det. nicht gesagt, doch durfte damit zu rechnen sein, dah die Wiederaufnahme der Dotierungen dieser Wertpapiere am Montag nächster Woche erfolgt.
* Zahlungsein st ellung in Offenbach. Die Fa. Julius Wolf Lederwarenfabrik AG., Offenbach, hat Antrag auf Geschäftsaufsicht gestellt. Die Genehmigung der Aufsicht durch das Gericht steht noch aus.
* Betriebseinschränkungen bei Krupp. Die Kruppsche Friedrich-Alfred-Hütte, die schon zwei Hochöfen ftillgelegt hat, will wegen Absatzmangels auch den Betrieb des Walzwerkes einstellen. Ein Teil der Belegschaft soll sofort entlassen werden, da das Werk die großen Unkosten nicht mehr tragen kann.
* Neue Stillegungen bei G e lsenkt r ch e n. Zu den ^kannten Einschränkungen auf Zeche Rheinelbe erfährt der DHD, das) sich die Verwaltung des Gelsenkirchener Bergwerksvereins zu weiteren Stillegungen entschlossen hat. Es sind je ein weiterer Hochofen der Zeche Vulkan und der Abteilung Schalke ftillgelegt worden. Ferner sind erhebliche Einschränkungen auf dem Hüsten, dessen gesamter Hochofenbetrieb nunmehr stilliegt, vorgenommen worden.
* Bevor stehende Kündigung des Arbeitszeitabkommens im Bergbau? Wie der DHD. erfährt, erwägt der Zechenverband für Rheinland und Westfalen ernsthaft die Kündigung des Arbeitszeitabkommens. Ein formeller Beschluß ist noch nicht gefaßt worden.
* Amerikanische Anleihe der T h y s s e n h ü 11 c. Der kaufmännische Direktor Rades der August-Thyssen-Hütte hat in Amerika den Anleihevertrag der Thyssen-Hütte unterzeichnet und dabei amerikanische Werke besichtigt. Er ist nunmehr zurückgekehrt und beabsichtigt, die kaufmännischen Erfahrungen der Autofabrik Ford bei den August-Thyssen-Werken zu verwerten.
* Der französische Außenhandel im er st en Halbjahr 1 925 beläuft sich in der Einfuhr auf 18 836 523 000 Franken und 424 648 486 Tonnen. Die Einfuhr weist also gegenüber dem Vorjahre eine Verminderung um 1 017 100 000 Franken und 5 449 389 Tonnen auf. Die Ausfuhr beläuft sich auf 21 624 385 000 Franken und 415 187 141 Tonnen, das ist also gegenüber dem Vorjahre eine Verminderung um 385 135 000 Franken und 1 576 750 Tonnen.
Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M.
(9n Billionen Mart auügedrückt. BuenoS-AtreS, London, Neu» bort, Japan. Rio de Janeiro für eine Einheit, Wien und Budapest für 100000 Einheiten, alles übrige für 100 Einheiten.)
Telegraphische Auszahlung.
Frankfurter Abendbörse.
Frankfurt a. M., 16. Juli. Der Verlauf der Abendbörse war nahezu leblos. Die Rotierungen, die zustandekamen, zeigten vereinzelt
15 Jnli
16. Juli
Amtliche Non nnig
Amtliche Notierung
Geld
Brief
Geld
Brief
Ümft.-'Jioii
168,16
168,.iG
168.16
168.58
Bnen.^Sireä
L69Ö
l,69'i
1.691
1,695
Brss. Antw
19,43
19,47
19 45
19,47
Etjriftinnm.
74,76
7>,94
74,78
74,D<;
flopznbagcn
86,94
87,16
87,39
87,61
etodbolm .
122,6.
122,94
112,61
112,89
delsingsors.
10,51.
10,60
10,61'5
10.605
Atollen. . .
15,48
15,52
15.58
15,62
London. .
20,390
«,442
20,390
20,442
Nenvork . .
4,195
4,205
4.195
4,20;
Paris. . . .
19,70
19,74
19.84
19.88
Hchweiz . .
81,46
81,66
81.45
81,65
60,98
Spanien.
60,87
61.03
60.82
Japan .. - Rio be San. Wien in D -
1,730 0.467
1,734 0.469
1.730
0.469
1,754 1.471
DtfL abgest.
59,059
69,199
59,06
59,20
Idaräb";: Budapest. . Bulgarien . Lissabon .
12,425
7,39
12.465 7,41
12,42
7.37
12,46
7,38
5,895
5,915
.895
5,915
3,03
3,04
3.03
3.04
20,825
20,875
20 825
20,875
Danzig. . - Äonftantt»
80,83
2,820
81.03 3,886
80,83
2.32
81,03 2,83
Lüben.
6.99
7.01
6.99
7.01
Banknoten.
Berlin. 16. Juli.
Geld
Brief
Amerikanische Rote» .....
4,175
4.195
Belgische Noten .......
19,40
19,50
Dänische Noten .......
87.28
87,72
Englische Noten........
Französische Noten .....
20,355
20,455
19.80
19 90
Holländische Noten.....
167,73
168.57
Italienische Noten ...... '
15,62
15,90
Norwegische Noten. . ...
74,68
75,06
Deutsch-Oefterr., ä 100 Aron« Rumänische Noten......
Schwedische Noten.....
Schweife Noten......
59,05
112.32
81,45
60.65
12.395
59,35
112,88
81,88
60.95
12.455
Spanische Noten..... .
Tschechoslowakische Noten . .
Ungarische Noten . . , .
5.82
5.86
Fraulein Fob.
Roman von Anders C j e.
23. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
!§ine lange Weile komme ich gar nicht zum Wort. Kehler ist mit Fragen geladen wie ein Feuerwerk mit Raketen, und er schießt alle gleich- zeittg fast in einem Atemzug ab. Er will alles wissen. Richts hier in der Villa Carolyi ist so bedeutungslos, dah er nicht danach fragte. Wäre der Gedanke nicht so toll, würde ich glauben, daß Kehler dies Examen sich im vorhinein in einer bestimmten Absicht zurechtgelegt hätte, so genau war es ausgedacht.
Zum Schluß kommt dann die Reihe an mich. Sie erinnern sich alle, mit welch souveräner Verachtung Kehler sich stets über Personen in fester und abhängiger Stellung zu äußern pflegte, — „fixe Esel" nannte er sie. Es war daher etwas delikat, ihn geradeaus danach zu fragen, ob er einer von den „fixen Eseln" des Fellipsschen Bankshndikats geworden sei, aber mit einigen umschreibenden Worten gelang es mir.
„Run, meine Herrschaften, die Annahme ist richtig. Herr James Kehler hat sich einem Arbeitgeber untergeordnet. Was sagen Sie dazu? Alle Freiheitsphrasen Kehlers sind nichts anderes als Flausen, sein korsikanisches Blut, das nach Freiheit und Unabhängigkeit im vierten und fünften Glied schrie, muß jetzt seinen Pulsschlag unter Oberaufsicht von mindestens zwei Chefs und einer Direktion von zwölf Personen dämpfen, — obwohl er selbst, bis auf weiteres zum mindesten, nicht mehr als eine anzuerkennen scheint. Ich arbeite nur mit dem geschäftsführenden Direktor, betonte er
Natürlich lag da ein Hund begraben, aber wo? Frau Repin macht Anspielungen, Hauptmann Kassel äußerte seine Meinung und Leutnant Carlton desgleichen, — nur Fräulein Fob zog ihre Schlüsse. Da sie dies aber ganz still tat, müssen wir uns mit ihrer etwas spöttischen Miene und ihren leicht gerunzelten Augenbrauen begnügen.
Am Rachmittag wurde der Meinungsaustausch auf der Veranda fortgesetzt, die vormittags der Schauplatz der Rechtfertigung Papa Filis
Die Ferienzeit
der Börse immer mehr ihren Stempel auf. rend der ersten Stunden war das Geschäft
drückt Wäh- inner-
halb der Spekulation und der Auftragsneigung aus Publikumskreisen so minimal, daß sich eine mit Sicherheit zu erkennende Tendenz überhaupt nicht herausbilden konnte. Die offiziellen ersten Kurse ergaben dann gegen Mittag nur unwesentliche Veränderung und gingen lediglich am Montanmarkt niedriger. Hier verstimmten vor allem die vielen Zechensttllegungen im westdeutschen Industriegebiet. Der einzige Martt, für den wenigstens etwas Interesse vorhanden war, ist der Markt der Dorkriegs-Hypothe-
gegenüber den RachoörjeLurjen eine minimale Besserung. Im allgemeinen war die Stimmung nicht einheitlich. Kriegsanleihen gingen zunächst zu unverändertem Kurse, später etwas gebessert: zu 0,255 um. Der Pfandbriefmarkt, der schwächer lag, hatte Einbußen von 5 bis 10 Pfennigen zu verzeichnen. Die Abendbörse schloß in lustloser, aber behauptete'' Haltung. Deutsche Anleihen' Schutzgebietsanleihe 4,300. Bankaktien: Commerzbank 97,12, Darmstädter Bank 118, Disconto- gesellschast 107,75, Dresdner Bank 101,50, Mitteldeutsche Creditbank 96, Reichsbank 122, Oester- reichische Creditaktien 8,20. Montanaktien: Deutsch-Luxemburg 61,50, Gelsenkirchen 50,50, Kali Aschersleben 123, Kali Westeregeln 136. Chemische Aktien: Badische Anilin 125.50, Th. Goldschmidt 81,50. Jndustrieaktien: Licht und Kraft 99,12, Fuchs Waggon 0,65, Lahmeyer 71,50, Mainkraft 84, Junghans 69,50.
Börsenkurse._________________
5% Tralfffle 3trt<Q3anMbt 4*7o Deutsche ReichSanleihe 8Ve% Deutsche Reichsanlethe 3% Deutsche Reichsanleihe • Deutsche Sparvramienan leihe 4% Preußische Äoniols ■ ■ ■ 4®/e Hessen 3V//o Hessen..........
3% Hessen Deutsche Werth. Dollar-Anl.
bto. Doll -Schav-Anwetsng.')
*lo HoHtürfen.........
5% Goldmertkaner ... ■
Berlin er Handelsgesellschaft- Commerz, und Privat-Bank Darmst. und Nanonalbank • Deutsche Bank Deutsche Beretnsbaok ■ . . - Disconto Commandit Metallbank ........
Mitteldeutsche Kreditbank Oesterrcichische CredÜansialt. Weltbank .......
Bochumer Goß ■ ......
Buderus .........
Coro Deutsch -Luxemburg Gelsenkirchener Bergwerke. .
Bergbau erke Aschersleben. . . .
Kaliwerk Westeregeln .... Lanrahüw ........
Oberbedars ........
Phönix Bergbau ..... Ryeinttahl Krebeck Montau TrlluS Bergbau. ......
Hamburg Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd
Lheramtschc Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann Anglo-Conl.-Guano .... Badische Anilin Chemische Mauer «lavi» .„ Goldschmidt Griesheimer Electron .... Höchster Farbwerke .....
Holzverkohlung RLtgerStvcrke.........
Echeideanstalt .
«llg ElekrrtzfkätL-Gesellschaft Bergmann Matnkrastwerke ........ Schocker«
Siemens A Halske ....
Adlerwerke Kley« ...... Daimler Motoren. .....
Hevltgensiacdt. . ......
Megutn. ......
Motorenwerke Mannheim .
Frankfurter Armatur«, . . Konservenfabrik Braun . . .
Schuhfabrik Her,......
Sichel. ............
Zellstoff Waldhof Zuckerfabrik Frankenthal .. Zuckerfabrik Waghäusel
Berliner
Berlin, 16. Juli.
Frankfurt a-M-
Berlin
Sd)lur> Kurs
Schluss. 7lbcn>.
■:örk
Schluß fair»
Schluß Mittag bf.de
Datum:
15. 7.
16 7.
15. 7.
16 7
89.75
93,3
> ,775
89,75
91.55
6,8
91.75
93,55
6,75
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6.9
120.5
123
121
123
97,13
97.13
97
97
118
118
118
117.75
119,90
119
119,5
118.5
63
63
—
—
107.50
107.75
107.75
107,35
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88
—
—
96
96
96
16
8.30
8.20
8.50
8.40
0.07
0,08
0,1
0.1
70
—
70,5
67.25
51,50
—
52
50,70
47
—
4i
48
64
61.50
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—
110
105.25
122,5
123
123.50
123.60
136,5
136
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—
46,5
44.5
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—
53.5
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84.40
—
85.25
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—
67.4
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—
72.75
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—
—
—
53,75
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—
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—
—
_
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—
60
60
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—
—
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0,45
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—
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5,9
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——
—
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—
69,62
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103,5
103 25
—
—
100
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99.75
98,75
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—
74,5
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—
84
—
—
61,25
59
60.90
59.3
76,6
74
74,25
73,25
67,25
56.26
58
57
53.5
53
58
52
41
40
—
—
48,5
47.5
49,5
48.5
—-
61,5
61
0,41
0.4
—
—
0.79
101.5
0.785
100,5
—
—
70,26
69,6
3.1
—
2,75
2,6
2.4
—-
35,25
35,13
M
34,5
9.45
9.60
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76,75
75
—
—
66,5
65,25
68,5
66
Börse.
kenpfandbriefe, im Zusammenhang mit dem nunmehr vom Reichstag angenommenen Hypotheken-Aufwertungsgesetz. Die Kurse der auf diesem Gebiet führenden Werte lagen anfangs recht fest und lauteten für Hamburger 6,15, Meininger 5,5, Preuß. Boden 5,5. die Festigkeit der Pfandbriefe wurde jedoch ebenfalls bald wieder illusorisch, da das endgültige Schicksal des Gesetzes noch unbestimmt ist und die Entscheidung über seine Verkündigung oder Stellung zum Volksentscheid beim Reichspräsidenten liegt, über dessen Absichten bisher noch nichts bekannt wurde. Bei dem Mangel an jeglichem Geschäftsinteresse der Börse blieben außenpolitische Einwirkungen und sonstige Meldungen ohne jeden Eindruck. Selbst am Devisenmarkt blieb die Nachricht unbeachtet, daß in Italien der Banknotenumlauf um 1,6 Milliarden Lire erhöht wird, um den Anforderungen des Handels gerecht zu werden, also eine ausgesprochene Jnflations Politik getrieben wird, und daß in Frankreich die Steuereinnahmen im Monat Juni den geringsten Betrag seit August 1924 aufweisen. Die Wechselkurse beider Länder konnten sich vielmehr trotz dieser Tatsachen gegen London leicht befestigen, und zwar Paris auf 102,6 und Mailand auf 130. Der G e l d m a r f t blieb verhältnismäßig leicht, tägliches Geld 8,5 bis 9,5 Prozent, Monatsgeld 10 bis 11 Prozent. Die Reichsmark wurde notiert in London mit 20,42, Amsterdam 59,40, Zürich 122,60.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 16. Juli. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 24 bis 24,50, Roggen, inländ. 19,50 bis 21,50, Hafer, inländ. 20 bis 23. Mais (gelb) 19,20 bis 21,25, Weizenmehl, inländ., Spez. 0 37,25 bis 38, Roggenmehl 31 bis 32, Weizenkleie 11,90 bis 12,25, Roggenkleie 12,50 bis 12,75. Tendenz: ruhig.
Frankfurter Schlachtdiehmarkt.
Frankfurt a. M., 16. Juli. Auftrieb: 3 Ochsen, 6 Färsen und Kühe, 759 Kälber, 418 Schafe und 712 Schweine. Es wurden bezahlt für 100 Pfd. Lebendgewicht: Kälber: Doppelender feinster Mast 75 bis 80, feinste Mastkälber 75 bis 80, mittlere Mast- und beste Saugkälber 65 bis 74, geringere Mast- und gute Saugkälber 55 bis 64. Schafe: Mastlämmer und Mast- hämmel 45 bis 50, geringere Masthämmel und Schafe 37 bis 44, mäßig genährte Hümmel und Schafe (Merzschafe) 20 bis 35. Schweine: Dollfleischige von 80 bis 100 Kg. 86 bis 88, unter 80 Kg. 80 bis 85, von 100 bis 120 Kg. und von 120 bis 150 Kg. 86 bis 88. Marktverlauf: Kälber bei flottem Handel geräumt, bei Schweinen und Schafen schleppendes Geschäft und etwas Heber« stand.
Berliner Produktenbörse.
Berlin, 16. Juli. Der Produktenmarkt war bei ruhigem Verkehr schwächer, besonders für Roggen. In Wintergerste hält das starke Angebot .an, Verkäufe sind aber weniger. Hafer, Mehl und Futterartikel hatten bei kleinen Umsätzen wenig veränderte Preise. Es wurden notiert für 1000 Kilo: Weizen, Juli 264,50 bis 265,50, Roggen, märt 220 bis 223, do. Juli 217,50 bis 216,50, Futtergerste 200 bis 215, Hafer, märt 238 bis 248, do. Juli 188, Mais, loko Berlin 214 bis 215, Raps 340 bis 350; für 100 Kilo. Weizenmehl 33,50 bis 36, Roggenmehl 30,50 bis 32,75, Weizenkleie 12,90 bis 13, Roggenkleie 13,40, Diktoriaerbfen 29 bis 34, kleine Erbsen 25 bis 26,50, Futtererbsen 22 bis 26. Peluschken 23 bis 26,50, Ackerbohnen 24 bis 26, Wicken 26 bis 27,50, Lupinen, blau 12 bis 13, do. gelb 15 bis 16,50, Rapskuchen 15.80 bis 16. Leinkuchen 21,90 bis 22, Trockenschnitzel 10,80 bis 11,20, Torfmelasse 9,50, Kartoffelflocken 24,50 bis 24,70, Zucker 17 bis 19.
Frankfurter Opernhaus.
„Auf Beseh! der Kaiserin!"
Auf „Die schöne Unbekannte" folgt Bruno Gra- nichstaedens „Auf Befehl der Kaiserin!", Text von Leopold Jacobson und Robert Bodanzky. Ein Operettenidyll aus alten gemütlichen Zeiten, lautet der Untertitel der von der Liebe eines kleinen Wiener Mädels und dem Gardeoffizier, der Eifersucht der jungen Kaiserin Maria Theresia auf ihren Gemahl und den daraus entstehenden Verwechslungen handelnden Operette. Unsere heutigen, weit weniger gemütlichen Zeiten lassen nicht mehr das rechte Verständnis für Idylle in diesem Sinne aufkommen; weniger „Süßigkeiten" und mehr Handlung wäre
vor Fob gewesen war. Hnfere ganze Geschichte hätte vielleicht einen anderen und weniger tragischen Verlaus genommen, wenn Fob auf den Kaffee und die Gesellschaft auf der Veranda nicht verzichtet, sondern ihr beigewohnt und gewisse Mitteilungen vernommen hätte, die Leutnant Carlton darüber machte, mit welchem Scharfsinn Bankdirektor Fellips fälsche-: und Betrüger unschädlich machte. Diese für die Art der Intelligenz des Herrn Fellips bezeichnenden Mitteilungen hatte der Leutnant im Zuge erfahren — von einem Regimentskameraden, den er zufällig getroffen — und sie ergänzten vortrefflich, was man bereits früher zu glauben wußte. Es handelte sich um einen jungen gewesenen Offizier namens Bern, der zu seinem Hnglüd die Gabe hatte, mit Leichtigkeit die Schnörkel, Schleifen und übrigen Finessen nachzOahmen, mit denen andere Leute ihre Handschrift schmückten, und der vor einem Jahre Fellips mit diesem Talente zu überraschen versucht hatte.
Das Experiment mißglückte aber, und Bern stand einige Stunden lang der Schwelle des Zuchthauses so nahe, wie ihr ein Mensch nur stehen kann, — Herr Fellips hatte schon das Telephon ergriffen, um die Mitwirkung der Polizei für die weitere Behandlung des Missetäters zu verlangen. Aus irgendeinem Anlaß aber, der dem Gewährsmann des Leutnants nicht bekannt war, änderte Fellips in der letzten Sekunde seine Absicht bezüglich Berns Zukunft. Er zog es vor, den Mann dadurch unschädlich zu machen, indem er ihm eine Stelle in seiner Bank anbot, eine sehr schöne und humane Eingebung, die der Bankdirektor niemals zu bereuen hatte, denn Bern war treuer als ein Hund und dankbarer als der Löwe in der Fabel von Androklus. Unö er wäre dies, so wurde gesagt, in dem gleich hohen Grade gewesen, auch wenn sein von ihm unterzeichnetes und bezeugtes Geständnis von Herrn Fellips nicht in sichere Verwahrung genommen worden wäre, — in einem der vielen feuer- und einbruchsicheren Kassenschränke des Bankiers. Diese ganze rührende Geschichte kam, wie gesagt, niemals zu Fobs Ohren. Sofort nach dem Mittagessen suchte sie nämlich Tante Karo- line auf, um dieser respektablen Dame die Symptome mitzuteilen, die sie bei Papa Fili entdeckt
hatte. Die Tante zeigte sich aber vollständig verständnislos — zu Fräulein Fobs offen erklärtem Qlerger. Um ihr Gemüt wieder ins Gleichgewicht zu bringen, unternahm sie einen langen Spaziergang auf Karolinens weit ausgedehntem Besitztum, und als sie sich endlich auf der Veranda zeigte, herrschte dort Totenstille. Das Gespäch war gerade unterbrochen worden, und die Ursache war, daß Frau Repin, die an das Geländer gelehnt stand, plötzlich die Hand erhoben und gesagt hatte:
„Still. Hören Sie?"
2a, man hörte. Das Knirschen des Schneckensandes auf der langen ulmenbeschatteten Allee wurde immer stärker. Gleich darauf hörte man, wie die Pferdehufe dröhnend auf den Holzbelag bei der Wegkreuzung klapperten, das Geheul der Hunde, die gegen die Equipage ansprangen, und ihr wahnsinniges Gekläff, das sich mit dem Peitschenknallen mischte, durch das sich der Kutscher — gewöhnlich ganz ohne Erfolg — bei den aufgeregten Tieren in Respekt zu sehen suchte.
Exzellenz zog seine Uhr:
„Das ist eine kuriose Zeit," sagte er. „Das ist ganz außerhalb des gewöhnlichen Fahrplanes."
„Also ein Extrazug."
Die Bemerkung rührt von Hauptmann Kassel. Er sah Fräulein Fob fragend an.
„2d) weih nichts," sagte ihr energisches Kopfschütteln.
„Frau Repin soll das Terrain rekognoszieren," entschied Leutnant Carlton.
Da Frau Repins eigene Wünsche mit Leutnant Carltons Order zusammenfielen, wahrte es nicht drei Sekunden, bis sie am Ende der Veranda war, dort, wo diese auf den großen Platz vor der Villa hinausging. Sie beugte sich über das Geländer und blickte hinaus. Darauf sah man sie mit ihrem Taschentuch mit allen Kräften winken.
„Das kann wohl nicht der geschiedene Herr Repin sein." sagte Hauptmann Kassel übellaunig.
Er war es auch nicht. Als Frau Repin, lächelnd wie immer, zu den Herren und Fräulein Fob zurückkam, verkündete sie feierlich:
„Ich erlaube mir, den hochgeschätzten Stirn»
unterhaltender. Aber das Ganze ist sehr hübsch und wirkungsvoll aufgemacht, ist musikalisch recht melodiös und geschmackvoll und wird flott gespielt und gesungen. Schlager fann man nicht sagen, aber musikalischer Höhepunkt ist der Walzer „Komm, die Kaiserin will tanzen". Gute Marin Theresia, zu was du nicht alles herhalten mußt! Wieviel Operettenstoff hat sie und ihre Kollegin, die große Katharina, schon abgegeben? Diesmal verkörperte szene. Sehr liebenswürdig assistierte ihr Georg Nelly Pirchhoff die Kaiserin stimmlich wie darstellerisch ausgezeichnet, ganz reizend ist eine Kinder- Gütlich als Franz. Wirkungsvoll wie immer und als Wiener vollkommen in seinem Element war der Metzgermeister Weißkappel Alois Nesnis, der auch für die geschmackvolle Inszenierung verantwortlich zeichnete. Humorvoll ergänzend stand ihm Robert Hellwig als Weißkappel junior zur Seite. Das Liebespaar, welches sich am Schlüsse, dank der Befehlsänderung der Kaiserin, doch bekommt, waren Mim Brix und Oskar Neruda; sie taten ihr möglichstes, um aus den Rollen herauszuholen, was irgend ging. Das Publikum knauserte nicht mit Beifall: es fühlte sich allem Anschein nach bei dem gemütlichen Wiener Idyll doch sehr wohl. Vox populi, vox Dei! L. W.
Schach
Der 24 Kongreß des Deutschen Schachbundes in Breslau.
wird in der Zeit vorn 18.2uli His 2. August im Kongrehlokal Hermannloge, Museumsplatz 16, stattfinden. Da es den schlesischen Schochfreunden gelungen ist, trotz der ungünstigen Zeit etwa 15 000 Mk. aufzubringen, wird e£ möglich, daß sich der diesjährige Kongreß in der Ausmachung denen der Vorkriegszeit nähert. An dem daselbst stattfindenden Internationalen Meisterturnier werden sich folgende 12 Spieler beteiligen: Rubinstein, Riemzowitsch, A e t i, B o- goljubow, Grünfeld, Sämisch, Prof. Becker, Wagner, Dr. Tarrasch, von Gottschalk, Dlümisch und Moritz.
Der Breslauer Kongreß, der rein idealen Zwecken dient, gibt aufstrebenden Schachtalenten Gelegenheit, die Würde eines Schachmeisters zu erringen; es findet somit ein Internationales Rundenturnier statt. Es kann an ihm der stärkste Spieler jedes Schachverbandes teilnehmen. Der Oberrhein sendet Hussvng - Ludwigshafen, der Riederrhein Kalthenne r- Köln, der Mittelrhein (Hessen) Orb ach-Frankfurt a. M., Niederelbien Schönmann-Hamburg, Westfalen Dietrich- Dortmund, Prov. Sachsen Frhr. v. Holzhaufen - Magdeburg. Sachsen Kühn- Chemnitz, Schlesien Bergmann- Carolath, der Osten Fuchs- Danzig, Oesterreich Hönlinger - Wien, Deutsch-Boy-- men Gilp » Mährisch-Osten.
Für alle anderen starken Spieler, welche nicht als Vorkämpfer eines Landes bevorrechtigt sind, steht das Hauptturnier B offen; hierzu haben sich 32 Spieler gemeldet. Auch hier erhält der 1. Preisträger den Meistertitel des Deutschen Schachbundes. Außer einem Damenturnier, aus dem die Siegerin den Titel Schachmeisterin des Deutschen Schachbundes erhält, finden noch 4 weitere Turniere für mittlere und schwächere Spieler statt.
Man rechnet mit ungefähr 200 Turnierspielern.
Rundfunk-Programm
des Frankfurter Senders.
(Aus der „Radio-Llrnschau".)
Samstag, 18. 3uIL
12 Ahr: Nachrichtendienst. 4 Uhr: Wetterbericht der Gießener Wetterdienststelle. 4 älhr: Wirtschaftsmeldungen. 4.20 älhr: Nachrichtendienst. 4.30 bis 6 Tlhr: Nachmittagskonzert des Hausorchesters: Schlager-Revue. 6 Tlhr: Wirtschaftsmeldungen. 6 bis 6.30 Ubr: Jugendstunde: Aus dem Roman „Unter Geiern" von Karl May. 6.30 bis 7 Uhr: Briefkasten. 7 bis 7.30 Uhr: Aus Historie und Phantasie (Anekdoten und Rätsel). 7.30 bis 8 Uhr: Vortrag von Syndikus Mahr: „Das neue Verfahren für Reparationssachlieferungen". 8 bis 8.30 Uhr: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung. — Vortrag von Redakteur Quint: „Die olympischen Spiele im alten Griechenland". 8.30 Uhr: Musikalische Sülgeschichte in praktischer Darstellung (sechster Abend). — Anschließend: Nachrichtendienst, Wettermeldung, Sportfunkdienst.
schauspieler, den großen Finanzier und Mann der Zukunft, den Bankdirektor Harry Fellips anzumelden."
VIII.
Gabbys Enttäuschungen.
Die sonst so fröhliche Gabbh Dulcroft ärgerte sich über eine ganze Reihe von Enttäuschungen und litt überdies ganz schrecklich unter der Hitze des tropischen Spätsommertages. Das Schlimmste war, daß sie niemand hatte, an dem sie ihren Aerger auslassen konnte.
Gabbh verlangsamte unschlüssig ihre Schritte, — wohin sollte sie eigentlich gehen? Auf dem Trottoirs der Großstadt flanierten unermüdlich die Herren und Damen, deren sonnverbrannte Gesichter, wie es Gabby schien, eine unerträgliche Selbstzufriedenheit widerspiegelte. Sie selbst war nur zornig, — sie litt unter dem schlimmsten Aerger, dem ein Mensch ausgesetzt sein • kann: sie war auf sich selbst böse. Wie konnte man nur so idiotisch sein?
Plötzlich stgnd die junge Dame Angesicht zu Angesicht einem Spiegel gegenüber. Es war ein schön geschliffenes Glas, in das Auslageportale einer der ersten Konditoreien der Hauptstadt \ eingelassen, aber Gabbys Laune wurde dadurch nicht um das mindeste fröhlicher. Eher im Gegenteil. Sie erblickte das Bild eines sonst wegen seiner vielen Reize gepriesenen Gesichtes, das aber jetzt durch eine tiefe Falte zwischen den Augenbrauen und bitter zusammengepreßte Lippen entstellt war. ilnö wie der Teint aussah. Das junge Fräulein sah aus, als ob es Wangen und Nase in eine mit Himbeersaft gefüllte Schüssel getaucht hätte.
Entschlossen drückte Fräultin Dulcroft die Messingschnalle nieder, trat in die Konditorei ein, ließ sich an einem Tisch nieder und be- steltte rasch ein Eiscremesoda.
Die Kellnerin starrte naseweis auf das et- bitjte Gesicht der Dame und gab sich leine besondere Eile.
„Haben Sie nicht gehört?" stieß Gabbh hervor, und der Tonfall ihrer Stimme verriet, daß sie Sofortigen Gehorsam gewohnt war. Bei sich dachte sie sich aber: sehe ich wirklich so schrecklich aus? (Fortsetzung folgt.).
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