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den verschiedenen Belastungsverhältnissen Rech­nung trägt.

3m weiteren Verlaufe des Croffnungsnach- Mittages sprach Frau Dr. V o i t o n über

»DaS Kochen mit Elektrizität"

wobei sie den Besuchern der Ausstellung gleich­zeitig praktische Vorführungen bot. Besonders bestechend bei der Verwendung von Elektrizität in der Küche ist die absolute GeruchSlosigleit der Heizquelle, die unbedingte Sauberkeit und die leichte Regulierbarkeit der Wärmeeinteilung. Bei keinem anderen Verfahren wird die Ruh- energie so streng zusammengehalten, wie gerade beim elektrischen. Reben dem Moment der Sauberkeit steht also durchaus gleichwertig das der Spariamieit: denn bei der Reueinrichtung einer Kücye ist das Anfangskapital der Grund an läge überall das gleiche. Schau-, Koch- und Kostproben demonstrierten das Gesagte, so daß die hauptsächlichsten der menschlichen fünf Sinne in freundlich-zweckmäßiger Weise angeregt wurden.

Einen weiteren tiorträg im Rahmen der Ver­anstaltung hielt Betriebs-Oberinspeklor Dreyer über

Die Sicherheit elektrischer Anlagen".

Bei der großen Verbreitung der Elektrizität in allen Teiles Haushaltes ist die Möglichkeit,von Um glückssällen verhältnismäßig leicht gegeben. Es gibt jedoch die verschiedensten Sicherheiten dagegen. Die beste ist zweifellos die eingehende Kenntnis des Stromes, seine Wirkungen und seiner Leitung. Da­bei steht fest, daß Unfälle durch den elektrischen Strom gegenüber anderen Unfällen einen sehr br trächtlich geringen Prozentsatz ausmachen. Auch dem Einzelabnehmer gegenüber ist von den Elektrizitäts­werken eine starke Sicherung gegeben, einmal durch Einstellung sorgfältig geschulten Personals, das die Anlagen besorgt und zum andern durch die zwischen Hauptleitung und Abnehmer zwischengeschalteten Sicherungen.

Ein wichtiges Kapitel, insbesondere für den Kaufmann und Gewerbetreibenden, der seine Ware in Räumen oder Fenstern zur Schau stellt, ist die Kenntnis von der richtigen

Auswahl der Beleuchtungskörper".

Hierüber referierte am gestrigen Montag Ver­waltungsinspektor I a e g g l e. Die elektrische Licht­quelle kann den Zweck einer guten Allgemeinbe­leuchtung oder einer besonderen Einzelbeleuchtung haben. Hier sind unendlich viele Möglichkeiten offen. Wohnräume, Versammlungsräume, Geschäfts­räume, Werkstätten sind untereinander und in sich so verschieden, daß man in jedem Falle einen geschul­ten Fachmann zu Rate ziehen sollte. Ist doch das Licht der wichtigste Stimmungsfaktor und außer­ordentlich bedeutsam für die Arbeitsleistung des Menschen. Richtige Beleuchtung erleichtert die Ar­beit und erhöht die Leistung um bedeutende Pro­zentsätze, eine Erfahnmg, die besonders große Wertbetriebe immer wieder zu machen Gelegenheit haben.

Für die überwiegende Mehrzahl der Besucher war das Thema

Die Elettrizität im haushalt'

von stärkstem Interesse.

Dipl.-Jng. Kuntzemüller zeigte, wie in allen Räumen der Wohnung die Elektrizität Verwendungsmöglichkeit hat. In der Küche das Kochen und die Bereitung von Warmwasser, im Wohn- und Speisezimmer die Kaffeee- maschine, Wärmplatte, Zigarrenanzünder, im Schlaf­zimmer die Heizkissen, Bettwärmer, Brennlcheren- heizer, im Badezimmer der elektrische Ofen und der Föhn. Bügeleisen, Staubsauger und Parkettbohner vervollständigen die Menge der Apparate, die sau­ber, billig und mit einem Minimum von Arbeits­aufwand ihre Funktion erfüllen.

Ein Werbefilm schließt die Abende ab. Die Vorträge werden im Laufe der Woche wiederholt, um weitesten Kreisen Gelegenheit zu geben, sich von den Vorteilen der Elektrizität im Haushalt zu überzeugen. e.

Oberhessen.

Das Gauturnfest 1926.

<£ Das 53. Gauturnfest des Turngaues Hessen ist bekanntlich dem Turnverein R i d d a übertragen worden, der bis dahin den Bau seiner Turnhalle vollendet haben will. Wir teilten vor kurzer Zeit mit, daß das Fest in den Tagen vom 3. bis 5. Juli stattfindcn solle. Es werden wahrschein­lich ober die -Lage vom 1 0. b i s 1 2. Juli gewählt, weil der erste Sonntag im Juli schon mit größeren Veranstaltungen, wie das Hohcrodskopffest des V. H.C., Gesangswettstreite in Schlitz u. a. Orten, Feuerwehrfest in Lich usw. belegt ist, die dem Besuch des Gauturnfestes sicherlich Abtrag tun würden. Nachdem sich Niddaer Turnerschast und Gau Hessen bereitgesunden haben, das Gauturnfest binauszu- schieben, trotzdem ihr anfänglicher Beschluß schon nach dem Gauturntag im Februar bekanntgegeben und seitdem in der Presse verschiedentlich wiederholt worden ist, sollten nun andere Berbände, die in Oberhessen größere Festlichkeiten für kommenden Sommer beabsichtigen, auch auf Nidda und die Tur­nerschaft Rücksicht nehmen, indem sie den zweiten I u l i s o n n t a g für das große Turnertresfen der oberhessischen Turnvereine frei lassen.

Lanvtreis Gieftcu.

X Klein-Linden, 16. Nov. Gestern abend sand in der hiesigen Kirche ein von Pfarrer Acker­mann geleiteter Lichtbilder-Dortrog statt, dem das 100jährige Jubiläum des eoang. Kirchen­gesangbuchs zugrunde lag. In etwa 50 Bildern wurde die Entwicklung dieses Buches, sowie die vielen Dichter der Kirchenlieder vorgeführt. Der Vortrag wurde durch von drei Konfirmandinnen ab­wechselnd gesprochene und gesungene Lieder, sowie gemeinsamen Gesang der Gemeinde mit Orgelbe­gleitung verschönert. Im Laufe des Winters sollen weitere Lichtbildervorträge statfinden. der Ertrag aus den Veranstaltungen ist für die hiesige Kirchen­kaffe bestimmt.

Bg. GroßenBuseck, 16. Nov. Um das Feuerlöschwesen zu verbessern, hat die hie­sige Gemeinde eine fahrbare, bis zu 12 Meter ausziehbare Leiter angeschafft.

3 Lollar, 16. Nov. Ein in allen Tellen har­monisch verlaufenes Konzert bot gestern nach­mittag die hiesigeSängervereinigung . Die oorgetragenen Männerchöre wurden sämtlich beifällig ausgenommen. Die Sänger mußten sich zu einigen Zugaben entschließen. Am besten gefielen wohlZieh mit" von Angerer undSpiellied^ von Winkelhake. Bereichert wurde das Programm von dem Solisten Fritz K n o k e - Marburg, der mit sei­nem sehr schönen Tenor und gut ausgewählten Sie­bern die Gunst der Zuhörer bald gewonnen hatte. Die Kapelle gefiel. Die Veranstaltung war sehr gut besucht und machte dem konzertgebenden Verein alle Ehre.

=r Saubringen, 16. Nov. In der hiesigen Gemarkung wurde eine F e l d t r e i b j a g d ab ge­halten, bei der von den Schützen 1 Reh, 8 Füchse und 12 Hasen zur Strecke gebracht wurden. Un­ser Frauenverein Halle zu einem Lulher­ab e n d in der alten Schule eingelaben, der gut be­sucht war. Dekan G u ß m a n n = Kirchberg zeigte an Hand von herrlichen Lichtbildern, zu denen er selbst die nötigen Erläuterungen gab, Luther in seiner Familie und damit diese als Vorbild einer echt christlichen Familie.

: Beuern, 16. Nov. Wie in früheren Jah­ren, so hatten auch in diesem Herbst wieder unsere Konfirmandenmädchen auf Anregung des hiesigen Geistlichen nack) dem Erntedankfest eine Samm­lung von Feldfrüchten vorgenommen. Am letzten Donnerstag wurde nun der erste Wagen mit Kartoffeln, Obst und Gemüse jeglicher Art als E r nie danksammlung der Gemeinde Beuern" dem Evangel. Schwestern haus in Gießen überbracht. Die wackeren Hel­ferinnen wurden im Evang. Schwesternhaus mit Kaffee bewirtet. Ein zweiter Wagen mit Feldsrüch- ten wird in den nächsten Tagen ebenfalls an das Eoang. Schwesternhaus überwiesen werden.

sk. Reiskirchen, 16. Nov. Bor 3 Wochen wurde die Hauptstraße unseres Dorfes neu eindedeckt und frisch gewalzt. Aller Autoverkehr aus östlicher Richtung nach Gießen geht durch un­fern Ort, und die Zahl der durchfahrenden Autos wird von Monat zu Monat größer. Infolge des überaus starken .Kraftwagenverkehrs weist die Straße bereits wieder große Löcher auf, und es wird nicht lange dauern, so werden die letzten Spuren der Neuherstellung verwischt sein. Wie mir hören, hat die Kreisoerwaltung vorgesehen, einen Teil der viel befahrenen Straßen Straßen pflastern zu lasten. Die Gemeinde würde es begrüßen, wenn auch unsere Ortsdurchfahrt, die sicherlich zu den am meisten befahrenen Straßen des Kreises zählt, recht bald gepflastert werden würde.

bf. Burkhardsfelden, 16. Nov. Arn Don­nerstag landete in unserer Gemarkung ein Bote aus unseren verlorenen Reichslanden in Gestalt eines Ballons von ungefähr 30 Zenti­metern Durchmesser. Der seltene Gast aus wi­derstandsfähigem Gummi hergestellt trägt die französischen Nationalfarben blauweißrot und fol­gende französische Inschrift:Union nationale des combattants feftion de Mulhouse 11. Nooembre 1025." Die angehängte, in französischer Sprache ge­schriebene Karte wurde von dem Finder leider als unleserlich zerrissen. Der Aufdruck aber erklärt schon deutlich genug, daß der französische Frontkämpfer­bund wieder einmal im befreitenElsaß" den Waf­fenstillstand vom 11. November 1918 gebührend ge­feiert hat. Einer der sicherlich in Massen losgelasse­nen Ballons erreichte nun in rascher Fahrt unser Dorf.

t Grünberg, 16. Nov. Die hiesige Fort­bildungsschule ist jetzt beruflich geglie­dert. Es sind eingerichtet eine landwirtschaftliche Abteilung für Grünberg, eine kaufmännische Abtei­lung und drei gewerbliche Abteilungen. Zu letzteren kommen etwa 90 Schüler von auswärts. Die zwei Mädchenabteilungen sind nach Jahrgängen geord­net. Die Lehrkräfte bestehen aus dem Fortbildungs­schullehrer und außerdem noch aus 7 Lehrkräften, die nebenamtlich wirken. Außer dem Unterricht in Grünberg sind dem hauptamtlichen Fortbildungs­schullehrer noch vier Nachbargemeinden (Lauter, Göbelnrod, Beltershain und Stangenrod) zugeteilt. Maßgebend für die Zuteilung dieser Orte mar, daß diese fast vollständige landwirtschaftliche Abteilun­gen haben und nahe bei Grünberg liegen. In Grün­berg, wo mehrere Sille vorhanden sind, findet der Unterricht vormittags, auf den Dörfern nachmittags einmal in der Woche statt.

bf. Langsdorf, 16. Nov. Zur Zeit wird hier eifrig an bet Aufstellung einer neuen Orgel gearbeitet, beren Bau durch den Kirchen­vorstand der bekannten Orgelbauanstalt von Niko­laus in Lich übertragen wurde. Wie verlautet, soll die Einweihung des neuen Werkes am 13. Dezem­ber stattfinden. Die alte, erst im Jahre 1872 von der gleichen Anstalt erbaute Orgel konnte schon über ein Jahr nicht mehr benutzt werden. Man behalf sich seither mit einem Harmonium, doch das war nur ein sehr mangelhafter Notbehelf, dem nunmehr in Kürze abgeholfen sein soll. Auch in diesem Jahre bezog der hiesige Obstbauverein eine größere Anzahl junger Obstbäume durch Vermittlung der Landwirtschaftskammer. So werden nach und nach noch die Schäden des harten Winters 1923/24 aus­gemerzt und auch manche Neuanlage geschaffen. Ueberall in der Gemarkung erblickt man die auf Veranlassung des Vereins angelegten Klebringe. Vergangene Woche ließ der Hess. Fürsorge- verein für Krüppel einen Aufruf an bie Schulkinder verteilen. Sie wurden aufgefor­dert, ein Scherslein zum Neubau der An- ft alt für verkrüppelte Kinder zu geben. Hoffentlich ist der Sammlung übertill in Anbetracht bet guten Sache Erfolg beschert. Sie ergab hier runb 27 Mk.

Kreis Friedberg.

** Gambach, 16. Nov. Am Mittwochabend sprach im Saale des Gastwirts Wilh. Weisel der durch seine Vorträge rühmlichst bekannte ehemalige Burenfommanbant Koos Iooste. Er erzählte von dem Aussehen, ber Bodenbeschaffenheit, vom Klima seines Heimatlandes, von der Fruchtbarkeit des Bodens, dem Anbau, der Beschäftigung seiner Bewohner usw. Besonders interessiert lauschten un­sere Landwirte, als er von ber Fruchtbarkeit unb Den Bobenerzeugnissen in seiner Heimat erzählte und sie mit den Wetterauer Verhältnissen verglich. Der Vortrag wurde mit lebhaftem Danke aufge­nommen. Der GesangvereinHarmonie" brachte einige paffende Lieder zu Gehör und trug dadaurch ganz erheblich zur guten Stimmung unb zum vorzüglichen Gelingen des Abenbs bei.

B. Robheim d. d. Höhe, 16. Nov. Seine diesjährige Winterarbeit leitete ber evangelisch- kirchliche Frauenverein mit einer außer- orbentlichen Mitgliederversammlung ein, die unter dem Vorsitz des Ortsgeistlichen stattfand. Sie Be­teiligung war sehr rege, lieber 130 Frauen waren erschienen. Als nächste größere Veranstaltung ist für den 2. Advent ein Famtlienabenb mit anschließender Verlosung in Aussicht genommen. Sie wöchentlichen Frauenabende finden künftig in dem neuen Vereins- lokal im Haufe ber hiesigen Kleinkinberschule statt.

Kreis Schritten.

Schotten, 16.Nov. Sell Menschengedenken brannten die Bewohner der von Wald umgebenen Dörfer des Vogelsbergs in Herd und Ofen aus­schließlich Holz. Mll einemmal erleben mir es, daß die Kohle anfängt, auch in diesen Oebirgs« b ö r f e r n ihren Einzug zu halten. Ausschlag- gebend ist dabei nicht der Mangel an Holz, sondern die Erkenntnis, daß der Kohlenbrand in heutiger Zeit sich wesenlli chbilliger stellt und den Vorzug hat, eine gl-ickmäßige Wärme zu verbreiten als das

rasch auffladernbc und bann wieder nachlassende Holzfeuer. Während in diesem Jahre die Holzpreise noch auf dem zwei- bis zweicinhalbfachcn Friedens­preise lagen, lassen sich Stein- unb Braunkohlen schon zu einem Preise erstehen, der den früheren kaum wesentlich übersteigt, so baß bie Verringerung ber Ausgaben für Hausbrand bie Umstellung recht fertigt. Das hiesige Amtsgericht sgesäng- n i s ist zur Zeit g e i ch l o s j e n, ba bas Amt des Gefängniswärters unbeietzt ist. Eingelieferte Häft­linge müssen beshalb bem Amtsgerichtsgefangnis zu Nibda überwiesen werden.

Kreis Alsfeld.

-er. Homberg a. d. O h m ,16. Nov. Gestern und vorgestern veranstaltete in den Räumen der hie­sigen Stabthalle derGeflügelzüchter-Ver­ein 19 2 1 für Homberg und Umgegend" eine große Ausstellung von Geflügel, Hasen unb Kaninchen, bie sehr reichlich nut wertvollen Tieren aller Art beschickt war. Der Preisrichter hatte biesmal keine leichte Arbeit. Mit der Ausstellung

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für die Samstagsnummer Können nur bis Freitag vormittags verbindlich angenommen werden. Zwecks wirksamer Satzausftattung erfolgen Bestellungen zweckmäßig bereits im Lause des Donnerstags

Bering Des Giekener Anzeigers

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war auch eine Verlosung verbunden, bei der lebende Gewinne, sowie auch allerlei nützliche Ge­brauchsgegenstände erworben werden konnten. Hof­fentlich hat der rührige Verein mit dieser Veranstal­tung auch einen guten finanziellen Erfolg zu ver­zeichnen.

Homberg a. d. Ohm, 16. Nov. Infolge ungenügenden Absatzes von Quarzitlteinen sah sich die Firma Scheidyauer & Giesing genötigt, den größten Teil ihrer Arbeiter zu entlas­sen. Bei der gestrigen Treibjagd konnten hier insgesamt 25 Hasen und 10 Feldhühner erlegt werden.

Maulbach, 16. Nov. Großes Pech hatte die hiesige Gemeinde mit der Verpachtung ihrer s ch a f w e i d e. Bei der Verpachtung im Frühjahr lagen zwei Angebote vor, und zwar ein solches von 1000 Mk. und ein solches von 1005 Mk. Letzterem, ein Schäfer aus nächster Nähe, wurde selbstverständlich der Zuschlag erteilt. Dabei wurde fcftgelegt, baß ein Teil ber Pachtsumme schon im Sommer bezahlt werben solle. Mit Rücksicht daraus, daß ber Pächter nicht in der Lage roar; dieser Ver­pflichtung nachzukommen, wurde ihm der Betrag ge­stundet. Als man jedoch in diesen Tagen an ihn herantrat mit der Aufforderung, die Angelegenheit in Ordnung zu bringen, mußte man eines Morgens bie recht unangenehme Entdeckung machen, daß ber Schäfer über Nacht mit seinen Schafena u s- geflogen" war. Ser zurückgelassene Pferch und die Schäferhütte wurden von der Gemeinde beschlag­nahmt. Ob bie Angelegenheit ohne ein gerichtliches Nachspiel erlebigt werden kann, ist ftaglich.

Preußen.

Buhlagsgedanken.

Von Dr. W. Saue r.

Gott legt uns eine Läst auf, aber er hilft uns auch."

Psalm 68,20.

Diele Menschen von heute wissen mit bem Buß­tag im allgemeinen nicht viel anzufangen. Bei dem mangelhaften Interesse für bie Religion, wie es kiber cm Kainszeichen unserer Zeit ist, unb bei ber Vorherrschaft ber Naturwissenschaften unb Technik auf ollen Lebensgebieten hat bas WortBusse" sogar für die meisten Menschen einen reaktionären, einen mittelalterlichen Klang, mit bem sie gar nichts zu tun haben wollen. In allem, was mit Buße zu­sammenhängt, erblicken sie eine Verneinung, eine Absage, einen Verzicht, unb das gerade erscheint ihnen unerforschlich: ihr Levensideal ist: Zum Leben Ja zu lagen, hmzuneymen, wie es sich gibt und aus- zukosten vis zur 'Neige! Daß solche Gedanken aber sehr oberflächlicher Art sind, oraucyt kaum gesagt zu werden. Denn ein Zeichen von Stärke und Herois­mus ist es ganz gewiss nicht, wenn man sich hem­mungslos feinen -trieben überlaßt. Was den Men­schen macht, was ihn als Ebeuvild und als Ge­schöpf Gottes auszeichnet, ist das, daß er über einen freien Willen oerjügi, daß er ein Verantwortungs­bewusstsein für au sein Tun unb Lassen in sich trägt, daß ihn bie Stimme feines Gewissens an eine Gemeinschaft mahnt, bie seine Seeie mit ber ewigen Gottheit besitzt. Um dieses Bewußtsein des Menschen von sich selbst als eines Gottesgeschöpfes, das ihn erhebt unb adelt, aber auch feine selbstver­schuldeten Unvollkommenheiten offenbart, fuhrt ihn mit Notwendigkeit zu dem Problem der Busse. Noch hat keine Errungenschaft ber Technik unb keine Na­turwissenschaft die Tatsache zu widerlegen vermocht, daß ber Mensch als em Wesen von be|onberer, als ein Wesen von höherer Art geschaffen ist. Wenn er auch, naturwissensa)afttich gesehen, am Enbe einer Entwicklungsreihe stehen mag, so ist er doch unter allem Lebendigen einzig uno allein in sich selbst entwicklungsfähig unb erfüllt mit einem Gottes­bewußtsein; im Tierreich ist kein Fortschritt zu beob­achten ;bie Tiere leben heute noch genau so wie vor Jahrtausenden. Der Mensch aber entwickelt sich fort­gesetzt, unb seines Strebens Ziel ist immerbar bie Selbsterhöhung. Was ihn in seinem Vorwärts- und Aufwärtswollen hemmt, in seinem Wiedervereint­werben mit Gott, aus bem er sich herstammen fühlt, ist, cheologisch gesprochen, bie Sünde! Im freien Willen wurzelt sein Menschentum, seine Erhöhung über bie Tiere,seine (Smiebrigung vor Gott: 'Nun aber hat er sich mit ber Sünde eingelassen, hat in ber freien Wahl seiner Entscheidung bem Nichtgött- lichen sich hingegeben unb fuhrt jeitbem einen ewigen Kampf mit Gut unb Böse. Er weiß sehr wohl: böse ist, was chn von Gott trennt, und gut ist, was ibn mit Gott verbindet. Und er weiß auch sehr wohl, daß es bei ihm selber steht, seinem Willen die Rich­tung zu geben, nach ber er fein Ziel zu suchen hat. Buße aber heißt nichts anderes als eine Sinnes­änderung in ber Weise vornehmen, daß der Wille, ber sich nach Böse wendet, mit Entschlossenheit her- umgeworfen wird unb im Guten sein Strebensziel sucht. Unter solchem Gesichtspunkt scheint es unsere Zeit wahrhafttg sehr nötig zu haben, Bußtag zu be­gehen! Denn gerabe bie erschreckenbe Religionslosig­

keit vieler Menschen von heute beweist nur zu beut» lich, baß alle diese irgendwie wandeln auf Wegen, die sie von Gott sorliühren. Religion ist Gemein­schaft mit Gott. Und dies'- Gemeinscbait kann nie­mand ablebnen, ber sein Men'chheitsdasein erfüllen will. Unsere Zeit der Lieblosigkeit und Gotttosigkeit gleicht einem neuen großen Sündenfall des Men- ichengeschlechls. Darum Hai uns gegenwärtig ber Bußtag unenblid) viel zu sagen. Er will bas Schuld­bewusstsein in den Menschen aufs neue wachrufen, ihr Vcranthortungsgefühl stärken und ihre Seelen heimsühren zu dem, aus dem sie sind zu Gott!

Um die Nachfolge Ehriers.

W5N. Höchst a. M., 11. Nov. Wie dasHöch­ster .Kreisblatt" erfährt, hat der Landrat des Kreises Höchst, Zimmermann, der als Nachfolger des zum Regierungspräsidenten von Nassau ernannten Polizeipräsidenten von Frankfurt Ehrler in Aus­sicht genommen war, die Uebernahme des Postens des Frankfitrter Polizeipräsidenten abgelehnt.

zircis Wetzlar.

WSN. Wetzlar, 15. Nov. Die Erzgrube in Breitenbach (Kreis Wetzlar) mußte wegen Mangels an Absatz ft i 11 g e (e g t wredeu.

Streik Bredcnkovf.

WSN. Biedenkopf, 15. Nov. Im hiesigen Rathaus sowie im Finanzamt ist in Der Nacht ein gebrochen worden. Den Dieben sind jedoch nur geringe Barmittel in die Hände gefallen, da das Geld vorher zur Bank gebracht worden war.

bl. Gladenbach, 16. Nov. In den letzten Jahren kann man eine stete Fortentwicklung der Ob st bäum zücht in ber hiesigen Gegend fest­stellen. War das Interesse in den früheren Jahren stark zurückgegangen, so lebt heute alles wieder rege auf. So sieht man allerorts junge, träftigeStämm- chen, die sich recht gut fortpflanzen. Aber auch den älteren Bäumen ließ man kräftige Hilfe angebciljen, inbe für entsprechenben Dung unb sorgfältige Be­schneidung Sorge getragen wurde. Das Interesse mag wohl auch auf die in ber letzten Zeit stark in Erscheinung getretenen Obstbauvereine zu- rückzuführen fein, bie Hurch ihre Versammlungen aufklärend und fördernd in jeder Hinsicht weiterhel fen. Zudem unterstützt derKreis bie Bestrebungen burch finanzielle Hilgfe.

T Walbgirmes, 16. Nov. Der hiesige Schützenverein f ü r Klein kalider veran­staltete an den letzten drei Sonntagen ein Preis- schießen, bas gestern esinen Abschluß fanb. Die Beteiligung, auch von auswärts, war rege. Im gan­zen kamen sieben Preise, wertvolle Haushaltungs­gegenstände, zur Verteilung. Es erzielten auf der 10-Ring-Scheide bei 50 Meter Entfernung mit je 6 Schuß: der Techniker Ernst Schrupp von hier 52, ber Anstreicher Wilhelm Schmidt von hier 52, Betriebsführer Becker- Dorlar 50, Buchhalter Aug. Schmidt- Waldgirmes 48, Fritz Lotz- Dor­lar 45, Fritz Reinhard- Niedergirmes 44 und Hederich- Niedergirmes 42 Ringe.

Dillkrets.

WSN. Dillenburg, 16. Nov. In dem bc nachbarten Dorfe Offenbach wurde durch einen Zufall auf dem Boden einer in Reparatur befind lichen Kirche eine f a ft verweste Kindes­leiche aufgefunden. Die Leiche soll bereits monate­lang in ber Kirche verborgen gewesen sein. Eine Untersuchung ist eingeleitet.

bL Herborn, 16. Nov. Eine begrüßenswerte Einrichtung hat die hiesige Stadtverwaltting getroffen. Der Autoverkehr von und nach Gießen geht jetzt nur durch Nebenstraßen. Lediglich die nach bem Westerwald fahrenden und von dort kommenden Autos können die Hauptstraße passieren. Die Volkshochschule unseres Städtchens ist wieder hervorgetreten. Im Laufe des Winters werden eine Reihe von wissenschaftlichen Vorträgen gehalten werden, zu denen man aner­kannte Persönlichkeiten verpflichtet hat. Allgemein begrüßt man die Errichtung, die weitesten Kreisen Gelegenheit zum Besuch gibt. Das vorjährige Hochwasser richtete in unserer Stadt, vornehm­lich an Privateigentum, recht beträcht­lichen Schaden an. Dank der Bemühungen der Stadtverwaltung hat ber Staat zu den Jnstanb- setzungskosten von 2400 Mk. ben größten Teil mit 1600 Mk. übernommen. 800 Mk. wirb die Stadt im Wege eines Darlehens aufbringen.

Tanzabend Irmgard Schütte

im (Goethe-Bund (ließet».

Der Goethebund hatte am Sonntagabend zur Einweihung seiner neuen Bühne im Kaufmänni­schen Vereinshaus eingelaben. Innerhalb seines Kreises hatte er sich Fräulein Irmgard Schütte aus Bremen als Tänzerin verpflichtet.

Man muß dem Goethebund Anerkennung zollen, baß er auch über ben Rahmen regelmäßiger, ge­selliger Abende hinaus sich in bie Bezirke der Kunst wagt. Dieser Abend war ein Beweis guten Willens. Daß feine Wirkung durch die technifch unb künst­lerisch noch unfertige Tänzerin beeinträchtigt wurde, kann bem Goethebund nicht als Schuld ausgelegt werden. cs.

Schöffengericht Gießen.

0 Gießen, 16. Rov. Wegen Sittlichkeits- Verbrechens an seinem eigenen Kinde in fünf Fällen würde der Gärtner Karl Gottfried F. aus Lich zu 3 Sauren 3 Monaten Zuchthaus und 5 Jahren Shrverlust verurteilt. Die Ver­handlung fand hinter verschlossenen Türen statt.

Dem Verwalter Johann V. aus Essen war zur Last gelegt, im Sept. 1. 3. in Gießen 2 Fahrräder gestohlen zu haben. Da er hartnäckig leugnet, beschließt das Gericht Ver­tagung der Verhandlung zwecks weiterer 2luf- flärung.

Briefkasten der Redaktion.

3.6. in O. Es empfiehlt sich, daß Sie Ihre Frage dem zuständigen Vormundschafts­gericht vortragen, das Ihren nach Maßgabe der Rachlahafien und etmH. Anhörung des Finanz­amtes näheren Bescheid zukommen lassen wirb.

Rundfunk-Programm

des frankfurter Tenders.

(Aus derRadio-Umschau''.)

Mittwoch, 18. November:

8.309.30 Uhr: Morgenfeier, veranstaltet vom Wanburgoerein. 4.306 Uhr: Nachmittagskonzert des Haus-Orchesters: Händel. 67 Uhr: Die Stunde ber Jugend. 77.30 Uhr: Stunde des Südwest- deutschen Radiokluds: Herr E. Becker:Die physi­kalischen Vorgänge in der Elektronenröhre". 7.30 Uhr: Übertragung aus bem großen Saal des Saal« baus Requiem von Verdi.