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und
Dez.
Nachdruck verboten.
16. Fortsetzung.
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Er konnte den Satz nicht vollenden: denn in seinem Qletger hatte er das Maul wie einen Backofen aufgerissen und da — ja, was glaubt ihr wohl, was passierte? Daß Krachauf sich eine Maulsperre zugezogen habe? Diel schlimmer! Dah er. wie schon einmal, den Zopf zwischen den Kiefern zerbrochen habe, den Pelzmärtel mit soviel Geduld einrenlen muhte? Diel, viel schlimmer! Der schöne Landauer, die herrliche Reisekutsche, die wunderbare Ruß war dem verschnupften. unvorsichtigen Krachauf aus dem Maule gefallen und ins Leere gestürzt.
Ein Schreckensschrei ertönte, Die Ruß fiel senkrecht wie ein lausender Stein zur Erde. Cs war unmöglich, ihr nachzustürzen und sie im Fluge aufzurasfen — im Du war sie im Wolkenmeer verschwunden. Wan hatte nur noch sehen können, wie sie sich ein paarmal um sich selber drehte — arme kleine Reisende! Dielleicht fielen sie mit den, Kopf nach unten! Zerschlagen durch das Anstoßen an die Wände, betäubt und halb erstickt von dem Luftwirbel, muhten sie das De- wuhtsein verloren haben.
Ohne Zaudern gingen die Störche in Gleit- flug über; die Fiügel fächerartig gespreizt und fast bewegungslos, schwebten sie langsam wie Fallschirme herab. Die Unkenntnis der Doden- verhältnisfe unter ihnen, die naheiiegende Möglichkeit einer Landung an gefährlicher Stelle zwang sie zu äuherster Dorsicht, wenn auch während des ManöverierenS ihr Herz vor De- sorgnis hämrner.e, wenn sie sich auch die Schnelligkeit des Blitzes gewünscht hätten. Die 2kuh war verschwunden. Wo sollte man sie wiederfinden? Wer könnte sagen, wo sie hin- gefallen war? Dersank sie im Schnee? Zerschellte sie in einem Abgrund? Alle waren bei Die fern Gedanken vor Entlehen wie gelähmt. Rur der schuldige Ruhknacker lieh zwischen Schnaufen und Schnörkeln sein gewohntes Zähneknirschen
Pelzmärtel.
Ein Nürnberger Spietzeugroman.
Rach dem 3 a ienisch-en der Tereiah erzählt von Gustav W. Eberlein.
Copyright 1925 by A. Scherl G. m. b.H., Berlin.
Siebentes Kapitel.
Traurig klingt die LebenSgefchichte des ©roßen Einsiedlers ouS, der sich a S alter Bekannter entpuppt: aber jetzt will er seinen Späh haben, es f'mmt Licht in das Dunkel der Höhlenge'chichte, und HanS SachS findet Gelegenheit, einen ganzen Winter lang aufs neue nach HerzenSlust zu fabulieren.
Diele schöne Sachen werden in Rürnberg hergestellt, das Schönste aber nach den Puppen, den Ruhknackern und den Bleisoldaten sind doch die Holzhäuser mit den prachtvoll roten Giebeldächern, den grünen Fensterläden und der lustigen Haustüre, deren einer Flügel offen steht. Wenn man Die Schachtel ausmacht, in der so ein putziges Häuschen in alle Welt verschickt wird, so fallen gleich vier kege.förmige immergrüne Däumchen heraus, die man nur hinzustellen braucht, um ringsum einen schönen Garten zu haben. Auf die eine Seite kommt bann der Hühnerstall mit einer Henne, die so oft aufpickt al- man es haben will, und auf die andere Veite das Wasserbecken mit der Ente. Auch die bunt an- gezogene Däuerin fehlt nicht und der Dauer rann sich auf eine Dank fetzen ober in die Luft gucken, um nach den Störchen Ausschau zu halten, wie es ihm beliebt. DaL alles, die Bäume, die Dank, die Ente und den Hühnerstall gab es ja nun in der Grotte de« Einsiedlers nicht, aber das Haus, das schöne Haus, daS war da!
Ein gut Stück größer freilich, nicht für eine Schachtel, sondern für eine Grotte berechnet. Stück für Stück hatte eS der große Einsiedler selber gebaut — vielleicht stammte er aus Dürnberg! Gott weiß, wie er eS fertig gebracht hatte. Wahrscheinlich so, dah er einige Der Riesenlärchen, die auf dem Bergrücken wuchsen, fällte, mit Säge und Hobel Bretter daraus schnitt und mühsam und geduldig fein neues Heim zimmerte. Dicke Daumrinde zerlegte er in mächtige Stücke und deckte damit das Dach wie mit Ziegeln. Aber daS schöne Rot darauf? Hub die Butzenscheiben und der Wetterhahn auf dem Giebel? Wo sollte er solche Dinge in dieser einsamen BergwiibniS aufgetrieben haben, wenn er sie nicht auS Dürnberg mithergebracht hätte? Er müßte denn ein Zauberer feilt.
(Fortsetzung folgt.)
in dem großem weiten Kirchenraum kamen die Stimmen der Solisten zur Geltung. DaS Dio- ttnfpiel deS Herrn Ludwig Korzhnieh in Verbindung mit Orgelbegleitung gefiel allgemein. Rezitativs und Späte mit zartem Dortroge führten Die Zuhörer im ersten Teil der Kantate auf die nächtlichen Gefilde Bethlehems, wo in ernster Erwartung fromme Hirten heiße Sehnsucht nach Dem Erlöser in ihrem Herzen trugen. Biblische Teste Der WeihuachrSgeschichte und altdeutsche Lieder, wie „Stille Recht, heil Ke Dacht", sind hier in bester Weise miteinander vereint. Christus, der WcltenhrilanD: er ist auch unser Heiland, auch für un5 geboten. Die Engelmahnung gilt deshalb auch uni: „Fürchtet euch nicht, ich bring euch hrhre Kunde, die alle Welt macht froh." Mächtig und herzerhebend klingt der himmlische Chor: „Ehre fei Gott in Der Höhe." Er bildete den Höhepunkt in der Weih- nachtSlantate in inhaUlichcr. wie in gesanglicher Beziehung. 2n reic;:r Abwechslung folgten Rezitativs. Männercht're, Arien un) Gemischte Chöre. Mit Dem srohen WeihnachtSchor: „O du fröhliche ..." endigte die Darbietung.
DiKkrcts.
• D reitscheid, 15. Dez. Zu der Meldung vom 5. Dezember über Die Stillegung der Westerwälder Tonindustrie 8um 1. Januar teilt Die WerkLleltung mit, daß ihr von einem derartigen Beschluß nichts bekannt sei, und daß eine s.lche Abstchä auch nicht bestehe.
Mainsia«.
WSN. Frankfurt a. M., 13. Dez. Der unter dem Verdachte Des versuchten Raubes und des Mordes an dem Kriminalbeamten Otto Sack verhaftete Handlunasreiiende Anton Gens spielt zur Zeit den „wilden Mann" und wird jetzt, wie uns mitgeteilt wird, auf seinen Geistes? zustand untersucht. — 3m Oktober vorigen 3ahres waren Im Hause Fahrgasse 144 durch ein Groß- feuer wertvolle Bestände einer Mechanischen Berufskleiderfabrik vernichtet morben._ Es war damals ausgefallen, daß ein junges Mädchen sich aus dem Stockwerk, in dem das Feuer aiisfam, an einem Strick hcruntergelas- s e n und Einlaß in der Küche eines benachbarten Hauses begehrt hotte. Das Mädchen, eine Buchhalterin, wurde damals unter dem Berdacht der Brandstiftung verhaftet, dann aber mangels Dcwcijcu wieder er!' ;?en. 3etzt ist gegen die Be- treffende doch A n , l a g e wegen Brandstiftung erhoben worden und das H.ruptverfahren wurde eröffnet, fo daß es zu einer Gericht-Verhandlung kommen wird 27-ie uns berichtet wird, soll dazu ein <*,engere. ifgcbot von 70 Personen erfolgen.
WSN. Hanau, 14. Dez. Der Magistrat hat beschlossen, zu Ehren des Dberbiirgirmciftcrs a. D. Gebeschus , Der am Same tag unter großen Feierlichkeiten sein-m 7". Geburtstag begangen Hot, Die 5. Bezirkrschule in Der Arm.! >llee Gebeschusschule zu benennen.
hören: Krr-krr — kra-kra! Aber es klang jetzt nicht mehr wütend, sondern schluchzend und ver- zweiflungsvoll. „Pelzmartin, verzeihe mir! Pelzmärtel, hilf ihnen! Krr-Krr — kra-kra!"
„Hör' auf, Kröte I" schrie Karl bet Große erzürnt. „Dein Schmerz rührt mich gar nicht. Du quakst zuviel, um einem leid zu tun.“
Krachauf war an seiner empfindlichsten Stelle getroffen.
„Was geht das dich an, du Rachteule?" gab er wütend zurück. Die Dorwürfe Pelzmärtels hätte er ertragen, aber daß ihn eine Puppen» figur, die trotz ihres Kaisermantels nicht mehr war als er, so anfuhr, das konnte er sich nicht gefallen lassen.
„Was — wie? Dachteule, ich, der große Kaiser Karl?"
„Was — wie? Kröte, ich, der Vertreter des Nürnberger Spielwarenvolkes?" Dabei machte der würdige Dertreter in einemfort — Krr-krr — kra-kra! Es war zu komisch.
Dun mischten sich — denn mit ihrem großen Kaiser fühlten auch sie sich beleidigt — die Bleisoldaten ein, streckten die Köpfe aus feinen Taschen und zogen über den Dußkn acker los:
„Krr-krr — kra-kra! Kröte, Kröte, Kröte!"
„Dachteule, Dachteule!" schrie der Duh- knacker, außer sich.
„Wer ruft mich?" sagte da eine gespenstige Stimme, und ein großer weißer Dogel erschien vor den bestürzten Reisenden. Währenb des Streites hatten sie nicht bemerL, daß die Störche, die nur darauf bedacht waren, einen guten Landungsplatz zu finden, inzwischen auf der Erde angekommen waren.
„Ruhei" gebot Kunigunde, indem sie die Augen auf riß, um besser sehen zu können: denn es war Dacht und der weiße Schein blendete sie. „Das ist sicher der große Einsiedler, von dem mir Pelzmärtel erzählt hat. Schämt ihr euch nicht, euch vor einem Fremden so gehen zu lasten? Karl der Große, Krachauf und die Bleisoldaten nehmen sich ja schön aus! Wenn wir uns lächerlich machen wollen, wäre es besser gewesen, den großen Kreuzzug gar nicht zu unternehmen."
Kunigunde sprang leichtfüßig auf Die Erde. Sic sah sich vor einem höhlenartigen Eingang,
kurzen steilen fturoeti überschreitet, für ein so schweres Fahrzeug fahrbar gemacht werden. Zur Zeit wird die ziemlich fchmole Straße an Den Kurven verbreitert, um sie einigermaßen für Den
umliegenden Dörfer und warf „Telegramme von Der bevorstehenden Ausführung ab. Um 3 Uhr führte Der Pilot mehrere Flugubungen mit seinem Flugzeug vor unD sprang mit einem Fallschirm aus etwa 1000 Meter H„hc ob. Der Pilot lanbete glücklich unweit Des Aufstiegplatzes. Zum Schluß ließ LanDer nach Drei Montgolsier-Heißluftballons auf. steigen. Trotz Der kalten Füße hielt Die Menge Der Zuschauer bis zum Schlüsse aus unD nahm sehr bei. fällig Die Erklärungen Des Flugzeuges unD Des Fallschirmes auf.
nt>. Nidda, 13. Dez. Gestern abenD hielt in einer recht gut besuchten Versammlung Des hiesigen Kriegeroereins Kapitän W. o. SenDen einen fesselnDcn Vortrag über seinen WerDegang unD seine Erlebnisse als Seefahrer vom Schiffs- jungen bis zum Kapitän. Während feiner 42jöhri- nen Seefahrtzeit, einschließlich Der Kriegzeit unD seiner Gefangenschaft hat er zahlreiche Gefahren und unsägliche VeiDen beftanDen, Deren Schilde- rungen einen tiefen Eir.Druck auf alle Zuhörer machten. Zahlreiche gute LichtbilDer unterstützten Die Ausführungen Des NeDners, Dem wohlverDienter reicher Beifall von Der Versammlung gezollt wurDe.
y. Koyden, 14. Dez. 3n unser Dorf kehren allmählich bezüglich Der Berkehrsverhält- n i i s e roicber Die ZuftänDe Der Vorkriegszeit ein. Die Züge werDen balD roicDer hier Hal- ten, unD seit heute ist auch eine öffentliche F e r"n s p r c ch ft e 11 e roieDcr errichtet roorDcn, Die von Dem Spezereihändler Karl Fleischer verwaltet rolrD. Damit ist einem DringenDen Bedürf- ms entsprochen roorDcn.
Kreis Schotten.
■ Schotten. 14.Dez. DaS hiesig« Konzert Der Kapelle Des 1. Batl. 3n f.-R g ts. Nr. 1 5, über Dessen glänzenden Erfolg bereits berichtet würbe, veranlaßte Bürgermeister Menget. Dem KommanDeur Des Bataillons, Oberstleutnant Fritz, unD Der Kapelle Den herzlich st en Dank unserer Bürgerschaft zum Aus- bruck zu bringen. Der Ertrag Des Konzerts in Höhe von etwa 500 Mk. fällt Der StaDt für wohltätige Zwecke zu. — Eine große Menge Schnee- f ch u h l a u f e r traf am Samstag mit Dem Zug. Der gcraDe für Die Wintersporllcr günstiger gelegt ist, hier ein. Auf Dem HoheroDskopf unD im Obcr- roolD liegt starker Neuschnee, Die Winterlandschaft nimmt sich bei Dem Dicken Raureif märchenhaft schön aus.
lg. GcDern. 13. Dez. Zu Der gestrigen, im Bergwirthause Dahier ftattgehabten Vezirks- Lehrerkonfcrcnz waren Die Mitglieder Des Brzirksvereins beinahe vollzählig erschienen, was bei Den zur Zeit herrschenden ungünstigen Wcg- unD Witterungsverhältnisfen viel besagen will. Der Referent Des Tages, Obmann Reiber- DarmstaDt, sprach in etwa zweistündigen Ausführungen über Die Derzeitige schuipolitische Lage. ZnsbesonDere verbreitete sich der ReDner über Den Rcichsschulgesetzent- wurs. Die LehrerbilDungssrage unD den Stand der BesolDungssrage. Auch wurden wichtige Organi- sationsfragen Des Hessischen Landes-Lehrervereins, wie Die Beitragsregelung usw., in eingehender Weise erörtert. — Die hiesige Einkoufsoereini- gung errichtet eine Verkaufsstelle in Burkhards, Die Karl Schäfer II. Daselbst übernahm. Eine weitere Verkaufsstelle soll Demnächst in Hartmanns- h a i n errichtet werDen. — Bei einer gestern hier ftattgehabten Treib ja gD würben zwei Füchse und 18 Hosen zur Strecke gebracht. Bei günstigeren Witterung?- unb Sichtverhältnissen wäre Das Resultat jeDenfalls noch besser gewesen. — Eine Zigeunerbande, Die mehrere Tage Die Ein- wohnerschast unseres Nachbarortes BurlharDs belästigt hatte, wurde Durch Die hiesige Gendarmerie über die Kreiegrcnze abgeschoben. Ihre fünf Wo- gen wurden durch die Gespanne Burkhardser Landwirte transportiert. Da Die PferDc Der Zigeuner infolge Der schlechten Wegverhältnisse Den Anforderungen nicht gewachsen waren. — Drei hiesige Holzfuhrleute passierten dieser Tage auf dem Heimwege mit ihren Schlitten einen Nachbarort und machten bei einem Wirtshause halt, um sich eine kleine Stärkung zu gönnen. Als sie nach kurzer Rast ihren Weg fortsetzen wollten, mußte einer von ihnen die nicht gerade angenehme Entdeckung machen, daß sein Schlitten halb obgela- Den war. Wesentlich erleichtert mußte er seine Heimfahrt antreten.
♦ Ulfa, 14. Dez. Um Die geplante Auto- verbi n Dung Ulfa — Bahnhof Eichels- Dorf Durchführen zu können, muß vorerst die Kreis st raße Ulfa — Eichelsdorf, Die Den zwischen beiDen Orten üegenDen Höhenrücken in
n eingerichtet werden. I > diejenigen Persönlichkeit^, - rderrmg des Vachargedap eingeljtnb unienid)tet öer •- übergab bann das Won llng dieser Kichtlinien dem > , vvm Gewarnt Friedbeie. I MMgrr Me die beib;n mim auseinanbH. Er br-- I ital für Bauzwecke nicht zu I i) die Aufna'sie solcher fio- | nh daß deshoib nichts * " sich selbst zu Hessen und zu !ch der Wohnungsnot yu
2t. Manien bankte bem gehenden üttonmgen, und ffnung. datz dir m iu d-. Wohnungsbau foW M rag jchloh sich noch em w verschiedene Puntte an, . en worden waren.
Budinge».
Endlich konnte heute,
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Das Dermieten der Dienstboten, bas früher in bieten Tagen längst erlcbigt war, ver- zögert sich in diesem Zähre hierzulande sehr stark. Die Arbeitnehmer machen entsprechen) der seit dem Dorjahre gestiegenen Kosten der Lebenshaltung höhere Lohnforderungen geltend, die die Löhn« von 1925 um etwa ein Drittel bis ein Halb übersteigen. Die Arbeitgeber unserer Gegend, durch zwei aufeinanderfolgende Mißernten und übermäßige Steuerlasten am Boden gehalten, erklären sich außerstande, die geforderten Löhne aufzubring n Der finanziellen Lage des bäuerlichen Mieters Rechnung tragend, Haven einzelne Dienstboten bereits an ihren Forderungen wesentliche Abstriche gemacht und sich mit ihrer Herrschaft geeinigt. Äe B a r l ö h n e für 1 926 betragen je nach Alter, Leistungsfähigkeit unb Arbeitsmaß abgestust bei weiblichen Dienstboten 20 bis 30 MI. monatlich, bei Knechten 30 bis 45 Wk. Dazu kommen noch bie in unserer Gegend übliehen D a t u r alle i st u n g e n (Kleidung. Schuhe, fern r Frucht, Kartoffeln und Fuhrleistungcn für Eltern der Dienstboten), fowie „Steuer- unb Kafsefreiheit".
kreis Alfeld.
m. Flensungen, 13. Dez. Ein Leicheuzug, wie ihn unser kleines Dors wohl selten gesel>en hat, bewegte sich gestern nachmittag nach unserem stillen Friedhof. Bon nah und fern waren Die TraucrnDen herbeigeeilt, um Dem weit über Die Grenzen unjeres Kreises AlssclD hinaus bekannten unb verehrten Altbürgermeister Heinrich Bräunt n a III. Die letzte Ehre zu erweisen. Pfarrer Siebeck-Merlau schilDerte auf Grund von Lukas 12 Vers 40—44 den Verstorbenen als einen treuen Gatten unD frommen Hausvater, als einen großen FrcunD Der KinDer, obgleich er selber kin- Derlos war. als ein eifriges unb treues Mitglied Der Kirche, Des Kirchenvorstandes und Des Dc- kanatsausschufses, als einen hilfsbereite.: unD pslicl t- trcucn Beamten, Der 22 3 .hre lang Das schwere und verantwortungsvolle Amt eines Bürgermeisters in hiesiger Gemeinde versehen und Dieses Amt auch in der Kriegs- unD Rachlricgszeit mit ihren ga.iz besonDcren Aufgaben unD Pflichten auf Das Gs- wifsenhafteste verwaltet habe, obgleich er, der 2Ute, sich schwer in das Neue habe finden können. Als beionderc Verdienste Des Verfto'bLncn hob Der Geistliche Den Ankauf Des Flensunger Hofes mit seinem umfangreichen AckerlanD, Das wieDer an geringe Leute verpachtet wurDe, unD die Errichtung des neuen unD stattlichen Schulhauses hervor. Seine Bemühungen um Die Erbauung eines neuen Gotteshauses feien leibet infolge Kriegsausbruches ahne Erfolg geblieben. Der Kriegeroereln ehrte Den Verstorbenen Durch Die Abgabe von Drei Ehrensalven am offenen Grab. Der Vorsitzer de Des Vereins, Kaufmann Langohr- Mücke, geDachte Der Verdienste Des Heimgegangenen. Für Den Sckul- oorftanD sprach Lehrer Bach. Er feierte Den Verstorbenen, Der früher selber lange 3ahre Den Vorsitz im SchuloorstanD führte, als einen treuen Freund unD Mitarbeiter auf bem Gebiet des Schulwesens bis zum letzten Atemzug, als einen Mann von reichem Missen unb großer Lebenserfahrung, als einen eifrigen FörDerer Der Volksbildung unD 3"^end- pffeae, Der an allen Veranstaltungen auf Diesem Gebiet teilnahm und seine wertvollen Funde aus der Steinzeit in den Dienst der Mmatpflege stellte. Der es aber auch nicht verschmähte, wenn die Not an den Mann ginn, die niederen Arbeiten eines Schuldisners zn verrichten, nm so feinen Gemeinbe- glieDcm ein rührendes Beispiel von Dienender und helfender Nächstenliebe zu neben ohne Lohn!; ' i nach dem Vorbild feines göttlichen Meisters. Kränze wurden niedergeleat vom OrtsoorftanD, vom Kriegerverein, vom Schulvorstand und vom Frauenverein. Die Gemeinde wird ihrem früheren 'Bürner- meister. Der beinahe ein ViertelicchrhunDert fein Amt mit seltener Treue führte und stets einstimmig aus der Wahl hervorging, allezeit ein ehrendes Gedenken bewahren.
cp Lchrbach, 14. Dez. 3n i>?n letzten Sagen hatte auch unsere Autopost- linie n a ch Kirchhain unter der ilngunft Der Witterung zu leiben. W^nn bet Wagen auch
Autoverkehr nutzbar zu macken. Bei nasser oder vereister Fahrbahn wird dieser Weg immer noch große Anforderungen an Die Geschicklichkeit Umsicht Des Krastwagenführers stellen.
ld. Aus Dem D o g e l s b e r g, 14.
Wirtschaft.
• Vorübergehende Schließung Der Schuhfabriken im Frankfurt er Bezirk? Die Lage der Scynhsabriken in Frankfurt und Offenb'ch a. TS., ist, wie auch in den übrigen Schuhindustrie «nt-ren des RricheS, un- . befriedigend. Fast überall ist man gezwungen, starke Einschränkungen vor^unohme'a. Gearbettet wird fast überall nur noch drei bis vier Tage in der Woche, lieber Weihnacht m und Reujahr ber.b^ichtlgt man sog er, wie von einer maßgebenden industriellen Persöalich^it versichert wirb, auf zwei bis drei Wochen die Fabriken ganz zu schließen, ©nilafiungm vor 10 bid 20 Prozent ber Delcg'chift wurden i:b rall durchgeführt. Die Hers! llungskosten und die Unkosten finb so hoch, daß b?i Den gegenwärtigen Preisen sämtliche Betriebe ni-rt nur » re Gewinn arbeiten, sondern zum Teil soguc mit erheblichrn Verlusten. Gin. nennenswerte Preissenkung auf dem Häutern rtl wir) durch die regellosen Zustände uni) bie fehlende Zu chlagspfttcht ver° hindei-1 Die Luxuäsleuer wir.l sich um so nach- nachteiliger au , als d-adurch die Einjuhr französischer und belgif^cr Wrren stark begünstigt wird. Fi-ühjcchrsauftrüge laufen nur in Heinen Posten ein.
' Fusionsversammlung im Miag- Konzern. 3m M.ag-Konz^rn tagten gestern in Frankfurt a. M. bie fünf zur Fusion gelangenden Gesellschaften Amme, Giesecke & Kv-
drei- ober viermal mit Verspätung eintraf unb abfuhr, so muß doch a.nerSamtt werden, daß er die z. T. bei Schnee unb Frost rricht leicht befahrbare Strecke überhaupt bewältigte. Man hat doch den aroßen Vorteil einer bestÄhrnden Verkehrs- erleiichterung allgemein dankbar begrüßt und vielfach in Anspruch genommen. — Am 7. Dezember war gerade ein Zahr verflossen, seitdem ber hiesige Posaunenchor und Musikverein ins Leben gerufen wurde. Unter der bewährten Leitung seines Präsidenten und Dirigenten Martin Decher hat er schon deS öfteren zur Erhöhung der Feierlichkeit, zumal an Den hohen kirchlichen Feiten, beigetragen. Am Jahrestag wurde Philipp 3unk zum Schr.ftführer unb Franz Otto zum Hcdyner gewählt. Für daS kommende Frühjahr wurde die Veranstaltung eines Famiftenabends beschlossen, der unter anderem auch dazu dienen soll, der Sache neue F-reunde zu werben. — Dieser Tage haben verschiedene Trupps von Bärenführern unser Dors passiert. Die Tiere Hauben sich durchschnittlich in einem guten Zustand. Sie erfreuten durch ihre Künste zumal die 3ugenb unb brachten dadurch sich selbst. Wie auch ihren Führern, mancherlei willkommene Gaben ein. Unter ben 14 Bä ren, bie hier durchkamen, befanden sich auch zwei oder drei, mit denen nicht zu spaßen war. Es kam indessen niemand zu Schaden.
Starkenburg.
* Darmstadt, 14. Dez. 3n einem Hause der Ludwigshöhe las ein junger Mann nachts bie Zeitung, bis das Gas, das ber ©afautomat spenbele, verbraucht war, drehte aber ben Gashahn nicht zu unb schlief ein. Am anberen Morgen setzte ber Hausherr ben Gasautomat wieder in Betrieb: Daraufhin strömte das Gas in bas Zimmer bes jungen Mannes, ber erst nach längerer Zeit bewußtlos aufgefunden wurde. Wiederbelebungsversuche hatten Erfolg, doch mußte ber junge Mann in bas Krankenhaus gebracht werben.
Preußen.
älreis Wetzlar.
XX Wetzlar, 13. Dez. Die wachsende Be- Dcutung, welche Der Spar- unD Bauoerein im Leven unserer StaDt erlangt hat, Drückt sich nickt allein in Der stattlichen Anzahl von GebäuDen aus, die im letzten Lahczehnt entstanden ist, sondern sie usfenbart sich auch in der Teilnahme an seiner alljährlichen Hauptversammlung. Letztere wurde diesmal vom stelloerirctenden Vorsitzenden, Direktor Ley, geleitet. Nach der Rechnungslegung stehen einem Vermögen von 119 489 Mk. die Guthaben ber Mitglieder mit 41 851 Mk., Spareinlagen 1800 Mark, Rücklagen 4385 Mk., Hypothekenschulden
i 15 445 Mk., Darlehnsschulden 50113 Mk., sonstige ! Schulden 2898 Ml. gegenüber. Der Reingewinn 'eziffert sich auf 2986 Mk., so daß der Ausgleich
. hergestellt ist. 3n das neue Geschäftsjahr wurde der c lte Mitglicderstand — 800 mit 894 Anteilen — übernommen. Die ausscheideuden Dorstandsmit- güeber wurden wiedergeroählt, an Stelle des Auf- iicktsratsmitgliedes Poppe wurde Schlosicrmeister Mangerfen in ben Aufsichtsrat berufen.
kz. Wetzlar-RiebergirmeS,13. Dez. Der hiesige Evangelische Kirchenchor ber Christusgemeinbe brachte heute mittag in ber Christusrirche, bie von Besuchern überfüllt war, die vollstümliche R a.ch mittags- [ antatc „D i e heilige Rächt", von Karl I Selffert, bestehend aus Männerchörcn und ®e- 1 -äugen für Gemischte Chöre, Sologesängen unb Znstrumentalvorträgeu. zu Gehör. Cs toar.n rechte Weihnachtsklänge, bie bas Gotteshaus erfüllten, bas vom Chorraum her von zwei großen br?nmn)en Wechnachtsbaumeu beleuchtet wurde. Oben auf der Empore staub vor Der großen Orgel, bie von Seminarmuftilehrer Otto Theiß in meisterhafter Weise gespielt wurde, der an 100 Säng.r.r zählende Kirchenchor unter der bewährten Leitung von Lehrer Merlau auS Wehlar-2Iiedergirmes. Der Kirchenchor besteht etwa 2 Zahre, unb er hat sich in bieser Zeit, was ihm zum Lobe gesagt werben muß, zu einer beachtenswerten Größe eniporgcarbcitet. Außer Seminormusitlehrer Theiß waren bie Mitwirkenden Mitglieder bes Chores. Die einzelnen Solisten, Frl. Elisabeth Kellner (Sopran), bie Herren Fritz Reuhahn und Karl Steinbach-Bariton wurden ihrer oft recht schwierigen Aufgabe voll unb ganz gerecht: selbst
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gegrnüber dem 23 Millionen X von 19 MI- ist y psguhen, Jie beträgt liebet den Ofrr- : b^^ÄchastttageL >bAte DanlvorsiLid ^stand R. Stamm N^onten tefetietlc öcnöen die fleihige 2e- 'tunz empfahl. Serichtj. °lahl hielt dann eine;i ertungsfragen", der Anregrnz bot. Mrg.'r- OQRlte der JollZbanl für t, die sie zum Dohle twn it entfalle.
M 3m Anfchlllh an eint Des hiesigen 2htt/ih abend im Heinen Saale bei nem erweiterlen J?reis Sc- chten ber hiesigen AcMe- Z statt, tebirtfior Ged- ier/ornrnlllng unb erläuune n.ZurLinbetun- btt in Geme'Mail mit ben r Defchafstmtz bet für 'Baugetber ein be|onbtn:
ber mitten in ben Fels zu führen schien. 3n welcher Gegenb bie Höhle lag, ließ sich bei ber bichten Finsternis nicht einmal vermuten. Sicher war nur, baß ringsum riesige Berge aufragten, bie sie in phantastischer Form wie Mauer unb Zaun umfchloisen. 3n bie)"em ungeheuren Kessel war es baher ganz toinbftid", unb ber Echnee- teppich schmiegte sich so weich an bie Füße, baß man kaum seine Kälte spürte. Uebrigens war man nach wenigen Schritwu im Trockenen, ba aus Gewölbe der Höhle bachartig über ben Saum- pfab vorsprang. Der Eingang erweiterte sich nach unb nach slaschenartig, bie Wänbe wuchsen höher unb höher, bis sie eine wette, bomartige ©rot e bilbeten, unb hinten, tief im Grunde dieser Grotte, gewahrte man einen matten Schimmer.
„Habe ich die Ehre", fragte beklommen Kunigunde, die nie die Etllette außer acht ließ, „mit dem großen Einsiedler zu sprechen? 3ch bin die Kai ecin Kunigunde, unb bas finb meine Reifegenossen."
„Den großen Einfiebler?" wiederholte die Rachteule wie ein schauriges, Echo, indem sie ihre runden, gelben Augen ausriß, bie wie Wonbe waren unb ein wenig das Dunkel erhellten. „Rein, meine liebe Frau, ober Kunigunde, wie Sie es lieber haben. 3ch bin bloß Huhu, die Rachteule bes großen Einsieblers, sein Freunb, seine Leibwache, unb von 3hnen habe ich noch nie etwas gehört. Eurer ©naben Reisegenossen bünken mich etwas laut für einen Ort wie diesen, unb überhaupt habe ich Befehl, niemand vor- zulafsen."
Kunigunde fing an zu gittern. Vor dieser Eule, die sie mit zwei gelben Monden anstarrte, wurde sie ganz Nein.
„Aber vor der Abreise," Rammelte sie, „im letzten Augenblick noch, hat mir Pelzmärtel insgeheim anvertraut, daß---"
„Pelzmartin? — Das ist etwa- anderes. Wir finb hier noch in feinem Reich. Kommen Sie nur Here n! Bitte sehr!"
Die Rachteule trat zeremoniell aus bie Seite unb lub sic mit einer Verbeugung in bie Höhle ein. Alles brängte nach, auch die brei Störche, benen gleich eine liebe Lleberraschung zuteil werben sollte.
Huhu setzte seinen nächtlichen Rundgang fort.


