Werber gefunden. Den Dierkampf der Turner gewann Hvhendahl (Eintracht, Dortmund) mit 104 Punkten vor Hübner (Eintracht, Dortmund) 101 P. und Dersdorf (Turngem., Lage) 96 P. Hohendahl lief u. a. die 100 Meter in 10,6 Del. und im Stabhochsprung zeigte er die schöne Leistung eines Sprunges von 3,30 Meter. Den Dreikampf der Aelteren (87 bis 80) gewann Aamphausen (Turngem., Herford), den Dreikampf der Aelteren (79 bis 75) Issel-' horst (Tunrv. Schwelm), in der Gruppe 74 und älter Bech ler (Turnv. Hemer). Den Dier- kampf der Turnerinnen sicherte sich Frl. Heppe (Eintracht, Dortmund).
Spannende SchwimmKämpse in Dresden.
Von ihrer erfolgreichen Auslandreise kehrte die Magdeburger Städtemannschaft zurück und startete noch einmal in Dresden, wo sie gegen die Besten der sächsischen Hauptstadt ihr Können entfaltete. Rademacher, der noch von der langen Bahnfahrt etwas ermüdet war, holte sich das lOO-Iard-Brustschwimmen in guter Form vor G ö t t s ch - Dresden, dem er eine Vorgabe von zwei Sekunden gegeben hatte. Die erzielte Zeit war 1:10; 2. Göttsch 1:12; 3. Ziegenfuß 1:14,3. In einer Beliebigstaffel über 6mal 2 Bahnen waren die Dresdener bei einer Vorgabe von 6 Sekunden erfolgreich. Die Magdeburger Mannschaft wurde durch Gerhard und Miesbach- Leipzig unterstützt. 1. Dresden 2:43,5; 2. Magdeburg 2:39,4. In einer Lagenstaffel über 4mal 4 Bahnen war die Magdeburger Mannschaft mit Rademacher, Bennecke, Frölich und Cordes trotz einer Vorgabe von einer Bahn nicht zu schlagen. 1. Magdeburg 4:27,2; 2. Dresden 5:49. Auch ein Wasserballspiel ging an die Magdeburger. Sie siegten mit 8:4 (4:2) gegen Poseidon- Leipzig, die allerdings auf ihre Hauptstütze Heinrich verzichten mußten, da dieser bereits zur Erholung in Italien weilt. Allgemeinen Beifall fanden auch die von dem deutschen Meister Wiesel gezeigten Kunst- fprünge. Die Rahmenkämpse brachten folgende Ergebnisse: Jugend bei. Staffel: 10 mal 2 Bahnen: 1. S. C. Poseidon Dresden 5:17; 2. Dresdener S. V. 5:35; 3. Neptun Dresden 5:36; 4. Sparta Dresden 5:39,2. lOmal 2 Bahnen Damenstaffel: 1. Poseidon 7:20; 2. Dresdener S. V. 7:24.2; 3. Neptun 7:42. 6mal 2 Bahnen Knaben bei.: 1. Dresdener S. V. 3:40; 2. Neptun 4:18. lOmal 2 Bahnen, Iugend- bruststaffel: 1. Poseidon 6:18; 2. Dresdener S. V. 6:25,2; 3. Neptun 6:41; 4. Sparta 6:42.
Preisverteilung für den internationalenFlugwettbewerb
München, 16. Sept. (WB.) Erster Preisträger im Höhenflug Karl Croneiß; im Stafettenflug Kappen st ein und Raab; im Geschwindigkeitsflug Karl Crone iß; im Orten- tierungsflug Miller; im Höhenflug für Jungflieger Sehdemann (2500 Mk. und Ehrenpreis). Im Angelflug wurde die Reihenfolge für die Preisträger ausaelost und dementsprechend die Preise verteilt. Erfüllt wurden die Bedingungen von den Fliegern Bismarck, Conta, Hochmut, Offermann, Polte und LI d e t. Im Ziellandungswettbewerb für Jungflieger wurde G o e t t e für feine beste Leistung mit 2500 Mk. belohnt. Das Kunstfliegen brachte jedem der plazierten Teilnehmer 1000 Mk. und einen Ehrenpreis.
Feldbergrennen im Taunus.
Frankfurt a. M., 16. Sept. (Wolff.) Die diesjährige Feldbergprüfungsfahrt des ,21. D. 21. C., Gau Hessen und Hessen-Äassau-Süd, findet am 4. Oktober statt. Drr Wettbewerb l ist ausgeschrieben für Motorräder und Kraftwagen und führt über die 8 Kilometer lange T Strecke von Oberursel bis Sandplacken.
Der gefesselte Strom.
Roman von Hermann Stegemann.
13. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Wilder Einspruch schlug eine Bresche in Ingolds Sätze, aber fortgerissen von seiner Idee, aufbrennend in hingebender Leidenschaft fuhr er fort, und aus seinen Worten stieg das Werk empor, das er plante; statt des wilden Lauffen eine dienstwillige Aaturgewalt, die Ströme von Energie auf kupfernen Drähten in die Weite sandte und Licht und Kraft auS der beweglichen Welle sog.
„Fräulein Ruch, für wen sind Sie? Ich, ich steh' zum Hanns!"
2taufj rief'6 der Knabe in ihr Ohr, denn oben tobte in Ingolds letzten Satz ungebrochen die Gegnerschaft und schrie chn nieder.
Schon kamen die ersten die Treppe herab und stauten sich unter der Tür.
Wilde Stimmen schrien auf der Gasse.
„Lind so einer ist ein Fischerssohn!"
„Dem Christian Ingold ist ein Kuckuck ins Rest gefallen!"
„In den Rhein mit dem Amerikaner!"
Ruth war herabgesprungen und verbarg sich im tiefsten Schatten. Da- Herz zerschlug ihr fast die Brust. Sie suchte den grauen Lockenkopf des Vaters in dem strudelnden Schwall, aber als sie das bartlose, kühne Gesicht HannS Ingolds im 2ta$men der Tür auftauchen sah, war's ihr, als hätte sie gefunden, was sie gesucht hatte, und ihre Augen saugten sich an ihm fest.
„Wenn sie dem Hanns was tun!“ keuchte der Knabe, sprang über das Brunnenbecken und stürzte zu seinem Bruder hin.
Roch schrien drohende Zurufe aus dem Haufe», ein Lachsfischer aus der LInterstadt schüttelte ihm die Faust inS Gesicht, da schnellte Hermann Ingold in einem Satz die Stufen hinaus und stellte sich breit vor den Bruder, der mit zuckenden Lippen, schweigend in den Aufruhr blickte.
Ruth sah das rotbraune Haar des Knaben wie Bronze aufflimmern im gelben Lompenschein, und plötzlich packte sie ein wildes, sinnloses Schluchzen, erbebte sie von überfliehenden Trä-
Sportumschau für Sonntag, 20. September.
Turnen und Leichtahlletik.
Es geht immer noch rege zu im Lager der Leichtathleten. Der kommende Sonntag bringt internationale Leichtathletik-Wettkämpfe in Saar, brücken, hier werden sich voraussichtlich beste deutsche und französische Leichtathleten im Wettkampf gegenüberstehen. Mehrere deutsche Meister werden starten, wahrscheinlich auch französische. Ob der Illinois Athletikclub auch in Saarbrücken starten wird, ist noch nicht endgültig bestimmt.
International sollen auch die Wettkämpfe in Goch werden, allerdings werden hier wohl die In- ternationalität einige holländische Leichtathleten ausmachen. In seiner Geburtsstadt wird auch H o u b e n laufen.
In München veranstaltet der S. V. Jahn seinen alljährlichen lOmal 1000-Meter-Staaffellauf.
In Berlin führt der Verband Brandenburgi. scher Athletikvereine das „Asseburg-Memorial" durch, zu dem der Meldeschluß Nennungen von 81 Mannschaften in den 17 Klassen ergeben hat. Im Rahmen dieser Veranstaltung wird auch die Hans- Braun-Gedenkstaffel über 50mal 300 Meter gelaufen, die Brandenburgische Meisterschaft im 50-Kilo> meter-Gehen gelangt am gleichen Tage zur Austragung.
Südostdeutschland bringt den Stoffellauf „Quer durch Breslau". Auch hier ist bei guter Beteiligung eine sportlich erfolgreiche Veranstaltung zu erwarten.
Die österreichische Zehnkampfmeisterfchaft in der Leichtathletik wird am 19. und 20. September in Graz ausgetragen.
Rasensport.
Im Fußball machen die Punktspiele den überwiegenden Teil der fußballsportlichen Veran- ftnltungen aus. Die Gastspiele sind von geringer Bedeutung, mit Ausnahme des Treffens Hamburger S V.—Tennis-Borussia in Berlin und vielleicht des Gastspiels des Berliner Meisters Hertha B. S. CI. am 19. in Düsseldorf (Revanche für Turu) und am 20. zur Einweihung des H a m b o r n e r Stadions gegen eine dortige Städteelf. Das Ausland bringt den (allerdings in Frage gestellten) Fuhball- Länderkampf Oesterreich— Ungarn in Budapest.
Im Handball ist es sehr ruhig, einige kleinere Freundschafts- und Städtespiele erschöpfen das Programm (Magdeburg—Aschersleben in Magdeburg).
Im Tennis sind fast alle deutschen Spieler von Ruf beim Herbflturnier des Rot-Weiß-Clubs in Berlin versammelt. Das Turnier nimmt planmäßig am Sonntag seinen Abschluß.
3m Golf gibt es Einheitsspiele in Hamburg und Viererspiele in Magdeburg, die Berliner Herbst- wettspiele finden am Sonntag ihren Abschluß.
Wassersport.
Bei den Ruderern geht es mit großen Schritten dem Ende zu. Hie und da noch eine kleinere lokale Veranstaltung. Der Rheinhafen-Einer im Rahmen der 3. Karlsruher Herbstregatta, das Dauerrudern auf dem Main bei Offenbach, der Frankfurter Rudervereine, zu dem 7 Vereine 17 Boote gemeldet haben, der Werner-Hübner-Ge- dächtnisachter, ausgeschrieben und allein gefahren vom Ersten Breslauer R. V. und schließlich eine Schülerregatta auf dem Schweriner See, in diesen spärlichen Veranstaltungen erschöpft sich die sonntägliche Tätigkeit unserer fRuberfportier. Der Ru- deroerdand Alte Donau hat zu seinem 7. Dauerrudern fast nur Wiener Vereine aufzuweisen. Außerdem interessiert der Start des Deutschen Einermeisters Hesselmann vom Hamburger R. C. auf der holländischen Meisterschaftsregatta in Amsterdam.
Lebhaft geht es dagegen bei den Seglern zu. Herbstwettfahrten auf dem Starnberger See, auf der Alster, auf dem Steinhuder Meer, Derbands-
nen, und alles um sich her vergessend, umklammerte sie die Säule des Brunnens und preßte die Wangen an den kalten Stein, von einem Weinkramps geschüttelt, in dem jahrelang gestocktes Empfinden und hinschmelzende Herbe sich entlud.
Als sie sich gefaßt hatte, war die Gasse leer. In der Ferne verhallten die Tritte. Sie tauchte die Hände in das kühle Wasser und liefe den Strahl darüber rinnen, strich sich die Stirn und ging nach Hause.
Zarte toeifee Dünste standen auf der Au, feierliches Rauschen erfüllte die Luft.
Hanns Ingolds Vorschlag war von der Bürgerschaft mit erdrückender Mehrheit abgelehnt worden.
3m grünen Garten von St. Joseph perlte der Morgentau. Lieber dem Tannenwald stand die Sonne mit hellem Schein.
„Darf ich aufftehen, Fräulein Ruth?“
„Der Liegestuhl wartet schon auf Sie“, erwiderte Ruth lächelnd.
„Muß ich wirklich den ganzen Tag auf dem dummen Stuhl liegen? Das hält ja kein Mensch aus! Da bleib' ich lieber im Bett."
Aber Lo tat nur so, sie freute sich ja unendlich, aus der Krankenzelle ins Freie zu kommen.
Ruth überliefe sie den geschickten Händen der Pflegerin. Eine Stunde darauf lag Lo auf der Terrasse, die Engelhardt auf der Rheinseite hatte erbauen lassen. Eine schmale Treppe führte von der Terrasse auf den alten Friedhof des Klosters hinab, der jetzt ein wilder Rosengarten war, in dem kein Grabscheit mehr klang. Rosen und Feuerlilien wuchsen darin in überschwenglicher Fülle.
Engelhardt hatte alle Gräber ebnen und nur eine schöne Platte bewahren und an der Mauer aufstellen lassen, das Reliefbild einer Gräfin Schreck von Rheinau, die gewünscht hatte, im Kloster begraben zu werden . Der kleine Winkel war nur von der Terrasse und durch eine offene Mauerlücke zugänglich, die auf eine Wiese blickte, aber drei Schuh hoch über dem Boden lag. Früher war hier der Mein dicht an da« Gehöft herangetreten, und die Klosterfrauen hat
wettfahrten um den Preis der Stadt Berlin und um den Jubiläumspreis des Berliner U. C. auf dem Müggelsee, Bundeswettfahrten Magdeburg- Schönebeck—Magdeburg, um die Meisterschaftsflagge und dem Iubiläumspreis der Dahme 7). C. auf dem Seddinsee, um den Ufapreis und die Meisterschaftsflagge auf dem Tegeler See uryi um den Staatspreis auf dem Müggelsee.
Schwerathletik.
Dom vorigen Sonntag auf diesen verschoben, ist der Entscheidungskampf um die Mannschaftsmeisterschaft im Ringen zwischen dem A. S. V. Kreuznach und der Sportvereinigung Berlin-Ost in Bad Kreuznach die bedeutsamste Veranstaltung in der Schwerathletik.
Flugsport.
Der Sachsen -Rundflug 19 25 wird von der Sachsengruppe des Deutschen Luftfahrtverbandes als reines Geschwindigkeitsrennen vom 19. bis 20. September auf der Strecke Chemnitz—Glauchau — Zwickau — Plauen — Leipzig — Döbel» — Großenhain — Bautzen — Zittau — Dresden — Chemnitz durchgeführt.
Motorsport.
Zum Grofeen Preis von St. Sebastian wird nun doch ein deutscher Wagen starten, nämlich ein von Sailer gesteuerter Mercedes. Sein Abschneiden unter 25 Wettbewerbern dürste von einigem Interesse fein.
In Deutschland gibt es zahlreiche größere und kleinere Cßeranftaltungcn. In Suddeutsch- tianb die Ruselbergfahrt zusammen mit idem Goldenen Bahernpokal 1925 des Gaues Südbayern des 21. D. 21. E., der eine Steilprüfung ohne Haltfahrt und eine Flachprüfung bei Mühldorf angeschlossen ist. Die Fränkische Zuverlässigkeitsfahrt der Ortsgruppe Nürnberg-Fürth des D. M. V. enthält mehrere Sonderprüfungen, eine Anlauf- Prüfung, Geschwindigkeits- und Dremsprüfung. Der Frankfurter Motorradclub veranstaltet zusammen mit dem Frankfurter 21. C. auf der Rad- rennbahn im Frankfurter Stadion ein Motorradrennen, innerhalb der (Beran- staltung werden Bahnretordversuche unternommen. Der Mittelrheinische 21. C. Köln veranstaltet in Bad Reuenahr ein Automobil- t u r n i e r. „Rund ums Mohrental“ führt die 100 - Kilometer - Zuverlässigkeitsfahrt des Gaues Thüringen des 21. D. A. C. Eine Zuverlässigkeitsfahrt durchs Erzgebirge und Vogtland mit eingesch<obenen Prüfungen veranstalteten die Zwickauer und die Planiher Motorradfahrer gemeinsam. Der Autosportclub Dresden veranstaltet am 20. September fein diesjähriges Dergrennen bei Hohenstein- Sächsische Schweiz. Der Mährisch-Schlesische 21. C. bringt das Ecc e-Homo- Bergrennen zum Austrag. Schliefelich sei noch die Polizei- fahrt des MecKenburgischen 21. C. erwähnt. — Das historische Automobilturnier in Spaa wird nunmehr, nachdem es mehrmals verschoben wurde, zum Austrag gebracht.
Radsport.
Der Sonntag bringt mehrere Bahnrennen, so in Leipzig, zu denen Grassin, Lewanow, Suter und Lejour, aufeerdem Snoek starten, in Dresden unter Teilnahme von Sawall, Dauer, Rosellen und Krupkat, in Hannover unter Beteiligung von Möller, Miquel, Weife, Wittig und Blekemolen. aufeerdem in Worms, Mainz und Magdeburg. 2luch in Stettin hat der D. d. R. Bahnrennen ausgeschrieben. Die bedeutendste Fernfahrt ist „Rund um Berlin" über 250 Kilometer mit rund 300 Nennung en. Daneben wird der Grofee Semperpreis des gleichnamigen Berliner Radrennclubs ausgetragen, außerdem veranstaltet her Gau 61 Bezirk Bonn des B. D. R. den Großen Eifelpreis. Rund durchs Münster- land führt über 202,5 Kilometer.
Sonderzüge zum Gustav-Ado!s- Fest in Gießen auf der Strecke Lich — Grünberg.
i. Die am Sonntag, 20. September, auf der Strecke Lich —Grünberg verkehrenden Züge haben folgenden Fahrplan:
Ab Lich 12.30 nachm., ab Rieder-Bessingen 12.49, ab Ober-Bessingen 12.56, ab Münster 1.02, ab Ettingshausen 1.08, ab Harbach 1.14, ab Queckbom 1.22, an Grünberg 1.33. Hier wird der Anschluß an den um 1.53 nach Gießen gehenden Extrazug der Reichsbahn erreicht.
Abends fährt der Rückzug um 9 Llhr aus ©rünberg, um die in Gießen kurz vor und kurz nach 8 Llhr abgehenden, in Grünberg 8.30 und 8.50 ankommenden Züge abzuwarten. Der Rückzug ist dann um 9.12 nachm. in Queckborn, 9.19 in Harbach. 9.24 in Ettingshausen, 9.29 in Münster, 9.34 in Ober-Dessingen, 9.40 in Rieder-Bessingen und 9.53 in L i ch.
Die landwirtschaftlichen Kredite in Hessen.
Der Vorstand des Hessischen Land- Bundes hat in seiner letzten Sitzung die nachstehende Entschließung zur Frage Kft Rückzahlung der landwirtschaftlichen Kredite gefaßt:
Der Landesvorstand des Hessischen Landbundes fordert bezüglich der Rückzahlung der Rotstandskredite für die Landwirtschaft, bafe der erste Termin für die Rückzahlung vom 1. Oktober auf den 1. Januar verlegt wird, da bei Aufrechterhaltung des 1. Oktobers als Rückzahlungstermin die landwirtschaftlichen Produkte im Liebermaß auf den Markt geworfen und dadurch eine weitere Liebersetzung des Marktes herbeigeführt würde. Wenn der Vorstand auch der Meinung ist, daß jeder Kreditnehmer, soweit er dazu in der Lage ist, seine Kredite baldmöglichst zurückzahlen soll, so muß doch festgehalten werden, daß es der hessischen Landwirtschast unter keinen Llmständen möglich sein wird, die Rotstandskredite aus den Erträgnissen eines Erntejahres abzudecken. Er fordert deshalb eine Verteilung der Rückzahlung auf mehrere Crntejahre, und zwar unter Beibehaltung des ermäßigten Zinsfufees von 6 bzw. 8 Proz. Ein rücksichtsloses Vorgehen der hessischen Regierung, wie es in dem Ausschreiben des Arbeits- und Wirtschaftsministeriums vom 27. August 1925 angekündigt wird, würde zum rettungslosen Zusammenbruch vieler Kreditnehmer und damit zu einer Erschütterung des Genossenschaftswesens und zur gewaltigen Schädigung der hessischen Steuereinnahmen führen.
Kirche und Schule.
sf. Friedberg, 17. Sept. In der Fest- Halle der Augustinerschule fand eine überaus zahlreich besuchte Versammlung des Kreis - lehrervereins statt, welche von Rektor Koch, Friedberg, eröffnet und geleitet wurde. Zu Beginn der Versammlung hielt Schulrat
' Sechs Gründe
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ten ihn hart an ihren Grabstätten rauschen hören. Als der Strom sich sein Bett unter dem Lauffen tiefer gegraben und den Lauf in heftigem Drang mehr nach Süden gelenkt hatte, verlor die Wasserpforte jede Bedeutung. Der Kies grünte, das Kloster verödete, und der Friedhof wurde zum CÄofenunger.
Engelhardt hatte ihn selbst bei dem Bau der Terrasse unberührt gelassen und nur die Treppe angelegt, um auf ihr und durch die Pforte rasch an den Strom zu gelangen, ohne das weitläufige Gebäude unb den Wirtschaftshof durchschreiten zu müssen.
Lo Manderfeld langweilte sich. Die Sonne schien ihr auf das leichte Kleid und funkelte auf den entblößten Armen. Eigentlich ein Lln- sinn, die Kranke spielen zu müssen! Sie war doch gar nicht krank. Die Pflegerin hatte ihr erzählt, daß jetzt vierzehn Kurgäste da wären, aber kein einziger mußte zu Bett oder auf dem Stuhl liegen. Liebertrainiert und unterernährt, so ein Mumpitz! Strümpfe stricken und Fett ansetzen, das war wirklich alles, was ihr noch fehlte! Sie betrachtete ihre Arme. Dis an die Ellbogen war sie braun getönt und elastisch wie Stacheldraht. Wenn sie die Hand bog, schnellten unter der Haut Sehnen und Muskeln empor, die am rechten Arm stärker waren als am linken. Das kam vom Tennis. Der linke Arm war erst kräftiger geworden, seit sie auch Golf spielte. Der Hausarzt hatte von Linealen gesprochen. Damals war Lo wütend gewesen, aber heute muhte sie lachen, indem sie über die dünnen Arme wegschielte, auf denen die Sonne rosig glühte. Dann streifte sie die halblangen Aermel zurück. Schneeweiß glänzten die Oberarme.
„Ach Gott, wie mager“, entfuhr es ihr. Früher hatte sie nie darauf geachtet, jetzt in der Sonne, auf der Terrasse, von der der Dlick in die geräumige Landschaft mit Dergen und 2tuen und dem schön geschwungenen Stromlauf ging, erschienen sie ihr wie zwei weiße perlmutterfarbene Spargelstengel.
Mißmutig verschränkte sie sie unter dem Kopf und blinzelte durch die halbgeschlossenen Lider in den silberblauen Himmel.
Aus einmal hörte sie den Rhein rauschen. Als hätte er sich erst in diesem Augenblick durch
die Felsenenge in die Tiefe Dahn gebrochen, so plötzlich klang er in die Stille. Sie öffnete die Augen, richtete sich auf und schaute hinüber. Eine Weile nur gefesselt von dem Anblick des schäumenden Wassers, aus dem silberne Dünste stiegen, dann von dem grünfunkelnden Strom gelockt, der sich wirbelnd durch die stille Aue schwang. Run war schon der Wunsch wach, ihn in der Rähe zu sehen, und jetzt das Verlangen, es zu tun.
Lo kämpfte, legte sich ergeben wieder auf den langen Stuhl, blinzelte in den Himmel, reckte die dünnen Arme, warf den Zops erst rechts, dann links, saß plötzlich aufrecht, zögerte noch einmal und stand nach kurzem Zaudern mit einem Ruck auf den Füßen.
Sie kam sich wie ein Dieb vor, als sie leise zur Treppe ging. Sie wollte — ja, was wollte sie — eine Rose wollte sie sich holen. Ihre gelben Schuhe liefen schon die Stufen hinab. Unter den Rosen war es kühl, denn der Friedhof lag im Schatten.
Lo hielt die Gräfin Schreck von Rheinau für ein Muttergottesbild und blieb eine kleine Weile respektvoll vor ihr stehen. Dann schielte sie durch die Mauerlücke. Gelb und blau leuchtete die Wiese, aus dem silbergrauen Weidengebüsch glänzte der Rhein. Ein Spaziergang von fünf Minuten. Lind der konnte ihr nur gut tun. Doktor CngeHardt hatte ihr ausdrücklich gesagt, sie müsse im Laufe des Vormittags zweimal je eine Viertelstunde auf der Terrasse auf und ab gehen. Das hatte sie bis jetzt versäumt.
Sie blieb einen Augenblick in der Türöffnung stehen, und dann sprang sie hinab, übet die bröckelnde Stufe hinweg, die in feen blühenden Taubnesseln fast verschwand.
Hurtig lief sie über die Wiese dem Rhein zu. Weiden und Erlen nahmen sie ‘in ihre Schatten, dicht vor ihren Füßen gurgelte der Strom. Vom Lauffen her donnerte die Regen- flut, bernsteinfarbener Schaum schillerte im funkelnden Grün.
Plötzlich stieß Lo einen Schrei aus. Dann sagte sie ärgerlich:
„Junge, wie hast du mich erschreckt! Was machst du denn da?"
(Fortsetzung folgt.)
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