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39. Sortierung

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..Sie werden natürlich Ihre Operationsbasis, von der die Flugzeuge die Nordlandreise antreten, so weit wie möglich vorschieben. 5)aben Sie wieder Spitzbergen dafür in Aussicht genommen?"

Wir wollen den Norwegern keine Schwierig­keiten bereiten und den Franzosen keine Möglichkeit einer Störung geben. Daher wählten wir Archan­gelsk am Weißen Meere als unseren Etappenhaupt- ort. Dorthin wird alles Material mittels Bahn be­schafft. Der Weg von da bis zum Polarlande wäre aber noch zu weit. Wir legen daher, sobald das Nordmeer eisfrei ist, einen vorgeschobenen Etap­penort auf der Insel Nowaja Semlja an. Im Juni tann bereits der erste beladene Eisbrecher dorthin fahren. Die Entfernung bis zum Nordlande be­trägt von da aus nur noch 2000 Kilometer, was einer Fahrt von zehn Stunden gleichkommt. Die Flugzeuge fliegen am ersten Tage zum Neulande. Während der Entladung werden die Maschinen über­holt. Am zweiten Tage geht es zurück und Nowaja Semlja, wo 48 Stunden Ruhe eingelegt werden. Diese Zeit genügt zu etwaigen Reparaturen und zum Neubeladen. Auf diese Weise macht jedes Fahr­zeug im Monat sieben Hin- und Rückflüge. Mit zehn Maschinen hätten wir also in vier Wochen das ganze Material fortgeschafft."

Demnach würde also die Mutung auf Ihr Platinlager nicht vor Mitte Juli beginnen könnnen. Dann wird es für dieses Jahr zu spät, noch die Ausbeutung der Erdölguellen zu beginnen."

Es müßte eben auch dafür bereits alles vor­bereitet fein", warf Nagel ein.

Diese Vorbereitungen würden doch wohl min­destens das Fünffache an Material, Arbeiten und demnach auch an Flugzeugen bedingen. Glauben Sie. daß ein vernünfaiger Mensch si chfinden wird, diese gewaltigen Ausgaben auf einen blauen Dunst hin zu leisten?"

Dann bleibt nichts anderes übrig, als daß Sie persönlich die Zuverlässigkeit der Sanderschen Be­hauptungen überprüfen", meinte der junge In­genieur.Darf ich den Vorschlag machen, ihn einer Probe seiner Fähigkeiten in einem nur Ihnen be-

Bullenverkauf.

Die Gemeinde Hungen verkauft auf dem Wege des schriftlichen Angebots einen zur Zucht zu schwer gewordenen Bullen. Angebote'sind bis zum Freitag, dem 15. Mai 1925, vormittags 11 Llhr bei uns einzureichen, woselbst auch die Berkaufsbedingungen eingesehen werden können. Der Bulle kann auf dem hiesigen Hofgute am Mittwoch, dem 13. und Donnerstag, dem 14. Mai 1925 nach­mittags besichtigt werden. Ein Betreten des Stalles ohne Erlaubnis des Dullen- Halters, ist wegen der Gefahr einer Seuchen- einschleppung, nicht gestattet,

Hungen, den 11. Mai 1925.

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Telegramm in Chiffren aus Gelsen- kirche n.

An Herrn Blankenburg, Kalmikowskaja, , Rußland.

Angestellte Versuche mit Sanders verliefen er­folgreich. Bin bereit, mit Stratoff zusammen das Unternehmen zu finanzieren. Vorbereitungen müssen so getroffen werden, daß im nächsten Jahre gleich­zeitig mit Inangriffnahme der Platingrube die Er- bohrung der Erdölguellen stattfindet. Nagel kehrt in einigen Tagen nach dort zurück. Ersuche Sie, in Verbindung mit ihm und Stratoff detaillierten Arbeitsplan zu entwerfen, in welchem vor allem die monatlichen Geldbedürfnisse erscheinen. Erbitte nad) Fertigstellung persönliche Rücksprache mit Ihnen. Hagen.

16.

An Ihre Durchlaucht die Fürstin Linda La- 1)0rg, Schloß Saratu, Rumänien.

Professor von Dappers Sanatorium in Bad Sliffingen.

Hochverehrte Fürstin!

Gestern traf ick) mit unserem schwerer krankten Freunde, Herrn Sanders, hier ein. Da er selber noch zdm Schreiben zu schwach ist, bat er mich. Ihnen Nachricht zu geben, bevor Sie vielleicht von anderer Seite etwas über seinen Unfall erfahren.

Also zunächst die Hauptsache vorweg: Herr San­ders ist außer aller Lebensgefahr und wird nach Angabe des sehr tüchtigen Professors in einigen Wochen wieder im vollen Besitz seiner Kräfte fein.

Und nun lassen Sie mich Ihnen genau alles er­zählen: Lor vier Tagen kamen Sanders und ich in Gelsenkirchen an, wohin Herr Hagen uns gebeten hatte, um fick) persönlich von den Fähigkeiten un­seres Freundes zu überzeugen. Bereits abends im Hotel klagte Sanders über Schwindel und Müdig­keit. Merkwürdigerweise glaubte er, die Kohlengegend sei daran schuld. Er habe bereits früher die Be- ohartiiung gemacht, daß die Ausstrahlungen grö­ßerer Kohlenmassen deprimierend auf ihn wirkten.

Am anderen Morgen fuhren wir in zwei Autos in Begleitung von Hagen und mehreren seiner An­gestellten in Die Umgebung der Kohlenstadt. Ueber- all rauchten Schornsteine, rasselten Fördertürme uird flammten die Hochöfen. An einem Ackerstück, in weiter Entfernung vom nächsten Schachte stiegen wir aus. Hagen und seine Leute zogen eine Karte hervor, mit Einzeichnungen der unterirdischen Struk-

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kannten Montanrevier zu unterwerfen? Vielleicht werden Sie ihm Glauben schenken mnd uns gleich in ausreichender Weise unterstützen."

Hagen lachte vergnüglich vor sich hin. Dann meinte er:

Eins will ich Ihnen sagen, junger Freund: Entweder ich lasse überhaupt meine Hände von der Sache, oder sie wird gleich so angegriffen, daß auch richtiger Dampf dahinter ist. Jedenfalls will ich Ihren Vorschlag in Erwägung ziehen und Ihnen in kürzester Zeit Nachricht zukommen lassen, ob und wann ich Sic und Herrn Sandero nochmals ein­gehend zu sprechen wünsche. Hätten Sie denn überhaupt genug ausgebildetes Personal, erstens zum Bau dieser großen Menge von Flugzeugen und zweitens zur sachverständigen Bemannnung und Führung derselben?"

Uns stehen die ganzen Leute der Martens- schen Fabrik zur Verfügung, die sich jetzt bereits in Kirgisia befinden. Zusammen mit russischem Ergän­zungspersonal reichen sie vollkommen aus."

Martens selber ist vor acht Tagen den Fran­zosen entflohen."

Und ebenfalls bereits in Kirgisia", fiel Nagel ein.

Ich dachte es mir. Natürlich von den Bolsche­wisten befreit?"

Ja."

Fabelhaft, diese Leute! Zu Feinden möchte ich sie nur ungern haben. Leider sind sie auch als Freunde noch recht unzuverlässig. Und damit komme ich auf den letzten Punkt der Angelegenheit: Wie dachten Sie sich die politischen Verhältnisse in dem neuen Nordlande?"

Wir müssen unser Neuland dem deutschen Staate als Kolonie anbieten", meinte Nagel.

Damit werden Sie wenig Glück haben", lachte Hagen.Es bleiben bann also nur zwei Möglich­keiten: Entweder Sie treten unter russische Ober­hoheit, ober Sie machen sich zu einem selbständigen Staate, erwählen einen Präsidenten und geben sich Ihre eigenen Gesetze."

Der Herr, von bem Nagel zuerst empfangen worben mar, betrat jetzt wieber das Abteil.

Wir fahren in die Station Celle ein", mel­dete er. _

Dann leben eie wohl", sagte Hagen und reichte dem über den plötzlichen Abschied erstaunten In-, gcnieur'bie Hanb.Sie werden von mir hören."

iur der Erdschichten, soweit sie durch die Anlagen der Gruben bekannt waren.

Und nun begann die uns so wohloertraute Tätigkeit unseres Freundes, die zu den überraschend­sten Resultaten führte und Hagen und seine Ange­stellten zu heller Bewunderung hinriß.

Zunächst stellte er aufs genaueste den Verlauf aller unterirdischen Anlagen fest, bis er plötzlich an einer Stelle in große Erregung geriet.

Es war dort, wo in einer benachbarten Grube auf der sogenannten dritten Sohle in etwa 500 Meter Tiefe ein Verbindungsstollen durchgeschlagen werden sollte. Hier trennte nach seiner Behauptung nur noch ein Stück von etwa drei Meter den Stol­len von einem großen Hohlraum, der mit stark kom­primierten Kohlengasen angefüllt war. Beim un­vermuteten Anschlägen dieses Hohlraums konnte un­ter Umständen eine der sehr gefürchteten Schlag­wetterexplosionen ftattfinben.

Rasch würben bie Autos bestiegen, und wir rasten zum nächsten Schachateingang. Hier gelang es noch, bie Mannschaft in jenem Stollen, rechtzeitig zu benachrichtigen. Die Sprenglabung wurde' wieber entfernt unb statt ihrer eine mit komprimierter Lust getriebene Bohrmaschine eingesetzt. Nach Ver­laus von zwei Stunben schlug sie ben mit Gas ge­füllten Hohlraum an, unb sofort brängten die Schlagweter mit solcher Gewalt aus dem Loche, daß die Maschine beiseite gebrückt und beschädigt wurde. Noch volle 48 Stunden soll es gedauert haben, bis der Druck des Gases völlig nachließ.

Herr Hagen verzichtete nun auf weitere Proben der Sandersschcn Fähigkeiten und lud uns zu einem Frühstück in feine Villa ein. Hier leistete sich San­ders noch einen glanzvollen Beweis seiner Be­gabung, indem er unmittelbar neben der Villa im Park einen artefifdjen Brunnen entdeckte, der nur in zehn Meter Tiefe liegen sollte. Wie wir hier durch ein Telegramm erfuhren, ist die Quelle tatsächlich erbohrt und springt selbsttätig ein Meter hock) über die Erdoberfläche.

Nach diesem letzten Versuche seiner Tätigkeit war Sanders so erschöpft, daß ich ihn sofort ins Hotel brachte, wo er alsbald zu Bett ging. Am nächsten Morgen fand ich ihn zu meinem Schrecken in einem höchst bedenklichen Zustande. Er,fd)ien bet Bewußtsein, vermochte aber nicht zu sprechen, und sein Puls war kaum mehr zu fühlen.

(Fortsetzung folgt.)

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Betr.: Schuh des Buchenaufschlags in den Buchenaltbeständen.

Das Betreten der älteren Buchende- stände im Stadttvalde außerhalb der Wege wird mit Rücksicht auf die vorhandene Duchenbesamung verboten.

Gießen, den 7. Mai 1925.

Der Oberbürgermeister.

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