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- Ein guter Fang der Polizei. Der Pvlizeibericht meldet: Die hier wegen schweren RaubeS fest genommenen Adolf Falz aus Pforzheim und Bernhard Kempinski aus Richnowv in Westpreutzen hatten noch nach­stehende Sachen im Besitz: Einen Karton mit 100 Heftchen Zigarettenpapier, neun neue Benzin-

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kein Wunder in unlcrcm Lande mit katholischem Zustizministcr. 2I(lc Zeichen der Gegenreforma­tion sind vorhanden. Der Katholizismus hat gelernt, den Staat für sich dienstbar zu nrachen, z. B. die Konkordate, nach denen z. B. in Badern nur Lehrkräfte angestellt werden dürfen, die dem Bischof genehm sind. Wohin wir schauen, sehen wir ein planmäh ges Dorg.hen des Katholizis­mus. Demgegenüber ist auf evangelischer Seite ein treues Festhalten am evangelischen Glauben und an der evang.lischen K.rche zu fordern. Die Frauen sind zur Mithilfe dazu berufen durch treue evangelische Kindererziehung. Auch bei öffentlichen W hl n sollen die evangelischen Frauen ihre Pflicht tun. Und wer am meisten für feine Sache arbeitet, her gewinnt. 3n der Aussprache wurde noch betont, dah die Evan­gelischen t echt zusammenhalten und sich zu ihrer K rche 6cLnncn mühten. Rach einem von Dekan Gnhmann gesprochenen Schluhwort wurden noch einige g.schäftlichc Mitteilungen gentacht.

Der Verein für Sterbeutiter- stuyung in Gießen hielt am Sonntag im Postkeller seine 35. Generalversammlung ab. Aus dem Geschäfts- und Kassenbericht war wie man uns berichtet zu entnehmen, dah der auf einer guten Grundlage aufgebaute Verein die Inflationszeit überstanden hat und bereits jetzt wieder einen ganz beachtenswerten Reservefonds zurüctltzgen konnte, um allen unvorhergesehenen Fällen gerecht werde« zu können. Der Verein zählt gegenwärtig 1640 Mitglieder. Auf Vor­schlag des Vorstandes und Aufsichtsrates ge­nehmigte die Versammlung die Erhöhung des Sterbegeldes von 250 auf 300 Mk.. während der Teitrag pro Person und Sterbefall mit 25 Pf. bestehen bleiben soll, so dah man den Verein mit ruhigem Gewisse« als eine gute soziale Einrich­tung ansprechen darf. Die Vorstandswahl ergab einstimmige Wiederwahl des seitherigen Vor­standes und Aufsichtsrates.

-o- 3 m Goethe-Bund sprach am Sonn­tagabend Herr Gravelius über seine Er­lebnisse in russischer Gefangenschaft in Sibirien. An Hand zahlreicher Lichtbilder und Andenken erzählte er in interessanter Weise über ernste und heitere Dinge, die unsere deutsche« Kriegs­gefangenen Dort im fernen Osten erlebt haben. Wir lernten russische Kricgsgefangerenlager, ihre Einrichtungen und Bauten kennen, wir sahen im Bilde, wie unsere Kriegsgefangenen sich die schwere Zeit der Gefangenschaft durch Anferti­gung von allerhand Kleinigkeiten, durch eifrige Pflege des Sportes zu verkürzen suchtiur. 3a, auch daä Theater und die Operette fehlten nicht, um über die Trennung von Heimat und Familie und den Druck des Kriegsgefangenenlebens bin» wegzuhelfeii. Dem Vortragenden wurde herzlicher Dank für seine Ausführungen, und eS dürste nur zu wünschen fein, dah feinem zweiten Vor-

Ä 2«-Utjrftetfun§tn f täten tm Abonnement statt. Bei den großen Kosten, die die Operette nerm^acht, Ist sehr zu wünschen, dah die Auf- sührung am Freitag mit der beliebten ersten OpeoewerfaMeta Liebermann (früher am Frankfurter Opernhaus engagiert) in der XttcÜxrrtie auch entsprechenden Besuch findet. Da beide Vorstellungen um 63A beginnen, ,st den auswärtigen Besuchern bequeme Heimfahrt möglich.

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" Das 4. Ziel der staatlichen -Grundsteuer für 1 924 betrifft eine wich­tige Bekanntmachung in unserem heutigen An­zeigenteil, auf die wir hiermit besonders auf­merksam machen.

Keine Arbeitsloscnunterstüt- zung für Streikende. 3n der Gemeinde Steinbach im Odenwald hatte der GemeiTtde- iat streikenden Arbeitern eine Arbeitslosenunter­stützung gewährt Der Deschluh war mit Hilfe non zwei Streikenden zustande gekommen. Der gcbrifaitt Mühl User, der ebenfalls Ge- meinderatsmitgli<D ist. hatte auffafienbevtoeife zu der Sitzung, tn der jener Beschluß gefaxt wurde, keine Dinladung erhalten. Die von Mühlhäuser biergoaen beim KreiS-Ausschuh erhobene Be­schwerde hatte keinen Erfolg, darum brachte er die Sache vor den Provinzialausschuh. Dieser entschied, dah der Gemeinderatsbeschluh von Steinbach ungesetzlich sei und verurteilte die Gemeinde in die Kosten des Verfahrens. Be­kanntlich ist die Frage, ob öftentliche Gelder an Streikende gezahlt werden dürfen, schon öfters in dem Sinne entschieden worden, day dies un­zulässig ist.

* Degen die jetzige kommunale Hundesteuer. Die Hundezüchtervereine in Hessen haben beschlossen, gegen die zur Zeit in den Städten zur Erhebung tommenden Gemeinde- Hundesteuern Einspruch zu erheben. Das Fi­nanzministerium soll gebeten werden, die Ab-

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gaben der Städte einer Prüfung zu unterziehen und unter allen Umständen eine Erhöhung der Hundesteuer nicht zuzulassen. Ferner soll ge­beten werden, alle gesetzlichen Vorschriften übt. An- und Abmeldung von Hunden streng zu hand>

keuerzeuge und eine größere Anzahl Feuer- fteinchen. Verkauft in hiesiger Stadt hatten sie 200 Stück Zigaretten, Fabrikat Reemtsma. Marke Senoussi, 25 Stück Marke Reuerbuog (Gülden- nng). Personen, welche noch mehr von dielen Zigaretten usw. gekauft haben, werden ersucht, der Krtminalpvlizei Mitteilung zu machen. Die Ermittlungen haben ergeben, dah die Zigaretten in Marburg mittels Einschleichdiebstahls aus einem Zigarettcnladen entwendet worden waren. Festgenommen wegen Begünstigung in der Raub- 'ache wurde der Zuschneider Hermann Reu­mann. geb. am 26. 5.01 zu Verden a d. Aller «Provinz Hannover». Kempinski hatte bei feiner Festnahme eine geladene Pistole in der Lasche bzw. in der Hand. Er hat vom 7. bis 12. 3anuar dreimal feine Kleidung (Anzüge- ver­tauscht, so dah dadurch seine Festnahme erschwert wurde. Auherdem hatte K. noch amtliche Aus Aieispapiere auf den Rainen Heinrich Bickel, geb. am 5.1.98 zu Oberbronn (ilnterelfaf)) im Besitz, darunter befand sich eine Einbürgerungs­urkunde auf Dickel vom 7.5.23. ausgestellt vom Regierungspräsidenten in Merseburg.

'1 Der übliche Redaktions- Mai­käfer wurde uns heute vormittag von Herrn Heinrich Bastian in Odenhausen (Lahn) über­mittelt.

(Bin geborener Gicheuer, der es in der deutschen Industrie zu einer sehr ange­sehenen Stellung brachte, der Direktor R u cl - st u h l von der Maschinenfabrik Gritzner A.-G. in D u r l a ch, feierte am 4. 3anuar seinen 60. Geburtstag. Die Durlacher Lokalpresse ver- öftentlicht aus diesem Anlah herzliche Beglück­wünschungsworte an ihren Mitbürger und schreibt dabei u. a.:Seit 36 3ahren lebt und wirkt Direktor Ruckstuhl in unserer Stadt. Schon früh zu leitender Stellung berufen, seit 16 3ahreir Direktor des größten hiesigen Werkes, erfreut er sich allgemeiner Wertschätzung weitester Kreise unserer Stadt. Es ist bekannt, daß er bei allen Anlässen und Röten, die eine hilfsbereite Hand erfordern, gebefreudig an erster Stelle steht. Di­rektor Ruckstuhl grhört sämtlichen groben industri­ellen Verbänden der Branche als Dorstandsmit­glied an und bekleidet sonst noch eine groste Reihe vrn Chi'enämtem. in denen seine umfas­senden Kenntnisse und sein Rat geschätzt werden." f Der Verband evangelisch-kirch­licher Frauenvereine hielt seine 3ahres- lagung für Oberhessen gestern im GasthofHin­denburg" dahier ab, die so zahlreich aus nah und fern besucht war. dah der Saal die Gäste kaum fassen tonnte. Dekan Guhmann - Kirch­berg eröffnete die Tagung mit Gebet: sodann begrüßte die Verdandsvo'-s tzendr Fürstin Er­bach-Schönfeld die V rsammelten im Ramen des Vorstandes, Frau Kind l-Giehen im Ramen der hiesigen evang. Frauenvereine. Hierauf sprach Pfarrer B e r ck-Rostdors über .Die Aufgabe der evangcl schon Frau gegenüber dem Dordnngen des Katholizismus". Er stellte aus seiner Scun- melmappe fest, dah der Katholizismus allertoävtd im Vordringen begriffen ist, dessen Ziel es fei, alles was einst katholisch war, wieder in kath. Besitz zurückzubringen, Kirche, Kloster u. a. Auch Kloster Arnsburg ist nur durch die Glaubens­festigkeit feines Besitzers, deS Grafen von Laubach diesem Schicksal entgangen, dagegen ist 3lben =

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V. H C Alljährlich, kurz nach der 3ährte* wende, unternimmt der V. H T. Dietzen ein? Wanderung nach dem Bel>errscher unserer Gegend, dem Diinsberg. Während nun die vergangenen 3anuarwanderungen fast ausnahmslos im Zeichen der Kälte und des Schnees standen, gestaltet? sich die am Sonntag veranstaltete zu einer wahre«» Frühlingsfahrt. Denn kaum war die erste An­höhe hinter Bieber, bis wohin dasLicSche" b'.: 85 Teilnehmer gebracht batte, erklommen, als wärmet Sonnenschein die Wanderschar angenehm überraschte und sie nahezu restlos auf ihrer ganzen Wanderung begleitete. Rachdem die Ring- wälle mit gutem Humor und ziemlichem Schweih- Verlust ei klommen waren, wurde in den beiden behaglich durchwärmten Räumen gerastet. Gib nicht geringer Deil der Wanderer zog es jedoch vor. seine Mahlzeit im Freien einzunehmen. ein für Januar gewih seltener Fall. Einen überaus schonen Ausblick vom Turm gen ob man. nament­lich nach dem Lahntal, auf ein wogendes Rebel- meer. aus dem die beiden Burgen Gleiberg uno Vetzberg trutzig ihre Häupter emporrechte«. 'Dvr Weitermarsch führte öer schwarzen Punktmarkie. rung nach über den Kreuzbuchen platz. daS DiinS» bachtal durchquerend, durch den Distrikt Helfholz nach dem hochgelegenen Hobenfolms. Liebliche Landschaftsbilder boten sich unterwegs den Augen der Wanderer, von denen namentlich der Blick auf das malerisch gelegene Königsberg hervorzuheben ist. Rack einer ausgiebigen Kasfeerast ging et. über Königsberg, dessen Burgruinen noch besich­tigt wurden, zum Endziel Bieber, von wo die Heimfahrt erfolgte. Hatte man tagsüber die liebe Sonne reichlich genossen, so führte der letzte Weg durch das Biebertal zur Abwechslmtg durch dich­ten Rebel, der jedoch reizende Rauhreifbildungen hervorgezaubert hatte.

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11.55 Uhr: Zeitangabe. 12 Ubr: 2lach- rid)tcnbicnfi. 4.306 llljr: Rundsunknachmittag in Musik und Wort. 6 ilbr: Wirtschafts^ Meldungen. 66.30 Ahr Die Lesestunde (Auv fernen Ländern):Rotizen über Rkexiko" von Horrv Graf Kehler. 6.30 Uhr: Vortrag von Polizeioberleutnant a. D. Stephan: Körper^ kultur und Selbstverteidigung". 7 -7.30 Uhr: Die Distussion: Vortrag von Dr. S. Auerbach. Vor­sitzender der Frankfurter 3do-Gruppe3bo oder Esperanto?" 7.30 Uhr: Vortrag .Wie schütze ich mich mit Hilfe der Elektrizität gegen Ein-" bruch?". gehalten von Oberingenieur Dr. Rein­hard Roeslel. 8.30 Uhr: Mendelssohn-Abend. Lieder und Duette. Mitwirkende: Frl. Fladttng und Frl. Paulh (Gesang). Am Flügel: Dr Merten vorn Frankfurter Opernhaus. Ein Kam- merorchesler. 9.30 Uhr: Rachrichten. Wettemrel- düng. Sportbericht. 9.40 Uhr Die Spätankün­digung. 1011 Ubr: Gespensteroeschichten, vor- getragen von Gerd Fricke vom Reuen Theater.

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