straßenbahn überhaupt keinerlei Forderungen ber Streikenden überreicht worden.
Unglück ober Verbrechen?
Frankfurt a. M., 19. Oft. (WTD. Funkspr.) In einem Hause ber Großen Friedberger Straße wurden der Arbeiter Josef Dahl und der Tagelöhner Kreide tot aufgefunben, während bie Frau des Dahl in beforgniserergenbem Zustanbe einem Hospital zugeführt werben mußte. Man nimmt an, daß Gasve r g i f tun g vorliegt, doch schließt der Befund die Möglichkeit eines Verbrechens nicht aus.
«lilirt du deinen Hüften stillen, nimm fays Sodener Pastillen.
Das beste Küd)tnl)ilfsmittd maggi1 wurze
Man verlange ausdrücklich Magqi's Würze
9763c
Nicht überwürzen! Wenige Tropfen genügen, da sehr ausgiebig.


