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5ireis Marburg.
Wetter, 12. Ott. Die Eisenva hndirettion Kassel läßt vom 15. d. Mts. ab unsere Bahnverbindung mit Marburg wesentlich verbessern. Don diesem Tage an fährt ein Zug srüh 6.54 ab Marburg nach Wetter, hier an 7.22. und zurück ab Wetter 7.32, an Marburg 8.00. Die Passanten der Hauptstrecken !>aben also in Marburg direkten Anschluß. Der zu zahlende Zuschuß wird von den Eltern der nach Marburg fahrenden Schüler aufgebracht.
Dillkrcis.
bl. Herborn. 12. Ott. Die Stadtverwaltung beschäftigte sich mit der Frage der Einrichtung einer Badeanstalt. Der Magistrat hat hierzu in der Hauptstraße ein An wesen zum Preise von 40 000 Mark angekauit. Die Bau- und Finanzkommission berät noch über Zweck und Wert der Gebäude. Sollte der Plan der Schaffung einer Badeanstalt hinfällig werden, so möchte der Magistrat das Anwesen doch behalten, um evtl. Wohnungen herichten zu lassen. Die Stadtverordnetenversammlung hat ihre Zustimmung zu dem Ankauf des Geländes noch zu erteilen.
Frankfurt a. M. und Umgegend.
fpd. Frankfurt a. M., 12. Olt. Etn schwerer Zusammen st oh zwischen einem Auto und einem Motorrad ereignete sich auf der Landstrecie Ollainz—Groh-Gerau in der Nähe der Abzweigung itach Bauschheim. Die Führer beider Kraftfahrzeuge, Schloßbesitzer Schäsberg aus Lobberich (Rhein) und der Motorradfahrer L a t t e m a n n aus Rüsselsheim, kamen schwerverletzt ins Krankenhaus nach Mainz, während eine dritte Person nur leichter verwundet wurde.
fpd. Gelnhausen, 12. Oft. Der im nahen B e r n b a ch wohnende Lehrer Beruh. 2 o e r g wurde beim llcberschreiten der Gleise von einem Zuge der Freigerichter Bahn überfahren und so schwer verletzt, dah er kurz nach der Einlieferung in das Krankenhaus ver- st a r b. Die Rettung des Schwerverletzten wurde dadurch erheblich erschwert, dah der treue Begleiter des alten Herrn, ein Wolfs Hund, nicmattd an seinen Herrn her a n l i e h.
Das Familiendrama in Frankfurt.
fpd. Frankfurt. 12. Ott. Die furchtbare Familientragödie in der Spillingsgasse, der fünf Personen zum Opfer sielen, stellt sich nach der Auffassung der Polizei als der Schlußakt eines an harten und jammervollen Schicksalöschlägen überreichen Lebens einer Frau dar. Aller Wahrscheinlichkeit nach hat die Frau W e r l c y, die bereits seit langem infolge der mißlichen Familien- und wirtschaftlichen Verhältnisse nervös überreizt war und deshalb auch schon die Rcrvenheilanstalt Köppern aufsuchen mußte, in einem Augenblick geistiger Zerrüttung die Tat verübt. Was sich in der schlimmen Stunde zwischen Mutter und Tochter abspielte, bleibt Geheimnis. Heber die Tat selbst erfahren wir an zuständiger Stelle folgende Einzelheiten. Die Familie Werley, auS Mann, Frau und drei Kindern bestehend, besaß, in Qtorb- amerita eine Farm, die gute Erträge abwarf, so daß Herr Werley seinen in Frantfurt wohnenden Schwiegereltern, den Ehegatten Schmidt, während der Inflationszeit die Mittet zum Ankauf zweier Häuser schicken konnte. Dor Jahresfrist kam die Familie Werley selbst nach Deutsch- .land und fand hier bei Schmidts Wohnung, aber unter den entsetzlichsten Einschränkungen. Sieben Personen mußten in zwei kleinen Zimmern hausen. So gab es fortgesetzt Reibereien zwischen den alten und den jungen Leuten, die manchmal auch in Tätlichkeiten ausarteten. Dieser ständige Hader Derbitterte das Leben beider Familien. Der alte Schmidt entfernte sich Mitte, voriger Woche, und auch Werley begab sich vor kurzem zu Verwandten irach Mayen bei Koblenz. Am Mittwoch, 7. Oktober, fanden Hausbewohner an der Wohnung in der Spillingsgasse einen Zettel mit der Inschrift: „Wir sind verreist!" vor. Sie kümmerten sich infolgedessen nicht weiter um die Wohnung. Sonntag früh bemerkte man nun auf dem Hofe zunehmenden Gasgeruch, der aus der Schmidk-Werlehschen Wohnung drang. Man alarmierte die Polizei, die dann die Leichen der Frau Werley, der Frau Schmidt (Muller von Frau Werley) und der drei Kinder in der Wohnung auffand. Der Tod war bereits vor Sagen eingetreten, da sich schon ein leichter Verwesungsgeruch bemerkbar machte. Die alte Frau Schmidt trug um den Hals ein seidenes. Tuch: sie war erdrosselt worden. Vermutlich hat die junge Frau abends, nachdem sie die Kinder zu Beit gebracht hatte, die eigene Mutter erdrosselt (ob im Einverständnis, ist noch eine offene Frage), sich dann selbst zu Bett gelegt und dann den Gashahn geöffnet. Das ausströmende Gas hat sodann Mutter und Kinder getötet Da die Sache für die Polizei ziemlich klar lag. trug sie keine Bedenken, die Leichen sofort nach dem Friedhof schaffen zu lassen. Inwieweit die beiden Männer ursächlich mit der grausigen Tragödie im Zusammenhang stehen, kann erst ermittelt werden, wenn sie aufgesunden und verhört worden sind.
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hat bei der Fahrt die >ahn einzuhalten und ent- rtneden, Kraftfahrzeugen, Fußgängern. Aiehtrans« rechtzeitig und genüget en oder, falls dies die ltllchkeit nicht gestatten, die Lahn frei ist.
in an eingeboren Fuhr- n. Heitern, Radfahrern, Rotten oder dergleichen : zu er olgen. An unüber* c überall wo die Fahr-
Kraftfahrzeuge usw. verholen verboten.
n ist, außer aus den für eingerichteten besonderen i), nur auf den für Fuhr- gen und Plötzen gestattet, üenen Ortschaften darf das em auch auf den neben lienbtn nicht erhöhten Danis Radfahren auf solchen Ausweichen gestalten, tsi halt unter »er ** die 3a»|a6m ft!« »'n mllenet «W ireilassen und notigen,aus
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Kreis Friedberg.
s. s. Friedberg, 12. Ott. Gestern feierte der Arbeiter-Gesangverein „Vorwärts" sein 25jährigeS Stiftungsfest. Von einer größeren öffentlichen Feier hatte man abgesehen, dagegen fand am Vormittage im Saale des Hotel Trapp ein Wertungssingen statt, an dem sich 16 Vereine beteiligten und bei welchem Musikdirektor Bartsch von Frankfurt das Schiedsrichteramt übernommen hatte. Das Ergebnis ist noch nicht bekannt. Am Rachmittag fand eine gesellige Vereinigung statt, bei welcher der genannte Herr einen sehr interessanten Vortrag über „Alte und neue Vokalmusik" hielt, der durch Gesangsvor- träge des Quartetts „Union“ von Frankfurt erläutert wurde. Die Darbietungen des Quartetts, das ohne Dirigent sang, waren hervorragend. Am Abend vereinigte ein Ball zum Schlüsse der Feier die Mitglieder und Gäste.
-5 Dad - Rauheim , 12. Oft. Die Wirt- schaftsparkei, die zur Stadtverordnetenwahl eine Hausbesitzerliste aufstellt, hat den Bauunternehmer ©tcucrnagel an die Spitze ihres Wahlvorschlags gestellt. Der Bauernbund unterstützt die Liste der Deutsch natio- n a l e n. Der Vertreter der Landwirte, der seitherige Stadtverordnete Christian Schäfer, ist Spitzenkandidat des deutschnationalen Wahlvorschlags. Die unpolitische Liste der Kurinter- c s s e n t e n wird von Cafebesiher PH. König geführt.
Z Ober-Mörlen, 12. Oft. Soweit in unserem Orte das kommunalpolitische Leben in Betracht kommt, hat man es hier in der Hauptsache mit drei Parteien zu tun: mit dem Zentrum, dem Landbund und der Sozialdemokratie. Da bei der diesjährigen Beigeordnetenwahl jede der Parteien das neue Ortsoberhaupt aus ihrer Mitte stellen wollte und dazu noch der seitherige Bürgermeister Gei bei als „über den Parteien stehend" wieder kandidierte, rangen vier Bewerber um die Siegespalme. Das Ergebnis war. daß es zur Stichwahl zwischen dem seitherigen Bürgermeister G e i b e l und dem Landwirt Anton Schm i d t. dem Kandidaten des Zentrums, kam. Mit 687 Stimmen ging Bürgermeister (Seibel aus dem harten, mit viel Erbitterung auf beiden Seiten geführten Wahlkampf als Sieger hervor. Der Gegenkandidat brachte es auf 656 Stimmen. Aber die Wahl wurde, kleiner formeller Verfehlungen wegen und auch wegen angeblicher Freibiergestellung, angefochten. In seiner Sitzung vom 5. September hob der Kreisausschuh die Wahl auf. Der Termin der Reuwahl ist nun für den 2 5. Otto & e r angesetzt worden. Zu den beiden Kandidaten, die sich in der letzten Stichwahl gegenüberstanden, kommt noch ein dritter Bewerber, der sozialdemokratische Kandidat Anton Mörschel. Wie die Terhältrsisse hier nun einmal liegen, ist mit ziemlicher Bestimmtheit anzunehmen, daß auch bei der Reuwahl die Entscheidung nicht in einem Wahlgang fällt und wieder eine Stichwahl erforderlich fein wird. Da unser Ort feit Juli schon vier Gemeindewahl en hinter sich hat (Dürgermeisterwahl und Beigeordnetenwahl je mit Stichwahl), und im Roveinber wie anderorts auch hier die Gemeindevatswahl stattfindet, so werden wir es hier innerhalb weniger Monate auf 7 Gemeindewahlen bringen, eine Zahl, die in diesem Jahve wohl kaum von einem zweiten hessischen Orte erreicht werden durfte. Man wundert sich mit Recht, baß die Wähler bei diesem „Wahlsegen" noch nicht wahlmüde und gleichgültig geworden sind. Bei den bis jetzt getätigten vier Wahlen war immer ein „treuer Stamm" von Wählern zur Stelle, der konstant 85 Prozent der etwa 1470 Wahlberechtigten ausmacht.
Kreis Büvingen.
Q Nidda, 12. Oft. Aus der jüngsten (9 e - ineinderatssitzung ist zu berichten: Unter Aufhebung der gelegentlich der Voranschlagsbera- tung beschlossenen Steuerausschlagssätze, die mangels genügender Berücksichtigung des Be- lastungsverhältnisscs von 1913 vom Kreisamt Büdingen beanstandet worden sind, werden jetzt folgende Ausschlagssätze beschlossen: 16,5 Pf. auf je 100 Mark Steuerwerk der Gebäude und Bauplätze, 33 Pf. auf je 100 Mark Steuerwert der land- und forstwirtschaftlich genutzten Grundstücke, 34,5 Ps. au je 1.00 Mark Steuermert des landwirtschaftlichen und gewerblichen Anlage- und Betriebskapitals, 32 Proz. Zuschlag zu den Einfommenstenervoraus- zahlungen als vorläufige Gewerbesteuer vom Ertragswert. Die auf den Grundbesitz und das Gewerbe auszuschlagende Umlage beträgt 34 300 Mf. — Die für das Pachtjahr 1924 vom Gemeinderat festgesetzten P a d) t b c t r ä g c für die verpachteten städtischen Grundstücke bleiben unverändert auch für das Pachtjahr 1925 bestehen. — Für das dem Zimmermeister Augustin Pfaff als B a n-, Zimmer- und Holzlagerplatz überlassene Grundstück beim fteuwittshaus wird eine jährliche Pacht von 200 Mark festgesetzt mit der Maßgabe, daß das Obst der Stadt verbleibt. Die seinerzeit verpachteten Holzplätze sollen sämtlich gekündigt und neue Holzp 1 ätze nur noch hinter dem Brauhaus und in der Hopsengasse zur Verfügung gestellt werden. — Das Gesuch der Deutsch-Amerikanischen Petro- leumgesellschaft Frankfurt a. M. um Genehmigung zur Errichtung einer Dapolin-Pumpanlage auf dem Marktplatz kann nach den vorliegenden Plänen die Genehmigung des Gemeinderats nicht finden. — Für die teilweise am 1. Oktober 1925 fällig gewesenen Notstandskredite wird, da die Verlängerung der Darlehensdauer von der weiteren Bürgschaftsübernabme der Gemeinde abhängig gemacht wird, die Bürgschaft auch für die Zeit nach dem 1. Oktober 1925 übernommen. — Em Gutachten des Kreisgesundheitsamtes in Büdingen über die Ou elfen' in der Klippe soll dem Kulturbauamt Friedberg zur Stellungnahme weiter- gegeben werden. — Den Wünschen der israelitischen Religionsgemeinde betr. 9 n - standhaltung des Friedhofes soll entsprochen werden unter der Voraussetzung, daß die Einnahme für abgegebene Familienbegräbnisse in die Stadtkasse fließt. — Von einer Haussammlung für die Zeppelin-Eckener-Spende glaubt der Gemeinderat abgehen zu sollen; aus städtischen Mitteln wird ein Betrag von 50 Mark bewilligt.
△ ft i b b a, 11. Oft. Heute wurde die Grund, steinlegung zur neuen Turnhalle hier feierlich begangen. Um 11 Uhr stellten sich die Vereine, der Stadtoorstand, die Vertreter der Behörden, Kirche und Schulen und zahlreiche geladene Gäste zu einem stattlichen Zuge auf dem Marktplatz auf und zogen unter flott gespielten Märschen der Feuer- wehrkapelle zum Bauplatz auf der Gänsweide. Dort hatte eine sehr große Zahl von Tellnehmern an der Feier aus Nidda und umliegenden Orten Aufstellung 1 genommen. Nach dem gemeinsamen Gesang eines
•• Eine Verbesserung der Straßenbeleuchtung ist feit einigen Tagen in der Reuen Bäuc, Iohannesstraße und Kaiser- allee zu bemerken. Durch die Reuerung erhallen diese Strahenzüge wesentlich stärkeres Licht. Die jetzigen Lampen sind allerdings zunächst nur probeweise aufgehängt, um zu zeigen, wie eine moderne Straßenbeleuchtung beschaffen sein muß. Rach hem Ablauf der Probezeit wirb weitere Entscheidung getroffen werden hinsichtlich der Ausgestaltung der übrigen Straßenbeleuchtung, die beute ja noch allerlei zu wünschen übrig läßt.
" D i e Ausstellung „Mutter und 'Kind" in der Reuen Aula der Universität ist jetzt bereits von über 1000 Personen besucht worden. die von der Schau und den sachverständigen Führungen in hohem Maße befriedigt waren. Der Besuch der Veranstaltung, die auch durch ärztliche Dorträge bereichert wird, sei nochmals dringend empfohlen. Man beachte die Ankün- tigungen im Anzeigenteil.
Die Wertlotterte des Volks- r allebauvereins, deren Ertrag zum De- ,,en der Dolkshalle verwandt werden soll, findet iihermorgen, Donnerstag, statt . Bekanntlich ist Li; Lotterie mit zahlretchen sehr wertvollen Gewinnen ausgestattet. Lose fönnat in den Der- taufsstellen nod) in Empfang genommen werden.
" Franzoi'. sche Paßerleichterung zum Aller heiligen tag. Die französischen Behörden in Elsaß-Lothringen gewähren, wie im vorigen Jahre, Deutschen, die den Antrag stellen, Gräber von Familienangehörigen in Elsaß-Lothringen gelegentlich des Allerheiligen- tages besuchen zu wollen, gegen eine Gebühr von fünf Reichsmark ein Einreisevisum, das vom 31. Oktober bis 4. Roveinber gilt, und das, wenn der Antragsteller nicht mehr die Zeit hat, es beim französischen Konsulat zu beantragen, der Polizeikommissar der Grenzstation erteilen kann.
•• Willenserk lärungen zwecks Feuerbestattung betrifft eine städtische Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil, auf die wir besonders Hinweisen.
‘ Ein seltenes Jubiläum. Herr Gustav Schad, ein geborener Gießener, der in den weitesten Kreisen der hiesigen Geschäftswelt bekannt ist, konnte in diesen Tagen auf eine 27jährige Tätigkeit als Vorstandsmitglied in der Sektion Gießen des Verbandes reisender Kaufleute Deutschlands zurückblicken. 3n dieser langen Zeit hgt er die verschiedensten Aemter bekleidet. Der Verband hat den Jubilar in gebührender Weise geehrt. Die hiesige Ortsgruppe veranstaltete ihrem verdienstvollen Milgliede im Hotel Schütz einen Ehrenabend, der gut besucht war und Zeugnis davon ablegte, welcher Empathie und Wertschätzung sich der Jubilar in den Kreisen seiner Kollegen erfreut.
Preisgekrönte Hundeführer. Man berichtet uns: Bei der in Butzbach stattgefundenen Prüfung von Kriminal-, Polizei- und Schutzhunden des Hessischen Landesverbandes für Polizeihunde-Dereine erhielten nachstehende Mitglieder des Hess. Polizei- u. Schutzhund-Dereins Gießen 1914 folgende Auszeichnungen:, Hündin Tilli, Besitzer und Führer August Ritzs, Gießen. P.H. 1. Preis mit der Bewertung „Sehr gut“, ein Führerpreis mit „Vorzüglich". Hündin Lotte, Besitzerin und Führerin Fräulein Dirginie Hüttenberger. Gießen. P.H. 2. Preis mit der Bewertung „Sehr guf“, ein Führerpreis mit „Vorzüglich“. Hündin Bärbel von der Lahnmühle, Besitzer und Führer Karl Müller. Gießen, P. H. 5. Preis mit der Bewertung „Sehr gut", ein Führcrprcis mit „Sehr gut“. Hündin Hella Hebstreit, 'Besitzer und Führer Wilhelm Derzbach, Gießen, 7. Preis mit der Bewertung "Gut", ein Führerpreis mit „Sehr gut“. Am Schlüsse der Prüfung führte Frl. Dirginie Hüttenberger unter allgemeiner Anerkennung von Publikum und Sachverständigen einen Aeberfall auf einen Grenzbeamten vor, der zeigte wie der Hund seinem Herrn ein treuer Beschützer und Lebensretter sein kann. Man konnte hier sehen, was aus einem Hunde in guter Führung und unter bewährter Dtessurleistung zu machen ist.
Vornotizen.
— Tageskalender für Dienstag, Stadttheater, 7V? Ubr: „Haus Rosenhagen“. — Ausstellung „Müller und Kind" von 11 Uhr norm, bis 91/» älhr abends Reue Aula. — Deutsche Demokratische Partei, S1 übt Gewerbe- Haus: Mitgliederversammlung. — Evangelischer Bund, 8 Ähr Stadtkirche: Vortrag. — Matthä usgemeinde, 8 älhr Matthäusfaal: Gemeindeabend mit Vortrag. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die freudlose Gasse".
Oderheßen.
Lan-kreis Gietzcn.
:/: Oppenrod, 12. Oft. Ein seltenes Jagdglück hatte am Sonntag Herr Hartmann von Gießen. Es gelang ihm, im Wald zwischen Oppenrod und Albach einen kapitalen Dachs von 32 Pfund Gewicht auszugraben. Tapfere Mithilfe habet leistete sein kleiner drahthaariger Foxterrier, der, als er den Dachs einmal aufgespürt hatte, nicht mehr von ihm ließ. Welche Leistung dies für den kleinen Hund bedeutete, geht schon daraus hervor, daß bei dem außergewöhnlichen Gewicht des Gegners sein eigenes Gewicht nur 14 Pfund bewögt. Es handelt sich bei dem Dachs um einen alten Einsiedler, in der Jägersprache Wanderdachs genannt, der keinen festen Bau besitzt, sondern aus vorhandenen Höhlen alle Bewohner ver- treibt und sich allein darin festsetzt. Es kostete denn auch einen langen, harten Kampf, bis er zur Strecke gebracht werden konnte. Um 10 Uhr früh begann das Ausgraben, und es zog sich bis 5 Uhr nachmittags hin. Denn da der Bau schon all war, und aus drei Stockwerken bestand, mußten zwei Meter liefe Durchschläge gemacht werden. Obwohl der tapfere Fox am Kopf und an zwei Läufen starke Wunden davongetragen hatte, hielt er bis -'letzt im Bau aus.
o Göbelnrod, 12. Oft. Am Donnerstag wurden von mehreren Einwohnern in unserer Gemarkung Wildschweine beobachtet, und zwar im Felde nach Grünberg zu. Es waren fünf Stück. Da sonst in hiesiger Gegend die Schwarzkittel nicht auftreten, muß es sich wohl um eine versprengte Schar gehandelt haben.
! — I Queckborn, 12. Oft. Eine Gießener Firma beabsichtigt, in der Gemarkung unserer Gemeinde ein größeres Basaltwerk zu errichten. Die Vorarbeiten und Feststellung der Verträge sind soweit zum Abschluß gebracht, daß in Kürze der Kauf abgeschlossen werden lann. Die Firma beabsichtigt, vom Bruche bis zur Verladestelle am Bahnhof Queckborn eine Schmalspurbahn zu erbauen. 3m Interesse unserer heimischen Arbeiterschaft ist dieses Unternehmen nur zu begrüßen.
von Bezirksvertreter Wolf in Unter Schmitten eigens für heute gedichteten Weiheliedes ergriff der Vorsitzende des Niddaer Turnvereins, Dr. med. Fr i tz Koch, das Wort zu einer herzlichen Be- grüßungs- und Weiherede. Dabei gedachte er auch der im Weltkrieg gefallenen 30 Turner aus Nidda. Die Anwesenden entblößten beim Verlesen der Namen der Helden das Haupt, und die Musik spielte: ,3ch hott' einen Kameraden". Die im Grund- tein der alten Turnhalle gefundene 11 r - künde und die in den Neubau heute einzufügende wurden verlesen und die üblichen drei Hammerschläge mit inhaltsreichen kurzen Sprüchen von dem Vorsitzenden ausgeführt. Das gleidjc tat der Vertreter des Kreisamtes Büdingen mit herzlicher Beglückwünschung des Vereins. Pfarrer Laut non hier schilderte bann in längerer An> prache die Geschichte und Bedeutttng des Turnvereins, der 1859 mit 14 Mitgliedern gegründet worden ist. Mit dem passenden Bibelspruch: „Wenn der Herr nicht das Haus bauet" führte er die drei Hammerschläge aus. Ihm folgten mit passenden Glückwünsche!, Bürgermeister Ningshausen und die Vorsitzenden der geladenen Vereine und Vertreter lokaler Behörden. Für jung und alt höchst beherzigenswerte Ansprachen über den erziehlichen Wert des Turnens und seine echt vaterländischen Ziele für die heutige Jugend wurden von Bezirksvertreter Wolf, vom 1. Vorsitzenden des Turnvereins Butzbach, Redakteur Schneider und vom Vertreter der G a n I e i t u n g gehalten. Zum Schlüsse dankte her 1. Vorsitzende. Dr. Koch, in warmen Worten für alle dem Verein ausgedrückten herzlichen Glückwünsche und für die Teilnahme und das rege Interesse der Bürgerschaft Niddas an der Feier. Mit einem passenden Losungslied der Tum- chüler und -schülerinnen Niddas fand die sd)lichte, aber eindrucksvolle und erhebende Feier ihren Abschluß. .
nd. Riddo, 11. Ott. Heute vornnttag sand im . Hauptgottesdienste die feierliche Einführung der Konfirmanden des Kirchspiels, für die in nächster Woche der Konfirmandenunterricht beginnt, durch Pfarrer Laut stall. Er predigte in eindringlicher Weise auf Grund von Jes. 55, 10 und 11 über das Thema: Gottes Wort, der Jugend Hort. Es sind in diesem Jahre 37 Knaben und 27 Mädchen, die in dem ganzen Kirchspiel nächste Ostern konfirmiert werden. — Der evangelische Kirchenchor hat in letzter Woche nach einjähriger linterbrechung seine älebungsstunden wieder aufgenommen und in Regierungsrat K lebe r g e r einen neuen Dirigenten gewonnen, der bereits in seinem früheren Dienstorte Oppenheim den dortigen und den Kirchenchor in Rier- stein mit großem Erfolge geleitet hat. — Heute nachmittag bereite'.e die Darmstädter Madrigalvereinigung, die in den letzten Jahren schon mehrmals hier Konzerte veranstaltet hat und bei allen hiesigen Musikfreunden sich des besten Andenkens erfreut, wieder einmal den sehr zahlreichen Besuchern ihres Konzerts im „Gambrinussaale" einige genußreiche Stunden. Echte Perlen des Gesangs aus alter und neuerer Zeit wurden in Madrigalen, Volks- und kirchlichen Liedern in künstlerischer und mustergültiger Weise, vorgetragen. Bei den älteren Liedern schickte der Leiter entsprechende Erläuterungen für die Zuhörer voraus.
Kreis Alsfeld.
.. H om be r g a. d. Ohm, 12. Ott. Auch hier besteht schon seit längerer Zell die Absicht, ein Denkrn a l für die Gefalle n en zu errichten. Man hat eine Kommission damit betraut, die Sache in die Wege zu letten. Rachdem schon früher mehrere Vorschläge gemacht worden sind, die aber nicht zur Ausführung gelangen konnten, hat sich die Kommission neuerdings mit dem Bildhauer Arnold-Beuern in Verbindung gesetzt, der nun auch zwei Plahvorschläge mit Entwürfen geliefert hat. Bei dem einen dreht es sich um das altehrwürdige Rathnus, bei dem andern um die alte Kapelle, die an der Peripherie der Stadt steht. Beide Gebäude stehen unter Denkmalschutz und wären vorzüglich geeignet, einen würdigen Hintergrund für das zu errichtende Ehrenmal darzustellen. Die Modelle in Gips sind zur Zeit im Schaufenster von Schweige rt ausgestellt, es zeigt sich bei der Einwohnerschaft ein allgemeines Interesse für die Entwürfe. Da die Denlmalsangelegenheit nun schon mehrmals verschleppt worden ist. besteht allerseits der Wunsch, nun auch wirklich zur Ausführung zu schreiten.
Starkenburg.
* Darmstadt, 12. Ott. Die Tur n- gese llschaft Darmstadt 1 87 5 beging gestern das Fest ihres 50jährigen Bestehens. Die Staats- und städllschen Behörden sowie zahlreiche Korporationen hatten Vertreter zu der Feier entsandt, deren Höhepunkt ein Schauturnen war. — In Arheilgen wurde gestern der 32jährige Schlosser Hrch. Schäfer, als er auf seinem Motorrad auf der Straße fuhr, von einem Auto, das von Darmstadt kam, erfaßt und eine Strecke weit mitgefchleift. Der Mann war sofort tot. Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt.
Preußen.
Kreis Wetzlar.
!*! Hohensolms. 12. Ott. In der Jugendburg des Christ deutschen Bundes, dem Schloß Hohensolms, finden auch in vielem Winter wieder Volkshochschulkurse stall. Die Kurse sind in zwei Abteilungen ein» geteilt, und zwar in einen Burschen- und einen Mädchenlehrgang. Die Lehrkräfte bestehen aus zwei Lehrern und einer Hauswirtschaftslehrerin hauptamtlich, ferner wirken noch mehrere Pfarrer und Lehrer von Hohensolms und Umgebung nebenamtlich mit. In den Kursen soll sich die teilnehmende Jugend eine Allgemeinbildung an» eignen, die ihr eine sichere, auf erlernten Kenntnissen beruhende Urteilsfähigkeit, sowie eine klare und bestimmte Weltanschauung gibt. Für den Burschenlehrgang sind folgende Llnterrichtssächer vorgetehen: Staatsbürgerkunde, Deutsche Sprache und Dichtung, Heimatkunde, Gesundheitslehre, Dollswirtschastslehre, Erdkunde, Berufskunde, Deutsche Geschichte, Lebenskunde, Musik und Gesang sowie Turnen und Sport. Die Mädchenlehrgänge umfassen außer diesen Fächern noch Handarbeits- und Hauswirtschaftsunterricht. Die Teilnehmer der Kurse wohnen und schlafen während der Kurfusdauer in dem Bundesheim, wo die eingerichtete Burgküche für das leibliche Wohl der Jugend sorgt. Die Verpflegung wird in der Regel von dem Teilnehmer mitgebracht. Zur Bestreitung von Unkosten, wie Licht, Heizug ufto. zahlt jeder Teilnehmer täglich 50 Pfennig.


