Ausgabe 
14.7.1925
 
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Sier Steuer.

).) Der Steuer« Hai aach dirzer etter anderen An­der Regierung-« ung der Bier- csähe betrugen: für Reichsmark für die 50 Reichsmark, für r 7,20 Reichsmark, :toliter 7,50 Reichs- 000 Hektoliter 7,75 n 30 000 Hektoliter enden 60000 Helle- die übrigen Mengen

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edeich statt. 6$ war ftvmb auf AachtpvKen.

' Dom Finanzamt wird uns geschrie­ben: Die seither von den freien Dcrufen. Ka­pitalrentnern usw. für die Einkommensteuervor­anmeldung benutzten Vordrucke sind infolge der durch das EteuerüberleitungSgeseh eingetretenen Aenderungen nicht mehr zu verwenden. Reu- drucke können beim Finanzamt in Empfang ge­nommen werben.

< Fahrplanänderung. Ab morgen, Mittwoch, erhält der Personenzug 774 von Mar­burg, Gießen an 9.50 Uhr vorm., wieder Aufent­halt in Friedelhausen von 9.33 Uhr bis 934 Uhr.

Ein (Siebener a l s Preisträger. Der Dentist Hans M u h n. Löberstraste 19, errang in dem ^Reform-Preisausschreiben 1925, das von der »Zahntechnischen Deform" in Berlin veranstaltet wurde, bei starkem Wettbewerb den ersten Preis mit einer ArbeitBetrach­tungen über den heutigen Stand "ber Kronen- und Brücken-Technik". Die Arbeit wird in der Zeitschrift veröffentlicht werden.

Dom (Siebener I ug en dher- bergSwesen. UeberaU in deutschen Landen ist man bar an, Jugendherbergen zu bauen, um unserer wandernder Jugend Gelegenheit zu geben, gut und billig zu übernachten. Beben anderen Verbänden ist es namentlich derVer­band für deutsche Jugendherbergen, der es sich angelegen sein läßt. solche Herbergen zu errich­ten, aus denen Alkohol und Vikotin verbannt sind. Auch Gießen besitzt im Alten Gewerbe- hauS, Asterweg 25 eine gut eingerichtete In­gen dherberge, die von der hieftgen Orts­gruppe deS genannten Verbandes geleitet wird. GS ist nun geplant, einige weitere Räume des Alten Dewerbebauses zu ein?m Juge ndheim einzurichten. Damit wird einem langempfundenen Bedürfnis abgebvlfen, da es seither einer An­zahl Jugendbünden der Stadt an einem geeig­neten Lokal fehlte, ihre Heimabende veranstaft ten zu können. Die Ortsgruppe (Sieben hat auch daS Schweizerhäuschen auf dem Ho- hervdskopf, wenige Minuten von den <Äub- Häusern entfernt, in diesem Jahre zu einer 3u- genbberbcTqc ausgebaut. Da die Raumverhält­nisse bescheiden sind, muhten alle Gelasse zu Schlafräumen hergerichtet werden. (33 wurve da­her seitens des Vorstandes der Ortsgruppe (Sieben beschlossen, durch Anbau einen Tagraum zu schaffen, der den Wanderern Gelegenheit gibt, bei ungünstiger Witterung die Zeit in behaglich eingerichtetem Raume zu verbringen. Ein ge­schmackvoller Anstrich des Schweizerbauschens und die Herrichtung einer nahe gelegenen Wasser­stelle sind in Aussicht genommen.

Aus Staat und Land.

Sieben, den 14. Juli 1925.

Die Vergröberung des Lupusheims.

f*l Die Arbeiten an dem Erweiterung-- bau des Lupusheims machen gute Fort- schritte. Der Neubau steht zwölf Meter oom bis- herigen, 1912/12 erbauten Haus und ist bereits bis »um dritten Stockwerk gediehen, so daß das Dach- tufchoß in den nächsten Tagen in Angriff genom- men werden kann Das Dach selbst soll bis zum 1. August fertiggestellt sein. Bis zum Spätherbst ge­denkt man die Arbeiten am inneren Ausbau voll- endet zu hoben, so daß vielleicht noch zum 1. De­zember mit der vollständigen Fertigstellung und In­betriebnahme gerechnet werden kann. Der 1. ©totf wird einen Röntgensaal und die Männerstation mit 30 Betten enthalten. 3m 2. Stockwerk soll die Derwallerwohnung und Privatstation eingerichtet werden. Zentralheizung und Dorratsraume werden im Kellergeschoß, die Kochkuche, Waschküche, Nah- unb Bügelzimmer im Erdgeschoß untergebracht wer- den Der Neubau wird durch einen überdachten Gong mit dem seitherigen Heim verbunden und hat eine Länge non 3Q.5 Meter und eine Breite von 13,5 Meter. Die Lichthalle wird um ck>as Doppelte vergrößert, sie wird 4 bis 5 Lichtkreise enthalten. Die großen Sonnenlichtbäder hat man im südlichen Teil des Geländes aufgenommen; sie sind seit Pfingsten in Benutzung Sie sind eingeteilt in drei abgegrenzte Räume für Sonnenliegkuren mit Männerbad, Frauenbad und Prioatböder, jedes hat zudem einen großen Wasserbehälter von 65 Zenti- meter liefe mit fließendem Wasser erhalten. Zum Zweck der Reflexion der Sonnenstrahlen und Der- stärkung der Lichtwirkung ist weißer Kies und Sand aufgeschichte:. Die Liegekuren sind die gleichen, wie in Lungenheilstätten, Liegekur und Lichtrherapie sind zusammengesetzt. Die Einfassung der Ostseite ge­schieht durch Nadelhölzer, um dadurch einen dichten Abschluß und zugleich eine Luftoerbesserung zu er» zielen. Die Sonnenbäder haben sich bereits gut be­währt, ein günstiger Einfluß auf das Befinden der Kranken macht sich bemerkbar. Die Südseite wird als Sportplatz eingerichtet, Turngeräte finden hier Aufstellung. Hier sollen Turnstunden für die Kran­ken abgehalten werden. Besonders ist die Großzü­gigkeit des Heilstättenvereins anzuerkennen. Man will die tückische Krankheit nicht nur durch die Be­lichtung bekämpfen, sondern auch durch Kräftigung des Körpers, durch Trainierung, Turnen und Sport. Gerade durch allgemeine Kräftigung des Körpers, schwedische Gymnastik und Bewegungs­therapie soll die Widerstandsfähigkeit des Körpers erhöht und so dem furchtbaren Leiden entgegen- gearbeitet werden. Der Zudrang zu dem Heim ist so stark, daß es stets voll ist, und daß stets 70 bis 100 Neuanmeldungen bzw. Aufnahmegesuche vorliegen, die erst nach Wochen und Monaten berücksichtigt werden können. Daraus ist zu ersehen, daß der Er­weiterungsbau der Lupusheilstätte eine dringende Notwendigkeit ist.

W e i n d i e b sr ah l. Der Potize(bericht mel­det: In der Nacht auf Sonntag wurden aus einem Keller in der Destanlage mittels Einbruchs etwa 35 Flasck)en Wein von den Marken1919 Nierstei- ner',Osthofener Riesling",Rüdesheimer 1921", St. Martinus Spielfeld" undDürkheimer" ent- wendet. Vor Ankauf wird gewarnt. Personen, die zweckdienllche Angaben über die Ermittelung ber Täter machen können, werden gebeten, bei ber hie- figen Kriminalpolizei oorzusprechen.

Bornotizen

Togeskalender für Dienstag: Israel. Frauenverein: 8$ Uhr Dortrag.

ünnotrcio Wi. ;cn.

t Treis a. d. Lda., 12. 3ult Die Walb­feier, welche der EvangelischeDund heute nachmitlag abhielt, war in allen Teilen wohl- gelungen. Durch das schöne Wetter begünstigt, halten sich etwa 1500 Personen aus nah und fern dazu eingefunden. Am Vormittag predigte der Generalsekretär deS Evang. Bundes, Pfarrer Haupt, zur Zeit in Gießen, über des evangeli­schen Glaubens Emst und Herrlichkeit. Aach- mittags bewegte sich unter den Klängen des Posaunenchors Lang-Göns ein Jest- z u g durch die Straßen des Dorfes, der von 5 Vorreitern in den Uniformen der Totenkopf- hujaren von 1813 eröffnet wurde und in dessen Mitte die Dundesfahne mit dem schvarzen, golden eingefaßten Kreuz auf rotem Grunde im weihen Feld von einem in der Uniform der preußischen Jäger von 1813 getragen wurde, den zwei gleich Uniformierte zu beiden Seiten begleiteten. Schüler, Ehrenjungfrauen. Dereinsvorstand, Gesangverein Liederkranz, Kirchengesangverein und zahlreiche Gemeindeglieder schlossen sich dem Zuge an. Auf dem einige Minuten vom Dorf entfernt ge­legenen Festplah begrüßte nach einem Dortrag des Posaunenchors und des hiesigen Kirchen­gesangvereins der Ortspfarrer die Versam­melten mtd stellte das Fest unter den Damen des Dannerherm des Evangelischen Bundes. Jesus Christus. Pfarrer Haupt hielt die F e ft- rede, worin er auf die Bedeutung, Zwecke und Ziele deS Evang. Bundes, Abwehr aller An­griffe, Mithilfe 5um Aufbau unseres Volkes hin- wies. Daran schloß sich die Auftührung der be­rühmten Tragödie ^Glaube und Heimat" von Schönherr, die tiefen Eindruck auf die Zuhörer machte. Dach einem weiteren Vortrag des Kirchen­chores schloß Pfarrer Andres- Wlendvrf unter Anlehnung an das ApostelwortWachet, stehet im Glauben, seid männlich und seid stark" mit kurzen, ernsten Ermahnungen die schöne Feier, die dem evangelischen Bund wieder viele Freunde gewomien und in den Herzen der Teilnehmer von nachhaltigem Eindruck bleiben wird. Die für nächsten Sonntag für unfern Ort in Aussicht genommene Kreisziegenschau muß infolge der in der Umgebung auSgebrochenen Maul- und Klauenseuche auf unbestimmte Zeit verschoben werden.

* Hattenrod, 12. Juli. Die für heute ange­legte Bürgermei st erwähl, zu ber neben dem seitherigen Bürgermeister Peter Need noch die Landwirte Heinrich Menzel und Heinrich A l bohn als Bewerber genannt werden, mußte auf den 19. Juli verschoben werden, da ein Form- fehler die heutige Wahl von vornherein ungültig gemacht hätte.

I* Ettingshausen, 14. Juli. Die Mau l- und Klauenseuche, die in unserem Dorfe durch Einschleppung seit etwa 14 Tagen in einigen Gehöften und im Stalle der Gemeindeochsen herrschte, Hal bisher zum Glück nicht weiter um sich gegriffen. Bei fast allen erkrankten Tieren nahm die Seuche auch einen leichten Verlauf. Dur einer der GemeindebuUen wurde so krank, daß ihm die Klauen abfielen. Das etwa 67 Zentner Schlachtgewicht haltende Tier wurde an die Dieder-W eiseler Groß schläch terei für 200 Ml. verkauft, da das Fleisch im Dorfe selbst nicht hätte abgesetzt werden können. Dach dem Urteil des Tierarztes war das Fleisch noch genießbar.

A L i ch, 13. Juli. Gestern fand hier, begünstigt von gutem Wetter, das diesjährige Jugendfest statt. Frühmorgens um 6 Uhr ließ das Trommler­chor der Volksschule den Weckruf in den Straßen der Stadt erschallen. Gegen 11 Uhr fand eine Feier in der K l e i n k in d e r s ch u l e statt, wo die Klei­nen nach niedlichen Vorträgen und Spielen, die sie unter der Leitung der Schwester N e b e l i n g mach­ten, und nach einer Ansprache des Bürgermei­sters von ber Stabt ihre Brezel bekamen. An­schließend an einen Festgottesbienst in ber altehrwürdigen Marienstiftskirche, an dem sich die Vereine geschloffen mit ihren Fahnen beteiligten, und in dem Stadtpfarrer Schorlemmer die Liturgie hielt, während Stiftsdechant Lenz predigte, ord­nete sich ein stattlicher Feftzug vor dem Rathaus, voran die blumengeschmückte Schuljugend mit ihren von der Stadt gestifteten Brezeln am Arm, und marschierte als langer, bunter Zug, begleitet von der Musikkapelle Sommer und dem Trvmmlerkorps der Volksschule, nach dem Hardtberg. Dort ange- kommen, wurde das Fest durch Gesänge des Schü­lerchors und die Festrede des Rektors Erd einge­leitet. Hieran schloffen sich an die Spiele und Be­lustigungen der Schuljugend, turnerische Vorführun­gen der Turner und Turnerinnen des hiesigen Turn­vereins, Konzertstücke der Kapelle und Gesangsvor­träge der hiesigen vier Gesangvereine. Jung und alt tummelte sich in fröhlicher Feier bis zum Abend. Richt unerwähnt soll bleiben, daß für Sitzgelegen, fjeit in reichlichem Maße Sorge getragen war. Ge­gen Abend bewegte fid) barm ein stattlicher Fest­zug zum Rathaus lurucf, wo eine Ansprache des Bürgermeisters Völker das Fest beschloß.

* Langd, 13. Juli. Hier wurde ein Klein - kaliber-Schützenverein gegründet, der be­

tens eine große Anzahl von Muglredern^zähtt. Der Schießstand befindet sich im Gemeindew«kb an einer schön gelegenen Stelle. Am Sonntag wurde das erste Uebungsschießen abgehalten.

Kreis Aricdbcrg.

< Bad-Nauheim, 12. Juli. Gestern stattete die Ortsgruppe des Ärchitekten- und Jngenieurverein» unserem Bade einen Be­such ab. Unter der sachkundigen Führung von Ober- baurat Serif wurden die Badeanlagen und tech­nischen Betriebe einer gründlichen Besichtigung un- terzogen.

:: Kirch-Göns, 13. Juli. Bei der gestern dahier stattgehabten Bürgermei st erwähl wurde Bürgermeister H a n a ck, der seit 12 Jahren dieses Amt inne hat, mit 309 Stimmen wieber­ge h 11. Sein Gegenkandidat Gemeinderat Konrad Röhrig erhielt 109 Stimmen. Bürger­meister Hanack hat das Vertrauen, das die Ge­meinde durch diese Wiederwahl ihm bezeugte, reichlich verdient.

ri. Münzenberg, 12. Juli. Hier fand unter Vorsitz von Dekan Engel- Obbornhofen eine K onserenz der evangelischen Geist- lichen des Dekanats Hungen statt. Nach einer von Stiftspfarrer Schorlemmer-Lich ge- haltenen kurzen Andacht sprach man sich auf Grund eines eingehenden Vortrags von Pfarrer Egel- hoff- Griedel über die aus Amerika stammende Sekte der sogenannten ^Internationalen ernsten Bi­belforscher" aus, die seit einiger Zeit auch in Ober- Hessen eine rührige, meist erfolglose Propaganda entfaltet.

Kreis Büdingen.

L Nidda, 12 .Juli. Heute feierten die hie­sigen Schulen und Vereine gemeinsam den L a n - besjugenbfeiertag, verbunden mit einer Rheinlandkundgebung anläßlich der Tau- sendjahrseier ber Rheinlanbe. Um 2 Uhr stellte sich an ber Lubwigstraße ein Festzug auf, gebilbet von der gesamten Niddaer Schuliugend, dem V. H. C., Zweigverein Nidda, dem Sportklub Viktoria, Gesangverein Eintracht, Turnverein, Kriegeroerein, Feuerwehr, Gesangverein Sängerkranz und vielen hiesigen Festtellnehmern. Die Musik stellte die Feuerwehrkapelle unter Leitung von Oberpostsekre­tär Bäcker. Der farbenprächtige Zug, die mit Kränzen und Blumen geschmückten Schülerinnen und die Schüler mit ihren Fähnchen, bewegten sich mit Musik durch die reidjbeflaggten Hauptstraßen der Stadt nach dem Festplatz der Gänsweide. Hier spiele die Feuerwehrkapelle einen Eröffnungsmarsch, der Gesangverein Eintracht fang zwei gutgeschulte Chöre von Heimat und Rhein. Die Festrede hielt ber Rektor der hiesigen Realschule i. E. Studien­rat L a u ck h a r d t. In vortrefflicher Weise schilderte er zuerst den Zweck und die Bedeutung des Ju­gendfestes und bann in echt deutschen Worten die Bedeutung und traurigen Schicksale der Rhein­lande. Schließlich forderte er zu flammendem Pro- test gegen die Vergewaltigung der Rheinlande auf und schloß mit einem dreifachen Hoch auf die Rheinlanbe und das deutsche Vaterland. Begeistert stimmte die große Versammlung ein und sang das Deutschlandlied. Nun folgten glänzende Uebungen des Turnvereins an Reck und Barren, und der Ge- fangoerein Sängerkranz sang zwei Lieder vom Rhein, die großen Beifall fanden. Die! bewundert wurden die Maffenüdungen von etwa 160 Dolks- fchülern, wobei die Knaben Freiübungen und die Mädck)en gleichzeitig Stabübungen ausführten. Faust- und Fußballspiele, Stafettenlauf, Rundspiele usw. und gemeinsame Lieder der Schuljugend hielt diese in fröhlichster Stimmung bis zum Abend bei­einander. Das Fest nahm einen würdigen Verlauf. Wohlbefriedigt kehrten die Schüler mit den gespen- beten Brezeln nach Hause. Gestern abenb fanb im ©ambrinus dahier ein Konzert des B l i n° den-Salon-Orchesters Frankfurt a. M. unter Leitung von K. Bord aus Frankfurt statt, das leider nur mäßig besucht war. Die schönen mu­sikalischen Leistungen des Orchesters und der gute Zweck, mit dem Reinertrag Kriegsblinde äu unter- stützen, hätten einen besseren Besuch verdient.

Kreis Schotten.

)( Ruppertsburg, 12. Juli. In der Ortsgruppe Ruppertsburg des Kreis-Obst- und Gartenbauvereins Schotten hielt heute Obst­und Gartenbauinspektor Deutsch von Fried­berg einen Vortrag überObstbaumpflege". Die äußerst lehrreichen Aussührungen waren voller anregender, beherzigenswerter Winke. Einleitend sprach der Redner von der gegenwärtigen Dot- lage der Obst» und Weinbauern, der Sorten­wahl und behandelte dann ausführlich die Pflege jüngerer und älterer Bäume. Reicher Beifall lohnte den Vortragenden. In der anschließenden Aussprache gab Kreisdirektor Geheimrat B o e cf- rn a n n. der in dankenswerter Weife die Ver­sammlung mit seinem Besuch beehrt hatte, noch manche wichtige Anregung und empfahl beson­ders die Anlage größerer Kirschenanpflanzungen.

Kreis Lauterbach.

A Lauterbach, 13 .Juli. Bei der am gestrigen Sonntag hier stattgefundenen Wahl eines 2. Beigeordneten wurden von etwa 3100 Stimmberechtigten 445 Stimmen abgegeben. Hiervon entfielen auf den allein ausgestellten Kan- bibaten Daoib Möver 442 Stirnen. Drei Stim­men war ungültig. Möver ist von Beruf Kauf­mann und als Prokurist beider hiesigen Finna H. Dürbeck angestellt.

Kreis Wetzlar.

!*! Aus dem Kreise Wetzlar, 12. Juli. Ein Kriegskamerad des Kai­sers F r i e d r i ch ist gestern in Albshaufen zur letzten Ruhe gebettet worden. Es handelt sich um den Altveteran, WeichenstHller L R. Konrad TrommerShausen. Folgende schön«

Da ein falter Wind ging, hatte er sich auH Schnee eine Schutzmauer gebaut. Da kam ein höherer Offizier, der die Posten abgtnfl. Er redete den Soldaten mit folgenden Worten an: .Warum zündest Du Dir nicht Dem« Pfeif« an. Kamerad?" Dieser ero berte: .Ich bin mit meinem Tabak zu Ende." Daraus zog der Offi­zier seinen Tabaksbeutel und sprach: .Da können wir uns gegenseitig crushelsen. Du hast keinen Tabak, ich ktn Feuer Hier stopfe!" Bald waren beide Pfeifchen gefüllt und daS Feuerzeug flackerte auf. Da erkannte der Soldat den Kron­prinzen und stammelte eine Entschuldigung. Freundlich klopfte ihm der Kronprinz auf bf« Schulter und schenkte dem Soldaten feinen Ta­baksbeutel. TrommerShausen nahm alS Artil­lerist an den Feldzügen 1886. 1870 71 teil, ec kämpfte in Böhmen, bei Metz, Sedan und an der Loire bei Oileans . Bei feiner gestrigen Beerdigung gab jhm die gesamte Einwohner­schaft und der Äriegernftdn daS letzte Der Kriegerverein gab drei Shenfialveu übec dem Grab ab und legte einen Kranz nieder. Turnen, Sport und Spiel.

Wettkämpfe der Universität Kieste».

Man berichtet uns: Der Gießener Llntver» sitäts-Turn- und Eportplak hat sich in letzter Zeit fein herauSg«nacht. Dr<cht nur sind Spielfeld und Laufbahn in gute Verfafsung gebracht wor­den, auch die äußere Ausmachtrng hat sich wesent­lich gehoben, so daß sich Öre ganze Anlaae obwohl noch lange nicht fertig dem Besucher der bieijälnigcn Wettkampfe sehr wirkungsvoll präsentierte: mit der Zeit wird sie sicher ein Schmuckkästchen unter den Einrichtungen zur Pflege der Leibesübungen an den Universitäten werden. Die Hauptweitkämpfe hatten zahlreiche Zuschauer angelockt. Die Universität war durch eine Anzahl von Dozenten bet trete«; auch die studentischen Derbindtmgeti hatten sich offiziell eingefunden. Die Preisvertellung nahm der Rek­tor vor, während die Abwicklung d«S Pro­gramms in den Händen des UniverfttätSsport- lehrers Dr. Werner und feines Assistmfte« cand. Arnold lag. Die Laufbahn war leibet noch zu frisch, um die Mittel- und Lanastuecken darauf laufen zu lassen: die Staffeln mußten aut dem besten Teil der Bahn als Pendelstakfeltt durchgeführt werdsn. Tro^dem kamen ganz gute Resultate zustande 100 Meier, und wenn auch in einigen Konkurrenzen immer noch meyr herauSzuhvlsn ist, so kann man doch im großen ganzen zufrieden sein. Besonders zu begtüfieit ist die rege Beteiligung an der sportlichen Aus­bildung, doch scheint sich hauptsächlich um Korpoc-ationsstudenten zu Oanbaln; wo bleibt die Finkenschaft?

Etwa 150 Mann, mit den studentischen Zah­nen an der Spitze, marschierten zu den Ent­scheidungen in die Bahn und machten bann eine Runde Stillauf. Rachdem zwei kombinierte Mannschaften ein Schleuderballspiel vv^eführt, begannen die eigentlichen Wettkämpfe. Sie Ge- famtrefultatte sind:

100 Meter: 1. Eldracher, Hasso-Rhenama, 10,8; 2. Langloh, Frankonia, 11,0; 3 Geist. Fran­konia, 11,2. Das gut? Resultat ist zum Teil auf Mitwirkung eineS ziemlich starken Rücken­windes zu setzen.

300 Meter: 1. Eldracher, Hasso-Rhenania, 38,0; 2. Geist, Frankonia, 39,4; 3. Toenges, Mero- vingia, 40,0.

10 mal 100 Meter; Pemdelstaffel: 1. Burschenschaft Frankonia 2 .-09,8; 2. Lands­mannschaft Ehattia 2:13,4; 3. Landsmannschaft Darmstadtia 2:14,1.

5 mal 200 Meter; Pendelstaffek 1. Burschenschaft Frcmkoni«; 2. Landsmannschaft Ehattia; 3. Durschrnschaft Germania.

Hochsprung: 1. Reglet, Darrnstadttg, 1,65 Meter; 2. Eldracher, Hasso-Rhenania, 1,55; 3. Weidt, mcht korp., l,S0../

Stabhochsprung 1. Engel, Arminia. 2,9 Meter; 2. Bock, Frantonia, 2,80; 3 Wilmes, llnitaS, 2,60.

Dreisprung: 1. Koch, Frankoma. 11,15 Meter; 2. Geist, Frankoma, 10,92; 3. Walter, Darmstadtia, 10,80.

Kugel st ohen: 1 Langlvtz, Frankonia, 10,00 Meter; 2. Beck, Fuankonra, 9,70; 3. Rau­mann, Darmstadtia, 8,60.

Speerwerfen. 1. Langloh, Frnnkonia, 39,30 Meter; 2. Koch, Frankonia, 37,65 ; 3. Ar­nold, Akv.d. Gilde Boeowar, 32,40.

Diskuswerfen: 1, OanglotL Franloma, 30,35 Meter, 2. Vetter, Adelphia, 30,1c; 3. Knö- fel, Wandervogel, 28,00.

Steinstotzen (Mannschaften): 1. Bur­schenschaft Frantzonia 17,00 Meter; 2. Lands­mannschaft Darmstadtia 16,15; 3. Wandervogel 16,05.

Schleuderballwerfen: 1. Langloh. Frankonia, 45,70 Meier 2. Koch 5vantoma, 42,30 ; 3. ToengeS, Merovingia, 41,90.

Fünfkampf (Hochsprung, Deftsprung, DiSkus, Dpeer und 100 iReter': 1. Lanalotz. Fran­konia, 95 Punkte; 2 Koch, Frankonia, 81 P.f 3. Ziegler, Darmstadtia. 80 P

Das Handballgesellschaftsspier, das den Schluh bildete, gewann Weiß gegen Schwarz mit 4:1 (3:1).

Die ersten Sieger erhielten kleine Plaketten, die beiden nächsten EichenlarBtränze. Der Wan­derpreis der Universität fiel der Burschenschaft Frankonia zu.