Ausgabe 
12.9.1925
 
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Be- der

geben vermochte. Der lose Wiener Witz stellte daß Oesterreich nicht vom Kaiser Franz Joseph der Kaiserin Elisabeth regiert werde, sondern Kaiserin Katharina" undHerrn Schratt".

Die Eingeweihten wollten wissen, daß die

lichen Beigeschmack hatten. Jeden Tag erschien der Kaiser in ihrer Villa zu einer echt österreichischen Jause" und dem dazu gehörigenPlausch". Jede Woche kam er auch einige Male zu Mittag, und dann mutzte es einfache Hausmannsgerichte geben, die der Kaiser über alles liebte. Nicht selten bestellte er sich auch seine Kartenpartner in die Schrattsche Villa.

Als Franz Joseph starb, hinterließ er der ac- treuen Gefährtin das stattliche Vermögen von zwölf Millionen Kronen. Sie ist dessen jedoch nicht froh geworden. Durch dey Zusammenbruch der mittel­europäischen Währungen ist sie um alles gekommen. Das Haus in Hietzing ist das einzige, was ihr ge­blieben ist, aber es ist um so manches Stück ärmer geworden, das in den Jahren der Not verkauft werden mußte. In letzter Zeit haben sich die Ver­hältnisse von Frau Schratt jedoch erheblich ge- bessert, denn sie hat ihre Memoiren geschrieben und günstig verkauft. Möge der kluaen und feinen alten Dame ein heiterer Lebensabend beschieden fein.

Ernst Rau

Telephon 958 Walltorstr. 37

Ziehungen, die zwischen Franz Joseph und Schratt bestanden, einen ausgesprochen kleinbürger-

Kaiser Franz Josephs Lebensgefährtin.

Aum 70. Geburislag von Katharina Schrott

In Hietzing, in der Gloriettegasse, die unmittel­bar an der Schönbrunner Parkmaucr mündet, liegt inmitten von vornehm zurückgezogenen Villen mit alten schönen Gärten das freundliche Landhaus, das einst Kaiser Franz Joseph seiner Freundin und Lebensgefährtin Katharina Schratt zum Geschenk gemacht hat.

Bis in die letzten Jahre hinein hat Franz Joseph die Frau besucht, in der er mit Wissen und Willen der Kaiserin Elisabeth seine eigentliche Gattin erblickte. Nie hat man sie als Favoritin, nie als illegitim empfunden. Und wenn es auch nur ein Verhältnis" war, das sie mit dem Kaiser verband, so war es ein schönes, aller Ehrenwertes, ja ein vorbildliches Verhältnis, das jeder legitimen Be­ziehung zum Muster dienen konnte, denn seine Grundlage war eine liefe und ehrliche Zuneigung auf beiden Seiten, absolute Selbstlosigkeit aus selten der Frau und absolute Treue auf feiten des Mannes. Es war wirklich nur ein Zufall, daß dieser Mann Kaiser von Oesterreich und apostoli­scher König von Ungarn war, und daß er was um schwersten wog Zeit seines Lebens ein Ge­fangener des spanischen Hofzeremoniclls gewesen ist.

Katharina Schratt wurde am 11. September 1855 in Baden bei Wien geboren. Im Jahre 1872 trat sie, knapp 17 Jahre alt, im Berliner Schau­spielhaus alsGustl von Blasewitz" in einem Stück des verstorbenen Wiener Schriftstellers Siegmund Schlesinger auf. Bereits im folgenden Jahre wurde sie von Laube an das Wiener Stodttheater berufen. Im Jahre 1874 folgte sie Laube nach Petersburg,

1883 wurde sie ans Burgtheater berufen, 1887 zur Burgschaujpiclerin und 1893 zum lebenslänglichen Mitglied der Hofbühne ernannt. Am 1. Oktober 1900 entsagte sie der aktiven Bühnentätigkeit und trat seitdem nur noch gelegentlich als Gast an verschie­denen Bühnen auf. Zum letzten Male sah sie die Kulissen in der Nolle der Maria Theresia in dem gleichnamigen Lustspiel Schönthans.

Die Eigenschaften, die die Schrat im Leben aus- zeichneten, waren zugleich die Grundlagen ihrer Bühnenerfolge. Sie war sehr schön, und zwar auf eine keineswegs geräuschvolle, sondern angenehm diskrete Art, besaß prachtvolles blondes Haar und wundervoll blaue Augen, aus denen eine heitere und ruhige Seele hervorleuchtete, sowie eine Ge­stalt von edelstem Ebenmaß, die außerordentlich graziös und elegant wirkte. Ein ungarischer Edel­mann namens Aladar von Kitz verliebte sich sterb- lich in sie und machte sie zu seiner Frau. Aber die Ehe, der ein Sohn entsproß, war nicht glücklich und hatte nicht lange Bestand. Ein anderer Mann, der im Leben von Katharina Schratt eine Rolle gefpielt hat, war der große Wiener Komiker Alerander Girardi, mit dem sie sich in ganz jungen Jahren verlobt hatte. Aber die Verlobung ging auseinan­der, weil die Schratt, die eine große Tierfreundin war, sich eines Tages vier Affen angeschafft hatte, die einen schrecklichen Geruch verbreiteten. Girardi verlangte, daß dieViehcher" aus der Stelle wieder wegkmnmen sollten, stieß jedoch mit seiner För­derung auf energischen Widerstand. Ein Wort gab das andere, und das Ende vom Lied war, daß die beiden Leutchen wütend auseinander gingen. Sie wurden jedoch bald wieder gute Freunde. Als die spatere Frau Girardis, Helene Odilon, ihn ins Irrenhaus bringen lasten wollte man hatte ihn schon in seiner Wohnung festgesetzt und seine lieber«

dige Worte und verabschiedete sie dann kurz. Aber sie hatte doch starken Eindruck aus ihn gemacht, denn er versäumte seitdem keine Vorstellung des Jschler Kurtheaters, bei der sie mitwirkte, und ver­anlaßte später ihr Engagement ans Burgtheater.

Zu jener Zeit hatte die Kaiserin Elisabeth dje schöne Schauspielerin längst als Vorleserin in ihre Nähe gezogen, weil sie chs geeignet schien, dem Kaiser dos zu geben, was sie selbst nicht mehr zu

führung stand unmittelbar bevor, flüchtete Gi­rardi noch Hietzing zur Schratt und entging dank deren Fürsprache beim Kaiser der drohenden In­ternierung.

Dies war einer der ganz wenigen Fälle, in denen die Schratt von dem Einfluß, den sie auf den Kaiser hätte ausüben können, Gebrauch machte. Im allgemeinen befleißigte sie jid) in dieser Be- Ziehung der denkbar gr ißten Zurückhaltung und eines schlechthin vorbildlichen Taktes, und dieser Umstand war es, der in erster Reihe ihre Position unanfechtbar machte und sogar ihre Gegner, deren sich am Hofe und im Schoß der kaiserlichen Familie anfangs eine Unzahl hatte, mit der Zeit versöhnte und in ihr Lager führte. Daß sie überhaupt in Be­rührung mit dem Kaiser kam, bewirkte die Kaiserin Elisabeth. Der Zufall wollte es, daß die Kaiserin eines Tages ihrer Gewohnheit gemäß einen aus- gedehnten Spaziergang in der Nähe von Ischl unternahm, wo sie damals den Sommer verbrachte. Müde und hungrig kehrte sie in einer Gastwirtschaft ein. Als sie bezahlen wollte, fehlte ihr ein Gulden. Die Schratt, die an einem Tisch in der Nähe saß, hatte den Vorgang beobachtet, die Kaiserin erkannt, trat rasch heran und sagte:Gestatten Majestät, daß ich den Gulden für Sie bezahle?" Die Kaiserin fragte:Wer sind Sie?" Darauf die Schratt:Ich bin bie Schauspielerin Katharina Schratt von Wien, jetzt am hiesigen Theater." Die Kaiserin nahm nun den Gulden und schickt ihn der Schratt am nächsten Tag zurück. Diese ließ sich ein Anhängsel aus ihm machen und trug es von da ob ständig.

Nicht lange darauf traf die Schratt auf der Jschler Esplanade mit dem Kaiferpaar zusammen. Die Kaiserin stellte sie dem Kaiser mit den Worten vor:Das ist die Dame, die mir den Gulden ge­borgt hat!" Der Kaiser sagte ihr einige liebenswur-

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Samstag, \2. September 1923

Lietzener Anzeiger (General-Anzeiger für (Dberpeflen)

Nr. 214 Drittes Blatt

Rätsel-Ecke

geben

auf die Straße nur an Hellen Tagen.

haben.'

') Siehe Gieß. Anz. Ur. 208 vom 5. Sept.

Hut gutl

wir wie die Er-

astor. Ich weiß wirklich au- dem Schlaf gesprochen

re- ier»

ist, müßt'.

Bist Und Geh

den Landstrichen de- Kaukasus.

,W nocin budjen w Baku" (nachts sind in Bak u), einer raunt es dem anderen ein lang gehütete- Geheimnis zu, durch Reihen der Reisenden geht eine freudige

Es bedeuten:

Don link» nach rechts: 2. Deutscher Politiker, 7. Fluß in Sibirien, 9. Abschiedsgruh, 10. Fluh in Italien, 11. Teil des Wagens, 13. Bodensenkung, 14. Nebenfluß des Rheins, 15. weiblicher Personenname, 17. französischer CRcbo* lutionär, 18. biblische Person, 19. Genußmittel, 20. ehemaliges österreichische- Waffenwerk, 22. Körperteil, 24. Sektierer, 25. natürliches Wasser-

von folgender Bedeutung zu bilden 1. Papagei, sommen, 3. ilnfinn, 4. wissenschaftliches

Bussen. 3m einzelnen bat Baku Bussen aller Stämme, Grohrutsen. Kleinrussen. Weißrussen dann kann man auch zahlreiche deutsche Kolo- nisten, ferner Polen. Esten Letten. Engländer Franzosen usw. antreffen. Und wenn man die Scharen von Tataren mit russischen Schönen und Armenier mit Grusierinnen oder Hebräerin­nen am Arm Baku wird gerühmt al- die Stadt die schönsten Mädchen Rußlands wan­deln sieht, möchte man an die vollkommenste Harmonie im Bölkerleben glauben Und doch ist nirgends der Haß der Russen stärker al« im Kaukasus und unauslöschlich bleiben die

furchtbaren Metzeleien in Baku, die in den Jahren 1919 und 1920 Tataren und Armenier gegenseitig verübt haben und denen besonders viele Taufende von Armeniern zum Opfer ge­fallen find, in schrecklichster Erinnerung.

Baku- Raphtha-Industrie scheint im kräftigen Wiederaufbau begriffen zu Tein. Etwa 70 Prozent de« Vorkriegsstände« sind in der Gewinnung von Erdöl wieder erreicht, rund 40 Millionen Barrel« fFaßl wurden im vorigen Jahre gewonnen. Der ..Aznevt" lAzer- beidfchanscher Raphtha-Trust) ist zweifellos mit mit dem größten Eifer am Werke, um die

Silbenrätsel.

Alle- in der Welt läßt sich ertragen, nuv nicht eine Reihe von schönen Tagen. «Goethe. Sprüche in Reimen.)

1. Ahorn, 2. Labiau. 3. Lehär, 4 Etamin, 5. Sinai, 6. Ibach, 7. Rordlicht, 8. Dohle, 9. Eboli, 10. Rubin, 11. Walküre. 12. Eger, 13. Löwe, 14. Tivoli, 15. Logogriph, 16. Akademie. 17. Eruptiv, 18. Solo, 19. Zähringen, 20. TbomaS, 21. Stielstich, 22. Idornineo, 23. Chirurgie, 24. Es­kadron, 25. Raupe, 26. Turban, 27. Rotstift, 28. Andromeda, 29. Georg, 30. Elbe, 31. Rathan.

Ohne ohne ohne . .

Gibt's ein Orchester ohne1? Es wird kaum möglich fein;

Gin Winterpelz, der ohne2. Dürfte ein Pelz kaum feinl Ein Mensch, der ohne12" i Sein Leben lang stets taub sein

Guter Rat!" du in London, sei auf deiner achte dort aus dein 1 2 3 4 5

. Ich bemerkte, daß S.e während meiner Pi bigt sprachen," sagte der Geistliche streng.Vi zeihen Die, Herr P nichts davon, ich muß

von folgt

2. Herkr ......

Lehrgebäude, 5. Stadt in Württemberg, 6. Berg­gipfel bei Zürich, 7. weiblicher Borname, 8. Ur» stosse, 9. Land in Rordasrcka, 10. Giftschlange, 11. Boreltern, 12. Rymphen des Wassers, 13.

regung. Einige Stationen an der Küste noch, und der Zug rollt in den Bahnhof der alten Raphtha-Stadt hinein.

In tausend Lichtern erglänzt die Stadt, der inan nach rühmt, daß sie die besterleuchtete von Europa ist. Durch die nächtliche Stille heult der Rorwind. tagSaus. tagein, nur selten von West oder Süd abgelöst. Rur der Rord. der durch den vorgelagerten Kaukasus zu erklären ist und ost hestig tobt, macht da- Leben in der Stadt erträglich, indem er die sengende Hitze, die in diesem Sommer 6070 Grad Telsius in

Erklärlich.

Haben Sie denn nichts von der neuesten Skandalgeschichte gehört?"Rein."Aber sie passierte doch in Ihrer unmittelbaren Rachbar­schaft?"Das mag schon fein, aber meine Frau ist verreist."

Wörter, beide von oben nach unten gelesen, er* einen Sinnspruch von Anastasius Grün.

üt weg zer.

AuS den vorstehenden Silben sind 26 Wörter

Ruhungsrecht, 14. Waldbaume, 15. bayerischer Regierungsbezirk, 16. Ort am Bodensee, 17. Pä­dagog, 18. Hauptstrom Spaniens, 19. männlicher Vorname. 20. Hochtal Im Kanton Graubünden, 21. höchster Teil der Sudeten, 22. Drahtseilbahn, 23. Holzblasinstrument, 24. Seltenheit, 25. Aord- polsahrer, 26. Stutzer.

Der erste und dritte Buchstabe der einzelnen

Durch Kaukasien zum Kaspischen Meer

II.

In der größten Naphtaftadt der Welt.*'

decken, 27. Körperteil, 28. Flächenmaß, 29. De» fangslaut, 30. Säugetier, 31. Mhnervogel.

Don oben nach unten: 1. Weiblicher Personenname. 3 Taufzeuge. 4. weiblicher Per­sonenname, 5 militärische Kopfbedeckung. 6.Schutz­en, 8. Heilbehandlung, 10. Rarne au« der griechi­schen Mvthologie, 12. griechische Insel, 14. Kampf­platz, 16. Teil des Auges. 17. mythologische Figur, 20. englischer Schriftsteller. 21. weiblicher Personenname. 22. Fluß in Sibirien, 23. männ­licher Personenname. 26. griechische Göttin.

Auslösungen.

Verwirrung.

Aida Ida Radio.

Arithmetische Scherzaufgabe.

(ReiS 6 e) + (Gold b) 4- (e -b tt) o - Rigoletto.

Bei 5 4 3 2 1 fahr' in geschloss nen Wagen!

Strafe nrnft sein.

In einemd gestand er ihr:

Das8 sei ihre schönste Zier":

Dem Eh'mann schien diesch nicht fair, Denn er legtw auf seine Ehr'

Scharade.

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e e en en em ga gant ge ge gen git höl ja ka ka ka kreuz le le li lin men na na nan nen nie niest non nu o ot ra ti rte rot schach fen fen sens stem fier suS - sh tät te te ter tutz u

der Sonne erreicht hat. mildert. Der Rord hat auch der Stadt seinen Rainen gegeben:Dakube". d. h. persisch ..Windstoß". Hier konzentrieren sich alle barometrischen Ausgleiche von Ruß­land und Europa. In das Heulen des Nord­winds mischen sich Musikklünge. Wilde kauka­sische Melodien bringen aus einem Raum, wo eS bei kaukasischem Wein recht lebhaft und aus­gelassen zugeht. Also Nachtbetrieb hier und da. Und inMonte Earlo" am Boulevard ist ein von der Sowjetbehörde konzessionierter Spielklub, der sich eine« guten Zuspruchs aus den Kreisen derer, die aus irgendwelchen Gründen mit irdischen Gütern reicher gesegnet find, erfreut.

Die Morgendämmerung bricht an. Die meist niedrigen, slachgedeckten Häuser der mehr als taufend Jahre alten Stadt mit ihren vielen verschlungenen und verschwiegenen Gassen und Gäßchen beginnen ihre Gehetmnisse zu enthül­len. Aus verborgenen Winkeln und 5'oreir^« gängen erheben sich allerlei Gestalten, die dort dort die Rächt verbracht haben. Bejammerns­werte Menschen ohne Obdach, deren c« hier an­scheinend viele gibt. Aus dem einen Hause tritt ein Wasserträger hervor, ein persischer Lastträger. Früher nannte man ihn Kuli, und er durste nur auf dem Straßendamm gehen. Antike Formen zeigen die Krüge, die er trägt. Seltsame Stadt! Wie zu Christi Zeiten wird hier auch jetzt da- Wassertragen auSgeübt, und auch das Reiten auf Eseln hat sich so erhalten, wie es vor 1300 Jahren war. Reben dem Alten und Uralten allo die modernsten Er­rungenschaften der Technik, wie elektrische Uhren auf den Straßenbahnmasten. grobe elektrische Zentralen, unter denen eine 15 000-Kilowatt- Anlage eines Berliner Unternehmens am be­merkenswertesten ist. besonders in der ..weihen Stadt". Dort find die Anlagen derAznievt" (Azerbeidschansche Raphtha-Industrie). während dieschwarze Stadt" die Raffinerien und De- ftillcrien enthält.

Grelle Kontraste auf Schritt und Tritt: Re­ben dem Glanz, den Baku feinem Aeuheren bietet, viel Glend. Die Rot ist groh. von über­all her sind Zehntaufende zugewandert und ha­ben die Stadt von einst über 100 000 Einwoh­nern auf nahezu 400 000 anwachfen laffen. Sie haben gehofft. Arbeit zu finden. Aber der Hasen liegt still, und die Raphtha-Industrie kann auch nicht alle beschäftigen. Der Hasen gleicht einem großen Friedhof von Schiffen, von denen nur wenige verkehren. Das Leben ist sehr teuer; denn um Baku, in einem Um­kreise von mehr al- 100 Kilometern, gedeiht außer Weintrauben und Feigen nichts, und das Trinkwasfer muß aus großer Ferne, aus dem Kaukasus, hergeleitet werden. Wem- es alle Monate mal regnet, freut sich alle Welt.

Wegen der tagsüber herrschenden drückenden Schwüle gehen die Menschen, soweit sie es durch ihre Tätigkeit nicht anders müssen, erst in den späteren Abendstunden aus dem Hause. Dann geben sich auf dem großen Boulevard, der der schönste von allen Städten Rußlands sein soll, wohl an die 30 000 Menschen ein Stelldichein. In den strahlend erleuchteten Gärten locken Musikkapellen, Freilichtkinos oder tatarische Sänger, während ostwärts das Auge Über die weite Meeresbucht mit der Halbinsel Apscheron, diesem äußersten Zipsel von Europa, schweifen kann, lind die vielen Tausende von Menschen, die übrigens in der weitaus größten Mehrzahl außerhalb der Lokale sich ergehen, da sie ftch's bei dem knappen Verdienst nicht leisten können, allein schon ein gewaltiges Schauspiel völker­kundlicher Art, wie es wohl kaum irgend in der Welt noch seinesgleichen haben dürste. Eine Völkerschau in der Hauptstadt derA.S.S.R." (Azerbeidschansche Sozialistische Sowjet-Republik), an der Scheide zwischen Europa und Asien. Rußland hat 113 verschiedene Völkerschaften, und im Kaukasus gibt es deren einige Dutzend, derart, daß ein Dors eine andere Sprache hat als der Rachbarort. Tataren stellen wohl das Hauptkontingent unter den auf Bakus Boule­vard wandelnden Menschen dar, Perser, Tür­ken, Hebräer, Armenier. Araber, Griechen. Gru- sier bzw. Georgier, und zwischendurch natürlich

Silbenrätsel.

ah bahn bah bei berg bi bir bo - brauch bri bro bei den bet bie bin bolf du e e

Hebung.

Das Kreuzverhör scheint Sie ja garnicht anzustrengen," sagte der llntersuchungvrichler zu dem Angeklagten.Haben Sie denn Hebung darin?"War dreimal verheiratet," erwiderte der andere kurz.

Die Narrenkappe.

Splitter und Sparren vom Rebaktionstisch.

GesühlSvoll.

Eine junge Dame fragt einen Bootsverleiher, der an der Themse Ruderboote auSleiht:Haben Sie beim gar keine Angst, wenn so unerfahrene» Leute mit Ihren Booten stromaufwärts fahren?"

Ach nee, Fräulein." antwortete er,wenn ein Boot auch umkippt die Flut treibt e« immer wieder hier vorbei."

Entschuldigung.

K. H. Baku. Ende August 1925.

Heiß brennt die Morgensonne vom Himmel Länget als 24 Stunden rollt unS schon der Sowjet-Zug quet durch Kaukasien hin, um uns an unser nächstes Ziel, zum Kaspischen Meere nach der alten Raphthastadt Baku zu bangen Ehassaw-Iurt heißt die Station, die wir so­eben dutchsahten. ein kleiner Ort an bet Eisen­bahnlinie RostowMineraluyjaWodhBaku. Zur Rechten schimmern in naher Ferne die mit ewigem Schnee bedeckten Gipfel der Kaukasus- berge, zur Linken dehnt sich eine von mehreren Flußläusen durchzogene cndloS scheinende Steppe aus

Im Zuge da« tvvifch russische Leben, wie eS in dieser Vielgestaltigkeit kaum irgendwo mar­kanter sich äußern kann als in der überfüllten Eisenbahn zur Sommer- bzw. Reisezeit. Eines springt hier ganz besonders in« Auge, die Gleichförmigkeit deS Volkes, d. h. der Fortfall der Klassenunterschiede. Oder vielmehr der Burgni". d. h der Vertreter des 'Bürger­tum«. ist auSgemerzt worden, und eS ist nut eine einzige große Klaffe, die sich den Forderungen des ganzen StzstemS. das nur den Proletarier gelten lassen und nur für diesen da sein will, anzupassen bestrebt ist. Einfachheit, beinahe Dürftigkeit in der Kleidung und Le­ben-Haltung scheint das aufsallendste Merkmal zu fein. ES geht aber auch beim besten Willen nicht anders; denn die Entlohnung ist nach wie vor gering Ebeisio wie der Schaffnerin, die mir versichert, daß sie für den ganzen Monat nur 35 Rubel Lohn erhält, geht « fo manchem anderen. Man stellt bekanntlich auch Geistes­arbeiter denjenigen, die körperliche bzw. me­chanische Arbeit verrichten, hinsichtlich des Ein­kommen- gleich, ja man bevorzugt sogar den Handarbeiter. So bekommt der in einem Kran- kenhause angestellte Arzt seine hundert Rubel monatlich, und selbst der ilniversitätSprosessor hat nicht viel mehr. Der einzige Lichtblick in dieser Lage ist die Tatsache, daß manches im Gegensatz zu anderen Artikeln billig ist. zunächst die Eisenbahn. 10 Rubel habe ich für die rund 800 Km. lange Strecke von Kawkaskaja bi- Baku bezahlt.

Der Zug hat die Station PetrowskKaw- ka-ki und wenige Minuten später PetrowskPor (Hafen) erreicht. Zur Linken breitet sich in un­absehbare Fernen der blaue Spiegel des Kaspi­schen Meeres aus. Aus der Station entwickelt sich da- bunte, durchaus orientalisch anmutende Leben der kaukasischen Orte. Tschcrkessen und Tataren und lAeorgier. Ai-menier, Türken und selbst Perser wimmeln durcheinander. Dazwischen wandeln die den Zug bewachenden Sowjet» soldaten. Da« ist im kaukasischen Gebiete be­sonder« notwendig, denn Räuberbanden, die e« vor« allem auch auf Sisenbahnzüqe absehen, tre­ten hier trotz aller scharfen Gegenmaßnahmen immer noch in Erscheinung. Die Soldaten selbst, die auS diesen Gebieten genommen sind, spiegeln daS seltsame Dölkergemisch. da« den Kaukasus zu den merkwürdigsten Ländern der Erde stem­pelt, wieder. Jedenfalls sind kaum irgendwo auf einem verhältnismäßig beschränkten Gebiete so viele Stämme, durch die Unwegsamkeit der Gebirge und die Abgeschlossenheit der Täler von einander getrennt, zu beobachten al« in

Er hat vorr auf Scheidung gedrungei An Hand von Beweisen ist sie gelungen.

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