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gleichmäßige Erhöhung der Grundgehälter sofort vorzunehmen. 2. als Gingangsgruppe der höheren Beamten der Gruppe 11 anzusehen, 3. den Auf­stieg in die nächsthöhere Gruppe (Ausrückungs­gruppe) bei allen Gruppen der höheren Beamten im gleichen BesoldungSdiensialter erfolgen zu lassen." Sr.

Die tatarischen Frauen.

Von unserem Dr. 8.-Berichterstatter.

Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.

21 n g o r a, Oktober 1925.

Bei den Talaren, ebenso wie bei allen anderen Völkern türkischer Nasse, waren bekanntlich in vor- islamischer Zeit die Polygamie, der Harem und die Verschleierung der ^rnu, vollständig unbekannte Begriffe. 'Auch später, nach der Annahme des Islams, sind diese Einflüsse arabischer Kultur und Sitte nur bei den südlichen türkischen Stämmen allmählich restlos cingedrungen. Aber die alten Chroniken be­richten, daß im Mittelalter, zur Zeit der Tataren- herrichast über Rußland, die Gattin des Chans bei feierlichen Empfängen stets neben ihrem Gemahl oiif dem Throne saß, wenn die russischen Fürsten mit ihren Tributzahlnngen und Geschenken erschienen, und vor den Stufen dieses Thrones mit der Stirn den Boden berührten. Später hat bei vielen reichen Tataren die Vielweiberei zwar all­mählich Eingang qeftinden, aber doch nur in be­schränktem Umfange, und ist seit einem halben Jahr­hundert völlig verschwunden.

So war die Stellung der tatarischen Frauen zu allen Zeiten besser als bei den kulturell höher stehen­den Semiten. Von alters her galt die Frau, nament­lich die verheiratete, den Tataren als ein Heiligtum, und die Unverletzlichkeit ihrer weiblichen Ehre daher als ein Sakrileg. Dieser 'Anschauung trug auch der große Organisator Dschingis Khan mit seiner Gesetz­gebung Rechnung, die schon den blassen Versuch einer Verletzung her weiblichen Ehre mit der Todes­strafe belegte, ein Menschenleben galt in jenen rauhen Zeiten ja nur sehr wenig. Die Keuschheit der Frauen und Mädchen, die hohe Sittlichkeit des ganzen Volkes, sind gewiß auf diese.-drakonische Ge­setzgebung zurückzuführen, die sich wohl bis in das 16. Jahrhundert erhalten konnte.

Sehen wir uns die Tatarin von heute zunächst äußerlich an, so finden wir, daß sie in ihrem physi­schen Habitus einen auffallenden Gegensatz zum männlichen Geschlecht bildet. Während die Männer einen sehr stämmigen, derben und starkknochigen Körperbau aufweisen, sind die Frauen, die sich nicht selten durch blendende Schönheit nuszeichnen, grazil gebaut, zierlich und anmutig. Entsprechend der Rassenmischung, die in dem Stamm , Mischere" be­sonders stark hervortritt, befinden sich bei den Frauen mitunter auch blondes Haar und blaue 'Augen, doch weit seltener als bei den Männern, da die Frauen den südlich-orientalischen Typus mehr bewahrt haben. In geistiger Beziehung sind die Tatarinnen aller Stände durchweg recht intelligent, doch bietet

die Tatarin der höheren Stände in der städtische. Bevölkerung insofern weniger Interesse, als sie auf Grund der russischen Bildung sich völlig der euro­päischen Zivilisation angeschlossen hat^und vielfach, gleich der reichen Europäerin, ihre Tage nur im Nichtstun verbringt.

Will man ein Volk wirklich kennen lernen, so muß man auf das Land, in die Dörfer gehen und den Bauern studieren denewigen Menschen" nach Spengler, welcher seine nationale Eigenart bewahrt hat. Hier zeichnen sich die Frau durch große Tüchtigkeit, Fleiß und Betriebsamkeit aus. Schort zwölfjährige Mädchen verstehen es, bei allen Arbeiten in Haus und Hof zu helfen und greifen später, wenn sie erwachsen sind, auch bei den Umeh' genannten Hilfsarbeiten wacker zu, wenn sich nn bestimmten Tagen die jungen Leute verfmn-- mein, um schwachen Greisen und Witwen ihre Feld­arbeiten zrr verrichteir. Im Winter sind sie eifrig mit Handarbeiten, vor allem auch mit der Zubereitung von Filz beschäftigt.

'An gewissen,Kitsch Oturirmk" genannten 'Aben­den, die ganz derSpinnstube" in Süddeutschland entsprechen, versammeln sich die Mädchen in größe­rer Zahl in einem Hause zu solchen 'Arbeiten, die dann durch Musik, Gesang und Märchenerzählen gewürzt werben. Die jungen Burschen veranstalten dann dieKitsch Jürümek" genannten Umzüge auf der Straße, um den versammelten Schönen vor bem Fenster Ständchen zu bringen. Sie werden, im Gegensatz zu den Spinnsiubenabenden in Deutsch­land. jedoch nur bann auf kurze Zeit ins Haus ge­lassen, wenn sich dort ein oder mehrere Söhne befinden.

Wenn auch bei den Tataren der Sinn für Poesie weniger entwickelt ist, als bei den stammver­wandten, in der freien Natur umherschweifenden Kirgisen, diesen echten Steppensöhnen, so zeigen sie sich dort doch auch die ersteren, im Gegensatz zu dem nüchternen Europa, immer noch als echte Orien­talen. So haben die jungen Mädchen, neben ihren meist arabischen Vornamen, immer noch einen mehr ober weniger poetischen Beinamen, wieJldisim" (Mein Stern), ,,'Ajim" (Mein Mund),Dschitchegim" (Meine Blume),Gülüm" (Meine Rose) usw.

Die Trauungszeremonie und die .Hochzeitsfeier­lichkeiten sind im allgemeinen dieselben wie bei den osmanischen Türken, doch handelt es sich hier, wo die Verschleierung der Frau fehlt und der Verkehr der beiden Geschlechter ein sehr viel freierer ist, wohl meist um wirkliche Liebesheiraten. In der Ehe zeichnet sich die Tatarin, wie übrigens auch die Türkin, von einem starken Bildungstrieb erfüllt. Bemerkenswert erscheint dabei, daß sie neuerdings immer häufiger nach der Universilätsbildung in Deutschland strebt. So gibt es gegenwärtig auf deut­schen Hochschulen schon acht, meist Medizin studie­rende, junge Tatarinnen. Die Tatarin der niederen städtischen Bevölkerung ist insofern auch schon seit Jahrzehnten allen übrigen Orientalinnen voraus- geeilt, als sie sich an dem freien Verkehr mit der Männerwelt, in Fabriken beschäftigt, gewöhnt hat.

Turnen, Sport und Spiel.

D. f. B. Gießen unterliegt Germania Marburg 2:3.

t (Halbzeit 2:2.)

ö. Schnee und Regen gaben den Auftakt zu dem mit großer Spannung erwarteten gestrigen Meisterschaftstreffen auf dem Waldsportplatz. <5ine ganz ansehnliche Zuschauermenge hatte sich 'wotz des schlechten Wetters zu dein für beide * Parteien so entscheidenden Spiel eingefunden. «Mit Item Anpfiff des Schiedsrichters, eines * Herrn aus Kassel, entwickelte sich ein schnelles, - typisches Punktespiel. Abwechselnd kommen beide Tore in Gefahr, bis es den Gießenern gelingt, kurz hintereinander zwei Treffer in die Maschen zu schicken, verursacht durch falsches Stellungs- spiel des Marburger Hüters. Jetzt erst tauen die Marburger auf. Brenzliche Momente ent­stehen vor Gießens Heiligtum, aber die durchweg törperlich schwächeren Marburger können nicht zum Schuß kommen Einmal jedoch scheint der Erfolg sicher. Pech von der Innenkante des Torpostens springt der Ball in die Hände des Gießener Hüters, Der ihn ins Feld zurückbeför- dert. Die Heinen flinken Germanenstürmer schaff­ten endlich nach zähem Kampfe den Ausgleich. Rur allzuschnell ertönte das Signal zum Seiten­wechsel. Aach kurzer Pause begann der Kampf aufs neue. Diejenigen, die vor dem Spiel auf einen 4:0-, ja 6:0-Sieg für Gießen getippt hat­ten, wurden bald eines Besseren belehrt. Gießens Mannschaft wurde von Minute zu Minute auf­geregter. Das schlechte Spiel der drei Schluß­leute bringt auch bald den Germanen den dritten Treffer und damit Den Sieg. Roch über eine halbe Stunde bemühten sich beide Mannschaften, weitere Erfolge zu erringen, was jedoch keiner Partei gelang, obwohl Gelegenheit dazu zur Genüge da war. Gccmanias Stürmerreihe wird durch ihren vortrefflichen Mittelläufer immer wieder jum Angriff geschickt, während von der vielgepriesenen Kombination des B. f. D. fast nichts zu sehen war. Es hatte des öfteren so­gar den lebhaften Anschein, als sei die Mann­schaft auch untereinander uneinig. 3n der zwei­ten Hälfte wurde das Spiel zeitweise sehr scharf durchgeführt, so daß ein Gießener für seine mehrfachen unfairen Mätzchen strenge Berwar- nungen einfteden mußte. Germanias Sieg war verdient. Sie verstand es. gegen Schluß den einmal errungenen Erfolg gegen alle Anstürme in aufopferndem Spiel zu halten, ein besonderes Berdienst ihrer Schnelligkeit, denn sie war immer eine Sekunde früher am Ball als der B. f. D. Das Spielfeld glich ftellentoeife einem großen Sumpf. ES zeigte sich jetzt schon, daß viele Be- fürd)hingen erfahrener Sportsleute nicht zu An­recht waren: der Waldsportplatz wird nie im Winter das trockene, ideale Spielfeld abgeben, trotz guter und mehrfacher Drainage. Der Schiedsrichter leitete das Spiel in umsichtiger Weise. Man mutz seine Leistung als sehr gut bezeichnen, wenn auch einige Fanatiker anderer Ansicht waren. Glückt dem B. f. B. am kommen­den Sonntag im letzten Spiel ein Sieg über den D. C. Wetzlar, so dürfte damit, trotz der heutigen Niederlage, der Aufstteg in die Bezirks- ligaklasse sichergestellt fein; tfo jedoch Die Mann­schaft mit ihren gestern gezeigten Leistungen dort viel Lorbeeren ernten wird, soll dahin­gestellt bleiben.

Weitere Resultate:

Frankenberg (Liga)Sp.-Dg. 04 Gießen (Liga) 2:1. D. f. B. (2. Jugend) -Weilburg <2. Jugend) 1: 3, 1900 (2 Jugend)Wetzlar

05 (2. Jugend) für 1900 kampflos getoomien. Sp.-Vg. 04 Gießen (2. Jugend)D. f. R. Butz­bach (2. Jugend), Butzbach kampflos gewonnen. Sp.°Bg. 04 (1. Jugend)Wetzlar F. C. (1. Jgd.) 1:2. B. s. D. (1. Jgd.)Dillenburg (1. Jgd.) 4:4.

Dom

Arbeiter-Turn- und Sportbund.

Freie Turnerschasi Heuchelheim Freie Truner- 'chafk Frankfurk-Rordend I.

£ Zu einem Gesellschaftsspiel hatte die sich in ausgezeichneter Form befindliche Heuchelheimer 1. Mannschaft einen Kroßstadtoerein verpflichtet. Der Besuch der Veranstaltung war recht gut, das vorgeführte Spiel stand beiderseits auf hoher Stufe. Nach dem 'Anstoß Heuchelheims setzte sofort ein leb­haftes Spiel ein und nach einigem Tasten saß Frankfurt vor dem gegenerischen Tor und schoß mit Erfolg. Die Freude dauerte jedoch nicht lange, Heuchelheim schoß bald darauf das Äusgleichstor. In der 20. Minute sicherte der vorzügliche Heuchel­heimer Mittelstürmer seinem Verein die Führung, worauf Frankfurt merklich drückte, aber nur meh­rere erfolglose Ecken erzielte. Eine von rechts ge- ?ebene Flanke wollte der herausgelaufene Frank- urter Tormann abfangen, rutschte und verfehlte aber den Ball, den der ihn sichernde Verteidiger 3Utn Selbsttor verwandelte. 3:1 für Heuchelheim. Frankfurt wurde nun wieder gefährlicher, ein vom Heuchelheimer Tormann zurückgeschjagene Ball wurde im Nachschuß verwandelt und kurz vor Halb­zeit konnte das Resultat aus einem Eckball heraus von Frankfurt wieder gleichgestellt werden. Nach Halbzeit dasselbe flotte und lebhafte Spiel. Nach Verlauf einer Viertelstunde ging Heuchelheim aber­mals in Führung, während Frankfurt aus seinem überlegenen Spiel nur 2 erfolglose Ecken buchen konnte. Auch Heuchelheim erzwang jetzt seine erste Ecke. 25 Minuten nach .Halbzeit stellte der Frank­furter Mittelläufer das Gleichgewicht im Torverhält­nis wieder her. Nach einigen beiderseitigen vergeb­lich getretenen Ecken ging der Heuchelheimer Halb­rechte im Alleingang nach vorn, sendet ein, Heuchel­heim abermals die Führung gebend. Das Spiel wurde immer spannender, Frankfurt versuchte ouf- piholen, was aber die Heuchelheimer Hintermann­schaft verhinderte, eine Ecke war alles, was sie noch zuließ. Der Heuchelheimer Sturm brach durch, der Mittelstürmer gab den Batt uneigennützig nach halbrechts, dieser sandte zum 6 Tor ein, dainit seiner Mannichaft den Sieg sichernd. An dem Resultat wird bis zum Schluß nichts geändert. An dem 6:4-Sieg der Heuchelheimer hat deren hervorragen­der Mittelstürmer imb die Verteidigung einen be­sonders großen Anteil, die Mannschaft als Ganzes spielte aufopfernd, die Zusammenarbeit im Sturm war recht gut. Eine Lücke waren die Außenläufer, die schneller am Ball fein müssen. Die Frankfurter Mannschaft war die technisch oessere und verblüffte durch ihre außerordentliche Schnelligkeit, hierbei stach besonders der Linksaußen hervor. Das Ecken­verhältnis betrug 9:6 für Frankfurt.

Heuchelheim II.Frankfurl-Rordend II.

Vorher, im lebhaftesten Schneetreiben, spielten obige Mannschaften. Die Frankfurter, als die über­legenen, kamen bis zur Halbzeit ebensowenig wie ihre Gegner zum Erfolg. Nach Halbzeit war es mit Der Heuchelheimer Mannschaft, die allerdings mit Jugendlichen stark durchsetzt war, vorbei. Bis zum Schluß erhielte die körperlich überlegene Frankfurter Mannschaft 4 Tore und erzwingt 3 Ecken, denen die ermatteten Heuchelheitner nichts entgegenstetten tonnten.

Westdeutscher Fußball.

Hessen-Hannover

Borussia FuldaSport Kassel 0:0, Hessen KasselKasse! 03 1:3, SVg. GöttingenSV. Knftel 1:1, Marburg Gießen 1900 14:1.

Uebersicht vom Sonntag.

Am Sonntag wurden im Boxe n und Fechten Meisterschaftskämpfe zum Attstrag gebracht. Im Kampf um die deutsche

Mittelgewichlsmeisierschaft im Boxen, bic in K ö l n ansgetrageu wurde, schlug der Heraus­forderer, Hein D o m g o e r g c n- Köln, den Titel­halter Adolf Wiegert bereits in der dritten Runde k. o.

In den Kämfen um die Mannschaftsmeisterschaften des Deutschen Fechier- dundes

siegte der Fechtklub H e r m a n n i a Frankfurt a. M. im Degen überlegen und gewann Damit den Wanderpreis im Degenfechten. Der Fechtk 1 ub Offenbach wurde von dem Frankfurter mit 14:2 geschlagen. Im Säbelfechten unterlagen die Frank- furter dagegen schon im Snchkmnps für die End­runde gegen den Fechtklub Offenbach. Die Stampfe um die verschiedenen Meisterschaften (Degen, Säbel, Florett), die in Berlin ftattfinben, werden an den folgenden Tagen weitergeführt.

Bei dem D a m e n f ch w i m m f e st in Duis­burg verbesserte Anni R e h b a r u im 100-Meter Rückenschwimmen ihren eigenen Rekord von 1:30,8 auf 1:29,2 M'N., wodurch sie einen

neuen deutschen Rekord im 100-7Neter-Rücken- \ schwimmen

aufstellte.

Fußball.

Von Den Spielen der Mainbezirksliga ist besonders bic Niederlage Union Niederrod (5:0) gegen Fußballsportverein heroorzuheben, ferner das Spiel Kickers Offenbach gegen Helvetia Frank­furt (3:0) und Hanau 93 gegen Eintracht Frankfurt (3:1). Bei dem Spiel Germania 94 gegen Viktoria Aschaffenburg zeigten beide Parteien gleiches Kön­nen (1:1).

In B a i) c r n verlor Spvg. Fürth gegen Wacker München und Schwaben Augsburg gegen 1. F. C. Nürnberg mit 1:6, während Bayern München gegen V. f. R. Fürth mit 6:1 siegte.

Aus Württemberg-Baden find folgende Resultate zu erwähnen: Freiburger F. C. gegen Karlsruher F. V. 2:3, V. f. B. Stuttgart gegen S. C. Stuttgart 2:2, F. E. Birkenfeld gegen C. Pforz­heim 2:3.

Ans dem Rheiub e z i r 1 sind die Spiele Lud­wigshafen 03 gegen V. f. L. Neckarau (2:1), V. f. R. Mannheim gegen E. F. Pirmasens (4:1), T. S. V. Mannheim-Waldhof gegen Mannheim-Lindenhof 08 (5.3) und S. V. Darmstadt 98 gegen Phönix Lud­wigshafen (2:1) bemerkenswert.

Rugby.

In Dem Veröandsfpiel auf dem Niederwald brachte Eintracht dem V. f. R. Aschaffenburg mit 14:0 eine empfindliche Niederlage bei. Der Heidel­berger Ruderklub siegte in München gegen Bayern München mit 13:0, nachdem er am Vortage denselben Gegner mit 3:0 geschlagen hatte.

Hockey.

Das Spiel der beiden großen Hockeyvereine Sportklub Frankfurt 1880 und Heidelberger Hockey­klub, das an der Adickes-Allee in Frankfurt statt­fand, endete mit 4:2. Dem Frankfurter Turnverein 1860 wurde dagegen an den Sandhöfer Wiesen von der Heidelberger Turngemeinde eine Niederlage bei­gebracht. Das Spiel endete mit 5:2.

Berliner Fußballmeisterschaft.

do. Die Berliner Fußballspiele waren am Sonn­tag durch den starken Schneefall in ihrem Verlauf mehr oder weniger beeinträchtigt, die Resultate da­her zum Teil irregulär. Auf allen Plätzen waren die Bodenverhältnisse sehr schlecht, eine einwandfreie Durchführung der Spiele nicht immer möglich, maß man doch zum Teil eine «chneedecke von 10 bis 12 Zentimeter. Weißensee 1900 brachte es über­raschenderweise fertig, den B. S. V. 92 mit 6:0 zu schlagen. Der 4:1 Sieg des Spandauer Sportversins gegen Union S.C. C. in Witzleben entsprach den Erwartungen. Tennis-Borussia hat sich wieder ein­mal auf die alte Spielmeise besonnen und schlug Alemannia Haselhorst (auf deren Platz) mit 7:0. Wohl die größte Ueberraschung des Tages leistete sich Vorwärts, der sich vom 1. F. E. Neukölln mit 4:0 die Punkte nehmen ließ. Preußen gelang es, gegen Meteor mit 5:3 zu gewinnen. Norden-Nord- mest behauptete seine führende Stellung in Abtei­lung B durch einen 3:1-Sieg über den gar nicht zu verachtenden Spandauer Sportklub.

EineStatistikvomHermannslaus

oo. Die durch die Leitung der D. T. vorge­nommenen und jetzt abgeschlossenen Erhebungen über den Hermannslaul am 16. August haben ergeben, daß die gewaltige Zahl von 136 983 Läufern, Die von 6 260 Vereinen gestellt wurden, daran beteiligt gewesen sind. Die größte Zahl stellte der Kreis IX (Mi ttelrh ein) mit 15 414 Turnern und Turnerinnen. Richt viel weniger beteiligten sich im Kreis 111b (Branden­burg) nämlich 14 230. Kreis XIV (Freistaat Sachsen) stellte 13 253. Der Kreis Villa (West­falen und Lippe) 12 321 Läufer. AuS bem Deut­schen Turnkreis Böhmen beteiligten sich'88 Läufer von 9 Vereinen an dem Lauf. And doch be­sagen diese gewaltigen Zahlen noch lange nicht, welche Begeisterung, welche Tatkraft, welcher Opfermut in diesem größten Staffellauf aller Zeiten aufgebracht worden ist.

Handballmeisterschaft Berliner Turner.

vo. Die Meisterschaftsspiele Der Berliner Turner hatten auch an diesem Sonntag wieder sehr unter den mißlichen Bodenverhältnissen zu leiden, tarnen aber mit Ausnahme des Spiels 'Ak. Tv.Männer­turnverein Tegel, zu dem Tegel nicht antrat, sämtlich zum Austrag. T. S. V. Lichterfelde konnte gegen T. S. V. Nowawes 62 nur mit 2:1 (2:1) gewinnen. Mit dem gleichen Ergebnis blieb Tv. Gutmuts über Berliner Turngenossenschaft Sieger. T. S. V. Schöneberg schlug den T. S. V. Tempelhof 4:2 (2:1). V. f. L. Charlottenburg unterlag gegen Tv. Neuenhagen mit 2:3 (2:1). Die Begegnung FriesenSpandauB. T. 7. M. A. endete unentschie­den 2:2. Mw. Eberswalde bezog vom T. D. Dör­ner die nun schon gewohnte hohe Niederlage mit 2:7 (1:4).

In den Danicnjpielen gab es interessante Ergeb­nisse: Der deutsche Meister Berliner Turngenossen- schast büßte in einem vollkommen torlosen Treffen gegen Mw. Adlershos einen wichtigen Punkt ein.

Höher als erwartet, nämlich 3:2 (1:0), blieb der V..f. L. Eharlottenburg über D. T. V. Brühl sieg­reich.

SpOLlvvrschau

für Bußtag, 18. November.

Rasensport: Der Bußtag bringt im Fußball eine große Zahl von Freundschafts-, vornehmlich Städtespielen. II. a. ist zu erwähnen. Städtespielc: HannoverHarburg in Marburg; HildesheimHan­nover in Hildesheim: HamelnHannover in Hameln.

Städtespielc gibt es auch im Handball- spart, so KölnDüsseldorf in Köln, Duisburg Barmen in Barmen.

Der Hocke y spart bringt als wichngstes Er­eignis einen Reprascrttativtmnpf Westdeutschland Norddeutschland in Rheine i. W.

Ein Repräscntarivspiel zwischen Brandenburg Mitteldeutschland und Norddeutschland der R'i g b y- fpicler geht in Hannover vor sich.

Turnen und L e i ch r l t h 1 e t i i: Während im Lager der Leichtathleten im allgemeinen Ruhe herrscht, bringen die Turner am Bußtag ein großes Ereignis, den Shmfttnrnftäbtefampr BerlinHam­burgLeipzig ^n Berlin, der als ältester und gleich­zeitig größter Städkewettkampf bereite Mu zehnten- mal stattfindet.

D?e Krimftisger Wieder auf der Wafferkuyye

WS'N. Gersfeld (Rhön), 15. Növ. Die deut­schen Segelflieger, die in der Krim so erfolgreich ab- gefchnitten hatten, sind jetzt wieder mit ihren Flug­zeugen hier eingetroffen. Die Flugzeuge wurden nach der verschneiten Wasserkoppc gebracht. Soweit das Wetter es zu läßt, sollen auch während des Win­ters Schauflüge stattfinden.

Das internationale

Tennisturnier in Barcelona

brachte in den Schlußrunden den beteiligten Deut­schen mehrere Siege. Im Herreneinzelspiel unter­lag allerdings der Ungar v. Kehrling 7:5, 1:6, 2:6, 5:7 dem Spanier Flaquer, doch wurden alle übrigen Spiele von den Deutschen gewonnen. Von Kehrling- Kleinschroth schlugen Klopfer-Andres 7:5, 6:1, 6:3, Frau Friedleben gewann das Dameneinzelspiel 6:3, 6:2 gegen Fra» Pons und zusammen mit v. Kehr­ling das gemischte Doppelspiel 6:2, 3:1 gegen Frl. Toras-Jucmico.

Monte Carlo-Sternfahrt.

do. Der International ©portin^f Club von Mo­naco veranstaltet im Januar 1926 eine 'Automvbil- reixn woche, zu der auch Deutschland eingelagen wor­den ist der Ausschreibung liegt ein Auszug in deutscher Sprache bei!). Auftakt und Höhepunkt zu­gleich ist die Sternfahrt, Deren Ziel Monte Earlo ist. Hier müssen die Teilnehmer am 21. Januar 1926 zwischen 10 Uhr vormittags und 4 Uhr nachmittags eintreffen, die Zeit ihrer Abfahrt richtet sich nach eigenem Ermessen der Teilnehmer) nach de inOrt Der Abfahrt. Für Deutschland sind als Standorte Berlin, Frankfurt, München, Hamburg und Königsberg festgesetzt worden. Für die zu erreichende Durchschnittsgeschwindigkeit sind als Grenzen 35 Kilometer/Swnde (Maximum) und 20 Kilometer- Stunde (Minimum) bestimmt.

Der Sternfahrt schließen sich noch weitere Wett­bewerbe an, so eine Regelmäßigkeitsfahrt (am 22. Januar) auf der Rundstrecke Monte Carlo LaturbieMentoneMonte Carlo (83,5 Kilometer), ein Bergrennen (23. Januar) auf der Strecke Bcaii- soleilLawrbic und schließlich (24. Januar) eine Prüfungsfahrt für Automobile.

Die Elektrizität im Haushalt.

Eine Werbewoche in Gießen.

Gegenwärtig steht unsere Stabt im Zeichen Der Parole: D i e Elektrizität im Haus­halt. Das Städtische Elektrizitätswerk hat mit diesem Wort ein Kapitel aus Der Qekonomie des bürgerlichen Haushaltes angeschnitten, das in weiten Kreisen, insbesondere bei den Frauen, Interesse findet, das jedoch über den engen Rahmen der Küche und des Zimmers hinaus von weittragendster Bedeuwng ist. Ist doch den Haushalt mit der von ihm zusammengehaltenen und in ihm ernährten und gekleideten Familie die Arzellc des großen Gebildes, das wir Staat nennen. And wird doch, was hier im Kleinen ge­spart oder vergeudet wird, an Dem großen Kör­per in ungeahntem Ausmaß Deutlich empfunden« Große Teile des Volksvermögens können, is nach der Einstellung in f(einem Kreise, als ungeheure Summen, nützend oder schadend, in die rechten Bahnen zu produktiver Weiierverarbei- tung gelenkt oder, falsch geleitet, sinn- und nutz­los verschwendet werden. Schließlich aber, und darauf kommt es an, kann sinn- und zweckmäßige Ausnutzung der wirtschaftlichen Vorteile befruch­tend und fördernd aus Den wirtschaftlichen Güteraustausch einwirken.

Die Werbewoche wurde am Samstag ein«, geleitet Durch einen Vortrag des Leiters des Elektrizitätswerkes,

Direktor Siolte,

Der in kurzen Zügen Die Entwickelung Der Elek- trizitätswirtschatt im Haushalt und in Der Oeffentlichleit schilderte. Es lassen sich drei Stu­fen rückschauend überblicken: Zu Beginn waren die Elektrizitätswerke bestrebt, die Grenzen ihres Versorgungsgebietes zu erweitern, was durch den Anschluß neuer Ortschaften an das Reh des Werkes geschah. Später und auf dieser Ent- Wickelungsstufe stehl im Augenblick noch das Elektrizitätswerk Gießen galt es, den um­spannten Raum von innen her zu durchdringen und zu festigen, insbesondere durch die Gewin­nung neuer Kunden, unter Denen Die Groß­abnehmer, Fabriken und ausgedehnte öffentliche Betriebe die wichtigste Rolle spielten. Die dritte und letzte Phase der Werbungstätigkeit der Werke ist die Erschließmxo neuer Verwendungs­möglichkeiten des elektrischen Stroms als Licht und Kraft, um innerhalb des nun vollständig Durchdrungenen Verbreitungsgebietes Die einzel­nen KuuDen zu vermehrter, vielgestaltiger Ab­nahme Des zur Verfügung stehenden Stromes zu gewinnen. Diesem letzten Zwecke entsprechend stellt Die Industrie neue Apparate zur Ver­fügung, die durch den Installateur und die strom­erzeugenden Werte an die Menge Der Ver­braucher herangebracht werden müssen. Den Viel­settigen Verwendungsmöglichkeiten entsprechend sind verschiedene Tarife eingerichtet, bei deren Aufstellung der erzielte Ruhen des Verbrau­chers, die entsprechende Belastung des Werkes und die Rücksicht auf andere, mit der Elektrizität konturrierende Energieträger. Auch Gießen be­reitet im Augenblick einen neuen Tarif vor, der