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Ortssatzung ausarbeiten soll. Weiter wurde der Bürgermeister beauftragt, um Verschiebung des Wahltermins beim Kreisamt einzukommen, da die bis zum jetzigen Wahltermin (14. Juni) vorhandene Zeit nicht mehr ausreicht. Damit dürfte die Bürger­meisterwahl von Büdingen in das Licht der Deffent» lichkeit gestellt worden sein. Es folgte ein Antrag auf Beschotterung des Weges nach dem W i lb e n ft e i n , der ebenfalls angenommen wurde. Der Bürgermeister wurde ermächtigt, eine der frühe­ren Glasfabrik gehörende Fabrikspritze für die Kanalreinigung in der Stadt anzukaufen. Beschlossen wurde noch, den Büdinger Geschäfts­leuten, die für die Stadt arbeiten, für Anschaf­fung des Materials einen Vorschuß in Höhe von 60 bis 80 Proz. des Gesamtkostenbetrages zu ge­währen. Mit der Gewährung kleinerer Beträge an Vereine und W o h l s a h r t s o r g a n i s a t i o- n e n wurde die Sitzung geschlossen. Nachdem der Kreisauslchuß des Kreises Büdingen bereits vor einiger Zeit die Anträge der Gemeinden E ch - zell und Gettenau auf Aenderung der Zuchtnchtung (Anschaffung eines Niederungs­bullen) abgelehnt hatte, wurde auch in der gestrigen öffentlichen Verhandlungen ein diesbezüglicher An­trag der Gemeinde Altenstadt abgelehnt. DerLandwirtschaftskammerausfchuß sowohl, als auch das Kreisveterinäramt Büdingen hatten sich gegen die Anschaffung ausgesprochen mit der Begründung, daß sich das schwarzbunte Vieh bei uns mangels vor­handener Weidegelegenheit nicht halten könne. In 58 von 76 Gemeinden des Kreises finden in diesem Jahr Bürgermei st erwählen statt. Sämtliche Wahlen finden im Monat Juni statt und verteilen sich auf die Sonntage vom 7.-28. Juni. Die Nachforschungen nach dem spurlos verschwundenen Knaben aus Rohrbach sind bis jetzt ergebnislos verlaufen. In dem Kreisamtsneubau wird z. Z. mit allen Kräften an der oorzugsweisen Fertigstellung der Wohnung des Kreisdirektors ge­arbeitet. Die Schreinerarbeiten wurden vor einigen Tagen vergeben sie sollen binnen 38 Tagen vollendet sein. Bis zum 1. August hofft man, die Wohnung bezugsfertig zu haben. Die schon lange geplante Autolinie im Südosten des Kreises ist nunmehr im Betrieb. Sie liegt in den Händen des Preioatunternehmers N i e d e n t h a l aus Eckarts- Haufen. Den Verkehr vermitteln zwei Autobusse, die dreimal täglich von der Station A l t e n st a d t über Rommelhausen Himbach Eckarts- Hausen Langenbergheim Mar­köbel nach Hanau a. M. fahren. Weiter unterhält der Unternehmer H. Schön aus Büdingen einen Pendelverkehr mit einem Autobus von Stamm- h e i m nach dem Bahnhof Altenstadt. Beide Linien erfreuen sich eines guten Zuspruchs.

Nidda, 16. Mai. Wenn an anderer Stelle zu lesen ist, daß ein B e 11 l e r in Frank­furt a. M. in zwei Tagen 184 Mark ver­dient haben will, so begreift man leicht, warum so viele sich heute des Bettelns befleißi­gen. Mögen auch in unseren Dörfern die Gaben weniger reich fließen, so müssen doch die Tages­einnahmen den Tagesverdienst eines Arbeiters weit übersteigen, weil man im allgemeinen sich daran gewöhnt hat, als kleinste Münze das Fünf­pfennigstück anzusehen. Bettel-, Hausiere r- und Musikantenunwesen wachsen fast zu einer Landplage aus, und es wäre sehr zu wünschen, könnte sich unsere Regierung zu ener­gischen und durchgreifenden Abwehrmaßnahmen entschließen, die für die Sommerzeit, wo gewöhn­lich in den Bauernhäusern niemand zu Hause ist, erst recht am Platz« wären. Das Himmels- bachsche Sägewerk dahier mit seinemReben- tperf in Eichelsdvrf, die noch im Vorjahre wegen Mangel an Aufträgen zur Entlassung von Arbeitern und zeitweiligem Stillstand veranlaßt waren, haben jetzt nicht nur ihre Arbeiterzahl er­gänzt, sondern stark vermehrt, um die vorliegen- aen Aufträge rechtzeitig ausführen zu können. Die beidep Werke beschäftigen sich eben in der Hauptsache mit dem Schneiden und Impräg­nieren von Holzpflaster und Eisenbahn- sichtpellen.

Bad Salzhausen, 16. Mai. Das schöne Maiwetter lockt immer mehr Badegäste herbei, und man rechnet allgemein in diesem Jahre mit einem guten Besuch. Am Himmel­fahrt t.a g findet Militärkonzert statt, ausgeführt von dem Musikkorps des 15. Inf- Regts. aus Gießen.

)( 11 f e n b o r n , 16. Mai. Unser Dörfchen wurde in der vergangenen Rächt durch Feuer­alarm aufgeschreckt. Um 12 Uhr etwa brach in der Hofreite des Landwirts Ragelschmidt Feuer aus, dem die Scheune und ein kleines Stück des Daches des Wohnhauses zum Opfer sielen. Dank des Eingreifens der Feuerwehr und der Lage des Brandherdes konnte ein Weiter- greifen des Feuers verhütet werden. Der be­trächtliche Schaden soll durch Versicherung gedeckt sein. Ueber die Ursache des Brandes tst noch nichts bekannt. Der Viehbestand wurde rechtzeitig in Sicherheit gebracht.

Kreis Wetzlar.

d. Wetzlar, 16. Mai. Richt selten macht man die Beobachtung, daß der hiesige Kreis von Wanderschafherden durchzogen wird. Erhöht ist hierdurch die Gefahr der Einschlep­pung von Seuchen durch diese Herden. Eine von dem Landrat erlassene viehseuchenpolizeiltche An­ordnung legt den Führern von Wanderschaf- herden die Verpflichtung auf, die Herden min­destens alle vier Wochen einmal amts- tierärztlich untersuchen zu lassen und Feldhütern und Forstbeamten den Rachweis zu hierüber den Polizeibeamten, Rachtwächtern, führen. Zuwiderhandlungen ziehen Bestrafung auf Grund des Diehseuchengesetzes nach sich. Die Reufestsetzung der Polizei ft unde regelt eine vom Oberpräsidenten der Rheinproinz erlassene Polizeiverordnung, durch die diePolizei- stunde auf die Zeit von 11 Uhr abends bis 7 Ahr morgens festgesetzt ist. Die Ortspolizeibehörden sind berechtigt, im Falle eines tatsächlichen Be­dürfnisses allgemein oder für bestimmte Tage den Beginn der Polizeistunde auf 12 Ahr nachts festzusetzen. Die Bestimmungen über die Polizei­stunde finden auch Anwendung auf geschlossene Gesellschaften, Vereine, Klubs usw. in den zu einer Gast- oder Schankwirtschaft gehörigen, oder mit einer solchen in Verbindung stehenden Räu­men, auch in solchen, die im Eigentume geschlosse­ner GeseUschasten stehen, oder von ihnen er- mietet sind, soweit damit ein Gast- oder Schank­

wirtschaftsbetrieb verbunden ist. Das Derweilen der Gäste in den Wirtschaftsräumen über die Polizeistunde hinaus ist verboten und strafbar, ohne daß es einer besonderen Aufforderung zum Verlassen der Schankräume bedarf.

r. Wetzlar, 16. Mai. Anser engverzweigtes Straßennetz hat in der heutigen Zeit des großen Verkehrs schon manchen Kraftfahrer irre geführt, da die einzelnen Straßen nicht immer in einer Hauptrichtung verlaufen. Am innerhalb des Stadtbildes jedem des Weges unkundigen Fahrer den richtigen Weg zu zeigen, sind in diesen Tagen an allen Hauptverkehrs­punkten große gelbe Schilder mit schwarzen Pfeilen undden Richtungs­angaben angebracht worden. Wer z. D. von dem Duttermarkt her die enge Schwarz­adlergasse herunter kommt, kann sofort in großen schwarzen Buchstaben auf gelbem Grunde lesen: HerbornDillenburg, oder auf einem andern großen Schilde: GießenFrankfurt. Ein aufmerk­samer Fahrer braucht deshalb an keiner der vielen Straßenkreuzungen anzuhalten, um irgendeinen vorübergehenden Passanten nach der Richtung zu fragen, die dieser vielleicht selber nicht richtig anzugeben weiß. Durch die großen A m - Pflasterungen innerhalb der engeren Stadl ist die Fahrbarkeit der Straßen be­deutend erhöht worden, doch sind die ein­zelnen Bürgersteig« an manchen Stellen so schmal gebaut worden, daß bei dichtem Anfahren eines Wagens eine Gefahr für den Fußgänger nicht ganz ausgeschlossen erscheint. Die klare, übersicht­liche Strahenbezcichnung verdiente in manchen Städten Rachahmung.

r. Dutenhofen, 16. Mai. Wohl kaum ein Ort dieser Gröhe in der Amgegend' besitzt soviel Gesangvereine als der unserige. Am letzten Sonntag im August feiert der Gemischte Chor der Cristlichen Gemeinschaft sein 25jähriges Bestehen. Vergangenen Winter bildete jeder der beiden anderen Gesangvereine einen gemischten Chor. Richt allein die Männer-, auch die Frauenwelt will sich gesanglich betätigen, und das ist schön. Geordneter Gestrig hält die Geselligkeit in Zucht, ohne der Fröhlichkeit zu wehren, führt die verschiedenen Stände zusammen und bringt sie einander näher. Vielerorts sind deshalb gemischte Chöre neu- gegründet oder dem bereits bestehenden Männer- gesangverein angeschlossen worden. Gerade unse­ren Gesangvereinen ist die Pflege der unschätz­baren Werte unseres Volksliedes in die Hand gegeben. Die Volkslieder bedeuten einen Reich- Volk hat auf dem Gebiete des Volksgesanges tum des Volkes, ur?i wohl kaum ein anderes so viel Gutes und Reues geschaffen, als unser deutsches Volk. Das Volkslied ist das Volk selber und der in das Lied übergehende Inhalt des Volkslebens. Was das Volk mit regem Gemüts­anteil an Ereignissen erlebt, an Stimmungen durchlebt oder in sinniger Betrachtung sich zum Schatz seiner Seele zurücklegt, das ist der unver­siegbare Inhalt seines Liedes und seines Lebens. Die Volksstimmung ist der Grundgehalt des Volksliedes.

d. Aus demHüttenberg, 16. Mai. Die geringen Schlachtvieh preise veran­lassen vielfach die Landwirte, ihr Schlachtvieh, besonders Schweine, nicht an die Metzger ab­zusetzen, sondern selbst zu schlachten und das Fleisch durch Auswiegen an Ortseingesessene zu verkaufen, eine Erscheinung, die man schon immer beobachten konnte, wenn das Schlachtvieh nicht am Preise war. Die Frühjahrs­bestellungsarbeiten gehen ihrem Ende entgegen. Das Kartoffelsehen ist soweit beendet. Die Wintersaaten (Roggen und Weizen) stehen im allgemeinen gut; nur teilweise haben sie durch Herbstnässe und Schneckenfraß etwas gelitten. Die Sommerfrüchte (Hafer und Gerste) zeigen ein gutes Wachstum. Der schon weit vorgeschrittene Graswuchs verspricht eine gute Heuernte. Die Ob ft bäume stehen in voller Blüte.

Hessen-Nassau.

bl. Dillenburg, 16. Mai. Nachdem der 58. Kommunallandtag dem käuflichen Erwerb der Ueberlandzentrale Oberscheld zuge- gestimmt hat, ist diese mit Wirkung vom 1. Januar 1925 auf den Bezirksoerband übergegangen. Gesell­schafter ist zur Zeit nur der Hess.-Nass. Hütten- oerein mit 2i Proz. des Stammkapitals. Es schwe­ben Verhandlungen wegen einer evtl. Beteiligung des preußischen Staates resp. des D i l l- k r e i s es. Die Rentabilität des Unternehmens kann nach den vorliegenden Ergebnissen als durchaus ge­sichert gelten. Ein weiterer Ausbau des Leitungs­netzes sowie die Schaffung eines neuzeitlichen Schalt- und Transformatorenanlage soll die Leistungsfähig­keit des Unternehmens fördern.

Hessen-Nassau.

fpd. Frankfurt a. M., 17. Mai. In der katholischen St. Elisabethkirche im Stadt­teil Bockenheim geriet heute während des Rachmittagsgottesdienstes durch eine flackernde Kerze die Dekoration des Altars in Brand. Die Feuerwehr, die der Kirche gegen­über eine Wache unterhält, wurde sofort alar­miert, brauchte aber kaum noch in Tätigkeit zu treten, da die Flammen mittlerweile von be­herzten Männern erstickt waren. Auch die Kirchenbesucher bewahrten während der auf­regenden Minuten ihre völlige Ruhe. Der Verein der Detaillisten Frankfurts hat den Magistrat dringend ersucht, die von einer Zufallsmehrheit des StadtverordnetenkoÜegiums beschlossene Ambenennung von Straßen unter keinen Am ständen vorzuneh­men, da besonders die Geschäfte des Einzel­handels durch eine neue Bezeichnung der historisch gewordenen Straßennamen schwer geschädigt wär­en. Wie wir hören, wird auch der Magistrat dem Stadtverordnetenbeschlusse nicht beitreten. Samstag erschienen die e r st e n diesjähri­gen Kirschen auf dem Frankfurter Marck. Sie find jedoch nur als auserlesene Delikatesse anzusehen: denn das Pfund kostet im Kleinverkauf bloß" 2,80 Mk. Die noch nicht einmal sehr süßen Früchte stammen aus Italien und lassen auch das unseren heimischen Früchten eigene Aroma vermissen. Die ersten deutschen Kirschen aus der oberrheinischen Tiefebene und von der Bergstraße werden in knapp vierzehn Tagen er­wartet. Die deutsche Kirschenernte fällt nach den Mitteilungen der Fachleute Heuer gut, in einzel- nen Bezirken sogar reichlich aus. Die Strahen-

bahnverwaltung plant auf dem Bahnhof s- platze eine umfaffenbe Reugestaltung der Bahnlinien. da die augenblicklichen dem wachsenden Verkehr in keiner Weise mehr ge­nügen. Am diese Pläne durchführen zu können, sollen auch die Plätze vor den großen Hotels am Bahnhof mit in den Bereich der Erweiterun­gen gezogen werden. Die Straßenbahn nach dem Stadion ist fertiggestellt. An der Endstation befinden sich mächtige Schleifen unb lange Gleisanlagen, die Platz für mehr als vierzig Straßenbahnzüge bieten, also dem stärksten Andrang gewachsen sind. Am Einweihungstage (Himmelfahrt) fahren nicht weniger als zwölf Straßenbahnlinien in Abständen von einer halben Minute, um den zu erwartenden Rieserwerkehr bewältigen zu können.

Turnen, Sport und Spiel,

Vom Turngau Hessen (D. T>

Friedberg, 16. Mai. Die für morgen angefetzten Gau- So mmerspiele , die hier zum Austrag kommen sollen, sind im letzten Augen­blick noch auf den 2 4. M a i verlegt worden. Es werden dabei die Bezirksmeister aller Spielarten und Klassen zur Austragung der Gaumeisterfchaft antreten. Die Spiele versprechen sehr interessant zu werden, da sich die besten Mannschaften der Bezirke gegenüberstehen werden.

frankfurter frühjahrsflüqe.

Frankfurt a. M., 16. Mai. (WB.) Der erste Tag der Frankfurter Frühjahrs­flüge brachte bei anfänglich recht böigem Wetter mit Gewitterneigung, das erst gegen Abend auf» heiterte, gute, zum Teil staunenswerte sportliche Ergebnisse. Die Konkurrenzen wurden eingelellet durch die Taufe des Flugzeuges der beiden Frankfurter Vereine für Luftfahrt. Den Reigen der Flugdarbietungen eröffneten dann die Kun st f lüge von 5 Ma­schinen, die, sich gegenseitig überbietend, gute Leistungen boten. Daran schloß sich ein Ziel­landungswettbewerb sämtlicher anwesen­der Flugzeuge an, die aus 300 Meter Höhe einen Landungspfahl im Gleitflug zu erreichen hatten. Als Bester ging B u h in an n aus l). 532 in einer Entfernung von nur 7,60 Meter von dem Pfahl aus der Konkurrenz hervor. Es folgte dann ein Abtyurf Wettbewerb, den Raab auf D. 379 mit der geringsten Entfernung von nur 22,3 Meter von der Mittelpunktsmarke an sich brachte. Dann startete, stürmisch bejubelt und begrüßt, Frankfurts Sohn, Ad et, der Sieger in 62 Luftkämpfen auf seiner eleganten und wen­digen Maschine, die er in den unmöglichsten Stel­lungen zu meistern wußte. Looping auf Looping in geringster Entfernung vom Erdboden, schnei­digste Kehren und tolles Abgleitenlassen zeigten denFliegenden Menschen". Ein schönes Bild bot der sich anschließende Reigenflug der Dietrichflugzeuge, unter denen besonders das von Katzenstein gesteuerte in seiner ele­ganten Beweglichkeit auffiel. Den Clou des Tages bildete der nervenaufreizende Fallschirm­absprung, der später wiederholt wurde, des Münchener Lustakrobaten D u s ch n e r aus einem Iunkersslugzeug in etwa 600 Meter Höhe, der den kühnen Springer unter dem Beifall der Zuschauer glücklich auf die Erde zurückbrachte.

Kirche und Schule.

Die liturgische Konferenz in Hessen.

An drei Maientagen trat in Jugenheim mr der Bergstraße di« erste liturgisch« Konferenz zusammen, in der alle Fragen des gottesdienstlichen Lebens von verschiedenen Seiten beleuchtet wurden. Am ersten Tag sprach Uni» versitätsprofessor D. ®r. Frick-Gießen über das Wesen des ev. Gottesdienstes: er suchte die Fragen nach Sinn, Stoff und Form des ev. Gottesdienstes zu beantworten. Am zweiten Tag behandelte Pfarrer Lic. Gengnagel - Fried­berg das ThemaPredigt und Kultus"; er betonte die Rotwendigkeit, daß das Denken von den Begriffen erlöst und der Zusammenhang zwischen Erkenntnis und Wirllichkeit wieder ge­wonnen werd«. Am Rachmittag zeigte Pfarrer Lic. Allwohn-Kirtorf in längerem Vor­trag, warum der Gottesdienst ein Kunstwerk fein muß, und welcher Stoff hierfür zur Verfügung steht. Der dritte Tag brachte zuerst ein Referat von Stiftspfarrer Schorlernmer-Lich über diehochkirchliche" Bewegung, ihren Sinn und ihre Bedeutung, und dann einen Vortrag von Pfarrer Georgi- Ermenrod über die von der Dorfkirchenbewegung gemachten Versuche der Ge­staltung ländlicher Feiern und Feste. Auf alle Vorträge folgten gründliche Aussprachen. Die Morgenandachten fanden in der Kirche statt. Am Abend des ersten Tages bot Pfarrer Lic. Stumps-Eschenrod zusammen mit zwei Solokräften und dem Kirchenchor eine kirchen- musikalische Feier. Das praftische Ergebnis dieser Konferenz, die einen ersten Versuch zur Zu­sammenfassung der verschiedenen liturgischen In­teressen in Hessen au gemeinsamer Aussprache darstellt, ist die Bildung einerliturgischen Ar­beitsgemeinschaft in Hessen" unter dem Vorsitz von Professor D. Dr. Frick.

ri' Münzen berg. 15. Mai. Eine Kon­ferenz der evangelischen Geistlichen des Dekanats Hungen, die hier stattsand, wurde von Stiftsdechant Lenz (Lich) mit einer Andacht eröffnet. An Stelle des durch Versetzung nach Bleichenbach aus dem Dekanat ausscheiden­den Pfarrers Freitag (Holzheim) wurde Pfarrer Döring (Muschenheim) zum Shnodal- Dertreter für innere Mission gewählt. Im Mittel­punkt der Konferenz stand ein reichhaltiger und gehaltvoller Vortrag von Pfarrer Graf (Garn- bach) über den Psalter, der eine rege Aus­sprache veranlaßte. Außerdem wurden amtliche Fragen besprochen.

Kleine Straffammer Gießen.

* Gießen, 15. Mai. Ein Schneidergeselle aus Alsfeld war vom Amtsgericht Alsfeld wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt zu einer Geldstrafe von 40 Mk. erurteilt worden. Der dem Urteil zugrunde liegende Tatbestand war folgen­der: Der Angeklagte versuchte mit zwei Kame­raden in der Rächt vom 25. auf 26. Oktober v. I.

mit bereits benutzten Eintrittskarten zu einer Feistlichkeit des Bundes jüdischer Frontkämpfer Eintritt zu erlangen. Der Schutzmann P., der von der Bürgermeisterei mit der Kontrolle der Billett­steuer für kiefeti Abend beauftragt worden war, forderte den Angeklagten auf, hinauszugehen, da die Karten ungültig seien, und druckte ihn, als er dieser Aufforderung, der eine kurze Aus­einandersetzung vorausging, nicht nachkam, mit Gewalt zur Türe hinaus. Hierbei leistete der Angeklagte Widerstand, indem er sich mit den Händen an der Türe festhielt. Die Kammer war der Auffassung, daß der Polizeibeamte sich nicht in rechtmäßiger Ausübung seines Amtes befunden habe, als et den Angeklagten mit Gewalt ent­fernte, und sprach ihn deshalb frei.

Heber eine zweite Sache, die für die Der- kehrsverhältnisse in Gießen von Wichtigkeit ist, berichten wir im lokalen Teil.

Frankfurter Theater.

Der Glückspilz" im Neuen Theater.

Einundzwanzig Millionen Dollar als Erb­schaft, erst fingiert, dann glückhafte Wahrheit, dazu eine Braut, die gleichzeitig gute Pkrtie ist, wem das alles widerfährt, der ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Glückspilz. Das Haus dröhnte und tränte nur so vor Lachen, kein Wunder, wenn man sieht, mit welch unnachahm­licher Komik sich Wallburg auf den Brettern bewegt, die in diesem Falle eine Welt harmloser Fröhlichkeit und gefälligen Humors bedeuten. Der Glückspilz selbst war A. Schömhals, eine tüchtige Kraft der Frankfurter Westendbühne, aber hier von Wallburg überschattet, der heute unstreitig zu Deutschlands besten Komikern gehört. Bemerkenswert an dieser Aufführung war das Fluidum der Lustigkeit, das sie ausstrahlte, und für das Regisseur Rob. Robert die beste Leitung schuf. Der Autor desGlückspilz" ist eine bekannte Persönlichkeit der deutschen Theater­welt Gustav Ricke11, der Präsident der Duhnengenossenschast, bei dieser Premiöre selbst ein G lückspilz, allerdings auch ein guter Routinier. L. W.

Rundfunk-Programm

des frankfurter Senders.

(Aus derRadio-Umschau".)

Montag, 18. Mai:

4.20 ilfcr: Rachrichtendienst. 4.30 bis 6 ilfjr: Rachmittagskonzert des Hausorchesters: Ope­retten. 6 ^Ihr: Wirtschaftsmeldungen. 6 bis 6.30 Uftr: Die Lesestunde (Die Rovelle):Das Mäd­chen mit den Goldaugen" von H. Balzac. 6.30 bis 7 4!hr: Die Bücherstunde. 7 41hr: Wirtschaftsmel­dungen. 7 bis 7.30 Uhr: Uebertragung von Kassel: Stunde der Stadt Kassel. Dortrag von Bruno Jacob, Vollswirt (R. d. V.):Ein Gang durch Kassels Wirtschaftsgeschichte". 7.30 bis 8 Llhr: Funkhochschule. Vortrag von Dr. F. ßubbeefe: Die Frankfurter Altstadt (II. Ihre Wieder­geburt)". 8 bis 8.30 Tlhr: Englischer älnterricht. 8.30 bis 9.30 Ubr: ilebertragung von Kassel: Humor in alten und neuen Weisen. Konzert des Kahseschen Mädchenchors. 9.30 Tlhr: Rachrichten­dienst, Wettermeldung, Sportbericht. 10 bis 11 Uhr: Uebertragung von Kassel: Mililär- Musik.

Dienstag, 19. Mai:

12 ilbr: Rachrichtendienst. 3 und 4 Ähr: Wirftchaftsmeldungen. 4.20 ilhr: Rachrichten­dienfl. 4.30 bis 6 iUjr: Rachmittagskonzert des Hausorchesters: Rationaltänze. 6 ilhr: Wirt- schaftsmeldungen. 6 bis 6.30 Ähr: Die Lesestunde (Meisterwerke der Weltliteratur): AusSoll und Haben", von Gustav Freytag (Fortsetzung). 6.30 bis 7 Uhr: Vortrag von Dr. Bappert:Fragen der neuen Berufseignungspshchologie". 7 ilpr: Wirtschaftsmeldungen. 7 bis 7.30 ilhr: Stunde des Südwestdeutschen Radio-Clubs: Vortrag von H. Pfeiffer:Das Prinzip des Superheterodhne- Empfängers". 7.30 bis 8.30 il^r: Funkhochschule. Prof. Dr. Dethe und Privatdozent Dr. Stein­bausen:Gespräche über Lebenserscheinungen II. 8 bis 8.30 ilbr:Photographische Plaudereien", ein Vortragszyklus von Prof. F. Schmidt von der Technischen Hochschule Karlsruhe. 1. Vortrag: Geschichtliches von der Photographie". 8.30 bis 9.30 Ubr: Russische und ukrainische Musik. 9.30 Uhr: Rachrichtendienst, Wettermeldung, Sport­bericht. 10 bis 11 Uhr: G. B. Shaw, Dialoge aus seinen Dramen.

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