Ausgabe 
17.8.1925
 
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n lassen, mit dem auch die Kameraden aus ife Wetzlar befördert werden können.

brachen bis zu seiner vor zwei Jahren erfolgten Pensionierung an der hiesigen Schule. Mit viel Fleiß und Gewissenhaftigkeit hat er mehrere Gene­rationen unserer Gemeinde zu brauchbaren Mit­gliedern der menschlichen Gesellschaft erzogen. Auch war er im landwirtschaftlichen Genossenschaftswesen unermüdlich tätig und hat sich auf diesem Gebiete große Verdienste erworben.

Kreis Schotten.

lg. Gedern, 14. Aug. Die rege Bautätig­keit hält in unserer Gemeinde an. Eine größere Anzahl von Wohnungen geht ihrer Vollendung entgegen und dürfte noch im Herbst beziehbar werden. Auch der Ausbau der neuen Drühl- strahe schreitet rüstig vorwärts. Die Inhalte Bautätigkit ist recht erfreulich hinsichtlich der zur Zeit herrschenden Wohnungsnot und dürste wesentlich zur Linderung derselben beitragen.

Der Hermannslauf der Deutschen Turnerschaft.

aussage.

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Lust aus trortoiu'sc.b die Zunahme 6er> eraturen des geftrqei en. Für Gießen ift i"? eser als tun ^Ditügc; im >er herrschenden TDitlr- Mcht. Dir liegen auf er cwrunjen, die von, ziehen. Mit dem Sm- : ist zu rechnen. : licqcntß hohe W abgeschwächl.

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Für Nervenkranke

u. Nervös-Erschöpfte. Spexlilkcranitalt Hol- kein 1. Tinas bei Frankfurt a BI Bebaut eingerichtet vorzügliche Verpflegung (auch Diät-Kuren). Mäßige Preise. Prospekt durch Dr. N. Schulze- Kahley**, Nervenarzt

3m Zeichen des Hermanns lauf es steht nicht nur eine Stadt, eine Provinz oder auch ein Landesteil. steht ganz Deutschland Die groß­artige. schon lange vorbereitete Organisation zeigt jetzt, daß sie, sich über das ganze Reich erstreckend, auch überall ein Gelingen ermöglicht hat. Aatur- gemäß konzentriert sich diese-raustattung in einzelnen Punften. und zwar, wie ja klar ersichtlich ist. in den Hauptstädten, wie Berlin. Hamburg. Dresden. Frankfurt a. TR.. Köln usw Damit ist allerdings noch nicht gesagt, daß diesen Städten tatsächlich der größere Anteil, die bedeutendere Teilnahme zuzuschreiben ist. Aber, wie gesagt, die Konzentrationspunkte bilden sie doch.

So Berlin, wo sich am Samstag früh den zur Arbeitsstelle Eilenden ein lebhaftes Schauspiel bot. Dom Eüdwesten bis hinauf in den hohen Horben bildeten, in regelmäßigen Abständen, weihe Turnergestalten eine lange Kette ES waren die Teilnehmer des Hermannslaufes. des größten Eilbotenlaufes, der jemals'in Szene gesetzt wurde. Die Reichshauptstadt wurde vom Hauptlauf 5. Saßnitz Greifswald Stettin Brandenburg Magdeburg, dann nach Detmold führend, berührt. Kurz nach 8 Uhr trafen die Stafetten in Brandenburg ein. wo die Urkunden von Berliner Läufern zum Schloß in Berlin getragen wur­den. Am Schloß fand dann die Hebern ahme der Urkunde von den 5 Berliner Rebenläusern statt. Dann ging es weiter, durch die Linden zum Bran­denburger Tor, Potsdamer 6trabe. Friedenau. Steglitz hinaus nach Detmold, wo die Stafette am Sonntagnachmittag gleichzeitig mit den 15 übrigen tintraf.

Aehickich in Hamburg. Der vierte Haupt­lauf begann hier bei der Blücher-Eiche in Ratekau. DiS Lübeck wurde der Lauf von dem Schwartauer Turnverein ausgeführt, hier vom Lübecker T. D., der die Urkunde bis Selmsdorf trug. Don dort ging der.Lauf weiter nach Gadebusch, weiter nach Hamburg. Hier wurde die Uebergabe der ilrfunben ebenfalls mit einer Feier verbunden.

Mitteldeutschland beteiligte sich gleichfalls sehr intensiv, in den kleineren Orten wurden durch die einzelnen Turnvereine kleinere Feiern ab geh alten. Der eine Hauptlauf führte von der Schneekoppe über Reichenbach- DresdenQUeiftenL eipzig, der andere von Kulm, Dresden. Chemnitz. Zwickau. Merane. 3n Leipzig. Dresden. Chemnitz und Plauen sanden bei Wiedergabe der Urkunden durch die Läufer ebenfalls Feiern statt, durch Gesänge. An­sprachen der Bedeutung dieser riesenhaften Kund­gebung gerecht zu werden.

Die Feier in Detmold.

Am Sa ns:ag begannen die Hauptseier- lichkeite n der Deutschen Turnerschaft. Am Rachmittag wurde das Danner der Deut­schen Turnerschast. dar bisher im 3ahn- Mu'eum in Freiburg an der Hnftrut ausbewahrt wurde, in feierlichem Zug durch die Qlabt ge­führt. Genera! von Seeckt und der Wc-Hr- kreiSkommandant von Ledebour haben sich an der Feier beteiligt Zu dem

Begrüßungsabend waren zahlreiche Vertreter der Reichs- und Landesregierungen und des Deutschen Sänger­bundes erschienen. Ferner waren dreißig Rach- kommen Ernst von Bändels anwesend. Der erste Dorsitzende der Deutschen Turnerschast Pro­fessor Berger, begruß'.e die Festversammlung. Darauf übermittele Oberbürgermeister Dr. P c- ters die Grüße vom Deutschen Sängerbund. Die Darbietungen der westfälischen Turner san­den stürmischen Beifall. Die Stadt war festlich beleuchtet

Am Sonntagvormittag sand unter Teilnahme mehrerer Tausend Menschen eine schlichte Feier statt, bei der Pfarrer Tölle die Rede hielt. Die Spitzen der Behörden und der Dorstand der Deutschen Turnerschast waren neben andern her­vorragenden Persönlichkeiten trotz des ständig niederriefelnden Regens erschienen. Mittags sam­melte sich die Schar der Festtcilnehmer in der Stadt zu einem großen

Feftzuge, in dem Turner und Turnerinnen aus allen 18 deutschen Turnkreisen marschierten. Mehr als 100 Fahnen führte der Zug mit sich. Auch die Turnerjugend war mit ihren wehenden Wim­peln zahlreich vertreten. Der Festzug begab sich bei strömendem Regen

nach dem Hermannsdenkmal.

Auf einem weiten Platze, umrahmt von alten Eichen, marschierten die Massen zu der Haupt- feier auf. Zcchlreiche Ehrengäste auS allen Tei­len Deutschlands. Dertreter der Reichs- und Landesregierungen, der Reichswehr und der Be­hörden waren anwesend. 1L a. bemerkte man den Fürsten Leopold zur Lippe mit seiner Familie sowie den Prinzgemahl Heinrich der Riederlande.

Die Feier wurde durch Gesang eröffnet. Darauf begrüßte Oberbürgermeister Peters die Erschie­nenen und überreichte im Auftrage der Detmolder Stadtverwaltung der Deutschen Turnerschaft ein Fahnenband. Er erklärte ferner, daß die städtischen Körperschaften einstimmig beschlossen hätten, einen Grundstock für eine Stiftung zu Ehren des Er­bauers des Denkmals zu crridjten und sie Ern ft von Bandel-Stiftung zu benennen. Vor­läufig sollen auf zehn Jahre je 1500 Mk. zur Unter- stützung bedürftiger Nachkommen Bändels ausge­worfen werden. Er sprach die Hoffnung aus, daß Reich und Länder die Stiftung vergrößern mögen.

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in Schanghai.

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AustriebaufdemheutigenFrank- furter Schlacht olehmarkt: 514 Ochsen, 78 Bullen. 1064 Färsen und Kühe, 480 Kälber, 221

:: Volkartshain, 13. Aug. Heinrich M ü t h, der am 14.Juni zum Bürgermeister unserer Gemeinde gewählt wurde, wurde heute seitens des Kreisamts Schotten bestätigt und in sein Amt ein- geführt. Möge unser neuer Bürgermeister sein Amt führen zum Segen der ganzen Gemeinde.

Kreis Alsfeld.

m. Mücke, 12. Aug. Zu den verschiedenen alten Bräuchen, die im Entschwinden begriffen find, gehört auch das H o chze i t s s ch i e ß e n . das sich noch bis vor kurzem in unserer Mucker Gegend erhalten hat. NachBeendigung der Trauung wurde an ver­schiedenen Stellen des Ortes und der Umgebung Gewehrschüße abgefeuert, und zwar um so zahl- reicher, je geachteter die Stellung war, die das Brautpaar einnahm. Dieses Hochzeitsschießen geht auf altgermanische Bräuche zurück und hat wohl

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Ministerialrat Dr. Daniel überbrachte die Grüße der Reichsregierung und gab dem Wunsche Ausduck, daß das Hermannsdenkmal den Weg zur Sammlung aller Deutschen weise. Die Deunche Turnerschaft könne die deutsche Einigung mit vollbringen helfen.

Darauf hielt der Borfihende der Deutschen Tur- nerjdwt, Prosesior Dr. Be r g e r. d,e Festrede. Auch er mahnte zur Einigkeit aller Deutschen. Der Bürger- meister der Geburisstadt Emst von Bandel?. B o h - ner-Ansbach, schilderte das Werk des Künst- lers und überreichte im Namen feiner Geburtsstadt einen Kranz.

kurz daraus trafen die Staffelläufer aus allen Teilen des Deutschen Reiches ein.

Die Grenzgaue hatten ihre Staffeln von den deut­schen Landesgrenzen ablaufen lasten. So waren Söhne von der Norsee, von den bayrischen Alpen, aus Oberschlesien, aus Aachen und aus Deutsch- böhmen im Stafettenlauf hier eingetroffen. Jede Staffel berichtete kurz über den Weg und Durch- führung ihres Laufs. Jede Staffel wurde mit gro­ßem Jubel begrüßt. Ihren Höhepunkt erreichte' die Begeisterung, als ein Vertreter des Gaues Süd- w e ft a f r i k a der Deutschen Turnerschast hervor­trat und die Stafettenurkunde überreichte. Sie ist von der Deutschen Turnerfchaft

durch den Dornenbufch der südafrikanischen Steppe

gebracht worden. Ihr Sprecher überbrachte gleich­zeitig das Trcuegelöbms zu deutscher Art und deut­scher Sprache.

Die Staffelläufer her Deutschen Turnerschast haben im ganzen eine Strecke von 18 000 Kilometer durcheilt, was einer Entfernung von Neuyork nach Peking über Europa entspricht. Die Feier schloß mit gemeinsamen Gesängen und einem Hoch auf das deutsche Vaterland.

Etappe Gießen.

3n Gießen war eine große Menschenmenge auf den Deinen, um die Läufer zu grüßen. Schon lange vor dem programmäßigen Eintreffen waren Gruppen von Radlern die Licher Straße herauf- und weit hinan in den Schiffenberger Wald gefahren, entlang der Kette der weißge­kleideten Turner, die Die Staffelte zum Land- graf-Philipp-Platz trugen. Lange vor der plan­mäßigen Zeit, etwa 10 15 Llhr. wurden die ersten ßäufer von der Höhe der Stadt au3 sichtbar und wenige Minuten später kam die Staffelte auf dem Zielplatz an, stürmisch begrüßt von den be­geistert Wartenden- Die Zuschauer zu Fuß und zu Rad, die mit dem programmäßig pmtktlichrn Eintreffen der Läufer gerechnet hatten, standen 'noch lange auf der Straße und kehrten nur zögernd um. Indessen war die Dunekelheit herein- georochen, und im Schein Der elektrischen Straßen­beleuchtung wurde die Playverteilung zum zweiten Lauf vorgenonunen, der 9.40 Uhr in Gießen sein sollte. Der Anschluß an Klein-Linden wurde oberhalb dec Bahnübcrfübrung in der F anfrurter Straße hergestellt, Radler hinten die ständige Verbindung untereinander aufrecht, bis mit gro­ßer, fast '/istündiger Derfpätung, die Staffelte eintraf.

Durch die von unermüdlich wartenden Schau­lustigen dicht besetzten Strahenzüge der Frank- furtec Straße, Selters weg, Sonnenstrahe kam der Laus aus dem von Menschen wimmelnden ßanb» graf-Philipp-Platz an, wo der Läufer mit einem dreifachenGut Heil" empfangen und weiter­geleitet wurde. Die Gießener Turner- schaf t trug ihre Staffelte bis Lollar: von da ging eS, vom Auto begleitet, nach Marburg zu. Der Hermannslauf in Nauheim.

4 Der Hermannslauf der Deutschen Tur- nerfdjaft berührte gestern abend auch unsere Stadt. Die Sttaßen, durch die der Laus ging, waren von Zuschauern dicht besetzt, vor allein nahmen die Kur­gäste reges Interesse an der Veranstaltung. Die Ausländer fragten immer wieder nach dem Zweck und Sinn der einzigartigen Kundgebung, und drückten nach Aufklärung ihre Verwunderung über die treff­liche Organisation und den sich in dem Lauf so erhebend bekundeten Einheitswillen der deutschen Stämme aus. Die Läufer wurden, nachdem die Menschenmenge geduldig stundenlang wartend aus- geharrt, mit stürmischer Begeisterung und viel- fachemGut-Heil"-Rufen begrüßt, lieber einen glän­zenden Verlauf der Veranstaltung wird auch aus Butzbach und Friedberg berichtet. In Butz­bach marschierten die Läufer, 60 an der Zahl, vor der Verteilung auf die Laufstrecke, in feierlichem Umzug durch die Stadt, die Brust geschmückt mit dem (Erinerungsbanbe an den Hermannslauf. Jlad) beendetem Lauf ging es geschloffen zum Markt, wo der Vorsitzende des Turn- und Sportvereins, Re­dakteur Schneider, die Jugend um sich fammSlte und in feierlicher Ansprache den Sinn des Her­mannslaufs erläuterte. In Friedberg fand am Abend vor dem Lauf eine.T u r n e r v e r s a m m- l u n g statt, in der vom Vorstände Studienrat Thierolf und Studienrat Schuchmann er­läuternde Vorträge hielten. Am Abend des Laufs sammelten sich die Läufer, von der Turngemeinde und der Seminar-Spiel- und lumoereinigung ge­stellt, am Kriegerdenkmal, wo das Erinnerungsband an den Lauf nach kurzer Ansprache an die Teil­nehmer ausgehändigt wurde. Die Verspätung von knapp einer Stunde, die der Hauptlauf 12 hier und auch in Gießen noch hatte, ist darauf zurückzusühre«, daß die großen süddeutschen Städte, die er berührte, kürzere ober längere Begrüßungsfeiern für bie Säu­fer veranstalteten, wobei von den Stadtverwaltun­gen Glückwunschurkunden zur Mitnahme nach Det­mold an die Läufer überreicht wurden.

Der Kapelle Toppzog man bann auf den Hawt- berg, wo man bis in die späten Abendstunden vervlieb.

Sreis Friedberg.

Bad-Rauheim, 15. Aug. Bis zum 13. August betrug Der De'amtbefuch 27 603 Per­sonen. Darunter 4141 AuS ander. Anaefend wa­ren am 13. August 4263 Personen.

:: Pohl-GönS, 16. Aug. Arn 15. und 16. fand hier anläßlich drS 20jährigen Bestehens des Turnvereins > Frisch auf daS diesjährige Bczirksturnsest des GaueS Wetterau statt. Am SamStag abend war Kommers auf dem Festplatz: Sonntag vormittag 'ükttumen; nachmittags be­wegte sich ein großer Festzug, an dem sämtliche Dereine teilnahmen, durch die Straßen deS fest­lich geschmückten Dorfes Auf dem Festplatz zeigte sich das gewöhnliche Leden und sei nur wähnt der Reigen der jungen Mädchen. Der allgemeinen Beifall fand. Auch der Gcsangver- ein erfreute durch Dortrag von Liedern. SS war .in schöne- Fest, an daS die Einheimischen und viele Gäste sicher noch gern zurückdenken werden.

!*! Ql ui der *18 et ter au, 16. Aug. 3n ?cn drei Gemarkungen Ober-Wöllstadt. Dieder-Roßbach und R o d h e i m hatten die Dauern beim Einfahren der Frucht fort» ähre >d bemerkt, daß an jedem Hausen ein bis zrei Garben fehlten. Das Gleiche hatte man auch im Dorjahre beobachtet. Vergeblich lieft man nun die Fluschühcm schärfer auf der Hut fein, die Diebstähle hörten nicht auf. Schließ­lich lenkte sich der Verdacht auf den Besitzer der Seemühlc. Ein Landwirt auS Ober-Wöllstadt benachrichtigte die Schutzpolizei Friedberg. Diese verteilte ihre Posten und Patrouillen in dem Gelände um die Seemühle abends gegen 10 Hftr. Um Mitternacht hörte man Husschlag und ein Wagen bewegte sich von der Seemühle nach dem Felde. Dor den Getreideäckern hielt er an. Gestatten eilten links und rechts auf die Aecker und nahmen aus jedem Hausen eine Garbe heraus. So ging die Fahrt durch daS ganze Feld, bis der Wagen hoch beladen war. 3n- zwischen hatten drei Schupoleute den Eingang zur Mühle besetzt, während die anderen in ge­wissem Abstand dem Wagen folgten. Wie er­schrak Hofmann, als ihm vor dem Tore der Ruf Halt!" entgegenscholl. Die sofort angesteltte Durchsuchung förderte große Mengen von Ge­treide meist Weizen zutage. Selbst Die Ställe und die Muhle waren mit Garben ge­füllt. Der Besitzer, der bereits wegen 3agd- frevels bestraft ist, wurde verhaftet. Wie verlautet, sind auch Einwohner aus den Rachbar­orten alS Hehler und Mittäter in die Sache verwickelt.

Vilbel, 11. Aug. In ungewöhnlich fest­lichem Rahmen begeht Vilbel in diesen Tagen die (Erinnerung an die vor einhundert Jahren erfolgte Verleihung der Marktrechte. Die Stra­ßen und Gassen sind bis in die entlegensten Winkel festlich geschmückt. Auf der Festwiese an den Ufern der Nidda hat sich eine weitläufige Budenstadt mit vielerlei Zelten aufgebaut. Mit einem feierlichen Begrüßungsabend wurde Samstag die Reihe der Festlichkeiten eingeleitet. Den Glanz- und Höhepunkt der fcfUidjcn Veranstaltungen aber bildete der Sonntag. Es mögen wohl 20 000 Menschen gewesen sein, die von den frühen Morgenstunden an aus Oberhcsien, den nahen preußischen Ortschaften und besonders aus Frankfurt, z.T. mit Sonderzügen, dem Fesistädtchen zuwallten. Im Mittelpunkt der sonn­täglichen Darbietungen stand der von der Bürger- l^has! gestellte glanzvolle Festzug, der in nahezu vierzig schönen Gruppen im Fluge durch die Ge- «chichte der Stadt führte. Rad) dem Feftzuge setzte aus der Festwiese in drangvoll unheimlicher Enge ein echtes fröhliches Dolkstreiben ein, das bis spät m die Nacht anhielt. Trotz des ungeheuren Zeft- trubcls kamen nennenswerte Unfälle nicht vor. Eine von der Stadt herausgegebene Festschrift .zu der Markt-Erinnerunasfeier war trotz der hohen Auflage bald v e r g r i f fe n. Mit der Jahrhundert- Marktfeier verbindet Vilbel am Montag die Jahr- kausendfeier der Rheinlande. Am Dienstag wird in althergebrachter Weise der vielbesuchte Kram- und V i e h m a r k t abgehalten.

Kreis Büdingen.

^Heuchelheim, 14. Aug. Dieser Tage ift unser langjähriger Lehrer Maurer nach Beien­heim übergesiedelt, woselbst er die Tage seines wohlverdienten Ruhestandes zu verleben gedenkt. Lehrer Maurer wirkte vom Jahre 1882 ununter-

dieselbe Bedeutung wie das Peitschenknallen und Schießen an Dalpurgis und in der Silvesternacht, wie es an verschiedenen Orten noch üblich ist: durch das heftige Knallen sollten nämlich die bösen Geister vertrieben werden.

BurgGernünden, 17. Äug. Am Sams- iagoormittag ereignete sich hier ein schwerer Un- glücfsfall. dem ein blühendes Menschenleben zum Opfer fiel. Der 42jährige Landwirt Karl Brück- mann erhielt beim Anschirren eines Pferdes von diesem einen heftigen Husschlag gegen den Leib, so daß Brückmann bewußtlos zulammenstürzte. Der fofort herdeigerufene Arzt stellte schwere innere Per- letzungen test und Uetz den Verunglückten durch die Sanitatskolonne Gießen nach dort zur Chirurgischen Klinik verbringen. Eine sofort vorgenommene Ope­ration ergab schwere Zerreißungen der Bauchorgane, an deren Folgen denn auch Herr Brückmann gestern mittag verschieden ist.

Krcis Lauterbach.

fpd. Schlitz, 16. Aug. In den Ausläufern des nördlichen Vogelsbergs besonders in den Waldungen von Schlitz, treten die Wildschweine feit einigen Tagen in Mengen aus und richten in den nahen Gemarkungen ichweren Schaden an. Be­sonders werden die Kartoffelfelder heimgefucht. Ein­zelne Aecker wurden von den Rudeln in einer Nacht völlig vernichtet. Auch die Weizenfelder haben unter den Wildschweinen schlimm zu leiden. Alle Jagden auf die Tiere sind in der gegenwärtigen Jahres;eit erfolglos.

Starkenburg unv Rhciuhcssen.

Darmstadt, 16. Aug. Heute vormittag gegen . 10 Uhr machte der zweite der Freiballone der Technischen Hochschule in Darmstadt seinen ersten Ausstieg. Er hat den Namen .,D a r m ft a b t" er­halten. Füllung und Ausstieg erfolgten an der (9as- sabrik Die Insassen sind Profefior Eberhard von der Technischen Hochschule. Bürgermeister Müller und Redakteur Streese. Der Ballon schlug eine südöstliche Richtung ein und war halb durch Wolken den Blicken entzogei

Mainz, 15. Aug. Auf dem städtischen Hofgut Schönau entstand heute früh Großfeuer. Um 3i Uhr schlugen plötzlich Flammen aus dem Dach der Scheunen. Die sofort alarmierte Opelsche Fa­brikfeuerwehr, die Freiwillige Feuerwehr Rüssels­heim und die Mainzer Derufsseuerwehr tonnten das Feuer auf seinen Herd beschränken. Durch das Feuer wurden etwa 2000 Zentner Roggen, 3000 Zentner Stroh und 1000 Zentner Heu vernichtet.

Schaden ist durch Versicherung gedeckt.

Hes^n-Rcui.

fpd. Frankfurt a. M., 16. Aug. Seit Sams­tag stehen die Transportarbeiter wegen un erfüllter Lohnforderungeni m A u s st a n d. Aber nur ein Teil der organisierten Arbeiter hat der Streik­aufforderung Folge geleistet. In vielen Betrieben wurde bisher gearbeitet namentlich in den kleine­ren, teilweise auch in größeren. Verschiedentlich wur­den sofort Hilfskräfte eingestellt. Ob sich der Streit am Montag in feiner vollen Schärfe aus- wirken wird, mutz abgekartet werden. Auch in Hanau und Offenbach strcilen die Transportarbei­ter. Das Schiedsgericht hatte den Leuten eine zehn- prozentige Lohnerhöhung zugebilligt, die Summe wurde aber von Arbeitnehmern wie von Arbeit­gebern abgelehnt.

F r a n f f u r t, 15. Aug. Erst einmal seit Be­stehen des Frankfurter Zoologischen Gartens tonnte vor etwa 40. Jahren ein Vertreter der gefährlichsten afrikanischen Wildart, des K a f s e r b ü f s e l s , ge­zeigt werden. Es ist bas Verdienst des durch feine afrikanischen Filmaufnahmen auch in weiten 5l rei­fen bekannten Afrikareifenden Christoph Schulz, daß es in diesem Jahre wieder einmal gelungen ift, ein etwa 12 Monate altes, außerordentlich kräftig entwickeltes Kafserbüsfelkalb aus Norb-Rhodefien ein* zusühren. Der hochherzige Gönner bcs Zoologischen Gartens, Herr Geheimrat Dr. Artur o. Wein- berg, hat nun in überaus bankenswerter Weise dieses vieloersprechende Stück für den Zoologischen Garten erworben. Das Büffelkalb, das vorläufig im Antilopenhause untergebracht ift, zeigt noch die rötlichbraune Hautfarbe der Jugend: mit zunehmen­dem Alter geht die Farbe mehr und mehr in blau- schwarz über. Das kräftig angesetzte, vorläufig nach oben und außen wachsende Gehöm wird bei zu­nehmendem Alter durch Verbreiterung an der Basis , mehr und mehr eine Kappe über bie Stirn bilben, währenb die Wachstumsrichtung eine Aenderung nach unten und außen eriabri

bl. Dillenburg, 15. Aug. Der Dillkreis wirb auch in biefem Jahre wicber einige Transporte von schwachen und kranken Kindern zur Er­hol u n g an die Ostsee senden. Als Heim kommt hier die Kindererholungsstätte Arendsee in Frage, wo man im vergangenen Jahre die günstigsten Er­folge feftfteüen konnte.

M. Dillenb urg, 16. Aug. Hier wurde der vor mehreren 3ahren eingegangene Ge- werbevere in von neuem gegründet Man begründete diesen Schritt mit der allgemeinen wirtschaftlichen Lage, die ein besonderes Augen­merk auf das kleine Gewerbe erfordere. Die Tunnelbauarbeiten am hiesigen Bahnhof schreiten rüstig vorwärts An den hintersten Bahnsteigen sind bereits die Treppen gelegt und der Durchgang fertiggefteHt. Die Arbeiten rücken nunmehr an die beiden Hauptgleise der Strecke KölnGießen heran, die bald verlegt werden müssen. 3m Herbst hofft man die Unterführun­gen größtenteils vollendet zu haben.

bl. Dillenburg, 14. Aug. Der Kreis ist in jüngster Zeit immer mehr bestrebt, das Retz der Sanitatskolonnen zu erweitern. So konnten schon in mehreren Gemeinden Kolonnen errichtet werden, die sich recht gut entwickelten. Weitere Heugrünbungen hat man im Auge. Die Kreisverwaltung sorgt für deren Finanzierung, so daß der Gemeinde keine nennenswerten Kosten entstehen. Gerade die abgelegenen Dörfer wer­den die Kolonnen in Anbetracht der fehlenden Aerzte und der entfernt liegenden Krankenhäuser nur dringend benötigen.

bl. Aus dem Dillkreis, 15. Aug. Unge­wöhnlich groß ist in diesem Jahre die H i m b e e renernte. Einzeln? Gemarkungen d-s Kreises, so B. bas Dietzhölztal, wie auch ber Westerwalb, bieten ganze Komplexe von Beeren, bie äußerst bitt unb saftig sinb. In ben Häusern werben die Beeren inasienhaft angeboten. Trotzbem halten sich bie Preise noch auf ansehnlicher Höhe.

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Tageskakenber für Dienstag. Lichtspielhaus Bahnhofstraße:Aus her Iugenb- zeit". Astoria-Lichtspiele:Brennendes Laub".

2 us der Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Am DienStaa, dem 18. August, geht der luftige Schwank .Der Hochtourist" von 6urt Kraay und Mar Reel in Szene. Herr Goll, der die Titelrolle spielt, hat für eine flotte Einstudierung gesorgt. Das Stück hat beim Rauheimer Badepublikum stür­mischen Beifall gesunden und große Heiterkeit ausgelöst.

Landkreis Gictzcn.

iS Steinbach, 16. Aug. Die heutige Beigeordnetenwahl verlies sehr ruhig. Ein Gegenkandidat war nicht aufgestellt. Bon 677 Wahlberechtigten stimmten nur 242 ab Der seitherige Beigeordnete Schreinermeister Riko- laus ist somit wiedergewähtt. Der Gesangver­ein Germania brachte ihm am Abend die übliche Huldigung.

!*! Großen-Linden, 15. Aug. Die Reichs- post legi gegenwärtig entlang der Frankfurter Straße ein Kabel. Die Kabelleitung wurde in Appen­weier begonnen und führt vorerst bis Gießen. Hier teilt es sich, ein Strang führt nach Dort- mund, der andere nach Hannover. Die 2lr- heilen find gestern bis zum Bahnhof Gießen vor- geschritten.

- Lich 14. Aug. Der Verein der Gast­wirte von Gießen und ilmgegenö feierte vergangenen Mittwoch bei herrlichem Svimen- fchem fein dleSjähriges Sommerfeft in Lich 3n liebenswürdiger Weife hatte die Brauerei 3hring-Melchior die Vorbereitungen hier­zu übernommen und für Getränke und Speisen reichlich gesorgt. Bei Ankunft hx Lich sand sich in Steins Saalbau eine Kaffeetafel mit reichlichen Kuchenvorräten vor. Es folgte dann die Be­sichtigung der Brauerei unter Führung der Inhaber und der Prokuristen: für jeden Wirt