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Nr. 135 Erstes Blatt

175. Jahrgang

Zreitag, 12. Juni,925

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GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Um den Sicherheitspakt.

Das deutsche Angebot.

Berlin, 11. Juni. (MTB.) Da» deutsche Angebot des S i ch e r h e i t s p a t t c s . das feit einiger Zeit im Mittelpunkt der internationalen poli­tischen Erörterungen steht, wurde als vertrau- l i ch dem Wortlaut nach bisher nicht be­kanntgegeben. Indes hat seinerzeit der Reichs- Minister des Auswärtigen dem Auswärtigen Aus­schuß des Reichstages davon Kenntnis gegeben und im Anschluß daran in einem dem Vertreter der Kölnischen Zeitung" gewährten Interview die we­sentlichen Teile der deutschen Anregungen bärge- legt.

Neuerdings veröffentlichte dieTime s" aller- dings nach Form und Inhalt nicht ganz zutref- sende Darstellungen. Deshalb scheint es angebracht, sich mit dem tatsächlichen Inhalt dieses deutschen Memorandums, auf das nun nach über vier Monaten die Antwort erteilt werden soll, zu befassen.

Das Memorandum bildet nicht etwa eine ver­einzelte und die Gegenseite überraschende Maß­nahme, sondern nur einen weiteren Schritt in der Verfolgung der Linie, auf der der Vorschlag des damaligen Reichskanzlers Cuno vom Dezember 1922 und das Angebot der gleichen Regierung wäh- rend des Ruhrkonflikts lag. Es nimmt daneben die Gedanken auf, die Dr. Strefemann als Reichskanzler in feiner Stuttgarter Rede im September 1923 ausgesprochen hat. Bei alledem handelt es sich nicht um formulierte Vorschläge, son­dern um die Darlegung des allgemeinen

Rahmens, in dem die bcutjdje Regierung sich an der Lösung der Sicherheitssrage positiv beteiligen zu können glaubt.

In diesem Sinne ist den Mächten erklärt worden, daß Deutschland sich z. B. zu einem Pakte verstehen könnte, durch den die am Rhein interessierten Mächte sich für eine zu vereinbarende längere Pe­riode zu treuen Händen der Vereinigten Staaten verpflichten, keinen Krieg gegeneinander zu fuhren. In dem Cunoschen Vorschläge war diese Verpflich­tung auf die Dauer eines Menschen- alters vorgesehen und außerdem an den Vorbehalt geknüpft, daß ein Krieg nicht durch eine Volksabstimmung beschlossen würde. Diese beiden Beschränkungen der Friedensverpfiich- tung, die fallen zu lassen sich auch schon die Re­gierung Cuno bereit erklärt hatte, wurden in dem Memorandum nicht wieder aufgenommen. Weiter ist in dem deutschen Memorandum die Möglichkeit eines

Schiedsverlrages zwischen Deutschland und Frankreich

vorgesehen, den bereits die Reparationsnote des Kabinetts Cuno vom 2. Mai 1923 angeregt hatte. Zugleich wurde der Abschluß solcher Schiedsoer- träge, wie sie deutscherseits ja inzwischen mit metp reren Staaten vereinbart worden sind, auch gegen­über allen anderen Staaten in Aussicht genommen.

ferner wurde in dem Memorandum der Ge­danke eines Paktes zur Erwägung gestellt, der den gegenwärtigen Besitzstand am Rhein garantiert. Die Fassung dieses Paktes wurde etwa so gedacht, daß die am Rhein interessierten Staa­ten sich gegenseitig verpflichten, die

Unversehrtheit des gegenwärtigen Gebielsskandes atn Rhein

unverbrüchlich zu achten, daß sie ferner, und zwar sowohl gemeinsam als auch jeder Staat für sich, die Erfüllung dieser Verpflichtung garantieren und jede Handlung, die ihr zuwiderläuft, als aemeinsame und eigene Angelegenheit ansehen. In einem solchen auf voller Gegenseitigkeit be­ruhenden Pakt könnte im gleichen Sinne auch die Garantierung der Entmilitarisierung der Rheinlandzone mit einbezogen werden, wie sie die Artikel 42 und 43 des Versailler Vertrages vorschreiben. Dabei ist daran zu erinnern, daß die ganze Entwicklung des Paktgedankens vor den bei Friedensschluh ausgearbeiteten, aber nicht per­fekt gewordenen Garantiepakten zwischen Frank- reich, England und den Vereinigten Staaten ihren Ausgang nahm und daß jene Garantiepakte die hier erwähnten Artikel 42 und 43 zum Gegenstand hatten.

Die Reichsregierung hat in ihrem Memoran­dum auch die Möglichkeit anderer Lösungen, die eventuelle Verbindung der Gedanken, ins Auge ge­faßt, die den vorerwähnten Beispielen zugrunde liegen. Sie hat schließlich die Möglichkeit einer späteren alle Staaten umfassenden Weltkonoention offen gelassen, einer Weltkonoention, in die zu­nächst der zur Erörterung gestellte regionale Sicher- heitspakt entweder aufgehen ober hineingearbeitet werden könnte.

Frankreichs Antwort in Rom und Brüssel.

pari», 11. Juni. (1DXB.) wie derTemps" meldet. Ist bec Text bet französischen Rote, bie der Reichsregierung hmstchAch des Abschlusses eines Sicherheitspakte» zugehen soll, in Rom und Brüssel mitgeteilt worden. Sobald die italie­nische und belgische Regierung geantwortet hätten, werde die Rote der Reichstegierung überreicht werden. Der Text werde sofort mit dem Text des deutschen THemoranbums vom 8. Februar veröffent­licht werben. In der nächsten Zeit soll ein Gelb-

b u ch erscheinen, bas sämtliche während der Sicher- heitsverhanblungen ausgetauschten Schriftstücke ent­hält

Unterhausdebatte über den Garantiepa t.

Zentralisierung der Dominions-Verwaltung.

London, 11. 3uni. (DD.) 3m Unterhaufe fragte Ponsonbh, ob bie "Regierung, um un­richtige Betrachtungen und nachteilige Berichte zu verhindern, über bie Chamberlain gegebenen Weisungen Auskunft erteilen unb erläuternde Mitteilungen veröffentlichen wolle, aus denen hervorgehe, welche Verpflichtungen Großbritannien in dem vorgeschlagenen Pakt übernehme. Ponsonby fragte weiter, ob die Tatsache, daß die Regierung mit der französi­schen Antwort an Deutschland einverstanden sei, nicht bedeute, daß Großbritannien gewisse Son­de r v e r p f 1 i ch t u n g en unb Dürgschas - t e n übernommen habe, und ob das Haus darüber nicht sobald wie möglich unterrrchtet werden würde.

Baldwin erwiderte. daS Haus würde so­bald, als es möglich sei, völlig unterrrchtet werden. Zur Zeit aber stelle sich die Lage folgendermaßen bar: Die Bote gehe an Deutschland oder sei be­reits abgegangen. Cs würden aber einige Tage vergehen, bevor die Antwort eingetroffen fei. "Rur in dem Falle, so fuhr Baldwin fort, daß Deutschland willens ist, in Verhand­lungen einzutreten, würden wir zu festen Bedingungen gelangen, die auf die von Chamber­lain im Unterhause abgegebenen Erklärung n fol­gen würden. Die Parlamentsdebatte würde vor Beginn jeder (Erörterung stattfinden, die drrekte D^itHuugen auf irgendeinen Packt hätte, zu fern es i.mmcn könnte.

3m weiteren Verkaufe der Sitzung teilte Baldwin mit, daß das Kolonialamt re­organisiert teerten solle, und daß die Schaf­fung eines neuen Staatssekretariats für bie Dominions mit Selbstverwaltung vorgesehen sei. Kolonien ohne Selbstverwaltung unb Protektorat? würden weiterhin dem bis­herigen Kolonialsekretär unterstellt bleiben. CS wäre am besten, wenn Olmert) beide Posten in Händen habe. Die Regierung habe diese Maß­nahme bereits mit den Dominions erörtert.

Kritik am Sicherheitspakt.

London, 11. Juni. (WTB)Manchester Guardian" schreibt im Leitartikel, die halbamtliche

Darstellung von Haoas sei derart gewesen, daß. wenn sie korrekt gewesen wäre, den ganzen Pakt- plan m den Augen der britischen offen!- I i d) e n Meinung vernichtet haben würde. Wenn die Wirkung des Paktes trotz seines Gegen­seitigkeitsprinzips die sei, Frankreich die Zusicherung zu geben, daß es, welche politischen Fehler es auch begehen möge, sich in jedem Falle auf eine britische Unterstützung in einem Kriege gegen Deutschland verlassen könne, dann wolle das englische Volk m i t d cm ganzen Pakt nichts zu tun haben.

Auf Grund der Friedensoerträge und des Da- wes-Abkommens beanspruche Frankreich in gewissen Fällen das Recht eines unabhängigen Vorgehens. Man müsse fragen, ob das bedeute, daß Frankreich das Recht habe, in das Rheinland einzubrechen, und daß England indirekt Heer und Flotte an Frank­reich verpfände für eine buchstäbliche Ausführung eines Vertrages, an dem vieles zu tadeln sei. Man müsse ferner fragen, ob dies der wahre Grund fei. daß Frankreich solche Freude über den Vorschlag zeige, der in der Theorie das direkte Gegenteil von Der Politik bilde, die Frankreich in den letzten fünf Jahren getrieben habe. England dürfe die ernsten Verantwortlichkeiten eines Paktes nur bann über nehmen, wenn cs überzeugt sei, daß der Pakt nicht von Frankreich für eine indirekte Befriedigung seiner Ansprüche ausgenutzt werde, die England nicht an­erkenne.

Kanada

gegen den Sicherheitspakt.

Die ,Daily Expreß" schreibt in ihrem Leit­artikel, der Ernst der Erklärung des kana­dischen Premiermini st er s, bah Ka­nada nicht Teilhaber des Paktes sein könne, könne kaum übertrieben werden. Der kanadische Premierminister habe dem britischen Volk und der britischen Regierung eine unwider­rufliche Warnung erteilt des Inhaltes, bah, to»nn sie bei dem Patte blieben, sie das ohne Kanada tun müßten. DieDaily Expreß" er­klärt, was Kanada heute sage, würden die ü b r i- g e n Dominions morgen sagen. Die britische Regierung müsse daher wählen zwischen einem Pakt mit Frankreich und der Solidarität des Reiches.

Die deutsche Antwort.

London, 12. 3uni. (TU.)Daily Tele­graph" will von einer der deutschen Regierung nahestehenden Seite erfahren haben, daß die deutsche Antwort auf die Sicherheitsnote haupt­sächlich den Vorschlag einer Präli- minar-Konferenz mit den Alliierten ent­halten werde, die das Vorspiel zu einer großen europäischen Konferenz bilden soll.

Die Marokkokrise.

Herr Pain 1 ev 6 . der ja nicht nur fran­zösischer Ministerpräsident »sondern nebenbei auch Kriegsminister ist, hat sich Hals über Kopf ver­anlaßt gesehen, auf dem Wege durch.die Luft eine Inspektionsreise nach Marokko zu unternehmen »die nicht allein zum Sultan und dem Marschall Lyautey führen sollte, son­dern zweifellos auch daraus berechnet war, durch persönliche Augenscheinnahme einen nicht durch militärische Ruhmrederei getränkten Eindruck von der Lage an der Front zu gewinnen.

Der plötzliche Entschluß zu diesem Flug hat nicht allein in Frankreich alarmierend gewirkt, denn er mußte zeigen, daß die Lage in Ma­rokko für Frankreich sehr viel ernster ist, als bisher auf Grund der amtlichen Bulle­tins angenommen wurde. Kein Zweifel, daß Frankreich mit feiner technischen ilcberlegcnbeit früher oder später den Widerstand der Ris- kabylen niederzwingen würde: und es ist Wohl auch kein Zweifel, daß der französische Mtll- tarismus diesen ganzen Kampf gewollt hat, um sich neue Lorbeeren zu sichern. Aber ebenso wenig zweifelhaft ist, daß ein solcher Kolonial­krieg unbebingt Gelder verschlingen wird, in einem Augenblick, wo Frankreich schwer darum kämpst, den wankenden Franc auf der Höhe zu halten, wo es auch mit Rücksicht auf die Amerikaner, die ohnehin schon nervös zu werden beginnen wegen des Ausbleibens der französischen Zinsen, einen mehr als schlechten Eindruck machen muß. wenn Frankreich zwar seine Schulden nicht zurückzahlt, dafür aber Geld genug hat, um eine ganze Armee nach Marvtto zu Wersen.

Denn merkwürdiger Weise spiell die Frage der menschlichen Verluste bei weitem keine so große Rolle, wie die finanziellen. Frankreich hat es immer verstanden, seine Kolonialkriege durch andere Leute kämpfeik zu lassen: die Frem­denlegion ist ja eigens dazu errichtet. Sie rekru­tiert sich aus dem Abschaum aller Länder, aus Elementen, die nichts mehr zu verlieren haben, die zudem durch ein hartes Regiment zur Tapferkeit geradezu gezwungen sind, leider auch aus Deutschen, die durch Versprechungen oder während des Ruhrkampfes auch durch Gewalt in die Fremdenlegion hineingepreht wurden. Da­rüber hinaus machen sich hier die Folgen der militärischen Ausbildung der Farbigen ganz günstig bemerkbar: Frankreich kann die einen Farbigen gegen die anderen ins Feuer führen, braucht also das kostbare Blut feiner eigenen Landleute nicht zu gefährden, soweit sich

nicht um Offiziere handelt die ihre Sporen ver­dienen wollen. Gar so billig allerdings wächst der Lorbeer in Afrika nicht, denn das Gelände hebt einen großen Teil der tochnjschen Uebcr- legenheit der Franzosen wieder auf. Die Grenze zwischen dem französischen und dem spanischen Territorium in Marocko besteht nämlich eigent­lich nur in einer Luftlinie, die irgendwo quer über das Atlasgebirge gezogen ist: den Mut, eine Kommission zur Festlegung der Grenze hin­zuschicken, haben weder Frankreich noch Spanien gehabt, weil sie beide genau wußten, daß deren Mitglieder von den selbstherrlichen Kabylen in ein besseres Jenseits befördert worden wären.

So hatte A b d c I Krim, der ganj gewiß zum mindesten auf ilmtoegen franzosiiche Unter- stützung in feinem Kamps gegen Spanien gefunden hat, reichlich Gelegenheit, in aller Stille fein Heer auszubilden und jetzt eine wohlgerüstete Kleinarmee gegen die Franzosen zu führen, die, wenn nicht alle Zeichen trügen, vorübergehend sogar den französischen Besitzstand gefährden und bis nach Fez Vordringen fann. Lieber wäre es schon den Franzosen, wenn sie einem solchen erbitterten Kampf aus dem Wege gehen und sich schiedlich-friedlich mit Abd el Krim ver­tragen könnten. Dor einer Woche war dazu die Gelegenheit da. Aber damals glaubten sie, noch ohne große Anstrengungen gewinnen zu können. 3nzwischen ist die große Offensive der Kabylen eingeleitet, die mit gutem Erfolge eingesetzt hat und wohl der letzte Anlaß war. weshalb Painlev6 sich so rasch aufs Flugzeug setzte. Kein Wunder, daß Abd el Krim dieser Sieg zu Kopf gestiegen ist und daß er jetzt nicht mehr so billig mit sich spielen läßt, ganz abgesehen davon, daß nach dieser französischen Schlappe ein Waffenstillstand dem französischen Rationalismus natürlich eine unerträgliche Härte bedeuten müßte. Man mag also die Dinge drehen und wenden, wie man will, Painlevs ist in einer sehr unbequemen Lage, schon weil er auch auf die innere Politik Rücksicht nehmen und befürchten nAih, daß ihm der linke sozialistische Flügel seines Blockes ab- springt, wenn er den Kampf um jeden Preis fortfetjt Vorläufig ist infolgedessen Marokko eine eiternde Wunde am Körper der französischen Politik. Ob Painleve der Mann ist, um mit einer gründlichen Operation das ganze Geschwür weg­zuschneiden. ist zufn mindesten zweifelhaft. Des­wegen muh die Möglichkeit in Rechnung gestellt werden, daß außer den mllitärifchen Folgen auch noch innerpolittsche Konsequenzen für den Be­stand des gegenwärtigen Kabinetts entfteben.

Painleve in Marokko.

Ltautey's Bericht.

Paris. 11. 3uni. (WTB.) Der Sonder- berichterstatter der Havasagentur, wel^ .c Mi­nisterpräsident Painleve auf feiner Reste nach Marokko begleitet, beruhtet über be i E tu p - fang des französischen Ministerprä identen bei Sultan Moulay 3oussouf.

3m Verlaufe des Gespräches hat Painleve erklärt, daß der vom Sultan ausgefprociiene Wunsch, das französische Protektorat über Ma­rokko aufrechtzuerhalten, daß dieser auch der französische sei. Die Autorität des Sul­tans, so erklärte der 3ntetprci des Sultans, müsse volllommen erhalten bleiben. Pain­leve ahttoortete, das könne er bestätigen.

Rach einem Bericht derChi a.zo Tribüne" hat Marschall Lyautey dein Mintsterprä Ren­ten Painlev 6 folgende U e b c r f i d) t über bie m i l i t ä r i f aj e Lage gegeben:

3n der Gegend nördlich von älez.an seien 7 französische Posten umzingelt. Ge­neral Colombard habe einen Versu , gemacht, diese Posten zu befreien. Dieje Gegend sei durch den ©lamm der Ryunas, die seit e tilge Zeit a.- gefallen seien besetzt toegten sich auf Aezzan. Die französischen Tup.. n seien imstande. Angriffe In diesem Aostp itt auszu halten. Die neqcntoä tig "1 i. ät der Regie^ungstruppen lonzentriere sich auf z ei französische Punkte im Zent cum au, ck: rc. tu Seite der Uergba. Die sranzös.sch. Artillerie ie sich nach Taunat ;u-ückgezvgen hätte, ha e as Feuer eröffnet. Südlich der Uergba s ie., Ire ge Kämpfe zwischen treu geblieben n und ic ' l . .i Stämmen im Gange. Die in diesem Abschnitt ein­gedrungenen Rifleute feien gefährdet.

3n den Rachmittagsstunden ha i :>ai ..De und Matschall Lyautey zusammen gea beste: und sind um 4 11 br im Auto nach Fez abgercjl. Freitag wird Painlevö dazu benutzen, um der Front einen Besuch abjuftatten. Am 2w.nd fährt et wieder nach Rabat zurück.

Französische KonLrollkommisfionLMttgl c nach Marokko.

Paris, 12. Juni. (T. U.) Die Mitglieder der oarlamentarischen K o n t r o 11 k o m m i s - sion für Marokko reifen beute nach M r stille ob von wo sie sich nach (TiyaManta eh., \n werden. Die Reise hin und zurück La,. : iir

acht Tage. Ebenso lange wird der Aufenthalt in Ma­rokko dauern.

Das französisch-spanische Zusammengehen.

Paris, 11. Juni. (WTB.) Nach einer Havas- Meldung aus Tetuan hat General Prim o d e Rivera einem Sonderberichterstatter l>: r spanischen Zeitung ,El Liberal" erklärt, er befände sich seit einigen Monaten in ftänöiger Fühlung mit Marschall Lyautey. Die Verständigung, die aus der Madrider Konferenz erzielt werde, werde in keiner Weise die in .straft befindlichen Verträge ändern, sondern den Geist und den Buchstaben des Vertrages vom II Dezember sowie de,-, ißroti Algeciras-Konserenz achten. Da dir gegenwärtige Lage nur eine Episode des gesamten Planes c nes jeden der beiden Länder fei, habe England kein Interesse daran, in die Konferenz ein« zugretsen. Strenge Unterbind mg des Waffen* schmuggels, effektive und energische Blockade der auf» ständischen Stämme, eine ständige Akiion der Flie­ger, uni die Feldarbeit und das SOhasten von Handelsmärkten zu verhindern, fei das wirksamste und wahrscheinlich das einzige Mittel, das dazu führen könne, die Rifleute zu veranlassen, den Frieden anzunehmen, den man die Verpflichtung habe, ihnen aufzuerlegen. Franzosen und Spanier würden zwar in Uebereinstimmung, aber wahrscheinlich jeder unabhängig in ihrer eige­nen Zone vorgehen.

Englische Beunruhigung über die französische Niederlage in Marokko.

London, 12. Juni. (TU.) Hier herrscht die Auffassung vor, daß die offenbare Niederlage der französischen Waffen notwendigerweise cme Rückwirkung auf die Haltung der gesamten Ein- geborenenbeoölferung Afrikas fjabe. Dar­aus ergebe sich die Notwendigkeit der Haltung Eng­lands, das an einem Erfolg der großen nordafri­kanischen Kolonialmacht in Marokko indirekt inter­essiert sei.

Daily Telegraph" schreibt an leitender Stelle, die nationale Bewegung, deren Führer Add el Krim ist, ist eine Angelegenheit ernster Beunruhigung für jede norbofri» konische Kolonialmacht. Seine Erfolge unb dos Scheitern seiner Bekämpfung haben jein Prestige sehr erhöht und ihn zu einem Helden und N a - tional. Heros gemacht überall dort, wo hammedaner im Streit mit der europäischen Zi­vilisation sind.

Waffenhandel in Afrika und am Persischen Golf.

Genf. 1L Juni. (TU.) Die allgemeine Kom- Mission der Waffenhandelskonferenz setzte hevte nachmittag die Grenzen derjenigen Gebiete fest, in denen der Waffenhandel nur unter besonders scharfen Ausnahmebestimmungen erlaubt fein soll. Es handelt sich hierbei um eine Reihe von Kolonien in Afrika, um Teile des 2ürtiüfwn