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der ilnicevfität der Reiseschriftsteller Rentwich au& Berlin vom Harz und leinen Schönheiten. Rach einer kurzen geographischen und histori- schen Einlettung führte der Tortragcnt'? an Hand zahlreicher Lichtbilder seine Zuhörer von Ilfeld und am Rordrand des Harzgcbirges ent' lang über Thale mit dem Herentanzplatz und der Roßtrappc und nach einem kurzen Ablttchct nach Quedlinburg und Halberstadt zurück über ben Regcnstein bis hinauf zum Brocken. fc3on hier ging die Fahrt weiter über die hoch' gelegenen Ortschaften Braunlage. St. Andreas- berg nach Goslar mit der alten Kaiserpfalz, wiederum nach einem Abstecher nach Hildesheim zurücl zum Südhang des Oberhorzes und zum Schluß zum Khfshäuser. Die Reise hat der Bortragende in dem regenreichen Sommer 1923 gemacht. Dielleicht hat er sich da mancherlei schenken müssen. Wer genauer mit den Schönheiten des Harzgebirges vertraut ist. weih, dah in den gezeigten Aufnahmen — die an sich recht gut waren — nicht immer das Beste und besonders Kennzeichnende geboten wurde. So blieben viele herrliche Stellen des Selketales, wohl des schönsten Harztales neben 3lse° und Bode tal. :t.re nt deckt; das einzigartige Stolberg war allzu flüchtig bedacht, und auch im südlichen Ober harz klafften manche Lücken. Unh wie rein stofflich, so war auch bezüglich der charakteristi scheu Momentbildchen aus dem Leben im Harz mancher Mangel. 3ch fürchte, einen rechten Eindruck von den schönen Harzbergen hat der Hörer trotz allem nicht erhalten.
Ein Schmetterling wurde uns gge stern zu dem berei s anw fenben RebaktionZ Mai käfer noch überreicht. Der unzeitgemäße Flieger hatte sich bei Johann s Dinges, Reustabt 66, eingesunden. Linser Bedarf ist nun gedeckt.
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folate. durch den Beginn eines besonders Ich» haften und beschleunigten Währungsverfalles gekennzeichnet war. Bon diesem Deriahren ist bis- her nicht abgegangen worden. Roch gegenwärtig wird siir jede Woche die Lebenshaltungsinder- zifser vom Statistischen Reichsamt betanntgegeben. Der Hansa-Bund erachtet, wie er dem Reichswirt- schaftSminister gegenüber zum Ausdruck gebracht hat. dieses Verfahren int Interesse einer geordneten Wirtschaftsführung für die Folgezeit nicht für gerechtfertigt. Konjunkturschwankungen und mancherlei andere äufocrc Entstände lassen ein gelegentliches Auf und Ab der Cmtanbprcifc nicht vermeiden. Diese im allgemeinen geringfügigen Schwankungen werden von der Oeffent- lichkeit kaum wahrgenommen. Die breiten Masten der Bevölkerung erfahren hierüber näheres im aU^emeincn er ft durch die Veröffentlichungen der Relchsrichtzahlen und ziehen daraus ihre für die Wirtschaft durchaus nicht immer vorteilhaften Konsequenzen. Diese Beobachtung veranlaßte den Hansa-Bund. den Reichswirtschaftsminister darauf aufmerksam zu machen, dast ^ine Fortführung der wöchentlichen Veröffentlichung der Reichs- richtzahlen weder sachlich gerechtfertigt, noch auch im Interesse der Wirtschaft zweckmähig ist. Der Reichswirtschaftsminister hat dem Hansa-Bund erwidert, dah er auch seit längerem erwäge, die Reichsinderziffer für Lebenshaltung monatlich, statt bisher wöchentlich, zu veröffentlichen. Der Zeitpunkt des Lieberganges soll bestimmt werden, wenn die Verhandlungen des Statistischen Reichsamts mit der Inderkommission über die Ergänzung und Ausgestaltung des Inder abgeschlossen sind.
Die deutsche Burschenschaft begeht nach bester Ueberlieferung festlich den Tag der Reichrgründung.
Des Tages gedenken vereint die Gieheuel und Marburger Burschenschaften und die alte Straßburger Burschenschaft Germania in Frankfurt a. M. mit Kommers und feierlichem Landesvater am Samstag, dein 17. Januar d.I.im Philofophenwald zu Gießen. Für den Nachmittag ist ein Fug der Mar- kurzer und Gießener Burschenschaften durch die Stadt vorgesehen. 544D
Die dzt. prüftd. G. B. Alemannia.
geblicher Ingenieur Lorenz Finke, der sich auch Emil Luxem aus Koblenz oder Trier nannte, welcher vorübergehend bei einem Bürgermeister in einem Dorfe bei Weilburg Unter» fünft gesunden und diesem 1250 Ml. Kassengelder gestohlen hatte. Bei seiner Festnahme durch die hiesige Polizei hatte der Herr Ingenieur. der sich später als Monteur bezeichnete, noch ganze 1.30 Mk. von dem Gelbe bei sich. Den übrigen Teil hatte er innerhalb einiger Tage in hiesigen Wirtschaften durchgebrach! und sich außerdem vollständig neu cingctldbeL
’*■ Der Kindesleichenfund in Del W i e s e ck, über den wir vor einigen Tagen berichteten, hat jetzt seine Aufklärung gefunden. Die Mutter des Kindes wurde in der Person des Dienstmädchens Hermine Stahl. auS Straßebersbach stammend und hier bedienstet, ermittelt und festgenommen. 5>ae> Mädchen hat nach anfänglichem Leugnen gestanden, daß sie das Kind heimlich geboren und c6 kurz nach der Geburt in den Klingelbach geworfen hat, von wo aus die Leiche in die Wieiecl gelangte. Rach den Feststellungen der Obduttion hat das Kind gelebt. Die unnatürliche Mutter wurde dein Untersuchungsgefängnis zugcsuhrt.
,e Steuermilderung. Bei den bisherigen Einlommensteuervorauszahlungen war auf die leistungsschwachen Personen dadurch Rücksicht genommen worden, daß bei ihnen regelmäßig Vorauszahlungen nicht erhoben wurden, wenn die Zahreseinnahmen nicht mehr als 600 Reichsmark (also im Vierteljahr nicht mehr als 150 Reichsmark) betrugen. Wenn das Einkommen über diesen Betrag hinausging, waren Vorauszahlungen vom vollen Einkommen zu erheben. Zur Milderung der darin liegenden Härten ordnete der Reichsfinanzminister an, daß bei derartigen Steuerpflichtigen, deren Einkommen zwar im Kalenderjahr 1924 600 Reichsmark überstieg aber nicht über 900 Reichsmark hinausging, auf Antrag für das vierte Kalendervierteljahr, also bei der am 10. Januar fälligen Vorauszahlung
Heft 2 der „Deutschen Flamme" berichtet, ist in Wetzlar „die Erbauung eines Krematoriums von den städtischen Behörden beschlossen worden". Die Zahl her Krematorien in Deutschland nimmt, nachdem die Inflation überwunden und die ökonomischen Vorteile einer Derbren- nungsanlage für die städtischen Gemeinden immer einleuchtender werden, außerordentlich rasch zu. 3m Bau begriffen oder projektiert sind Krematorien in Stettin, Selb in Bayern, Llpolda, Schwenningen, Tuttlingen, Aschersleben, Bernburg. Freidel. Meißen und Weißenfels. Während im Jahre 1900 die Feuerbestattung nur in sechs deutschen Staaten mit sechs Krematorien offiziell anerkannt und gesetzlich zugelassen war. waren es zehn Jahre später bereits 13 Staaten mit 24 Krematorien. Zur Zeit find 61 Krematorien erbaut, in denen jährlich etwa 18 000 Einäicherungen stattfinden. 3n allernächster Zeil werden mit den projektierten Bauten 72 Ein- äscherungsofen im Betrieb fein. Damit ist Deutschland an die Spitze der Feuerbestattungsbewegung getreten, denn selbst in Amerika sind nur einige 50, in 3lalien 32, in England 16 Krematorien vorhanden. Die Erkenntnis ringt sich immer mehr durch, daß mit der neuen Bestattungsform durchaus keine Verletzung des religiösen Gefühls verbunden ist, und ihre ästheti- fchen, hygienischen und ökonomischen Vorzüge sie zu einem segensreichen Kulturfortschritt der letzten Jahrzehnte stempeln. (Wie wir vor einigen Ta- S berichteten, soll jetzt auch in Gießen auf
Reuen Fri^hof eine Einäscherungsanlage errichtet werden. Der Dau wird voraussichtlich in den nächsten Monaten in Angriff genommen, D. Red.)
** Ein schwerer 3unge. Einer der Einbrecher von der Aliceftrahe, dey sich fälschlich Adolf Falz aas Pforzheim nannte, wurde als der Schneiderlehrling Johann Karl Heinrich Scherer, geb. am 15. 1. 1908 zu Marburg, festgestellt. Er dürfte sich nun auch wegen intellektueller Urkundenfälschung zu verantworten haben. Außerdem hat Scherer in letzter Zeit in Marburg zwei unh in Dernsdvrf (Thüringen) einen schweren Ginbruchsdiebstahl sowie noch einen Fahrraddiebstahl ausgesührt. 3n Marburg wurden bei einem Diebstahl ungefähr 2000 Zigaretten gestohlen und zum größten Teil in Gießen verkauft. Es wird nochmals darauf hin- getoiefen, daß die Personen, die von diesem Diebesgut kauften, die Zigaretten auf der Kriminalpolizei abzuliefern haben.
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— D ie Burschenschaften begehen den Reichsgründungstag morgen festlich in unserer Stadt. Am Samstag nachmittag soll ein Umzug durch die Stadt erfolgen. (Siehe Anzeige.)
— Die Bruderschaft Gießen des 3ungdeutschen Ordens lädt in unserem Sen Anzeigenteil nochmals zu ihrer Reichs- ungSfeier ein. (Siehe Anzeige.)
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Gießen, den 16. 3<muar 1924.
Der Killdermuud.
Sv ein Kindermäulchen steht den ganzen Tag nicht Hin; es muh immer plappern, tragen, fingen oder lachen. Denn man ausschreiben wollte, was da alles zum Vorschein kommt, es würde ein ftauses, kunterbuntes, wirres und doch so llebes Zeug werden.
Man muh sich manchmal über btc Mütter Wundern, wie sie das alles ertragen. Sie Haden eine Engelsgeduld und sind nie verdrossen. 3mmcr wieder erklären sie und fangen von vorn an, streichen über den blonden Scheitel, sind zärtlich, anstatt verstimmt, und sehen ein Glüci darin, wenn das Kind seine Fragen stellt. Kinder, die nicht sprechen, sind tränt
£6 ist eine alle Weisheit, dah Kruder und Rarren bk- Wahrheit reden, ilnb seltsamerweise gcrabc immer bann, wenn cs am wemgstett erwünscht ist. Muß man nicht staunen, wie sie manchmal auf Dinge kommen, die ihnen keiner ^ugetraut hätte. Beim Spielen hören fte, was ßatcr und Mutter erzählen, und tun so gleich- gültig, als wenn sie es gar nichts angingc; dabei haben' sie es gefaßt, wenn auch nicht verstanden: tci nächster Gelegenheit bringen sie es wieder, und zwar mit einer Sicherheit, die verblüfft. Sehr peinlich wird die Sache natürlich, wenn die Alten sich ungünstig über irgendjemand ausgesprochen haben und der geschwätzige Dreikäsehoch feine aufgefangene Weisheit dann fremden Leuten auskramt, womöglich gar vor denen, die man zum Gegenstand seiner kritischen Betrachtung gemacht hatte. Da find dann allerlei Ein- remungstunststückchen erforderlich, um zu verhüten, dah aus dem Zwischenfall eine Staatsaktion gemacht wird.
Deshalb ist eS nicht gut, wenn Eltern vor den Ohren ihrer Kinder über Fragen sprechen, die ein Kind nicht hören darf. Frühreife Kinder behalten einen Eindruck davon und eine gewisse Erinnerung daran, die sie häufig durchs ganze Leben verfolgt. Es gehört ja nicht soviel Selbstbeherrschung dazu, sich solche Gespräche bis auf den Abend aüfzusparen, wo die Kinder zu Bett gebracht fmb, ober wenigstens soviel Dc- VonneiweU, dah man eS sich unter vier Augen lagt, besonders wenn die Kinder größer werden.
ES ist eine kleine Rücksicht, aber eine, ohne die ein zarteS und inniges Familienleben nicht möglich ist. -bert.«
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Der Hansa-Bund für Gewerbe. Handel und Industrie setzte sich letzthin mit dem Reichswirt-- schaftsminister in Verbindung, um eine Einschränkung der Veröffentlichung der Lebenshal- tungSindekzissern durch daS Statistische Reichsamt herbeizuführen. Der Hansa-Bund machte insbesondere daraus aufmerksam, dah der Zeitpunkt, zu welchem her Aleberaang von den Monatsrichtt zahlen zu ben Wocyenstichtagsindejkziffern er-
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