^cellag, 15. liim 1925
fchen Schollen und Raia rod Ui d.. ’iibixi ergießt. breitet sich ein schmales 1? . ic itnl aus. versunken im t^iün hochstämmigen Buchenwalds, bcrgiabcn in der ölnfamfcit. 3n diesem stillen Wallwinkel. weitab von der -Unruhe und 5)aft geschäftigen Alltags. erschienen Bi »le •2MäiA. ak< noch der Schnee die E.dc deckle. 6 junge Leutchen in Wände rvogc ltracht, reich vc- pa ckl mu Tornister. Kschgcschir» en. Zeltbahnen und Musilinstrumenlen. ■[.>!» stille anheimelnde Tal gefiel ihnen und sie raflten sich zu dein t5.ni- schlusse aus. sich hier anzusidetn. Mit seltenem Eifer gingen sie nun ju Werl. bei» Millen in die Tal umzusetzen Sie erwarben iauflid. ein 1 ’ _■ Morgen grobes Wiesen stück, bauten sich aus Brettern eine sogen. Bauhntte. vrrschinierten die Riden ui'd Zuglöcher mit Leh n unh siedelten am 1. April in ib’." neues S)cim über. Dessen 3iut<n- einrichlung ist natürlich ebenso bescheiden wie die ganze äuhere Ausmachung, ein BrcUeclisch. eine Hotzbank, Strohsäcke zum Schlafen, ein Biett mit Büchern und eine selbstgemauerle Koch- gelegenheil. Der Löm»sbach lpendU Wasser tarn Maschen und Kochen ter Wald dürres Holz. Kartoffeln. Butler, Eier. Milch werden in Rasi-.- rod erworben. Kolonialwaren in Schotten. Am Lage gibts nur 2 Mahlzeiten abwechselnd übernehmen 2 der Bewohner die Kochwrch.. Als die
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die S.edler im Launs achtal mti Spaten H^cke und Rechen der Waldwiese zu V?lb. 3n unglaublich kurzer Zeil stürzten Fleiß und j.mgc Arbeitskraft den größten Teil der Wiese um, bepflanzten ihn mit Kartoffeln. Erbsen. Bohnen und Gemüse. 3m Herbst sollen Obstbaume an- gepflanzt werden. 2.1m der Tücke des Winters trotzen zu tönnen. wollen sie int Laufe des Sommers ein massives Steinhaus errichten, in dessen Räumen sie ihren kunsthandwerklichen Arbeiten nachgehen körnten. die sie ernähren sollen. Wer sich die Mühe nimmt, sie in ihrer Abgeschiedenheit zu besuchen, fi-'ßt sich gebildeten jungen Leuten gegenüber, die sicherlich geachteten Familien entflammen. Ihr Geburtsort ist das liebe», und tönefrohe 5X ö 1 n. Mit der Liebenswürdigkeit und soimigen Heiterleit der an Rheinesstrand Geborenen plarrdem sic und geben bereitwilligst Antwort auf alle Fragen, die man an sie richtet. Rach ihren eignen Angaben trieb sic der (Stet vor der zunehmenden Verflachung des Großstadtlebens und der damit verbundenen Entwertung der Persönlichkeit in das srühliogs- griuie Wiesental. Der Drang zur Freiheit unt> Bodenständigkeit, der Sinn für die Schon) n! der Ratur unb der Wille zu wahrhafte»' Let-cns- geflaltung locttc sie. aus einem vergessenen Fleckchen des Bogelsbergs den G» und st ein -,u Heim und Herd zu legen. Das Verhältnis de. Siedle.- untereinander ist ein äußerst harmonisches unh auf den Grunbtoi» gemeinsamen und gcgeiifcili gen Verstehens gestimmt. Sie vertreten leine Parteirichtung und keine Konfession und w V n nur Deutsche fein, die ihr 'Vaterland und echt • Parteirichtung und keine Konfession und wollen deutsches Wesen über all eß schätzen und lieben. Don b-'v Welt woll. n sie ' ।d>
Aber deren sogenannte Genüsse verabscheuen sie. weil sie nicht geeignet feien. Lebensfreude zu Wecken. Zweifel an der Beständigkeit ihrer augenblicklichen Lebensausfassung suchen die jungen Siedler allen Ernstes zu entfrüften. Immerhin darf man begierig fein, ob ein Fleckchen Wcsi abgeschiedenheit auf hie Dauer den Huuge» nach de»n Leben stillt, oder nb fie doch eines Tages das Bedürfnis fühlen, wieder auß der Enge ihres Wiesentals herauszukommen.
Hl Laubach, 13. Mai. Jetzt besichtig > Geh Daurat Walde- Darmstadt die für das Ehren t> e n f m a f btt gefallenen Heldensöhne unserer Stadt vorg^schlagenen Plätze. Er empfahl in erster Linie die Ostseite des vorderen Ram de» zo. und zwar die Anlage einer Terrasse bei den beiden gewaltigen Buchen (der sog. „‘Staut u:b Bräutigam") am dortigen Fußpfad A:ßcr cm ist noch an die Westseite des Schloß za «lens (unweit der Unterbfort?) und an den Pla', vor der Friedhofskapelle gemacht worden. Di? A titelten Schmidt und Rühl sind mit der Anfertigung von Skizzen der verschiedenen Plätze beauftragt worden. Alsdann soll zu einem Wettbewerb um Entwürfe deS Denkmals eingeladen toerben. — Am Samstag toiro hier eine Aufführung des ,. Fridcric»rs Rer" statt- finden. 3m ersten Teil wird Obertoci'Marti von Hagen einen Vortrag mit Lichtbild rn über die Schlacht bei Leulhen halten, im zwei:en Teil wird der Dortcogskün stier Richard Hellborn aus den Werten des großen König; ein- zrlnes vortragen. 3m dritten Teil wird ber'c.bc Künstler Ernstes und Heiteres, historische 0c-
Statistischen Reichsamt. s.ühec erschienen als in früheren Jahren. Sie ergab bei einer im 6;t ag stehenden Rebflache von 74 342 Hektar einen Most ertrag von 1 803 954 Hektoliter, d I). einen Durchschnitts-Hektarertrag von 24.3 Hel oliter. Preußen war dabei mit 538 183 Hektoliter. Bayern mit 534 768. Baden mit 253,559. Hessen mit 406 442. Württemberg mit 65 596 und das übrige Deutschland mit 2401 Hektoliter beteiligt. Rach dieser Statistik übersteigt die deutsche Weinernte des letzten 3ahres. wie Direktor Dr. K. Müller des Badischen Weinbauinstitutes in der Zeitschrift „Weinbau und Kellerwirtschaft" ausführt, an Menge und an Wert die vorjährige um mehr al» das Doppelte. Die Reb- fläche selbst ist um 334 Hektar zurückgegangen, offenbar im Zusammenhang mit der schon anfangs des Vorjahres einsctzenden Weinkrisis. D c höchsten Hektarcrträge hatten die Weinbaugrb c.e in Preußen. Hessen und Bayern. 31 Bayern ist der Hektoliter H^siar-Eriiag deshalb geringer als in Hessen und Preußen, weil Franken eine vollkommene Mißernte erlitten hat. Auch Württemberg hatte eine Mißernte, denn es produzierte vom Hektar noch nicht einmal den Teil von dem, was in Preußen geerntet wurde. Bader» mit 20,2 Hektoliter Hei.ar schnitt noch sehr günstig ab, wenn man bedeutl, daß im Taubergrund ähnlich wie in Franken fast alles erfroren ist, baß im südlichen Teil des Landes die Blatt - falllranlheit schon während der Rebblüte, begünstigt durch das regenreiche Wetter, geradezu katastrophal auftrat, während sie in der Pfalz, in Hessen und in Preußen damals überhaupt noch nicht auf getreten war und auch vom August ab nur in sehr geringem Umfang, so daß der Stauben ertrag von ihr in einigermaßen richtig behandelten Rebstöcken kaum wesentlich beeinflußt werden konnte.
Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für ibimije^!;
und Torsi» und wir neuerdings zwischen» konservativen Unionisten und der Arbeiterpartei jenes - - man mochte beinahe sagen I n n o e n t i o n c 11 geordnete — Q.ir.g.u um die Slaa.sgewalt einfetzcn wie es in parlamentarischen Staaten »■ .crläßlich ist. Dann wird b:r potiiische Kampf in Bahnen gebracht die einheillich über die Cbene gleicher gegen! eilig er Achtung laufen. Daß man sich auch auf dec Linken mit solchen G - banfengängen bekräftigt, die auf eine Verständigung hinzielen, ist immerhin bereits ein erfreuliches .reichen, das wir vor ihrer praktischen Auswirkung zwar nicht überschätzen, aber auch nicht überleben wollen.
Der Weg ;u diesem Ziel »ft noch weil' er ist noch übersät mit unzähligen Steinen und Schwierigkeiten. Und die größte dieser Schwierigkeiten. die erste, zu beru» Beseitigung wir als Voraussetzung alles anderen romme.i inüffen, ist die leidige Flaggenfrage. 3m ®ninbe genommen ist sie cs. die die Spaltung unseres Volkes so lief getrieben und so sichtbar und schärf herausgestellt hat Roch weiß wohl niemand einen Ausweg, bet eine wirkliche Verständigung bedeuten würde. Aber, daß man sich auf beiden Seiten bereite mit dem Problem ernstlich beschäl tigt. ist ein Anfang, an dem der neue Reichspräsident wird tneitcrbaucn müssen. Gr ist der einzige, der es vermochte, über dic'e Kluft die Brücll zu schlagen, die notwendig ist. um die Zeichen der Er.tfpannung zu einer wirtlichen Beruhigung der Geister und zu einheitlicher Mitarbeit aller staatsbejahenden Kräfte am deutschen Wiederaufbau zu führen.
Musik und Politik in England. Von unserem ständigen W. v. K.-Berichterstotter. (Vachdruck. auch mit Quellenangabe, verboten.)
London, den 11. Mai 1925.
Bolt) nach der Ankunft der Storche und Schwalben in England findet sich auch der seltenste und am schönsten gefiederte Wandervogel ein, nämlich die Oper. In London gibt es feine Oper, gibt es nicht einmal ein ständiges Opernhaus. In dein schmutzigsten Viertel des allen Londoner Westens, zwischen kohl und Spargel, Aepfeln und Drangen, Artischocken und Schnittlauch, zwischen Blumenkohl und Bananen, erhebt sich gegenüber der mürrischen Polizeistation in Bowstreel ein schmieriger Theaterbau, genannt Covent Garden. Er ist das ganze Jahr über bis in den Mai das architektonische Zentrum des Londoner Obst- und Gemüsemarktes. Während der Wintermonate ist es ein Tanzpalast, manchmal ist das Gebäude überhaupt unbenutzt. Aber, wie gesagt, während der Saison wird es von dem Eovent-Garden Dpern-Syndikat in ein Opernhau . umgewandelt und Sterne aus allen musikalischen Ländern machen ihn zu einem Aunfttempcl. In den nächsten Wochen beginnt wiederum die Dpernsaison. 2a wird Wagner gegeben, bei welchen Vorführungen sich die Londoner gute Gesellschaft in zweiter Garnitur zeigt. Wir werden Purem! hören, Carmen, kurzum das altbekannte Dpcrnprogramm. Und wenn eine große italienische Primadonna erscheint, werden die Londoner Damen ihren schönsten Brillant- und Perlen- schmuck anlegen, soweit er nicht von den Fassadenkletterern gebaut ist. Auch deutsche Opernsänger werden in zahlreichen Meiigen erscheinen. Das versteht sich.
Um diese Jahreszeit erscheinen dann zugleich mit den ersten Erdbeeren auf dem Gemüsemarkt die üblichen Ieremiaden in der englischen Presse, daß es doch »echt schön märe, wenn London, die größte Stadt der Welt, sich^ endlich eine Oper H u l e g t c. Es wäre eine Schande, heißt es, daß dies immer noch nicht der Fall wäre. Aber in England gedeiht die Oper nicht. Ein Versuch der Gründung einer Londoner Oper ist schon vor Jahren verkracht. Diese Oper ist heute ein Kientopp. Das Opernprogramm gehört in England in die gleiche Kalecwrie wie die Seeschlange oder der Kanaltunnel. Alljährlich dient sie verschiedenen mufft« begeisterten Scribenten als Turnstange, woran sie ihren musikalischen Sinn probieren Aber es geschieht nichts. Maa fein, daß die nationale Eitel- feit in absehbarer Zeit eine Wandlung hervorbringt. Das Bedürfnis nach guter Musik wird ganz bestimmt nicht hierfür verantwortlich sein
Der Engländer versteht sich besser auf politische Musik. Diese liegt ihm. Das zeigte sich vor turzem gelegentlich der Wahl Hindenburgs, da wurde das presto furioso der Befürchtungen in meisterhaftem Ucbergange in ein Adagio Eon Moto verwandelt und das Publikum laufcht dem neuen Thema ebenso andächtig wie dem allen. Wir finden auch Dissonanzen, aber sie stammen nicht aus dem deutschen Orchester. Es ist C h u r d) i 11, der
entsprossen ist Die Lehren Buddhas, die nicht nur das Geben des Tieres, sondern alles Gewordene und Gewachsen- für heckig erklärten, machten auch die Blumen zum Gegenstand frommer Verehrung, die vor den Allären aufgestellt wurden und deren Pflege die Priester übernahmen. So ist denn auch die Kunst der Blumenanordnung zuerst von Priestern ausgeübt worden. und später war es eine Lieblingsbeschäk- tigunq der bedeutendsten Geister, der Gelehtcken und Dichter, den Blüten und Zweigen ihre höchste Echönheck zu entlocken. Auch heute noch ift Japan das einzige Land, in dem die Anordnung von Dlütenzweigen in einer Vase oder Schale, in einem Bambusrohr oder Korb als hohe Kunst an Schulen gelehrt wird, und diese Blum en - schulen, die jetzt größtenteils von Mädchen und Frauen besucht werden, pflegen eine 3ahr- hunderte alte lieberlüferung. Es gibt eine ganze Wissenschaft der Dlumenanordnung. in der die verschiedensten Richtungen vertreten sind und xabllofe Regeln und Gesetze ausgestellt wurden.
Eine Grundregel ist es. nur Blumen zu verwenden, die der betreffenden 3ahreszeit angehören. Wer als Zierde in Rippon Blüten benutzen würde, die nicht in diesem Monat blühen, der würde so beutteUt werden wie bei uns jemand, der im kalten Winter mit dem Stroh- Hut spazieren geht. Auch der Standort der Pflanze wird bei dem Arrangement berücksich- tigt. und es ist von entscheidender Bedeutung, ob sie auf einem Fels oder im Wasser wächst. Seltene, dem Volke weniger belamtie Gewächse werden nicht benutzt, da in der genauesten Kenntnis der Pflanzen das Geheimnis des Genusses und der rechten Würdigung gesucht wird. Der Künstler steht zu den Blumen, die er arrangiert, in engster seelischer Beziehung. Bei Fesllich- keiten und freudigen Ereignissen dürfen nur Blumen verwendet werden, die Glück bringen.
mi. feinem neuen Staatshaushaltsplan eine überraschend lebhafte Kontrooer e bcraujbefduuorcn hau Goldstandard und Soziulversicheronq. Uir aina« Zölle und Erbich stsavgabe, Seidenzoll und Eintoii». menfteucr. Alles in allem wird der englische ötcucr Zahler in» kämmenden Jahre mehr zu .ahlcii haben als im vergangenen. Wenn er übe» in Voriahic feine Steuern mehr aus der Westentafche bizahlte oder dem Porteinonnoei, so wird er in uiejcin den Inhall des Fainilienfparftrumpses angreifen muffen, in mehr als einem Sinne. Die 0 rbschafts- steuer belastet das fundierte Familienvermögen, die Seidensleuer neben anderem auch de.» häuslichen Strumpfetat. Da das Londoner Mod chen wie die verheiratete Frau gegenwärtig nicht fuß-, sondern hiicfrei durch die Gegend tändelt, sind gestopfte Strümpfe einfach unmöglich unb. oh Jammer, sie werden teuerer werden, obwohl schon die Mode eine Erhöhung der Beinbekleidungskosten ber- uergerufen hat. Die »übrige Seidensteuer wird sich wohl ertragen laßen, denn der gewandte Ehurchlll hat offenbar die Verküraing de. Kleider, die wnl, reiid des vergangenen Finanzjahres eingetreten ist, für das englische Subgei einkcckkulicrt.
Auch die Öonnermafrfihie wird in dem Presse» orchester zur Zeit oeruienbet, wie bemerkt zu werden verdient. 21 b b e I Krim s neuer Krieg gegen dieFranzosen erfordert Londoner Begleitmusik, die nur mit diesem Instrument hervorgebracht werden kann. Vor drei Monaten >chrieben wir, daß die in der englischen öffentlichen Meinung angcst'mmten Lobeshymnen auf Abd el Krim wahrscheinlich einen politischen Zweck hätten, nämlich den, ihn vor französischer Beeinflussung zu bewahren, im Interesse seiner Seldstänbigkei:. Schneller als zu erwarten war, hat sich diese 2lnsich> bestätigt. Abd el Krim iämpft um den Bestand seines Landes, kämpft um feine Freiheit. Neuerdings steigt die englische Anteilnahme an diesem Kriege recht auffallend. Wie sich die Dingt entwickeln werben, steht dahin. Aber wie auch immer der ungleiche Kampf ausgehen mag. es ist gewiß, daß England bei irgendwelchen Aenberungen der politischen Ber- hällnisse am Ausgange des Millelmeeres nicht gleichgültig fein kann. Unb vielleicht schon in den Wochen, wenn der Londoner Musikfe^ in andächtiger Ergrifenheit gleichsam mit bei» Ohren schnalzend importierten Kunstgenüssen sich widmet, wird Pas große politische Orchester die Ouvertüre eines weltpolitischen Dramas anstimmen.
Aus der Provinz.
Landkreis G^.sjen.
Lollar. 15. Mai. Am Sonntag, 17. Mai. begehen hier die Eheleute Andreas Heuser das Fest der goldenen Hochzeit. Beide erreichen in Kürze ihr 74. Lebensjahr bei zufriedenstellender körperlicher unb geistiger Frische, st! G r o he n - L i n d en, 14. Mai. Einen Ausflug nach Darmstadt, an dem sich nahezu 1000 Personen beteiligten, unternahm der hiesige Eifenbahnverein. In der Landeshauptstadt tourben die Sehenswürdigkeiten, tote Schloß. Museum. Herrngarten. .Künstlerkolonie, Hochzeitsturm ufto. besichtigt. Um 10 Uhr abends traf der Sonderzug wieder in der Heimat ein.
T Grünberg, 14. Mai. Zu dem heutigen Schweinemarki waren 592 Ferkel, davon 64 Stück von Händlern, autactrieben. Folgende Preise pro Stück wurden bezahlt: Bis zu 6 Wochen 30, 7 Wochen 35, 8 Wochen 40, 9 Wochen 45, 10 Wochen 47 und für Läufer 50—55 Mark Der Handel ging recht lebhaft, die Ware war durchweg sehr schön, nur ein sehr geringer Ueberftanö verblieb. Der Krämermarkt war ursprünglich schwach, später, um die Mittagszeit, hatten sich eine Menge Krämerstände eingefunöcn, so daß denn auch hier das Geschäft recht gut wurde. Die Hoffnung, die man im Frühjahr auf Klee und Heugras gesetzt hat, scheint sich kaum zu verwirklichen. In den Wiesen ist das Gras durch die Trockenheit in feinem Wachstum aufgehallen worden, und die weißen Blumen, die dem Bauer ein spärliches Futterjahr verkünden sollen, wogen wie ein Meer. In tiefer gelegenen Wiesen wird schon nächste Woche mit der Heuernte begonnen.
hi reis Fricdbcrq.
!*! Bad-Rauheim, 14. Mai. Die von der Kurdir ftion eingerichteten Autofahrten erfreuen sich unter den K irgäften eines sehr lebhaften Anklangs so daß die Wagen, die von der Reichspost gestellt werden, sehr aut besetzt sind. Man hofft durch die Fahrtei» auch den Fremdenverkehr zu heben.
.hzreis Lchoiten.
Schotten. 14. Mai. An dem Läuns- b a ch e. der, vom Vogelsberg kommend, sich zwi-
äleberha»»pt spiell der Aberglaube eine Rolle, und alle giftigen Pflanzen gelten für unheilbringend. Die mystische Vertiefung in das Dlumenwesen sieht in den Farben und Formen Simrbilder der großen Grundgesetze des Daseins. So gilt die Oberseite eines Blalles als mäixn- lich, die llntcrfcite als weiblich; rot und purpur sind männlich, blau, weiß und gelb weibliche Farben. Der höchste Rang wird der Weißen Blume eingeräumt: bei einzelnen Arten wird die eine Farbe höher geschützt als die andere ufto.
3n einer Blume ns chule, deren als Dlumenkünstler hoch angesehener Leiter 'Takeda das Können seiner Schülerinnen zeigte, hatte jede eine bestimmte Aufgabe zu lösen, und zwar ein individuelles Arrangement mit einem bestimmten Behälter und beftimmten Pflanzen durchzusühren. Es dauerte bis zu l1 . Stunde, bevor jede Schülerin ihr Thema vollendet hatte. Als ihre Kunsltoertc lchlleßlich in vollendeter Zierlichkeit dastanden, verneigtm sich alle ehr- turchtsvoll vor ihren CBlumcnflüden. Diese respektvolle Verbeugung vor den Blumen überrascht den Europäer, wenn ihm das Verhältnis des japanischen Volkes zur Ratur und besonders zur Pflanzenwelt nicht belaunt ist. Die Pflanze ist dem 3apaner belebtes und beseeltes Objell, und erst von diesem Standpunkt aus wird die Liebe, die man der Pflanze im Lande der ausgehenden Sorme entgegcnbringl. recht verständlich, und man kann es begreifen, wenn der 3a- paner. sobald der Kirschbaum sich im Frühling mit Tausenden von Blüten schnckickt, in feiner Begeisterung sogar ein Gedicht macht und cd auf einem Zweige befestigt.
Deutschlands Weinernte 1924.
Erfreulicherweife ist diesmal die Statistik über die deutsche Weinernte, bearbeitet im
Ur. \ 3 Zweites Blatt
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ketoenbet und statt des im Westen üblichen flrmenstraußes die andächtige Bewunderung des 3imeinen schönen Dlütenzweiges auf das reinste
Das ganze 3oGr hindurch hat der 3apaner kre Lieblinge, denen er Pflege und Verehrung t’tmct. Schon um Reujahr herum werden von l r Blumenhändlern zwergige Pflaumenbäume «geboten, die ihre Blüten eben citifalicn. »mb kein bann Ende März ungezählte Kirschbäume le Hochzeitskleid anlegen und mit ihren reizen- ln.i Blüten ganz Japan in einen Par ad leses- U-ten verwandeln, dann wandert das blumen- k'fenbe Volk ins Freie und schwelgt in» Ratur- |:nuß. Da Japan keine Wiesen u»it> daher auch idtt den bunten Wiesenslor bescht. hoben die
iDani)«« jener N"df.- i. v. kd!>6. jr Zameta«, 6, Mai außc Abcndiabtt ichJacMlvy' Duienvo'kn, , ^ufammen- mit oeridiieo- neu d pünfiL 8 llbr.
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1 4 5‘ s« "o < CD > o n ' 5 "
Ne Blumenkunst Japans
Wenn der Frühling in unseren Garten wie- Sc seinen Einzug hält, dann stehen auch wir yH Entzücken vor den lieblichen Wundern der Tlrnncntoelt, die die Ratur vor uns entfaltet. 116er unsere Vlmnenliebe steht noch an Dertie- ing und Verbreitung weit hinter dem Kult ttüd, den der Japaner den Kindern Flo- irti toibmci Wir können in dieser Hinsicht txb so manches von den 3apanern lernen, dir i|t»bl überhaupt b i c größten Dluinenver- |ltb r e r bet Welt finb. besonders wenn wir *1^ die Feinheiten ihres Geschmackes und ihrer Mfaffung vom Dlumenleben eindringen.
tSgebin>ct. Sogar der »lichtblühende Zweig, so Hkren- und Bambussprotz, spicckt in der Kunst •t spanischen Dlumenanordnung eine große Koie.
Die Blumenoc^hrung 3apans erhält ihren blinderen Charakt-r dadurch, daß sie augen- '^cinlich aus religiösen Vorstellungen
liisfiW iM»
Der An,ang.
Die Einholungs- und Vereid gungsfeierllch- 'eilen für den Reichsprüsidemen i nö vorübe., me Reih 7 vo Empfangen leitet scho.» in das Hebick der Arb^i und der Ausgaben hinüber xe der Reichspräsident zu erfüllen hat. Roch inige Tag-, unb dann wirb es »venigstens naa> lußei' hm um bu» Haus des Reichspräsidenten «jeder fiiller weiden Aber, wie die Dinge liegen, cird das. was sich jetzt ereignet hat. bod) raun» yne eine Auswirkung bleiben, der wahrscheinlich te allergrößte innere Bedeutung Uontmt.
Diese 2tavtoirtungen i»nö nun allerbings nicht di» de» Art, wie manche Leute sie erwartet beben oder zu erwarten vorgaben Welche Be sickchtungen und Aengste waren nicht an die Aufhellung Hindenburgs gehängt worben, »in Auslande mir Lei der Linken daheim. Ob diele künstliche Züchtung .icurasthenifcher 'Dcfchwerden 1 trabe ein Ausdruck politischer Klugheit war oder 11' sie uns nicht viel mehr Schaden zugefügt I«U. als ihre Urheber im Innern vielleicht leibst (croaiiclcn, das mag heute dahingestellt bleiben Es foll heute auch gar nicht mehr von der Dei toerslichkeit der Method gesprochen werden, die in» innerpolilischen Rutz.us willen nac) dem 7luslande bin nngc.oand' wurde. Eine solche Politik hat sich selb. gerichtet, sie »st klein und läßlich geworden, als die große 'Persönlichkell siindenburgs in den Dor berg, und trat
3hre Auswtrlungen fr ckich fp. Im im Aus l.nbe noch jetzt herum Des zeigt sich in einem I eil des Echos do, r Einzug und die Der- tigung des neuen Präsidenten draußen gefunden Hal Daß sich die franz ösische Bresse ■ i
runbcrlid) Die Fronzofen haben ihre politische Drille in den letzten sechs 3ahren noch nicht ein ,'lüziges Mal geputzt, unb wir haben uns in d der Zeil langsam barqi^ gewöhnen müssen, dlß ton über en liong. bas Staun
b« Einbrull dieser großen Persörckichkeik auch bi
> it r ü d halt u n q .ilcrkfl*, Richt au? eigenem Triebe, aber all ‘ i». was der neue Präsident des Deutschen Stiches gesagt Hal. »st so ruhig, klar und ver- - instia getocien, daß co häßlichen Widersachern beim besten Willen kein? Gelegenheit bot, Ko- »ital bataud .n > hlagen
rten peinlich unb "i»ügt ibn. Er,oy b i Mätzchen zu suchen, bie c Well nicht gerade aus den Angeln heben. ?aü übrige A> sland ist zuin Teil reserviert ab- 'artend, aber in den Respekt, der seine Kund- ibungen erlüllt. mischt sich doch auch schon tit warme» Unterton. de» etwas ganz auderes ii als das. was die Linie prophezeit Halle hc den Fall, daß das bculsche Volk sich unter- eben würde, ihren Kandidaten durchfallen zu e'sen.
Llltcr. Iaffen wir die Vergangenheit lassen r sie um fo mehr, als inner politisch ,'reits jetzt eine außeriewöhnlich große Aus titfung bei n'uen Präsid. ntschaft zu spüren ist. ton ber sich .»llerbings noch zeigen muß. ob sie mr eine gefühlsmäßige Aufwallung unter dem tri'ten Eindruck oder von wertvoller Sauer I n wird Dos ift das was ber Historiker Fried- i k> Mein ecke als die große Aufgabe Hinden- lurg« bezeichnet ha» Frieden zu stiften zwi- fben den beiden entfremdeten Volkshälftcn. ßinbenburq feibft hat in den letzten Tagen ver- tledentlich gesagt, daß er dies ebenfalls als > et. unb es scheint,
lis habe ber in feiner Schlichtheit so über- altigcnbe Ein brück feines ersten Auftreteirs iEcitei genügt, ben Grundstein z u einer wissen Entspannung zu legen.
Auf ber einen Seile finb allein burd) den linnen Hinbenburgs ganz zweifellos Millionen. ie dem neuen Staat mit innerlick.er Verbitterung logenüberstanden, in ein ganz anderes Der- sirltnis zu diesem Staat gekommen. Das i'l dasselbe, was vernünftige Demokraten/von Dürrn Standpunkt aus gesehen, den größten iieg der Republik genannt haben.
»csbst schein! etwas vorzugehen. was^ nicht vcabc eine Wandlung ist. aber zu einer größeren Möglichkeit ber Versöhnung der beiden großen •^citomungen in unseren» Dolle beitragen könnte. Alluch Georg Bernhard gibt in ber ..Voss. ■M“ die Möglichkeit zu, daß nun unser Partei- Rwkitischer Kampf andere Formen gewinnen kann. jBä allen Weltauffassungsunterschieben, meint er, Jörne nun, wie in ©nglanb zwischen de.» Whigs»
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