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Das Dortmunder Grubenunglück.

Die amtliche Darstellung. 129 Tote. Noch 14 Vermitzte. - Die Teilnahme des Auslandes.

Dortmund, 13. Febr. (Sil) Das preu­ßische Oberbergamt in Dortmund teilt mit:

Auf der ZecheMinister Stein" in Dortmund hat sich am Mittwoch, dem 11. Febr., abends gegen 8 Mr, eine folgenschwere Explo­sion ereignet.

Sie hat au Opfern 129 Lote und drei Verletzte gefordert.

Zur Zeit (Donnerstag 3 ill^r) sind außer den Verletzten 95 Tote geborgen. An die übrigen Verunglückten, die zweifellos tot sind, ist noch nicht heranzukommen. Die Explosion ist ent­standen im Südostfelde der Schachtanlage 3 und hat zwei Dauabteilungen in M tleidenschaft ge­zogen. Es wurden hier vier Flöze der mittleren Fettkohlenpartie gebaut. Drei weitere Flöze stehen in Vorrichtung.

Explcsionsherd und Explosionsursache können noch nicht festgestellt werden, da die Baue wegen her vorhandenen zahlreichen Brüche noch nicht sämtlich befahren werden konnten. Die Ge­rüchte die über die Explosionsupsachen in Urn- lauf sind, entbehren der Begründung. Zur Zeit kann nur gesagt werden, daß Kohlen st aub bei der Explosion mitgewirkt hat. Die Aufräu­mungsarbeiten sind im Gange. Es darf damit ge» rechmck werden, daß auch die letzten Opfer noch im Laufe dieses Tages geborgen werden.

Eine weitere Gefahr für Menschenleben besteht nicht.

Die Sicherheit der durch die Explosion be­troffenen Baue gegen den Gesteinsstaub war be­absichtigt. aber noch' nicht vollkommen durch­geführt. Die vorgeschriebenen BerieselungS- einrichtungen waren vorhanden. Die einzelnen Abteilungen waren außerdem teilweise durch Ge- steinsstarch-Hauptsperren gesichert."

121 Tote geboraen.

3n der Dacht von Freitag auf Samstag wird berichtet:

Die Zahl der geborgenen Opfer der Gruben­katastrophe beträgt bis 3 Mr morgens 12k Den Aufräumungö- und Rettungsmannschaften ist eS trotz größter Anstrengungen noch nicht gelungen, sich an die noch fehlenden 14 Leichen heran­zuarbeiten. Graste Erbmassen, verm'scht mit Kohle, gewaltige Ste'nb öcke und aufeinander geschleuderte Wagen trennen die tapferen Rettungsmannschaften von den Toten. Das De- finden der schwer an Gasvergiftung dar- mederliegenden acht Bergleute hat sich nach Aus­sage der Aerzte erheblich gebessert, so daß für sie kerne Lebensgefahr mehr besteht.

Die Bcerdiqnrrg der Opfer.

Die Beisetzung der Opfer findet am Dienstag, den 17. Februar, 101/» Mr vormittags, in Gern, Presblen und Eving statt, soweit die Angehörige nicht andere Bestimmungen treffen sollten. Der Beisetzungsfeier werden die Spit­zen derwettlichen und geistlichen Be­hörden . der Provinz W e st f a l e n . die Spit­zen sämtlicher Behörden deS Kreises Dort­mund sowie der umliegenden Stadt- und Land­kreise, ferner die Vertreter der Reichs- und Staatsregierung und die Vertreter e'ni- ger benachbarter Städte Westfalens bei- wohnen.

Trauerkundnebuny der Stadt Dortmund.

Die städtischen Behörden Dortmunds haben bn Stadtve'.or>netens tz'mgksaal eine Trauer- kundgebung abgehalten, bei der dec Ober- bürg^rnerster Dr. E i ch h o f f im Damen des Magistrats und der Strdtver^rdnetenvorftehec für die Btadtverordnetenversammlung kume An­sprachen hielten. Ferner hat der Stadtverord­netenvorstand beschlossen, dem M gistrat eine größere Summe zur Verfügung zu stellen, um die Beisetzung derOpferaufstädti- s ch e Kosten vorzunehmen und d»n Hinter­bliebenen in weitestgehender Weise Hilfe cmgedeihen zu lassen.

Beilekdskrundgebnngen.

Wie die Morgenblätter melden, brachten aus Anlaß des schweren Unglücks auf der Kohlen­zeche ..Minister Stein" bei Dortmund dec Apo­stolische Auntius sowie die Botschafter von Frankreich und Rußland, der italie­nische Geschäftsträger und der norwegische Gesandte den. Auswärtigen Amt ihre Teilnahme zum Ausdruck. Auch in der englischen Presse findet das älnglüct allgemeine Teilnahme, die auch in dem Beileidstelegramm der englischen Berga rbcitergewerksch ost zum Aus­druck kommt. Bei einer Sitzung des öster­reichischen Rationolrats gedachte der Präsident M i k l a s der furchtbaren Katastrophe in Dortmund. DieAbgeordnetenerhoben s i ch zum Zeichen der Trauer von ihren Sitten. Das Haus beschloß, das Beileid des österreichi­schen Parlaments auf telegraphischem Wege dem Präsidenten des Deutschen Reichstags zu über­mitteln.

Der Sächsische und der Bayerische Landtag sowie der Hamburger Senat, ebenso der R e i ch s a r b e i t s m i n i st e r , der Reichswirtschaftsminister und der fach fische Ministerpräsident und der Generaldirektor der Reichseisenbahngesellschaft Oeser. haben Telegramme gesandt. Außerdem laufen stündlich Beileidskunbgebunqen aus der Industrie ein. Auch der ehemalige Kaiser hat von Haus Doorn aus seine Teilnahme ausdrücken lassen.

Hilfsaktionen.

Die Reichsgeschäftsstelle der Deutschen Rothilfe, Berlin W 8. W lhrlmstrahe 62, hat auf dringendes Ersuchen des Regierungspräsiden­ten in Arnsberg im Einverständnis mit den maßgebenden Behörden eine Hilfsaktion für die notleidenden Hinterbliebenen eingeleitet. Spenden werden erbeten an die Zentrale der Deutschen Dank. Berlin, Konto Deutsche Rot- hilse. Dortmunder Grubenkatastrophe oder auf das Postscheckkonto der Deutschen Rothilfe, Berlin NW 7. Außerdem hat die Reichsgeschäftsstelle aus eigenen Beständen als erste Hilfe 10 000 M k. zur Verfügung gestellt.

Auch das Preußische Staatsministerium hat anläßlich der Dortmunder Dergwerkskatastrophe als erste Hilfe zur Linderung der Rot der Hinter­bliebene,: und a»l- Belohnung für die am Ret­

tungswerk Beteiligten 100 0 0 0 Mark zur Ver­fügung gestellt.

Aus der Chronik der Grubenkatastrophen.

Das Bergwerksunglück auf der Zeche Minister Stein", diese furchtbare Karastrcphe, ist wieder auf schlagende Wetter zurückzu­führen. Anter schlagenden Wettern oder feu­rigen Schwaden versteht man Grubengas oder Kohlenstaub, der, wenn er in Berührung mit offener Flamme kommt, explodiert. Man schützt sich vor ihm durch geeignete Gruben­lampen, z.D. die Fleißnersche Schlagwetter­lampe, sowie durch Apparate, welche die An­sammlung von Grubengas anzeigen, nach

Art der von Prof. Haber erfundenen Schlag- Wetterpfeife, welche auf der Verschiedenheil der von verschiedenen Gasen, Luft- und Grubengas, in gleich gestimmten Pfri en er- zengten Tönen b»ruht. Bon den Explosionen in deutschen Gcn >en, die als Massenunglücke zu bezeichnen sind und eine große Anzahl von Toten zur Folge hatten, sind nachstehende besonders zu erwähnen:

Sm Iahre 1869 wurden auf der Zeche Reu-Zserlohn 81 und i i demselben Iahr aif der Zeche Burgrer Schächte 269 Bergleute getötet. Das 3apr 1376 forderte auf Reu- Iserlohn 33 Tote. Im Iah re 1879 kamen auf der Zeche Brückenberg-Schächie 89 Berg­leute ums Leben. 1881 auf der Zeche Luise Tiefbau 17, 1885 auf der Zeche Eamphaasen 181 Bergleute, im Iahr 1893 auf der Zeche Kaiserstuhl und auf der Zeche General Blumenthal 20. 1895 fanden auf der Zeche Prinz von Preußen 37 Bergleute den Tod. 1896 gab es auf der KleophaZgrube 30 Tore, im Iahr 1897 fielen auf Kaiserstuhl II 20 Bergleute schlagenden Wettern zum Opfer. Die Explosionen im Iahre 1393 auf den Zechen Zollern und Karolinenglück forderten 165 Opfer, im Iahre 1909 kamen auf den Zechen König Ludwig und Konsolidcttion 28 Bergleute umS Leben und im Iahre 1907 fielen auf der Zeche Reeden 148 Bergleute schlagenden Wettern zum Opfer. Das äln- glück auf der Zeche Radbod am 16. Rooember 1908 schlug den Rekord in der Massenver­nichtung von Bergleuten. In der Anglücks­nacht waren 380 Arbeiter und 6 Beamte eingefahren. Das Anglück raffte 343 Berg­leute hinweg. Das Anglück auf der Zeche Radbod wird aber noch übertroffen durch die entsetzliche Katastrophe in dem Bergwerk von CouriereS in Frankreich. Hier fielen 1100 Bergleute der Katastrophe zum Opfer. Fran­zösische Bergwerksbetriebe wurden dann noch einmal von einer großen Schlagwetterkata­strophe heimgesucht. Auf der Zeche Mont Cenis wurden fast 200 Tote geborgen.

Die Regierungsbildung in Preußen.

Berlin, 14. Febr. 3m Lause des gestrigen Rachmittags ist Ministerpräsident Dc. Marx zu der Aeberzeugung gelangt, daß die Dil- dung eines Kabinetts der Volks­gemeinschaft nicht durchführbar ist. Dr. Marx wird deshalb versuchen, ein Ka­binett der kleinen Koalition zu bil­den. Die Koalttionsparteien sind das Zentrum die Demokraten und die S o z i a l d e m o - JrnaIen; den bisherigen Informationen soll die sozialdemokratische Fraktion durch Herrn Severing als Minister des Innern vertreten sein. Die beiden unbesetzten Ministersihe sollen dem Zentrum und den Sozialdemokra­ten anheimfallen. Rach der Bildung seines Ka­binetts wird Dr. Marx dieVerbindungmit den anderen Parteien wieder aufnehmen um SU ermitteln, welche Stellung die übrigen Frakttonen zu einer solchen Regierung der kleinen Koalitton einnehmen werden-

Die hessische Krisis.

Die Demokraten zur Bildung der grossen Koalition entschlossen.

Darmstadt, 13. Febr. (T. A.) Dl« De­mokratische Laudtagsfraktion ver­sendet eine Mitteilung, in dec es zum Schluß, nachdem der alten Koalition ein Rachruf ge­widmet, die Abneigung des Zentrums ohne Rückendeckung nach rechts weiterhin in der kleinen Koalition zu bleiben, bedauert und der Aeber­zeugung Ausdruck gegeben wurde, daß auch eine Deuwahl keine Lösung bringen werde, heißt: Die Demokraten hallen es von ihrer staatspoli­tischen Auffassung aus und in Erkenntnis der Notwendigkeit, dem Lande unter allen Am- ständen eine arbeitsfähige Regie­rung zu geben, für richtig, diesen Weg nun zu versuchen, trotz aller inneren Abneigung gegen die ziffernmäßig nicht notwendige Heran­ziehung einer entschieden rechts­stehenden Partei zur Regierungs­arbeit, die dadurch sicher nicht erleichtert wird. Dieser Weg stellt aber das kleinere Aebel

dar. Darum hat sich die Fraktion der Demo­kratischen Partei sowohl an die Deutsche Volkspactei, wie auch an die Sozial­demokratische Partei mit dem Ersuchen um ein? Entscheidung darüber gewandt, ob sie g"uy)sähl.ch bereit sind, in Verhandlungen über eine aus S zialdemokraten, Demokraten, Zentrum und Deutschen Dollspartei bestehenden Regierung einzutreten. Die Demokratische Partei stellt damit, was bei ihrer politischen Einstellung als eine Selbstverständl-chiieit gellen muß, die Interessen des Landes über die der Partei. Es muß nun abgewartet werden, welches Ergebnis dieser Schritt zeitigen wird."

Rach der Meldung einer Linkskerrefpondenz gilt eS als unwahrscheinlich, daß die Sozial­demokratie sich zur Teilnahme an her großen Koalition bereit finden werde.

Deutscher Reichstag.

Berlin, 13. Febr. Reu eingetreten in den Reichstag ist der Rachfolger des Abg. Dauer (Soz.). Abg. P e r l - Magdeburg (Soz).

Die zweite Lesung des Haushaltplanes wird bei .,R e i ch s a r b e i t s m i n i st e r i u m" fort­gesetzt.

Abg. Koch-Düsseldorf (Dntl.) begründet einen Antrag, der die Reichsregierung ersucht, bei der Reichsbahnverwaltung dahin zu wirken, daß weitere Entlassungen von Arbeitern im be­setzten Gebiet unterbleiben und daß die reichs- abgebauten Beamten, Angestellten und Arbeiter des besetzten Gebiets in weitem Amfange wieder eingestellt werden, ebenso daß die Stillegung oder Ein­schränkung von Hauptwerkstätten und anderen Betrieben in Betzdorf, Arnsberg, Fulda und Rottweil unterbleibe.

Staatssekretär G e i b erllärt, daß wegen dieser Dinge schon mit der Reichsbahn Fühlung genommen worden sei. Die Forderung nach einem Anmeldezwang bei den Arbeitsnachweisen werde geprüft werden.

Abg. Groh (Ztr.) wünscht vorbeugende Maßnahmen, damit die entfallenen Werkstätten- arbeiter nicht emfach den Gemeinden zur Last fallen.

Es folgt die Besprechung des Kapitels Reichsversorgungsamt.

Abg. Drüninghaus (Dt. Dpt.) bestrei­tet, daß beim Reichsversorgungsgericht aus poli­tischen Rücksichten geurteitt werde. Der häufige Personenwechsel in den Senaten dieses Gerichts müßte wieder nach Möglichkeit vermieden werden.

Abg. Schmidt-Hannover (Dtntl.) begrüßt es, daß

durch die Entscheidung deS ReichSdersorgunaS- gerichts in der Frage der Offiziere endlich eine Rechtssicherheit geschaffen

worden sei. Der dadurch entstehende Mehrauf­wand sei nicht so erheblich, wie er von der Linken dargestellt werde.

Ministerialrat Kerchensteiner stellt in Aus­sicht, daß die rohen Beweiserhebungs kosten beim Dcrsorgungsgericht sich im öaufe des Jahres erheblich verringern werden, weil mit einer erheblichen Zahl von Rekursen gerechnet werden könne. Das Gericht habe den Grundsatz ausgestellt, daß der umstrittene § 6, 3 des Offizierspensionsgesetzes auch heute noch gift Alle Senate des Reichsversorgungsgerichts müß­ten diesen Grundsatz bei ihrer Rechtsprechung an­wenden, denn sonst wäre eine einheitliche Recht­sprechung nicht möglich.

12 Expreßboten aus allen oberhessischen und benachbarten Bahnstrecken, sowie 200eigeneVeririebssiellen

sorgen täglich dafür, dast der Giehener Anzeiger auch in den abgelegenen Orten seines Verbreitungsgebietes

noch amErscheirmngsiage pünktlich in die Hände der Leser gelangt.

Für die zweite Hälfte des Monats Februar be­stellt men den Giehever Anzeiger für 1 Mark und 10 Pfennig für Trägerlohn in Vietze v- bei der Geschäftsstelle und bei den Trägerinnen, auswärts bei den Vertriebsstellen.

2Ue zu diesem -riyema vorliegenden Anträge werden dem Ausschuß für Kriegsbeschädigten­fragen zur näheren Prüfung überwiesen.

Bei den einmaligen Ausgaben für Sozial­politik, Volkswirtschaft und Arbeitsschutz Wick vom Ausschuß Vorlegung eines Hausgehil- fengesehes gefordert.

Abg. Frau Reitche (Soz.) hall es für unerhört, daß die Hausangestellten, eine der größten DerufSgruppen, immer noch kein Ar­tz e i t s r e ch t besitzen. Die Angelegenheit werde vom Reichsrat verschleppt. Bis jetzt hätten die Hausangestellten nur Pflichten, aber feine Rechte.

Die Entschließung Koch-Düsseldorf, die sich gegen die Arbeiterentlassungen und die Stil­legungen richtet, wird angenommen. Damit ist die zweite Lesung des Haushalts des Reichsarbeitsministerium erledigt.

Auf der Tagesordnung steht dann ein An­trag Dr. Decker- Hessen (Dt. Vpt.), wonach für die Weine des Jahrgangs 1925 die Zucke- rungsfrist bis zum 31. März 1925 erstreckt werden soll.

Die gleiche Forderung stellt ein Antrag Korell (Dem.)

Abg. Haag (Dtntl.) schildert die Rotlag, der Winzer, denen es bei der Kapitalnot und d-nn darniederliegenden Weingeschäft unmög- lich war. den Zucker einzukaufen.

Die Anträge werden angenommen. *-

Das Haus vertagt sich darauf aus Samstag Bsioldungsfragen und Fragen des besetzten ®c> bietes.

Die französische Finanz­krisis.

Sckuldenfroae und Sicherheitsproblem

Paris. 14. Febr. (SU.) Der Vertreter der Telunion erfährt von unterrichteter Seite über den Stand der französisch-englischen Ver­handlungen in der Sicherungsfrage und der Frage der Kriegsschulden folgendes: Die Siche- rungsverhandlungen werden sich wahr­scheinlich noch lange hinziehen, so daß für die nächste Zeit kaum ein positives Er- gebnis zu erwarten ist. Ob der Kontrolltzerichl üb^r die Entwaffnung Deutschlands Einfluß haben wird, ist noch ungewiß. In der Frage der Kriegsschulden wird man die Verhand­lungen auch nicht überstürzen. Die französische Regierung wird erst nach dem Meinungsaus­tausch aller in Betracht konfmenden technischen Sachverständigen, vermutlich gegen Ende näch­ster Woche, in der Lage sein, eine Antwort­note an England zu richten. Ob Herriol und Finanzminsiter Clementel nach London gehen, ist noch una-wiß. zumal die Budgetdebatte in der französischen Kammer die Aufmerksamkeit der beiden Minister auf das schärfste in Aw spruch nimmt.

Die staats'faanzielle Lage Frankreichs stehl im Zeichen einer schweren Krise.

Daß der Frank in den beiden letzten Tagen erneut ins Gleiten kam. ist nicht so bedenk­lich. wie die Zurückhaltung der gesam­ten französischen Finanzwelt gegen­über den einheimischen Werten, namentlich den Anleihen. Hält diese Zurückhaltung an, so ist mit einer unter Umständen bedenklichen Ver­schärfung der Krise zu rechnen, da »um nächsten Kündigungstermin, dem 1. Avril, Milli­arden auf den Markt geworfen werden können. Diese unerquickliche Aussicht beschäftigt in -erster Linie das Interesse der französischen Regierung.

In London herrscht starke Enttäu­schung über die Wirkung der Schuldennote in Paris. Man sürch'et eine Einigung Frank­reichs und Italiens in der Schuldenfrage. Es ist anzunehmen, daß die englische Regierung nicht zögern wird, sich sobald wie möglich mit der italienischen Regierung über die Rückzahlung der Kriegsschulden zu einigen.

Der Haager Schiedsspruch im qriechisch-türkischen Konflikt.

Athen, 14. Tebr. (Radio.) Der langer Schiedsgsrichtshvf hat die Frage der Rieder» lassung der Griechen in Konstantinopel und das damit verknüpfie griechisch-türkis'he Austausch. Abkommen in einem für Griechenlank günstigen Sinne entschieden. Weiter wird aus Sal-n'ki geemeldet. daß der ausgewie- sene Patriarch sich bereit erklärt hat. zu demis­sionieren, wenn die Besiegung des KonfliÜS dadurch erreicht werden kann.

Aus aller Welt.

Ein Auto in die Mosel gefahren.

An der Moselfähre Mose4weih-a>ül- fuhr am Freitag das Auto des Dr. med. Käufer aus Moselweiß, das mit der Fähre über die Msiel sehen wellte, infolge eines fal­schen Hebelgriffs in die zurzeit hochgehende Mosel, wo es versank. 'Der Wagenführer rettete sich drirch Abspringen recht',etig. Die beiden Insassen des geschlossenen Wagens. Dr. Käufer und feine Frau, ertranken. In­folge der starken Strömung komtte das Auto noch nicht geborgen werden.

Kohlenstaubexplosion auf der Rodder-Grube.

Wie dieKöln. Dollsztg." aus Brühl mel­det, ereigenete sich Freitag nachmittag infolge einer Kohlenstaub-Explosion auf Schacht III der Rodder-Grube ein schweres 11 nc glück, bei dem mehrere Arbeiter teUZ- sehr schwer, teils leichter verletzt wurden.

Die Abfahrt derBuckau" verzögert.

Die bereits für Donnerstag vormittag vor­gesehene Ausfahrt des RotorschiffesBuckau" aus dem Kieler Hafen muhte infolge eines De­fektes verschoben werden. Das Schiff verlleß Freitag morgen um 7 Uhr den Kieler Hafen: es nahm in Holtenau einen Kanallotsen an Bord. Das nächste Ziel ist Cuxhaven, von wo die Ueberfahrt nach Schottland angetreten wird.

1000 Personen verhungert.

Aus Tientsin kommt die Meldung, daß die Provinz Bunan von einer noch nie dagewese- nen Hungersnot heimgesucht ist. Während der vergangenen Woche sind allein in der 500)0 Einwohner zählenden Stadt Ehao-Tung-Fu 1000 Personen an Hunger zugrunde gegangen

Boxkämpfe in Aorwegen verboten.

Die Osloer Polizei hat dem Privaten Dox» llub die öfienlliche Vorführung von Derufs-B o x- kämpfen untersagt, da sie vom norwegi­schen Gesetz verboten sind.