Ausgabe 
15.8.1925
 
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taüenfn Lärm einer oder mehrerer Maschinen ver­nahm.

Dort unten, unter dem Dach gab es also Men­schen. Das war eine Beobachtung und eine Schluß- Folgerung von bloß fragwürdigem Wert, denn wie sollte sie mit ihnen in Berührung kommen? Unge­fähr ebenso leicht wäre es gewesen, sich mit ben Leuten aui der Straße in Verbindung zu fegen. Gabby studierte indessen das Dach noch näher es war aus irgendeiner Art flunftgla». in Fenster eingeteilt, von denen jedes die Größe einer ge­wöhnlichen Dachlucke hatte

Wahrend Gabby dies altes beobachteic. ereig­nete sich etwas auf dem Boden des Luftschachtes, eine der Lucken wurde von innen geoffnie, vermut­lich der Ventilation halber. Dadurch war also eine direkte Öffnung zur Fabrik hinab entstanden, oder was es war.

Gabby unterließ nicht, die» kleine Ereignis auf die einzige, ihr zu (Gebote stehende Weise au.-;u- nutzen. Sie schrie, so laut und so lange sie nur konnte. Aber mae half es? Es kam keine andere Antwort als dos Dröhnen der Maschinen dort unten, die für jene, die sich in deren Röhe be­fanden, gewiß einen ohrenbetäubenden Lärm machten.

Es mußte eine Druckerei oder chemigraphifche Anstalt fein, dachte sie und sah sich zum uvan- zigstenmale ratlos im Zimmer um. Jetzt mußte sie etwas unternehmen. Ihr ganze» Schicksal hing vielleicht von diesen Sekunden ab. Die Ventilation konnte jeden Augenblick wieder geschlossen werden. Sie mußte in aller Schnelligkeit ein Mittel finben, sich mit den Leuten unten in Verbindung zu setzen.

Ihr Blick streifte eine halbe Sekunde zerstreut die Champagnerslaschen im Eiskübel und dann die Jalousien im Fenster. Ganz unbewußt kombinierte sie diese Gegenstände. Dann aber stand der Plan klar in ihrem unter Hochdruck arbeitenden Hirn. Sie mußte sich auf eine Stuhllehne setzen und laut auflachen. Jetzt war die Sache vollkommen klar.

Rasch wurden die Schnüre aus den Jalousien gerissen, zusammengebunden hatten sie eine Länge von ungefähr acht Metern An einem Ende der Schnur ujurbe eine Champagnerflafche befestigt und sodann durch da» Fenster hinabgelassen. Heureka!

(Fortsetzung folgt.)

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Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen

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staffel, den 15. August 1925

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i;at, jetzt enttäuscht zu fein. k> bin ich es Denn ich war schon sicher, öic verschmähte Schöne nach­hause begleiten und ihre Tränen trocknen zu dürfen. Du dagegen ....."

Für Malverte war es gut. daß Fcllivs für feinen Spott fein Ohr hatte. Er rafte wütend durch die ganze Wohnung und drehte überall die Schalter auf. Bald erstrahlten die Zensier des Bankiers, so alS ob es hinter ihnen ein großes fieft gebe. Das Ergebnis blieb aber ein negatives. War das Mädchen aus den ge­heimen Mechanismus der beiden Schiebetüren gekommen, so war es natürlich keine Zauberei mehr, das Patentschlvh an der Bortüre zu öffnen. Das Zimmermädchen faß, so wie ihr befohlen worden war, still in ihrem Zimmer. Sie hatte weder etwas gehört noch gesehen

2Us FellipS in den Salon wieder zurückkam, stand dort Malvette. den Hut in der Hand, bereit zu gehen. Er lächelte mit einer Ironie, die leinen Gastgeber geehrt hätte, wenn dieser nicht jeder Spur seiner gewohnten Hebcrlegenfceil beraubt gewesen wäre. Herrn Malvette schien es. als ob er ganz hilflos aussehe, llnö das belustigte ihn.

Du scheinst dich bezüglich der Zudringlich­keit des Mädchens geirrt zu haben." sagte er höhnisch, ..damit du mich aber nicht des Gleichen beschuldigen kannst, erlaube ich mir, dir gute Nacht zu sagen. Schlafe süß, lieber FelllpS."

Der Bankier ging in fein Zimmer zurück! und machte sich an die Untersuchung der Schiebe­türen. Er fühlte sich jetzt ganz nüchtern, und er hätte sich dem Teufel verschrieben, um Klarheit über diese ganze Sache zu gewinnen.

Arn Mechanismus selbst war kein Fehler, Übrigens war ganz ausgeschlossen, ihn zu entdecken. Aber sieh da! Bon der Wand­verkleidung, die die Sperrhaken verbarg, war ein Stück abgeschraubt.

Ging denn das Mädchen mit einem Schrauben­zieher in der Tasche herum? Denn mit einem anderen Werkzeug hatte man diese starken Schrauben nicht entfernen können.

Olein, Gabby ging nicht mit einem Schrauben­zieher in der Tasche herum. Dicht einmal ein kleines Taschenmesser hatte sie bei sich.---

Fast in dem »eiben Augenblick, da der Bankier die Tür ins Schloß geworsen hatte, gewann Gabbv wieder ihre Beiinnung und sah gleich­zeitig klar, welche Gesahr sie bedrohte Sie be­schloß. kaltblütig ihre ganze Erfindungsgabe und eventuell auch alle ihre physischen Kräfte ein» zu sehen, um dieses Gefängnis zu sprengen. Bevor der Morgen anbrach, mußte sie entwichen fein. Gut. die Türen hatten einen geheimen Mechanismus, aber deswegen war es doch keine Zette mit meterdicken Mauern und einer nur zwei Ouadratdezimeter großen Oeffnung im Pla­fond. Es war doch auf alle Fälle nur ein ge­wöhnliches Wohnzimmer in einem gewöhnlichen Wohnhaus, in dem gewöhnliche, normale Men­schen hin und her gingen, nur einige Meter weit entfernt, unten im Hof ober auf der Straße. Es müßte doch mit dem Teufel augehen. wenn man aus einem gewöhnlichen Wohnzimmer, und wäre es auch das des Herrn Fettips, nicht ins Freie kommen konnte.

Methodisch und ruhig begann sie die Wege zu prüfen, die sich ihr bieten konnten. Zuerst bei der Tur. Es war eine ganz gewöhnliche Schiebetür mit einer Schnalle aus gehämmertem Äupfer. Don einem Schloß oder einem Riegel fand sich keine Spur. Sie ging weiter und untersuchte Zoll für Zoll die nächste Umgebung der Tür. In der Wand­verkleidung gab es ein paar Schrauben, die mög­licherweise mit dem geheimen Schloß in Zusam­menhang stehen konnten. Sonst hätte man sich deren Vorhandensein nicht erklären können.

Run, das beste war, das Zimmer weiter zu prüfen. Die Untersuchung der Wände ergab ein negatives Resultat. Dann war es das Fenster, auf das Gabby eine schwache, sehr schwache Hoffnung setzte. Aber auch hier schien die Sache aussichtslos. Das Fenster ging auf einen Luftschacht hinaus, etwa sechs Meter im Durchmesser. Auf den übrigen drei Seiten erhoben sich die typischen, unzugäng­lichen Feuermauern.

Plötzlich machte Gabby eine Entdeckung: die Tiefe dieses Schachtes war ganz bestimmt geringer, als die Höhe der Wohnung von der Straße aus. Bei näherer Prüfung fand sie, daß der Boden des Lustschachtes aus dem Dach irgendeiner Fabrik oder Werkstätte bestand, aus der man deutlich den me-

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45. Fortsetzung fRachdruck verboten.)

Ql ad) wenigen Minuten drehte sich der Schlüsse de» Bankier« im Schlotte feiner Dohnunastür. Malvette stand hinter ihm, zu­frieden schmunzelnd. Die'es Abenteuer war ganz nach feinem Geschmack. Es machte doch überaus luftig fein, zu sehen, was daS Mädck'en für dne Miene machen würde, ha. ha. Er war neugierig, wie lie ihm gefallen würde, denn er war sehr wählerisch. Aber auf Felllps konnte man lich ja verlassen, er war ja. auch ein Fein­schmecker Vielleicht würde er, Malvette, sie dann nachhause begleiten und trösten können. Bun, et hatte heute ja nichts Wichtige« mehr vor .....

Schon im Dorzimmer hatte Fettips trotz seiner animierten Stimmung, die doch fönst den Optimismus zu begünstigen pflegt, ein Gefühl, daß et'ra'* nicht in Ordnung war. Er rtß die Ca ontur auf und eilte in sein Zimmer, Malvette dicht aus oen Zersen.

2U(t> wirklich! War das nicht em Hotten- spuk! Beide Schiebetüren sperrangelweit offen!

Der Bogel auSgeslogen, der Käsig leer. Herr Fellips mußte einige Minuten alle Kräfte fernes verdunkelten Bewußtseins anstrengen, um diese peinliche und ganz unerklärliche Tatsache sest- zustellen.

Denn unerklärlich war sie. Sein Mechanis­mus, den außer ihm niemand handhaben konnte, sein Mechanismus, auf dessen Geheimnis man unmöglich kommen konnte! Er brach in endlose Flüche auf diese zudringliche Dame auS, die so rücksichtslos ihres Weges gegangen war. Malvette. der nicht so bezecht war. daß er nicht mehr logisch hätte denken können, sand Fellips' Aaserei unberechtigt und unlogisch.

Lieber Freund," sagte er, ..warum regst du dich so schrecklich auf? Du sagtest doch, daS Mädchen sei so zudringlich, daß du nicht wußtest, wie du es wieder los werden solltest. Du hast mich sogar von dem schönen Whisky im Klub weggelockt, damit du die Betreffende leichter fortbringen könntest. Wenn jemand daSBecht

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