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Nr. 296 Drittes Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger fiir Tberhefien)Zre'tag, (8. Dezember 1925

Wirtschaft.

v 3. ®. Farbenindustrie A. ®. Ob­wohl die Zulassungsstelle der Deiner Börse früher beschlossen hatte. Gesellschaften, die Vor- zuasattien mit mehrfachem St.mmrecht ausge­geben haben, die Z^lassungsgenehmigung für die Einführung von Aktien zu verwe gern, ist hin­sichtlich der Genehmigung des Prospektes der 3. G. Farbenindustrie QI.®, eine Ausnahme ge­macht worden. Bekanntlich wurden die Vorzugs­aktien der zum Farbenkonzern gehörenden Gesell­schaften in der 3nflationszeit zur Abwendung der Ueberflemdungsgrsahr geschaffen Da heute bei der in Deutschland herrschenden austerordent­lichen Kapitaltnappheit die ausländische ^leber- srcmdungsgefahr wieder in den Bord'.rgrund ge­treten ist, hat die Zulassungsstelle es für richtig gehalten, im Falle der 3. G. Fnrbenindustrie A. G. von dem sonst betonten Standpunkt abzu­weichen.

* Mansfeld A. ®. für Bergbau - und Hüttenbetrieb, Eisleben. Die Gesell­schaft hat aus Mangel an Aufträgen beschlossen, ihr Kupfer- und Melallwerk Hettstedt bn Magde­burg auf 14 Tage zu schliehen. wovon 1500 Arbeiter betroffen werden.

Phönix A. G. für Bergbau und Hüttenbetrieb, Düsseldorf. Aus dem Bericht des Vorstandes geht hervor, daß die Förderung der gesamten Zechen im Berichtsjahre 5 586 853 Tonnen gegen 7 434 121 Tonnen im Berichtsjahre 1913/14 betrug. Die Destä-dr haben sich trotz dieser Herabsetzung der Produktion erhöht. Die Leistung pro Mann und Schicht be­trug im Durchschnitt des Berichtsjahres 0,1 Ton­nen weniger als 1913/14, hat sich jedoch unter­dessen sehr gebessert. Die Vorräte der Gesellschaft sind im Berichtsjahr mit 45,2 M^tl. gegen 24,3 Mill. 1924 bewertet. Die Rohstahlerzeugung be­trug 1 365 884 Tonnen gegen 1 505 884 Tonnen 1913/14. Die Zugänge sind auf 3mmobilienkonto mit 22,9 Mill. Mark a'lsgewesen, wovon für Ruhrort allein 13 631 310 Mark in Frage kommen. Beteiligungen und Wertpapiere sind mit 158 351 041 Mark bewertet, doch ist der Besitz an Reiherstieg-Schiffswerftaktien mit Reicht auf die bekannten Schwierigkeiten der Gesellschaft gänzlich abgefchrieben. Von dem 300 M ll. Mark betragenden A.-K. sind bekanntlich 95 M ll. Mark an die holländische Gruppe gebunden und sollen ausgelöst werden, wogegen sich die übrigen 205 Mikl. Mark im Verkehr befinden.

Frankfurter Börse.

(Eigener Drahtbericht desGießener Anzelgers".)

Frankfurt a. M. 18. Dez. Tendenz: Uneinheitlich. An den Cffettenmärkten, die auch heute anfangs günstig lagen, verstärkte sich das Interesse für die sog. Freigabewerte zum Rachtell der übrigen CBlärtte, von denen nur einzelne größerer Beachtung begegneten. Bereits die Eröffnungskurse zeigten für Schiff ahrts- werte bei lebhasten Amsähen neue Steigerun­gen. während sonst eine abwartende Haltung vor­herrschte und die Tendenz eher zum Rachgeben neigte. Rordd. Lloyd erreichten einen Kurs von 97.25, Ha Pag von 95 (amtlich). Daneben waren auch Baltimore etwas im Geschäft bei einem Kurse von 88.5. Am Montanmarkt gingen Phönix und Gelsenkirchen mit gebesserten Kursen aus dem Verkehr hervor. Bei chemi­schen Werten drückte neues Angebot erheblich auf das Kursniveau. Elektrowerte lagen ruhig und ziemlich gehalten. Auch Bank­aktien wiesen keine wesentlichen Veränderun­gen auf. Von Auto-Aktien war n Kleyer gebessert. Zuckeraktien bröckelten weiter ab. Auch Bau-Aktien neigten zum Rachgeben. Von deutschen Renten ze'gle sich etwas 3nteresse für Reichsanleihen. Schutgebiet 4,425. 3nfolge der Wiederaufnahme des mexikanischen Zinsendienstes tocnjtc die Spekulation ihr 3n- teresse besonders diesen Werten zu. die ahn- sehnliche Kurssteigerungen zu verzeiänm hatten. Goldmexikaner 43.5. 3rrigation 32.25. Danelxn wurden auch üngarntoerts gefragt und zu leicht erhöhten Kursen umgeseht. Türken lagen ver­nachlässigt und weiter angeboten. Der Frei- verkehr war still. Api 0.340, Beckerkohle 38.5 Proz.. Benz 24 Proz.. Brown-Boveri 50.

Entreprise 8, Growag 36. Krügershall 69.5 Proz., Ufa 48,5 Prvz.. älnterfranken 50 Proz. Der weitere Verlauf brachte in die unsichere Hal­tung keine Veränderung. Für Chemie-Ak­tien verstärtte sich das Angebot. Die Tendenz war überwiegend, mit Ausnahme der oben ange­gebenen bevorzugten Märkte, schwächer. Am Geldmarkt ist die Rachfrage weiter stark. Tägliches Geld stellt sich auf 10 Proz. Auch Monatsgeld ist gesucht und bedingt 9 . bis 11'/, Proz. je nach Adresse. Bankdiskonten 7 Proz., 3ndustrie-Accepte 9 Proz. 3m Devisenver­kehr sind keine nennenswerten Veränderungen zu verzeichnen. Paris notierte gegen London 133,50. London gegen Kabel 4.851 , etwas fester. Die Reichsmark ist unverändert gegen Kabel 4199.

Börsenkurse.

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Hamburg Amerika Paket. . .

Norddeutscher Llovo . .

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70

Badische Anilin .......

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Höchster Farbwerke......

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NütgerSwerke ........

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Bergmann .......

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Berliner Börse.

(Eigener Drahtberichi desGießener Anzeigers".)

Berlin. 18. Dez. Die heutige Börse bot wieder das seit einiger Zeit gewohnte Bild. Schiffahrtsaktien und die Mehrzahl der sonstigen sog. Freigabewerle wurden verhüttaismästlg leb­haft zu freundlichen Karsen umgeseht, während sonst bei kaum veränderten Kursen und nicht ein­heitlicher Tendenz das Geschäft stark darnieder­lag. Schisfahrtsaklien konnten gegenüber den Rachbörsekursen um 1 bis 2 Proz. anziehen. Be­festigt lagen ferner deutsche Renten. 3m übrigen beschäftigte sich die Döse mit dem jetzt veröffent-

Pelzmartel.

Ein Rürnberger Spielzeugroman.

Rach dem 3 a.ienischen der Tereiah erzählt von Gustav W. Eberlein.

Copyright 1925 bh QL Scherl G. m. b. H., Berlin.

19. Fortsetzung. Nachdruck verboten.

Das war nun freilich nicht recht höflich von ihnen, sie hätten es im stillen denken können, statt mit ihrem lauten 3uöcl den guten Alten zu verletzen. Aber für unschuldige Kinderherzen ist es halt nicht leicht, den ersten Freuden­ausbruch zu unterdrücken, um anderen, die sich gefällig zeigten, nicht wehe zu tun.

Die Begeisterung Ott.s und Liesels machte den Spielgefährten das Blut stocken. Da hatte der große Einsiedler was Schönes angestetlt! Hans Sachs hatte sich vorhin viel schlauer er- wiesen, als er die ihm auf der Zunge schwebende Bemerkung über das vecmeintttche G.ück der »hren Eltern entsührten Kinder unterdrückte. _ Die Augen starr auf den Boden geheftet, grübelte der Alte über seinen großen 3rrtum nach.

3ch habe eine schwere Schuld auf mich ge­laßen, murme.te er,nicht wahr, Hans Sachs?"

Das läßt sich nicht leugnen", antwortete der Dichterschuster verstört.Kinder von ihren Eltern zu trennen, ist gewiß nicht das richtige Mittel, um sie glücklich zu machen."

Auch an die Mütter hast du nicht gedacht", fügte Kunigunde hinzu.Die armen Mütter hatten dir doch lein Leid getan.

Der große Einsiedler wurde noch bleicher als fein weißer Bart und erschien so gebrochen, so alt und müde, daß alle das Mitleid überkam.

3ch könnte", sagte er leise,vielleicht die Kinder zu ihren Müttern zurückführen, wenn ich noch einmal zur Flöte griffe und ihnen die gleiche Zauberweise vorspieite."

Ach," sagte Kunigunde,jetzt ist es zu spät, zu viele Jahre liegen dazwischen. Die Väter und Mütter von damals sind alt geworden und gestorben."

Da barg der große Einsiedler das Gesicht -wischen den Händen und weinte.

Unö wenn euch nün sein Schicksal zu Herzen geht, so läßt sich das doch nicht mehr ändern. Riemand kann den Rattenfänger, der die Kinder den Müttern entführte und sie damit glücklich zu machen glaubte, seinem tragischen Schicksal entreißen.

Das war wirklich ein schöner Winter. Richt Kind und Rußknacker, weder Sänger noch Kaiserin fühlten sich als Gefangene der Kälte und Schneestürme. Keine Langeweile konnte sich einschleichen: denn wenn die Reisegesellscha t vom Spielen müde war, so unternahm sie Forschungs­reisen in die anderen Höhlen, die hoch hinauf und tief hinunter in den Fels gingen. Da be­währte sich der Leuchtkäfer, indem er das Dunkel aufhellte, und die Fledermaus fraß Käfer und Spinnen weg, bevor sie nur den Mantel­saum Kunigundes berührten. Die Rächten.e hatte es auf Mäuse und Schlangen abgesehen, doch blieb immer noch genug Futter für die Störche übrig. Die Kröte vergnügte sich damit, je nach dem Wetter die Farbe chres Kleides zu wechseln, bald spielte sie ins Gelbliche, bald ins Gräu­liche hinüber. Alle Tage gab es Konzerte: denn die Flöte des Einsiedlers und die Laute Hans Sachsens klangen gut zusammen. Wenn der Dichterschuster zu fabulieren ansing, schwanden die Stunden dahin, man wußte nicht wie. Die Puppen spielten Ringelreihen, die Soldaten Krieg, und Harlekin belam immer Prügel. Otto und Liesel kamen aus dem Lachen nicht heraus.

Auch der große Einsiedler lachte, weil er kein Spielverderber sein wollte.

Aber als die erste Schwalbe aus 3talien eintraf und verkündete, die Straße sei frei von Schnee, als es ans Abschiednehmen ging und tausend Küsse und Umarmungen zwischen den Abreisenden und den Zurückbleilenden gewechselt wurden, als Otto und Liesel wieder, ohne es zu merken, einschrumpften, um in die Ruh­droschke einsteigen zu können, da ... da ...

Da stiegen dem alten Manne die Tränen in die Augen, da sahen ihn die Kinder von ihrem Fensterchen aus tief unten auf einem Saumpfad stehen und das Taschentuch schwenken.

Als die Störche seinen Blicken entschwunden waren, wurde er wieder mit seinen gleich ihm verstoßenen und verdammten Tiergenosfen der

lichten Wirtschaftsprogramm des Reichsverbandes der deutschen Industrie. Man glaubt, daß die wvhldurchbachten Vorschläge von den maßgeben­den Stellen kaum übergangen werden können, bei einer Befolg.mg der auf­gestellten Grundsätze aber eine allmähliche Dosierung der Wirtschaftslage eintreten muh. Daneben stimulierte die neue Ausländsanleihe der vereinigten 3ndustrie-Un!ernehmungen der A.CG. und daß aus der nur sechsprozenttgen Verzinsung heroorzugehen scheint, daß der ame­rikanische Zinsfuß für deutsche Industrie-Anleihen eine sinkende Tcnoenz aufweist. Beachtung fand ferner noch die Tatsache, daß der Kurs des fran­zösischen Frankens in'olge starker 3nterven- tionen heute weiter erholt war und sich gegen London auf 131. stellte. London und War­schau lagen gegen Kabel ebenfalls befestigt. Ror- dische Devisen dagegen etwas niedriger. Die Reichsmark notierte in London 20.37. Amster­dam 59.25, Zürich 123.55. Am Geldmärkte ist die Lage unverändert leicht. Tägliches Geld 79 Prozent. Monatsgeld 9* . bis 11 Prozent. Man glaubt aber, daß der herannah. nde Ultimo sich schon in den nächsten Tagen fühlbar machen wird.

Devisenmartt BerlinFrankfurt a. M.

Telegraphische Auszahlung.

(Ohne Gewähr.)

17 Dezdr

17 De; r.

Amtliche Noti runa

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Amtliche Notierung Geld Briet

Banknoten.

(Ohne (öeiD Ujr.)

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Amerikanische Nolea .....

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Dänische Noten .......

104.10

104.71

Englische Noten........

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Franibsische Noten ......

15.11

15 19

Holländische Noten ......

168.1-

108/17

At. lie,lische Noten ......

16.91

16.95

Norwegisch? Noten.....

84 84

85 26

Deutsch s ^terr .i 100 Krone»

58.95

69.25

Rumänische Noten......

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Schwedische Noten......

111.9.

112.53

Schweizer Noten.......

80.89

81.29

Svanische Noten ......

59.15

59 45

Tschechoslowakische Note» ..

12.58»

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Ungarische Noten ...

5.82

5,86

Frankfurter Getreidebörse.

(ßtgener Drahtberich« desGiehener Anzeiger-".) Frankfurt a. M., 18. Dez. Es wurden no­tiert: Weizen, Wetterauer, 24,75 bis 25; Roggen, inländischer, 17,50 bis 17,75; Sommrrgerfte für Brauzmecke 22,50 bis 25; Hafer, inländischer, 18,50 bis 22; Mais, gelb, 21 bis 21,25; Weizenmehl, in­ländische (Spezial 0) 41 bis 42; Noggenmehl 27 bis 27,50; Weizenkleie 11 bis 11,25; Roggenkleie 11 bis 11,25 Mk. Tendenz: ruhig.

Kirche und Schule.

--- Schotten. 17. 7. j. Unter dem Vorsitz des Kreisschulrats Kinkel tagte heute im Vollst itb-ube di - Bezirks le hrerschast anläßtl l)rer Herbstlonferenz. 3rn Mit- telpu:.. Tagung, die staatsbürgerliche Erzie­hung g widmet war, stand eineLehrprobedes hauptäm l Fortbildu.lzsschutte^r rs Hitz-Schot en, die sich mit den Aufgabrn des Gemnnderats be­faßte. Anschließ.nd fand eine Besprechung der

große Einsame. Und als solcher lebt er dort für im. er in seiner Grotte: denn wiewohl seine Schn!-- eine fast ungewollte war, kann ihn nichts von d^.n Fluche erlösen. Die von ihm ent- führten Kinder müssen immer Kinder, und der große Einsiedler muß immer alt bleiben, ohne der C eje des T.'des teilhaftig werden zu können. Ein t a .igeres Schicksal läßt sich ge^ kaum denke.t. Rur in der Beurteilung seiner Tat durch eine unverständige Welt wird es eine Aenderung geben: denn Otto und Liesel haben versprochen, überall zu erzählen, wie es sich in Wahrheit mit der Geschichte vom Rattenfänger verhält..

Achtes Kapitel.

Frühling ist's, die Störche jedoch ziehen sonder^a.erweise nach Süden, wobei sie in eine Rosenwolle und ins Feenland geraten aber o weh, selbst die schönste Fee könnte manchmal den Rürnberger Trichter brauchen!

Der Lenz ist da. der Lenz ist da sieh! siiieh! s.i.ieh! Die Heimat nah, die Hei nat nah zittiwi, ,;ittitoi zit.iwiiii.

Kommt mit, kommt mit, ihr Schwestern, Zu alten, lieben Restern I

So hatte die erste Schwalbe gesungen, und alle anderen, die voröeizogen und sie zogen in Schwärmen vorbei, sangen es nach. Andere Singvögel kamen, immer mehr. Denselben Weg, den sie im Herbst gezogen waren, flogen sie nun z. rück. Dieselbe Sehnsucht, die sie im Herbst nach Süden trieb, rief sie jetzt nach Rorden. ülnd es war, als ob sie alle nur den einen Gedanken hätten: heim, heim! Rur eine Rachti- gall, die einsam des Weges gezogen kam, hatte nichts zu melden, sondern fing vielmehr zu fragen an:

3st's arg kalt droben?"

Wer kann das wissen", antworteten die Störche.

QI6er kommt ihr denn nicht von Tirol?" Rein", antworteten sie einsilbig.

3etzt wurde die Rachtigall neugierig.

Dann kommt v- ~ '

Lehrprobe statt, außerdem wurden amtliche Mit­teilungen b.kanntgogeben. Rach Beendigung der amtlichen Konferenz schloß sich eine nichtamtliche Sitzung des Bezirksvereins an, in der Berufs­fragen behandelt wurden.

Letzte Nachrichten.

Trotze Veruntreuungen in Friedberg.

Friedberg, 18. Dez. (WSN. Drahtmeldung.) Bor einiger Zeit ist der Geschäftsführer ber Bade r- genossenschäft im Kreise Friedberg, Herr in o n n. f l ü ch t i g geworden. Durch seine fahrlässige Geschäftsführung ist den Bäckern des Kreises ein großer Fehlbetrag entstanden. Vorgestern hielt die Bäckergenchsenschaft hier eine Tagung ab, in der die Deckung des Defizits von rund 90 000 Mark besprochen wurde. Nach heftiger Auseinandersetzung einigte man sich dahin, den Fehl­betrag gemeinsam zu decken. Jeder der Geschädigten (sie verteilen sich auf fast alle Städte und Dörfer des Kreise Friedberg hat eine Summe von etwa 450 MI. aufzubringen. Die Kleider des flüchtigen Herr­mann wurden, wie gemeldet, vor einiger Zeit bei Biebrich am Rheinufer gesunden. Man nahm damals allgemein an, daß Herrmann den Tod im Rhein gesucht und gefunden habe. Da die Leiche jedoch bis jetzt immer noch nicht geländet wurde, ift anzunehmen, daß es sich um einen Täuschungs­versuch handelt und Herrmann dasWeite ge­sucht hat.

Frankreich gegen die Rückgabe ehemaliger deutscher Kolonien.

Paris, 18. Dez. (TU.) Die Kammer hat gestern nachmittag die Aussprache über das Kolo­nilbudget wieder ausgenommen. Der Bericht­erstatter verwies auf gewisse im Ausland verbrei­tete Gerüchte, nach denen geplant sei, Deutschland nach der Ausnahme in den Völkerbund Togo und Kamerun zurückzugeben. Er hasse, daß England nicht in dieser Angelegenheit ein Bei­spiel gebe, dem Frankreich folgen müsse. Die Abgabe des französischen Kamerun an Deutschland halte er für ein Ding der Unmöglichkeit. Der frühere ftolonialminifter Andrö Hesse wies dar­auf hin, daß aus keinen Fall der Eindruck entstehen dürfe, daß auch n u r e i n Z o 11 b r ei t von dem Gebiet abgetreten würde, aus dem die französische Fahne wehe. Der Kolonialminister versicherte dar­aufhin, Frankreich werde an keine auslän­dische Macht Kolonien zurückgeben.

Rundfunk-Programm

des Frankfurter SenderS.

(Aus derRadio-Umschau".) SamStag, 19. Dezember:

3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der 3ugend. 4.30 bis 6 älhr: Rachmittagskonzert des Haus­orchesters: Die Ouvertüren C. M. v. WeberS. 6 bis 6.30 Uhr: Die Lesestunde. 6.30 bis 6.50 Uhr: Zwanzig Minuten Umschau über die Fort­schritte in Wissenschaft und Techn k. 6.50 bis 7 Uhr: Der Brieftasten. 7 bis 7.30 Uhr: Ueber- tragung von Kassel: Vortrag von Schriftsteller Bamberger, Berlin, überSonderlinge zu Groß­vaters Zeiten". 7.30 bis 8 Uhr: Vorttagszhklus der 3ndustrie- und Handelskammer Frankfurt a. M.-Hanau: 2. Vortrag:Die kommende Ar­beitslosenversicherung", Dorttag von Dr. Köb- ner, Syndikus der 3ndustrie- und Handeiskimmer Frankfurt a. M.-Hanau. 8 bis 8 30 Uhr: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung: Weihnachtsgebräuche", Vortag von Rektor Wehrhan. 8.30 bis 9.30 Xkf,t: Bläser-Musik. 10 bis 10.30 Uhr: Übertragung von Kassel: Vortrag von Schriftsteller Georg Bamberger, Berlin (Wilhelm Reunauge): Ernstes un) Hei­teres aus dem alten Berlin. 10.30 bis 12 Uhr: Übertragung von Berlin: Tan>musik der Ber­liner Funkkapelle.

Husten, Erkältung und Grippe

sind schnell übtrwunOtn bei Gebrauch vonNymphosan-Sirup*; .Heiserkeit kenne ich nicht mehr, seit ich .Nymphosan*' ge- brancb«!* schreibt eine aefeierte Göngerin (ttbölilich In; Gie.,en: Llvoiheke »um j olbenen Enacl.

Weder aus Tirol noch aus Franken. Wir kommen überhaupt aus keinem so gewöhnlichen Lande."

Die Rachtigall war baff.

Ra, wo geht ihr denn dann hin? Habe ich doch meiner Seele niemals Störche Ende März fortziehen sehen!"

Uns ge'ällt eben die Winterkälte und die Sommerhitze", sagten die S.örche, den Scherz weitertreibend.Da gibt's gar nichts zu lachen, verstanden)"

Bor Schrecken schwor die arme Rachtigall Stein und Bein, daß es üjt" ga*- nicht entfalle, zu lachen: erging sich in tau,end Cnt.chu.dinungen und Komplimenten und machte sich sch.eüntgst davon. Die Störche, die vor Befriedigung dar­über, endlich wieder die F.ügel recken zu können, guter Dinge waren, lachten klappernd in sich hinein. Auer wenn sie geglaubt hatten, alle Leute zum Äarren halten zu können wie die arme Rachtigall, so täuschten sie sich. 3hr südlicher Flug um diese 3ahreszeit mußte auch den Men­schen ausfallen. Davon konnten sie sich bald überzeugen, als sie die schneebedeckten Gebirgs­ketten, in deren Schluchten noch die blauen Schatten lagen, und die flammenrot in der Sonne aufglühenden Dolomiten hinter sich hatten, als sie majestätisch über der schon grünenden, mit Dörfern und Höfen be'äien Hochebene hinzogen. Da geschah es, daß die Männer drunten, mit dem Hule die Augen beschattend, zum Himmel hinausstaunlen und die Frauen in Verwunderung ausbrachen und die Kinder mit offenem Munde dastanden. Die Störche glaubten zu verstehen, was man über sie sprach.

Sonderbar, höchst sonderbar!" Unglaublich!"

Das sind ja Störche!"

Ach was, Störche! Es können höchstens Wanderfalken sein!"

So große Wanderfalken? Schwäne sind's!" Geier! Adler!"

Kann gar nichts anderes fein."

Aber die Beine, das stimmt doch nicht! Schaut doch nur die Beine an!"

(Fortsetzung folgt)