Ur. U4 Drittes Blatt
Frankreichs Außenpotiti
Tast bie Nachfolgeregierung des Herrn Her- tiot im groben und ganzen daS bisherige System teliubcbullen geben!!, soweit außenpolitische 011p- mente dabei in Frage kommen, geht ouS allen bisherigen Q2taf)naUrnen deS Pariser Äabmctte hervor. Die Sozialisten haben mit den um* wälzenden Böa L n kes 11. ÖKai 1923 eine er» heb liehe Stärkung ihre» Einflußes tn den Demeinbevertrelungen erhalten und dürsten auch auf (i-runb dieser Erfolge die Politik de» Ma- binctts Briund-Caillaur vor allem im Senat erfolgreich Innen. Las Problem ßaillaui bleibt in der französischen Innenpolitik wohl das beifjcfle Eisen Sachlich und persönlich ergeben sich Reibungeslackn i! genug, um in einer 2kra billiger innerpolitischer Auseinandersetzungen die Geister in Bewegung zu halten 2lbcr diese innerpvlltischen Momente werden für die Gestaltung der frarzösllchen Aust en Politik kehten EndeS nur in zweiter Linie von Ein- fluß sein
Die ulten Illusionen des französischen 3m- pcrialiS.nr « Hub noch durchaus nicht ausgegeben, und der Zeitpunkt, an dem Frankreich zu wirt- schastlichei und finanzieller Dernunst zurückkehren wird, liegt noa> in weiter Ferne Auch wenn man die schwerwiegenden realen Zusammenhänge, welche zwischen der .reinen Politik und den Machten der Finanzen und der UMrtfdxift bestehen. entsprechend berücksichtigt, so bietet augenblicklich die europäische Gesamtlage für Frankreich eine unverändert günstige Machtstellung, an der feil st erhebliche innerpolitisch: Meinungskämpfe wirtschaftliche Unebenheiten und der Gegendruck der gröhten Wirtschasts- und Geldmäch-c der Welt, England und Amerika, zunächst noch nichts zu ändern vermögen. Gerade England gegenüber bieten sich für Frankreich in Afrika und Asien immer noch gröfjte Möglichkeiten zu weltpolitischen Kompensa- tivnsgcschasten. während in Amerika trotz merklicher Abkühlung in der Aeuyorker össent- lichen jllcinunq genügend ©timmung, besonders in den suluendc.i Schichten, dafür übrig bleibt, um die 2)01 liebe für französische Kultur, damit ater auch den Ruhm der französischen Nation zu verkünd ein
Hun wird die Regelung der inner- sranzösischen Finanzlage vielleicht in einer Art und Weise erfolgen, bei der einerseits dem Inland größere Steuerlasten aufgebürdet werden, anderseits aber gewisse Gelder frei' gemacht werden könnten, die dann für die 21 ü cf - Zahlung der französischen Kriegsschuld. wenn auch in beschränktem Umfange, 'n Frag, kämen Vielleicht wird auch mit Hilfe ber Sozialisten die Kredithergabe für militärische Rüstungen einigermaßen cingeschränlt. Letzteres aber wurde m Neuyork zum mindesten die Stim- mung für Frankreich wieder verbessern, woraus es besonders Herr» Briand im Augenblick stark antommen dürste. Auch ix der Sicher- heitSsrage versuchen die französischen Poli- ttler England gegenüber ein Entgegenkommen vorzubereiten. Zur politischen Berrchigung nicht
Landes, sondern von ganz Europa lassen die französischen Politiker über diesen mit England zu vereinbarenden Grund- tert eine. S> , e. abkommens ihre Gedanken- gänge der öffentlichen Meinung langsam und in ganz kleinen Dv'e.r zulvmmen. Vorläufig allerdings ist man über die Ausgestaltung des Ga- rantiepakts selbst gegenüber England noch nicht zu praktischen Ergebnissen gelangt. Es herrscht in Frankreich unbedingt eine gewisse Unsicher- beit, trotzdem, wie schon hervorgehoben, die bisherige Linie der Außenpolitik sortgefetzt werden soll.
güt daran 'n den Fragen de->
■ . 1 m trolle der Ahein- ' 5 n einen als richtig erkannten Kurs w e i t e r z u st e u e r n. Wir müssen unter allen Umständen und vor weiteren Verträgen und Bindungen hüten.- bei denen wir erneut in eine Zwangslage hineinkommen könnten. wie wir sie leider durch irrige Beurteilung der Realitäten des Völleriebens seitens unserer fühlenden Politiker so oft bereits haben auf uns nehmen muf'cu. In dem großen Ringen um ung um bet beut- am toi tschaftlichen Wiederaufbau 21 ‘f chtc n trotz bei unbedingt
. ä igigieit von fremden Finanz- und Wirlschastsmächten durchaus nicht fo schlecht.
11 Hute.i vor dem Verkennen der nächstliegenden wirtschaftlichen Notwendig- fciicn. wie es ia leider gerade zur Zeit des 21b- schlusses be-> London ee Abkommens der Fall war. Heute ber-ts tritt die Undurchfuhr- b ar feit de Dawesplanes nur allzu er- fciinlit in n 1 <.t Wirtschaftsbilanzen hervor. Und auch das Ausland beginnt sich mit dem Gedanke!' ’iertraut . machen da st Deutschland kaum d-i: H. ! te irr im Dawesplan vorgesehenen Zah- lungeu werbe leisten können. Derlraulichc Ve- Ag-'i'i . .evuration - ■' ungen Parker
^ilbcri. ;n London und va. ö vorliegen. Da st die fra.'.zöfisck? 21h ■ enpolitit Deutschland gegen- übet keine Rücksichtnahme gelten lassen wird, ist ^var do.lauf anlcanm;die Well von ber Un- cifülltar'eit her Deweslasten eines TageS mit - 'lern . ..G liurt u überzeugen im übrigen aber mit ? - 'ftei: Entschluß in der uns gewährten
1 . darauf einzurichten, dast unsere eigene Wirtschaft zunächst einmal ' o I i b t wieder aufgebaut wird. Die Rück- ” onsverpfljchtung«»
’-r 11 ' i Ji.i:-,öitfd)?n An»landfchulden und den l, u*1 ' ; • a^limgsverpflichtungen besteht zur
i! fc:i x'.usanim^nbang und Darf auch kein solcher bestehen.
Kunst und Wissenschaft.
Grogdeutf he Kunstausstellung
Dnrrnstadt 1925.
Di: diesjährige KuustaussteUnng auf b.r Mathildrnhohe fuhrt ihren Rainen .Großdeul'che' deshalb, weil sie nicht nur Kunfiwer.'e aus allen deutsch: » otien zeigt, sond:r.i auch Werke von Auslandr rutschen, von Künstlern a-as Böhmen nnd Oesterreich. Die b:ntig: Kunst Wiens wird durch einige ihrer stärksten Meister vertreten sein.
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)
So wird di: „Grohdeutsche Kunstausstellung" dieSmal ein fesselndes Bild von der Vielseitigkeit und Straft deutschen Kunstschaffens bieten, denn neben sehr zahlreichen neuen Namen noch wenig bekannter und junger Äünfiler wurden die anerkannten Meister nicht vergessen. Der I u r n der Ausstellung gehören folgend: Künstler an: Bildhauer Professor Robert Lauer. Prof Albin- müller. Architekt. Maler Professor Adolf Dever. Maler Professor Heinrich Getrost, Maler Prosessor Albert Hartmann. Bildhauer Prosessor Heinrich Jobst, Maler und Graphiker Professor Friedrich Wilhelm Kleu- k e n s. Maler Professor HanS v. Dolkmann- KarlSruhe.
Aus der Provinz.
Landkreis wirken.
-I llvieseck, 16. Mai. Wegen Milchpa n t s ch e r c i wurde ein junges Mädchen von hier mit 60 M k Geldstrafe bestraft, an Deren Stelle im UneinbringlichkeitssaUe 12 Tage Gefängnis treten sollen. Außerdem wurden der Derurteilten sämtliche Kosten des Verfahrens auserlegt und bestimmt. Da6 das Urteil 8 Tage lang an der Ortstafel anzuschlagen ist. Sie war beschuldigt, Milch in der Weise gefälscht zu haben, daß sie 100 Teilen Milch 28 Seile Wasser znsetzte. Der Wunsch nach einem .Nebenverdienst" wird wohl die treibende Kraft zu diesem verwerflichen Tun gewesen fein. Die vielfach geäußerte Meinung ist sehr begreiflich, daß derartige Sünder nicht hart genug angefaßt werden können.
'Lich. 16. Mai. Der in ©ängerlrcifcn wohlbekannte Gesangverein ,Cäcilja" - Lich veranstaltet am Sonntag. 24. Mai. ein größeres Konzert, zu dem der Verein hervorragende Solokräfte gewonnen hat. Näheres ist aus dem heutigen Anzeigenteil erfichtlich.
ch. Lich, 14. Mai. Das Rheinland rüstet sich eben in seinen größeren Städten zur Tausendjahrfeier und will damit seine Zugehörigkeit zum Deutschen Reich kräftig unterstreichen. Neben Erzeugnissen deutschen ©etoerbc- sleistes werden auf Den verschiedenen Ausstellungen auch zahlreiche Werke alter und neuer Kunst vertreten sein. Auch unser H e s s e n l a n d soll dabei nicht fehlen. Einem Doppelgrab- st e i n unserer altehrwürdigen Marien st ifts- k i r ch e aus dem Anfang des 14. Jahrhunderts wird seines Alters und besonders seines Kunst- wertes wegen auf der Kölner Ausstellung ein bevorzugter Platz eingeräumt werden. Er zeigt den Dynasten Euno II. von Falkenstein und dessen Gemahlin Anna von Nassau, beide 1333 gestorben, den Sohn und Die Schwiegertochter Philipps III. von Falkenstein, des Gründers der Stadt Lich und ihres Wohlstandes. Beide sind in Lebcnsgröste und schlichter Kleidung dargestellt und nach Ansicht von Kunsthistorikern hervorragende Werke gotischer Htein- mehkunst. Beauftragte Künstler haben vor einigen Tagen ausgezeichnete Gips Nachbildungen dieser Denkmäler in unserer Kirche geschaffen, die dann wohlverpackt an ihren Bestimmungsort abgingen. Sie werden ein wirkungsvolles Schmuckstück der Ausstellung bilden.
Mrcie Schotten.
Schotten, 15. Mai. Seit einigen Tagen stehen die Ob st bäume in voller Blüte. Wenn nicht eine falte Nacht der zarten Blütenpracht verderblich wird, darf man mit einem guten Obstjahr rechnen Die Zwetschen- bäume. die schon verblüht haben, zeigen keinen übermäßig reichlichen, aber gleichmäßig guten Fruchtansatz.
Giche Isdorf, 15.Mai. Die Kirch e n st e u e r z e 11 e l, die in diesen Tagen auf den Tisch der Steuerzahler flatterten, erregen etwas öie Gemüter. Man vermag sich schwer Daran zu gewöhnen, einen wesentlich höheren Steuersatz, wie er in der Vorkriegszeit üblich war. mit Gelassenheit hinzunehmen. Allgemeine und örtliche Kirchensteuer betragen zusammen 25 v. H. der zu entrichtenden Einkommensteuer.
Ureis Büdingen.
X Ortenberg, 15. Mai. Das auf den 14. Juni angesetzte Derbandssest der evang. Kirchengefangvereine des südöstlichen Oberhessens mußte leider wegen der wahrscheinlich an diesem Tage im ganzen Hessenland stattfindenden Bürger- m e ist erwählen und aus anderen Gründen auf den 12. Juli verlegt werden. Es nehmen Daran 8 Vereine mit etwa 300 bis 400 Sängern und Sängerinnen teil. Die Massenchöre werden unter der Leitung von Pfarrer Lic. Stumpf- Eschenrod stehen. Zum Vorsitzenden des Verbandes wurde Pfarrer Bock- Ober-Mockstadt gewähll.
)( Aus dem Niddertal, 15. Mai. Unfer herrliches Tcllchen gleicht zur Zeit einem einzigen Blütengarten. Nachdem Dirnen und Steinobst bereits verblüht find, stehen die Apfelbäume nun in voller Blüte da. Wer einmal nn Mai unsere schon gelegenen Dörfer und Städtchen umgeben von diesem Blüten kränz gesehen hat, oder etwa von Listberg kommend unter Den ganz besonders schön blühenden Goldparmänen bis Ortenberg hergegangen ist, wird diesen Anblick lange nicht vergessen Die Apfelbäume blühen in diesem Jahre reicher, wie sonst, öelbft Die gefürchteten Eisheiligen haben sich scheinbar in diesem Jahr erweichen lassen und sind an Der Dlüte gnädig vorübergegangen, so daß, wenn nicht unvorhergesehene Rückfälle ober sonstig: Schäden eintreten, wohl wieder einmal mit einer guten Apselernte gerechnet werden kann. Die Birnen, die voriges Jahr reich geblüht und getragen batten, versprechen nur eine ganz geringe ©rntc. dagegen haben Kirschen stellenweise sehr
angefetzt: Inder find die Sauerkirschewieder sehr stark von der Monilia gefallen. Das schöne Detter Der letzten Tage hat Die Arbeiten in (XclD und Gärten sehr gefördert, es ist nur zu wünschen, daß Der Wonnemonat Mai uns auch weiterhin lauter Wonne und Segen bringt
Kreis Wetzlar.
21. Str of Dorf, 14. Mai. Die hiesige epar- und Kredit kaffe ist laut Beschluß Der General- Versammlung aus dem ,,Verband der ryeinpreußi- schen landwirtschaftlichen Genossenschaften und der Hauptgenosienschastskasie für Rheinpreußen, e. G. m. b. $)„ beide zu Bonn, ausgetreten und dem Verband der nassauisch-landwirt^ s ch as tt ich en Genossenschaften e.D. in Wiesbaden, beiaetreten. Im Interesse einer schnellen
I 21bwicklun^ der Geschäfte ist dieser Schritt zu begrüßen. txemrr wurde ein sechstes Ain'sichtsrats- Mitglied gewählt.
B. Krofdorf. 15. Mai. Die B a u t ä t i g - keil scheint nunmehr auch hier wieder in Fluß zu lammen. Bor unserem One. an der Straße nach Gießen werden an vier Stellen Backsteine geformt Leider kann die Gemeinde infolge ungünstiger finan Zieller Verhältnisse die Baulusl-gen nicht genügend unterstützen (Holz und Bauholz stellt die Gemeinde, sonst würde noch weit mehr gebaut werden. Die (He nieinde selbst hat im Dorigen Jahr cm lldnlamilicn- Haus fertig,tellen lassen. Dieses ist seit November bewohnt Geplant sind noch weitere Gemeindehäuser.
D. Lützellinden. 15 Mat. Die Frage Der Neuverpachtung Der hiesigen Ge- rneindejagD. Die infolge Ablaufes Des bisherigen Pachtvertrages mit Dem 1. April D. I. pachtfrei geworden ist, ist noch immer nicht abschließend geregelt. Es ist beabsichtigt. Die Jagd in 3 Bezirke einzuteilen und diese zunächst zusammen und dann einzeln auszubitten. Gegen diese Art der Verpachtung hat ein Iagdgenolse Einspruch bei dem Kreisausschuß zu Wetzlar erhoben, über den noch nicht entschieDen ist. Der Vertrag über die Verpachtung der aus hessischem Gebiete belegcnen Markwaldjagd ist ebenfalls am 31. März ds. Is. abgelaufen. Diese Jagd soll zusammen mit der Gemeindejagd jedoch getrennt, zur Neuverpachtung gelangen. In einem bei dem Pachteinigungsamt zu Limburg anhängig gemachten Verfahren wegen a n - derweiter Festsetzung der Iagdpacht für das Rechnungsjahr 1924 erzielte die hiesige Gemeinde rund 65 ProzentderFriedens- pacht. Außerdem müssen Die Pächter Die Pacht- summe vom 1. April 1924 ab bis zum Tage der Zahlung mit 12 Prozent verzinsen. Die Pächter wollten freiwillig nur 40 Prozent der Friedens pacht bezahlen. Die benachbarten Gemeinden Groß-Rechtenbach und Reiskirchen erzielten ähnliche Ergebnisse.
D. Niederkleen. 15. Mai. Mil Dem augenblicklich im Gange befindlichen Ausbau Der Straßenach Oberkleen vollendet Die hiesige Gemeinde den Rest des straßenmäßigen Ausbaues ihrer Wege, die Dann vom Kreise in Dessen Unterhaltung übernommen werden sollen.
d. Groß. Rechtenbach, 15. Mai. Die G e. samteinwohnerzahl der Bürgermei. Jtcrei Rechtenbach beträgt nach der letzten öcftfteUung 7925. Hiervon entfallen auf Dornholz, taufen 468, Ebersgöns 433, Groß-Rechtenbach 599, Hochelheim 913, Hörnsheim 675, stleinrechtenbach 332, Lützellinden 1169, Münchholzhausen 918, Niederkleen 551, Oberkleen 573, Reiskirchen 111, Vollnkirchen 254, Volpertshausen 341 und Weidenhausen 23s Einwohner. — Beider für verschiedene Gemeinden der hiesigen Bürgermeisterei abgehaltenen Eiche nlohrinden-Submission wurden Gebote bis zu 5,20 Mk. je Zentner abgegeben. Die Gemeinden haben zum Teil die Submission nicht genehmigt und die Lohrinde aus freier Hand zu 5/40 Mk. je Zentner verkauft. Die Forderungen für das Schalen, Aufbinden, Verwiegen und Ab- fahren der Lohe bewegen sich zwischen 3 und 3,50 Mark je Zentner. — Bei der gestrigen Nutzholz- s u b in i s j i o n für die Gemeinden Vollnkirchen und Volpertshausen wurden geboten: für fiicfcrnffämme 2. SM. bis zu 40 Mk., 3. Kl. bis zu 29 Mk. und 4. SU. dis zu 26,50 Mk. je Fest- meter. Auf Fichlenstämme wurden geboten: für 1 Kl. bis zu 36 Mk., 2. Kl. bis zu 32,60 Mk., 3. Kl. bis zu 30 Mk. und 4. Kl. bis zu 2-5,60 Mk. je Festmeter.
Starkenburg und Rheinhessen.
* Darmstadt. 15. Mai. Die Veranstaltungen des Darmstädter Sommers 1925 beginnen am Sonntag mit der Eröffnung der Kunstausstellung Der Freien Vereinigung Darmstädter Künstler in Der Kunsthallc am Rheintor. Die Mitglieder dieser Vereinigung sind geborene Hessen oder in Hessen anfällig. Die für Den 16. Mai vorgesehene Eröffnung der Groß- deutschen Kunstausstellung auf der Mathildenhöhe kann nicht flattfinben, sondern erst am Mittwoch. 27. Mai. vor sich geben. — 3m Dialonissenhaus Elisabethen st ist werden ani Sonntag 10 Schwestern zum Diako- nissenaml eingesegnet. Das Elisabethen- stift ist das Mutterhaus der evangelischen Ge- mcindeschwestern in Hessen. — Nach einer Vereinbarung zwischen Vertretern Der Landwirtschaft und des Milchhandels beträgt der Verkaufspreis für Milch vorn 1b. Mai ab in der Stadt Darmstadt 32 Pf. das Liter (früher 35 Pfennig).
" Babenhaufen 15 UlaL Hier brannte gestern die Z e 11 u l o i d s a b r i k des Daurates Schöberl «Mannheim) nieder. Die Feuerwehr und Die Schutzpolizei bekämpften den Brand, und es gelang, öie Wohnhäuser Der Umgebung vor dem Feuer zu bewahren. Außer großen Zelluloid Vorräten und dem größten Teil der Fabrik wurde auch die Wohnung eines Ingenieurs ein R a u b d e r Stammen; gerettet werden konnte nur das Presse- Haus und das Maschinenbaus. Der Betrieb kann, wie die Fabrik mitteilt, fortgeführt werden Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt.
Hessen-Nassau.
* Königsberg, Kr. Biedenkopf. 15. Mai. Der, Gesangverein Liederfreund feiert am ersten und zweiten Pfingsttage sein 50- jähriges Bestehen. Die Festvorbereitungen find in vollem Gange. Die herrliche Lage dcs Festplatzes beim Kirschen Wäldchen, seine Größe und der Umstand, daß auch die Festgebäude in ihn mit ein bezog en werden können, ermöglichen eine großzügige und geschlossene Einrahmung durch Festschmuck. 15 Vereine haben bis jetzt ihr Kommen zugesagt. DaS Wettsingen beginnt am zweiten Psingstseiertag vormittags, mittags findet ein Festakt statt. Falls Petrus ungnädig ist. ist eine gedeckte Frsthalle mit Bühne und Tanzboden vorgesehen.
f pd. Frankfurt a. M., 15. Mai. An Der Arbeiter-OlympiaDe, Die Ende Juli im hiesigen Stadion abgehalten wird, beteiligen sich mehrere hunderttausend Arbeiter, für deren Her- anbeförDerung allein über 100 Sonderzüge aus allen Tellen Deutschlands erforderlich sind. Die Ausgaben dieser bisher größten deutschen Sportveranstaltung toerben auf rund 1,25 Millionen Mark beziffert. — Der Kassenbote Ries hatte aus Offenbach von einem dortigen Dankhaufe 3 00 0 Mark geholt und hielt das Geld, während er auf Den I
Samstag, 16. Mai (925
Rade heimsuhr, in einer Aktenmappe unter Dem Arm geborgtil Auf Der Mainbrücke hohe ibn rin Radfahrer ein der ihm die Mappe entriß und in wenigen Augenblicken verschwunden war. Die sofort mitgenommene Verfolgung des Räubers hatte keinen Erfolg.
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Der Verband der mittleren Verwaltungsbeamtcn in Hessen hielt feine diesjährige Hauptversammlung am vorigen Samstag und Sonntag in Mainz >u- $>ei ©an gewidmet - u a. sand eine herrlich verlaufene Dampseitahrt auf Dem Rdein statt
Am Sonntag widmete man sich Den geschäftlichen Verhandlungen. Die im Gutenbein- Kasino ihren Platz hatten )lach Verlesung de» Tätig-- leitsberichtes durch Den ersten Vorsitzenden v o ii - £ i I f Wurde in ,ine lebh ift getreten, an der sich vor allem Regierungsrat Schneider, Die Inspektoren Ritz- Osfenbach, Schmidt, OberversicherungsanU, ufto. beteiligten. Nach Der Bekanntgabe des Kassenberichtes, der zu verschiedenen Veaiistandung^en QInlafi gab, wurde dem Rechner Entlastung erteilt Bei dem Punkt ,.M o n a t s bl ä 11 e r sü r 03 e r- toaltungSp rafft«" wurde von allen bean- ftanbet, daß die Mitglieder des Verbandr'S sich viel zu wenig an Der Mitarbeit beteiligten. AIS Ort Der nächsten Hauptversammlung wurde einstimmig BenSheim bestimmt. Ein sehr schwieriger Punkt war die V o r st a n d « w a h I, Da Die meisten Vorstandsmitglieder, vor allem die beiden Vorsitzenden von-E iss und Ge- t r o st, eine IDicbertoabl ablehnten. Nach langen Debatten wurden Die beiden Vorsitzenden jedoch einstimmig toicbergctoäblt. AuS Dem Vorstand schied vor allem Der Rechner Inspektor Wa g n e r - Dü Di n g e n aus. Nenge- wählt tourDen Inspektor SchmiDt - Obervcr- sicherungsamt und Bntvaltungspraktikant Degen-Gießen, als Vertreter Der jüngeren Kollegen. Erörtert wurde vor allen Dingen noch Der Vorbereitungsdienst der Anwärter, dem mehr Beachtung geschenkt werden müße; auch wurde beantragt. Die beabsichtigten Neuerungen bei den Justiz- und F i n a n z b e a m - t en bei unS gleichzeitig einzuführen, lieber Die Einsührung der Reifeprüfung einer neunklassigen höheren Lehranstalt als Vorbedingung zum Vorbereitungsdienst war man verschiedener Auffassung. Don den jüngeren Kollegen wurde jedoch gerade das Streben der Lehrerschaft und die hierdurch entstehende (SefaIn* eines Zurückbleibens gerade der Derwaltungs- bcamten angeführt. Nach mehreren Anregungen und Anträgen, Die Dci Vorstand zur Kenntnis nahm, wurde die anregend verlaufene Versammlung um 3 Uhr geschlossen. Ein gemeinsames Mittagsmahl vereinte dann die Kollegen i och längere Zeit. Bei verschiedenen Reden wurde vor allem des Ehrenvorsitzenden des Verbandes, Regierungsrat Schneider, und seiner zahlreichen Verdienste um den Derbarrd gedacht und ihm erneut wieder der herzlichste Datck ausgesprochen. Der Nachmittag war noch einem gemütlichen .Zusammensein im Stadtpark gewidmet. !!
Buntes Allerlei.
Der Siegesmarsch der Ameisenheere.
Die englische Effpedition, die Die im UrrnalD begrabene Stadt Gubaatun, den einstigen S.tz der Maya-Kultur in Mittelamerika, erforschen und auegraben will, ist jetzt nach einer abenteuerreichen Reise durch den ilrtoalD an Ort und Stelle angekommen. Einer der Teilnehmer, Der bekannte Reisende F. A. Mitchell H o d g e s, schildert ihre Erlebnisse und beschreibt auch einen lieberfall ihrer Hütte durch ein Riefen he ec marschierender Ameisen: „Als wir vor einigen Tag ir vom Fluß zurückkehrt en, ermattet von der glühenden Hitze, drang plötzlich ein andauerndes dumpfes Rauschen an unfer Ohr. Dann sahen wir auf dem Boden Drei schwarze Linien, die aus dem Urwald hervorbrachen und sich auf unsere Lager zu bewegten. Wir rannten, so schnell wir konnten, um alles Eßbare au bedecken Zn militärischer Ordnung Drangen Die L»n en vorwärts. Es waren zahllose Millionen Der „mar- schierenDen Heer-Ameisen' Sie haben Generale unD Hauptleute: alle Nachzügler unD Versprengten werden sofort wieder in Reih und Glied getrieben. In vollendeter Ordnung marschierten sie in u.rlcre Wohnung, während Der rechte und Der linke Flügel, von der Seite angreifend, zu Dem Dach emporklettertcn. Wir liefen heraus, denn wenn wir Drin geblieben wären, so wären wir innerhalb weniger Minuten von einer schwarzen schwärmenDen Masse bedeckt woroen. Diese Riesenheere lassen kaum je etwas Lebendiges zurück, wenn sie vorbeigezogen sind. Das Palmdach der Hütte, in Der wir wohnten, hatte Wehl jahrelang zahllose Skorpione. Tarantel- Spinnen. Eidechsen und anderes Ungeziefer bc- herbevat. Als wir draußen toa mn der
Kampf. Da stürzte ein Storpion herunter, von Ameisen bedeckt, und in Sekunden war ec verzehrt. Ein beständiges Rauschen und Brausen in der Hülle erzählt uns von dem Blutbad, das hier angerichtet wurde. In Wahnsinn ger Hast huschten zahlreiche Eidechsen heraus, aber sie


