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lich in die Erde gebracht werden. Die Landes- geflügelzüchterverbände Süddeutschlands und Hessen-Rassaus beschlossen eine Interessengemein­schaft, vor allem sollen in Zukunft keine größeren Ausstellungen gleichzeitig veranstaltet werden Einheitliche Maßnahmen zur Förderung der Wirtschaftsgeflügelzucht durch dieLandwirtschafts- kammer-Ausschüsse und die drei Provinzial­verbände werden in Aussicht genommen. Von besonderem Interesse war der Vortrag von Dr. Lang vom Tierwissenschaftlichen Institut der LIniversität Gießen überDie Derwandtschafts- zücht auf dem Geslügelhof". Er schilderte darin die Vorteile und die Gefahren, welche durch die Inzucht entstehen.

Aus der Provinz.

* Treis, 11. Mai. Der hiesige Gesang­verein Liederkranz, der am 27., 28, und 29. Juni sein övjähriges Bestehen feiert, hatte am Sonntag den Besuch des Gesang­vereins gleichen Ramens aus Heuchel­heim (Dirigent Gorlach - Gießen). Da dieser Verein infolge anderweitiger Bindung an der Teilnahme an dem Stiftungsfeste und Gesangs­wettstreit des hiesigen Gesangvereins, bei dein 18 Vereine in Konkurrenz treten und über 30 im gairzen anwesend sein werden, verhindert ist, hatte er seinen diesjährigen Maiausflug hierher gerichtet. Im ^lebungslokale des hiesigen Ver­eins verlebten die beiden Vereine in geselliger Eintracht einen schonen und genußreichen Rach- mittag. Einzelchöre beider, sowie gemeinsame Ge­sänge legten von hohem Können Zeugnis ab. Allzuschnell enteilten die Stunden und zu früh kam das Zügle, das dje Heuchelheimer Sänger­gäste wieder nach Hause führen sollte. Den Wert derartiger Sänger Zusammenkünfte er­kennend, gab man sich beim Abschied das Ver­sprechen, das einmal geknüpfte Band nicht wieder zerreißen zu lassen.

T Grünberg, 11. Mai. Unter zahlreicher Beteiligung fand gestern nachmittag ein Schießen des Schühenvereins auf dem neuen Schützen st and statt. Abends wurde eine Mit­gliederversammlung im VereinslokalHessischer Hof "abgehalten. Der Verein, der früher bei der Reumühle seinen Schießstand und seine Schühenhalle hatte, mußte wegen Wechsel des Besitzers und der damit verbundenen Aufgabe der Gastwirtschaft seinen Stand aufgeben. Die jetzt zu erbauende neue Halle wird umrahmt von einem Kranze Fichtenbestand, vor der Front liegt ein kleiner Wiesengrund, von hier aus hat man einen großartigen Fernblick auf Burg Münzenberg und den Taunus. Die Halle erhält die Form eines Blockhauses mit einem drei Meter großen Vorbau für die Schützen. Aach Fertigstellung der Halle und der Einrichtung wie 175-Meterstand auf 5 Scheiben, Klein­kaliber 60 Meter auf 4 Scheiben und ein Wild­stand, auch ist Gelegenheit vorhanden, noch einen 300-Meterstand einzurichten wird in der wei­teren Umgegend kaum ein Objekt dieser Art vorhanden fein, das dieses übertrifft. Dadurch ist der Verein in der Lage, bei dem kommenden Hauptschießen im August, bei dem auch die Schützenvereine Gießen, Wetzlar, Büdingen, Lau­bach, Schotten und Alsfeld vertreten sein werden, den Gästen etwas Großartiges zu bieten. Es ist geplant, bei diesem Schießen die Einweihung der Halle vorzunehmen. Aach den bisherigen Vorbereitungen wird der Verein, der gegen­wärtig mit der Iungschützen-Abteilung 70 Mit­glieder zählt, und der auf ein dreißigjähriges Bestehen zurückblickt, sicher stark emporblühen. 2 Lich, 12. Mai. Jahrzehntelang stand auf dem Dach eines Hauses der Kirchgasse ein S t o r ch n e st, tzas nach und nach zu einem Wahrzeichen der Stadt Lich geworden war. Die außerordentliche Belastung durch die allmählich sehr umfangreich gewordene Wohnung in Verbindung mit der durch Regen und Schnee unter dem Rest sich ansammelnden Feuchtigkeit drohte den Zusammenbruch des Daches herbeizufüh­ren. Auf Veranlassung des Hausbesitzers wurde das Rest entfernt, mehrere Wagen Reisig und Erde mußten abgefahren werden. Ein neues Heim, das man Meister Langbein auf einem städtischen Hause bereitete, nahm er nicht an, und so ist Lich seit über einem Vierteljahrhundert storchlos. Auf dem Dach der Marien st iftskirche, das gegenwär­tig einer durchgreifenden Reparatur unterzogen wird, hat nun der hiesige Verkehrs-undVer- schönerungsverein durch Anbringen einer geeigneten Unterlage Freund Adebar abermals Ge­legenheit geboten, sich einen Haushalt zu gründen. Hoffentlich macht er von diesem freundlichen Ange­bot Gebrauch, sonst wär' es verlorene Liebesmüh ge­wesen.

+ Ober-Dessingen, 11. Mai. Am Sonntag trat hier der Film in den Dienst, der Volksbildungsarbeit. Es fand eine dreimalige Aufführung des Lutherfilms statt, die jedesmal auch vor^ auswärts gut be­sucht war. Der Film führt^ uns von Luthers Heimat nach Wittenberg, Aom, Worms und auf die Wartburg und vermag ein anschauliches Bild von Luthers Glaubenskampf zu geben. Das Verständnis wurde erleichtert durch die erklä­renden Worte des Lehrers Jakob, der die Veranstaltung zustande brachte.

Kreis Friedberg.

I B u tz b a ch, 12. Mai. Die Vorarbeiten für die hiesige Bürgermei st erwähl sind soweit gediehen, daß die Kommission dem Stadtvorstand in einer der nächsten Sitzungen die in die engere Wahl gezogenen Bewerber zur Wahl vorschlagen wird. Die Angelegenheit hat sich dadurch solange verzögert, daß die Prüfung und Sichtung der ein­gegangenen 216 Bewerbungen durch die Kommission eine sehr umfangreiche Arbeit dar­

stellte. Den nicht in die engere Wahl kommenden Bewerbern wurden ihre Bewerbungsunterlagen be­reits zurückgegeben. In der gestrigen G e - meinderatssitzung wurde auf Antrag des Stadtv. Zink beschlossen, über das Farbenbild unserer Stadt eine Polizeiverordnung zu er­lassen und einen Farbenplan auszuarbeiten. Jedem Hausbesitzer in den Hauptstraßen und dem Marktplatz soll damit die Farbe, mit der sein Haus angestrichen werden soll, vorgeschrieben werden. Ein Zwang, die Häuser jetzt machen zu lassen, ist damit nicht verbunden. Mit dieser Maßnahme hofft die Stadtverwaltung, ihrer Stadt das altertümliche Gepräge zu erhalten, und ganz besonders die ver­schiedenen unter Denkmalschutz stehenden Häuser auf dem Marktplatz richtig zur Geltung zu bringen.

Kreis Schotten.

!*! Schotten, 12. Mai. Der Landwirt- fchaftskammerausschuß für Ober- Hessen veranstaltet am 27. Mai auf dem Dock­zahl bei Schotten eine große Kreistierschau für Vogelsberger Aotvieh. Ueber 200 Tiere sind zur Prämiierung angemeldet, zu der die Landwirtschaftskammer 1500 Mk. spendete. Von feiten des Kreises, der Stadt Schotten und von Zuchtvereinen stehen ebenfalls weitere Mittel zur Verfügung. Man rechnet mit einer starken Beteiligung, da der Kreis Schotten als Zentrale der Vogelsberger Rotviehzucht be­kannt ist.

Kreis Alsfeld.

M- Alsfeld, 11. Mai. (Stadtverord­neten! ihung.) Die heutige Sitzung war aus­schließlich der Beratung des Voran­schlags für das Rechnungsjahr 1925 gewidmet. Es wurde zunächst der Voranschlag des städtischen Schlachthofes für das R j 19 2 5 vorgelegt, den Beigeordneter Doge- ley als Referent des städtischen Schlachthauses vortrug und erläuterte. Der Voranschlag schließt mir 14 278,48 Ml. für den Betrieb in Einnahme und Ausgabe ab, für den Erneuerungsfond sind 1950 Mk. vorgesehen. Der Voranschlag wurde unverändert genehmigt. Es folgte sodaim die Beratung des städtischen Voran­schlags für das Rj. 1 925: Der gesamte Voranschlag für die Betriebs- und Vermögens­rechnung balanziert mit 620 941,53 Mk. Haupt­summe aller Einnahmen und Ausgaben, davon entfallen auf die Detriebsrechnung 435 921,53 und auf die Verniögensrechnung 185 200 Mk. Der Voranschlag ist auf der Grundlage aufgestellt, daß keine Erhöhung der Gemeinde­umlagen gegenüber dem Vorjahr vor­gesehen ist, da eine weitere Erhöhung der Steuerlasten nicht für tragbar erachtet wird. Wie der Vorsitzende bemerkt, ist auch für das Rj. 1925 ein ganz zuverlässiger Voranschlag trotz der Sta­bilität der Währung noch nicht aufzustellen, da der Finanzausgleich zwischen Reich, Ländern und Gemeinden nur bis zum 1. Oktober 1925 geregelt ist, und cs ist ungewiß, wie die Regelung von diesem Zeitpunkt ab wird. Infolgedessen bilden die Lieberweisungen aus den Reichssteuern im Voranschlag einen immerhin etwas unsicheren Faktor, wenn auch der eingesetzte Betrag aus Eingängen an Reichssteuern sehr vorsichtig ein­gesetzt sei. Wenn trotz der starken finanziellen Reubelastungen, welche die Stadt auf sich ge­nommen habe durch den Aeubau der Festhalle, Umbau des AnwesensDeutsches Haus", Ge­währung eines Kredites von 100 000 Mk. zur Förderung des privaten Wohnungsbaues, ohne eine Erhöhung der Umlagen auszukommen sei, so sei dies einmal auf den günstigen Rechnungs­abschluß des Rj. 1923 und dann auf die ließet» Weisungen aus Reichssteueranteilen zurückzu­führen, die höher int Rj. 1924 gewesen seien als im Voranschlag 1924 vorgesehen. Besonders her­vorzuheben sei int neuen Voranschlag, daß ein bestimmter Betrag an die Inhaber von den 3 Va prozentigen und 4 prv - zentigen städtischen Schuldverschrei­bungen als Aufwertung vorgesehen sei, falls dies nicht von der Aufsichtsbehörde nach der dritten Steuemotverordnung beanstandet werde. Der Voranschlag in der vorliegenden Form sei von der Finanzkommission eingehend durch­beraten und werde zur Annahme empfohlen. Bei der daraufhin vorgenommenen Einzelbera­tung wurden zu einzelnen Rubriken von verschie­denen Rednern Anregungen gegeben, deren Prü­fung der Vorsitzende zufagte. Der Voranschlag wurde alsdann in der vorgelegten Form geneh­migt, ebenso der Voranschlag der Hospital- und Armenkasse. Die Steuersätze wurden wie folgt festgesetzt: Auf je 100 Mk. Steuerwerk: 12 Pf. für Gebäude und Bauplätze, 22 Pf. für die land- und forstwirtschaftlich genutzten Grundstücke und das land- und forstwirtschaftliche Anlage- und Betriebskapital, 36 Pf. für das gewerbliche An­lage- und Betriebskapital, von dem Gewerbe­ertrag 30 Proz. als Zuschlag zu den Einkommen- und Körperschaftsvorauszahlungen, Sondersteuer von bebautem Grundbesitz 30 Pf. auf je 100 Mk. Steuerwerk des bebauten Grundbesitzes.

Kreis Lauterbach.

£. Lauterbach, 12. Mai. In der jüngsten Stadtvorskandssitzung stand der Voran­schlag der Stadt und des flöht. Elektrizitätswerks zur Beratung. Bürgermeister Walz schilderte in eingehenden Darlegungen den Inhalt und die Be­deutung des diesjährigen Voranschlages, welcher alles das enthalte, was die Entwicklung der Stadt dringend erfordere. Insbesondere seien wieder un­umgängliche Notwendigkeiten, wie z. B. Neu» Pflasterung der Orts ft raßen, dringende Reparaturen an städtischen Gebäuden, Fertigstellung des bereits im Bau begriffenen Doppelwohnhauses, Anlegung von neuen Straßen im Scho-

bergelanöc u,w. Vorgelegen. Für die Errichtung der Kriegergeben k st äbte seien 3000 Mark als Anteil der Stadt eingestellt. Unter dem Gesichtspunkt der Steuerhclaftung einerseits und der Geldnot andererseits sei dieser Voran­schlag aufgestellt, und es bedürfe nicht be­sonderer Versicherung, daß der Voranschlag bei der "Aufstellung den obersten Grundsatz der äußersten Sparsamkeit beobachtet habe. Der Voranschlag sei von der Finanz- und Baukommission in einer ge­meinschaftlichen Sitzung in allen Rubriken ein­gehend durchberaten worden. Der Bürgermeister empfiehlt, dem einstimmigen Beschlüsse dieser beiden Kommissionen entsprechend, die Genehmigung zu er­teilen, die auch nach eingehender Aussprache ein­stimmig erfolgte. Der Voranschlag schließt ab in der Betriebsrechnung in Einnahme und Ausgabe mit 266 762,55 Mark, in der Vermögensrechnung mit 84 200 Mark, zusammen also mit 350 962,55 Mark. An Umlage sind außer der Sondersteuer vom be­bauten Grundbesitz in Höhe von 38 000 Mark und der Gewerbesteuer in Höhe von 20 000 Mark noch 17 000 Mark aufzubringen, welche durch Gebäude- und Grundsteuer erhoben werden sollen. Die Aus­schlagsätze auf je 100 Mark Steuerwerk konnten gegenüber dem Vorjahre um etwa 30 Prozent er­mäßigt werden. Diese hiernach beschlossenen Steuer­sätze sind im Vergleich mit anderen Städten, deren Verhältnisse denen der Stadt Lauterbach gleich­gelagert sind, als erträglich zu bezeichnen. Ebenso wurde der Voranschlag für das ftäbt. Elektrizitäts­werk genehmigt, welcher in Einnahme und Ausgabe mit 116126,40 Mark abfchließt. Außer ber Be­ratung des Voranschlags stauben noch verschiedene Gesuche zur Beratung, welche teils genehmigt, teils abgelehnt wurden. Eine eingehende Aussprache brachte noch die Verpachtung ber Schaf­weid e an die Schäfereigefellschaft, welche nach dem Abschluß ber beschlossenen Ermittlungen unb ber noch zu erhebenben Feststellungen bei ber Schäferei­gesellschaft in nächster Sitzung nochmals behanbelt werden soll. Am Schlüsse ber Sitzung kam der Bürgermeister noch auf die Verkehrsverhält- nisse im Kreis Lauterbach zu sprechen und stellte mit bem Gemeinderat einmütig fest, baß die Gemeinbevertretung in bezug auf bie Verkehrsver- hältnisse, insbesonbere auch auf die Frage ber P o st- a u t o l i n i c n im Kreise Lauterbach, nicht bas ge­ringste unterlassen habe. Dafür legen die Akten der Bürgermeisterei über die Verhandlungen mit ber Reichsbahn unb der DberpoftbireEtion und auch bie Schaffung ber Autolinie LauterbachUlrichstein be° rebtes Zeugnis ab.

!*! Frifchbom, 12. Mai. Bei der Tiefer­legung der Küche im Hause des Bürgermeisters Keuher fließen die Maurer auf eine große Sandsteinplatte, die mit einer lateinischen In­schrift versehen war. Es handelt sich um den Grabdenkstein des 1701 gestorbenenPfarrers Adam Sartorius, der über 30 Jahre hier und in Angersbach als Seelsorger wirkte.

Kreis Wetzlar.

d. Hochelheim, 11. Mai. Der hiesige Kriegerverein hat den schon vor dem Kriege benutzten Schiebst and im »Tiefen Graben" neu hergerichtet, um dort wieder regelmäßig Scheibenschießen abzuhalten. Das erste Schießen fand am gestrigen Sonntage statt. Die Fischerei im Cleeb ach einschließlich der Mühlgräben wurde zum Preise von 120 Mk. an Lehrer Drescher hier, und diejenige im Schwindbach zum Preise von 126 Mk. an Sr. meß. Klemp zu Hörnsheim, beide auf die Dauer von 6 Jahren, neu verpachtet. Bei der Verpachtung der Fischerei im benachbarten Klein-Rech­tenbach blieb Lehrer F e l d n e r, Klein-Rech­tenbach mit 20 Mk. Erst- und Letztbietender. Der Gemeinderat hat auf das Gebot den Zuschlag erteilt.

d. Dornholzhausen, 12. Mai. Zur An­hörung der Beteiligten über die Zuziehung der Ortslage zum Umlegungsver­fahren und Über deren Voraussetzungen fand am Freitag in der Gastwirtschaft Schieferstein ein Termin statt, den der Kulturamtsvorsteher zu Wetzlar als vom Landeskulturamtspräsidenk zu Düsseldorf bestellter Kornmissar leitete. Da nur von vier beteiligten Grundstücksbesitzern Einwen­dungen erhoben wurden, ist mit Sicherheit damit zu rechnen, daß der Ort in das im Gange befind­liche Umlegungsverfahren mit einbezogen wird. Die Ausübung des Fischereirechtes in den hiesigen Gewässern wurde durch Gemeinde- ratsbeschluß für den Rest der Vertragsdauer (1928) zur Friedenspacht an Lehrer Watz hier verpachtet. Der bisherige Pächter, ein Gie­ßener Herr, ist freiwillig vom Pachtverträge zurückgetreten.

d. Wetzlar, 12. Mai. Der Bezirksaus­schuß zu Koblenz hat den Schluß der Schon­zeit für Rehböcke auf den 29. Mai fest­gesetzt. Infolgedessen beginnt die Jagd auf Reh­böcke auch im hiesigen Kreise erst am 30. Mai. Die Ausführung der diesjährigen _ allgemeinen Schutzpockenimpfungen ist für den Um­fang des ganzen Kreises dem Kreismedizinalrat Dr. Schulte übertragen.

Hessen-Nassau.

bl. Dillenburg, 12. Mai. Der Kreis beabsichtigt, auch in diesem Jahre wieder grö­ßere Transporte von tuberkulösen und schwachen Kindern zu einem vier- bis sechs­wöchigen Erholungsaufenthalt wegzu­schicken. Hierbei gedenkt man an erster Stelle die Rord- und Ostseebäder zu berücksichtigen, da man im vergangenen Jahre dort die günstigsten Erfolge fest stellte.

fpb. Frankfurt a. M., 12. Mai. Die Stadt­verwaltung plant bie Errichtung einer greoßen Volks-Walberholungsstätte im Stabt» malb nahe der Oberschweinstiege. Ferner soll bie

schon vor mehreren Jahren erworbene ehemalige Spinnerei Hohemark bei Oberursel zu einer E r h o l il n g s st ä 11 e ausgebaut werben. Dec Magistrat hat Schritte eingelcitct. um sämtliche Stammanteile der O st Hafen-Molkerei auf» zukaufen unb bieses Werk sodaim zu einer ftäbtifdjen Molkerei auszubauen. Im Stadtteil Rödelheim wollte Montag nachmittag der Malermeister Leonhardt mit seinem Rad einer Straßenbahn ausbiegen und blieb dabei mit dem Fahrradreifen in den Gleisen hängen. Im gleichen Augenblick sauste ein Auto vorüber, überfuhr den Mei st er und tötete ihn auf der Stelle.

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Turnen, Sport und Spiel.

Vom Arbeiter- Turn- und Sportbund»

Dreimal 1:1 in Wieseck.

£ Der letzte Sonntag sah alle drei Fußball­mannschaften der Freien T ur m«.r f a f f Wieseck in Tätigkeit,

Den Reigen eröffnete um 11 Uhr die 1. Jugend- mannschaft, die gegen die gleiche von Heuchel­heim spielte. Beide Mannschaften zeigten ein schönes, ausgeglichenes Spiel, bei dem man fest» stellen konnte, daß beide Vereine in ihrem Nach», wuchs über recht gute, vielversprechende Kräfte ver­fügen. Nach der ersten Viertelstunde übernahm Wie­seck durch seinen Mittelstürmer die Führung und konnte diesen Vorsprung bis nach der Halbzeit bei beiderseits offenem Spiel halten. Nach der Pause drückte Heuchelheim während der ersten zehn Mi­nuten, wobei es auch gelang, den Ausgleich herzu» stellen. Von da bis zum Schluß ein hübsches, flottes Spiel mit stets wechselnden Situationen. Beide Mannschaften waren gleichwertig, was sich auch im Eckenverhältnis, 2:1 für Heuchelheim, ausdrückte.

Mittags spielte zunächst die 2. Mannschaft W i e s e ck s gegen die 2. Alsfelds. Auch diese? Spiel sollte einen unentschiedenen Verlauf nehmen, obwohl zunächst die körperliche Ueberlegenfjeit Als­felds ein anderes Resultat erwarten ließ. Wieseck hatte fast zur Hälfte Jugendliche in der Mannschaft spielen lassen, eine Maßnahme, die gegen Schluß ihre Rückwirkungen zeigte. Alsfeld tarn in dec 30. Minute zuerst zum Erfolg, ber Ball war an bie Querlatte geflogen, senkrecht herabgefallen unb vom Torhüter aufgefangen worben. Die sehr cmzuzwei- felnbe Entscheibung bes Schiebsrichters lautete auf, Tor". In ber zweiten Halbzeit gelang es Wieseck, zum ausgleichenben Tor zu kommen, inbetn ein Iugenblicher ben aufspringenden Ball mit ber Brust einbrückte. Es blieb bei diesem Stande, trotzdem sich die körperliche Ueberlegenheit Alsfelds gegen Schluß stärker bemerkbar machte unb bie Wiesecker zum Teil ermattet waren.

Das nun folgende Spiel der 1. Mannschaft Wiesecks gegen die erste Alsfelds wurde mit großer Spannung erwartet, wollten doch die Als­felder, deren ausgezeichnete flinke Mannschaft sich in guter Form befindet, mit einem haushohen Sieg heimfahren. Der Wille zum Sieg war zwar vor­handen, aber auf ber Gegenseite ebenfalls. Alsfeld griff sofort im schärfsten Tempo an, bie Hinter­mannschaft Wiesecks würbe stark beschäftigt. Eine Ecke für Alsfelb wurde abgewehrt, der Sturm Wie­secks übernahm den Ball und bedrängte das Als­felder Tor. Hart an ber Strafraumgrenze versuchte ein Alsfelder unter Zuhilfenahme ber Hände zu ret­ten, der dafür gegebene Strafstoß wurde schön ver­wandelt. Alsfeld gab jetzt feine schärfste Tonart an und schoß aus allen Stellungen. Das meiste war zu hoch, alles andere vereitelte der Tormann. Der für Alsfeld wegen Hand int Strafraum gegebene Elf­meter wurde zwar gut getreten, aber ebenso ab­gewehrt. Der zurückrollende Ball wurde im Nach­schuß zum Ausgleich verwandelt. Wieseck spielte jetzt nur noch mit 10 Mann, dies versuchte Alsfeld aus­zunutzen, das fiegbringenbe Tor blieb aber aus, trotzdem Alsfeld durch sein brillantes Spiel ber Stürmer gefährlichste Momente vor bem Wiesecker - Tor schuf. In ber zweiten Halbzeit hatte Wieseck mehr vom Spiel und brachte das Alsfelder Tor mehrfach in Gefahr. Die Anstrengungen beider Mannschaften, abermals bie Führung an sich zu reißen, waren ohne Erfolg, auch sie mußten sich in die Punkte teilen. Gegen Schluß holte Alsfeld mächtig zum Endspurt aus, Wieseck blieb die Ant­wort nicht schuldig, aber alles umsonst. Das Ecken-, Verhältnis betrug 4:2 für Alsfeld. Der Schieds­richter hatte bas äußerst scharfe unb unruhige Spiel stets in ber Hcmb. Die Alsselber Mannschaft, bie in Wieseck immer ein gern gesehener Gast ist, hat sich zu einer anerkennenswerten Höhe entwickelt und verfügt über einen burd)Jd)lagenben Sturm und eine bombensichere Verteibigung. Der Wiesecker Mannschaft sei auch heute wieder gesagt, daß ihrem! Spiel weiter nichts fehlt als ber krönende Schuß, der nun einmal zum erfolgreichen Fußballspiel gehört. j

SportvereinHessen".

Bei den am Sonntag in Wetzlar ftatt* gefundenen Rationalen Jubiläums- Wettkämpfen des Wetzlarer Fuß­ballklubs 05 beteiligte sich auch der n g ste Gießener Sportverein recht zahlreich. ES war dies das erste Auftreten seiner Leicht­athletik-Abteilung in der Oeffentlichkeit, die gleich einige Llchtungserfolge erzielen konnte. Gefreiter Wagner, ein Gießener Kind, erhielt im 7500-Meter-Lauf, hinter dem bekannten Weil­burger Langstreckenläufer Gebhardt, deck 2. Preis. Roch etwas mehr Training und ec wird noch manchem Langstreckenläufer den Sieg streitig machen. In der 4xl00--Meter-Staffel für Anfänger konnten dieHessen" den zweiten Platz belegen. Der Anfang war gut, arbeitet der Verein so weiter, so dürfte derJüngste'* manchemAelteren" als Vorbild dienen.

Der schwarze Schirm ist kalt gestellt-, A v Derfarbqg Schirm beherrscht äie

(RESI)

Gießen, Kreuzplatz 6.