Ausgabe 
15.7.1925
 
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ein endlich gelöstes I^.auchefpreblem Ooe Geheimnis uralter Orientfulfur wird zu jenen sprechen, die erkennen, weich' prif« kelnde, hocharomatische Eigenheiten in dieser vortrefflich gelungenen Mischung liegen

gleichsam in Linien zerfurcht, das Faltenspiel um die Augenwinkel und die Nasenwurzel hatte sich scharf und hart in die Haut eingegraben, wo es früher nur muntere Funken zu dem tiefen, glucksenden Lachen der Exzellenz schlug. Das Schlimmste von allem war aber der Ausdruck der Augen, es war etwas Müdes und Kaltes in sie gekommen, etwas nach innen Gewandtes, das sich vorher dort noch nie gefunden.

Fobs Beobachtungen spiegelten sich in ihrer Miene so genau wieder, daß Papa Fili beun­ruhigt war.

Was ist denn, Fob? fragte er hastig.

..Was ist?" wiederholt« Job.ja, das mochte ich eben wissen."

Exzellenz lachte, auf seine alte Weise glaubte er, aber in Fobs Ohren klang es falsch. Sie begann sofort ein peinliches Verhör, das Papa! Fili gleich am Anfang nicht bestand. Er konnte auf keine Weise sein unbefriedigendes Aussehen rechtfertigen, und zum Schluß hatte er die Kühn­heit, Fobs Beobachtungsvermögen in Zweifel zu ziehen.

Scham dich, in deinem Alter noch zu schwindeln," sagte Fob,sei jetzt lieb und ant­worte ehrlich und aufrichtig auf alle meine Fragen. Willst du das versprechen?"

Zum Zeichen seiner Unterwerfung legte Exzellenz beide Hände nebeneinander auf den Derandatisch, so wie es brave Schuljungen zu tun pflegen.

Fob runzelte die Augenbrauen..

Hast du Unannehmlich ei e o c. Ae . er ich- leiten gehabt, seit wir uns das letztemal gesehen haben?"

Nein."

Hast du Geld verloren?"

3m Gegenteil."

Hat der König dich gebeten, wieder Fmanz- mmister zu werden?"

Exzellenz schüttelte lächelnd den Kopf.

Die Geschäfte des Staa>es blühen."

Und die Konzession für die Ost-Küsten- bahn?"

Wird in den nächsten Wochen bewilligt.

Weiter im Text. Die Einladungen?"

(Fortsetzung folgt.)

weiterhin seine ganz« Kraft für da« Wohl d«r ®ü meinde einzusetzen.

ZJ Nieder-Florstadt, 13. Juli. Bei ber gestrigen Bürgermei st erwähl machten von 1104 Wahlberechtigten 1003 von ihrem Wahl­recht Gebrauch. Es wurden 538 Stimmen für Bür­germeister Schmiege! und 459 Stimmen für den Kandidaten der SPD., Weißbinder Koch abge­geben, 6 Stimmen waren ungültig. Außerdem fand man bet der Zählung ein Gedicht, das in Der. sen zur Wahl Stellung nahm. Bürgermeister Schmiege! ist also wiedergewäylt. Der Ausgang der Wahl wurde allgemein mit großer Spannung erwartet.

Kreis Schotten.

Ulfa, 14. Juli. Das große Kulturwerk der Feldbereinigung, deren Arbeiten sich be­reits ins dritte Jahr erstrecken, geht jetzt in hiesiger Gemeinde seiner Vollendung entgegen. Erst die nachfolgende Generation, die nicht im Streit der Meinungen steht, wird imstande sein, das be­deutsame Werk der Neuordnung unserer Feldmark richtig zu schätzen und zu würdigen. Die Lebenden kleben an dem ererbten und erworbenen Besitz, trennen sich schwer davon und sind zu leicht ge­neigt, ihn hinsichtlich seiner Güte zu überschätzen, so daß Unzufriedenheit und Mißmut den klaren Blick trüben und dem Gesamtwerk nicht die Gerechtig­keit widerfahren lassen, die ihm gebührt. Im kom­menden Herbst wird die Zusammenlegung der Grundstücke im Wege gegenseitigen Austausches er­folgen. Man hofft, daß auch diese Episode, jeden­falls die kritischste im ganzen Kulturwerke, weil es sich um das Mein und Dein handelt, ohne über­hitzte Auseinandersetzungen und Kämpfe vorüber­gehen wird. Läßt sich jeder Beteiligte von dem Ge­danken leiten, daß in einem solchen großen Werk Sonderinteressen keine Heimstatt haben dürfen, so wird das in harter Mühsal Geschaffene vollendet werden, ohne daß ein Stachel zurückbleibt. Die Regulierung unseres Bachbettes, die gleichfalls im Rahmen der Feldbereinigung vorge- nommen wurde, ist beinahe beendet. Das Bachbett ist stark verbreitert, die Uferränder sind mit Rasenstücken befestigt, Krümmungen, die den Lauf des Wassers hemmten, beseitiat. Man muß sich wundern, wieviel Wasser der Ulfabach, der sonst in trockner Jahreszeit im Sumpf der Wiesen und Gewirre der Wasserpflanzen stecken blieb, jetzt in munterem Lauf zu Tal rollt. Betonbrücken als Zu- gange zum Wiesengrund und Schleusen zu seiner Bewässerung sind im Bau begriffen, ein Netz neuer Wege zum Teil vollendet, zum Teil noch in Ar­beit. So sehr auch vom wirtschaftlichen Standpunkt das Werk der Feldbereinigung zu begrüßen ist. ddm Naturfreund, der der Heimat Pfade geht, legt sie einen Schatten auf den Weg. So manche Idylle ist aus der Feldmark verschwunden. Weg sind die Hecken am Wegrand, die Niststätten unserer Vogel! Weg der Feldrain, bunt von blühenden Blumen! Weg die verschwiegenen Fußpfade quer durch Feld und Wiesen, wo keine Staubwolke eines rasenden Autos dir den Atem nahm, sondern die Frische und Ruhe des hohen Halmenmeers dich umgab. Noch schreitet ein Storchenpaar langsam und be­dächtig durch das Grün unseres Wiesengrundes. Ob es nach Jahren noch wiederkehren wird, wenn der entsumpfte Grund den Frosch vertrieben?

Kreis Alsfeld.

C Lehrbach, 14.3uli. 3n der För­sterei Niederklein brannten gestern 60 Morgen Kiefernwald ab. Der Scha­den ist sehr groß. 'Die Ursache ist bis jetzt noch unbekannt. Per Rad, auf Wagen des Hofgut und zu Fuß eilten die Einwohner von Lehrbach und llmgegenb zur Brandstelle. Auch die Fori- bildungsschüler unter Leitung des Lehrers

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(Nachdruck verboten.)

21. Fortsetzung.

Da Es war so vor und sie

ich erinnere mich, wie du es hören?" Bitte."

Fob hatte Mühe, aber sie sprach doch,

machte Fob plötzlich eine Entdeckung, etwas mit Papa Fili geschehen. Wie er ihr stand, nur einige Schritte entfernt ansah, merkte sie auf einmal, wie er war. Daß sie das niemals früher ge-

das Lachen zu verhalten, als ob sie ganz fliehend

g an ' aas was

des Abgeordneten Mann:Keinen Pfennig den Hausbesitzern!" werden sich die Hausbesitzer mer­ken. Wir fordern freie Wirtschaft, freies Spiel der Kräfte und freie Bahn dem Tüchtigen. Warum lassen Sie die begabten Kinder nicht hochkommen und klagen darüber, oaß so viele begabte Kinder in Darmstadt vorhanden sind, die nach drei Jahren zur Sexta kamen, anstatt sich darüber zu freuen?! (Sehr richtig ) Ford ist der beste Beweis, daß sich Tüchtige durchsetzen. Jeder hat einmal klein angefangen. Wir fordern eine starke Staatsgewalt gegen Aus­wüchse, aber wir wünschen keine dauernden An­griffe ins Wirtschaftsleben von oben her. Der Staat soll zu vielerlei Pflichten erfüllen und macht dadurch die Länder, Gemeinden und Em- zelpersonen zu unselbständig. Wenn der Staat zahlt, so ist es doch in Wirklichkeit der Steuer­zahler. Wir fordern größte Spa r fa m k er t und aus diesen ganzen Erwägungen, Abbau des Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft. x>d) begreife wohl die Schwierigkeiten des Ministers Raab als Sozialist, da ein echter Sozialdemo­krat fein Verständnis für die Belange der Wirt­schaft haben kann, zumal er als solcher für den Klassenkampf eintreten muh, der uns völlig in einen Abgrund führen wird. Wir aber wollen gegenseitige Verständigung der Berufe, gegen­seitige Achtung, nicht agitatorische Beschimpfung. Nur Einigkeit, Recht und Freiheit sind das Unterpfand unseres Glückes. (Lebhafter Beifall.) Abg Kindt (Dntl.) bemerkt zu den Aus­führungen des Abg. Mann über die schlechte Lage der Eisenbahner, dah in erster Linie die Sozialdemokratte daran schuld sei, weil sie haupt­sächlich für die Annahme des Dawesgutachtens eingetreten wäre. Gegen zwei Ahr werden die Beratungen abgebrochen. Nächste Sitzung Mitt­woch 9 Ähr.

Fräulein Fob

Roman von Anders Sje.

lese: .

Herrn Bankdirektor H. Fellips usw. Mein Herr! Ihr Geehrtes von gestern erhalten, er­laube ich mir mitzuteilen, dah ich auf Fragliches nicht reflektiere, weder jetzt, noch künftig, und bitte Sie, so freundlich zu sein, vom geplanten Unternehmen gänzlich abzusehen, da dasselbe Sie unfehlbar in neue ungemütliche oder lächerliche Situationen verwickeln würde, hochachtungsvoll Fräulein Fob, Villa Carolyi, am so und sovielten. Das Wortneue habe ich der Sicherheit halber doppelt unterstrichen. Ich dachte mir, es könnte nicht schaden, wenn Herr Fellips ein wen----

seine Sterblichkeit erinnert werde, auch die Fvr sehung betrifft. Nun, Papa F:''

meinst du?"

Exzellenz zog es vor, auf die öragc nicht direkt zu antworten. Er nahm Fobs eine Hand zwischen seine dicken Pfoten und streichelte sie zärtlich. __ r n(<

Warum willst du nicht heiraten, övb? fragte er mit warmer Stimme.

Deswegen, weil ich den, den ich haben will, nicht bekommen kann," antwortete das Mädchen still, aber aus ihren Augen wich nicht das Lächeln.

Unö wer ist das, den du haben willst?

Fob entzog ihm die Hand.

Ach," sagte sie verdrießlich,das ist ein ganz schrecklicher Mensch, anspruchsvoll und eigensinnig, ein Egoist reinsten Wassers, der nur in seinen dummen Projekten und Unter" nehmungen aufgeht."

Kann man den Kerl nicht zur Vernunft

bevorsteht, vertraut zu machen ..... D ie Ver­änderung, die mir bevorsteht ..... Hast du

schon etwas Frecheres gehört? Das ist beinahe, als ob ich selbst schon daraus gewartet hätte."

Hast du ihm das geschrieben?"

Ein solcher Narr," lachte Fob. Ich formu­lierte meine Antwort, wie sie der Tochter eines gewesenen Finanzministers entspricht, absolut ge- schäftsmähig. Das Konzept habe ich verlegt, aber es ungefähr war. Willst

gealtert ----- . .

sehen hatte! Das breite kräftige Gesicht wav

Herr Fellips ist vierzig Jahre alt," begann er langsam,vierzig Jahre, nicht wahr?"

Fünfunddceihig, glaube ich."

Papa Fili nickte, fuhr aber fort, feine Daumen zu drehen.

Nicht übel. Fünfunddreißig Jahre und Präsident des Banksyndikats. Schon diese zwei Tatsachen sagen uns eine ganze Menge über den Mann, nicht wahr, mein Kind? Summieren wir einmal: ein guter Kopf, Kaltblütigkeit, Ener­gie, Menschenkenntnis.....

Fräulein Fob zählte an den Fingern weiter.

Rücksichtslosigkeit, Machtgelüst, Geld- Hunger." .

And Arbeitskraft. Das äußere Bild deines Freiers ist also befriedigend, vollkommen be­friedigend. Was dagegen das innere betrifft, müssen wir, wie ich fürchte, mit Hypothesen rechnen."

Schrecklich unsichere Hypothesen sogar. Herrn Fellips' privater Ruf ist nicht der beste."

Exzellenz zuckte die Achseln:

Gebrochene Herzen ..... und so weiter.

Mein liebes Kind, was das betrifft, ist es besser, wenn ein Wann seine Seitensprünge bei der Ver­heiratung hinter sich hat, als vor sich."

Fob ließ ihre Hände fallen.

Du denkst wohl nicht, daß ich das Ge­schehene bereuen soll?" fragte sie und richtete die Augen fest auf Papa.

Exzellenz hielt mit dem Daumendrehen inne.

Du hast also nein gesagt?"

Fob nickte nicht einmal, sondern öfter.

Unwiderruflich. And ohne das mindeste Zögern, Papa Fili. Obwohl eigentlich dachte ich gar nicht so schlecht über seinen Brief."

Der Brief des Bankdirektors lag noch immer auf dem Verandatisch, wohin chn Exzellenz ge­legt hatte. Fob nahm die Blätter und sah den letzten Bogen durch. Dann zitterte sie laut:

Ich möchte Ihnen indessen Vorschlägen, sich schon bei dem jetzigen Stand der Dinge mit dem Gedanken an die Veränderung, die Ihnen

bringen? fragte Papa Fili und machte den gänzlich mißlungenen Versuch, das Mädchen auf feine Knie zu ziehen.

Fräulein Fob schüttelte sehr energisch den

ist ganz ausgeschlossen. Alles in allem ist es übrigens vielleicht das Beste, ihn zu nehmen, wie er ist, und froh zu sein, daß er nicht noch schlimmer ist."

Dann schlug das Mädchen die Arme um den Hals des Papas. , r .

Warum in aller Welt soll ich heiraten, wenn ich dich habe?"

Auf diese dumme Frage antwortete Exzellenz Thorben nichts. Teils hatte er es nämlich schwer, unter Fobs Umarmung zu atmen, und teils war sein altes Herz so voll, daß er sich nicht auf seine Stimme verlassen konnte. Aebrigens wußte er nicht, was er hätte sagen sollen. Fob für den Vorschlag des Herrn Fellips geneigt zu stimmen, was das letzte, das Papa Fili em- sallen konnte da der Bankier ihm entschieden unsympathisch war und bis auf weiteres gab es keinen Kandidaten, über den zu diskutieren gewesen wäre. ,

Weißt du jetzt, in wen ich so unglücklich verliebt bin? fragte Fob und befreite Fili von ihrer Umarmung.

Aber Kleine," sagte Papa Fili mitleidig, es ist entsetzlich, was du da für eine Geschichte angestiftet hast. Aber so ist es ja gewöhnlich, bei den Mädchen, die an unglücklicher Liebe leiden."

Fob strahlte wie die Gesundheit selbst, wie sie da barhaupt mitten im Licht stand. Die Sonnenbräune der Wangen und des Halses, der Glanz des vollen Haares, der flare Schimmer der Augen mit einer Iris, die bald to e Teilchen, bald wie Stahl funkelte, dies alles floh zu einem reizvollen Bild von Jugend und Schönheit zusammen. Papa Fili weidete sich mit großem Genuß an diesem Anblick.

dieser Tage neu hergerichtet und uer|a)ont. Sie Anregung hierzu gab der zur Zeit in der Heimat weilende Herr Johannes Siebent o p f, der nach Amerika übergesiedelt ist. Seine Anhänglichkeit an die alte Heimat bekundete er dadurch, daß er durch reiche Geldspenden die Beschaffung der nötigen Materialien ermöglichte, um bie Ibege neu zu decken und einzufassen. Auch zu den Kosten, die die Verlegung der Wasserleitung auf den Friedhof erforderte, trug derselbe gütige Spender reichlich bei. Zugleich sind aber auch die Neuan­lagen ein schönes Zeichen bürgerlichen Oe- m e i n s i n n e s. Alle Arbeiten und Fuhren wurden von den Ortsbürgern kostenlos aus- gerichtet, so daß die Gemeindekasie nicht in Un­spruch genommen werden mußte

oi Rodheim a. d. Horloff .14. -öuh. Am Sonntag hielten die Schulen der drei Kirchen- snielsdörfer Rodheim, Steinheim und Rabertshau­sen bei Forsthaus Glaubzahl ihr diesfahnges In­ge n d f e st ab. Da unsere Landleute einen ausge= prägten Sinn für das Bildhafte und anschaulich Dargestellte haben, ist das Jugendfest der Schulen rasch zu einem allgemeinen Soltsfeft ge­worden. Das zeigte Heuer so stark wie noch kein mal die Beteiligung und die Art der Beteiligung. Man sah es an den vielen Hunderten von Teil- nebmern, es wurde dargetan durch die Teilnahme aller Vereine mit Fahnen und sonstigen Abzeichen an dem farbenfreudigen Feftzua. Man erkannte es an der Freude, mit der die Zuschauer den zahl­reichen Darbietungen der Schüler folgten, die bald herzliches Lachen, bald inniges Entzücken hervor­riefen, wie der ungemein graziöse Reigen der Zung- mädchen. Daß die Menge in dem Geist des Festes eingestimmt war, zeigte sich auch an dem erfreu­lichen Ergebnis einer Sammlung für Das Deutschtum im Ausland, dessen natio­nale Bedeutung der Festredner, Lehrer Bepp- l e r - Steinheim, in starken Worten betont hatte. Das ganze Fest hat gezeigt: Wer unserem Land- oolke die idealen Güter in anschaulicher Volkstüm­lichkeit darstellt, hat es am Herzen gepackt.

Kreis Friedberg.

-^Friedberg, 13. Juli. Der T u r n k u r s u s, den auf Veranlassung des Landesamts für das Bildungswesen Oberreallehrer Klöh kettete, ging nach dreiwöchiger Dauer jetzt zu Ende. Die Teil­nehmer, Volksschullehrer und akademische Lehrer, bildeten eine harmonische Arbeitsgemeinschaft, die freudig sich den Anordnungen des erfahrenen Kur- susleiters unterstellte. Besonderer Wert wurde auch auf die Pflege des T u r n s p i e l s gelegt. Eine gemeinsame Fahrt nach Frankfurt a. M. diente der Besichtigung des dortigen Stadions, während man hier auf der Seemiefe und in Butzbach an je einem Nachmittag Handballwettspielen von Schülermann­schaften beiwohnte. Ein Abschiedskommers beschloß die anregend und fruchtbringend verlaufene Tagung. Der Im Jahre 1835 gegründete Gesangoer- ein ßieöer frans, der älteste Verein unserer Stadt, begeht in den Tagen vom 1. bis 3. August die Feier seines 9 0 jährigen Bestehens. Zahl­reiche Gesangvereine des Hessischen Sängerbundes werden zu dem Feste erwartet. Man rechnet mit einem Besuche von 700 Sängern. Direktor Hol­singer von der Zentralstelle für Volksbildung tn Darmstadt wird als Festredner sprechen.

< Bad-Nauheim, 12. Juli. Die heute erfolgten Bürgermeisterwahlen hatten für den Amtsgerichtsbezirk Bad-Nauheim nach­stehende Ergebnisse .Nieder-Mörlen Wieder­wahl des seitherigen Büraermeisters Möbs mit Stimmenmehrheit: Steinfurth: Wiederwahl des bishettgen Bürgermeisters Falk mit Mehrheit: Wisselsheim: Wiederwahl des seitherigen Bürgermeisters Berg: Rödgen: Wiederwahl des bisherigen Bürgermeisters Hensel; Lan-

Aus der Provinz.

Landkreis Gieren.

sch. H e u ch e I h e i m, 14. Juli. Anser Bürger­meister Georg Kreiling stiftete anläßlich ferner Wiederwahl zum Bürgermeister einen größe­ren Geldbetrag zu gemeinnützigen Zwecken. Dabei mag der beachtenswerte Grund­satz maßgebend gewesen sein, daß nicht durch die vielfach übliche Stiftung von Freibier, sondern durch Schaffung und Förderung kultureller und sozialer Einrichtungen dem Wohl der Gemeinde am besten gedient sei.

k. Allen d o rf a. d. Lda., 14. Juli. Bürger­meister Rein steht nun im 36. Ia h r e an de r Spitze unseres Städtchens. Bereits 43 Jahre seines Ledens sind dem Gemeindedienst ge­widmet: denn von 18831890, wo er zum ersten­mal Bürgermeister wurde, war er Beigeordneter. Seit 1890 ist er ununterbrochen Bürgermeister. Er dürfte wohl der Dienstälteste unter seinen Amts­kollegen im Kreise Gießen, wenn nicht in ganz Oberhessen, sein.

is. ©teinbad), 14. Juli. Nach der letzten Volkszählung beträgt die Einwohner­zahl unserer Gemeinde 1122 Personen, darunter 579 männliche und 543 weibliche. An Wohnhäusern sind 214 gezählt mit 235 Haushaltungen, land- und forstwirtschaftliche Betriebe 214, Gewerbebetriebe 78. Die Wohnungsnot ist hier bald behoben, da innerhalb eines Jahres 12 neue Wohnhäuser erstanden sind. Gegenwärtig ist nur noch für eine siebenköpfige Familie keine paßende Wohnung zu beschaffen. Auch hier dürste die Eigenhilfe durch Neubau am schnellsten zum Ziele führen.

* Münster, 14. Juli. Der hiesige Fried­hof, an den sich der E h r e n f r i e d h o f mit dem Denkmal für unsere Gefallenen anschließt, wurde

gen Hain- Ziegenberg: Wiederwahl des bis­herigen Bürgermeisters Rumpf. In Ober- Mörlen erlangte der seitherige Bürgermeister G e i b e l mit 335 Stimmen nicht die Mehrheit, bei weitere Kandidaten erhielten zusammen 975 Stimmen, wovon 458 auf den Landwirt A. Schmidt entfielen. Es findet Stichwahl zwischen Geibel und Schmidt statt.

<£ Bad - Nanheim, 14. Juli. Dieser Tage hatte unsere Stadt wieder Besuch, der sich mit den Einrichtungen des Bades vertraut machen wollte. Marburger Dozenten und Medizinstudenten hatten eine Studienfahrt nach hier unternommen. In der Trinkkuranlage wurden die Gäste von Dber= baurat Berck im Auftrage der Bade- und Kur­verwaltung, von Dr. .Langsdorf namens der Vereinigung Bad-Nauheimer Aerzte begrüßt. In mehrstündiger, umfassender Besichtigung lernten die Besucher dann die Einrichtungen des Bades und des medizinisch-wissenschaftlichen Instituts gründlich kennen. Oberbaurat B e r ck und Pros. Weber gaben bei den Führungen die sachkundigen Erläu­terungen.

4 Dad-Nauheim, 14. Juli. In der heutigen Sitzung der Stadtverord­neten die in flottem Tempo ohne größere Aus­sprachen verlief, standen nur wenige Pmrkte von allgemeinem Interesse zur Verhandlung Es wurde u. a. beschlossen: Der Derfassungstag soll am 11. August durch eine städtische Feier in der Turnhalle begangen werden, bei per Die Mitwirkung der Vereine erwartet wird. Für die Instandsetzung der S pr u d e l a po t heke wurden 6000 M. bewilligt. - Der Deren Freundinnen junger Mädchen soll durch einen Geldbetrag unterstützt werden. Von verschiedenen Stadtverordneten wurde darauf hm- aewiesen, daß die Stadt die Verpflichtung habe, sich der obdach- und stellenlosen Mädchen anzu­nehmen. Der voraelegte Waldwirtschafts­plan für den Staotwald wurde gutgeheihen. Genehmigung fanden verschiedene Mietver­träge, außerdem wurde der Mitgliedsbeitrag für den Fulda-Lahn-Kanal-Verein bewilligt. Unter Besprechungen wurde von dem Stadtv. Rosenthal angeregt, bei der Ein­ziehung der Steuern möglichst liberal zu verfahren, was von Bürgermeister Dr. Kayser zugesagt wurde. In der nichtöffentlichen Sitzung wurden 6 Gesuchstellern Daubei- hilfedarlehen bewilllgt, ferner fand ein Grundstückskauf Genehmigung.

X Pohl-Göns, 14. Juli. Unser Turn­vereinFrisch Auf" besteht in diesem Jahre bereits 20 Jahre. Er hat in dieser Zeit schon segensreiche Arbeit geleistet, die wiederholt reife Früchte durch schöne Erfolge bei turnerischen Ver­anstaltungen der verschiedensten Art getragen. In Verbindung mit der Feier des 20jährigen Be­stehens wurde unserem Turnverein nun die Abhal- tuno des diesjährigen Bezirksturnfestes vom 1. Bezirk des Turngaus Wetterau übertragen. Das Fest, an dessen Vorbereitung die gesamte Be­völkerung regen Anteil nimmt, wird am 1 6. A u - gust abgehalten.

> Gambach, 13. Juli. Nach äußerlt regem Wahlkampfe wurde bei der gestrigen Bürger­meister w a h l unser seitheriger Bürgermeister A u g u st B o ck mit einer Mehrheit von 75 Stimmen wieder gewählt. Auf seine Person entfielen 494 Stimmen, während sein Gegenkandidat Heinr. Buß IX. 419 Stimmen auf sich vereinigen konnte. Die Spannung unter der Wählerschaft war sehr groß, weil beide Parteien ziemlich gleich stark ver­treten waren. Gleich nach Bekanntwerden des Wahl­ergebnisses wurde der übliche Baum geholt und ein Ständchen gebracht. Bürgermeister Bock dankte anschließend für das Vertrauen und versprach, auch

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