Ausgabe 
15.9.1925
 
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rvt« unb gelbe ®eöriebhime mit Uum 3 Zenti­meter langen Krrmenblättern au« den Hoch­ebenen Mexiko« nach Europa brachte, von der 1810 in der Hosgörtnerei Karlsruhe die erste ge­füllte Form gezogen ward, ahnte wohl niemand, daß einmal auS ihr eine der herrlichsten Flor­blumen hervorgehcn würde, eine 'Blume, vor deren Farbenpracht und Zarbenschönheit man gern in Andacht verweilen möchte. Sorten wie Adler rein weih). Elfenbein (gelblichweih). Friede (hellila), Kantor- Rosel (lilarosa), Demo­krat (blahrosa-, Andenken an Bornemann (rosa), Isabella irola mit gelb), Gärtners Freude (lila), Abendschein (orange), Aureola (gelblichorange). Attis «ziegelrot). Gattenfchmuck (scharlach) und die tiesdunkle Amarant sind nur einige unter vielen, die man al- Merkzeichen in der Farben­skala ansehen könnte, für deren einzelne Töne man oft vergeben- nach einem sprachlichen Aus­druck sucht, zu denen noch jene- Blaulila hin^u» kommt, da- in der Sorte Potthos am besten vertreten, der man eigentlich den bereits 1840 ausgeschriebenen und noch nicht verteilten Preis von 20 000 Mk. für die erste blaue Dahlie zuerkennen möchte. Hatten die Rosen, die auch räumlich im Mittelpunkt der Beranstaltung stan­den. viele Bewunderer, so hatten die Dahlien ihrer säst noch mehr. Bedauerlich war nur, daß die für seinen Basenschmuck so überaus dankbaren Pompondahlien nur schwach vertreten waren.

AlS bei eintretender Dämmerung sich die Türen deS SaaleS hinter den letzten Besuchern schlossen, konnte man in den Straßen zahlreiche Gruppen zufriedener Menschen beobachten, die srohbeglückt ihren GraliSgewinn in Form von Blumensträußen heimtrugen. Der Berein aber kann, trotz der Ungunst des verregneten Herbstes, neben einem erfreulichen äußeren Gewinn auch einen ideellen verzeichnen, nämlich bei jung und alt das Berständnis für Blumen neu belebt und geweckt zu haben. R.-G.

Dom Stadttheater.

In diesen Tagen müssen die Abonne- mentS-Intcressenten ihre Platz-Bestel­lungen bei der Stadtverwaltung einreichrn. die ihrerseits dafür gesorgt hat. daß der an sich niedrige Preis von jedermann leicht zu erschwin­gen ist. Die 28 Borstellungen, die serienweise an den Tagen Dienstag. Mittwoch. Freitag und neuerdings auch Sonntag stattfinden, kosten für Abonnenten in der fünfteiligen Preisstaffe­lung einzeln gerechnet 3.50 Mk. (Proszeniumloge und 1. Bang Borderplatz). 2,75 Mk. (1. Sperrsitz tunö 1. Rang Mitte). 2.30 Mk. (2. Sperrsitz und I.Rang Rückplah), 1,50 Mk. (3. Sperrsitz und 2. Rang Borderplatz). 1.00 Mk. (2. Rang Mitte) 0.75 Mk (2. Rang Rückplatz). Der Gesamtpreis, der in 6 Raten zu zahlen ist. betragt 100 Mk. bzw. 78 Mk. bzw. 64 Mk. bzw. 42 Mk. bzw. 28 Mk. bzw. 21 Mk.

Die Borstellungen beginnen wochentags um 7','r Uhr. Sonntag- um 7 Uhr.

Die erste Borstellung der neuen Spiel­zeit wird am Freitag. 9. Oktober, stattfinden. 'Voraussichtlich wird die OperetteDer Bt>- gelhändler" gegeben. Diese wie auch die übrigen Operetten der Spielzeit, wird das Operettenensemble von Direktor Sander -Offen­bach herausbringen. daS uns auch bisher mit Operetten versehen hat.

Heber Spielplan und Personal­sragen werden wir in nächster Zeit berichten können.

Der deutsche Ernteertrag im Jahre 1925.

Dem .Tag" zufolge hat der Deutsche LandwirtschastSrat die Arbeiten zur Abschätzung des Ernteertrages be­endet. Das Ergebnis stellt sich weit günstiger, als man ursprünglich angenommen hatte. Die Ernte ist als gut zu bezeichnen und weit besser als im Borjahrc. Der Gesamtertrag des Winterweizens wird auf 26 Millionen Doppelzentner gegen 20 Millionen Doppelzentner im Borjahre geschätzt. Der Ernteausfall des Sommerweizens ist dagegen von 3365000 Doppelzentner im Jahre 1924 in diesem Jahre um 1 Million Doppelzentner zurückgegangen. Der Ertrag deS Winterroggens beläuft sich schätzungsweise auf 75 Millionen Doppelzentner gegen 55 Millionen im Borjahre. Die Winter­gerste verspricht einen sechsfachen Ertrag wie vor einem Jahre. Infolge der starken Regenfälle der letzten Wochen droht der Has er auszu- wachsen. Daher ist auch die Haferernte ungünstiger olS im Borjahre. 'Was die Kartoffelernte anbetrifft, so wird diese zwar geringer sein als 1924. jedoch ist eine Kartoffelnvt nicht Bu erwarten.

Gießener Wochcnmarktpreise.

am 15. September 1925 (Händlerpreise).

ES kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 220 bis 230, Matte 40. Käse 70, Wirsing 12 bis 15, Weißkraut 10. Rotkraut 15. gelbe Rüben 15. rote Rüben 10, Spinat 25 bis 40, Römischkohl 10, Bohnen 30 bis 40. Unter-Kohl­rabi 8, Tomaten 25. Zwiebeln 15 biS 20, Meer­rettich 40 bis 120. Rhabarber 20. Kürbis 6. Pilze 40, Kartoffeln 4»/., Frühäpfel 15 bis 20. Falläpfel 5, Birnen 15 bis 30, Zwetschen 12 bi8 15, Rüsse 80. Weintrauben 50. Pfirsiche 130. Preiselbeeren 70. Brombeeren 40. Honig 20 bis 30. junge Hahnen 110, Suppenhühner 100 Pf. daS Pfund: Eier 16 biS 17, Blumenkohl 40 bis 150, Salat 10, Salat gurken 25 bis 30, Einmach» «gurken 2 bis 4, Endivien 10 bis 20. Ober-Kohlrabi 10 bis 20, Lauch 10. Rettich 10 bis 20. Sellerie 15 bi« 25 Pf. das Stück

" Der Sonderzug nach dem Rhein, der am Sonntagmorgen von Gießen nach Rüdesheim fuhr, war dicht beseht. Aus Gießen fuhren etwa 300 Personen mit, während die übrigen Teilnehmer in Butzbach, Bad-Rauheim, Friedberg. Bad Homburg und Höchst a. M. ausgenommen wurden. Bon Rüdesheim brachte ein Rheindampfer die Gäste auf den Wellen des schönen Stromes vorbei am Riederwalddenk­mal, dem Binger Mäuseturm, Bacharach, der Pfalz bei Caub, der Loreley, dem schönen Brau­bach mit der Maxburg nach Koblenz. Hier hatte gerade die Stadt einen großen Festzug veranstaltet und die AusstellungDeutscher Wein" war als an ihrem letzten Sage ge­öffnet, so daß allerlei zu sehen und zu hören war. Da zudem die Witterung sich günstig gestaltete, konnten alle Teilnehmer vollauf befriedigt heirn- Eehren.

Zusammenkunft aller Gieße­ner Gymnasiasten. Rach 30 Jahren gaben sich am Sonntag die Abiturienten de« hiesigen Gymnasiums aus den Jahren 1895 und 1896 hier ein Stelldichein, zu dem auS nah und fern, selbst auS Deutsch-Oesterreich, sich die alten Schulkameraden eingefunden halten. Rach einem Besuch deS Gymnasiums, der alte Schul- erinnerungen wachrief, vereinigte ein gemein­sames Mittagessen im Gasthof Hindenburg" die alten Gießener Schüler. Sine besondere Freude für diese war es. den einzigen au- der damali­gen Zeit noch heute im Dienst stehenden Lehrer, Professor Hüter, in ihrer Mitte zu sehen. Oberregierungsrat Dr. H e h. der ein Haupt­verdienst an dem Zustandekommen der Tagung bat. sprach herzliche Worte der Begrüßung an den verehrten Lehrer und an die Mitabituriemen. und bedauerte, daß ein anderer Lehrer infolge seines Gesundheitszustandes nicht ar. der Feier teilnehmen konnte. Der Redner verlas ferner die freundlichen Begrühungsworte der Direktion des Gymnasiums. Ernst stimmte es alle Zuhörer, als Dr. Heß die Barnen der 11 Toten verlas, die vor 30 Jahren als Abiturienten das Gym­nasium absolviert hatten. Professor Hüter sprach freundliche Worte zu feinen ehemaligen Schülern und deutele mit Recht die Tagung als ein Bekenntnis zum humanistischen Bildungs­ideal. Eine aus der Mitte der Versammlung angeregte Sammlung soll der Anstaltsdirektion als Grund st ock für eine Schü 1 erstif - t u n g übergeben werden. Es wurde die be­stimmte Erwartung ausgesprochen, daß auch die anderen Abiturientenjahrqünge bei ihren Zu­sammenkünsten durch Zuwendungen diese (Stif­tung erhöhen. Es soll weiter erstrebt werden, daß sich alle früheren Schüler des Gymnasiums zusammenschließen. Oberregierungsrat Dr. Heß wurde mit der Führung der notwendigen Ber- Handlungen betraut. Zu schnell schwanden die schönen Stunden des Beisammenseins, die die Teilnehmer wieder in die goldene Jugendzeit versetzten, aber man ging nicht auseinander, ohne sich versprochen zu haben:In 3 Jahren sehen wir uns wieder!"

!*! Einen tragischen Tod fand ein hiesiger Arbeiter auf der Straße bei Annerod. Er pflückte sich dort einige Aepsel vom Baume, als er plötzlich angerufen wurde und darüber so erschrak, daß er bewußtlos zusammen brach. Ein herbeigerufener Arzt konnte nur noch den Tod infolge Herzschlags feststellen.

** D i e Bleibe auf dem Hoherods- kopf. Wer in letzter Zeit die schöne Bleibe auf dem Hoherodskopf ausgesucht hat, dem ist man­cherlei Reues begegnet. Zu beiden Seiten der Türe laden zwei schöne, aus Fichtenholz gezim­merte Bänke zum Rasten ein, bevor man die Herberge betritt. Ein größerer Tisch mit einer dazu gehörigen Bank, beides als Waschtisch ge­dacht. ist an die Stelle des alten Tisches getreten. In der Bleibe selbst ist der Bodenraum fein säuberlich ausgebaut worden, so daß hier noch etwa 15 bis 18 Matratzen untergebracht werden können. Mithin können ungefähr 40 Personen auf einmal in der Herberge übernachten. Jedes Fleck­chen ist im Innern der Bleibe praktisch und zweck­entsprechend ausgenutzt. Auch die äußere Hülle wird demnächst durch ein in frischen Farben schimmerndes Kleid verschönert werden. Wir dürfen mit Recht das Schweizerhäuschen auf dem Hoherodskopf zu den schönsten Bleiben unserer ämgebung zählen. E.

** In den Ruhestand versetzt wurde der Lehrer an der Dolkschule zu Obbornhofen, Kreis Gießen, Artur B r a m m auf sein Rochsuchen wegen geschwächter Gesundheit vom 1. Okotober an.

Mreiö Friedberg.

V Butzbach, 14. Sept. Am gestrigen Sonn­tag sand hier eine Bundesfeier des Evang. Bundes zur Wahrung der deutsch- protestantischen Belange statt. Da das Wetter der letzten Tage sehr unbeständig war. hatte man eine Freilichtbühne auf dem Kirchplay. unb eine andere Bühne in der Festhalle aufgeschlagen. Kurz vor Beginn der Ftter drohten aber starke Regengüsse, so daß man sich entschloß, die Feier in der Halle abzuhalten. Rach einleitenden Wor­ten des Pfarrers Schneider - Butzbach tru­gen der Kircheilchor und Der Posaunenchor ab­wechselnd stimmungsvolle Ehöre vor. Dann hielt der Generalsekretär des Evang. Bundes, Pfarrer Haupt-Gießen, eine zu Herzen gehende An­sprache. An die eindrucksvolle.Rede schloß sich die Aufführung von SchönherrsGlaube und Heimat", die sichtlich einen starken Eindruck bei den zahlreichen Besuchern hinterlieh. Die Dar­steller, Mitglieder des Evang. Arbeitervereins Gießen, leisteten unter Leitung Herrn Be ch - stein S wieder ihr Bestes. " - p-

Kreis Büdingen.

y. Bad Salzhausen, 13. Sept. Heute fand hier die Beigeordnetenwahl statt. Der bisherige Beigeordnete, Stadtobersekretär i. R. Strohe, der eine ganz bedeutende Stühe der hiesigen Gemeindeverwaltung war und durch seine vieljährige Beschäftigung bei der Stadt­verwaltung in Berlin über vorzügliche Kennt­nisse und Erfahrungen im Verwaltungsdienst verfügte, war Anfang dieses Jahres gestorben. Als Rachfolger desselben wurde Gastwirt Schultz mit 56 Stimmen gewählt, sein Gegen­kandidat, Pensionsinhaber E. E u n i ck e erhielt 16 Stimmen.

Ärcie Schotten.

!*! Dom Vogelsberg, 14. Sept. Ein Jugend- und Wanderheim des Vogels­berger Höhen-Clubs wird gegenwärtig auf der Herchenhainer Höhe errichtet. Das Ge­bäude ist im Rohbau vollendet, die Arbeiten am inneren Ausbau teilt man noch dieses Jahr zu Ende führen, damit das Heim im Winter der teandersrohen Jugend geöffnet werden kann. Das Heim ist mit einer Jugendherberge verbunden, die getrennte Schlafräume für männliche unb weibliche Wanderer enthält. Eine Wasserleitung, deren Quelle 100 Meter höher liegt, führt Dem Heime das nötige Wasser zu. Das Denkmal für die gefallenen D. H. E-Brüder soll in der Rähe des Heimes errichtet werden.

Kreis Alsfeld.

(!) Groß-Felda, 14. Sept. Beim Ein­fahren der Dreschmaschine in die Scheuer seines Rachbars geriet der Landwirt K. Stein von hier zwischen Die WanD unD Die Presse, wobei er am Kopfe erhebliche Quet­schungen Davontrug, die seine ilebcrfüfjrung in Das Krankenhaus zu Alsfeld nötig machten. Zu Besorgnissen um Das Leben des Verunglückten besteht glücklicherweise fei nAnlah.

(!) Kestrich. 14. Sept. Die Dresch­maschine hat für dieses Jahr ihre Tätig­

keit in unserem Dorfe beendet. Das Ergebnis Der Ernte ist hier in Qualität und Quantität zu­friedenstellend.

Kreis Wetzlar.

0 Lützellinden, 14. Sept Bei der hie- hgen Iagdverpachtung wurden für Die im VolkSstaat Hessen zur Gemarkung Großen-Linden gehörige Markwaldjagd in Größe von 125 Hektar Wald 595 Mark erzielt. Letztbieiender war August Ba l zer-Gießen. Die im preußischen VolkSstaat liegende Gemeindejagd in Größe von etwa 900 Hektar, und zwar 126 Hektar Wald und 774 Hektar Feld ergab Die Summe von 1350 Mark. Leytbietender war Hensoldjr. Wetzlar. Mit KreiS- unb Stempelsteuer erhöht sich die Summe auf 1730 Mark.

hg. Dornholzhausen, 14 Sept. Die Feldbereinigung ist hier im vollen Ganye und wird von der ganzen Bevölkerung mit großem Interesse verfolgt. Die Feldwege sind bereits verwesfen, die Grenzsteine sollen jetzt ge­setzt werden. Auch das Ortsnetz wird in die Vermessung mit einbezogen Manche Grenzen sind Hierselbst im Laufe der Zeit verwischt gc^ gangen, Da niemand mehr recht wußte, wo Die eigentliche Grenze lag. Auf diese Weise ist eS möglich gewesen, daß selbst beim Bauen Die Gren­zen nicht scharf eingehalten wurden. Jeder hat natürlich Interesse daran, daß das Gartenland, das von jeher beim Hause gewesen ist, auch weiterhin beim Hause alS Garten bleiben möchte.. Soweit es möglich ist, wird diesem billigen Ver­langen Rechnung getragen. An manchen Grund­stücken treten bei dieser Ortsvermessung wesent­liche Aenderungen zutage. Ländereien, Die inner­halb des Ortsnetze- liegen und auswärtigen Be­sitzern gehören, werden nach Möglichkeit an Die Grenze Der Feldmark vermessen- so werden z.B. Grundstücke von Hochelheimer Besitzern in Die Rähe Der Hochelheimer Gemarkung gemessen. Der Boten unserer Gemarkung ist Durchweg gut, ungesähr ' , Des Landes wird alS wertvolles Ackerland geschäht. Das beste Land liegt in Der Richtung nach Lang-Göns, während Der Boden nach Der Richtung Des Knorrhofes etwas sand- haltig ist. Ein besonderes Stück Land wird alS V i e h h o s gemessen werden. Auch unsere Ju­gend soll nicht vergessen werden. Sie wird, wie dies auch an anderen Orten Der Fall ist,' einen besonderen Sportplatz erhalten. Unser Turnverein zählt mit den inaktiven Mit­gliedern mehr als fünfzig Mitglieder. Die statt­liche Turnhalle wurde vor zwei Jahren erbaut. 2n löblicher 'Weise hatte die Gemeinde, Die Dem Turnen unserer Jugend großes Interesse ent­gegenbringt, Den Bauplatz vor Dem Dorfe und das ganze Bauholz umsonst gestellt. Das ist hoch anzuerkennen. Die Gramme temte» ist hier in vollem Gange. Da ein großer Teiß des Grummets während der letzten Regenperiode aus dem Halme stehen blieb, ist es vor Den Fäulnis bewahrt geblieben. Auf Die AuSsaat des Herbstfutters hat Die Feuchtigkeit günstig gewirkt. Der Futterraps steht hoch unD hell-« leuchtend Da, auch Die Futtererbsen haben sich gut gemacht. Der Mais, Der in diesem Jahre gut geraten ist, wurde noch nicht ganz abge- erntet. Mit Der Bohnen- und Gurkenernte ist man hier recht zufrieden: Die Bohnen sind hoch über Die höchsten ©langen hinäusgewachsen und der Behang ist reichlich.

Dg. Hörnsheim, 14. Sept. Unsere Apfek- ernte fällt in diesem Jahr recht gut auS. Viele Bäume sind so voll von Den schönsten rot­bäckigen Aepseln, daß die Aeste nur mit vielen Stützen die Last zu tragen vermögen. Der Sturm und Regen hat soviel Aepfel abgerissen, daß Die Straßen stellenweise geradezu übersät sind. Zwetschen gibt es in diesem Jahre wenig, dazu sind nod> viele wurmig.

Starkenburg und Nheinhessen.

Q Darmstadt, 14. Sept. Wie wir hören, hat die Hess. Eisenbahn-A-G. (Heag) mit den Gemeinden Griesheim und Pfung­stadt wegen Einbeziehung dieser Vororte in das Straßenbahnneh bereits BerbanDlun- gen angeknüpft. Bis zur Fertigstellung dieser Linien beabsichtigt die Heag, Die Kraft­wagenlinien GriesheimDarmstadt und PfungstadtDarmstadt einzurichten.

Hessen-Nassau.

XX Waldgirmes, 14. Sept. Die schon vor dem Kriege geplante Wasserleitung geht jetzt ihrer Vollendung entgegen. Mächtige Quellen sind im Wiesental zwischen Grube Mor­genstern und Hof Bubenrod erschlaffen. Diese liefern gesundes, vollständig einwandfreies ®e- birgswasfer in solcher Menge, daß sie auch noch die Rachbargemeinte Dorlar versorgen können. Waldgirmes hat nach Der letzten Zählung 1514. Dollar 808 Einwohner.

fpd. Frankfurt a. M., 14. Sept. Die Feuerwehr wurde heute mittag nach der Holz- Handlung von Forchheimer in der Ha­nauer Landstraße alarmiert Hier war, vermutlich durch Unvorsichtigkeit beim Heizen einer Loko­mobile, eine große Fachwerkhalle in Brand geraten. Die Feuerwehr konnte sich nur noch auf die Rettung Der schwer bedrohten Rach- bargebäuDe beschränken. Die Halle und Die Loko­mobile brannten völlig nieder. Der Schaden be­ziffert sich auf rund 50 000 Mk. In Der West- e nd-Mi t tels chu le an der Hohenstaufen- straße explodierte heute vormittag ver­mutlich infolge Ueberdrucks Die zum erstenmal nach Der Sommerpause in Betrieb genommene Riederdruck - Warmwasserheizung. Es wurde in Den Kellerräumen und am Gebäude etlicher Schaden angerichtet. Die Schulkinder wur­den, da Die Lage weiterhin bedrohlich erschien, sofort alarmiert und ins Freie geführt. Indessen beseitigte tee sofort herbeigerufene Feuerwehr durch die Entfernung des Feuers aus dem Kessel jede weitere Gefahr. Menschenleben tarnen nicht zuschaden. Die Dampfenttvicklung war natürlich riesig und gab zu den wildesten Gerüchten Ver­anlassung.

xx AusRassau. 14. Sept Die Kreis- bauernschaften des Bezirks beabsichtigen, im kommenden Herbst Den direkten Verkauf der Kartoffeln ihrer Mitglieder an Die Kvnsumentenkreise in Der Stadt zu vermitteln. Um eine glatte Abwicklung zu er­möglichen und Die rechtzeitige und gute Versor­gung des einzelnen Käufers zu gewährleisten, ersucht die Bauernschaft, bereits jetzt AmneDun- gen Des Bedarfs an ih-? Geschäftsstellen zu machen. Preise sind die im Herbst gültigen Wiesbadener Marktpreise, die Dem Besteller vor Der Lieferung mitgeteilt werden, woraus er, falls er nicht Damit einverstanden ist von seiner Be­stellung zurücktreten kann. Die Anmeldung ist also unverbindlich. (Zur Rachahmung empfohlen!)

Trauerfeier für BaMng.

Darmstadt. 14. Sept. Gestern vormittag fand im .Großen Haufe" deS LandeStheatere. eine $ rauer feiet für den verstorbenen GeneralmusiDirektvr Michael Ba Hing in Form eines Konzerte- statt. Dieses tourte er­öffnet mit Dem Vortrag von PalestttnaS .Ado- ramu» durch den Ehor deS LandeStheaters unter Leitung von Kapellmeister Berthold San­der. Dann folgte daS Adagio aus der neunten Symphonie Bruckners, vom Tbeatevorchester unter Leitung von Kapellmeister Rosen stock dar- geboten Hierauf sang Frau Baumcifter - Jacobs die Arie®t eyultaoU spirituS meuS", Der sich, vom Musikverein gesungen, Der Schluß- chvr .Selig sind die $oten,r auS dem .Deutschen Bequem" von BrahmS anschlvß. Den Abschluß Der Feier bildete Die Tvauermusik bei Siegfrieds Tod auS der .Götterdämmerung". Sämtliche Dar­bietungen waren von künstlerischer Bollendung und von tiefergreifender Wirkung Der Trauet - kundgebung wrchnten 'Vertreter der Staatsbehör­den und anderer Betörten, Vertreter von Ver­einen unb ein zahlreiches Publikum bet.

Kirche unb Schule.

Dekanatsfeft in Kirch Göns.

LJ Kirch-Gön-, 13. Sept. Unter starker Beteiligung der Gemeindeglieder und der benach­barten Dekanatsgemein den tourte heute in Der hiesigen Kirche daS letzte diesjährige Sela« na täfelt gefeiert Es galt Der Inneren Mission. Im HauptsotteSdienst predigte Pfarrer K a l b h e n n von Grohen-Buseck im An­schluß an 1. Johannes 5, 4: .Unser Glaube ist der Sieg, der Die Welt überwunden hat." Die PrtLigt aab einen anschaulichen Ueberblick über die verschiedenen Arbeitsgebiete Der Inneren Mission und überzeugte die Zuhörer von ter Rotwendigkeil und Unentbehrlichkeit dieser Ar­beit. Der Gesangverein der Festgemeinde fang mit gutem Ausdruck: .Großer (Stott, wir loben dich." Rach kurzer Kaffeepause sand auf dem schönen Platz vor der Kirche und unter Mitwirkung des Lang-Gönfer Posau- nenchores die Rachversammlung statt. Pfarrer Groth von Rödgen zeigte an ver­schiedenen Beispielen, tote die Innere Mission die großen Ausgaben anfaht. die daS Volks­leben ihr vor die Füße legt. Inübestmtere warb er um die Willigkeit der Gemeindeglieder, die Kinder in ihre Familien aufaunebmen, Denen cs daheim an Erziehung fehlt und über die vom Amtsgericht die Zwangserziehung verhängt ist. Rach einem Zwischengesang ter Gemeinde erzählte Pfarrer Waldeck- Lanq-GönS von ter 25jähr. Jubelfeier der Epileptischen Anstalt in Rieter- Ramstadt und warb um die tatkräftige Liebe für dieses Werk. Das eindringliche und kräftige Schlußwort sprach Dekan G u ß m a n n von Kirch­berg. Pfarrer Raumann, ter Ottsgeistliche, sprach das Schluhgebet. Die Kollekte ergab 136,74 Mark, Die je zur Hälfte an den oberhessischen Verein für Innere Mission und an Die Epilep­tische Anstalt in Rieter-Ramstadt fielen. Der Fest gemeinde sei auch an dieser Stelle noch­mals für ihre Gastfreundschaft und für ihr wil­liges Entgegenkommen gedankt.

Hochschulnachrichten.

Ein Amerikaner Frankfurter Ehrendoktor.

spd. Frankfurt a. HL, 14. Sept. Die medizinische Fakultät Der Universität Frankfurt hat den amerikanischen General H. T. Allen, der vordem Die amerikanischen Truppen tn Kob­lenz befehligte, wegen seiner Verdienste um die deutsche Volksgesundheit, zum Ehrendoktor ernannt. Die Überreichung des Doktordiploms geschah auf Diplomatischem Wege.

?tus dcm Amtsvcrkündigungsblatt.

* Das Amtsverkündigungsblatt Br. 72 vom 11. September enthält: Reictö- wahlen Das Behüten ter Wiesen. Rund­gänge der Feldgeschworenen. Tierschuhkalen der 1926. Feldbereinigung Allendorf a. d. Lda. Dienstnachrichten.

Rundfunk-Programm

des frankfurter Senders.

(Aus Der »Radio-Umschau".) Mittwoch, 16. September,

3Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 4 Uhr: Wetter­bericht Der Gießener WetterDienststelle. 4 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 4.20 Uhr: Nachrichten­dienst. 4.30 bts 6 Uhr: RachmittagSkonzert des Hausorchesters: Franz von SuppLs Ouvertüren. 6 bis 7 Uhr: KinderstunDe. 7 bis 7.30 Uhr Die Fuhballregeln und ihre Reuerung", Vortrag von,Wilhelm Haseneier, Mitglied des Fuhball- sportvereins Frankfurt a. M. 7.30 bis 8 Uhr: Das türkische Theater (Karagös)", Vortrag von Fritz Peter Buch, Spielleiter am Frankfurter Schauspielhaus. 8 bis 8.30 Uhr:Goethes Alters- gedichte", Vortrag von Pros. Dr. Karl Bieton 8.30 bis 9.30 Uhr: Tanzmusik der Kapelle Stein­metz. 10 bis 11 Uhr: Amerikanische Regerlieter aus alter und neuer Zeit.

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JEevante blume kockaromalilclve.

CONSTANTIN CIGAJZETTE voll im Format und gcfdunackllch vornehm in do* Flufniackun^,