Eiebener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhefien)
Nr. 37 Swett« Blatt
Zrettag, 13. Zebrnar 1925
elektrolys« zu verwenden.
L.H.
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Plockstraße 5
972a
Mittag- und Abendessen Fürstenberg-Bräu Gut gepflegte Weine
Vor und nach dem Theater kalte und warme Platten
Zeit wesentlich Bauxit auS Istrien. soweit es ihr nicht schon gelungen ist, auch deutsche Kaolin« und Tone für die Metallgewinnung nutzbar zu machen. Der französische und tftr sch« Bauxit entstammt verwitterten Kalkgesteinen unb ist deshalb nicht nur arm an unerwünschter Kieselsäure, sondern auch einem bergwerksmähigeren Abbau in Steinbrüchen zugänglich.
Leider verfügen wir in Deutschland nicht über derartige Kalkbauxite. Die zahlreichen Borkommen z. D. in Oberheisen, auS iungbasaltischen Gesteinen entstanden. sind zwecks Aluminium- darstellung nicht abbauwürdig wcgen der außerordentlich starken Verunreinigung mit Roterde und ihreS wenig massiven Auftretens. Jo daß Förderung und Aufbereitung viel zu hoye Linkosten verursachen.
Zum Schlüsse schilderte der Vortragende in kurzen Zügen den Gang der Aluminiumgewinnung, beginnend mit der Aufbereitung der,Crze" zu reiner Tonerde, die mit Flußmitteln, wie z. D. Kryolith oder Aluminium^luorld, in großen elektrischen Oesen mit Stromstärken von mehreren tausend AmvereS der Schmelzelektrolys« unterworfen wird, wobei das metall sche Alumi- nium in Freiheit gesetzt wird. (Lautawerke, Jnn- werke, Bitterfeld.) Mit einer Zahreserzeugung von 30 ODO Tonnen Reinaluminium steht Deutschland heut« an zweiter Stell« hinter Amerika, trotzdem eS bisher noch auf ausländisch« Rohstoffe angewiesen ist: «S ist aber zu hoffen, dak wir auf dem besten Weg« sind, uns von der ausländischen Einfuhr frei zu machen, in dem Maße wie es gelingt, auch deutsche Tone mit technischem und Wirtschaft! chem Erfolge zur Schmelz-
Aus der Provinz.
Landkreis Gictzen.
X Wieseck, 12. Febr. Heute morgen hielt Einzug in unser Dorf. Er kehrte wohl lange als erster Frühlingsbote der Storch seinen nicht so früh wie in diesem Jahr von seiner großen Reise zurück. Man muß ihm wünschen, daß er sein frühes Kommen bei etwaigen kalten Rächten nicht zu bereuen braucht.
* Lollar, 12. Febr. Am SamStag trat der Veteranen- und K r i e g e r v er ei n Lollar, nach mehr als 12 Jahren durch die Veranstaltung einer Abendunterhaltung zum ersten Male wieder an die Oeffentlichkeit. Bei überfülltem Saale bot er nach einer kernigen Ansprache des 1. Dors, den Mitgliedern und deren Angehörigen mit einem reichhaltigen Programm einen genußreichen Abend. Am Schlüsse erfolgte die Heberreichung von Auszeichnungen an Kameraden, die zum Teil mehr als 50, 40 und 25 Jabre dem Verein angehürvn. Besonders geehrt wurde der Altveteran Friedrich Heibertshausen, dem neben seiner 50jäh- rigen Auszeichnung ein Diplom vom Präsidium der K r i e g e r k a m e r a dscha f t Hcissia, durch den 1. Vorsitzenden überreicht wurde. 7 Kameraden wurden mit der 40jährigen und 28 mit der 25jährigen Schleife ausgezeichnet. Der Verein hat ein neues Aufblühen zu verzeichnen. Er zählt zur Zeit 114 aktive Mitglieder, hierunter 4 Ehrenmitglieder und 7 passive Mitglieder. In der Generalversammlung wurde die Deiteiligung an dem am 14. Juni zu Steinbach stattfindenden Kriegerfeste beschlossen.
• Treis a. d Lda., 13. Febr. Morgen. Samstag, abend spricht hier bei Gastwirt Will der Obstbauinspektor Wiesner vom Landwirt- schaftskammer-Ausschuh für Oberhessen über „Obstbaumpflanzung und -pflege".
• Londorf. 13. Febr Kommenden Sonntagnachmitlag findet hier bei Gastwirt Höchst ein Vortrag der Landwirtschaftskammer über
Die Lagerstätten des Aluminiums.
In der letzten Sitzung der Ober hessischen Gesellschaft für Ratur- und Heilkunde hielt Herr Professor Dr. Harra s s o w i tz einen Vortrag über „Die Lagerstätten des Alumin'umS". der durch Vorführung zahlreicher Lichtb lder und Ausstellung vmMtne- rollen und Gesteinen in anschaulicher We.se er- gänzt wurde.
Mit einem Rückblick auf die weit zurücklie- genden Zeiten beginnend, in denen der Mensch fein Handwerkszeug auS St.iren v-r'ert gte, die Entwicklung über die Kupfer und Bronzezeit bis zu dem vor etwa 330D Jahren Frih -Vn alter der Eisentechnik verfolgend. w'eS der Vortragende auf das jüngste unter den wichtigen Ruhmetallen hin. das b.uie. etwa 10j Jahre >iuaj seiner 1827 durch Wöhler in Berlin erfolgten Entdeckung. von einer zumal In Deutschland stark aus strebenden Industrie in immer größe em Maßstäbe dargestellt zu werden beginnt und rein sowie auch in Gestalt seiner Leg'erungen <u dm verschiedensten Zwecken (Hochspannungskabel. Luftschiffbau. Geschirr, Folien usw.) fteigenv« Verwendung findet.
Haben sich bei der Abkühlung der Erde aus dem feuerslüssigen Zustande die Schwermetalle wesentlich in der Tief« gesammelt, überschichtet von einer Kruste aus leichterem Material, m der zugleich die chemisch verbindungsfähigsten Elemente enthalten sind — ähnlich wie in einem Hochofen sich Metall und Schlacke sondern —. so ist die Erdkruste also reich an leichten Elementen,
die hier vorzugswe s« in chemischer Verbindung auftreten. Hiervon macht der Sauerstoff die Hälfte. Silicium, der dem Sand und Kie'el zu- grund «liegende Grund'toff. e.n Di-re' aus dann folgt bereits an dritter Stelle das Aluminium m t 7,3 Proz. als das häufigste Metall In der Erdkruste, hinter ihm erst an vierter Stelle das Eisen mh nur 4,2 Proz.!
Enthalten ist das Aluminium vor allem in den Tonerdesilikaten, die z. B im Basalt. Gneis und Granit in Derbindung mit Eilen. Kalk, Magnesium, Ratrium und Kalium vertreten sind.
Eigentlich« Lagerstätten des nie gediegen vorkommendcn Aluminiums b Iben nur jene Stätten, an denen nun eine Anreicherung seiner Verbindungen durch chemische Prozesse statt- gefunden hat. fei es. daß aus der Tiefe auf- steigende Gase und Lösungen ihren Angriff auf das Aluminium richteten und es als Alaun, dem das QItetaIr seinen Rainen vmchinkt, oder als Kryolith zur Ausscheidung brachten, oder daß, was noch wichtiger ist. di« Verwitterung zu sogenannten Siallithen unter Auswaschung der Alkalien und ®rba£[dl.sn durch kohlensäurehaltige Wasser, d. h durch „Entbasung". sowie weiterhin durch Fortführung freigemachter K etelfäure aus Feldspat und ähnlichen im Urgestein enthaltenen Mineralien, zur Jsol erung mehr ober weniger reiner Tonerdehydrat«. der Al Itf.e. geführt hat, die in tecchiisch wertvcllster Form in den sogenannten Bauxiten vorliegen.
Karten, auf denen das Vorkommen von Bauxit, dem weniger reinen, und von Kaolin, dem reineren und darum selteneren Endprodukte der Verwitterung von Siallithen verzeichnet war, ließen die Verbreitung die'er Tonerdelager über
tausende nur durch die Macht feinet jeweiligen, absoluten Herrscher, Hnb doch hat wohl kaum ein Weltstaat in seinem Werdegang so sehr unter dem Einfluß der gegeneinander wirkenden Stammes- und Eippenwtnschaft, der Geheimbündelei im Rahmen dieser Volksgenossenschaften, der sich ewig wiederholenden Aufstände und separatistischen Bewegungen zu leiden gehabt wie gerade China.
Hier liegt auch der Grund zu den feit Einführung der Republik sich ewig erneuernden i n - neren Kämpfen. Schon sehr bald trat besonders die Trennung des Rordens mit Peking als Zentrum und deS fortschrittlichen Südens mit Kwangtung und der Hauptstadt Kanton in die Erscheinung. Der Kampf zwischen diesen beiden Potenzen, das aktiv« Eingreifen einzelner Provinzialmachthaber wollten kein Ende nehmen. Fürchterlich sind vielerorts die Leiden gewesen, die daS Land unter diesen 11 mständen durchmachen mußte. Dem wüsten Treiben entlassener oder unbezahlter Soldateska fielen wiederholt ganze Städte und Dörfer zum Opfer. Europäer wurden von solchen Banden sogar sestgehalten und nur gegen Lösegeld freigegeben. Angesichts dieser sehr trüben Gesamtlage und der neuerlichen Meldungen über daS Wiederaufflacken das Bürgerkrieges, so nun auch in Kanton selbst, ist es sehr fraglich, ob die neue In Peking eingesetzte Regierung genügend Gewalt und Einfluß besitzt, um China den inneren Frie. den auf die Dauer zu geben. Die einzelnen Teile treiben zur Selbstentwickelung und werden zweifellos, wenn das zur Tatsache wird, auch bann sehr mächtige Faktoren in der politischen und wirtschaftlichen Entwicklung des fernen Ostens und darüber hinaus bilden.
Allein Kwangtung bat eine Bevölkerung von neunzig Millionen rassegleicher Menschen, und diese Leute besitzen eine ungeheuere Arbeitsenergie wie fast kein anderes Doll der Welt. Diese Kaufleute, Handwerker und Kuli schaffen rastlos tagaus, tagein, von früh bis in die Rächt. Wer körperlich derartige Leistungen zeigt, der wird zweifellos auch geistige Erfolge erzielen. Das können unsere Lehrer an den Schulen und Hochschulen dort draußen bezeugen.
China besitzt alle Dorbereitungen zur Entwicklung einer Großindustrie. Cs hat die größten Kohlenlager der Welt, darunter bedeutende Mengen wertvoller Anthrazitkohlen. Cs besitzt hochwertige Eisenerzlager, Kupfer und andere Metalle. CS kann sich unter normalen Bedingungen fast allein ernähren, und mit dem Ausbau der Verkehrsmittel wurden auch die hier und dort vorkommenden Ausbrüche von Hungersnot immer mehr vermindert. Zur Entwicklung einer Industrie fehlt ihm das genügende Holz: aber das steht ihm für die Zukunft in Hinterindien und in Sibirien massenhaft zur Verfügung. Tüchtige Arbeitskräfte sind mehr als genug vorhanden. Ansätze zur Entwicklung einer sylchen Industrie sind auch überall vorhanden und werden nur durch die ewigen Wirren auf- gehalten. Seit einigen Jahren gewinnt China auch immer mehr Bedeutung als Baumwolle produzierendes Land. In Schanghai und anderen Plätzen entstanden große Daumwolllspinnereien.
Es ist verständlich, daß das amerikanische und europäische Kapital gröhes Interesse an dieser Entwicklung zeigt. Ja. wenn es sich nicht selbst schädigen will, so ist das westliche Kapital, so ist unsere Industrie geradezu geßtoungen, diese industrielle Entwicklung In China, in Japan und überall im Fernen Osten zu fördern und mitzumachen.
Im Frühling 1915 nutzte Japan die Bindung der europäischen Mächte durch den Weltkrieg aus und veranlaßte China zum Abschluß eines Vertrages, der Japan im Reiche der Mitte große Vorteile gewährte, ja, direkt auf eine japanische Monroe-Doktrin in Ostasien abzielte. Dieser Vertrag wurde durch DersaileS und durch das Wasbingtoner Abkommen wesentlich abgeschwächt, jedoch besteht er auch heute in seinen Hauptzügen weiter.
Der Gegensatz zwischen West und Ost, besonders aber zwischen Japan und England sowie Japan und Amerika hat fich im Kriege immer mehr, angesichts der rasch wachsenden, überall fühlbar werdenden, japanischen Konkurrenz stark vertiett. Japan paßte die Fahrt im Kielwasser des stolzen Albion nicht mehr, das
Bündnis wurde gelöst, und die politischen Gegensätze wurden immer ausgeprägter. England ist beule gezwungen, sich in Singapore, an zentraler Stelle, im Berührungsbereich des Indischen- und Pazifischen Ozeans, an der Haupt- durchgangsftelle des gesamten ostasiatischen Handels einen Großkriegshafen. ein fernöstliches Gibraltar zu schassen. Denn ohne genügende Kriegsbasis bort draußen könnte es im Ernstfälle den Briten wie den Rullen unter Admiral Rojestvensky in der Straße von $fu- schima ergeben. Damals erfocht die in voller Kampfbereitschaft rasch andampfende japanische Flotte einen glänzenden Sieg.
Die großen japanischen HeereS - und Flottenmanöver im vorigen Oktober waren offenbar auf die Abwehr eines vorausgesetzten anglo-amerikanischen Angriffes eingestellt. Ebenso dienten offenbar die amerikanischen Marinemanöver im Januar nicht nur dem Schuh« deS nördlichen Pazifiks. Hawais und der Philippinen, sondern darüber hinaus dem Schuhe der polynesischen Inselwelt und Australiens gegen angenommene japanische Angriffe.
In Japan herrscht wegen dieser Manöver und wegen des Singapore-Projektes dec Engländer tiefe Empörung. Das hat auch zu dem nunmehr plötzlich zwischen Japan und Sowie t r u ß l a n d abgeschlossenen Vertrage geführt, der de facto ein Defensivbündnis darstellt und offenbar die Zustimmung Pekings erhielt.
Diesen Schritt hat Japan nur unter stärkstem Druck getan. Denn angesichts der Tatsache, daß der Bolschewismus beute im Fernen Osten und besonders in Eüdchina ganz bedeutend an Einfluß gewonnen hat, erscheint dieser Bund direkt gewagt.
Der Ferne Osten war vor dem Kriege unser Hauptabsahmarkt und muh es wieder werden. Untere diplomatischen Beziehungen zu Japan und China wurden längst wieder ausgenommen. Dasselbe soll nun auch mit Bezug auf das König- reich Siam geschehen. Verlangt man von wis Erfüllung des Dawes-Abkommens, so muh man uns auch überall im Handel der Welt freie Dahn gewähren. Rirgendwo in Hebertee stehen die deutsche Wissenschaft, die deutsche Technik und der deutsche Handel in solch großem Ansehen wie gerade in Ostasien.
Der Ferne Osten.
Don P. Frey«.
Während im engeren politischen Konzert Europas und besonders Deutschlands die Durchführung deS Dawes-Abkommens und di« unheilvollen Auswirkungen des Versailler Friedensvertrages dauernd eine groß« Rolle spielen, während die öfsentliche Meinung Deutschlands völlig durch die Besprechung widerlichster Finanz- ffanbal« in Anspruch genommen ist. entwickeln sich In Hebericc und besonders im fernen Osten Ding« von weltpolitischer Bedeutung. Hnd sei «S auch, daß Deutschland zunächst pol,tisch keinen irgendwie maßgebenden Einfluß auf die Entwickelung der großen Weltpolitik haben kann, so ist e« dennoch zweifellos unsere Pflicht, diese Entwickelung mit wachem Interesse zu verfolgen.
Jahre hindurch war daS japanische DÜ ndniS eine starke Stühe für die britischen Interessen in Wien. Mit Hilfe englischen und amerikanischen Geldes warfen japanisch« Heere daS nach dem offenen Weltmeer vorgedrungme, kaiserlich« R u ß l an d in den Kontinent zurück, und im Weltkriege noch sicherten japanische Kreuzergeschwader den bri- tischen Handel tm Indischen und im Stillen Ozean.
Hnd doch war auch dieses Bündnis nur auS Gründen augenblicklicher Rotwendigkeit beider Parteien entstanden. Rudyard Kipling sagt: .Gast iS Gast and West iS West, and never: the twain come tvgether " Ganz stimmt daS nicht, denn unaufhörlich bringt di« westliche Kultur in die Länder des fernen Ostens ein und macht ihre Wirkung Überall geltend. Aber sie erreicht nickt, daß sich nun etwa ein Zug zum Zusammenschluß mit unS geltend macht. Im Gegenteil nehmen, angesichts des eindringenden Eurvpäertums. das Dvllsbewußtsein, der Rassenstolz unter allen asiatischen Völkern immer mehr Su. Japans rascher Ausstieg zur Weltgroßmacht geschah und geschieht auch heute noch unter der Devise: .Ostasien für die O st as taten!" Weder Washington noch die Erdbebenkatastrophe Haben an dem einmütigen Willen der Japaner, im Erbgang- d S großen machtpvlit schen Kampfes schließlich eine fapanisch« Monroe-Doktrin für Ostasien durchzuführen, irgend etwas geändert.
AIS 1903 im Doxeraufstand das vereinigte europäische Heer, damals allc-rdings nock durch Japan unterstützt, in China embranq und Peking beseht«, da erwacht« auch endlich China. Die jungchinesische Richtung kam inS Vorder- treffcn. Im Jahre 1911 wurde unter Dr. Sun - helfens Führung die Dynastie der Mandfchu- latfer gestützt. China wurde zur Republlk erklärt. Dreihundert Jahre hatte die Herrschaft der von Rorden eingedrungenen* Mandschu gebauert. Run schnitten sich fast sämtliche Chinesen aZeichen der Befreiung vom Joche der Unter
er den Mandschuzopf ab. Die neue Zeit war hereingebrochen, und seither ging die Entwicklung unter dem Einfluß westlicher Ideen mit Riesenschritten, zwar nicht immer zum Guten, unaufhaltsam vorwärts.
Aber der Hmschwung war zu schnell, au plötzlich gekommen. Bislang hatte die despotische Kaifergewalt durch die ihr treuergebenen Mili- tärgouverneure die einzelnen Gebiete des ungeheueren Reiches in einer scheinbar festzusam- mengeschlosienen Einheit Ausammengehalten. Mit dem Kommen der Republik wurde aber allen separatistischen Bewegungen der verschiedenen Völkerschaften und ihrer Führer freie Dahn gegeben. Denn völlig Irrig ist die vielfach bei uns herrschende Meinung, daß wir es mit einem völkisch und sprachlich gleichgearteten Voll von 400 Millionen Chinesen zu tun haben. In Wirklichkeit unterscheiben sich die Dewohner der ver- schicbenen Gebiete und ProvinAen, z. D. Schan- tung und Kwangtung, ebensosehr voneinander, wie verschiedene Volker in Europa. Werm wir im angemeinen von .Chinesen" sprechen, so ist das gleichbedeutend mit dem Ausdruck .Europäer". der eine Reihe rassenverwandter und dennoch völkischwiesprachlichgetrennt lebender Völker eineS Erdgebietes bezeichnet.
Zusammengehalten wurde daS Riesenretch China mit seinen Dependencen Tibet, Chinesisch- Turkestan, der Mongolei im Laufe der Jahr-
die ganze Erd« erkennen. Heber das bedeutendste Dauxitlager verfügt A nerika in Ar a ifas: hieraus stammen 60 bis 93 Proz. des überhaupt gewonnenen Aluminiums.
Zwar ohne Dedeutung für die Aluminiumindustrie. Wohl aber auS anderen Gründen seit langen Zeiten geschätzt sind ö.e k.-istall f etten Aluminiumoxyde. z. D di« roten Rubine blauen Saphire, gelben Topas«, violetten Amethyst« und grünen Smaragde neben dem gemeinen Korund und Smirgel. In prächtigen bunten Lichtbildern, die die I rma Leitz nach dem Hvachromoer'ahren aufgenommen hatte, wurden besonders schöne Cxemplav« dieser C3elsteine vorgeuhrt a er auch die marm;gfad>en Vorkommen von Daux ton. die ohne Eiacnsarbe und an sich unscheinbar infolge ber verschiedenartigsten Verun-e nigu-gen dtxh in mcmn g altiger Dun.hrii auf reten k nnen.
Die technisch wichtigen All the. durch Der- wttterung von der Oberfläche aus entstanden, bilden di.-ser Entstehungsweite gemäß keine Lager von gröberer Tiefe, e.gnen sich daher auch nicht zum bergmännischen A bau. sondern werden meist in primitiver Weite durch Ausgraben im Tagebau geforb:rt, zumal di« Lager durch Einschlüsse, unregelmäßige Hntergrunbgeftaltung usw. in unvorteilhafter Weise ausgezeichnet sind. Dedeut- fame Lager, aus Verwitterung van Kattgestein b ero or gegangen, gestatten übrigens vorteilhafteren Abbau.
Brauchbar« Bauxit« dürfen nur noch wenig Kieselsäure enthalten, andernfalls sind sie zur Aluminiumgewinnung nicht geeignet. Geschätzt sind neben dem Hauptvorkommen in Amerika französische, istrische und indisch« Lager von Bauxit Die deutsche Industrie verarbeitet zur
.DermehrHe Obsterzeugung durch Verbreitung weniger. aber gut fruchtbarer Sorten" statt. Vortragender ist Obstbauinspektor WieSner vom LandwirtschastSkammerauSschuh für Oberhesien.
• De rSrvd, 12. Febr. Dei der hiesiger Rutzbolz-Submission erzielte man folgende Durchschnittspreise Kiesernstämme 4 Kl. 34 am., 5. Kl. 31 All-, Fichtenstämmc^ 3. Kl. 34 Mark, 4. Kl. 33 Mk., 5a-Äl. 28 Mk.. 5b-Kl. 25 Mark je Festmeter.
‘ Hausen. 12. Febr Dei der hiesigen Rutzholz-Sabmission kamen Fichten- flämme auf 23 bis 24 Mk.. Kietern-Schnittholz auf 43 Mk. je Festmeter.
D Sich. 13. Febr. Dei der gestrigen, im diesigen Stadtwald in den Distrikten Oberspeier- lingSlops, Eisenkaute unb Mönchköpse abgcbal- tenen Drennholzversteigerung wurden folgend« Preise erzielt: Buchcnlcheiter 17 bis 18 Mk.. Buchenstöckc 6 Mk. je Rm. 50 Duchen- wellen 20 Mk. Die Versteigerung war trotz deS RegenwctterS außerordentlich stark besucht.
)— ( DllIingen. 12. Febr Aus eine schö» verlaufene Abendunterhaltung, dte am Sonntag stattsand, kann der hiesige Tnrnoer- e i n zurückblicken. Der geräumige Saal deS Gastwirts Strack war bis zum letzten Platz besetzt Auch aus den Rachbarorten hatten sich Freunde deS Vereins eingefunben. Im Mittelpunkt der Darbietungen stcmd die Aufführung deS schönen Stuckes ..Der Bettelheini". Cs wurde flott gespielt. Die Mitwirkenden ballen sich durchweg gut in ihre Rollen hineingelcbt. Auch einige kleine heitere Darbietungen fanden allgemeinen Beifall.
Kreis Friedberg.
2$. Dad-Rauheim. 11. Febr. Der hiesige Evangelische JünglingS - und Män - nerverein, der im Stillen eine segensreich: Arbeit entfaltet, trat gestern mit einer größeren Veranstaltung vor die breite Oeffentlichkeit. Cs war ihm gelungen, den Landesjugendpfarrcr Rudolf Zentgraf (Darmstadt) zu einem Vortragsabend in der Dankeslirche zu gewinnen. Die Gemeinde und vor allem auch die sonstigen Jugendpflege treibenden Verbünde waren der Einladung des JüngltngS- und Männervereins so zahlreich gefolgt, daß der weit« Raum des Gotteshauses kaum noch jemand aufnehmen konnte. Pfarrer Zentgraf sprach in ll/>- stündigem Vortrag über das zeitgemäße Thema r®u und Deine Iuaen d". In atemloser Sülle folgte jung und au den tiefdurchdachten Ausführungen. Man gewann den Eindruck, daß hier ein Mann redete, der daS schwierige Pro- bient der Jugendpflege In seinen tiefsten Tiefen versteht und deshalb dazu berufen ist, die Wege zu zeigen, die wir mit unserer Jugend gehen müssen, wollen wir aus dem Sumpfe heraus- kommen, in den wir geraten sind. Dabei zeigte sich der Redner als ein wirklicher Jugendfreund mit jugendlichem Herzen, daS die Röte der Jugend versteht und weiß, daß nur durch Liebe, nicht mit Reglements und Diktaten geholfen werden kann. Zahlreiche ehemalige Angehörige der 25. Retervedivislon sammelten sich nach Schluß der Veranstaltung um ihren hochgeschätzten einstigen Feldgeistlichen, um gemeinsame Erinnerungen auszutauschen.
A Re ichelSheim, 12. Febr. Vor dem Kriege verkehrten auf der Nebenbahn- llnie Ridoa-Frie dberg eine erkleckliche Anzahl Personenzüge, die die 'Bewohnet unserer Gegend zur raschen Abwicklung der Geschäfte nach den Endstationen Friedberg und Ridda brachten. Durch erhebliche Zugein- schränkungen während und nach der KriegS- zeit hat sich der Bahnverkehr sehr verschlechtert; besonders wird dies von Geschäftsleuten, Arbeitern usw., die täglich nach Frankfurt, Friedberg, Bad-Rauheim und Butzbach fahren, als großer Mißstand empfunden. Die meisten Arbeiter fahren schon mit dem gegen x!jo Ahr morgens hier abgehenden Frühzug weg; eine große Anzahl kommt von Rachbardörfern, dir etwa ■/< bts 1 Wegstunde von hier entfernt lieqen. Erst gegen 8'/? ^lhr abends erreichen diese L ure ihren Wohnort wieder. Früher konn en viele Reisende den kurz nach 4 Hhr nachmittags


