Nr. 26Z Drittes Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhejsen)
Sreitag, (5. November (925
Wirtschaft.
• Vorkehrungen zur Abdeckung von Rentenbank-Krediten. Bekanntlich ist noch in diesem Jahr ein Drittel der von der Rentenbcmi gegebenen landwirtschaftlichen Kredite abzudecken. Die in Betracht kommende Summe von etwas über 600 Mill. Mk. braucht aber noch nicht in bollem Umfange direkt von der Landwirtschaft aufgebracht zu werden, da das Institut noch auf gewisse Reserven zurückgreifen kann. So kommen die an gröhere Banken kurzfristig ausgelichenen 60 Mill. Mt. am Fälligkeitstermin Ende Rovember in vollem Umfang zur Einzahlung. Man nimmt an, daß dem un Grobverkehr der Börse flüssigen Geldmarkt hieraus keinerlei Schwierigkeiten erwachsen.
• L ahn-Kraftwerk, Cramberg (L a h n). Die zwischen dem Reich und Preußen notwenoigen Verträge, wie auch die anderen Verhandlungen für die Errichtung dieses Werkes sind nunmehr vollständig abgeschlossen, fo - das; mit dem Bau begonnen wird. Das Werl wird den Kraftbedarf des gesamten Gebietes unterhalb der Lahn decken und den übrigen Strom in Fernleitungen weiter abgeben.
• R-o tlage der pfälzischen Winzer. Die Rotlage in den Winzerkreisen der Pfalz hat bedrohliche Formen angenommen. Infolge der Geldknapthel ist -ein Abstößen der Weine saft zur Unmöglichkeit geworden. Die Erregung in der Winzerbevölkerung ist um so stärker, nachdem bekannt geworden ist, daß in einem Wein-- keller in der Mittelhardt etwa 31 Fuder Oberländer Weine behördlich unter Siegel gelegt wurden. Die Angelegenheit hat ihren Ausgang davon genommen, dab dem Verbleib eines großen Quantums Weinzucker nachgeforscht wird. Da die Untersuchung über diese Weine noch schwebt, ist die Versiegelung vorerst noch als Sicherungs- mahnahme onzusprechen. Der Wein soll einer Württemberger Firma gehören und aus einer Oberhardter Weinhandlung stammen.
• Bergbau A. - G., Präsident, Bochum. In der o. H.-V. wurde der bekannte Abschluß, der einen Verlust von 56 861 Am. ousweist, einstimmig genehmigt. Von der Verwaltung wurde mitgeteilt, daß die Gesellschaft zur Zeit mit einem Ueberschutz arbeite. Im Hinblick auf die Erhöhung der sozialen Belastungen sowie neue Lohnforderungen und erhöhte Syn-- dikatsumlaaen sei aber trotz der augenblicklich befriedigenden Lage eine endgültige Besserung nicht abzusehen. — In der daran anschließenden a. o. H.-V. wurde die Fusion mit der Lothringen Bergbau A.°G. (die Aktien der beiden Unternehmen toerüen im Verhältnis von 1:1 umgetauscht) mit 5784 Stimmen gegen 353 Stimmen einer Oppositionsgruppe beschlossen. Die Opposition gab Protest zu Protokoll. Gegenüber den von einer Seite geäußerten Zweifeln über die wirtschaftliche Solidität des Lothringen-Kon- zerns betonte die Verwaltung, daß sich die Liquidität der Lochringen Bergbau A.-G. infolge der Abstoßung von an sich überflüssigen Beteiligungen erfreulich gehoben hätte.
• Bestellung eines Staatskommissars bei der Bergwerksgesell- schäft Georg von Giesche's Erben. Wie der „Amtliche Preußische Pressedienst" erfährt, hat der Regierungspräsident in Breslau den Oberbergrat Dr. S ch ö m a n n vom Oberbergamt in Breslau zum Sraatskomm>"ar bei der Berg- werksge^ellschaft Georg von Giesche's Erben bestellt. Die Regierung hat damit von dem Aufsichtsrecht Gebrauch gemacht, das ihr auf Grund des für die Gesellschaft noch geltenden preußischen allgemeinen Landrechts zustand und das im übrigen in der Urkunde, durch die seinerzeit der Gesellschaft das Recht der juristischen Person verliehen wurde, vorgesehen ist.
• Bayerische Elektrizitäts-Lieferungs-Gesellschaft A. -G., Bayreuth. Rach einer Verlautbarung von Verwaltungsseite hat sich der Stromabsah bei der Gesellschaft -gegenüber dem Vorjahr wesentlich gehoben. Da auch die Installationsabteilung gut beschäftigt ist, dürfte für das laufende Geschäftsjahr mit einem Ueberschutz und entsprechender Gewinnverteilung zu rechnen fein.
• Amerika-Anleihe des Freist a a t e s Oldenburg. Am Dienstag wurde tn Reuhork, wie gemeldet wird, die von der deutschen Regierung gebilligte 3 Mill. Dollar- Anleihe des Freistaates Oldenburg aufgelegt. Die Anleihe läuft von 1—20 Jahre. Der Ausgabekurs beträgt 937/«- Der Zinsfuß bewegt sich je nach dem Fälligkeitstermin zwischen 6.4 bis 1 Prozent.
Berliner Börse.
(Eigenei Drahtberich! des.G:che e. A izergers".)
Berlin, 12.Rov. Die Nervosität der Börse beherrschte auch den Beginn des heutigen Verkehrs. Die Abschlüsse waren so gering, dah eine einheitliche Tendenzbildung nicht er’ folgen konnte und die Kursbewegung mehr von Zufälligkeiten abhing. Typisch für die Geschäfts- stille war die Tatsache, daß z. B. am Schifffahrtsmarkte nicht eine einzige amtliche Notierung zustande kam. Aus den übrigen Märkten mußten gleichfalls zahlreiche erste Kurse ausgesetzt werden. Im allgemeinen erfuhr das Kursniveau gegenüber dem gestrigen Stande nut unwesentliche Veränderungen. Zu den wenigen Svezialwerten, denen die Spekulation stärkeres Interesse entgegenbrachte, gehörten ungarische ^Renten, ferner Pulver-Aktien mit Rücksicht auf die nunmehr erfolgten internationalen Vereinbarungen des Sprengstoff-Kon- zernS und von Eleltrowerten Transradio, die reger umgeseht wurden. Die Mitteilungen über die Anleihe des Kali-Syndi!ales brachten nichts neues und blieben daher einflußlos. Demgegenüber verstimmten jedoch am Kassamarkte die wieder vorliegenden Abgaben und neuen Insolvenz-Berichte. Die Flüssigkeit des Geldmarktes hielt weiter an. Tägliches Geld war reichlich ungebeten und stellte sich auf 71/» bis 9 Prozent. Im Devisenver'ehr nannte man Paris gegen London mit 121.75 bis 122. Warschau ging dagegen gegen den Dollar weiter zurück, da die polnischen Anleiheverhandlungen auf unerwartete Schwierigkeiten gestoßen sein sollen. Die Reichsmark notierte gegen Mittag in Paris 6,02, Amsterdam 59,15V.. London 20,36.
Frankfurter Abendbörse.
Frankfurt a. M., 12. Rov. Die Schwierigkeiten der Berliner Dankfirma Lewinsky, Aeh- laff u. Co. in Berlin, die bereits an der Rach-
borse eine weitgehende Verstimmung veranlaßte, wirkte sich im Abendverkehr noch schärfer aus und hatte neue Kursrückgänge zur Folge. Das Geschäft behielt seinen lustlosen Charakter bei. Dagegen bewirkte die Rachricht über das Abkommen Mexikos bezüglich der Wiederaufnahme des Zinsendienstes der mexikanischen Auslandanleihen in Höhe von 503 Millionen Dollar eine rege Nachfrage für mexikanische Werte, die in fester Haltung verkehrtem Für deutsche Anlcchen bestand keinerlei Interesse. bprozentige Reichs- anleihe gingen im freien Verkehr zu 0,210 bis 0,21212 und Schutzgcbictsanleihen zu 4,65 bis 4,7 um. Die Abendbörse schloß in schwacher Haltung. Deutsche Renten: 3> >prozentige Konsols 0,230. Ausländische Renten: 5prozentige Goldmexikaner 43,75, variabel 43,50, bprozentige Sil- bermcxikancr 17,55, variabel 17,70, ..prozentige Irrigationsanleche 28,75, 5prozentigc Tehuan- lepec 17,75. Bankaktien: Commerzbank 93,75, Darmstädter Dank Medio 103.50, Deutsche Dank 103,50, Discontogcsellschaft Medio 101,62, Dresdner Dank 100, Mitteldeutsche Creditbank 89,50, Oestccreichische Kreditaktien 6,75. Montanaktien: Deutsch-Luxemburg 67,50, Rheinische Draunkohlen Medio 124,25, Rheinstcchl Medio 53,75, Rom- bacher Hütte Medio 21.50. Chemische Aktien: Badische Anilin 117,25, Höchster Farben Medio 117. Schiffahrtsaktien: Rordd. Lloyd 72,50. In- bustrieaftien: Daimler 23,50, Dyckerhoft u. Widmann 29,50, Elektrisch Licht und Kraft Medio 90,75, Eßlinger Maschinen 28, Inag 0,3, Karlsruher Maschinen 24,25, Schuckert 63.
Börsenkurse.
Datum:
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Mitteldeutsche Creditbank . . Oesterrcichische Crcditanslalt Weltbank Bochumer (Inh BuderuS Caro »-Luxemburg
irchener Bergwerke. . Harpener Bergbau......
Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln Laurabütte Qbcrbcdarf Pbönir Bergbau ..... Rueinitabl
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Cheramtlche Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . Pbtlivv Holzmann .....
Anglo-Cont -Guano .... Badische Anilin Chemische Mayer Alavtn . - lNoldswmidt ....
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Frankfurter Getreidebörse.
(Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger-".) Frankfurt a. M., 12. Noo. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 23 Bries, Roggen, inlän
discher 17,25, Sommergerste für Brauzwecke 21,50 bis 23,50, Hafer, inländischer 18,50 bis 21, Mais, gelb 18,50 bis 18,75, Weizenmehl, inländisches, Spezial 0 38 bis 38.50, Roggenmehl 24,50 bis 24,75, Weizenkleie 9,75 bis 10, Roggenkleie 10 bis 10,25. Tendenz: Geschäftslos.
Frankfurter Schlachtviehmarlt.
(Eigener Drahtbericht des „Gietzener Anzeigers".)
Frankfurt a. M, 12. Nov. Auftrieb: 2 Färsen und Kuh?, 821 Kälber, 1293 Schafe, 755 Schweir.e. Es wurden bezahlt für 100 Pfd. Lebendgewicht: Kälber: Feinste Mastkälber 73 bis 80, mittlere Mast- und beste Saugkälber 62 bis 72, geringere Mast- und gute Saugkälber 51 b:S 61, geringe Saugkälber 45 bis.50. Schafe: Mast- lämmer und Masthammel 42 bis 46, geringere Masthämnvel und Schafe 33 bis 41. mäßig genährte Härnrnel und Schafe (Merzschafe) 25 bis 32. Schweine: Vollfleischige von 80 bis 100 Kg. 87 biS 90, unter 80 Kg. 83 bis 86. von 100 bis 120 Kg., von 120 bis 150 Kg. und F.ftt- schweine über 150 Kg. 90 bis 92. unreine Saucn und geschnittene Eber 75 bis 85. Marktverlauf: Langsamer Handel, bei Schweinen Ueberst-and. Norddeutsche Mastkälber über Notiz gehandelt.
Berliner Produktenbörse.
Berlin, 12. Noo. Der Produktenmarkt war ziemlich unverändert und das Geschäft äußerst ruhig. Dom Ausland besteht Nachfrage nach deutscher Ware. Mehl und Futterartikel weiter vernachlässigt. Es notierten: Weizen, märkischer 223 bis 226, Weizen, Dezember 237 bis 238,5, März 239,5 bis 2-11, Mai 245; Roggen, märkischer 136 bis 139, Roggen, Dezember 154,5 bis 156, März 166,5 bis 168, Mai 172,5 bis 173; Gerste, märkische 184 bis 208; Futtergerste 148 bis 160; Hafer, märkischer 161 bis 170, Hafer, Dezember 175 bis 176, März 180; Weizenmehl 27 bis 31,25; Roggenmehl 20 bis 22,25; Weizenkleie 11,20 bis 11,30; Roggenkleie 9 bis 9,20; Diktoriaerbfen 23 bis 31,5; kleine Speiseerbsen 22 bis 24; Futtererbsen 18 bis 20; Peluschken 16 bis 18; Ackerbohnen 19 bis 22; Wicken 20 bis 25; Lupinen, blau 11,5 bis 12,5.
Hochfchulnachrichten.
][ Marburg, 12. Nov. Im diesmaligen Winterhalbjahr (teilt sich die Gesammtzahl der Studenten auf 1342, darunter 230 Frauen. Im letzten Sommer toaren es 2156 und im Winter 1803 immatrikulierte Studenten.
Oberhesfischer
BienenzüchterverLin.
t Hirzenhain. 11. Nov. Nach Beschluß des Vorstandes wurde eine zweite Aus- fchuhfitzung im Herbst für nötig befunden. um eine engere Fühlung zwischen den Vorsitzenden der Zweigvereine imtereinander und dem Vorstand herbeizüführen und innere Vereinsangelegenheiten zu verhandeln. Der Vorsitzende, Lehrer Buß- Leihgestern begrüßte in der heutigen Ausschuß sihung die Anwesenden, die 24 Zweigvereine vertreten. Der neue Vereinsrechner, Oberoermessungssekretär Schäf er- Gietzen, gab einen eingehenden Ueberblick über den Stand der Kassenverhältnrsse des Verein«, die gut zsu nennen sind. Einige Zweigvereinsrechner sind noch mit der Ablieferung der Beiträge an den Hauptverein für 1925 rückständig. Es wurde beschlossen, dah mit Rücksicht auf die Haftpflicht, die jedes Iahr eine Menge beträchtlicher Schäden aufzuteeisen hat, die Beiträge im ersten Halbjahr in 2 Raten zu bezahlen sind. Abmeldungen von Mitgliedern werden nur bis zum 15. Dezember angenommen. Die neuen Dereinssatzungen werden der Frühjahrsausschußsihung zur Beschlußfassung vorgelegt werden. Der Vorsitzende teilte mit, daß die Forderuirg eines Honigschutz- und Seuchengesetzes bis jetzt noch keine großen Erfolge gehabt habe. Wer Dienenseuchen, Faul- brut u. dgl. verheimlicht, lädt eine schwere Schuld auf sich. Zur Fütterung der Dienen darf nur ungebläuter Kristallzucker, aber kein Hutzucker verwandt werden, wenn man seine Dienen vor Schaden bewahren will. Die nächste gemeinsame Wanderversammlung der beiden Vereine, des Kasseler und des Oberhessischen, findet Ende Iuli oder Anfang August 1926 in Wetzlar statt. Der Leitfaden für Dienenzucht von Hensel ist neu erschienen und wird zur Anschaffung bestens empfohlen. Die Wanderredner des Dereins erhalten eine feste Vergütung und sind bei den Vorsitzenden zu bestellen. Das Einheitsglas für Honig wird durch den Deutschen Imkerbund in Kürze herausgegeben werden. Als Zuschuß d>.r hessischen Regierung für 1925 sind vom Ministerium nur 90 Mk. gegen 600 Mk. in 1914 bete iligt teorden. Rach einem im Hotel Iungmaim eingenommenen einfachen Mittagessen und daran sch anschließender Desichtigung der Kirche und der Duderusschen Eisenwerke wurden die Verhandlungen fortgesetzt, teobxi der Radakteur der „Diene" einen Vortrag über die Pflichten und Arbeiten des Vorsitzenden eines Ztee-g- vereins hielt. Er führte folgendes aus: 1. Kein Vortrag soll über eine halbe Stunde dauern und muh dann von der Versammlung besprochen werden. 2. Iede Versammlung soll möglichst auf einem Dienens!ande eröffnet werden mit Vorführung praktischer Arbeiten. Darnach erfolgte erst die theoretische Dehandlung des einschlägigen Stoffes. Mit dem Wunsche, dah Imker uni) Immen gut überwintern, schloß der Vorsitzende nach 5 Uhr die Versammlung.
Buntes Allerlei.
Magnetische Granitklippen.
Die großartigen Granitklippen, die in der Nähe von Schierke im Harz emporragen, haben schon lange nicht nur durch ihre romantische Erscheinung die Aufmerksamkeit erregt, sondern auch durch ihre magnetischen Eigenschaften. Auch Goethe, der ja mehrfach seinen geologischen Studien im Harz oblag, hat dieses auffallende Verhalten der Magnetnadel gegenüber beobachtet. Einzelne dieser Granitklippen im Drockengebiet lenken nämlich eine ihm genäherte, leicht beweglich unterstützte Magnetnadel sehr beträchtlich ab, bisweilen sogar bis zur völligen Umkehrung der Nadel um 180 Grad. Dies ist vor allem bei Den am Bahnhof Schierke stehenden hoch- ften Felsen, den sog. Feuersteinklippen, der Fall, bann bei den südlich von Schierke auf dem Barenberge gelegenen beiden Schnarcherklippen und einigen bet östlich vom Brocken sich anreihenben Hohne- rüpptn sowie dem Jsfenstein her Fall. Man hat
bann ähnliches in verschiedenen Teilen der Welt gesunden und als eine recht verbreitete Erscheinung erkannt, daß an hervvrstehrnden Festen eines Gesteins, das meist eruptiver Natur ist, Magnetismus bemerkbar wird. Eine richtige Erklärung dieser Erscheinung ist aber erst durch neuere Forschungen gewonnen worden. Man gab sich früher mit der Annahme zufrieden, daß größere im Gestein steckende Magneterzmassen die Ursache der Ablenkung der Magnetnadel seien. Dem steht aber entgegen, daß der Harzer Granit recht arm an Magnetit ist. Führt man einen besseren nicht zu kleinen Taschenkompaß an den betreffenden Klippen ziemlich nahe vorüber, so wird ihre Einwirkung in rasch aufeinonber fol« aenden Ablenkungen ber Nabel ersichtlich. Aus dieser schnellen Veränderung des Ablenkungswinkels geht schon hervor, daß sich der Sitz des Magnetismus nicht im Innern der Gesteinsmasse, sondern in den äußeren Teilen befindet. Nun ist es F. Böckels gelungen, an Stücken vorher unmagnetischer Gesteine dadurch künstlich Magnetismus zu erzeugen, daß er starke elektrische Entladungen über ihre Oberfläche hin stattfinben ließ. Es ist also sehr wahrscheinlich, daß auch der an den Felsklippen hervortretende Gesteinsmagnetismus durch ähnliche Einwirkungen, nämlich durch Blitzschläge, hervvrgerusen ist. Harzwanderer, die sich für diese Erscheinungen interessieren, finden Stellen sehr starker Ablenkung an der Nordseite der nördlichen Feuersteinklippe fünf Meter westlich der nach oben führenden Stufen, einen Meter über dem Erdboden, ferner an der Westseite der südlichen Feuersteinklippe 2,7 Meter südlich der Nordwestkante, 1,10 Meter hoch über dem Boden. An der Südseite des nördlichen Schnarchers ist eine starke Ablenkungsstelle durch ein ein- gemeiheltes Kreuz gekennzeichnet, und seitlich von einem herausgebrochenen Felsstück am Fuße dieser Südwand sind zwei weitere Stellen durch schwarze Kreuze angegeben.
Büchertisch
— Seestern: F u, der Gebieter der Welt. Preis 4 Mk. Verlag von Theodor Weicher in Leipzig. Das erwachende Sostdaritätsgefühl der asiatischen Volker gegenüber dem Anspruch, mit noch nicht 200 000 Europäern die Hunbertmillionenvölker dieses Kontinents politisch beherrschen zu wollen, ist die verhängnisvollste Fernwirkung des letzten Krieges. Mehrere englische Bücher, die schon den Vertust Indiens behandeln, zeigen, wie sehr sich England in Asien bereits in der Devensive fühlt. Eine ahn- liche Bewegung geht durch den afrikanischen Erdteil. Das Spiel wird hoffnungslos verloren fein, wenn ein Wille die Volker Asiens und Afrikas gegen Westeuropa einigt und die Liquidation seines Kolonialgebietes fordert. Aus dieser Situation der nn- mittelbarsten Gegenwart entwickelt ber Verfasser, ber sich aus seinem Buche „Seestern 1906" einst einen Namen gemacht hat, bie Idee feines Buches. Kurz unb knapp bie schwüle Atmosphäre kennzeichnend, führt die Handlung, in die eine' fesselnde Liebesgeschichte verwoben ist, von einer Spannung Sur andern eilend über die Schauplätze, auf denen ich die Katastrophe vorbereitet. In einer grandiosen, ich gegen den Schluß von Szene zu Szene steigernden Handlung gestaltet das gedankenreiche Buch ein nahes Zukunftsproblem zu dramatischen Akten aus und läßt den Leser ahnen, um welche elementaren Kraftkomplere es sich bei dem politischen und wirt- schaftlichen Erwachen Asiens handelt, das sich vor unseren Augen zu vollziehen beginnt. 547
— Luckner-Iahrbuch 1 926, heraus- gegeben von Hans Severin-Schroeöer, verlegt bet Koehler und Amelang in Leipzig.
— Der blühende Eros, Roman von Hugo Gabriel Lindner. Ein getreuer Seelenspiegel der ringenden, mit dem Eros in seiner tausendfachen problematischen Gestalt kämpfenden Jugend. Ardhin- gello, Moritz Reiser, Wilhelm Meister sind die Vorläufer, auf deren Linie sich Lindners „Blühender Eros" bewegt. Der Bildungsroman ber Heranwachsenden, kämpfenden, prüfenden und zweifelnden und doch schließlich obsiegenden Jugend. Verlag Wilhelm Borngräber, Leipzig. 644
Goethe: Pakäophron und Neoterpe, ein Festspiel zur Feier des 24. Oktobers 1800. (Verlag von Richard Weißbach, Heidelberg.) Zur Geburtstagsfeier der Herzoginwitwe Amalia hatte Goethe ein Festspiel „Paläophron und Neoterpe" improvisiert, das den Gegensatz des Alters und der Jugend anschaulich geistreich zu versinnlichen wußte, und dessen Besonderheit darin bestanden hatte, daß die wenigen ber Hofgesellschaft zugehörenden Schau- spieker nach antikem Theaterbrauch Masken trugen. Den Goethelesern unserer Tage ist das kleine Stück wenig bekannt, obwohl es nicht nur seines künstlerischen Wertes wegen gelesen und verstanden werden sollte. Denn in ihm stehen goldene Worte: die Mahnung zur aufbauenden, durch keine Verzweiflung zu hemmenden Arbeit, die gerade jetzt als ein deutsches Lebensmotto immer von neuem wiederholt werden müßten. Und als das Beijviel einer innerlich gefestigten gesellschaftlichen Kultur, weil fest in geistigem unb gemütlichem Grunde w»r ^l^d, mag bie Dichtung dem deutschen Leser von he"'e ebenfalls eine Mahnung sein. 181
Aus dem Amtsverküudi^ "
* Das Amtsverkündiaun^sblatt Rr. 83 vom 10. Rovember enthält: Fe'ifthurg der Schlacht- und Beschau e .e'. — C ofaYadj- tungen. — Maßregeln gegen die Einschleppung der Maul- und Klaue.i'euche. — Maul- unb Klauenseuche in Rodheim und Ldndorf.
Nundsunk-DrOgramm
dcs RrrtnffnrHtr T'cnßrrs.
(Aus der „Radio-Umschau".)
Samstag, 14. November.
3,30 bis 4 Uhr: D.e Stunde der Iugend. 4,30 bis 6 Uhr: Nachmfttagskonzert des Haus- orchestors: Die große Oper. 6 b'.s 6,30 U>r: Die Cefeftunbe (für die re'fere Iugend): AuS „5)ie rote Koppel", eine T orgeschichte von Svend Fleuron. 6.30 bis 7 Uhr: „Reuhorker D lder- bvgen I“, Dortrag von Direktor Otto Dehrens- Derlin. 7 bis 7,30 Uhr: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung — Vortrag von Demvnd-Wörner: „Goethe. Zelter iml> M ndels- sohn". 7.30 Uhr: Uebertragung aus dem Frankfurter Opernhaus: „Tosca", Oper in 3 Akten von G. Puccini.


