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rung an jener Feiernicht offiziell beteiligt", sondern nur das Flaggen auf Halbmast ange-- ordnet. Bayern hat sich der Feier unter Hin­weis auf den QUIerfeelcntag als Gedenktag für die Gefallenen nicht angeschlossen, und auch das hessische evangelische Laiideslirchenamt hat an die Pfarrämter feine Verfügung für den 1. März erlassen. Cs scheinen mir einzelne private Ver­bände. wie der ..Vollsbund deutsche Kriegsgräber- sürsorge", den Gedenktag angeregt und festgesetzt zu haben.

Gerade um der Gefallenen willen täte Einig­keit in dieser Sache not Ans will es scheinen, als seien hier zwei Dinge initeinander verquickt, linier Volt verlangt nach einem vaterländischen Feiertag, da die früheren aufgehoben sind. Uns auf den Reichsgründunastag. den 13. Januar, zu einigen, verhindert die Parteizerklüftung un­seres Volles. Der Dag des Kriegsbeginns kann nach dem unglücklichen Ausgang freß Krieges kaum als ein Tag gemeinsamer innerer Erhebung gefeiert werden. Das einzige, einigermaßen alle verknüpfende Band sind einstweilen die Kriegs­gefallenen. Gottlob, daß wir wenigstens dieses Band noch haben: gerade darin zeigt sich der Wert ihres Opfers auch bei verlorenem Kriege. Aber ihr Gedächtnistag lann doch nicht all dem zum Durchbruch verhelfen, was an einen vater­ländischen Feiertag aus der Seele ans Licht drängt. Mächte uns bald ein solcher Sag wieder beschielten sein. Er muß uns geschenkt, er kann nicht willkürlich festgesetzt werden. Zum Gedächt­nis der gefallenen Söhne unseres Vaterlandes aber eignet sich Wohl am besten der schon in der Geschichte gegründete Totensonntag, der auch dem Tage recht nahe liegt, an dem der letzte deutsche Krieger fein Leben zum Opfer ge­bracht hat. S.

Aus der Provinz.

Landkreis Gicnen.

is. Steinbach, 18. Marz. Auf Anregung des Kreisbaurates wird unser Ort nunmehr ein städtisches Gepräge erhallen. Durch Vereinbarung mit den Anliegern wird längs der Kreis- straheGießen Lich durch unseren Ort auf der einen Seite ehre Lindenallee angelegt, die Arbeiten haben heute bereits begonnen Unsere Gemeinde war eine der ersten im Kreise Gießen, welche den Gefallenen des Welt­krieges ein Ehrenmal errichtete. Dasselbe be­steht in einem mächtigen Das alt block mit der Wid­mung:Den gefallenen Söhnen, die dankbare Heimat 19141918". Nachdem nun in den mei­sten Gemeinden solche Gedenksteine errichtet wor­den sind, merfte man hier, daß unsere Anlage nicht vollständig war. Vor allen Dingen fehlte das AamenSverzeichnis der Gefallenen und Vermißten, das hauptsächlich die Erinnerung in der Gemeinde auffrischen soll. Ferner hat nie­mand der Hinterbliebenen einen bestimmten Platz, seinen Toten gelegentlich durch Niederlegung eines Kranzes zu ehren. Vor drei Jahren war der inzwischen verstorbene Pfarrer Köhler, sowie der Kirschenvorstand und die Kirchengemeinde­vertretung nahe daran, diesen Mangel zu be­seitigen, aber leider tarn man damals zu fernem bestimmten Entschluß. Aus Anregung beS Krie­gervereins und durch Beschluß des G e - meinderateS wird nunmehr die Anlage auf Kosten der Gemeinde vervoll­ständigt. Jedem Gefallenen und Vermißten wird, ähnlich wie in anderen Gemeinden, ein Stein, etwa 30 im Halbkreis, um das alle Ehren­mal gesetzt mit der entsprechenden Aufschrift. Die t neue Anlage wird gelegentlich des 50jährigen Vestehens des ÄriegmxremS am 14. 3uni ihre ITDeihe empfangen.

* Allendorf a. d. Lda., 18. März. Die *Holzsubmission unserer Gemeinde ergab folgendes Höchstgebot: Eichenstännne 2- Kl. 78 Mk., 3. Kl. 66 Mk., 4. Kl. 44,10 Mk.. 5. Kl. 34.90 Mf., 6. Kl. 20 Mk., Vuchenstämme 2. Kl. 52 ML., 3. Kl. 35,05 Mk., 4. Kl. 30,05 Mk., Fichtenstämme 2. Kl. 42,10 Mk., 3. Kl. 32,10 Mk., 4. Kl. 27,05 Mk., 5a-Kl. 23,80 Mk., 5b-Kl. 21,15 Mf. je Fstm.

- * Ruttershausen, 18. Marz. Dei der heutigen Holzsubrnisfion unserer Gerne!nde lagen folgende Höchstgebote vor: Kiefernstämme 4. Kl. 30 Mt., 5. Kl. 17,45 Mf., Fichtenstämme 3. Kl. 32,45 ,Mk., 4. Kl. 30.25 Mk., 5a°Kl. 25,25 Man, 5b-Kl. 22,75 Mk. je Fstm.

Kreis Friedberg.

sf. Friedberg, 19. März. Dem hiesigen Museum ist es gelungen, in dem Dorfe Glas­hütten bei Gedern einen allen, noch vollstän­dig gebrauchsfähigen W e b st u h l zu erwerben. Derselbe soll mit einer Anzahl bereits früher er­worbener Gegenstände, wie z. D. ein Himmelbett, Schränke, Truhen und allerlei Hausrat zu einem Dauernzimmer vereinigt werden und uns somit einen interessanten Eiichlick in die Lebens­weise unserer Vorfahren gewähren. 3n diesen Tagen weilte nun der alte Webermeister, ein Greis von 76 3ahren, selbst in Friedberg und

führte Schulern hiesiger Schule,wie D. der Augustinerschule. der Gewerbeschule, das 3nftru- ment im Betrieb vor und gab denselben damit einen lehrreichen Blick in eine 3nbuftric. die natürlich dem Fabrikbetriebe nicht Stand halten konnte. Don besonderem Interesse war es noch, aus dem Wunde des alten Mannes zu erfahren, daß der Tagesverdienst eines Webers in den früheren Zeiten bei harter und schwerer Arbeit höchstens 35 Pf. betragen habe. Vielleicht wird eS möglich sein, die Vorführung auch später einem größeren Publikum zugänglich zu machen.

Bad-Nauheim. 18. März. Zu der großen Tagung des Hessischen Landes- Lehrervereins, die in der Woche nach Ostern hier stallfindet, werden über 200 Ver­treter der einzelnen Vezirksvrreine und außer­dem noch zahlreiche wellere Besucher erwartet. Gleichzeitig tagen auch die hessischen Züng­le h r e r und der Feuerversicherungs-Verband hessischer Lehrer. Eine Lehrmittelausstel­lung wird mit der Tagung verbunden. Die Bade- und Kurverwallung hat in entgegenkom­mender Weise den freien Zutritt zu den Kon­zerten gestattet und außerdem Führungen durch Die Badebetriebe zugesagt. Aus der Tagesord­nung der Dertretervcrsammlung stehen wichtige Standes- und 'Berufsfragen, daneben aber auch Fragen der Schulorganisation und Bolkserzie- hung, die über die Organisation hinaus für die Allgemeinheit von Bedeutung sind

Kreis Schotten.

-> Schotten, 18. März. Der Verein hessischer Forst beamten plant die Er­richtung eines Ehrenmals für seine im Welt­krieg gefallenen Kameraden. Da durch die Ver­legung der Försterschule in unsere Stadt Schotten ziemlich in den Mittelpunkt des hessischen forst­lichen Lebens gerückt ist, soll das Denkmal noch in diesem 3ahre an dem bewaldeten Hang des nahen Altenburgkopfes Aufstel­lung finden. Der Denkmalsentwurf stammt von Daurat N od nagel zu Schotten. Die Ab­gangsprüfung an der hiesigen Förster- schule begann am Montag und dauert P/2 Wochen. Es beteiligen sich 26 Forstschüler daran. Die bereits im Vorwinter von schuhpolizei­licher und militärischer Seite sichergestellten Quartiere in den Dörfern am Hohe- rodskopf sind jetzt, wo sich der Schnee ein­gestellt hat, bezogen worden. 3n dem benach­barten Rudingshain sind etwa 50 Schupo- beamte untergebracht, die täglich zu Hebun­gen im Schneeschuhlaufen herangezogen werden.

)( Ruppertsburg, 18. März. Am Freitagabend fand in unserer Kirche ein Mis­sion s g o t t es d i e n ft statt, in dem der Missio­nar Krayl einen Lichtbildervortrag über Land und Leute, Sitten und Gebräuche der Chinesen hielt. Die prächtigen Bilder, schön kolorierte photographische Aufnahmen, liehen uns intet- es saute Blicke in die Not des chinesischen Heiden­tums tun und zeigten, wie notwendig die Arbeit der christlichen Missionare in dem Reiche der Mitte ist. ES wurde darum am Schlüsse des Gottesdienstes eine Kollette für die Basler Mission erhoben. Unter Vorsitz des Feld- bereinigungSkvrmnissarS von griebberg fand im Saale des Gastwirts Schlörb dahier die Ab­stimmung über das F eldberei ni- gungSverfahren in hiesiger Gemarkung statt. DaS Ergebnis wird erst in Friedberg zu- sammengestellt. Jedoch ist man allgemein der Meinung, daß die gesetzlichen Bedingungen für die Durchführung der Bereinigung nicht erfüllt sind. Es ist tief bedauerlich, daß nicht vorher ein aufflarenber Dorttag durch i aen Sachver­ständigen gehalten worden ist. Vielleicht hätte auf diese Weise die Agitatton eine mehr sachliche Form angenommen.

Starkenburg und Rbeinheficn.

* D a r m st a d t, 18. März. Dor einigen Tagen tauchte in Auerbach an der Bergstraße ein feingekleideter Herr auf, nahm in einem Hotel Wohnung, bezahlte in den ersten Tagen seine Rechnung und kaufte dann ein größeres Grund stück, um sich ein Landhaus zu bauen. Er wohnte ungefähr eine Woche lang tm Hotel, wohin Frau und Kind ebenfalls gekommen traten. Nachdem er seine Rechnung abermals bezahlt hatte, verschwand er spurlos. 3etzt stellt sich heraus, daß er in das Fremdenbuch einen falschen Namen eingetragen hatte: das Geld zum D^ahlen der Hotelrechnungen hatte er sich erschwindelt, weil et alsGrundstückskäufer" Kredit hatte. Vertreter der Gemeinden Beer­felden, Airlenbach, Fallengesäß und Rothenberg faßten in einer gemeinsamen Besprechung den Plan, eine Autoverbindung ins Neckar- tal nach Hirschhorn zu schaffen. Die Linie soll von den Gemeinden unterhalten werden. Die Postkraftwagenlinie Milten­bergErbachMichelstadt hat seit dem 16. März täglichen Verkehr eingeführt. Die

Ein Atlas der Weltmisflon.

Das 3nftitut für soziale und re- ti g i ö s e Forschung in Neuhvrk hat ein wichtiges Werk vollendet in demWe l t - Missions - A t la s", der von Harlan P. Beach und Charles H. F a h s hetausgegeben worden ist. Diese kartographische Darstellung der Missions­tätigkeit mußte sich frellich auf die protestantische Missionsarbeit beschränken, und es konnte nur eine einzige Karte der katholischen Mission ge­widmet werden.

Mit dieser Einschränkung aber ist ein er­schöpfendes Bild geschaffen worden. Nicht nut die unzähligen Missionsstationen, Kirchen, Schulen und Krankenhäuser der vielen Missions­gesellschaften sind verzeichnet, sondern es werden auf 230 Sellen Statistiken und Adressen sowie lritische Charakteristiken der einzelnen Ge­schäften gegeben. Dazu kommen umfangreiche R e g i st e r. lieber den gegenwärtigen Stand der Missionsbewegung bietet dieser Atlas er­wünschten Aufschluß. Besonders groß ist die Zahl der infolge der Kriegszeit und Nachkriegs­zeit aufgehobenen Stationen in der Türkei, da die Regierung von Angora gegen die fremde Erziehungs- und Missionstätigkeit seht unduld­sam ist. 3n Nigeria und anderen Teilen West- aftikas macht der Islam große Fortschritte, und die christlichen M'ssionen werden mehr und mehr zurückgedrängt. Ganze Stämme und Völker, die noch hc dnisch waten, als hier die Christen- Missionen zuerst ersch'enen, sind jetzt für den Islam gewonnen. Die Heiratögesehe der Mohammedaner entsprechen viel mehr den Bräuchen der primi- ttven Völler, während die christliche Einehe in Vielen Fällen als eine Verletzung der alten

Sitten angesehen wird. Die Bekehrung von Mo­hammedanern zu Christen ist erfahrungsgemäß sehr viel schwieriger als die Bekehrung von Heiden. Die Missionsbewegung in West- Afrika ist jedenfalls durch den Islam außer­ordentlich gehemmt, wie die Statistiken des At­las zeigen. In der Türkei werden sogar Christen häufig zum 3flam hinübergezogen.

Sehr imponierend sind die Zahlen, die über die Beteiligung an der christlichen M ssionS- tätigfeit Aufschluß geben. Gegen 30 000 Per­sonen. die in den Ländern, in denen sie Missionsarbeit treiben, Fremdlinge sind, betä­tigen sich als Missionare, und dazu kommen als Helfer über 15 0 000 Eingeborene der verschie­denen Länder. Diese Arbeit wird durch frei­willige Gaben unterstützt, die sich auf etwa 75 Milliarden Dollar im Jahre belaufen. Der größte Tell dieser Summe kommt aus den (Beieinigten Staaten. Nicht weniger als 700 Ge­sellschaften beteiligen sich an der Mission, und man schätzt die Zahl der Personen, auf die sich das Werk der prot<cktantischen Missionen erstreckt, auf mehr als acht Millionen. Das bedeutet einen Zuwachs von mehr als 4 MUlionen gegenüber dem Stande vor einem viertel Jahrhundert.

10 Jahre gentraünftitut für Erzre^un^ und Unterr cht.

Am 21. März ist ein Jahrzehnt dahingegangen, seit mitten in den Wirren oe Stiege. < tralinftitut für Erziehung und U n - t e r r t d) t in Berlin ins Leben trat. Aus diesem Anlaß beschäftigt sich Professor F. Lampe in der Umschau" mit dieser deutschen Schöpfung, die nir­gends ihresgleichen hat. Das Zentralinstitut ist aus

diesjährige Schnepfenmünze In Hessen erhielt bet 3agdaufseher Fvanz Müller aus Igelsbach i. O., der die erste Schnepfe am 20. Februar d. 3s. erlegte. Ein Gemei nde- rat in Dielbrun n im Kreise Erbach stand im Verdacht, junge Holzstämme gestohlen zu haben. Eine Haussuchung der Gendarmerie förderte zwar nicht diese, wohl aber eine größere Menge anderen gestohlenen Holzes zutage. In Sand- bach wurde die hundertste Ortsgruppe des Odenwaldklubs gegründet.

Kreis Wetzlar.

Krofdorf, 18. März. Bei der Holz-- Versteigerung der Oberförsterei Krofdorf in Oden hausen wurden folgende Durchschnitts­preise erzielt: Cichenscheiter 8,40 Mk., Eichen­knüppel 6,70 Mk., Cichenreiser 2 Kl. 1,50 Mk., 3. Kl. 1,30 Mt.. Buchens Heiter 14,80 Mk., Buchen­knüppel 11,20 Mk., Buchenreiser 2. Kl. 1,90 Mk., 3. Kl. 1,70 Mk. Ficht en knüppel 6,40 Mk., Fichten- reiser 2. Kl. 0,80 Mk. je Rm.

Q LÜtzellinden, 18. März. Die beiden letzten im Markwald abgehaltenen Brenn- h o l z v e r ft e i g e r u n g e n brachten recht an­sehnliche Preise. Kiefern-Sche'.tholz 11 bis 15 Mk., Knüppelholz 8 bis 10 Mk., Kiefernwellen hundert Stück 16 bis 20 Mk., Fichtenknüppel 7 bis 8 Mk., Fichtenwellen 15 bis 18 Mk. für 100 Stück. Der hiesige Kriegerverei n hat in seiner dies­jährigen Generalvers ammlung beschlossen, am 7. Juni ein Kriegerfest abzuhalten.

.Hessen-Nassau.

spd. Marburg, 18. März. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen breitet sich im nördlichen Teile der Provinz die Hundetollwut immer mehr aus. In Grebenstein wurde der Bahn­hofswirt und zwei Kinder von einem tollwütigen Hunde gebissen. Die Personen wurden zur Schutz­impfung nach Berlin verbracht.

spd. Frankfurt a. M, 17. März. Am Main bettelten fünf junge Burschen einen Schuhmacher um Zigaretten an und fielen dann, als ihrer Dllte nicht stattgegeben wurde, über den Mann her. Sie raubten ihn aus und flohen sodann. Heute früh konnte einer der Bur­schen ermittelt und verhaftet werden, durch den auch die Namen der anderen Täter be­kannt wurden.

Hochschulnachrichten.

Bon der Landes-Universität Gießen.

Für Prof. D. Karl Ludwig Schmidt, der zum 1. April nach Jena geht, ist Prof. D. Dr. Emst Lohmeyer zum ordentlichen Professor für neutestamenlliche Theologie an die Landes- Universität berufen worden Lohmeyer. geb. 1890 in Dorsten lWestf.), promovierte 1912 in Berlin zum Lizentiaten der Theologie, 1914 in Erlangen zum Doktor der Philosophie, habilitierte sich vom Felde aus während eines Urlaubs 1918 in Hei­delberg, wurde 1920 auf das planmäßige Extra­ordinariat in Breslau und im Mai 1921 ebenda zum persönlichen ordentlichen Professor ernannt.

Turnen, Sport und Spiel.

Vom Arbeiter-Turu- und Sportbund.

Meisterschaststurnen beS 3. Bezirks (9. KreiS).

£ Wies eck, 17. März. Am Sonntag fand im Draunschen Saale das obengenannte Meister- schaftstumen statt.

Der Vormittag brachte zunächst das Turnen der Männerabteilung, die in 3 Stufen je eine Pflicht- und Kürübung an Reck. Darren und Pferd und eine Pflichtfreiübung auLzufühven hatten. Die Teilnehmerzahl war beschränkt. In­nerhalb der einzelnen Gruppenäusscheidungswett- rämpse erwarben sich die 5 Besten jeder Gruppe die Berechtigung zur Teilnahme an den Meister­schaftswettkämpfen. Die Schwierigkeit der vorge­schriebenen Hebungen hatte manche Lücke verur­sacht. Meisterschaftswettkämpfe sind nun eben kein landläufiges Wetturnen, sondern sind Veranstal­tungen, bei denen nur qualifiziertes Können in Frage kommt. Allerdings hat die Schwierigkeit immer eine Grenze. Die gezeigten Leistungen standen auf anerkennenswerter Höhe und fanden bei den zahlreichen Zuschauern ein dankbares Publikum.

Am Nachmittag fand das Meist erschafts- t urnen der Frauenabteilungen statt. Hierfür war scheinbar das Interesse stärker, wenigstens nach der stärkeren Besucherzahl zu schließen. Das Turnen fand unter den gleichen Voraussetzungen und gleichen Bedingungen wie das Männertumen statt. Die hierbei zu turnende Freiübung gehörte zu den Massenfreiübungen der Frauenabteilungen zur Internationalen Olym­piade in Frankfurt und stand im Mittelpunkt des Interesses. Die Hebungen an den Geräten zeig­ten neben guten und sehr guten Leistungen auch manche unnötige Spielerei. Handstände gehören m. E. nicht in den Turnplan einer Frauenabtei-

der im Januar 1914 gegründetenJubiläumsstif­tung für Erziehung und Unterricht" hervorgewachsen und wird von den meisten deutschen Ländern, vom Reich, von verschiedenen Verbänden und einerGe­sellschaft der Freunde" unterstützt. Es zerfällt gegen­wärtig in fünf Abteilungen: in die Pädagogische, die Ausstellungs- und Ausländsabteilung, die für Kunstpflege und die Bildstelle. Diese Abteilungen, von denen jede wieder für sich gegliedert ist, stehen mit allen wichtigen pädagogischen Einrichtungen in Arbeitsgemeinschaft und veranstalten pädagogische Tagungen, Lehrgänge und Ausstattungen, geben Werke heraus und erteilen Rat in pädagogischen Fragen.

Das Zentralinstitut hat während seines Be­stehens in 24 deutschen Städten außerhalb Berlins pädagogische Tagungen veranstaltet, die teils für akademische, teils für seminaristisch vor­gebildete Lehrer, meist aber für die ganze Lehrer­schaft bestimmt waren. In weiteren 66 Städten fan­den Lehrgänge über Selbsttätigkeit der Schü­ler im Untericht und dieArbeitsschule" statt, in 33 Städten Lehrgänge über staatsbürgerliche Er­ziehung, in 14 über Heimatkunde im Unterricht. Noch andere Beranstaltungen beschäftigten sich mit Sonderfragen. In neun Städten außerhalb Ber­lins wurdenB i I d w o ch e n" abgehalten, d. h. Lehrgänge über Lichtbild und Film im Unterricht und Erziel ung, die mit Ausstellung und Vorfüh­rung gebunden waren: in Berlin fanden drei sol­cher Bildwochen statt. Außerdem wurden in Berlin 327 lausende Vorlesungsreihen von 420 Stunden und 82 besondere Lehrgänge meist in den Ferien für die Lehrerschaft veranstaltet. Eine ständige Lehrmittelsammlung ist im Zentralinstitut dem Publikum zugänglich, und Lehrmittel wurden

lung Diese Abteilungsleiter geyen in ihrs» Ehrgeiz entschieden zu weit. Erfreulich ist aber festzustellen, daßvon oben herab bem Kunst­turnen der Frauen Einhalt geboten werden soll und beim Geräteturnen auf einwandfreies Hal- tungsturnen hingearbeitet wird. In der Haupt­sache soll der Schwerpunkt auf alle Arten Frei­übungen, wobei die rhythmischen überwiegen, Volkstänze und Turnspiele gelegt werden. Die Richtigkeit dieser Theorie wurde am Sonntag ein­wandfrei bewiesen. Bei den Freiübungen beson­ders gewandter Turnerinnen herrschte eine wahre Kirchhofsstille.

Dem programmäßigen Turnen folgte eine Vorführung der gesamten Frankfurters O l y m p i a f r ei ü b u n q en. Diese mit ange­nehmem Rhythmus erfüllten Hebungen sind in drei Gruppen geteilt, wobei der ersten Gruppe zwei Hauptmotive zu Grunde liegen. Im ersten Teil kommt das Tauziehen, im zweiten das Seil­hüpfen zur Darstellung. In der zweiten Gruppe sollen zunächst Ausdrucksformen in Zug- und Druckübungen dargestellt werden, während tm zweiten Teil ein fröhlich^ Hüpfen im flotten Walzertempo erscheint. Die dritte--Gruppe zeigt im ersten Teil Start und Lauf durchs Ziel und im zweiten Teil eine Atemübung als Motiv. Diese Hebungen wurden von vier Heuchelheimer Turnerinnen vorgeführt, und zwar in einer Art und Weise, die die ganzen Vorzüge der Frau für derartige Hebungen und die reichen Gaden an Anmut und Grazie zur vollen Geltung brachte. Stürmischer Beifall dankte für den Genuß, eben­falls für die nun folgenden Keulenübungen mit rhythmischen Bewegungen, die ebenfalls die Heu­chelheimer Turnerinnen vorführten.

Das im Anschluß hieran bekanntgegebene Resultat ergab folgendes:

1. Männerturnen:

Oberstufe: 1. Ernst Mandler. Heuchel­heim. 236 P. (Dezirksmeisters, 2. Fritz Döring, Burkhardsfelden, 224 P., 3. Otto Füll, Herborn, 214 P . 4. Otto Spuck, Wieseck. 213 P.

Mittelstufe: 1. Willi Winter, Launs- bach. 240 P. (Bezirksmeisters. 2. Heinrich Decker, Krofdorf, 238 P., 3. Rudolf Pfaff, Launsdach, 223 P., 4. Otto Fischer. Grohen-Ginden, 222 P., 5. Willi Möhl. Wieseck. 213 P.. 6. Karl Rohn, Wieseck. 209 P., 7. Heinrich Stroh. Großett^Lin- den, 207 P.. 8. Adolf Benner. Wieseck, 206 P.. 9. Wilhelm Will, Gießen, 200 P.. 10. Wilhelm Klos, Gießen, 199 P., 11. Hermann Dill, Naun­heim. 196 P., 12. Otto Seibert. Wieseck, 195 P., 13. Rudolf Kern, Naunheim. 157 P.

Hnterftufe: 1. Friedrich Decker, Treis. 237 P. (DezirkSmeisters. 2. Robert Schaum, Krof­dorf. 229 V.. 3. Franz Krämer. Heuchelheim. 220 P., 4. Willi Becker. Krofdorf, 216 P. 5. Karl Bender. Krofdorf. 212 P . 6. Albert Schäfer, Launsdach. 209 P, 7. Albert Winter, Launsbach, 205 P.. 8. Georg Schneider, Treis, 202 P.. 9. Heinrich Schill, Herborn, 197 P., 10. Ernst Schmidt, Krofdorf, 196 P

Turnerinnen:

Oberstufe: 1. Emma Mandler. Heuchel beim. 230 P., (Bezircksmeifters, 2. Bertha Wen del. Herborn, 197 P., 3. Ella Schneider, Herborn. 162 Punkte.

ilnterftufe : 1. Elise Mandler. Heuchel­heim. 228 P.tDezirksmeister), 2. Emilie L'nden- struth, Heuchelheim, 225 P., 3. Anna Balser Gießen, 224 P.. 4. Marie Schmidt. Herborn,. 209 P., 5. Auguste Reichel. Heuchelheim, 203 P., 6. Gertrud Weber, Herborn, 116 Punkte.

Außer Konkurrenz turnten in der Hnterstust 3 Schülerinnen aus Herborn mit. die folgend« beachtenswerte Erfolge erzielten: Schülerin Koll­mar 226 P., Schwalm 222 P.. Loh 214 P.

Nach einer kurzen Ansprache wurde die Ver­anstaltung mit dem Absingen des Ficht einarsches geschlossen.

Kirche und Schule,

Kirchliche Dienstnachrichten.

Am 7. März wurde dem Pfarrer Gustav Storck zu Langen die evangelische Pfarrstelle zu Heppenheim a. d. B. und dem Pfarrer Fried­rich von derAuzuHerchenhain de zweier evangelische Psarrstelle zu Erbach übertragen.

Evangelische Vereinigung (Friedberger Konferenz.)

r Am Dienstagnachmittag fand in Gießen int Hotel Hindenburg eine Versammlung der Mit­glieder der Evangelischen Vereinigung (früher Friedberger Konferenz genannt) der Mittelpartei im Hessischen Landest'^)entag statt, bei welcher der Vorsitzende, Professor L a m p a s - Friedberg, einen ausführlichen Vortrag über den Verlauf und - das Ergebnis der kürzlich ftattgefunbenen Tagung des Landeskirchentages hielt und ins­besondere die Stellung der Evangelischen Veremi- gung zu den einzelnen Beratungsgegenständen' hervorhob. Er besprach auch zustimmend die Neu-

auch in 71 Sonderausstellungen gezeigt, die zum Teil Wanderausstellungen waren. Am Zentralinsti­tut besteht die mit einer stattlichen Zahl von Gutachten arbeitende Bildstelle, die für die gesamte nord- und mitteldeutsche Filmerzeugung zuständig ist und Bildstreifen auf ihren volksbildlichen Wert hin prüft. Auch ein Lehrgang über den Rundfunk im Dienst der Erziehung wurde abgehakten.

EinRöntgen" «in neues Moß.

Die Röntgenstrahlen werden dazu benutzt, bösartige Geschwülste zu vernichten, und es kommt dabei sehr viel auf die richtige Dosierung an. Nun war es bisher schwer möglich, eine bestimmte Dosis, die in einem Röntgen-Institut angewandt war. in einem anderen herzustellen, weil ein ge­naues einheitliches Maß fehlte. Airs diesem Grunde wurde von der Deutschen Röntgen-Gesell­schaft eine Kommission zur Standarisie­rung der Röntgen strahlen Messung eingesetzt, und diese hat nun, wie Ludwig Thor tn der LeipzigerIllustrierten Zeitung" mitteilt, eine neue Maßeinheit geschaffen, die den Namer ein Röntgen" erhalten hat. Bei der Physikalisch- Technischen Reichsanstalt in Berlin ist ein Nor - maldosimeter ausgestellt, das auf der sog Ivnisationswirkung der 'Röntgenstrahlen beruht. Diese- Normaldos"meter wird auf seine Konstanz dauernd überwacht, und mit diesem Instrument sind andere Meßinstrumente geeicht, die an ver­schiedene Eichftellen im Deutschen Reiche verteilt sind. Die Cichftellen eichen dann wieder die Meßgeräte, die den verschiedenen Kliniken oder Aerzten gehören Auf diese Weise ist jetzt jeder Röntgenarzt in der Lage, die Röntgenstrahlen­dosis, die er verwendet, ganz genau zu messen.

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