Ausgabe 
12.5.1925
 
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Zahl reichte nicht aus, um allen Nachfragen ent­sprechen zu können. Dan 71 , Uhr an stellten sich die Zugteilnehmer in der Marburger Straße mit Anschluß im Wiesecker Weg auf, ab >r < . n 8Vj M(jr konnte angesichts der großen ord­nende Teilnehmermasscn der Abmarsch begonnen werden.

Einer mächtigen. Doppelten Feuerschlange gleich, in deren Mitte öic einzelnen Gruppen­führer und die Fahnenträger schritten, in stram­mer militärischer MarschDisziplin, wohlausgerich­tet nach dem Vordermann, sorgsam Abstand hal­tend und jeder Straßcnsituation sich schmregsam anpassend, so schritten sie daher, diese inehr als tausend Fackelträger, straffen Schrittes, leuch­tenden Auges. Die in zwei Terle gegliederte Ka­pelle Topp führte den ersten und den Schluß­teil des Zuges an, der Mitte schritt die Kapelle Weller voraus. Unmittelbar hinter dem ersten Teil der Kapelle Topp schritten die Mitglieder der Vorstände der im Aeichsblock verbundenen Parteien und Verbände, ilnb nun folgten die studentischen Korporationen in Wichs, viele ihre Alten Herren an der Spitze, von ihren Fahnen überflattert, und eine so große Anzahl von Vereinen (zum Teil in sehr starker Vertretung), daß wir da zahlreiche Vereine in letzter Stunde unangemeldet zur Teilnahme erschienen ihre Aomen hier nicht registrieren nwchten, um der Gefahr vorzubcugen, daß ein Verein an dieser Stelle übergangen unb dadurch seine wert­volle (Erinnerung an diesen denkwürdigen Abend womöglich getrübt würde. Bemerkenswert ist aber die TatsacA, daß sich unter Den Vereinen auch manche vom Lande, namentlich aus den Kreisen

der 2ungbaueri»schast, des Zungdeutschen Ordens usw., befanden, denen es ein Bedürfnis war, zusammen mit der Bürgerschaft der Provinzial- Hauptstadt dem verehrten Vater Hindenburg bei der Ilcbernahme seines Amtes eine neue Ehrung zu bereiten. Selbst mehrstündiger Anmarsch und elenso lange Marschzeit für den Heimweg waren diesen Volksgenossen vom Lande, denen man be­sondere Anerkennung zollen muß. nicht zu viel. Manche Häuser erhöhten die starke Wirkung des Fackelzuges durch Illumination mit Lampions bzw. Kerzen, eine Ausstattung der Häuser, die allgemein sehr viel Beifall sand. Aach über einstündigem Marsch erreichte der Zug sein Ziel, den Trieb, wo die Fackeln zusammengeworfen wurden unb die Festteilnehmer in einem großen Kreis Aufstellung nahmen. 3m Scheine der lichterloh brennenden Fackeln hielt Studien­rat Dr. Lenz eine kurze Ansprache an die nach Tauseirden zählende Menschenmenge, in der er den neuen Reichspräsidenten feierte, seine großen Ver­dienste um unser Volk in großen Strichen ber- vorhob. die Hoffnungen auf seine Führerpersön­lichkeit in kurze Worte faßte und der Gießener

Bürgerschaft herzlichen Dank aussprach für die große Beteiligung bei der Ehrung des verehrten Reichsoberhauptes. Mil einem begeistert auf­genommenen Hoch auf den Reichspräsidenten Ge­neralfeldmarschall v. Hindenburg und Dein anschließenden gemeinsamen Gesang des Deutsch­landliedes faird die Kundgebung am lodernden Feuer ihren Abschluß.

Anschließend fand ip den Räumen der Liebigshöhe ein geselliges Beisammensein statt, zu dem jedermann Zutritt hatte, dem aber nur ein Teil der großen Menschenmassen beiwohnen konnte, da die Liebigshöhe nicht ausreichte, Tau­sende zu fassen. Der Vorsitzende der Deutschen .Volkspartei in Gießen, Prof. Dr. Kraus- müllcr, der diese Kundgebung leitete, wies in seiner Begrüßungsansprache im Aarnen Der Gießener Ortsgruppe des Rcichsblocks besonders auf die hohe Bedeutung des Ereignisses hin, * dessen man auch hier in heißer Vaterlandsliebe yunö in Verehrung für den neuen Präsidenten * gedenke: die Amtseinführung des ersten vom j ganzen Volke frei erwählten Reichspräsidenten, dem auch die Gießener Bürgerschaft mit vollem Vertrauen folge. 3m weiteren Verlauf des Abends hielt Studienrat Dr. Lenz eine kurze Ansprache, in der er noch einmal alle guten Wünsche der Gießener für den

Reichspräsidenten von Hindenburg und für sein Wirken als politischer Führer hervor- hdb, der Befriedigung über Den Wahlerfolg Ausdruck gab, die große Bedeutung des Wieder­erwachens und Erstarkens des nationalen Ge- dankerrs für unser Volk darlegte und dabei Diz Hoffnung aussprach, daß wir doch noch zu einer wahren Volksgemeinschaft, zu einem wirklich einigen Volke kommen möchten, das dem übel­wollenden Ausland gegenüber seine Rechte auf sein Eigenleben als Staat und Volk geltend mache. Jetzt gelte es, mit aller Kraft dem Reichspräsidenten zu folgen, um ihm dadurch die Erfüllung seines hohen Amtes $um Besten des ganzen deutschen Volkes zu erleichtern. Ein freudig aufgenommenes Hoch auf das deutsche Vaterland und seinen Präsidenten von Hinden­burg bildete Den Ausklang der begeisterten und begeisternden Ansprache. Postamtmann Kohl­hase feierte die deutschen Frauen und Mütter, Denen von den Herren der Schöpfung ein kräf­tiges Hoch ausgebracht wurde. Bei gemeinsamen Gesängen vaterländischer Lieder und den schnei­digen Weisen der vortrefflichen Kapelle Topp blieb man einige Stunden in bester Geselligkeit zusammen. Gegen 1 iBjr fand die denkwürdige Feier ihren Mschluh.

Aus der Provinz.

Landkreis Gießen.

ri. Lich, 11. Mai. Der gestrige Sonntag war hier dem KampfgegendenAlkoholismus gewidmet. Am Nachmittag hielt Pfarrer Ködding von Eberstadt eine Predigt über die religiös-sittlichen Gefahren des Alkoholrnißbrauchs. Am Abend fand eine Versammlung statt, in der Pfarrer D. Fritsch von Ruppertsburg über die Schäden der Unmäßig- keit sprach, er erläuterte seine Ausführungen durch packende Beispiele. Die Versammlung nahm einstim-

sotjMim m wii.

Der Den meisten Menschen stellt sich schon vor Dem vierzigsten 3ahre irgendein Merkmal des beginnenden Alters ein, meistens in Form einer unliebsamen Leibesfülle.

Korpulenz ist Die Einleitung für allerlei Ge­brechen und Schwächen Der reiferen Jahre Sie ist eine Folge Der Verzögerung des Stoffwechsels und Dlutumlaufes und steht im Zusammenhang mit vielen körperlichen Leiden und Beschwerden

3e später Leute korpulent werden, desto länger bleiben sie jung, frisch, lebenSmutig und leistungsfähig.

mig eine Entschließung an, in Der geforbert wurde, daß in das neue Schankstöttengeseg das Gemeindebestimmungsrecht ausgenommen wird zum Wohle des Volkes und der Heranwachsen­den Jugend und zum Nutzen des gewissenhaften Eastwirtegewerbes.

Kreis Friedberg.

. Bad-Nauheim, 11. Mai. Die heutige Sitzung der Stadtverordneten hatte nur eine wenig umfangreiche Tagesordnung zu erledigen. Haupt­ursache der Einberufung war wohl ein von einem der Beigeordneten und sieben Stadtverordneten ge­stellter Antrag:Am Tage der Vereidigung des Reichspräsidenten von Hindenburg sind alle städtischen Gebäude zu flaggen." Durch die inzwischen erfolgten amtlichen Bekanntmachun» gen hat dieser 'Antrag seine Erledigung gefunden. Von den übrigen zur Verhandlung stehenden Punkten der Tagesordnung nahm der nun schon berühmt" gewordene Punkt über Erhebung des 6. Zi e l s der So «der st euer vom be­bauten Grundbesitz die Hauptzeit der kurzen Sitzung für sich in Anspruch. Es sei dazu zusammen- fassend nochmals kurz mitgeteilt: Nachdem das 5. Ziel der Steuer erlassen worden war, machten sich starke Stimmungen im Parlament geltend, auch auf die Erhebung des im März fällig gewesenen 6. Ziels zu verzichten. In mehreren Sitzungen, letztmalig in der letzten Versammlung, war die «teuer Gegen­stand von zum Teil sehr erregten Aussprachen. Zunächst wurde das 6. Ziel bis zum April gestundet, dann erfolgten weitere Anträge, die Verlängerung der Stundung, völligen oder teilweifeit Erlaß der Steuer forderten. Die heutige Sitzung hat nun den kategorischen Beschluß gefaßt: Das 6.Ziel wird erhoben. Jedoch sollen Gesuche um Erlaß weit­gehendste Berücksichtigung finden. Zur Bearbeitung unb Prüfung ber in bicser Richtung eingehenben Gesuche würbe ein befonberer Ausschuß gebildet. Die Stadt kann aus das 6. Ziel nicht verzichten. Es ist dazu bestimmt, die Lücke in den Einnahmen aus­zufüllen, die entsteht zwischen dem Abschluß des alten Rechnungsjahres unb dem Zeitpunkt, wo über den neuen Hcwshaltungsplan Beschluß gefaßt wer­den f ,nn. Einer Reihe von Geländeoerpach- tunyen, zumeist Kleingärten, stimmte die Versamm­lung zu. Die Dbcrrealfdjule will einen Flügel anfchaffen. Aus Elternkreisen hat sic dazu schon Zuwendungen erhalten. Die heutige Sitzung bewilligte noch einen städtischen Zuschuß in Höhe von 1300 Mark. Das Klavier bleibt Eigentum der Stadt. Ein vorzüglicher kameradschaftlicher Geist beseelt die Mitglieder der hiesigen Vereini­gung ehemaliger 116er, die unter der Lei­tung von Studienrat Dr. K n i e r i e m steht. Das zeigte sich wieder bei der letzten Zusammenkunft am Samstagabend, wo eine von Kamerad O. Schäfer gestiftete Tischstandarte ihre Weihe fand. Gegenstand anregender Aussprache waren die Vor­arbeiten zu einer Veranstaltung zugunsten des noch zu errichtenden Kriegerdenkmals, ferner der Vcr- tretertag des Verbandes, ber inzwischen in Mar­burg stattgefunben hat. Bei ben F u n b a m ent­art) e i t e n für bic Mauer, bic zur Zeil um ben neu angelegten Teil des Friedhofs gezogen wird, stößt man" immer wieder auf vereinzelte vor­geschichtliche Funde aus der Latene- z c i t. Bekanntlich ist das Gelände unseres Friedhofs eine in ber Literatur berühmt geworbene ,Tunb- stelle aus bem genannten Zeitabschnitt unserer Früh­geschichte.

Kreis Büdingen.

nD. Aid Da, 10. Mai. Die ehemaligen 116er vom QanDft urrnBataillon Friedberg haben sich heute hier ein Stell­dichein, wozu sich etwa 200 Kameraden aus Oberhessen eingesunden hatten. Die Gäste wur­den am Bahnhof von den hiesigen Kameraden mit einer Musikkapelle abgeholt und zogen auf den Marktplatz, wo sie Kaufmann August Langas mit herzlichen Worten willkom­men hieß. Born Marktplätze bewegte sich Der Zug zum Friedhof an das Grab des Obersten August Weimer, eines gebürtigen Aiddaers. der Drei Jahre lang Kommandeur des Land- sturmbatailloirs in Markirch gewesen war. Amts« gerichtsdtrektor Fuhr aus Dad-Aauheim, Der Hauptmann im Bataillon war, hielt eine tief­empfundene Ansprache und legte einen Kranz am Grabe nieder. Dann folgte in Der Stadt eine gemütliche Feier des Wiedersehens ber einstigen Kriegskameraden, wobei der blefige Arbellergesangverein mehrere passende Lieder vortrug und noch zahlreiche Reden- ernsten und heiteren Inhalts gehalten wurden. Die Feuer­wehrkapelle füllte Die Pausen Durch schwungvoll gespielte Soldatenlieder, Märsche ukw. aus. Die Feier nahm für alle Teilnehmer einen recht DefricDigenDen Verlauf.

Kreis Schotte».

Schotten, 11. Mai. Der 23 Jahre alte Arbeiter Karl M e u e r wurde heute nachmittag im D a s a l t st e i n b r u ch bis zum Oberschenkel verschüttet. Durch die schweren Steinblöcke wurden Dem jungen Mann der Ober- und Tlnterschenkel des einen Beines gebro­chen. Aach Anlegung eines Aolverbandes durch einen hiesigen Arzt wurde der Schwerverletzte von der (Siebener Sanitätskolonne mittels Auto ab» geholt und in Die (Siebener Klinik überführt.

-. Schotten, 10. Mai. Der hiesige V. H. C. unternahm am Samstag eine geschichtliche Wanderung nach Stornsels und Ei n ar t s h a use n, Die äußerst anregend ver­lief und jedem ernsten Heimatforscher Gelegen­heit gab, sein Wissen auf diesem Gebiete zu be­reichern und zu vertiefen. Lehrer Stein- Storm- sels zeigte und erläuterte die Ucberrefte Dec ehe­maligen Burg Stornsels und gab einen geschicht­lichen Tleberblick über ihre Entstehung und ihr weiteres Schicksal im Lause Der Jahrhunderte. Die geschichtliche Vergangenheit von Einartshausen beleuchtete der dortige Lehrer Alles. Den Schwerpunkt seiner Ausführungen verlegte er auf daS Verhältnis der 'Bevölkerung zu ihren Standesherren in den letzten Jahrhunderten.

Laubach. II. Mai Das Konzert, bas Der Gesangverein Harmonie gestern abend im großen Saale Des Solms er Hoss unter Leitung von Lehrer M o x t e r - Gonterskirchen veranstaltet hatte, Durfte sich eines guten Besuches erfreuen. Die Männerchöre zeugten von sorg­fältiger unD verständnisvoller Schulung. Ebenso hinterließ Der Dortrag Der Herren Dr. Berlin- Gießen (Klavier> und Böckler-Laubach (Bioline) einen tiefen EinDruck. Auch Die von Frl. Liefet Böhme-Laubach vorgetrage­nen Lieder gefielen in hohem Maße. - 3n diesem Frühjahr fällt die geringe Zahl der Sing­vögel auf. Rur ganz vereinzelt hört man in den Gärten einmal eine Amse I. Auch Die Finken haben sich selten gemacht. Früher war alles von ihnen belebt. Ebenso schlen Die Stare und Die D r o s s e I n fast ganz. 3m Wald kann man säst dieselbe Beobachtung machen. Man kann wohl im Tleberhandnehmen der Katzen die Ur- fache erkennen. Auch Der rücksichtslos fortgesetzte Fang Der Singvögel im Ausland wird teilweise schuld sein. Der Ausfall Der Getreide- und Obst­ernte, Die nicht mehr Durch die Vertilger des äln- geziefers geschützt wird, kann wohl hierüber die Quittung geben.

)( Ruppertsberg, 10. Mai. Heute fand bei Gastwirt und Bäckermeister Schlörb dahier eine Tagung der Bäckerinnung Des Kreises Schotten statt, an Der mehr als 20 Bäckermeister teilnahmen. Der Syndikus des Landesverbands, Dr. Maurer, Darmstadt refe­rierte über verschiedene Berufs- und Standes- fcagen und lud zu Der VerbanDstagung in Bens­heim, die am 24 .d. M. abgehalten wird, ein. Mehrere Bäcker Der Kreisinnung Schotten wer­den sie besuchen. - Am nächsten Sonntag feiert Der hiesige Radsatzrerverein Germ ania seine Bannerweitze. verbunden mit einem Gau- fest der o b e r h e s s isch e n Radfahrer- Vereine. Außer den Dem Gau angehörenden Vereinen werden sich auch andere Vereine der be­nachbarten Orte, insbesondere mehrere Gesang­vereine, daran beteiligen.

/X L a r d e n b a ch, 10. Mai. Die Winter­saat zeigt hier im allgemeinen ein befriedigen­des Aussehen. Rur einige Kornäcker haben gelitten; man wird sie umsäen oder ganz neu bestellen müssen. Der Klee und Die Wiesen­gräser stehen sehr gut. Auch Die Frühobsl- cr r t e n sind bis jetzt gut Durchgekommen.

Kreis Alsfeld.

Alsfeld, 11. Mai. Heute trafen die fünf Autos hier ein, Die für Die vier neuen Kraftwagenlinien vom Reichspostmini- sterium bei einer Erfurter Firma bestellt wurden, so Daß mit Der Ausnahme des Verkehrs noch in Dieser Woche gerechnet wird.

Starkenburg und Rheinhessen.

* D a r m ft n b t, 11. Mai. Die Stadt Darm­stadt hat die Bildung eines st ä d t i s ch e n O r - chestcrs, das 36 Mann stark sein soll, beschlossen. Das Orchester wird der städtischen Akademie für Tonkunst angegliedert.

Hessen-Nassau.

If Marburg, 11. Mai. Die Leiche Der seit dem 26. April vermißten 16 Jahre alten in Marburg bediensteten Elisabeth Preis wurde gestern bei Der Rehbrücke am Mühl rechen hängend, gefunden. Die Eltern des Mädchens sind aus dem Saargebiet hierher ge­zogen und wohnen in dem Dorfe Bortshausen. Ebenso ist auch das Verschwinden einer geistesschwachen Frau aus Goßfelden jetzt aufgeklärt. Deren Leiche wurde nördlich unserer Stadt am sog. Weihenstein aus Der Lahn ge- länDet. 3n Den letzten Rächten wurden hier mehrfach teils Einbruchsdiebstähle aus­geführt, teils versucht. Den Dieben fielen Silber­sachen und Kleidungsstücke in die Hände.

bl. Dillenburg, 11. Mai. Die Braun- kohlenindustrie des nahen Westerwal- d e s ist im Abbau begriffen. Eine ganze Reihe von Lagern mußte wegen Erschöpfung aufge­geben werden, während einzelne Betriebe wegen Den hohen Kosten der Abdeckung eingeschränkt werden mußten. Dagegen steigt ein anderer Zweig zu voller Blüte in "die Hohe: Die Basalt- ftetnindustrie, in Der Die bei Den Braun­kohlengruben zur Entlassung gekommenen Ar­beiter größtenteils Beschäftigung sinDen konnten.

fpD. Haiger, 11. Mai. Der MinistLi- Des Innern hat Den Polizeibeamten Wagner, Thomas und Reisch als Anerkennung für ihre ausgezeichneten Leistungen in Der Mordsache Angerstein nennenswerte GelDspenDen überweisen lassen. Ferner tourDe Der Freiwil­ligen Sanitätskolonne Haiger von Dem RegierungspräsiDenten in der gleichen Ange­legenheit eine erhebliche Geldzuwendung gemacht.

Frankfurt a. M., 11. Mai. (WTB.) Aus unglücklicher Liebe hat sich im Stadtteil Sachsenhaufen heute eine K o n t o r i st i n mit Leuchtgas vergiftet. Sie hinterließ ein Testa- ment, in bem sie ihren Geliebten, einen u e x-- heirateten Monn, zu ihrem Universal­erben einsetzte.

fpb. Frankfurt a. M-, ll._JDiai. Die Zahl ber Geschöftseinbrüche in Frankfurt o. M. bewegt sich seil längerer Zeit auf st c t s sinken­der K u r v c. Große Einbrüche, wie sic wahrcnb der Inflationszeit an ber Tagesordung waren, kennt bic Kriminalpolizei kaum noch. Die Ursachen bicser gewiß erfreulichen Erscheinung sinb folgende. Seit ber Errichtung her F a h n d u n g s k o in Mission beim Polizeipräsibimn burchstreisen slänbig Beamte bic Stadt unb ihre Schlupfwinkel unb lassen bo- durch die berufsmäßigen Verbrecher nicht mehr Zur Ruhe kommen. Die oolge ist, boß sich diese Herr­schaften anderen Städten zugewendet haben, wo ihnen der Boden sicherer zu sein scheint, als am Main. Dann aber ozrbüßen augenblicklich die Haupt­einbrecher langjährige Gefängnis- bzw. Zuchthaus­strafen; sie bieten damit ber Geschäftswelt eine ge- wisse Sicherheit. Aber n#od) ein anbercr Grunb, mehr wirtschaftlicher Art, kommt für die Einbrecher in

Durch knappe Ernährung die Fettleibigkeit bekämpfen zu wollen, hat keinen Zwecks Blut­armut und "Nervenschwäche sind oft die Folgen.

Roch schädlicher können JoDkurcn, einschließ­lich der Kuren mit sogenannten Entfcttungstees, die aus jodhaltigen Pflanzen (Fucus) hergestellt sind, im Einzelfalle wirken.

Wer Zeit und Mittel dazu hat, benutzt mit Erfolg gegen Fettleibigkeit Brunnenkuren. Tiber man kann Doch nicht daS ganze 3ahr in Kur­orten zubringen.

Der Reallol-Bersand in Berlin hat nach den wirksamen Bestandteilen von fünf Der bewährten Kurbrunnen Tabletten künstlich hergestelll, die man jederzeit ohne große Vorbereitungen ein­nehmen kann, und die gegenüber allen anderen Kuren außerordentlich billig ftnD.

Die Kur erfordert keine besondere Diät oder sonstigen Zwang, man wird nicht im Beruf oder in der Erholung gestört, sic verursacht keine Durchfälle oder sonstige Unannehmlichkeiten, und, was die Hauptsache ist, sie wirkt ganz aus­gezeichnet.

Reaktol hat Dankschreiben von Personen, die ihrer Stellung nach sicher nicht einen überraschen­den Erfolg bestätigen würden, wenn er nicht tat­sächlich vorhanden wäre, unb sie kann mehrere lausend solcher Erfolgsbcstätigungen aufweisen. Gewichtsabnahmen von 20 bis 30 Pfund sind nichts Seltenes und wotzlgcmerkt, wird das er­zielt ohne jede Beeinträchtigung des Wohl­befindens, vielmehr macht sich schon nach Laczer Zeit ein deutlich wahrnehmbares Gefühl größerer körperlicher Frische bemerklich. Atemnot, Kopf-

Frage. Bisher fanden sie für khrr «fkchkne WmvBM ben zahlreichen Hehlern glatte Abnahme und «» hielten sofort bares Gelb bafür. Heute werden bb Händler unb Hehler fortwährend durch Beamte r» vidiert und in Unruhe gehallen; sie sind aber auch nicht mehr in der Lage, den Einbrechern sosoä bares Geld auszuzahlen, da sich die allgemeine Geld» knappheit sogar in den Höhlen der Hehler bemerk­bar macht. Der Arbeiter Hans Bogner ge­riet auf dem Lagerplatz der Firma Earl Prester & Eo. im Ofthafengebist zwischen die Puffer zweier Ei s e n b a h n g e n. Er wurde dabei so erheblich gequetscht, daß er in hoffnungs­losen Zustande dem Städtischen Kranke»» Hause zugeführt werden mußten.

Frankfurter Kammerspiele.

Aju

Ein Kommerspiel menschlicher Leidenschaften und menschlichen Irrens.

Ossip Dymow erzählt das Schicksal einer Frau, er schildert mit russischer Schwere, wie der Dritte, fast absichtslos, die neun Jahre 6e- stehende Einheit zwischen Mann unD*'grau zer­stört. Durch diese ungemein glaubhafte Alltags­geschichte menschlichen Zerbrechens geht der Dich­ter, weichllch, erfüllt von einer die Realistik des Tages verschleiernden Melancholie...... Ich

gehe vorüber, überall vorüber ... 'Nirgends macht er langer hall, auch nicht bei der Frau, die Mann und Kind ihm opfert. Der Gatte, ganz unproblematisch, ein guter, einfacher Kerl, beschäftigt fich nicht mit Seelcnanalysen; der Inbegriff seines Daseins ist ihm Frau und Kind. Am stärksten sind die Szenen, wenn Eifer­sucht in ihm hochschlägt und die Frau sich von ihm wendet. Dju, die Frau, steht zwischen diesen beiden; sie ist eine sich unverstanden fühlende Schwärmerin, verstrickt in die Rehe des Schick­sals, welches sie aus ihrer bürgerUchen Ruhe in Gestalt des Dichters aufgescheucht hat. Da sie zur Erkenntnis kommt, ist der Tod die! einzige Rettung aus all Dem Xlnzukänglichen- Aju zieht Die Konsequenzen, ihr Mann ist zer­brochen, Der Dichter geht weiter. ErgreisenD ist die letzte Szene, Da Die allen Eltern Rjus Da# Tagebuch Der Verstorbenen lesen. Fritz Peter Buch inszenierte Die Aufführung verständnis­voll, in stark sprechender Einfachheit. Die Dar­stellung Der beiden Männer, Odemar (Dichter) und Hart (Gatte), war von gegenseitig ergän­zender Charakteristik. Die Aju Fritta Brods hingegen blieb etwas farblos. Man hätte sich diese Frau vibrierender', zerflatternder, weniger gellärt gewünscht. Ganz auf den Ton des Kam- merfpiels war das Elternpaar, Th. Klink­hammer und A. Bauer, gestimmt. Leider zerriß die Einteilung in zehn Bilder Wort und Stimmung unbarmherzig. Auch das Publikum brachte nicht die rechte Anteilnahme entgegen.

Turnen, Sport unb Spiel.

Vom 5. Bezirk

des Turngaues Hessen <D. T.)

4 Friedberg, 10. Mai. Unter Leitung des 'Dezirksturnwarts Hartmann (Dad-Aau- heim) wurde heute in der Halle Der hiesigen Turngerneinde die vierte planmäßige Bezirks- vorturnerstunde in 1924/25 abgehalten. Die 25 Dezirksvereine hatten zusammen 40 Turn- Warte und Vorturner entsandt. Zinn erstenmal vertreten war Der Turnverein Birklar, der kürzlich dem (Sau Hessen beigetceten ist. Es fehlten die Vereine Eberstadt, Kirchgöns, Rieder-- Mörlen, Ober-Mörlen, Rockenberg und Wölsces- heim. Durchgeturnt und eingehend besprochen wurden die für Daß (Sauturnfcft in Friedberg vorgefchriebenen Frei- und Geräteübungen. Außerdem waren die Gemrinüdungen am Pferd, die der Gau beim Kreisturnfest in Gießen vor- führt, Gegenstand gründlicher Belehrung und praktischer Erprobung.

Der an die Turnstunde anschließenden Be­sprechung wohnte der Bezirlsvertveter, Studien­rat Schuchmann (Friedberg), bei. der kurzen Bericht über Die gestern abend In Bad-Aauheim ftattgefunDene Sitzung des Bezirksvorstandes er­stattete und Die Turner zu fleißiger Arbeit in Den tommenDen Monaten aufforDerte, Damit Der Bezirk bei Den "Veranstaltungen Dzß Gaues und Des Kreises in Ehren bestehen könne. Er mahnte vor allem auch zu echt turnerischem Verhallen bei Den Turnfesten, sowohl was das allgemeine Betragen als auch die Tumlleidung anbetressc. Der "Vorsitzende Der SurngemzinDe Friedberg. Studienrat Thierolf, sprach kurz über die Vorbereitungen zum (Saufeft, die schon voll im (Sang sind und einen .guten Verlauf verbürgen. Ehrenpflicht dec Vereine sei es nun, mit Wett- tumern, Muslerriegen und Festbesuchern sich zahlreich am (Sauturnen zu beteiligen. Fried­berg würde in weitgehendem Maße sich gast­lich erweisen.

Das volkstümliche Bezirksturnsest hat Der Tv. Aieder-Weisel übeinomnin. Die "Vor­bereitung liegt bei ihm in guten Händen. Als Tag des Bezirksturnens wurde Der 7. 3 u n i be­stimmt. Die Wettkampfübungen fiitb Kugelstoßen, Etabhoch-. Weitspning, Laufen und ci.xc "Frei­übung. Für alle Wetturner ist gerne infamer Turngang von Butzbach aus voraeschriedeu. Die Wettkämpfe der Schüler finden aus allgemeinen crzichcrifchen Gründen getrennt vom Feste statt, und zwar schon am vorausgchenden Samstag»

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