Ausgabe 
12.10.1925
 
Einzelbild herunterladen

östlich von Sorgilcft vorgestvßen. Gleichzeitig wurde in der Gegend dem» Targilest. 10 Kilo­meter von Sisi Ilgli ein Streifzug unternommen. 3m übrigen ist von der Front nichts zu melden.

Siegesfeier in Madrid.

Madrid. 12. Oft (SIL) 'Den zu den Ste- gesseiern nach der Hauptstadt abkommandrerten Truppen auS Marokw wurde ein glänzender Empfang bereitet. Madrid prangt im Slaggen- schmuck. Heb ?rall herrscht Fest stimmung. Un­zählige Menschenmengen füllen die Straßen. Die Truppenabordnung defilierte unter lebhaften Dei- sallstundgebungen vor dem König.

Kundgebung der Neuyorker Veutsch-Amerlkaner.

Reuyork, 10. Off. (WTB.) Das Deutsch- Amerikancrtum Neuyorks veranstaltete gestern abend im Liederkranz-Klubhaus einen Empfang für d i e deutschen DelegiertenzurIn' terparlamentarischen Union. Den Grundton der Ansprachen, die bei dem Empfang von berufenen Vertretern des Deutsch-Amerikaner- iums gehalten wurden, bildeten die Bekundungen innigster Verbundenheit mit der alten deutschen Hei­mat, das Gelöbnis, am Wiederaufbau Deutschlands latkrätigft mitzuwirken, und die Hoff­nung, daß die Beschlüsse der Washingtoner Inter­parlamentarischen Konferenz zu einem Ausgleich der nationalen Gegensätze, zu einem wirtlichen Frieden und zu einer gerechten Be­handlung Deutschlands führen. Der am Erscheinen verhinderte Bürgermeister H y l a n hatte tele­graphisch dem Stolz der Stadt Ausdruck gegeben, so erlauchte Gäste zu beherbergen. Reichstagsabaeord- nelc Frau Teufch überbrachte Grüße vom Rhein, schilderte die schweren Zeiten, welche Deutschland durchgemacht habe und dankte namens der deutschen F.rauen für die amerikanischen Liebesgaben. Wir wollen den Frieden, aber keinen weichlichen und sentimentalen Frieden, der Schwäche ist, sondern einen Frieden, der die Gefühle des Neides, der Rache, des Hasses, der Unwahrhaftigkeit und der Lüge yvüdbrängt. Wir wollen wirken für die deutsche Einheit und für das Wohl des deutschen Bolles.

Pfarrer Karell

wies auf die Rede K e l l o g s bei dem Washing­toner Diner bin, in der er die Mitarbeit der Deut­schen am Ausbau Amerikas unterstrich. Er wünschte, die Minderheiten würden überall so behandelt wie in Amerika. Er gedachte ferner des verdorbenen Präsidenten Ebert und erklärte: Wir be­kennen uns stolz zu Hindenburg. Wir sind der deutschen Republik ;u Dank verpflichtet, weil sie die deutsche Einheit gerettet hat. Der Redner fragte ferner: bleiU das Selbstbestimmungsrecht der

Völker und die allgemeine Abrüstung? (Brache als Vertreter der deutschen Minderheiten in Polen betonte die Zusammengehörigkeit aller Deutschen. Reichstags Präsident L o e b e erklärte, das Blatt, des Hasses müsse umgeschlagen werden, das Blatt gegen­seitiger Verständigung müsse aufgeschloyen werden. Dom deutschen Generalkonsulat hatten sich General­konsul von Lewinski, Konsul Hauser und Handels­attache Wülfing eingefunden. Der Präsident des Liederkranzes, William filme erklärte in der Er­öffnungsansprache: Wir Deutsch-Amerikaner haben die heuige Pflicht, offen in die Welt hinauszurufen, daß wir ftolß auf unsere Ahnen sind, daß wir uns eins fühlen mit unseren Stammesbrüdern, und mit allen Mitteln daran arbeiten wollen, dem deutschen Volke zu der Stellung unter den Ra­tionen zu verhelfen, die ihm auf Grund seiner hohen Ideale, seiner Intelligenz, seines emsigen Fleißes und der sittlichen Kraft zukommt. Francis S h i r p erklärte, die Deutsch-Amerikaner hofften, daß trotz des Sträubens von gewisser Seite in Locarno d i e Lüge v on der Alleinschuld Deutsch- lanbs beseitigt werde. Der Redner erhofft von Locarno und von der Washingtoner Konferenz eine Verständigung der Völker und den Beginn einer Friedensära, welche nicht auf Rachegefühlen und Bajonetten, sondern auf Gerechtigkeit beruhe, zum Besten Deutschlands und Amerikas und damit zum Segen der ganzen Welt.

Die Unterdrückung der deutschen Presse Südtirols

Stilen, 11. Olt. (SIL) Die in der alten Dischofsstadt Drixen erscheinendeBrixner- Chronik" darf schon feit acht Wochen nicht mehr ausgegeben werden. Den Anlaß zu dieser llnterdrückungsmahnahme gab ein Wechsel in der Person des verantwortlichen Redakteurs. Die Behörde erklärte, der neue Verantwortliche be­dürfe erst der Genehmigung des Prä­fekten von Srient. Bis diese anlange, dürfe daS Blatt nicht erscheinen. Rach Wochen endlich kam der behördliche Bescheid, daß der neue Verantwortliche vom Präfekten nicht ge­nehmigt werde. Die Herausgeber schlugen nun wieder einen anderenVerantwortlichen" der Behörde vor. Auch dieser ist noch nicht genehmigt, so daß das Blatt noch immer nicht erscheinen darf. DieBrixner-Ehro- nik" ist eines der ältesten Blätter Südtirols. Ihre besondere Bedeutung liegt darin, daß sie die einzige Zeitung der DischvfSstadt Brixen ist, dem kirchlichen Zentrum des Landes Tirol, und zwar Äord- und Südtirols. Der Unter* drückungsakt gegen daS Blatt ist zugleich ein solcher gegen den deutschen KleruS und den Bischof von Drixen.

Antifaschistische Attentate in Italien.

Rom, 12. Ott. (WTB. Funkspruch.) Auf dem Hauptbahnhvf von Görz empfingen der Dtationschef und dessen Stellvertreter ein P a f e t, das beim Oeffnen explodierte und beide schwer verletzte. Das auS BreScia stam­mende Paket war eigentlich an die Station Görz« Monte Santo adressiert, deren Ehef Sekretär der faschistischen Partei ist, und war nur durch einen Irrtum auf dem Haupt* bahnhof Görz eingetroffen. Sin ähnlicher An­schlag wie in Görz wurde auch in Bologna ber­uht Auch hier erfolgte bet Oeffnung eines Paketes eine Explosion, durch die der Emp­fänger, ein Arzt, an der Hand. schwer verletzt wurde.

Der Preisabbau.

Berlin, 10. Vkt (WTB.) Die mittleren Preisprüfunas stellen Preußens, die gestern und vorgestern hn Preußischen Ministerium es Innern tagten, brachten in einer Entschließung ihre Meinung dahin zum Ausdruck, daß die ent*

scheidende Wendung ini Preisabbau von einer rich­tigen Anwenduna wirtschaftspolitischer Maßnahmen durch die Zentralstellen des Reiches und der Länder erwartet werden muß. In den oufaeftellten all­gemeinen Richtlinien wurde als Ziel der Tätig­keit der Preisprüsunasftellen die Aufgaben be­zeichnet, olle wirtschaftlichen Hemmungen au be­seitigen, die heute noch der Preiswirtschaft ent­gegenstehen. Im Regelungswege sollen alle über­mäßigen Gewinnspannungen herabgesetzt werden. Unzweckmäßige Zwangsmaßnahmen bei der Preisbildung sollen zur zentralen Abstellung dem Ministerium berichtet werden. Reben dem Strafverfahren sollen Handelsverbot, sofortige Ge­schäftsschließung und Veröffentlichung in den Tageszeitungen durchgeführt werden. Gleichzeitig werden regelmäßige Prüfungen von Maßen und Gewichten, Preisschilder und Preisverzeichnissen und der gewerbepoltzeilichen Vorschriften einsetzen. Es wurden ferner besonders Richtlinien für den Handel mit Brot, Vieh und Fleisch, Kartoffeln, Obst und Gemüse, Milch und Butter, Margarine und für Leistungswucher ausgestellt.

Vorstandssitzung des deutschen Städtetages.

Flensburg, 10. Oft. (Wolff.) Gestern tagte in Flensburg der Vorstand des Deutschen Städte­tages unter dem Vorsitz von Oberbürgermeister Böß- Berlin. Die Versammlung beschäftigte sich zunächst mit Fragen der städtischen Finanzverwal­tung, besonders mit der Frage der Aufnahme von Anleihen durch Städte. Dabei wurde die Not­wendigkeit betont, daß auch den Gemeinden die Aufnahme von Anleihen für ihre unabweisbaren rein wirtschaftlichen Bedürfnisse unter allen Um­ständen weiter ermöglicht werden müsse, da die Gemeinden -als Träger öffentlicher Wirt­schaftsbetriebe einen integrierenden Bestandteil der öffentlichen Wirtschaft darstellten. Der Vorstand des Deutschen Stätetages wandte sich ferner gegen die ungerechtfertigte Anschuldigung seitens der öffent­lichen Meinung, daß die Städte und Gemeinden in ihrer Verwaltung Verschwendung trieben. Die nichtigsten Beratungspunkte bildete der Refe- r arenentrourf des Reichsschulgesetzes, zu dem eine Entsästießung angenommen wurde, die besagt: Der Deutsche Städtetag hält es für feine Pflicht, vom schultechnischen und finanziellen Ge­sichtspunkte aus zu beanstanden, daß in dem Ent­wurf eine Regelung der Rechte derjenigen Eltern- kreise fehlt, die die Simultonschule wünschen. Die in dem Entwurf vorgesehene Errichtung von Schu­len auf Antrag von nur 40 Eltern würde beson­ders in größeren Städten den Schulorganismus aufs schwerste schädigen können und die Bildung von Zwergschuleinrichtungen Hervor­rufen. Das Antragsrecht muß so geregelt werden, daß die Gruppierung von neu einzurichtenden Schulen nicht wesentlich hinter dem örtlich bestehen­den Rormaltypus Zurückbleiben darf. Mehrkosten, die durch Neugründung von Schulen, durch Ver­mehrung der filassenzahl ober Einstellung von Lehrern entstehen, müssen von dem Reich und den Ländern übernommen werden. Schließlich werden Sonderbestimmungen für Förder-, Hilfs- und Be- gabtenflaffen vermißt.

Stundung der Saatgutkredite in Preutzen.

Berlin. 10. Olt. (WTB.) Die von der Preußischen Staatsbank (Seehandlung) gegebenen Saatgutkredi'.e in Gesamthöhe von 40 Millionen Mark traten bis zum 15. November d. I. zurück- zuzahlen. Die Staatsbank lieh sich berettfinden, eine Dri11elung der Rückzahlungen in der Weise eintreten zu lassen, daß e i n Drittel der Kredite pünktlich bis zum 15. November zurückgezahlt, ein zweites Drittel bis zum 30. November und das letzte Drittel spätestens bis zum 11. Dezember erstattet wird. Der Fingnzminister hat eine Ermäßigung der Zinsen auf 6 Prozent für den Landwirt auch für diese Zeit übernommen.

Die Frage des Tarisabbaues für Wasser, Licht und Kraft.

An das Ministerium für Arbeit und Wirtt schaft hat der deutschnationale Abg. Ki n d t fol­gende Anregung gerichtet: Pressemeldungen zu­folge findet im ReichswirtschaftSrnini- ft e r i u m eine Besprechung zwischen Vertretern der Länder, Kommunen, der Fachverbände und Verbraucher statt, deren Ziel ein Abbau der Tarife für GaS, Wasser und elektri­scher Strom ist. Es erübrigt sich, darauf hin- zuweifen, welche Bedeutung der Verbilligung von ArbeitS- und Lichtstrom, von GaS und Wasser für den Preisabbau zukommt: sie dürfte eine Vorbedingung dafür fein. Zu erwägen wäre aber wohl, ob gelegentlich dieser Besprechung nicht der Mißstand befeitigt werden kann, der darin siegt, daß manche Elektrizitätsgesellschaften (Heberlanbaenttalen) die Abnehmer von Strom zwingen, Einrichtungen und Motore von der Gesellschaft selbst zu kaufen. Eine solche Monopolstellung dürfte m. E. den guten Sitten widersprechen und sollte nicht ge­duldet werden. Sie schaltet den freien Wett^werb aus und erhöht zweifellos die Preise, wirkt also in zwei Richtungen schädigend. Ich erlaube mir das Ministerium zu bitten, der Angelegenheit seine Aufmerksamkeit zu schenken.

Kleine politische Nachrichten.

Der Reichspräsident richtete an den früheren Staatssekretär im Reichsoostamt D r. firaetke, der heute feinen 80. Geburtstag begeht, folgendes Telegramm:Ew. Exzellenz sende ich zu Ihrem 80. Geburtstage meine aufrichtigsten Glück­wünsche. Dankbar gedenke ich her großen Ver­dienste, die Sie sich als langjähriger Leiter der Reichspostoerwaltung im Frieden wie in der Kriegs zeit erworben haben. Nicht vergessen werden soll auch Ihre warmherzige Förderung um unsere früheren Kolonien. Möge Ihnen noch manches Jahr in voller körperlicher und geistiger Frische be- schieden sein."

Die Stauer feiet für den verstorbenen Reichsminister a. D. Professor Dr. P r e u ß findet am Dienstag vormittag 10 Hhr im Preuh. Landtag statt. Im Anschluß daran erfolgt im kleinen Kreise die Beisetzung in der Gerichts- strahe.

Die Verwaltung der L a u r a h ü 11 e in Pol­nisch - O b e r s ch l e s i e n hat sämtlichen in den Gruben des Rybniker Reviers beschäftigten deut­schen Beamten gekündigt. Ihnen ist freigestellt worden, sich als Arbeiter weiter zu betätigen.

Nach Dlättermeldungen aus Sofia ist auf den dortigen rumänischen Gesandten während einer Autofahrt ein Anschlag ver­sucht worden. Die Täter konnten entkommen.

Kunst und Wissenschaft. PirandellosRömisches Knnsttheater" in Deutschland.

Das von Luigi P i r a n d e l l o begründete und geleiteteSeatro d'Ar(e di Roma" hat in Malland ein auf zehn Abende berechnetes Gast­spiel begonnen. Es ist als eine Art General­probe für die umfassende Auslandstournee ge­dacht.

Das Gastspielrepertoire enthält außer sechs Stücken Pirandellos, unter denen sich an erster Stelle das vielgespielteSechs Per­sonen suchen einen Autor" befindet, auch zwei Lustspiele von De Stefan: und Dontempelli. Pi- randelli. »Sechs Personen" werden sich bei dieser Gelegenheit in einer Neufassung präsen­tieren. Das Gastspiel, das in der Schweiz seinen Anfang nimmt, geht dann über Mannheim, Düs­seldorf, München. Franks u rt a. M. und Ham­burg nach Berlin.

Pirandello ist Sonntag, von Mailand kom- menb, in Berlin eingetroffen, wo er mit den Schauspielern des Teatro d'Arte im Staats- theater gastiert. Abends gab der italienische Botschafter Graf Bosdari seinem Lands­mann ein Galadiner, an das sich ein Empfang anschloh. Reben den Mitgliedern der Truppe Pirandellos waren die Leiter einer Reihe Ber­liner Bühnen, Diplomaten, Schriftsteller u. a. anwesend.

Für die Freiheit der Kunst.

Im Theater am Rollerrdorsplatz fand gestern mittag eine von der Duhnengenossenfchast, dem Schutzverband deutscher Schriftsteller, dem Ver­ein Berliner Krittler, dem Goethebund und zahl­reichen anderen Verbänden veranstaltete Protest­versammlung gegen die Eingriffe von Polizei und Justiz in das künstle­rische Schaffen statt. Als Vorsitzender er­öffnete der Präsident der Bühnengenossenschaft Rickelt die Versammlung, in dem er darauf hinwies, daß es sich um eine vollkommen unpolitische Kundgebung handelte. Als erster Redner wandte sich Senatspräsident Frey- m u t h scharf gegen das Urteil im Falle des Schauspielers Gärtner durch den Staatsge­richtshof zum Schuhe der Republik. Ferner ver­urteilte der Redner u. a. die Verhaftung des Dichters Becher. Der zweite Redner, Wolf­gang Heine, wies darauf hin, daß er nach dem Urteil gegen Gärtner fein Amt als Bei­sitzer im StaatsgerichtShos niedergelegt habe. Der nächste Redner, Ludwig Fulda, wandte sich dagegen, daß man das in der Verfassung ver­bürgte freie Wort durch die Praxis illrchorisch mache. Man dürfe zwar in den Parlamenten schimpfen und schmähen, aber daS geläuterte Dich­terwort werde verfolgt. Die Ausführungen des letzten Redners, Emil Lind, gipfelten in dem Satz: Der Parademarsch inS Ungeifttge muß aufgehalten werden. Es wurde schließlich eine Entschließung gefaßt, in der die sofortige Frei­lassung des Schauspielers Gärtner verlangt wird.

Kölner Studenten in Boston.

Aus einer Studienreise besuchten Professoren und Studenten der Kölner Universität die H a r - vard-Llniversität und die Technische Hoch­schule. In allen offiziellen Ansprachen, die mit besonderer Herzlichkeit gehalten waren, kam der Wunsch nach engerer geistiger Fühlungnahme zum Ausdruck. Es wurde allseitig begrüßt, daß sich die deutschen Studenten persönlich Auslands- kenntniS durch Studienreisen zu verschaffen suchten.

Deutsche TheaterauSstellung 1926 in Magdeburg.

Im kommenden Jahre wird in Magdeburg eine deutsche TheaterauSstellung stattfinden. Sie ist in der Geschichte des deutschen Theaters im Verlaufe von 33 Jahren die dritte chrer Art, wenn man von einzelnen SpezialauSstel- lungen absieht. Ihre Vorgängerinnen waren die Wiener Theaterausstellung von 1892 und die Berliner von 1910. Der Plan einer deutschen TheaterauSstellung hat in allen Kreisen, die in nähere Einzelheiten bisher eingeweiht wurden, weitestgehende Unterstützung gefunden. Die Stadtverwaltung Magdeburg hat die Durch­führung des Gedankens durch die Zeichnung eme'S Garanttesonds von 100 000 Mk. sicher- gestellt.

Der neue Generalmusikdirektor von Darmstadt.

Darmstadt. 10. Oft. Die Ernennung beS ersten Kapellmeisters Joseph Rosen stock zum Generalmusikdirektor des Hess. Landestheaters ist gegen den Wunsch des Thea- terausschusseS des Hess. Landtag» erfolgt, der vorgeschlagen hatte, erst namhafte Kapellmeister in Darmstadt gastieren zu lassen. Die Derwal- tungskommission hat sich trotzdem für feine Er­nennung entschieden. Auch die Darm'tädter Bür­gerschaft hätte es in ihrer großen Mehrheit lieber gesehen, wenn erst namhafte Bewerber für diesen Posten hier gaftiert hätten.

Die Werke Friedrich Huchs.

Das Gesamtwerk eines der edelsten, früh- verstorbenen deutschen Dichter, Friedrich HuchS. erscheint demnächst in einer vierbändigen Aus­gabe bei der Deutschen Verlagsanstalt, Stuttgart. Neben den großen Romanen, unter denen vor allemPeter Michel",Enzio", ..Pitt und Fox" bekanntgeworden sind, bringt die Aus­gabe auch den nachgelassenen unvollständigen RomanKarl Wilhelm Ferdinand". Die Romane »Peter Michel",Enzio" und dieErzählungen" erscheinen gleichzeitig in neuen schönen Einzel- ausgaben.

21115 aller Welt.

Die Rote-Kreuz-Konferenz.

Die in der Freitagsitzung der Internattona­len Rote-Kreuz-Konferenz in Genf vom Bundes­rat Micheli eingebrachte und von der Kon­ferenz angenommene Resolution über den ch e - mischen Krieg besagt: Die Konferenz nimmt mit großer Befriedigung Kenntnis von der Tat­sache, daß das Genfer Protokoll vom 17. Juni 1925 den chemischen und bakteriologi­schen Krieg feierlich verdammt. Sie gibt dem Wunsch Ausdruck, daß das Genfer Protokoll sobald wie möglich ratifiziert werde und daß die Staaten, die ihm nicht beigetreten sind, dies innerhalb kürzester Frist tun werden. Für den Fall, daß bas Verbot deS chemischen u. bakteriologischen Krieges verletzt werden sollte, erachtet eS da«

einstimmig die Anträge der

beauftragt ist, die Rolle des Roten Kreuzes im Falle der Anwendung des Artikels 16 des Völ­kerbundspaktes (Durchmarschrecht) zu prüfen.

Grosse Eisenbahnkatastrophe in Süditalien.

uni fördern, i werden, denn < H Einzelnen, selben Dolles ii fettiger Kennlni dadurch äußere Beziehung, so dünnen", wie sie zeitlich bildeten W werden, der verschiedene zur Hebung i BvügMgch lickt Geist d Mndem ürar flöilt werden, noch fo viel mach/.

ii» 7t her

infolge des heftigen Orkans, der in der ik'inem " ......

Hecbs

®«8 Sm, ,

S° 4 jul w

Gegend am Ionischen Meer wütete, wurde eine über den Fluß Vonza führende 14 Meter lange Eisenbahnbrücke weggerissen. 2lls eine kurze Zeit daraus auf der Strecke CantanzaroReggio di Calabaria ein aus einer Lokomotive und einem Eisenbahnwagen bestehen­der Zug die Brücke passieren wollte, stürzte er in den Fluß. Vermißt werden 15 Per­sonen, darunter drei Eisenbahner. Zehn Personen sind verletzt. Kurz darauf stürzte eine etwa 500 Meter von der ersten Anglücksstelle ent­fernte Brücke über einen Bach zusammen. Eine dritte Eisenbahnbrücke wurde schließ- sich auf derselben Strecke zwischen den Stationen St. CaterineQuardavalle errt g e r i f f e n. Eine Lokomotive stürzte hinab. Personen sind hierbei nicht zu Schaden gekommen.

- Tage: Ausstellung2 von 11 M Vl - Hausbesitzer- Haus" Mitglied für Feueröesiati gliederversammb 6 Uhr Gewerbes sviclhaus, Dahn I ~ Ästoria-Licht W.

- Aus d wirb uns geschi butiitag wird Abonncmentsvo Aosenhogei gegeben worden gegebene Werl hinlänglich beb Hagen" ist c des Dichte, V 2- in Dad Estellungen ii ZEch tiefen p gibt ztr Vhle und He, ' «Minierende » ~ Die L.ei hält < Mi zu Ml

, Kandidow JjS besch^ eineit 3dftitt

Gin ( ft* lm Da Nt über ''raelilische %

tWn gemein

6. 61

3nte burtfu" uls5 o

9 u r LiK te&ä

Reicht, ^if

3n Gegenwart einer großen Anzahl geladener Damen und Herren wurde am Samstagabend die in der Neuen Aula der Universität her- gerlchtete A u sste l l u n gM u 11 e r un dfi i nd" eröffnet. Die Ausstellung ist dazu bestimmt, in die weitesten Bevölkerungstreise Aufklärung über alle die Gebiete der öffentlichen Gesundheitspflege zu tragen, die sich auf Mutterschaft, Säuglingspflege und Kleinkindererziehung erstrecken.

Beigeordneter Dr. Fren gab im Namen des örtlichen Ausstellungsausschusses in der Eröffnungs­ansprache seiner Genugtuung darüber Ausdruck, daß wir dieses höchst wertvolle Aufklärungsmaterial, das bereits in zahlreichen anderen Städten ausgezeich­nete Dienste geleistet hat, nun auch hier in Augen­schein nehmen können. Die Ausstellung solle der Frauenwelt, aber auch den Männern wertvolle Kenntnifse hinsichtlich Mutter und Kind vermitteln, und mit manchem Falschen und Schädlichem auf­räumen. Es sei zu hoffen, daß diese segensreiche Arbeit auch hier vollen Erfolg zeitige. Anschließend sprach der Leiter der Ausstellung, Regierungsrat Goethe, über die Zwecke und Ziele dieser 23er- anftaltuna, wobei er ein hohes Ideal der Arbeit zum Wohle unseres Volkes aufzeiate und in ein­dringlichen Worten um die Unterstützung bei dieser Arbeit bat. Der folgende Rundgang unter der sach­verständigen Führung von Regierungsrat Goethe zeigte, daß die Ausstellung in der Tat ein außer­ordentlich geeignetes Instrument zur Belehrung und Aufklärung auf dem Gebiete von Mutter und Kind, aber auch hinsichtlich des Verhältnisses von Mann und Familie ist. Die Fülle des Gebotenen und des Guten macht es unmöglich, in diesem Rahmen auf Einzelheiten einzugehen, insgesamt sei heute nur hervorgehoben, daß die Ausstellung verdient, drin­gend zum Besuch empfohlen zu werden, zumal sach­verständige Führunaen, auch von den hiesigen Aerzten, und ärztliche Vorträge geboten werden. Eine sachgemäße Beurteilung der Schau behalten wir uns vor.

Am gestrigen Sonntag war die "Ausstellung außerordentlich stark besucht. Vormittags hielt Uni­versitätsprofessor Dr. o. Ja schke, der Direktor der Unioersitäts-Frauenklinik, einen sehr fesselnden Vortrag über die P f l e g e u n d B e h a n d lu ng des Säuglings. Dieser Vortrag, wie auch die Ausstellung sanden bei den gestrigen Besuchern, ebenso wie bei den Sonntagsgästen, lebhaften Sin» klang.

Recht sehenswert sind im Rahmen der Schau auch die von hiesigen einschlägigen Finnen zur Be­sichtigung ausgestellten Gegenstände der Säuglings­pflege und Kleinkindererziehung.

Im übrigen beachte man die Ausstellung", ankündigungen in unserem Anzeigenteil.

Rote Kreuz als seine Pflicht, schon in Frieden-- Zeiten im Einvernehmen mit den zivilen und mili- tärischrn Behörden Mittel zu suchen, um da- Rote-Kreuz-Personal und die Ange­hörigen der kriegführenden Armeen und insbe­sondere auch die Zivilbevölkerung gegen die Gefahren des chemischen Krieges zu schütz«, Die Internationale Rote-Kreuz-Konferenz nahm

Dom Eifenbahnzug überfahren.

Sonntag abend gegen 6 Llhr wurden von dem die Riedbahnbrücke passierenden Kleinbahn­zug MannheimSeckenheim aus bisher unbekannten Gründen ein lljähriges Lehrmädchen auä Neu-Ostheim und dessen neunjährige Schwe­ster überfahren. Die erstere wurde sofort ge­tötet, während die jüngere Schwester schwer ver- letzt im Krankenhause eingeliefert wurde.

EchiffSkatastroph« In der Ostsee.

Der Hamburger TankdampserOster­moor I", der am 28. September von Stettin aus eine Fahrt nach Riga angetreten hat, ist in der Näh« der Oderbank bei Swinemünde als Wrack aufgefunden worden. Von der aus acht Köpfen bestehenden Besatzung fehlt bis­her noch jede Spur. Bei den Bergungsarbeiten am Wrack wurde durch Taucher festgestellt, daß das Rettungsboot des Dampfers fehlt. Es muß daher angenommen werden, daß die Besatzung beim Versuch, sich zu retten, untergegan­gen ist.

©ine achtköpfize Falschmünzerbande fesl genommen.

In Elberfeld wurde eine achtköpfige Falschmünzerbande festgenommen. Junge Leute im Alter bis zu 25 Jahren, die fast durchweg noch bei ihren Eltern wohnen, hatten Fünfzig- Pfennigstücke gefälscht und in den Verkehr zu bringen versucht. Es ist chnen gelungen, nach und nach 2000 Falschstücke unterzubringen. Ein erheblicher Teil dieses Geldes sowie die zur HersteNung benutzte Presse und die Matrizen wurden beschlagnahmt.

Schneefall in Deuhork.

3m Staate Reuyork ist am Samstag der erste Schnee gefallen. Der Tag war der kälteste, dessen sich die jetzige Generatton er­innern kann. Eine Flugkonferenz muhte wegen heftigen Windes abgesagt werden.

Wettervoraussage.

Meist bedeckt, ftische nördliche Winde, etwas kälter, vielfach Regenfälle, stellenweise leichte Nachtftöste.

Die Ausläufer des finnischen Tiefs bringen von Nordoeutfchland her südlich vor. Das stark abgeschwachte Hochdruckgebiet liegt heute bereits westlich von Irland und wird durch das nach- rückende Tief noch weiter abgedrängt werden.

Aus der Provinzialhauptstadt. I

Gießen, den 12. Oktober 1925. . I

AusstellungMutter und Kind". I

:«*'J gi 9'

»

«K Äerall tn A Tsist sowohl" besten. W; beton, ®-'nn e wir sehend ur eher WsM! Mcn und bet Dinlä aus, o umher im et; Mainzer Stal baucrnd zügle fau leit und in Unsere cb pflegen glücflK Zrust eines trieb, die öä gchulerirandtri Miige sind es.

Kreuz-Konferenz nahm Lsungcn - .

r Kommrsswn an, welche s

n?rxton (J.,l 't'fi 11 iM

it« Ker N