Ausgabe 
13.5.1925
 
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am deutschen Kulturgut und seine wirtschaftliche Stellung in der Volksgemeinschaft 511 sichern. Dos Reichsoberhaupt verkörpert den Einig 11 n g s - willen der Nation. Darum reiche ich in dieser stunde jedem deutschen Bürger die Hand. 6> c m e i n f q m wollen wir um unserer treuen Toten, um unserer Kinder und Kmdeskinder willen ungebeugten Mutes den schweren Weg gehen, der uns durch wahren Frieden zur Freiheit geleiten soll."

An die Wehrmacht.

Berlin. 12. Mai. (Sil.) Reichspräsident von Hindenburg hat an die Wehrmacht folgenden Erlaß g'.richtet:

Das Vertrauen beS deutschen Dolles hat mich an die Spitze des Reiches berufen. Ich übernehme mit dem heutigen Tage nach der Verfassung den Oberbefehl über die Wehrmacht. Mit Stolz und Freude begrüße ich Heer und Marine. Ich habe den Werdegang der Wehr­macht in der Stille von Hannover beobachtet. Geradeaus und unbeirrt ist sie dem deutschen Volke den Weg vorangegangeu, auf dem allein der Wiederaufstieg liegt: Durch harte Zucht und Treue auch im lle nsten aufwärts und zum Erfolg. 3m alten Sinne für Pflicht und Opfer liegen ihre Wurzeln, Sie handelt aber in der Gegen­wart und Zukunft im Dienst au Doll und Staat, getreu ihrem Eid und den Aufgaben, die ihr die Verfassung stellt. Mit ernster Zuversicht ver­traue ich auf die deutsche Wehrmacht bei meiner Arbeit für des Vaterlandes Ruhe und Ge­deihen.

Berlin, 12. Mai 1925.

Reichspräsident v. Hindenburg.

Der Reichswehrminister: Dr. Geßler."

Die Glückwünsche der fremden Souveräne.

Derli n. 12. Mai. (WTD.) Beim Reichs­präsidenten v. Hindenburg sind bereits eine große : Aruahl von Glückwunschtelegrammen aus dem 3'nlanLe und Auslande eingegangen. Der Bun­despräsident der Republik Oe st er­reich Harnisch telegraphierte. Anläßlich deS Antritts Ihres hohen verantwortungsvollen Amtes bitte ich Eure Exzellenz, meine wärmsten Glückwünsche cntgegenzunehmen.

Der Kaiser von Japan telegraphierte: In dem Augenblick, in dem Eure Exzellenz das Amt des Präsidenten des Deutschen Reiches antreten, liegt mir daran. Ihnen die wärmsten Glückwünsche auszusprechen, womit ich zugleich die besten Wünsche für Ihr persönliches Wohl­ergehen wie auch für das Gedeihen Ihres Landes verbinde. Bofhito, Kaiser von Japan.

Der König von Schweden sandte fol­gendes Telegramm: Zum Antritt Ihrer hohen verantwortlichen Stellung als Reichspräsident spreche ich Eurer Exzellenz aufrichtige, warm­empfundene Glückwünsche aus. zugleich für das Wohlergehen des deutschen Bolles, gez. G u st a f.

Der König von Dänemark telegra­phierte.' Anläßlich Ihrer heute stattfindenden ilebernahme der Reichspräsidentschaft spreche ich Ihnen die aufrichtigen Glückwünsche für die Aus­übung Ihres hohen Amtes zum Wohle Ihres Landes und Boltes aus. gez. Christian. Rex.

Der Reichspräsident von Finn­land telegraphierte: Im Augenblick, da Eure Exzellenz den höchsten Würdenposten bei- Deut­schen Republik antreten, beehre ich mich, für das persönliche Wohlergehen Eurer Exzellenz sowie für die Zukunft Ihres Daterlandes die aufrich­tigsten Glückwünsche auszusprechen.

gez. Relander.

Der Präsident von Argentinien sandte folgendes Telegranrm: Eurer Exzellenz spreche ich namens des argentinischen Dolles und seiner Regierung meine Glückwünsche dazu aus. daß Ihre Mitbürger Sie ausersehen haben, den Geschicken Ihres Vaterlandes vorzustehen, und möchte meine aufrichtigsten Wünsche für den Erfolg bei der Ausübung des so hohen Amtes zum Ausdruck bringen, gez. de Alvear, Prä­sident von Argentinien.

Der ungarische Reichsverwesec Admiral Horthy Hal bereits vor mehreren Tagen dem Reichspräsidenten zur Wahl die herz­lichste^ Glückwünsche ausg'sprochrm

Der Reichspräsident

und die deutschen Länder.

Berlin, 12. Mai. (WB) Am Mittwoch teitb eine Abordnung des Reichsrats. >estehend aus dem Staatssekretär Weismann vo n preußischen Slaatsministerium, dem baye­rischen Bevollmächt.giere von P reg c r und dem braunschweigischen Bevollmächtigten Bode n. dem Reichspräsidenten die Glückwünsche des R e i ch 2 r a t s überbringen. Staatssekretär Weis- mann wird dabei als Bertreter des größten i en sicher. Landes ein? kurze Begrüßungsansprache halten.

Der Reichspräsident wird ferner am R itwoch 6en preußischen Minislerprä- identen Braun in Begleitung des Slaats- sekre ärs W e i s m a n n empfangen.

Wie wir . eiter hören, ist vorgesehen, daß der R e i ch s p r ä s ident am Donnerstag nachmit­tag dem preußischen Mini st erp ras identen Braun einen Gegenbesuch im preußischen Staatsminifterium abstatten wird. Bei dieser Ge- legenheit wird der Reichspräsident auch gleich- eisig sämtliche stimmberechtigten Mitglieder des icichsrats begrüßen

Frankfurts Einladuntz an den Rei spräfidenrsn.

Frai..iurt a. M. 12. Mai. An den ,eia/spräfidenten v. Hindenburg sit anläßlich .incr Amtsübernahme seitens der Stadt nach- .igendes Telegramm gerichtet worden

"* ..Die Stadt Frankfurt a. M. entbietet Ihnen, hochverehrter Herr Reichspräsident, zu, lieber* nähme IhreS hohen Amtes die aufrichtigsten Wmrsche.

Mögen in* ter Ihrem Wirten an höchster Stelle des Reiches alle Glieder des in der jungen Republik geeinten deutschen Dolles sich zum Gan- n verbinden und kraftvoll danach trachten, die inigkeit zu festigen, die Wohlfahrt zu fördern md das Ansehen nach außen zu mehren.

Hierbei wiederhole ich, entsprechend einem ,chvre früher geäußerten Wunsche von Magistrat und Stadtverordneten-Dersammlung die ergebenste Sitte, der Herr Reichspräsident möge, die Der-- bindung der Z e n t r a l rc g i e r u n g mit West und Süd immer fester zu fügen, alljährlich für bestimmte Zeiten Sih und Auf­

enthalt in d e n M a u e r n unserer Stadt nehmen, die 50 Jahre lang Sitz des Präsidiums des Deutschen Bundes war und damit zum Sym­bol der inneren Einheit aller deutschen Stämme geworden ist.

gez.. Landman n, Oberbürgermeister ''

Dr. Simons verläßt Berlin.

Berlin, 12. Mai. (WTB.) Aus dem Bureau des Reichspräsidenten wird mitgeteilt: Der bisherige Stellvertreter des Reichspräsidenten Simons hat sich heute nachmilag 4 Uhr mit dem fahrplanmäßi­gen Zuge nach Leipzig zurückbegeben. Zur Ver­abschiedung am Zuge hatten sich der Reichs- f a n 31 e r, der Präsident des Reichstages Lobe, Reichswehrminister G e ß I e r , Staatssekretär 51 e m p n e r sowie der Chef und die Referenten des Bureaus des Reichspräsidenten eingefunden. Staatsf^retär Meißner überbrachte Dr. Simons herzliche A b f ch i e d s g r ü ß e Hindenburgs. Aus dem Finanzausschuß des Hessischen Landtags. Hessens (Glückwunsch sür Hindenburg.

Darmstadt, 12. Mai. Der Finanzaus­schuß des Landtags erledigte in seinen heutigen Beratungen nur Kap. 108 (Finanzministe­rium). Hierzu lag ein Antrag Dr. Leuchtgens zu Tttel 1 des Kapitels vor. wonach von den in akademischer Stellung (Gehaltsgruppe 10 und höher) eingestuften Beamten (im ganzen 47) 11 Stellen zu streichen sind, da bei der Abtei­lung 1 (Steuerwesen), der wesentlichste Teil der Aufgaben auf das Reich übergegangen und in Abteilung 4 (Finanzwirtschaft und Eisenbahn­wesen) gegenüber 1914 in Wegfall gekommen ist. Da 1914 die Verwaltung mit 34 akade­mischen Beamten in der Zentralverwaltung ge­führt worden ist. muh sie heute bei stark ver­ringertem Umfang mit 36 in den akademischen Gehaltsgruppen auch zu bewälligen fein. An dieser Beweisführung beweist die Tatsache nichts/ daß 1925 unter den in akademischer Stellung befindlichen Beamten 13 ohne akademische Dor- bildung eingereiht worden sind. Es sind zu streichen: 2 Staatsräte. 4 Ministerialräte, 3 Bor- tragende Räte, 2 Oberrechnungsräte. Außerdem sind 11 mittlere und Unterbeamtenft eiten zu streichen. Die Aushilsslosten für 36 Kräfte in Höhe von 56 680 Ml. find um 50 Prozent herabzusetzen und die ^Zahl der 'Aushilfskräfte entsprechend zu vermindern Der Antrag wurde von dem Abg. Dr. Leuchtgens begründet; die Regierung wies ihm gegenüber auf die Steige­rung der Arbeitslast hin. so daß kein Beamter entbehrt werden könne. Der Anttag Dr. Leucht- genä wurde sodann gegen 5 Stimmen abgelehnt und das ganze Kap. 108 gegen 5 Stimmen an­genommen.

Gegen Schluß der Sitzung hielt der Präsident des Ausschusses Abg. Delp (Soz.)

nachstehende Ansprache:

Meine Herren! In der gegenwärtigen Stunde leistet der neugewählte Reichs­präsident, Herr Generalfeldmarschall v ck n Hindenburg, in die Hand des Reichstags­präsidenten den Berfassungseid mit dem Gelöbnis, die Verfassung der Republll nicht nur anzuerkennen, sondern sie auch nach innen und außen zu verteidigen. Ich beglückwünsche den Herrn Reichspräsidenten zu seinem hoben und schweren Amt und verbinde den Glück­wunsch mit der Hoffnung, daß es ihm in ge­meinsamer Arbeit mit der Reichsregierung, dem Reichstag, den ßänberrcgicrungen und Landes- Parlamenten gelingen möge, die schweren Aus­gaben. die der Zukunft harren, zum Wohle der Ration und des Dolles durchzuführen. Möge es ihm gelingen, den sozialen A.ü s g l e i ch herbeizufuhren, der notwendig ist, um die Ein­heit des Reiches zu wahren und ein ge­meinsames Zusammenarbeiten aller Deutschen zum Wohl der Wirtschaft,, der sozialen Gerechtigkeit zu erreichen. Dies auszu­sprechen war mir. als dem Präsidenten des Finanzausschusses, ein Bedürfnis, zumal der Landtag zur Zett nicht versanunelt ist."

Staatspräsident Ulrich3m Ra­inen der Regierung schließe ich mich dem Glück­wunsch und den weiteren Wünschen des Herrn Präsidenten des Finanzausschusses an und spreche die Hoffnung aus, daß alles, was er gesagt hat, in Erfüllung gehen möge."

Präsident Delp:Meine Herren! (Sie haben sich zu Ehren der weihevollen Stunde von Ihren Sitzen erhoben, ich danke Ihnen und schließe hier­mit die Sitzung."

Die Besprechung des preußischen Etats.

In dcr DienstagZsitzur.g Landtags findet ber Zenttumsantrng, einen Betrag von 20 Mil- litnen Mark als Beihilfe: f ü 1 den Woh­nungsbau für minderbemittelte, kinderreiche Familien zur Derf. gung su stellen, einstimmige Ann ahme, dazu eine Entschließung, daß für Wvhnungsbauten su minderbemittelte Familien Schwei tttegsverlctzte.. insbesondere e.bi'ndeter Krieger die zu gewährende Hauszins ^nerbnpo- thet bis zu' 90 v. H. der Gesamttosten bzw. 100 v H. der reinen Baukosten betragen tann.

Hierauf tritt das Haus in bre allgemeine politische

Besprechung zum Haushaltetat ein.

Abg. Dr. Waenting (Soz.1: In lieber- einstimmung mit allen Parteien halten auch wir die Hinzuziehung der Hauszins st euer zur Deckung allgemeiner Ausgaben der Staatsver­waltung sür ganz ungerechtfertigt und lehnen dies ab. Hinsichtlich der Gewerbesteuer wäre immer­hin zu erwähnen, ob ein Teil dos Mehrectrags für den Staatssäckel reserviert wrri'nr tann. Was uns nottut. ist eine Ermäßigung der Reichssteuern. besonders der ttmtaysteuer.

Abg. Hoesch (Dtschntt.): Der heutige Tag ist für uns ein einzigartiger (Sebenttag. Am heutigen Tage hat der Generalseldmarschall v. Hindenburg den Eid auf die Reichs- verfafsung abgelegt. (Ruf des Konununisten Eberlein: Massenmörder! Ordnungsruf des Vizepräsidenten v. Kries.)

Wir wünschen, daß jetzt im Deuts cheu Reiche eine Zeit des Ausbaues und des Ausstieges b?g'nnen wird.

(Beisall rechts.) Erfreulich ist, daß die Länder nach dem Steuergesehwerk des Reichskanzlers Luther das Zuschlagsrecht erhalten sollen. Die Einheit des Reiches war nie fester begründet * als zu der Zeit, als die Länder ihren Etat fest

in der Hand hatten. Es muß alles daran gesetzt werden, um im Reich ein brauchbares Bewer- tungsgesch zustande zu bringen. Zur Deckung des Fehlbetrages scheint der Minister an neue preußische Steuern zu denken. Man hört, daß eine Inflationsgewinnsteuer erhoben wird. Eine solche wäre doch nur eine weitere Aufwertungssteuer und somit eine wettere Un< gerechtigleit. Der Minister wird im neuen Fi­nanzjahr vom Mittel der Steuer st undung noch wett mehr Gebrauch machen müsien als im letzten, wenn die Wirtschaft nicht erliegen soll. Die Landwirtschaft bedarf des Kredites.

Eine einheitliche Bewertung des Grundbe­sitzes zu steuerlichen Zwecken ist eine unum­gängliche Äotwendigkeit. Die heutige Unstetig- kett der Taxen ist untragbar. Der Ertragswert ist gegenüber dem Dermögenswert auf den ver­schiedenen Böden um 2050 Prozent zurückge­gangen und das trifft besonders hart gerade die bäuerlichen Besitzungen. Die preußische Wirtschaft und auch die preußischen Rechte müssen beim Reich anders vertreten werden als bisher. (Beifall rechts.)

Abg. Dr. Schmedding (Ztr.) begrüßt es, daß die Staatsschuld in Preußen verhältnismäßig gering ist, ebenso wie der Zinsend renst. Die Antelle der Länder an der Einkommensteuer sollen nach den Borschlägen der Reichsregie­rung herabgesetzt werden. Die Ausfälle hieraus müssen aufgebracht werden. Cs muß ein Weg dazu gefunden werden, ohne daß Grundsteuer und Hauszinssteuer allzu stark belastet werden. Die Entschädigungen Preußens durch das Reich könnte größere Summen erbringen, als veran­schlagt wurde. Der Landtag solle endlich an­fangen. sparsamer zu wirtschaften. We­niger Ausschußsitzungen wären ein geeignetes Mittel.

Mittwoch Fortsetzung der Aussprache.

Neue Vertuschungsversuche Polens.

Rach einer derDanziger Allgemeinen Zei­tung" aus durchaus zuverlässiger Quelle von aus; wärts zugehenden Meldung ist man in Polen feit den letzten Tagen besttebt, an der Strecke Ma­rienburg Schneide mühl, soweit sie durch polnisches Gebiet geht, die Beweise i h r e r Ver­na ch l ä s s i g u n g zu beseitigen. In den letz- t e 11 Rächten wurde fieberhaft daran gearbeitet, die schadhaften Schwellen auszuwechseln, um so unangenehme Feststellungen un­möglich zu machen. Es ist zu hoffen, daß die vom Schiedsgericht für den Durchgangsverkehr durch den Korridor angeordnete Untersuchung Klarheit schaf­fen und die Vernachlässigung der Strecke, durch die das Unglück bei Stargard ermöglicht wurde, vor aller Welt fest gestellt wird.

Die französische Antwortnote.

Keine Räumung Kölns? Alliierte Besprechungen

Paris, 13. Mai. (121.) DerBiotin bringt in seiner zweiten Morgen-Sonderausgabe einen Aufsehen erregenden Artikel Sauerweins über die Tlotenentwürse der französischen Regierung. Sauerwein schreibt, Frankreich und England seien sich einig geworden, in der Kontroll-Note die min­der wichtigen Verfehlungen Deutschlands beiseite zu lassen, um so größeres Gewicht auf die aus- schlaggebenden Verstöße zu legen. Da Deutschland längere Feit brauche, um alle verflöße abzustellen. feC es unwahrscheinlich, daß Köln noch in diesem Jahre geräumt werden könnte, es sei denn, daß die Reichs­regierung ..einen ganz außergewöhnlich guten Dillen" an den Tag tege.

In dem gestrigen M i n i ft e r r a t sind zwei Roten-Entwürfe über b i e Kontroll­frage und den Sicherheitspakt ein« stimmig gutgeheißen worden. DleMorgen- breife macht über den Inhalt der beiden Doku­mente nachstehende Angaben. Das Schriftstück über die Abrüstung enthält drei Teile:

1. eine Darlegung des französischen Stand­punktes. der dahin, geht, daß die Bestimmungen des Bcrsalller Vertrages und hie Verordnungen der Berliner Interalliierten Mllttär-Kontroll- Kommission absolut erfüllt werden müßten.

2. eine ausführliche und ins einzelne gehende Darstellung der Maßnahmen zur Au s h- r u n g der Dertragsbestttnniungen.

3. eine Aufste11ung der deutsch en Verfehlungen, wie sie durch die Inter­alliierte Kontroll-Kommission und nachträglich durch Marschall Foch feslgestcllt worden seien.

Dem französischen Gegenentwurf lägen die­selben Gedanlengänge zugrunde, wie dem eng­lischen Memorandum. Die bestehenden Mei­nungsverschiedenheiten bezögen sich nur auf den Gang des Verfahrens. das eingeschlagen tverdcn müßte, damit Deutschland sich endgültig den Vertragsbestimmungen anpasse. Dcr französische Gegenentwurf über die Kontroll­frage wurde bereits am Moittag dcr britischen Regierung überreicht und wird zur Zeit vom Frreign Office ausgearbeitet.

Es sei bereits mifgeteilt worden, daß ein voMcin'ig'.s Einvernehmen in allen Punkten zustande kommen werde.

Der französische E'.ttwurf wurde außerdem gestern abend sämtlichen Mitgliedern der Botschafter- Konferenz zugeste 1 . Die Botschafter-Kon­ferenz werde sich unmittelbar nach Eintreffen der englisch:n Antwort am Freitag in einer offi­ziellen Vollversammlung damit besassen.

Der Antwort-Entwurf auf das deutsche E icherhcils-Angebot ist nach den Blättern ein Dokument von hervorrageitder Bedeutung, Zwei Abschriften davon wurden gestern dem brttischen und dem belgischen Botschafter zur Kenntnis­nahme überreicht. Die französische Antwort soll erst nach Herbeiführung eines vollständigen Ein­vernehmens zwischen den Alliierten über den Wortlaut nach Berlin abgesandt werden. Das französische Dolument sei in einem Geiste dcr Großzügig'eit und der Klarheit abgefaßt. Wett davon entfernt, den deutschen Sichrrheitsvorschlag als unzugänglich abzulehnen, bekunde Frankreich seinen ausdrücklichen Wunsch, mit dem ehemaligen Gegner gemeinsam jede Garantie für den Frieden ausfindig zu machen. Rach Ansicht der franzö­sischen Reg'erung sei das deusiche Angebot nur dann von Wert, wenn es die Klauseln der bestehenden Verträge wie auch Die Ab­machungen des rheinischen Desatzungsabkommens nicht nur bekräftige, sondern auch ausdrück­lich von neuem garantiere Der Abschluß des in Aussicht genommenen Sicherhettspaltes Dürfte selbstverständlich den Interessen Po­

lens und der Tschechvflv-pxrkvr vtDW den geringsten Schaden verursache« Der Vertrag könne erst nach Auf nah«« Deutschlands in denBölfecbxtxfi unterzeichnet werden. /

Ueberreid)ung der EnLwaffnungsnote in 10 Tagen.

Paris, 13. Mai. (WLD. Funkspruch.) gewissen, der französischen Regierung uahchehe»- den Kreisen wird erklärt, daß die Aote der alliierten Regierungen über die EntwafftumgL- frage und Räumung der Kölner Zone «in sehr langes Dokument sein werde, das in etwa zehn Tagen in Berlin überreicht werde.

Aankreichs Zinanzreform.

Ca llaux' Bericht vor der Kammer.

Paris, 12. Mai. (LU.) Caillaux hat heute der Finanz ko mm isiion der Kammer berichtet. Aus den ausführlichen Mitteilungen über die Ver­handlungen geht hervor, daß derVe-sam t fehl- bet r a g für 1925 nahezu 4 Milliarden beträgt Davon waren 1.150 Mill. Franken von beni letzten Kabinett an Einnahmen zuviel berechnet. Caillaux ist der Ansicht, daß die Daweszahlungen ausschließlich der Wiederaufrichtung bei verwüsteten Gebiete und zur Amorti­sierung der interalliierten Schulden verwendet werden dürften. Wittere 1.240 Mill, hat die Regierung auf die Pension für d i c Kriegshinterbliebenen zu verwenden. Zur Umordnung des Postverlehrs wurden 244 Millionen Franken erbeten, die nach Ansicht des Finanzministers auch in das Budget auszu­nehmen sind. Das Schatzamt soll außerdem durch eine völlige Reuorgan isierung der Eisenbahn entlaftet werden.

Die Regierung wird in allernächster Zeit mtt einer durch die deutschen Zahlungen garan­tierten Anleihe sämtliche noch ausstehenden Schadenersatzansprüche zu befriedigen versuchen. Zur Deckung des Defiztts für 1925 schlug der Finanzminister folgende Maßnahmen vor: Straffere Handhabung der allge-- meinen Einkommensteuer, ohne daß eine Erhöhung der Satze in Aussicht genommen sei, Heraufsetzung sämtlicher direkten Steuern, gewisse Berichtigungen der inbireften Steuern, Erhöhung der Tabaksteuer. Schaffung einer staatlichen Rückversicherungskafse, an der sich Die Versicherungsgesellschaften mit 50 Proz. beteiligen müssen. Die neuen Steuern werden 1925 noch feinen vollen Ertrag abwerfen. Das Schatzamt werde bis 30. Llovember für alle Ver­pflichtungen des Staates aufzukommen haben. ,

Aus Stabt und Land.

Gießen, den 13. Mai 1925.

Die hessische Schulpolitik und der 12. Mrn.

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Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: 8 UhrRose von Stambul". Deutschnationale Dolkspartel: 8* , Uhr Gewerbe-

sich noch verstärkt unb auf die brttischen Ins?ln ausgedehnt. Die Aordmeerstörung ist aber in Skandinavien auf Widerstand gestoßen und zieht nördlich ab, ohne Einfluß auf unsere Witterung

Hairdlungsgehilfen--Verband: 8' Uhr Monats' Versammlung.

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Meist heiter, tagsüber warm, ttocken.

Der Druckanstieg über dem Kontinent hat

Der Reichspräsident von Hinde.iburg gestern in feierlicher Weise in fein hob.5 eingeführt worden. Die brettesten Schuhte i . men an dem hochoedcutsamLn Creignis lebhasten

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Antell. 'Bei einem solchen Vorgang durfte natür­lich auch die Jugend nicht unbeachtet ge­

lassen werden. Mit Recht hat die prenl-nen? Re­gierung unter dem sozialdemokratisch":i ch'.inister- präsidentcn Braun uim dem^ den-.e^ .sch 'n Kultusminister Becker für alle Schulen P r c_u - ßens angeordnet, daß der derawürdige Tag schulfrei sei. aber in den Schulen Feiern ftattzusinden hatten, in denen die Schüler über die große B:Deutung dieses Ereignisses für das Vaterland zu unterrichten seien.

Bei uns in Hessen war das natürlich nicht nötig. Unsere Jungen und Wädel sind ja so tlug und weise und geistig so ausgezeichnet auf die wichtigen Vorgänge im Deutschen Reiche ein­gestellt, daß es sich erübrigte, Schüler und Lehrerschaft am gestrigen Tage auch noch zu Schulfeiern zusamrnenzuführen. So dachte offen­bar die hessische Regierung, als sie anordnete, daß der Schulunterricht am 12. Mai ausfalle, von Schulfeiern, auf die sich manche Schulen nach Bclanntwerden des preußischen Beispiels schon gerüstet hatten, aber kein Wor! sagte. Wir wissen nicht, ob das WortSchulfeier" bei be­stimmten Gelegenheiten auch im Sprachschatz bet hessischen Regierung zu finden ist. Oder vielleicht sagten sich die Darmstädter Stellen, die Iugent müsse doch auch mal gründlich Gelegenheit hc^en das schöne Maiwetter voll und ganz in Frechett zu genießen, und dazu sei der gestrige Tag am geeignetsten. Wer nun meint, die Unterlassung der Schulfeiern am gestrigen Lage sei doch aber nicht zu vereinbaren mit der Anordnung der­selben Regierung anläßlich des Hinscheidens des früheren Reichspräsidenten, dessen Andenken si< ganz richtig in Schulfeiern ehren ließ, der hat eben gar leinen Dunst von der unübertreft- sichen politischen Klughett, die im Darmstädter Ministerium waltet. Wie tann so ein Zeitgenossi verlangen, daß stets mit gleichem Maß gemessen wird? Wenn er die Unterscheidung nicht Der* steht, über die er jetzt verstimmt ist. dann ist das nattirlich seine Sache, darum braucht man sich doch in Darmstadt nicht zu kümmern. Ss ein bißchenHeute Io, morgen fo' ist jetzt eben modern. Die politische Kleinllchkett -" ihr Da« fein doch auch mal bekunden. Und damit mag sich

Plagt Sie Rheuma oder Gicht, so ist Ihnen der Gebrauch von Uroga-Exttakl an­zuraten, der die Schmerzen lindert und die Harn-