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Freitag.14-
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Ur. 188 Zweiter Blatt
Die Darmstädter Großdeutschen Tage.
ein Rückblick.
'Ion Dberftubicnbirettor Dr. Keller, Bübingen.
Die Deutsche Dolkspartei Hot bie „Großdeutsche Tagung" vorbereitet und yeleitet. Das war aber Mich bas einzig „Parteiliche" an ihr, benn nicht einmal die Redner hatte man allzu ängstlich auf ihr politisches Glaubensbekenntnis geprüft. Sie muß. un deutsch sein unb gebilbeten Deutschen geistig e!was bieten können, alles übrige war belanglos. So sind benn auch Angehörige Der oerschiebensten Parteien Gäste, nein Teilnehmer ber sämtlichen Veranstaltungen gewesen, unb so konnte Darmstadts zweiter Bürgermeister ben Erschienenen bie Grüße unb guten Wünsche ber «tobt barbringen, ohne bie Pflicht behördlicher Ohnseitigkeit zu verletzen.
Es gibt Feste, bie man hinunterschlürft wie schöu- menben Wein, bei benen man seines Lebens froh ist, unb beren man mit Vergnügen später gedenkt, ohne doch eine innerliche Bereicherung erfahren zu haben. Es ist Lob genug für sie, wenn sie nicht einen bitteren Nachgeschmack unb seelisch-körperliche Der- slimmung Äurürfiaffen. Anbers unser Fest, bas freilich tiefernstlich gestimmt war. Ein halber Monat ist vergangen, seit es in glühenber Hundstagshitze seinen Ausklang fanb, unb heute, ba ich an einem grauen, kühlen Regentage seiner gedenke, ba ist mir, als ob bie Wirkung unterdessen immer stärker geworben wäre, als ob bie Früchte noch nachreiften, die wir damals begierig vom Munde unserer lieben Gäste pflückten. Was ich diesen damals zuletzt zu- rufen durste, daß sie uns bereitwilliger unb sehnsüchtiger gemacht hätten, deutsche Gesinnung durch Wort unb Tat zu beweisen, daß sie uns „deutscher" gemacht hätten im besten und edelsten Sinne des Wortes, das spüre ich heute noch mit gleicher Oe- walt wie unter dem frischen Eindrücke Boelitzscher Beredsamkeit, und ich bin überzeugt, den vielen hundert Teilnehmern geht es nicht anders wie mir.
Der Gedanke, einmal an die Stelle politischen Tagesgezänkes und bestenfalls einer zu bestimmtem Zwecke zugeschnittenen vaterländischen Deranstal- lung eine im weiten Rahmen gehaltene Vortragsreihe zu setzen, die „bas ganze De u t sch l and" in feiner trotz Schandfrieden noch überwältigenden Größe unserem in parteilichem unb wirtschaftlichem Kleinkram fast erstickten Bürgertum vor Augen führt, war mindestens für Hessen noch neu; aber nachdem er so über alles Erwarten gezündet hat, wird er wohl fortleben und vielfach anderwärts aufgenommen werden. Und wenn er wieder zur Tat wird, dann drängt sich hoffentlich um die Redner auch in Hellem Hausen die Heranwachsende Äugend, hic diesmal fast völlig fehlte, — nicht ganz freiwillig, aber man weiß ja, wie ängstlich Hessens Bildungsbehörde die Schülerschaft bis an die Grenze der Volljährigkeit vor allem oehütet, was nicht bewußt im Dienste jener „Völkerversöhnung" steht, wie sie nun einmal hierzulande und nirgends sonst in der Welt ein schattenhaftes Wesest treibt, während dicht vor den uns ausgezwungenen Reichsgrenzen wacker- stes deutsches Volkstum einen Derzweiflungskampf führt. (Siehe polnische Optanten!)
Der Verlauf der „Großdeutschen Tagung" ist mit Dürren Worten rasch geschildert: Wir wanderten im Geiste von ber Westmark zur Nordmark, zur Ost- mark und zur Südmark. Wir dockten der geraubten Kolonien unb unserer Auslanddeutschen in aller Welt. Wir statteten der „Großdeutschen Kunstausstellung" auf der Mathildenhöhe, in ber gute Werke aus allen deutschen Gauen vertreten sind, einen Besuch ab unb hörten nach des Taaes Mühe echte deutsche Weisen. Wir unterbrachen die Tagung unb fuhren den Rhein hinab und herauf, wo angesichts alter Herrlichkeit und neuer Ketten der unerschütter- liche Wille, deutsches Eigentum zu behaupten, in stillem Schwure tiefinnerst gefestigt wurde. Beschei. denster Ansatz der Fahrkosten hatte auch so manchem Opfer der Inflation die Teilnahme an dieser .Lahr- lousendfeier" ermöglicht unb so gerabe benen einen unvergeßlich schönen Tag beschert, über bie man heute so leichtherzig zur Tagesordnung überzugehen sich gewöhnt hat.
Soll ick die einzelnen Redner oufzählen, die aus weitester Ferne tarnen und fast ausnahmslos ganz uneigennützig ihr reifes Können und ihr glühendes Herz in den Dienst des deutschen Gedankens stell- ten? Sie haben alle Hervorragendes aeleiftet, auch die, denen im letzten Augenblicke die schwierige Ausgabe erwuchs, für behinderte Reichstagsabgeordnete in die Bresche springen zu müflen, ohne die gestellte Aufgabe noch eigenem Geschmacke verändern zu dur- fen. Dos mag den schneidigen Admiral Loosf ein Sagenhafte Ortsnamen.
Die Ortsnamen sind keine inhaltsleeren Schalten, sondern ehrwürdige Zeugen alter Kultur und getreue Dolmetscher ferner Vergangenheiten, die Dinge erhellen können, die keine schriftliche Lieberlieferung mehr vermitteln kann. So hat ihre Deutung nicht nur sprachgeschichtlichen, sondern auch völkerkundlichen Wert, und wer sich mit der Ortsnamenkunde beschäftigt, der wird mit schärferen Augen in dem großen Bilderbuch der Geschichte lesen, daS vor un- bet Wanderungen und Reisen aufgeschlagen liegt. Linier den Werken, die als solche Führer zum Verständnis der Ortsnamen dienen können, wird als handliche und übersichtliche Sammlung em neues Buch willkommen fein, das soeben Prof. Jos. Feldmann im Verlag der Buchhandlung des Waisenhauses zu Halle unter dem Titel ..OrtSnamen. Ihre Entstehung und Bedeutung, herou-gibt. Das Volk hat sich viel über bie merkwürdigen Ortsnamen den Kopf zerbrochen und Deutung-Versuche unternommen, die von der wissenschaftlichen Erklärung weitab liegen und wieder ein urwüchsiges Stück Volkskunde darstellen. Lim manche Rainen haben sich Sagen und Legenden gesponnen, die zeigen, welche Rolle der Ortsname in der Volk-Phantasie spielt. Solche sagenhafte Deutungen greifen bi- in die graueste Vergangenheit zurück. Sollen doch einige Städte sogar zu Abrahams Zelten gegründet fein. Trier ist nach der Sage von dem Sobn deS RinuS, Trebeta. erbaut worden. Dieser sagenhafte Spröhling eine- fabelhaften Herrschers soll zur Zeit deS Erzvater- Abraham au- dem Lande Assyrien vertrieben worden sein; er durchwanderte die ganze Welt und kam endlich an ein quellenreiches, von Wald und Bergen beschattetes Tal. ES gefiel ihm dort so gut. daß er eine Stadt zu bauen begann. die er nach seinem Romen „TreveriS" benannte. Danach wäre also Trier die erste Stadt auf europäischem Boden. AIS ihre
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Donnerstag, lö. August (925
wenig behindert haben, ber anstatt des ehemaligen Gouverneurs Dr. Schnee „unser Recht auf Kolo- nien" verfechten mußte unb sicher lieber über feine Taten als Kapitän ber „Königsberg" unb im Hel- denkampfe Ostasrikas gesprochen hätte. Voll tiefer ursprünglicher Gebonken waren bie alänjenben Ausführungen bes Hauptfchrifileiters Kun Fischer- Mannheim über bie „Rheinlanbftage", von stärkster Wirkung ber äußerlich schlichte Bericht bes Saar- brüder Malermeisters Schmelzer über bie Geschichte bes Saargebiets, an beren verhältnismäßig erträglicher Gestaltung ber Sprecher fein reichliches Derbienst hat. Erschüttern!» wirkten bie Darlegungen bes preußischen Lanbtagsabgeorbneten Schröter- Kiel über „Neudänemark", bes Senators Dr. Unger- Danzig über feine zum freistaatlichen Son- berdafein verurteilte Vaterstadt, des Senators Hartl- Reichenberg über beutfche Leiden in der Tschechoslowakei unb bes Präsidenten bes Nieder- österreichischen Landtags Dr. Dl i t ter mann über den Daseinskampf des Deutschtums an der Donau — Klagerufe über unerhörte Unbill und Anklagen an das Weltgewissen, bas so schmählich in Versailles unb auf allen Konferenzen geschwiegen hat, aber kein schwächlicher Verzicht und fein Verzweifeln! Etwas von der Stimmung des Lutherliedes klang aus all den Reden dieser Vorkämpfer deutschen Mär- tyrettums: „Und wenn die Welt voll Teufel wär', — es muß uns doch gelingen!" Staatsminister a. D. Dr. Boelitz hatte das letzte Wort mit prachtvollen Ausführungen über „Deutsche Kulturgemeinschaft", er sprach von dem, was auch das Bismarckreich zu wenig gepflegt hat, und was nun heute unsre vor- nehmste Aufgabe ist: Von der Erkenntnis unb der Vertiefung des Gemeinschaftsgedankens deutschen Wesens im Reiche daheim und in aller Welt draußen.
Gedanke, Plan und Ausführung der Tagung ge- hörten dem Generalsekretär der Deutschen Volkspartei Hessens, Paul Ko11bach. Ein Muster für ähnliche Veranstaltungen war das riesige Werbeplakat mit der Sorte des verstümmelten Deutschlands in der Mitte, von Kollbach entworfen, von der Druckerei Wittich-Darmstadl vorzüglich ausge- führt. Spenden einiger Freunde hatten uns in die Lage versetzt, die Teilnehmerkarten für einen ver- schwindend geringen Betrag auszugeben.
Aus dem Hessischen Landtag.
Darmstadt, 11. Aug. Der Sechser- auSschu tz des Hess. Landtags, dessen Aufgabe es ist, Ersparungsmöglichkeiten im Staatshaushalt zu untersuchen, wählten zum Vorsitzenden den Abg. Reiber (Dem.), zu seinem Stellvertreter Abg. Krndt (Dntt.), zum Schriftführer Abg. Kaul (Soz.) und zu dessen Stellvertreter Abg. Hofmann -Darmstadt (Ztr.). Da der Ausschuß einen Antrag Scholz (D. D. P.) über die Beförderungssperre bei den Zentralbehörden beraten soll, so war seine erste Aufgabe den Begriff »Zentralbehörde" festzulegen. Als solche wurden angesprochen: die Ministerien, das Landesamt für das Bildungswesen und die Oberrechnungskammer. Auch wurde beschlossen, daß D e- f örderungen nur mit Zustimmung des Ausschusses erfolgen dürfen. Ferner wurde ein Antrag Kindt angenommen, daß die Gehaltsgruppen 2 bis 6 von der Deförde- rungSsperre auszunehmen sind.
Die (Erfolge des Gaues Hessen beim 32. Mittelrheinischen
Kreisturnsest in Giehen.
Welch gewaltige turnerische Arbeit beim Kreis- tumfeft geleistet worben ist, bas zeigt ein Einblick in bie S i e g e r I i ft e, bie für bie einzelnen Wettkampf- arten zusammen etwa 100 Schreibmaschinenseiten umfaßt. Wir konnten in unseren ausführlichen Fest- berichten natürlich nur jeweils bie an erster Stelle in ben Siegerlisten stehenden Preisträger zum Abdruck bringen. Heute sind wir in der Lage, nun auch unser Versprechen einzulösen, die Erfolge unseres Heimatgaues im Zusammenhang zu veröffentlichen. Der Gau Hessen darf auf das, was er in Gießen geleistet hat, in jeder Beziehung stolz fein. In feiner Geschickte bedeuten die Gießener Tage einen besonderen Markstein.
In nachfolgender Zusammenstellung ist bei ben einzelnen Wettkampfarten jeweils mehrmals ber erste Sieger angegeben, um Vergliche zu ermöglichen.
Etwas näher eingegangen werben soll nochmals auf bie volkstümlichen Meisterschaften, bei benen unser Hessengau, wie aus ber Zu- Schwesterstadt wird Solothurn angeführt, das von einem anderen Sohne des Rinus, Solodar. gegründet sein soll. Roch weiter geht die Sage von der Gründung Hamburgs zurück, die durch den Sohn des Roah. Ham. erfolgt sein soll. Von der Entstehung der Städte Posen und Gnesen wird berichtet, daß drei Brüder. Rus, Czech, Lech, die lange getrennt gewesen waren, sich an den Ufern des Cybina wieder- fanden und aus rief en: ..poznaje!" (Ich erkenne!). Da wo sie sich erkannt hatten, bauten sie die Stadt Poznan. Posen. Lech, der hier wohnen blieb, kam dann weiter zu einem Hüael, von dem er sich einen Schwarm weißer Adler von einem Hügel erheben sah. Mit einem dieser Adler geriet er in harten Kampf, und nachdem er ihn überwältigt hatte, baute er auf dem Hügel, auf dem das Rest des Tiere- war. eine Burg, die er Gniezna. Gnesen, d. h. Rest, nannte. Der weihe Adler wurde zum Andenken an dieses Ereignis das polnische Wappentier.
Dukarest soll nach einer alten Sage von dem Hirten Dukar gegründet fein, der hier ein hölzerne- Kirchlein erbaute. Lieber die Gründung von Antwerpen, das flämisch „an der Werpt". am Schiff-zimmerplatz. heißt, wirb erzählt, daß an der Stelle, wo heute die Stadt liegt, ein Riefe Druon den herauffahrenden Fischern die Hälfte der Ladung abverlangte oder ihnen zur Strafe die rechte Hand abhieb, die er in die Schelde warf. Der Tungernkönig Sal- viuS Brabon soll den Riefen getötet und feine abgehauene rechte Hand weit ins Meer geworfen haben. Daher kommt der Rame „Antwerpen = handwerpen". Madrid erklärt das spa- nifche Doll au- madre id = Mutter geh. Ein Knabe, der von einem Bären verfolgt touebe, soll sich auf einen Kirschbaum geflüchtet und die Mutter, die ihm zu Hilfe eilen wollte, mit diesem Wort zur Flucht ermahnt haben. An der Stelle entstand dann, die Stadt. Die kurländische Stadt Libau hat davon den Romen, daß der Landesherr einigen deutschen ©ieMern,
(ammenfteUung zu ersehen, recht ansehnliche Erfolge zu verzeichnen ha». An erster Stelle ist ba Lt. Münch vorn Verein für Leibesübungen Mar- bürg zu nennen, ber in gan, überlegener Weise Kreismeister im volkstümlichen Zehn- unb Sechs- kampf würbe. Er hat mit seinen Leistungen bie ernste Anwartschaft auf bie Deutsche Meisterschaft in ben genannten Mehrkämpien. Auch seine Erfolge in ben Einzelkonkurrenzen find zum Teil recht beachtenswert. ebenso erhielten R. vom Schloß (Neustabt), ® er lad) (Wetzlar), Tilli Espach (Gießen), Anna Tlörler (Bad-Nauheim) mit noch wenigen anderen bie Teilnahmeberechtigung zu ben deutschen Meisterschaften zu erkämpfen. Mögen sic ben Heimatgau roürbig bei ben deutschen Meisterschaften vertreten! Unb nun zu ben Ergebnissen tm einzelnen:
volkstümliche Mehr- unb Einzelkämpse. Kreismeisterschaften.
15 0 o . Dl c t e r • ß a u f. Stornier: 3. K. May, To. 1860 Bab-Nauheim, 4,25 Min.
Kugel st aßen. Turnerinnen: 1. Anna Wörter, To. 1860 Bab-Nauheim, 9,28 Meter.
800-Meter-Lauf. Turner: 3. K. May, To. 1860 Bab-Nauheim, 2,07z Min.
5000-Meter-Lauf. Turner: 2. R. vom Schloß, Tkl. Neustadt, 16,461 Min.; 4. H. Fack, Tv. Nidda, 16.48z Min.
Hochsprung. Turnerinnen: 3. Tilly Espach, Mtv. Gießen, 1,40 Meter.
400-Meter-Laus. Turner: 3. W. Alten- borf, To. 1860 Bad-Nauheim, 54| Sek.
10 0- Meter-Lauf. Turnerinnen: 3. Tilly Espach, Mio. Gießen, 13z Sek.
110-Meter-Hürdenläufe. 1. W. Münch, 93. f. L. Marburg, 17 Sek.
Schleuderballwerfen. Turner: 3. A. Langsdorf, To. 1860 Bad-Nauheim. 48,15 Meter.
Kugelstoßen. Turner (beidarmig): 1. W. Münch, 23. f. L. Marburg, 21,08 Meter.
Kugelstoßen (beftarmig). Turner: 1. W. Münch, 23. f. L. Marburg, 11,95 Meter.
100-Meter-Lauf. Turner: 4. K. Gerlach, Tv. Wetzlar, 11g Sek.
Olympische Staffel. 3. Tv. 1860 Bad- Nauheim, 3,53 Min.
Zehnkampf. Turner: 1. W. Münch, D. f. L. Marburg, 1055 Punkte.
Sechskampf. Turner: 1. W. Münch, 23. f. L. Marburg, 615 Punkte.
Dreikamvf ber Heiteren.
(Hochsprung, Stemstoßen, 75-Meter-Lauf.)
111 Teilnehmer, 90 Sieger. 1. Sieg: O. Mühl, Tv. 1817 Mainz, 72 Punkte. 3. Heinrich Noll, To. 1846 Gießen, 68; 4. Hch. Stimmer, T. u. Spo. Haina, 67; 13. Hch. Lang, Tv. Klein-Linden, 51; 15. Kart Fey, Tv. Lich, 49; 18. R. Soldat, Tv. Wetzlar, 46; 21. Karl Lang, Tv. Alsfeld, 43; 23. E. Marx, Tv. 1846 Gießen, 41; 24. Hch. Schwalb, Tv. Nidda, 40 Punkte.
Reunkamps der Heiteren.
(Ze eine Pflicht- und Kürübung an Reck, Barren unb Pferb, eine Pftichtfreiübung, Kugetstoß, Lauf.)
1. Klasse: 144 Teilnehmer, 121 Sieger. 1. Sieg: L. Walter, To. Sossenheim, 167 Punkte. 18. Martin Textor, T. u. Spo. Marburg, 140; 24. Anton Feuerstein, To. Ober-Mörlen, 134; 26. Hch. Hamel, To. 1846 Gießen, 132; 30. A. Watdschmibt, Tv. Wetzlar, 128; 38. Bernharb Wack, Mtv. Bab-Nauheim, 120 P.
2. Klasse: 136 Teilnehmer, 107 Sieger. 1. Sieg: R. Hauck, Tv. 1848 Saarbrücken, 167 P.; 3. Karl Müller, Mtv. Gießen, 156; 9. (3g. Dickhaut, To. Alsfeld, 147; 22. (3g. Thierolf, Tgm. Friedberg, 134; 25. Ernst Jung, Tv. 1846 Gießen, Fritz Schmidt, To. Lich, 131; 27. Hch. Schmitt, Tv. 1846 Gießen, 129; 31. Karl Mößer, Tv. (Brünberg, 124; 34. Bernhard Pfeffer, To. 1860 Bad-Nauheim, 121; 35. Wilh. Henes, Tv. 1860 Bab-Nauheim, 120 Punkte.
Zwölfkampf ber Männer.
Oberstufe (Pflichtübung am Barren, je zwei Pflichtübungen an Reck, Barren, Pferb, Pflichtfreiübung, Stabhoch, Steinstoß, 100-Dleter-Cauf). 154 Teilnehmer, 82 Sieger. 1. Sieger: (3g. Höfler, Tv. 1870 Kostheim, 211 Punkte; 2. Kart Reuter, Tv. 1846 Gießen, 208; 6. O. Tettor, T. u. Spv. Mar- bürg, 200; 21. Anton Nies, Tv. Nidda, 177 Punkte.
Unterstufe (Geräteübungen wie oben, dazu an volkstümlichen Hebungen Weitsprung, Kugetstoß aus dem Kreis, 100-Meter-Lauf). 418 Teilnehmer, 179 Sieger. 1. Sieg: Hch. Bös, Tv. Dillenburg, 205 Punkte; 5. Wilh. Weiß, Tv. Großen-Linden, Hch. Keller, Tv. Burgsolms, 195; 7. Adolf Rathfchtag, Tv. Nidda, 193; 13. Karl Bernhardt, Tv. Nieder-Wöll- stabt, 185; 20. Hch. Leineweber, To. Treis a. b. Lba., 178; 22. Wilh. Gartenschläger, To. 1846 Gießen,
die sich dort anbauen wollten, geantwortet haben soll: „Ihr Lieben baut!" Reval soll eigentlich „Rehfall" heißen, weil dort ein von dem König verfolgtes Reh verunglückte. Aehnlich ist die lustige Erklärung des Ramens Dresden. Danach hatte Heinrich der Erlauchte, Markgras von Meißen, beschlossen, die neue Stadt nach dem ersten besten aufgefangenen Wort zu benennen; da habe er gehört, wie ein Arbeiter zum anderen sagte: „Träst'n oder fährst'n?" Die Burg Schaumburg, nach der das Gebiet Schaumburg-Lippe genannt wurde, soll daher den Rainen haben, daß Kaiser Konrad II. bei ihrem Anblick ausrief. „Schau, eine Burg!" Der Rame Dessau wird aus dem entzückten Ausruf des Gründers Karl des Großen erklärt, der beim Anblick der lieblichen Gegend sagte: „Diese Au!" Prag, das aus dem tschechischen „Prah" = Schwelle gebildet ist, erhielt von der Königin Libussa den Hamen, weil ein Steinmetz auf die Frage, woran er arbeite, erwiderte „An einer Schwelle!" Der überlieferte Spruch des in Memleben gestorbenen Kaisers Heinrich I.: „Wie allhier wohl mir steht mein Leben, wenn ich mich wend' au diesem Stein und schau in da- rosige Leben, hat zu der Deutung verschiedener Ortsnamen in der Goldenen Aue geführt: Wiehe, Allerstedt. Wolmirstedt. Memleben, Wendelstein, Roßleben.
Um die Welt in 8 Tagen.
Als Jules Derne vor einem halben Jahrhundert feinen phantastischen Roman „Reise um bie Welt in 80 Tagen" schrieb, ba hielt man dieses Zukunftsbild für eine Unmöglichkeit, die wohl nie verwirklicht werden könne. Heutzutage kann man, wenn für unmittelbare Anschlüsse gesorgt ist, mit den normalen Verkehrsmitteln, von Berlin über London, Neuyork, San Francisco, Sibirien, Moskau in 4 2 Tagen und 2 31 Stunden um die Erde fahren und wieder in Berlin landen. Wenn aber erst die geplanten Flugzeuglinien durchgeführt sein wer-
176, 23. Frist Wectersdaus, Tv. Großen Linden, 175; 24. Hch. Lotz, To. Dornafienbeim. 174; 25. P. Götfch, T. u. Spv. Marburg, 173; 26. D. Panitz, T. u. Spv. Marburg, 172; 27. Hch. Volz, Iv. Lich, Karl Keßler Tv. Großen Linden. Wilh. Magnus, To. Großen-Linden, 171; 30. O. Möller, I. u. Spo. Marburg, Martin Weitz, Tv. Dornafienbeim. 168; 32. Herrn. Gabler, Tgm. Friedberg, 166; 33. Hans Widmann. T. u. Spv Butzbach. 165; 37. Otto Rreu- der. Tv. Grünberg. Eduard Heger. To. Krchdorf, 161; 38. Karl Ludewig, Tv. Wetzlar. Karl Kegel, Tgm. Friedberg, 160 Punkte.
Fehnkamps ber Männer.
(An Reck, Barren unb Pserb je zwei Pflicht- unb eine Kürübung, dazu eine Freiübung.)
Dberftufe (114 Teilnehmer, 61 Sieger). 1. Sieger: A. Lehr. Tgm. Griesheim a. M., 177 P.; 28. O. Meier, Mtv. Bad-Nauheim. 136 Punkte.
11 n t e r ft u f e (776 Teilnehmer, 474 Sieger). 1. Sieger: F. Rommel, Mtv. Saarbrücken, 176 P.; 2. A. Fink, T. u. Spv. Marburg, 174; 8. Fr. Wolf, Tgm. Friedberg, 166; 9. Hans Rehm, Tv. Nidda. 165; 14. M. Engelmann, Tv. Wetzlar, L. Ilion, Mtv. Bad-Nauheim, 160; 15. H. Schäfer, Tgm. Marburg, 159; 16. H. Lürtzing, Tgm. Marburg, W. H. Dietrich. T. u. Spv. Marburg, 158; 17. Ehr. Geiß. To. Schlitz, Ludwig Reng, Tv. Lauterbach, 157; 21. H. Drcut, Tv. „Frisch auf" Griedel, 153; 22. Hch. Post, To. Alsfeld, 152; 23. Herrn. Post II., Tv. Alsfeld, Rob. Erst, T. u. Spo. Butzbach, Fritz Kehrn, To. Alsfeld, 151; 25. Ernst Bareiter, Tv. 1860 Bad- Nauheim, 149; 26. Karl Wenz, To. Biedenkopf, W. Zimmermann, To. Biedenkopf, Karl Storck, Tv. 1846 Gießen, Hch. Becker, Tv. Treis a. d. L., 148; 27. Hch. Rabenau, Tv. Treis a. d. L-, K. Schneider, Tv. Biedenkopf, 147; 28. Hans Ißley. Tv. Lauterbach, R. Funk, Tv. Wetter, 146; 29. Ehr. Volz, Tv. Lich, 145; 30. Albert Hofmann, Tv. 1846 Gießen, Fritz Henkelmonn, T. u. Spo. Butzbach, Fr. Schar mann, Tv. Groß.Felda, 144; 35. Karl Foatz, Tv. 1860 Bad- Nauheim, Paul Boenig, T. u. Spv. Butzbach, Herrn. Post I., Tv. Alsfeld, 139; 36. Hch. Römer, To. Treis a. d. L., 138; 37. Karl Kehr, Tv. Treis o. d. Otto Helmstedt. Tv. 1846 Gießen, Fr. Hoffmann, Tv. Homberg a. d. O., 137; 38. Fritz Seibert, To. Lauterbach, 136; 39. Valentin Waldschmidt, Itx 1860 Bad-Nauheim, Karl Bücking, To. Alsfeld, 135; 40. Richard Seht, Tv. Großen-Linden, Hch. Wulkan. To. 1846 Gießen, Florian Jahn, To. Wetzlar, 134) 41. Willi Keßler, Tv. Lang-Göns, 133 Punkte.
Dreikampf ber Männer.
(Weitsprung,
Kugelstoß aus dem Kreis, 100-Meter-Lauf.)
Etwa 500 Teilnehmer, 271 Sieger. 1. Sieg Karl Hornberger, To. Kreuznach, 71 Punkte; 9. K. (9er- lach, Tv. Wetzlar, 52 P.; 10. Hch. Bender, Tv. Frischauf Griedel, 51 P.: 11. Richard Kaiser, To. Lang-Göns, 50 P.; 12. Willi Lehmann, Tv. 1860 Bad-Nauheim, 49 P.; 13. Wilh. Wetz, Tv. Frischauf Griedel, 48 P.; 15. Wilh. Loh, Tv. 1846 Gießen, 46 P.; 16. K. May, To. 1860 Bad-Nauheim, 45 P.; 17. Herrn. Gabler, Tgde. Friedberg, August Langsdorf, Tv. 1860 Bad-Nauheim, 44 P.; 18. Willi Gartenschläger, Tv. Gießen, 43 P., 19. Erich Dilges, Tv. 1846 Gießen, Hermann Möller, Tv. Lauterbach, Paul Tonndorf, Tv. Wetzlar, W. Wiegand, To. Biedenkopf, 42 P.; 20. Kari Will, Tv. Krofdorf, Henn. Fink, To. Lauterbach, Hch. flamm, Tv. Kirchhain, Ernst Södler, Tv. Lauterbach, 41 P.
Reunkampf ber Frauen.
(Je eine Pflichtübung an Reck, Barren unb Pferd, eine Kürübung an Barren ober Reck, eine Keulen- unb Freiübng, 75-Meter-Lauf, Hochsprung, Kugelstoßen.)
153 Teilnehmer, 89 Sieger. 1. H. Meyer, Tbb. Wiesbaben, 175 P.; 19. H. Schneiber, Tv. Wetzlar, 139 P.; 20. Gretel Waldsckmidt, Tv. 1860 Bad- Nauheim, 138 P.; 30. Luise (Steinei, Mtv. Bab- Nauheim, 128 P.; 34. Gisela Zack, Tv. Wetzlar, 123 P.
Sechskampf bet Frauen.
(Je eine Pflichtübung an Reck, Barren unb Pferb, eine Kürübung an Reck ober Barren, eine Pflicht- keulenubung, eine Pflichtfreiübung.)
281 Teilnehmerinnen, 184 Siegerinnen. 1. G. Eitel, Tbb. Wiesbaben, Käthe Gabb, Mtv. 1817 Mainz, 111 P.; 9. Paula Hofmann, Mtv. Gießen, Elfriebe Münnich, To. 1846 Gießen, 102 P.; 20. Else Faatz, Tv. 1860 Bad-Nauheim, 91 P.; 21. G. Birkenstock, To. 1846 Gießen, 90 P.; 26. Helene Leineweber, Tv. Treis a. d. Lda., 85 P.; 27. Käthe Ziegler, To. 1846 Gießen, Elis. Wagner, Tv. 1860 Bad-Nauheim, Ioh. Kröck, To. 1846 Gießen, Erna Wiedermann, To. 1860 Bad-Nauheim, 84 P.; 28.
den, dann wird eine Reise um die Erde sich noch oiel schneller abspielen. Vorläufig gelangt man im Flugzeug in 9 Stunden von Berlin nach London, in 21 Stunden im Expreßzug von London nach Southampton; der schnellste Dampfer durchkreuzt den Atlantischen Ozean in 51 Tagen, unb von Neuyork trägt ber Expreßzug ben Reisenben in 41 Tagen nach San Francisco, von wo er im Dampfer in 16 Tagen nach Yokohama gelangt. Der Weg von bort nach Hoji an der Westküste Japans bauert 20 Stunben, von Hoji nach Wladiwostock braucht bas Schiff 3 Tage, 12 Tage der sibirische Expreßzug bi» Moskau, unb von bort führt das Flugzeug in sechzehn Stunden bis nach Berlin. In seinem Buch über die Entwicklung des Weltslugoerkehrs schildert Fischer von Poriuzyn aber Möglichkeiten, die diese Zeitspanne 14 ober gar bis auf 8 Tage, verringern können. Das bürste ber Fall fein, wenn erst der Flugdienst von Neuyork nach San Francisco, die Lustschistliuie von London noch Indien und bis nack Singapore oder die über ben schwarzen Erbteil nadj Kapstadt, wenn bie Zeppelinpläne Deutschland— Neuyork und Paris—Madrid—Bahia durchgeführt sind. Die kühnsten neuen Verkehrslinien finden sich jedoch in ber Denkschrift zur Erforschung ber Arktis mit bem Luftschiff von Hauptmann Bruns. Da wirb man von Amsterbam über Petersburg, Archangelsk, Dickson-Hafen, Bulun, Nome unb bie Aleuten fliegen unb dort eine Anschlußlinie erreichen, bie gleichzeitig Vokohama mit San Francisco verbinde». Ein modernes Luftschiff, das diese Brunssche Linie benutzen würde, braucht 5—6 Tage, um von Berlin nach San Francisco und von dort nach Yokohama zu gelangen. Eine zweite von Bruns angeregte Linie fuhrt von Dickson-Hafen über Jakutsk an der Westküste Japans entlang. Diese Strecke, der die Goldlager in Jakutsk besonderen Wett verleihen, könnte das Luftschiff in weniger als 5 Tagen zurucklegen. Das find alles noch Zukunstspläne, aber es sind nicht mehr bloße Phantasien wie die Dichtung von Verne, fonbem es sind ernste, genau durchyeprüste Pläne, die gewiß tn absehbarer Zett oettmrklicht werden.


