Ausgabe 
17.10.1925
 
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Vevbe'estigung von Straßen.

Für die Neubefestigung der Fahrbahn in der Westanlage von der Bahnhofstraße bis zur Ecke Frankfurter Straße wird ein Kredit von 25 000 Mk. zur Verfügung ge­stellt.

Bei der Besprechung dieser Vorlage wird angeregt, unmittelbar nach der Fertigstellung des Schulanbaues in der Westanlage diesen Straßen- teil von der Bahnhofstraße bis zur Bahnunter­führung neu zu pflastern, und zwar mit geräusch­losem Pflaster.

Zur Neubefestigung der Rodhei - mer Straße wird beschlossen: Die Drüstungs- steine auf der Lahnbrücke werden beseitigt und zur Abgrenzung der Böschungen an der Drücken- rampe verwend^. Die Fahrbahn der Rodheirner Straße wird von 6,75 Meter auf 7,50 Meter verbreitert. Für die Bürgersteige wird eine Breite von je 2,75 Meter verbleiben, was für den in Frage kommenden Personenverkehr als genügend erachtet werden kann. Der zur Neubefestigung der Rodheirner Straße bereits zur Verfügung gestellte Kredit von 55 000 Mk. wird um die voraussichtlich entstehenden McHrkosten von ca. 5000 Mk. erweitert.

Neue Polizelverordnungen.

Die Ortspolizeiverordnung über die Aus­führung von Holzeinfriedigungen erhält folgenden Nachtrag: Zu § 1 wird, angefügt:Die Gesamthöhe der Einfriedigungen kann bis auf 1,20 Meter ermäßigt werden, falls die Breite der betreffenden Straße und die Hohe der an derselben errichteten Gebäude dies als ange­messen erscheinen lassen." Der Absatz 3 des 91 > wird wie folgt neugefaßt:An Stelle der festen Metallgitter können auch sauber gehobelte und mit gefälligem Anstrich versehene Holzgeländer auf Massivsockel, Heckenpflanzungen oder der­gleichen zugelassen werden, wenn dieselben mit den Dauformen des betreffenden Gebäudes und mit dem Straßenbild in Einklang gebracht wer­den."

Eine Polizeiverordnung bringt Bestimmungen über die Errichtung von Autogaragen, die im wesentlichen auf dem Gebiete der Feuer­sicherheit liegen.

Durch eine Polizeiverordnung über den Dau von Hochantennen zum Rundfunkempfang soll der Stadt die Möglichkeit gegeben werden, hier zu überwachen und evtl, einzugreifen.

Kleine Vorlagen.

Zu den Betriebskosten der Provinzial- pflegeanftalt wird ein jährlicher Zuschuß von 1000 Mk. bewilligt.

Die Beschaffung von 100 Wasser­messern von der Firma Siemens u. Halske in Siemensstadt bei Berlin im Gesamtbeträge von 3355 Mk. wird genehmigt.

Der freihändigen Lieferung der elektri­schen Rangier-Lokomobile durch die Firma Siemens & Schuckert G. m. b.H. Frankfurt a. M zum Betrage von 17 000 Mk. wird nach­träglich zugestimmt.

Die Lieferung von etwa 400 Kubikmeter Kies zu einem Preise von 11 Mk. für den Kubikmeter frei Becwendungsstelle wird der Firma Konrad Rübsamen, Gießen übertragen.

Die Herstellung der Kabelgräben wird der Firma H. Weimer zu deren Angebotspreis von 8630 Mk. zugesprochen.

Die fre'händige Vergebung der Lieferung von etwa 2800 Meter Kupferdraht von 50 Quadratmillimeter zum Preise von insgesamt 2066 Mk. durch das Elektrizitätswerk an das Heddernhrimer Kupferwerk wird genehmigt.

Der Erwerb der von der Gießener Turnerschaft auf dem Tri^ errichteten Tri­büne wird abgelehnt.

Zu den bevorstehenden Wahlen wird beschlossen: Die vorgesehene Stadtwahlkommission -uni> Abstimmungskommissionen werden gemäß 'Art. 12 und 13 des Wahlgesetzes in Vorschlag gebracht. Ferner wird die zur Wahl vorgesehene Bestimmung und Abgrenzung der Abstimmungs­bezirke gemäß Artikel 11 des Wahlgesetzes gut» geheißen.

Zahlreiche Baugesuche werden antrags­gemäß erledigt. Hervorzuheben ist hier, daß der Alkgemeine Verein für Armen- und Krankenpflege beabsichtigt, auf dem Grund­stück Iohannesstrahe 7 einen größeren Dau zu errichten.

Ferner wird über einige Gesuche um Wirtschaftsbetrieb befürwortend be­schlossen.

Für das Gießener Handwerk und Gewerbe.

Bei der Vergebung von Arbeiten und Lie­ferungen führt der Vorsitzende der Fraktion der Deutschen Volkspartei Beschwerde darü­ber, daß städtische Aufträge in freihändiger Ver­gebung nach auswärts vergeben tourten, obwohl einheimische Handwerksmeister imb Gewerbetrei­bende die Arbeiten ebenso gut und preiswert hätten erledigen können . Der Redner mißbilligt dieses Verfahren und fordert, daß f r e r h ä n - dige Vergebungen unterbleiben und die einschlägigen Firmen der Stadt zu Preisangeboten aufgefordert werden, unter denen dann der Lieferant auszu- wählen sei. Es müsse in weitgehendem Matze auf die wirtschaftliche Förderung des einheimischen Handwerks und Ge­werbes Bedacht genommen werden. Den For­derungen des Redners wird vom Hause lebhaft zugestimmt.

Spielplan der Frankfurter Theater.

Opernhaus. Sonntag, 18. Oktober: Die Meistersinger von Nürnberg. Montag, 19.: In­termezzo. Dienstag, 20.: Figaros Hoheit. Mitt­woch, 21.: Die Iüdin. Donnerstag, 22.: Der Rosenkavalier. Freitag, 23.: Der Waffenschmied. Samstag, 24.: Eavalleria rusticana; hierauf: Der Vajazzo. Sonntag, 25.: Eine Nacht in Venedig. Sonntag, 18. Oktober: Wie es euch gefällt. Montag, 19.: Ernst (Dunburh). Dienstag, 20.: Gin Volksfeind. Mittwoch, 21.: Kabale und Liebe. Donnerstag, 22.: Die drei Zwillinge. Freitag, 23.. Ein Volksfeind. Samstag, 24.: Kabale imb Liebe. Sonntag, 25.: Wie es euch gefällt.

Oberhessen.

Bei Butzbach aus dem D-gug gestürzt.

gb. Butzbach, 16. Oft. Aus dem v-Zug Nr. 7 6, der heute vormittag die hiesige Sta­tion mit ca. 1 Stunde Verspätung passierte, stürzte auf der Strecke zwischen hier und Ost­heim ein Reisender, der überfahren wurde. Der obere Körperteil des Ueberfahre- nen lag auf der rechten Seite des Bahndammes, während der untere Teil im Gleise lag. Wie aus den Papieren des Verunglückten festgestellt wurde, handelt es sich um den Kaufmann Fritz Tackenberg, in Firma Storch u. Tackenberg, aus Bad-Nauheim. Wie festgestellt ist, war der Verunglückte am gestrigen Tage mit dem Auto nach Marburg gefahren, hatte das Auto zurückgesandt und den O-Zug heute morgen zur Rückfahrt benutzt. Der Führer des v-Zuges hat von dem Unfall nichts gemerkt, erst der Führer des nachfolgenden beschleunigten Per­sonenzuges Nr. 768 stellte das Unglück fest. Die Uhr des Reisenden ist um 9.26 Uhr stehen geblieben, sonach steht fest, daß um diese Zeit der Unfall geschehen ist, da der O-Zug 9.25 die hiesige Station durchfuhr.

Lanskrcrs Gjcs;err.

: Beuern, 16. Oft Gegenwärtig wird unser Friedhofsweg in Ordnung gebracht. Es wird damit einem dringenden Bedürfnis ab­geholfen, denn nachdem vor einigen Jahren ein neuer Strang der Wasserleitung durch den Fried- hofsweg gelegt worden, war dieser Weg bei anhaltendem Regenwetter kaum passierbar. Na­mentlich wurde dieser Uebelstand, der nun in einigen Tagen behoben sein wird, bei Beerdi­gungen empfunden.

t Grünberg. 16. Oft. Die Pächter der hiesigen Jagden klagen übereinstimmend, daß die diesjährige Hasenjagd ganz bedeutend hinter den Vorjähren zurück bleibe. Das mag wohl zum Teil an den Witterungsverhält­nissen gelogen haben, die dem ersten Wurf und vielleicht auch dem zweiten nicht günstig war. Wenig günstig ist auch der Stand der R e h - j a g d. Cs will nicht viel heißen, daß ein paar Böcke in den umfangreichen, früher recht er­giebigen Jagden geschossen worden sind.

Kreis Alsfeld.

m. Mücke, 15. Oft. Heute wurde die neue Postautolinie MückeFe ld- krücken, die die Orte Ilsdorf, Sellnrod, Groß- Eichen, Höckersdorf, Bobenhausen II und Kölzen­hain berührt, eröffnet. Die feierliche Einwei­hung fand bei Gastwirt Weifenbach dahier statt, vor dessen Wirtschaft das prächtige, mit Kränzen und Blumen geschmück.e Auto hielt. Verschiedene Ehrengäste, darunter Oberpostrat Wittich, Darmstadt, Postbeamte und Vertreter der be­teiligten Gemeinden nahmen an der Eröffnungs­fahrt teil. In den Ansprachen kam die hohe Be­deutung der Postautolinien und besonders der er­öffneten, zum Ausdruck, auch Worte des Dankes wurden denen gezollt, die sich für die neue Linie eingefeht hatten. Musikvorträge der Kapelle Faust, Feldkrücken, tragen sehr zur Verschöne­rung ter Feier tet Es wäre nun sehr zu wün­schen, daß diese neue Autolinie auch dem Ver­kehr erhalten bliebe, zumal sie im Sommer gar manche Ausflügler, die hier aussteigen und Höhenluft genießen wollen, aber eine weite Fuß­wanderung scheuen, ganz in die Nähe unserer herrlichen Berge Taufstein und Hoherodskopf trägt Mit dem heutigen Tag wurde gleichzeitig die Fahrpost Bobenhause nM ü de des Herrn Döring, Bobenhausen, eingestellt, und 0 bildete die Eröffnungsfeier gleichzeitig eine Abschieds- und Dankesfeier für diese.

-er. Homberg a. d. 0hm, 16. Oft. Am Mittwoch, 21. Oft., findet dahier der von jeher gern besuchte Kalte Markt zugleich mit dem Schweinemarkt statt. Für Lustbarkeiten aller Art ist bestens gesorgt. In der Stadthalle und im Frankfurter Hof finden Tanzbelustigungen statt, auch werden eine Berg- und Talbahn, sowie Schießbuden u. dgl. vertreten sein. Der Marktplatz wird das gewohnte Bild vieler Stände ter einheimischen und besonders der aus­wärtigen Kaufleute zeigen. Ein Besuch des Kalten Marktes dürste sich sehr empfehlen.

Kreis Büdingen.

I! Büdingen, 16. Oft. Der Gemeinde- r a t befaßte sich in seiner letzten Sitzung mit der Verwendung ter freigetoordenen Wohnung des nach Offenbach versetzten Kreisdirek.ors Wer­ner. Einmal war bisher beabsichtigt, das ganze Gebaute des alten Kreisamts für Bureau- zwecke zu verwenden, es sollte das Finanzamt und das Dermessungsamt darin unter- lebracht werden. Dann sprach man davon, daß >ie Bürgermeisterei und die Stadt- fasse hineinverlegt werden sollten. Weiter war angeregt worden, in das dann freiwerdende R a t- -aus das Museum des Geschichts­vereins zu verlegen. Das Museum ist zur Zeit im neuen Schulhaus untergebracht, maß aber dort seinen Platz räumen, da die Zimmer für Schulsäle benötigt werten. Für die Instcmd- ehung des gotischen Gebälks im alten Schlachthaus wurde ein Betrag von 150 Mk. bewilligt. Das Hochbauamt Büdingen wurde be­auftragt, die notwendigen Reparaturen baldigst vorzunehmen. Die Abrechnung des W 0 l f - gang-Ern st- Gymnasiums für 1924 hatte eine Ueberzahlung gezeitigt. Hieraus ergab sich die Leistung eines Mehrbeitrages durch die Stadt, welcher auf die Stadtkasse übernommen wurde. Das Ufer des Seemenbaches, te3 bei ter Volksbank (Brunostraße) sehr aus­gewaschen ist, soll durch Faschinenflechttoerk be­festigt werden. Die bei der früheren Glas­fabrik stehenden drei Arbeiterhäuser wur­den der Stadt zum Kauf angeboten, da für das Fabrikgebäude verschiedene Interessenten vor­handen seien, die auf die Arbeiterwohnungen keinen Wert legten. Die Stadt erklärte sich bereit, einem Ankauf näherzutreten, wenn die Angaben sich bewahrheiten sollten. Als Beitrag zur

Zeppelin -Eckener-Spende wurden 100 Mark bewilligt. Die geplanten Pf la st er­arbeiten in ter Stadt wurden der Firma Zipf in Gelnhausen, die das niedrigste Angebot mit 7098 Mk. eingereicht hatte, zugesprochen. Weiter wurde über die Verkäufe der neuen Häuser längere Zeit debattiert. Die beiden Häuser bei ter neuen Volksschule wurden an Ewald Engler und Bernhard Appel verkauft. Das noch freie Haus am Steinweg erhielt Steuer­inspektor Emil Diemer. Das andere Haus am Steinweg war bereits in einer früheren Sitzung dem Kreiskasseinspektor Karl Hofmann zuge­sprochen worden, der jetzt auch eingezogen ist. Zum Schluß ter Sitzung wurden noch verschiedene kleinere Gegenstände durchberaten.

Kreis Schotten.

Schotten, 15. Oft. Der Hvherods- kopf leuchtete heute morgen mit einer Schnee- kuppeins Tal. Der Zeitpunkt des ersten Schnee­falls liegt in diesem Iahre außerordentlich früh, und die Bauersleute rechnen mit vorzeitigem Winter. Sie sind eifrig bestrebt. Kartoffeln Dickrüben und Kraut einzubringen, um nicht vom Frost überrascht zu werden. Das eingetretene Regenwetter erschwert die Feldarbeiten und be­günstigt die Fäulnis der Kartoffeln, die hier schon stark fortgeschritten ist. Namentlich Industrie und andere Speisekartoffeln haben einen außer­ordentlich hohen Prozentsatz von faulen Knollen aufzuweisen.

Eichelsdorf, 16. Oft. Die schöne Sitte, ten Eintritt in das 50. Lebens­jahr im Verein der Altersgenossen gottes­dienstlich zu begehen, soll auch in unserem Kirchspiel Eingang finden. Kommenden Sonntag versammelt sich der Iahryang 1875 ter beiden Gemeinden Ober-Schmitten und Eichels­dorf zu feierlichem Gottesdienste mit anschlie­ßender AbendmahlSseier in der hiesigen Kirche. Am Nachmittag ist geselliges Beisammensein bei Kaffee und Kuchen im Wirtslokal des Alters­genossen Zörkel.

T Ober-Schmitten, 16. Oft. Für die bevorstehende Gemeinderatstoahl wurde eine Einheitsliste ausgestellt. Arbeiter- und Bauernschaft erhielten je vier Kandidaten, die Industrie wurde mit einem Vertreter bedacht. Auch diese Maßnahme spricht für den Willen ter Bevölkerung, trotz wirtschaftlicher Gegensätze das gute Einvernehmen, wie es schon Iahr- zehnte in vorbildlicher Weise besteht, weiter­hin aufrecht zu erhalten.

Starkenburg.

O Darmstadt, 16. Oft. Der Hauptaus- schuß des Odenwaldklubs hat vorbehalt­lich der Genehmigung ter Hauptverscunmlung beschlossen, für den Wiederaufbau der Ruine Starkenburg einen Zuschuß von 2000 Mk. zu leisten.

Preußen.

Kreis Biedenkopf.

T Waldgirmes, 16. Oft. In ten letzten Tagen fanden hier drei Landversteigerun­gen statt, von denen nur eine die Genehmigung erhielt. Auch die daran anschließenden Ver­pachtungen ter zum Verkauf angebotenen Stücke fanden nicht den Zuschlag. Während in den letzten Iahren hier Landhunger zu verzeich­nen war, geben viele Arbeiter und Beamte jetzt die Pachtung auf. Bei dem teueren Fuhrlohn und den seither hohen Pachtpreisen kommt bei der Bewirtschaftung nichts heraus.

bl. Hartenrod, 16. Oft. Im Saale der Gastwirtschaft von Sttehl findet vom 17. bis 2 0. Oktober eine Obst-, Gemüse- und Konserven-Ausstellung statt. Veran­stalter ist ter hiesige Obst- und Gartenbauverein. Der Besuch der Ausstellung kann nur empfohlen werden

Dillkreis.

bl. Dillenburg, 15. Oft. Nach Eintreffen des E i l z u g e s von Hagen am Donnerstag nach­mittag nach V23 Uhr fand man gegenüber dem Puddelwerk von Herwig auf dem Eisenbahn­gleise einen Reisenden, der mit dem Eilzug gekommen war, mitzerschmettertem Kopf tot vor. Ob 6er Bedauernswerte herausgesprun­gen oder durch Oeffnen ter Tür herausgesallen ist. ließ sich noch nicht einwandfrei ermitteln. Nach Aussagen von Reisenden steht eher fest, daß der Mann freiwillig den Tod gesucht hat. Näheres muß die Untersuchung ergeben. Dse Tunnel-- Sauarbeiten an unserem im Umbau be­findlichen Bahnhofsgebäude sind nun so­weit vorangelchritten, daß die Bahnsteige 3 und 4 bereits benutzt werden. Neuerdings wurde mit ter LIeberdachung begonnen. Das Emp- fangsgebäude wird durch einen Warte­saal erweitert und anschließend vollständig re­noviert. Man hofft, im Laufe des November die Unterführung fertig zu haben. Die Bahnhofs- bauarbetten werten wohl noch einige Zeit in An­spruch nehmen.

bl. Allen do rf, 16. Oft. Im Haiger- b a ch wird in Kürze mit dem Bau einer Stau­anlage mit d0ppelt er Grundschleufe begonnen werden. Die Ausführung der Arbeiten liegt dem Kreiswiesenbauamt ob. Die Anlage soll für eine bessere Bewässerung der Wiefenfläche sorgen.

Kreis Marburg.

* Wetter, 16. Oft. Die Einlegung der beiden Züge von und nach Marburg hat die Eisenbahnverwaltung aus technischen Gründen um einige Tage verschieben müssen.

Aus dem Amtsverkündigungsblatt.

Das Arntsverkündigungsblatt Nr. 8 2 vom 16. Oktober enthält: Die Wahlen zum Provinzialtag. Die Wahl der Kreistags- Mitglieder . Maßregeln gegen die Verbreitung von Seuchen durch Wanderschafherden. Maul- und Klauenseuche in Harbach, Geilshausen und Ettingshausen. Maul- und Klauenseuche im Kreise Gießen. Warnung. Dienstnachrichten.

AusstellungMutter und Kind".

1*1 Heber das ThemaErnährung des Säuglings" sprach gestern abend In dem Großen Hörsaal der Landesuniversität ter Ober­arzt in der Universitäts-Kinderklinik Dr. Hof­mann. Eine außerordentlich zahlreiche Zuhörer­schaft hatte sich eingefunden. Aus seinen leicht- verständlichen Ausführungen sei folgendes ent­nommen. Die Muttermilch ist die natürlichste und zweckmäßigste Ernährung des Säuglings, da sie sämtliche drei Hauptnährstoffe: Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate enthält, die zum Aufbau und zur Entwicklung des kindlichen Organismus unbedingt notwendig sind. Um eine genaue Kontrolle über Die Gewichtszunahme des Kindes zu haben, ist es erforderlich, daß man ten Säugling in der ersten Zeit wöchentlich einmal, später im Monat zwei­mal wiegt. Biele Mütter können ihre Säuglinge nur ein bis zwei Monate voll strllen, um das Kind aber vollständig zu sättigen, ist eine künst­liche Beinahrung dringend geboten. Diese soll am besten aus Kuhmilch bestehen und einen Zusatz von Schleim enthalten. Falsch ist es, der Kuhmilch Wasser zuzusehen, was leider auf dem Lande vielfach aus Unwissenheit gebräuchlich ist. Es empfiehlt sich, in erster Zeit ein Drittel Milch und zwei Drittel Schleim zu geben. Der Schleim wird alsdann allmählich verringert und die Milch vermehrt, so daß man im 7. oder 8. Monat auf eine Vollmilchnahrung kommt. Dom 5. bzw. 6. Monat ab empfiehlt es sich, dem Kinde eisenhaltige Stoffe, wie Spinat, zu­zuführen. Denn die von der Mutter ererbten Eisenstoffe zur Blutbildung sind bis dahin auf­gebraucht. Sehr zu beachten ist auch die Frage der Knochenbildung, da sich sehr leicht Rachitis ober englische Krankheit einschleichen kann. Vor­beugungsmittel sind: Zitronen-, Apfelsinen», Ap- fel-, Dirn- und Tomatensaft, die in rohem Zu­stand in allmählich gesteigerten Mengen gegeben werben. Hierdurch erhält das Kind die erforder­lichen Ergänzungsstosse, Vitamine. Auch der Le­bertran ist ein vorzügliches Mittel für die Kno­chenbildung. Die englische Krankheit kann durchs eine Höhensonnenfur erfolgreich behoben teerten« Solange eine Gewichtszunahme zu verzeichnen ist, besteht keine Gefahr, sollte aber ein Gewichts- stillstand ober gar eine Abnahme eintreten, so ist sofort ärztlicher Rat einzuholen . Es kommt ist sofort ärztlicher Rat einzuholen. Cs kommt sehr häufig vor, daß speiende Kinder bis zum Skelett abzehren. An die jungen Mütter geht Gebt euem Neugeborenen die Muttermilch und sei es auch nur für ein oder zwei Monat-cv In demselben Maße, wie eine falsche Ernährung aus einem bei der Geburt kräftig enttoictetten, gesunden Kinde ein elendes Geschöpf zu machen vermag, kann eine richtig gewählte Ernährung ein bei der Geburt armseliges, schwächliches Kind in einen blühenden Säugling verwandeln. Lebhafter Beifall wurde dem Redner für seine lehrreichen Ausführungen zuteil.

Wirtschaft.

Börse und Geldmarkt.

Die ersten vierzehn Tage seit Wiederauf­nahme des offiziellen Terminhantels an der Berliner Börse sind nunmehr vorüber. Am Donnerstag hat die erste Prämienerklärung ft alt- gesunden, am Freitag die Festsetzung der Liqui­da, ionskurse. Am 19. Oktober, d. h. Montag nächster Woche, sind dann die Differenzzahlun- gen fällig, die sich infolge des Sonntags um einen Tag verzögern. Die Wirkungen des nach elfjähriger Unterlrechung neu auf genommenen Ultimohandels sind Damit, wenigstens für ten Anfang, zu übersehen. Es soll offen gesagt werden, daß die zur Durchführung des Termin­geschäftes geschaffene Organisation der Liqui­dationskasse vorläufig besser funktioniert, als das Termingeschäft selbst. Es gehen nämlich ver­schiedene Faktoren ineinander über, Die Die Ab­schlüsse in absolut engen Grenzen halten. Zu­nächst haben sich von mehreren hundert Maklern ter Berliner Börse nur einige Dutzend ter Liquidationskasse anschließen können, die die Zeit­geschäfte bekanntlich garantiert, aber Kautionen von 20 000 Mark an aufwärts verlangt. So­dann hat sich herausgestellt, daß das Publikum nach wie vor grundsätzlich nur wenig Neigung zeigt, sich am Effektengeschäft zu beteiligen. Ein lebhafter Arbitrageverlehr mit anderen Börsen hat deshalb noch nicht ftattfinten können, weil am 1. Oktober nur in Frankfurt und Bremen gleichzeitig das Zeitgeschäft ausgenommen wurde und erst am 15. Oktober Hamburg folgte. Trotz­dem kann bereits jetzt festgeftellt werden, daß die regulierende Wirkung des Zeitgeschäftes auf die Tendenzgestaltung sich unzweifelhaft fühl­bar macht. Die Tätigkeit Der Baisse-Spekulation ist vor allem stark eingeschränkt worden, die in erster Linie die langen Kursflauten in diesem Iahr veranlaßt hatte. Nicht nur in Den Termin- Werten, sondern auch an ter übrigen Börse kam die ausgleichende Wirkung des Ultimogeschäftes zum Ausdruck. In Den nächsten Monaten, und zwar bis Dezember, werden wieder zweimalige Regulierungen (Medio und Ultimo) ftattfinten. Dom nächsten Iahr an soll dann, wie verlautet, die Abwicklung Der Zeitgeschäfte nur noch einmal, und zwar am Ultimo, erfolgen. Was die Tendenz Der Effektenmärkte betrifft, so ist diese im ganzen durchaus freundlich. Von vorübergehenden ge­ringen Schwankungen soll dabei abgesehen wer­den. Die Börse hatte von vornherein auf ein poft ives Er'e nis ter Versandluncen in Locarno gerechnet, das inzwischen durch die Einigung über den Westpakt erzielt ist. Die Abschlüsse per Ul­timo sind daher zur Zeit nach oben abgestimmt. Einige Spezial-Werte liegen besonders stabil, vor allem neuerdings Schiffahrts-Terminaktien und eine Reihe von Montan-Werten. Bei letzte­ren wirken noch Erwartungen bezüalich des zu bildenden westlichen EisentrusteS mit.

Am Geldmarkt ist die Lage in ten letzten Tagen leicht gewesen. Erst neuerdings hat sich eine Versteifung bemerkbar gemacht, die sich zwar in Den Sähen noch nicht auswirkt, aber in Rückforderungen sei'ens verschiedener Banken zum Ausdruck kommt. Gleichzeitig hat sich das An­gebot in Privatdiskonten etwas verstärkt, ob-