Ausgabe 
13.7.1925
 
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Land.

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9 pachte MM ^gsratS. bie 6ttnt rosesfor D. Sr. Rtü- en O&etbürgermeiHert ischließenöen Haupt. Geheime Aal Pros, le des ebenfalls er- tizrat Dr. Grüne- des Vorstandes ün'rd .er Reihe von Dor- gefellschast im Laufe eben veranstaltet hat. selb, Büdingen, Fried- i, die von den Pro- Avlvss, Korfs, übernommen worden waren veranlaßt auf ien Provinzialdirektors sich eines guten Zu« ondere Erwähnung er- angelegte Derbe Woche Sie Werijffentlic&un* von Aufsätzen. M und tutym Berner- des Dirischaftslebcns, ng der hochschulgesell- jänge von Dissenschaft wurde. Die Serfamm- besiher Lange dafür, jungen ernwglichte und geäinden in einer grö- ging stellte, ihr i Dank hulwochr sost im Herbst stall tote früher wieder od hat die Hochfchui- rloren, die dem Der- d sich große OkW t erworben halten, weh.

Geh. Kommerzienrat 'Osann. Damstadt, insfpor O\M urd) Erheben von den lerzienrat Cm melius is 'dem Borstand üu«. rde in ehrenden Dorten Mchuh mürben *nb JgUlt: General attU nfeiffer, Dehlar. L Iahresrechnung ter 'Jiiigii*

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vt>ata:ed bet E.n g4cd ge3 Zusammensein im Ztudentenh-im .Schöne Aussicht" beschloß die Tagung. - lieber die Vorträge weiden wir -noch berichten.

Iahriausendfeier in Gieren.

3m Anzettzenteil unseres Blattes laden der Ober­bürgermeister und die politischen Parteien zu einer 3ahrtaufendfeier zur Erinnerung an die tausend- ährigo Zugehörigkeit der Rheinlands zum Deut- jchcn Reiche ein. Die Feier findet am kommenden Mittwoch, 15. Juli, abends 8 Uhr, im Sradttheater statt. Der Eintritt ist frei, jedoch nur gegen Karten gestattet, über deren Ausgabe in der Anzeige Nähe­res mitgeteilt wird. Man darf wohl sicher sein, daß die Veranstaltung allenthalben freudige Zustimmung iinden und ein DoUbcfci;tr5 Haus bringen wird, um dadurch zu bekunden, dost auch wir in Gießen uns unverbrüchlich eins kühlen mit den Brüdern und Schwestern am Rhein.

töiefccner Wocheurnarktpreise.

Ts kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 200 biS 210, Matte 40 Käse 65. Wir­sing 35 bis 40. Weißkraut 40. Rote Ruven 10, Römischkohl 15. Dohnen (g-un) 60. (gelb) 70. Erbsen 35 bis 40. Mischgemuse 20. Tomaten 70. Zwiebeln 20. Rhabarber 20, Pilze 40. Kar­toffeln 10 bis 13. Dirnen 60 bis 70, Kirschen 70 biS 80. Heidelbeeren 50 bis 60, Stachelbeeren 35. Johannisbeeren 35, Erdbeeren 120, Him­beeren 70, Honig 40, Junge Hahnen 100. Sup­penhühner 120 Pfennig, das Pfund: Eier 14, Blumenkohl 10 bis 170, Salat 10, Salatgurken 40 bis 80, Einmachgurken 3 bis 12. Ober-Kohl­rabi 10 biS 20, Rettich 8 bis 20 Pfennig, das Stück, Gelbe Räben (Päckchen) 20 bis 25 Pfg.: Radieschen (Dd.) 20 Pfennig.

LU. Don der Landesuniverfität. Dr. med. Paul Schumacher, Assistenzarzt an der Unioersitäts- Frauenklinik, der sich für das Fach der Geburtshilfe und Gynäkologie zu habilitieren wünscht, wird am heutigen Montag, 13. Juli, 6 Uhr, in der Kleinen Aula seine öffentliche Probevorlesung über das ThemaDer gegenwärtige Stand der Röntgentherapie in der Gynäkologie und Geburts­hilfe" halten.

Erhebung über Stellenlosig­keit der Angestellten. Dem Reichstag liegt ein Ausschuhantrag vor, die Reichsregierung zu ersuchen,mit Rücksicht auf die katastrophalen Verhältnisse auf dem Arbeitsmarkt der Ange­stellten eine Erhebung zu veranstalten, aus der die Zahl der stellenlosen Angestellten, geliefert nach Derufsart, Geschlecht, Lebensalter, Berufs- alter, Familienstand und Dauer der Stellenlosig­keit hervorgeht". Tag der Erhebung, deren Durch­führung der Reichsarbeitsverwaltung obliegt, ist der 16. Juli 1925. Sie soll in der Weise vor sich gehen, daß an dem genannten Stichtage jeder bei einem öffentlichen Arbeitsnachweis oder bei einem Angestelltenverband gemeldete ste llen- lose Angestellte einen bei den vorgenann­ten Stellen erhältlichen Fragebogen persönlich auSfülli. Wer im einzelnen von der Erhebung erfafjt werden soll und wie die Ausfüllung des Fragebogens vorzunehmen ist. ergibt sich aus den auf dem Fragebogen befindlichen Erläuterungen. Die auf dem Fragebogen verlangten Angaben sollen n i ch t für Zwecke der Steuer, der Erwerbs- losenfürsorgekontrolle oder ähnliche, austerhalb des Erhebungszieles liegende Zwecke ausgewertet toerben. Es liegt im Interesse auch derjenigen stellenlosen Angestellten, welche weder bei einem öffentlichen Arbeitsnachweis, noch bei einem Angestelltenverband eingetragen sind, sich an der Erhebung zu beteiligen und zu diesem Zwecke unter Vorlage von Ausweis papieren über ihre Angestellteneigenschaft und ihre Stellenlosigkeit am 16. Juli bei dem öffentlichen Arbeitsnachweis ihres Wohnortes oder Aufenthaltsortes einen Fragebogen in Emp­fang zu nehmen und nach Ausfüllung dort wieder abzuliefern.

Sonntagssonderzug nach W i l- dungen und Waldeck am 19. Juli. Die Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. fährt am Sonntag, 19. Juli, einen Sonntagssonderzug vierter Klasse mit Schnellzugsgeschwindigkeit und einer Fabrpreisermästigung von einem Drittel des ge- wöynlichen Fahrpreises nach Bad Wildungen und Waldeck. Der Zug fährt in Frankfurt a. M. Hbf. um 6.10 Uhr ab, mit Einsteigegelegegenheit in Frankfurt a. M.-West (6.18), Vilbel Süd (6.32), Friedberg (6.51), Bad-Rauheim (6.59), Butzbach

Fräulein Fob.

Roman von Anders Eje.

19. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Hier handelt es sich um Sport und nicht um dreimonatliche Wechsel," sagte er,war das nicht frech?"

Gewiß."

Ich glaube nicht, daß die Herren hinter­rücks so boshaft gegeneinander sind. Das wäre ja ganz wie bei den Frauen, nicht? Wollen wir nicht hier auf der Bank einen Moment Platz nehmen?"

Bitte."

Das Fräulein hob ihre spottlustigen Augen und blickte auf die entschlossenen, fest zusammen- gepreßten Lippen des Bankiers.

Warum antworten Sie so einsilbig? Sind Sie von der Hitze so fjergenomm^n?"

Herr Fellips lehnte dankbar den angebotenen Platz an Fobs Seite ab. Er zog es vor zu stehen.

Das nicht," antwortete er.aber ich warte, > an mich die Reihe kommt."

Welche Reihe?"

..Zu fragen. Und dann werde ich für eine .nsilbige Antwort sehr dankbar fein. Rur muh e auch von der regten Art sein."

Fräulein Fob begann langsam die Blätter on ihrem Zweig zu zupfen. Herr Fellips dachte ich, nun zählt sie ab wie bei oen Margeriten: a, nein, ja, nein. Abergläubisch wie ein Singalese ielt er den Atem an, bis das Mädchen den weig seines letzten Blattes beraubt hatte. Dann treutc sie mißvergnügt die grünen Blätter auf ->en Weg.

Ist heute nicht Freitag?" fragte Fob plötz- -tch ganz i nertoa: et.

Herr Fei.ip^ tonnte nicht leugnen, daß Frei­tag sei.

Und Sie können Ihre Reise nicht auf mor­gen verschieben?"

Unmöglich."

Dann schlage ich vor, daß wir mit unserer Unterredung warten, bis Eie zurückgeiommen sind. Der Freitag ist kein guter Tag für wichtige Unternehm"n''e- "

(7.12), Gießen (7.33). nimmt in Fritzlar (9.38) Aufenthalt (leine Einsteigegelegenheit) und kommt in Bad Wildungen um 1U Uhr vorrn, in Buh. len um 10.43 und in Waldeck um 10.52 norm. cm. Außer nach Station Waldcck rochen auf allen Ein- steigestationen auch Fahrkarten h Bad Wildun- gen ausgegeben für solche Ausflügler, die nur Bad Witdungcn besuchen wollen. Der Fahrpreis von Frankfurt a. M Hbf. und Frankfurt-West nach Wal- deck und zurück beträgt 8,80 Mk, von Dübel 8,20 Mark, von Friedberg 7,40 Mk., von Bad-Nauheim 7,20 Mk., von Butzbach 6,60 Mk. und von G i e ßen 6 Mk. Die Fahrkarten sind nur im Vorverkauf vom 13. Juli bis zum 18. Juli, nachm. 6 Uhr, bei den Fahrkartenausgaben der genannten Cinsteige- ftationen zu haben. Jeder Teilnehmer hat Ansprucy auf einen Sitzplatz. Der Zug ist so gelegt, daß die Teilnehmer reichlich Zeit hoben von Waldeck, Buh­len ober Wildungen aus die Edertalsperre und die herrliche Umgebung zu besuchen. Die Rück­fahrt von Waldeck wird um 4.05 Uhr nachm. ange« treten. Der Zug hält um 4,12 Uhr in Buhlen und kommt um 4,35 Uhr nachm in Wildungen an. Hier hat der Zug einen fast dreistündigen Aufenthalt, um den Teilnehmern noch Gelegenheit zu geben, auch Bad-Wildungen zu besuchen. Abfahrt von Wildun- gen: 7.28 Uhr nachm., Ankunft in Fritzlar 7.51, in Gießen 10,19, in Butzbach 10,41, in Bad-Nau- heim 10.53, in Friedberg 11.01, in Vilbel 11,19, in Frankfurt a. M.-West 11.34, und in Frankfurt a. M. Hbf. um 11.43 nachm.

Oberhessischer Kunst verein. Die diesjährige Mitgliederversammlung fand am vori­gen Montag im Stadthause statt. Der Vor­sitzende, Landgerichtsdirektor ckin g, erstattete zunächst den Geschäftsbericht über das Jahr 1924. Die 1923 unterbrochene Vereinstätigkeit hatte im Jahre 1924 wieder aufgenommen werden können. Es wurden ausgestellt Werke hessischer, Karls­ruher, Frankfurter, oberhessischcr und Kasseler Künstler, die Modelle zum 116er-Dcnkmal, Ge­mälde von Oskar Achenbach-Runkel, Gemälde und Graphik von Roland Anheißer-Jungheim und Werke des verstorbenen Kunstmalers W. Barthel-Gießen, dessen Ausstellung Prof. Dr. Röschen- Laubach mit einer Gedächtnisrede eröffnete. An die Mitglieder wurden verlost: 18 Anrechtscheine im Gesamtbetrag von 775 Mk. und 12 Kunstblätter (Radierungen und Feder­zeichnungen). Der Verkauf von Kunstwerken war infolge der allgemeinen Geldknch)pheit gering (55 Kunstwerke, meist Graphik, im Werte von 2141 Mk.). Die Mitgliederzahl betrug Ende 1924 520. Das Landesamt für das Bildungs- Wesen unterstützte den Verein mit einer Spende von 300 Mk., die Stadt Gießen durch einen Zu­schuß von 1000 Mk. Die Dereinsleitung erlitt einen schweren Verlust durch den Tod des Pro­vinzialdirektors Matthias und deS Geh. Kommerzienrats Dr. W. Gail. Der Vorsitzende gedachte der Verstorbenen in warmen Worten, die Anwesenden erhoben sich zu ihrer Ehrung von den Plätzen. Die Geschäftsführung erfolgte nach dem freiwilligen Rücktritt des Herrn R i c- b e l durch den Architekten Bachs, seit dessen Wiederverwendung im Staatsdienst durch Stu­dienreferendar Kayser. Die Besiher von rück­ständigen Anrechtscheinen aus den Jahren 1921 und 1922 haben noch nicht alle die ihnen zu- stehende Radierung UbbelvhdesGießen von der Hardt aus" abgeholt. Auch für die übrigen Mitglieder steht noch eine Anzahl von Exem­plaren zum Preise von 1.50 Mk. zur Verfügung. Das Jahr 1925 brachte bis jetzt eine Ausstel­lung Kasseler Künstler, Werke von Dieh-Edgard, zwei Serien Graphik, anläßlich deren Prof. Dr. Hamann - Marburg in der llniberfität einen Vortrag überTechnik und Aesthetik der gra­phischen Künste" hielt, Werke des Karlsruhers Hans Schöpslin und des verstorbenen Prof. Thielmann-Willingshausen. Prof. (Brenner- Mainz stellte 250 Aquarelle hessischer Kunst­denkmäler aus und hielt selbst einen einleiten­den Vortrag. Aus die gegenwärtige Ausstellung derFreien Vereinigung Darmstädter Künstler" wird eine Ausstellung Frankfurter Künstler fol­gen. Der Rechnungsabschluß des Jahres ergab einen Kassenbestand von 2461.97 Mk. Dem Rech­ner, Bankdirektor Grießbauer, wurde der Dank für seine Mühewaltung ausgesprochen und Entlastung erteilt. Die Mitgliederbeiträge wer­den für 1926 ebenso wie für 1925 auf 5 Mk. festgesetzt. Die seitherigen Ausschußmitglieder wurden wiedergewählt. An Stelle der beiden verstorbenen Mitglieder werden Prof. Mangel und Landgerichtsrat K ü ch l e r neugewählt. Der

Aber es handelt sich doch gar nicht darum, jetzt in See zu stechen. Eher im Gegenteil in den Hafen einzulaufen," sagte Fellips leise.

Fräulein Fob antwortete nicht. Vermutlich sah sie ein, daß sie der Entscheidung nicht aus- weichen konnte, weshalb sie sich endlich doch ent­schloß, anzuhören, was ihr der Bankier zu sagen hatte, was, das wußte sie ja übrigens, sie war nur ein wenig neugierig, wie er es tun würde. Schade, daß Tante Karoline nicht in der Rähe war .....

Tante Karoline, ja.....

2n diesem Augenblick wurde sie von einer schrecklichen Versuchung ergriffen, einer Ver­suchung, der man nur mit übermenschlichen Kräf­ten hätte widerstehen können. Sie spürte beim bloßen Gedanken daran, wie ihren ganzen Körper ein Kitzeln durchfuhr .....

Das könnte ein herrlicher, einzig da­stehender königlicher Spaß werden ..... Besah

Herr Fellips nur einen Funken von Humor, so mußte er gute Miene zum bösen Spiel machen und sich selbst unter die Lacher mengen, ilebti- gens war es gar nicht nötig, jemanden in den wirklichen Zusammenhang einzuweihen, außer Papa Fili natürlich. Für diesen wäre es dann um so lustiger, wenn ihm nur nicht vor lauter Lachen etwas zustieh. Sich Herrn Fellips Miene vorzustellen, wenn .....

Run?" fragte der Bankier etwas erstaunt, als Fräulein Fob sich rasch von der Bank erhob.

Kommen Sie," sagte das Mädchen,gehen wir zum Hohlweg. Hier wird man ja fast be­täubt vom Jasminduft."

Fob hielt das Taschentuch vor Rase und Mund, aber es war nicht des Jasminduftes wegen. Sie eilte so schnell voraus, daß ihr Fellips kaum folgen konnte.

Der Hohlweg, der eigentlich gar kein Hohl­weg war, lag kaum zehn Minuten vom Pavillon entfernt. Umgeben von undurchdringlichen Büschen schob sich eine bemooste Felsplatte vor, und dann eröffnete sich, von dichten Zweigen Überhängen, durch die Sonnenstrahlen flössen, ein kleiner Rasenplatz, der bald als Tennisplatz, bald als Tanzboden verwendet wurde. Bei der Felsplatte war eine Schaukel errichtet, und S'-err FellipS sah schon von weitens, daß auf

Vorsitzende schloß die Versammlung mit der Bitte um rege Unterstützung der auf Pflege der Kunst gerichteten Dereinsbestrebungen.

Wer hat den Einschreibbrief gesunden? Vom Postamt wird unS geschrie­ben: Einem hiesigen Briefträger ist am 9. d. Mts. gegen 9 Uhr Vormittag- ein von ihm »uzustellender Einschreibbrief während deS Zu- slellungsgangs von Seltersweg 93 bis SelterS- toeg 53 in Verlust geraten. Der Beamte, der den Brief für den Fall der Richtauffindung au- eigener Tasche ersetzen muß, bittet den redlichen Zinder um Rückgabe der Sendung an das Post­amt.

Persvnalie. Auf Grund des Gesetzes über die Altersgrenze der Staatsbeamten tritt der Gen- darmcrieinspektor Wilhelm K o s i n g e r in Gießen am 1. September in den Ruhestand.

Vtleblgie S d? u [(teile Erledigt ist eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Alten-Buseck (Kreis Gießen). Dienstwohnung wird im Winter frei.

Auftrieb auf dem heutigen Frank­furter Schlachtoiehmarkt: 396 Ochsen, 72 Dullen, 840 Färsen und Kühe, 366 Kälber, 170 Schafe, 3390 Schweine.

Bornotizen.

Tageskalender für Montag. Ver­einigung für Feuerbestattung: 8.30 UhrRebstock" außerordentliche Generalversammlung. Gießener Freiwillige Feuerwehr: 8 Uhr Hauptübung. Licht­spielhaus, Bahnhofstraße: Die Mädchenhändler von Neuyork". Astoria-Lichtspiele:Der Herr der Steppe".

E i n großes Sonderkonzert findet morgen, Dienstag, abend im Cafs Ernst Lud- w i g statt. Don besonderem Interesse ist dabei das Gastspiel von Heinz und Hans Fischer aus Köln, die an zwei Flügeln, darunter ein Konzertflügel, ihre von vielen Seiten sehr lobend erwähnte Kunst darbieten werden. Näheres in der heutigen Anzeige.

Bürgermeisterwahlen im Kreise Gießen.

* Heuchelheim, 13. Juli. Bei der gestrigen Bürgermeisterwahl wurde der seitherige Bürgermeister Georg Kreiling einstimmig wiedergewählt, da ein Gegenkandidat nicht aufgestellt worden war.

!'! Klein-Linden, 12. Juli. Unter star­ker Wahlbeteiligung wurde heute die Bürger- mei ft erwähl vorgenommen. Von 1257 Wahl­berechtigten traten 1078 Wähler an die Wahl­urne. Es wurde Bürgermeister Phil. Jung mit 698 Stimmen wiedergewählt. Die Ge­genkandidaten Wilhelm Fey und Jakob Hof­mann erhielten 319 bzw. 56 Stimmen.

Großen-Linden, 13. Juli. Die gestrige Dürgermei st erwähl ergab die Wieder­wahl des seitherigen Bürgermeisters Lang mit 891 Stimmen. Der sozialdemokratische Gegenkandi­dat erhielt 474 Stimmen. Stimmberechtigt waren 1461 Personen, von denen 1365 von ihrem Wahl­recht Gebrauch machten.

Leihgestern, 12. Juli. Bei der heu­tigen Bürgermei st erwähl wurde Bürger­meister Heß ohne Gegenkandidaten einstim­mig wiedergewählt. Don 945 Stimm­berechtigten gingen 681 zur Wahlurne. 670 Stimmen waren gültig, 11 ungültig.

* Albach, 13. Juli. Rach hartem Wahl­kampfe wurde bei der gestrigen Bürger­meisterwahl der Landwirt Wilhelm Lenz mit 116 Stimmen als Bürgermeister neu­gewählt. Sein Gegenkarrdidat Otto Zimmer formte 105 Stimmen auf sich vereinigen. Stimm­berechtigt waren 231 Personen, von denen 221 von ihrem Stimmrecht Gebrauch machten. Der seitherige Bürgermeister hatte sich nicht wieder aufstellen lassen.

h. Annerod, 12. Juli. Die Gemeinde wählte heute ihren feitherigenBürgermeifter Horn mit 336 Stimmen wieder. Rund 85 Proz. der Stimmberechtigten machten von ihrem Wahl­recht Gebrauch. Zum fünften Male, das erstemal am 14. Juli 1894, wurde der Gewählte stets ohne Gegenkandidaten an die Spitze der Ge­meinde berufen. Es ist dies der beste Beweis, daß er sein Amt als Ortsoberhaupt zu aller Zu­friedenheit führt und sich großer Beliebtheit er­freut. Sofort nach dem Dekanntwerden des Wahl­ergebnisses wurde ihm der übliche Ehrenbaum gesetzt, und mehrere Vereine brachten dem Wie­

dergewählten ein Ständchen, wofür er herzlich barefte.

Rödgen, 13. Juli. Hier fand gestern die Dürgermei ft erwähl statt. Gewählt wurde Johannes Wagner II. mit 238 Stimmen, während der bisherige BürgerirHeister Ludwig Kraushaar 168 Stimmen erhisll.

' Saubringen, 13. Juli. Bei der gestri­gen Dürgermei st erwähl wurde der seit­herige Dürgern:eister Preis mit 313 Stimmen wiedergewählt. Sein Gc-genkantzidat Hi Il­de rg erhielt 206 Stimmen.

* Staufenberg, 13. Juli. Bei der gestri­gen Dürgermei st erwähl trug der seit­herige Bürgermeister Meyer mit 268 Stimmen gegen die beiden Gegenkandidaten Loui- Dei­bel (110 Stimmen) und Karl Zescher (45 Stimmen) den Sieg davon.

1 Mainzlar, 13. Juli. Die gestrige Bür­germeisterwahl ergab die Wiederwahl des seitherigen Bürgermeisters Vogel IV. mit 253 Stimmen. Sein Gegenkandidat, der Landwirt Wil­helm Schäfer I.. erhielt 170 Stimmen. 7 Stim­men waren ungültig. Die Wahlbeteiligung war recht rege, sie betrug 93 Proz. der Stimmberech­tigten.

* 2111 c n b o r f a. Lda., 13. Juli. Bei der gestrigen Dürgermei st erwähl wurde der seitherige Bürgermeister Christian Rein mit 504 Stimmen einstimmig wiedergewählt, da ein Gegen­kandidat nicht aufgestellt war.

* Climbach, 13. Juli. Bei der gestrigen Bürger meist erwähl wurde der Landwirt Heinrich Wiehner mit 94 Stimmen als Bürger­meister neugewählt. Sein Gegenkandidat Ludwig Stein erhielt 69 Slimen. Der seitherige Bürger- meister hatte sich nach 42jahriger Amtszeit wegen des hohen Alters nicht wieder aufstellen lassen. Die Wahlbeteiligung war außerordentlich stark, von 165 Wahlberechtigten machten 163 von ihrem Stimm­recht Gebrauch.

* Bersrod, 13. Juli. Die gestrige Bürger- mei st erwähl ergab die Wiederwahl des seit­herigen Bürgermeisters Becker, der 187 Stimmen erhielt, während sein Gegenkandidat Hch. Schnei­der II. 78 Stimmen auf sich vereinigen konnte. Stimmberechtigt waren 301 Personen. Insgesamt wurden 269 Stimmen abgegeben. Vier Stimmen waren ungültig.

* Harbach, 13. Juli. Nach hartem Wahl­kampfe wurde bei der gestrigen Bürgermeister- wohl der Landwirt Wilhelm Schomber II. mit 135 Stimmen neugewählt. Sein Gegenkandidat, der seitherige Bürgermeister Georg Münch, er­hielt 117 Stimmen. Die Wahlbeteiligung war außer­ordentlich stark, von 261 Wahlberechtigten schritten 253 zur Wahlurne, was einer Wahlbeteiligung von 97 Prozent entspricht.

* Nonnen roth, 13. Juli. Bei der gestern ftattgefunbenen Bürgermei st erwähl würbe der seitherige Bürgermeister Hoppe mit 184 Stim­men einstimmig wiedergewählt.

Rundfunk-Programm

des frankfurter SenderS.

(Aus derRadio-Umschau".)

Montag, 13. Juli.

4.20 Uhr: Rachrichtendienst. 4.30 bis 6 Uhr: Rachmittagskonzert des Hausorchesters: Alte und neue Operetten. 6 Uhr: Wirtschaftsmeldunaen. 6 bis 6.30 Uhr: Die Lesestunde (Die Rovclle): Wichael Kohlhaas" von Heinrich von Kleist. 7 bis 7.30 Uhr: Stunde des Südwestdeutschen Radiokkubs. Dortrag von Schneider:Messungen von Wwerständen, Selbstinduktionen und Kapazi­täten". 8 bis 8.30 Uhr: Sprachliche und prak­tische Hinweise für Jtalienreisende. 8 bi- 8.30 Uhr:Deutsche Einflüsse in Chile", Dortrag von Major a. D. Bansa, gesprochen von Gerd Fricke. 8.30 bis 9.30 Uhr: Der fliegende Arzt, Posse in einem Aufzug, von Mokiere. 10 bis 11 Uhr: Uebertragung von Kassel: Dritter Kasseler Mundart-Abend.

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ihr ein Herr in Bajazzokostüm burle-ke Akrobatik betrieb.

Wie Sie sehen, Fräulein Fob," sagte er mißvergnügt,ist der Platz schon beseht."

Das macht nichts," beruhigte ihn Fob,den werden wir gleich davonjagen."

Und richtig, als sie näher kamen, winkte Fräulein Fob mit ihrem Sonnenschirm, und der Bajazzo verschwand.

Fellips sah, daß der Dorschlag des Mädchens ausgezeichnet war, in allen Winkeln des Hohl­weges spielte das Licht wie liebliche Musik, und Fob selbst war wie verwandelt, lebhaft, bingebend, beinahe zärtlich. Sie unterließ es sogar zu kokettieren. Sie lud ihren Kavalier ein, sich auf der kleinen Bank neben dem Tennis­platz niederzulassen und spannte ihren Schirm als einen kleidsamen Hintergrund für ihr dunkles Haar auf. Absichtlich oder nicht verkürzte sie schließlich den Abstand zwischen ihr und Herrn Fellips um ganze zwei Zentimeter.

Der Bankier verlor nicht sofort seine kühle Ruhe, aber er übersprang entschlossen die Wieder­holung gewisser Ereignisse, die er sich früher als geeignete Einleitung vorgenommen hatte. Er ergriff eine der kleinen Hände Fobs, und sie entzog sie ihm nicht. Er rief alle guten Gotter seiner erotischen Vergangenheit an und ließ seine Gefühle hoch aufflammen. Tief in Fobs Augen sah er den Widerschein, Leidenschaft und Tau­mel ergriffen ihn, und auf einmal lag er vor dem Mädchen auf den Knien, beide Hände ihr entgegengeftredt, wie man es auf den schönsten fentimenta'en Bildern sehen konnte.

Auf einmal brach ringsum ein Höllenlärm los. Herr Fellips erhob sich auf schwankenden Beinen, taumelnd und schwindlig. Don allen Seilen tönten ihm Applaussturm und Bravorufe entgegen.

Bravo! Ausgezeichnet! Da capol

5räuren Fob nickte und verbeugte sich nach rechts i nd links wie eine Primadonna auf dem Theater. und dann wurde das Publikum sichtbar. Aus den Büschen und Sträuchern kroch es hervor, lachend, schreiend, mit lebhaft be­wegten Händen. Doktor Burelli im Bajazzo- ko stüm Hauptmann Kassel, Frau Repin, James Keyler, Leutnant Carlton und Fräulein

Karoline Thorben, vor allem Fräulein Karo­line Thorben mit ihrer Filmkamera unter dem Arm, schmunzelnd und überglücklich. Sie ver­sicherte immer wieder aufs neue, daß diese so glänzend geglückte Aufnahme in der Welt­geschichte des Films kein Seitenstück habe.

Und bann begann Frau Repin ihren LobeS- hymnus. Wer hätte gedacht, daß ein so ernster und zugeknöpfter Mann wie Herr Fellips ein so außerordentliches Schauspielertalent besaß! Welch natürliches Spiel, welche Leidenschaft und Hingabe! Bei Gott, keiner der berühmten ameri­kanischen Filmsteme hätte es besser machen kön­nen.

Riemand in der Gesellschaft unterließ es, in Frau Repins Lob einzustimmen, nicht einmal Leutnant Carlton, trotzdem er gelb vor Reid war. Hauptmann Kassel entdeckte plötzlich, daß Fellips ein ganz brillantes Filmaussehen hatte, und Fräulein Thorben sprach des Films wegen die Hoffnung aus, daß daS Banksyndikat, dessen Präsident Fellips war, Krida machen möge, da­mit der Film bekomme, was ihm gebühre. Rur Fräulein Fob verhielt sich still. Sie bereute schon ihre ilebeltat trotzdem sie Papa einen so königlichen Spaß servieren konnte, mußte aber heimlich die Geistesgegenwart deS Bankier- bewundern. Es dauerte nicht drei Sekunden, bis er der Situation gewachsen war und sie auch schon vollständig beherrschte.

Doktor Burelli stimmte ein hohes Lied auf das improvisierte Filmdrama an. Schon von weitem habe man Herrn Fellips und Fräulein Fob kommen gesehen, und da fei es wie eine Eingebung gewesen.....

Ja," sagte die alte Thorben,leider kann ich diesen Film auf meiner Tournee nicht bor­deigen, wenn nicht Fob und Herr Fellip» eine en'siedende Fortsetzung spielen wollen, in wilden Streit und ei ander in d:e Haare geraten. Denkt nu., wie schon das wäre. Dor der Hoch­zeit und nachher wäre das nicht ein guter Titel? Aber nun laßt uns weiter arbeiten.

Der Bankier zog seine Uhr.

So gern ich auch möchte..... Aber mein

Zug geht in vierzig Minuten. Die Fortsetzung müssen wir also wohl verschieben, Fräulein Thorben." (Fortsetzung folgt)