Ausgabe 
12.3.1925
 
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m. 60 Erstes Statt

NS. Jahrgang

Donnerstag, 12. März 1925

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

vnlck und Verlag: vriihl'sche Univerfitäls-Vuch- und Ztetndruckerei K Lange in Sietzen. Schriftleitung und Seschästrftelle: Schulftratze 7.

Völkerbund und Garantiepakt

Entwicklung und die Zeit bringen.

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um Kaiserallee 45.

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oewer-Werke.

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strafe und 10 Jahren Aufenthaltsverbot verur< teilt.

Lnnahme von Anzeigen für die Tagesnummer vis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichkeit Preis für l mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite Srtl>ch8, auswärt- 10 Goldpfcnnig; für Re» nlamc-Anzcigenv TOmm Breite 35 Eoldpfennig, Plahvorfchrist20^ ,Auf­schlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friede Wilh. Lange; für den übrigen Teil. Ernst Blumschein,- für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen

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Mach einer Meldung derAgence Delge" verurteilte das Kriegsgericht von Bra­bant den Kommandeur des Reserve-Infanterie­regiments Rr. 48, Oberst v. Bieber st ein, in Abwesenheit zu 20 Jahren Zuchthaus.

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Neustadt 50.

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Tötung von acht Personen.

Weitere Verzögerung des Fochschen Gutachtens.

Paris, 12. März. (TU.) Das neue Gut­achten über den Generalbericht der Kontroll­kommission und die Maßnahmen zur Abrüstung Deutschlands wird, wie derPetit Parisien" meldet, er st im Laufe der nächst en Woche erstattet. In französischen Kreisen scheint man neuerdings auf eine rasche Erstattung des Gut­achtens keinen besonderen Wert mehr zu legen, solange sich die diplomatische Lage auf Grund der Genfer Besprechungen nicht ge­klärt hat. Außerdem wird die Botschafterkonse- renz erst nach der erneuten Besprechung zwischen Chamberlain und Herriot in der Lage sein, die Prüfung des General bericht s an Handneuer W e i s u n g e n vorzunehmen.

<fcf*eint täglich, aufjv Sonn, und Feiertag«.

Beilagen:

GiehenerFamilienblLtter Heimat im Bild.

BtenetsiBeirgipteis: 2Goldmark u. 20 Gold­pfennig für Tiägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. F e r n s p r e ch,Anschlüsse: Schriftleitung 112, Der- lagundGeschäftsstelleöl. Anschrift für Drahtnach­richten AnzeiqerSiehen.

Postscheckkonto: Frankfurt ci. M. 11686.

fluh zu nehmen versucht. Es niache große Echwie rigkeiten, ein Hunderttausend-Mann-Heer voll­zählig aufzustellen. Im Gegensatz zu dem M nn- schastsersah sei der Andrang zur Offi­zierslaufbahn weit größer als die vor­handenen Stellen. Mit größter Strenge werde darauf geachtet, daß Militärmusit be keinerlei politischen Beransfaltun- gen spiel e, ganz gleich, um welche Partei­richtung es sich handelt. Das Heer werde zum Pflichtbegriff erzogen, das andere müsse

Es wurden ihm Vergehen zur Last gelegt, die ihm unterstellte Truppen in der Umgebung von Brüssel begangen haben sollen, insbesondere

Männer-, lerjacken ärz.

Der Rothardprozeß.

Magdeburg, 11. März. (Wolff.) In ihn. Verhandlung des Rothard-Prozesses verlas Ministerialrat D o e h l e vom Bureau des Reichs­präsidenten die Eicklärungen, die der verstorbene Reichspräsident vor dem Gericht machen wollte. In den Erklärungen wendet sich der Reichspräsi­dent gegen die Ausführung des erstinstanzlichen Urteils imi> betont nochmals mit größter Be­stimmtheit. daß er nach seines ganzen persön­lichen und politischen Einstellung während des Krieges auf dem Boden der Landes- ve rteidigung gestanden und in diesem Sinne gehandelt habe. Was den Ianuarstreik vom Jahre 1918 anbelange, so erkläre er nochmals, daß er mit seinem ganzen Wollen gegen ihn gewesen sei und mit seinem Ausbruch nicht das gering st e zu tun gehabt habe. Daß er einzelne Forderungen der Streikenden für berechtigt gehalten habe, beweise nicht, daß er auch den Streik gebilligt habe. Vielmehr sei das Gegenteil der Fall gewesen. Auf Beschluß des Parteivorstandes sei er in die Streikleitung eingetreten mit der einzigen bestimmten Absicht, den Streik möglichst schnell und so b e i z u - le gen, daß einem neuen Ausbruch vorgebeugl würde. Daß er dabei die Vorstellung gehabt habe, der Kriegsmacht des Deutschen Reiches Schaden zuzufügen, sei eine Unterstellung, die mit allen Tatsachen im Widerspruch stehe, und die er mit Entrüstung zurückweise. Er habe sich in seiner Rede in Treptow mit aller Bestimmt­heit und Klarheit für die Landesver­teidigung eingesetzt und die Arbeiter­schaft auf die Pflicht hingewiesen, der Front Waffen zu liefern. Rach seiner Erinnerung sei es dagegen vollständig unmöglich, daß er in der Rede zum Ausharren im Streik ausgefordert hätte. Am Schluß der Rede habe er die Strei­kenden zur Ruhe und Besonnenheit etwa mit der Worten ermahnt: Verhaltet euch ruhig und be­wahrt die Besonnenheit, wie die Arbeiter in anderen Städten es getan haben. Laßt euch nicht provozieren. Wenn der Zeuge L e h n h o f f ettocrö anderes gehört haben will, müsse er sich irren.

Hierauf wird General G r ö n e r als Zeugr vernommen. Er sagt aus: Mir ist nicht bekannt, daß die Mehrheitssozialdemokratie unter Füh­rung des Abg. Ebert jemals die Landesverteidi­gung geschädigt hätte. Ich habe dabei stets den Eindruck gewonnen, daß Ebert den Fragen der Landesverteidigung besonderes Interesse und aller st ärk st es Der- ständnis entgegenbrachte. Auf Fragen des Vorsitzenden über die Haltung des Dolks- beauftragten Ebert beim Abschluß deS Krieges und nach der Revolution erklärt Groner: Wir haben damals aufs eng st e mit Ebert zu- fammengearbeitet und täglich mit ihm verhandelt. Er hat in jeder Beziehung das vertreten und durchzusehen versucht, wenn es ihm auch nicht immer gelungen ist, was von uns im Interesse der Landesverteidigung und im Interesse der Erhaltung des Heeres gefordert worden ist. Er stellte sich restlos auf den Boden der Obersten Heeresleitung.

Sodann kommt der schon aus der ersten Instanz bekannte Brief Hindenburgs an den Dolksbeauftragten Ebert zur Verlesung, in dem Hindenburg die Vaterlandsliebe Eberts rühmt und ihm darum bittet, weiterhin mit ihm zusammenzuarbeiten. Der sozialdemokratisch« Abg. Dr. David sagte sodann aus, im Septem­ber 1916 habe sich Ebert im Parteiausschuß mit größter Schärfe gegen die Propagan- disten von Rüstungsstreiks gewandt. Diesen Standpunkt habe Ebert auch 1918 nach dem Ianuarstreik weiter eingenommen.

In der Rachmittagssihung wird als erster Zeuge der frühere Kriegsminister General a. D. von Stein vernommen, der u. a. aus- sagt: Ich habe den allgemeinen Eindruck ge­habt, daß uns die Arbeit durch die Par­tei Eberts nicht erleichtert wurde.

Oberpräsident Roske erklärt, daß die Mehrheitssozialdemokratie sich immer gegen die Agitation gewandt habe, den Krieg durch Streik oder revolutionäre Akte zum Abschluß zu bringen. Der verstorbene Reichspräsident sei stets gewillt gewesen, alles zu tun, um die Riederlage von Deutschland abzuwehren. Er habe oft genug durch sein Wirken das Land vor der Gefckyr geschützt, in das Chaos zu versinken.

Der ehemalige Direktor des Allgemeinen Kriegsdepartements, General von Wris- berg, bekundet, mit Ebert damals überhaupt nicht gesprochen zu haben. Er wisse auch nicht, ob und inwieweit dieser persönlich an all den Vorgängen beteiligt gewesen sei. Er habe kei­nen Anhaltspunkt dafür, daß der damalige Abge­ordnete Eberl oder seine Partei eine weniger ablehnende Haltung gegen Streiks während des Krieges eingenommen hätten das Kriegs­ministerium. das in seinem Erlaß den Streik der Rüstungsarbeiter als Landesverrat bezeichnete.

Rach einer kurzen Pause bekundet der als Zeuge vernommene Kaufmann F u r t e n b^ ch e r- Derlin, der während des K Zch::-.'.ed

Mitteilung auSgegeben worden. Es wird jedoch versichert, daß zunächst der Entwurf der Antwort an Deutschland beraten wurde Ferner nahm der Rat den Bericht über die Mittel und Wege zur Sicherung der Kontrolltätigkeit der UntersuchungSkommissionen des Völkerbundes in Deutschland, Oesterreich. Ungarn und Bul­garien entgegen, den gestern eine gemischte Kom­mission juristischer und militärischer Sachverstän­diger dem Rat zugestellt hat. Die weitere Be­ratung, an der im übrigen auch der schwedische Außenminister U n den , dessen Kommen feit eini­gen Tagen angesagt ist. noch nicht teilnahm, galt der Frage, unter welcher Form die

Einführung einer dauernden Kontrolle in der entmilitarisierten Rheinlanbzone

möglich gemacht werden könne. Die zwischen England und Frankreich in dieser Frage be­stehenden Meinungsverschiedenheiten scheinen noch nicht überbrückt zu sein, so daß in unterrichteten Kreisen mit der Möglichkeit einer weiteren Vertagung dieser Frage auf die Iumtagung des Rates gerechnet wird. Die Donnerstags- sitzung des Dölkerbundsrates bringt die mit großer Spannung erwartete Erklärung Chamberlains über dieVertagung desGenfer Protokolls, auf die Briand und die Vertreter der übrigen Ratsmächte, die bereits das Genfer Protokoll unterzeichnet haben, antworten werden.

Rach einem Londoner Funkspruch berichtet Times", daß Chamberlains Rede zu einer um- fassenden Erörterung und Äritif fuhren werde. Chamberlain werde kein endgültiges Gegenstück zum Protokoll, das Großbritannien verwerfe, Vorschlägen, sondern wahrscheinlich allgemein d i e Art von Alternativ-Plänen angeben, die die Regierung für durchführbar hält. Der Wortlaut der Erklärung Chamberlains werde in London unmittelbar nach ihrer Abgabe ver­öffentlicht werden.Morning Post" betont, daß nach Meldungen aus Genf und Paris keine Anzeichen für eine freundschaftliche Vereinbarung zwischen Großbritannien und Frankreich in der Frage des ©enfer Protokolls vorhanden seien. Die Ansichten der beiden Re- gierungen in dieser Frage schienen einander vollkommen entgegengesetzt zu sein.

Die Frage des Saargebiets.

Genf, 12. März. (TU.) Die Vertreter des Saargebiets hoffen, daß die Entscheidung des Dölkerbundsrats nicht so ungünstig ausfallen wird, wie es in den ersten Tagen den Anschein hatte. Sollte der schwedische Antrag an­genommen werden, daß die Mitglieder der Saar­regierungskommission sich mit dem Vorsitz abwechseln, so wäre die Saar-Delegation be­reit, sich während des ersten Jahres mit der Person des Franzosen Raoult al^ufinden. An­dererseits hoffe sie, daß die französische Regie­rung sich bereit erklären werde, den restlosen Austausch der französischen Solda­ten gegen örtliche Gendarmerie inner­halb eines Jahres oorzunehmen. Die Entschei­dung des Gerichtshofes, die den deutschen Beamten des Saargebiets dieselben Gehälter zuspricht wie den französischen, hat große Aufmerksamkeit erregt. Man redynet damit, daß die letzte gerichtliche Instanz des Saargebiets, in der Ausländer nicht vertreten sind, diesen Be­schluß der ersten Instanz bestätigen wird.

Der Saarbrücker Spritskandal.

Saarbrücken, 11. März. (WB.) Zu der von uns nach derSaarbrücker Landeszeitung" wiedergegebenen Meldung über einen Sprit­skandal ttn Saargebiet, durch den auch das Reich um Millionen von Goldmark geschädigt sei, hat außer der hiesigen deutschen Handels­kammer auch der Inhaber der Firma Alfons Schick, um deren Machenschaften es sich handelt, Klage gegen die Landeszeitung erhoben. Auch der von der Landeszeitung mit den Vorfällen in Verbindung gebrachte Vräsident der Regie­rungskommission R a u 11 läßt erklären, daß er in feiner Weise daran beteiligt ist. DieSaar­brücker Landeszeitung" bleibt jedoch bei ihren Behauptungen. Auch die sozialistischeVolks- stimm e" erklärt, sie könne über einige in der Angelegenheit genannte Personen noch ande­res Material beibringen. Die doppelt gegen die Landeszeitung erhobene Klage dürfte restlose Aufklärung der Angelegenheit bringen.

Neue französische Kontumaz- urteile.

AmienS, 11. März. (WB.) Das Kriegs­gericht hat in contumaciam den deutschen Oberst Merker und den deutschen Major Berent zu lebenslänglicher Zwangsarbeit ver­urteilt. Die beiden Offiziere werden beschuldigt, junge französische Zivilisten zur Arbeit an der deutschen Front bei La Capelle im Jahre 1917 in der Feuerlinie herangezogen zu haben. Mehrere dieser Franzosen seien getötet oder verwundet worden. Das Kriegsgericht hat außerdem den Hauptmann Kretz dt, die Leutnants Rehdt und Duggelmeier, die Feldwebel Hoff­mann und Riedel, die einer in Liesse Ra­tioniert gewesenen Fliegerabteilung angehörten, zu 10 Jahren Zuchthaus und 20 Jahren Aufenthalksverbot in Frankreich wegen angeb­licher Plünderung in contumaciam verurteilt. Es hat ferner den Soldaten August Kanicowski vom 117. Infanterie-Regiment wegen angeblicher Diebstähle in St. Quentin in contumaciam zu 5 Jahren Gefängnis, SOL .Franken Geld»

Trotzdem das Projekt eines deutsch-franzö- ftsch-englüch-belgischen Garantiepakts weder auf der Tagesordnung des Völkerbundes noch sonst­wie zu seinem Aufgabenkreis gehört, wird er doch in ständigen Unterredungen der in Genf anwesenden Diplomaten eingehend erörtert. Man kann wohl sagen, daß der Garantiepatt im Mit­telpunkt der politischen Diskussion steht. Schon jetzt hak sich die politische Situation in Genf wesentlich geklärt, denn auf der einen Seite stehen die Verteidiger des Genfer Protokolls, auf der anderen unter Führung Englands seine Gegner

Die ganze politische Auseinandersetzung spielt sich auch dieses Mal, wie meistens in den letzten Jahren, zwischen Frankreich und Eng­land ab. Chamberlain sieht in dem Garantie­pakt einen Trostpreis für Frankreich wegen des endgültig gescheiterten Genfer Protokolls. Das Genfer Protokoll hätte Frankreich größere Sicher­heiten geboten als der Garantiepakt, jedoch muhte England gerade wegen der zu großen Ver­pflichtungen, die ihm das Genfer Protokoll auf- erlegt hätte, cs ablehnen. Frankreich hat feinen Feldzug gegen die «englische These in Genf gut organisiert. Seine sämtlichen Vasallen­staaten sind durch ihre Außenminister und ein Soßes diplomatisches Aufgebot vertreten, jeden ugenblick bereit, die französische Auffassung zu vertreten und bis zum äußersten zu verteidigen. $bamberlain hat daher einen harten Kamps mit den Verteidigern des Genfer Protokolls zu be­stehen. zumal Herriot und verschiedene andere Urheber des Genfer Protokolls noch immer glau­ben, durch einen Druck auf England die An­nahme des Genfer Protokolls zu erreichen, wenn nicht in feiner ursprünglichen Form, fo vielleicht doch mit einigen Ausnahmebestimmungen für England

In der Donnerstagsihung wird Chamber­lain feine bedeutsamen Erklärungen über das Genfer Protokoll abgeben und in diesem Zusam­menhang wird dann auch die Frage deS Garantiepakts erörtert werden. Reuer- dings haben sich für die Verwirklichung des Ga- rantiepakts neue Schwierigkeiten dadurch ergeben, daß Chan berl iin u"d die meisten Mitglieder des Völkerbundstats erklärt haben, daß Voraus­setzung für die Einbeziehun gD e u t f d>- Lands in den Garantiepakt fein bedingungsloser Eintritt in den Völkerbund sei. In Völkerbundskreisen glaubt man, daß es unmög- sich sei. in den Verhandlungen über den Ga- rantiepalt vorwärts zu kommen, solange Deutsch­land außerhalb des Völkerbundes stehe. Die ge­samte Arbeit des Völkerbundes in der Dchieos- gerichlsfrage und allen Sicherheits- und 21 b- lüftungäfragcn seien durch das Fernblei- Len Deutschlands in Frage gestellt. Äm allgemeinen sind die deutschen Vorschläge zum Abschlüsse eines Garantiepakis in allen Dölker- Ibundstteisen recht günstig aufgenommen wor- Len und auch die Tschechoslowakei scheint im Gegensatz zu Polen nicht die Schwierigkeiten machen zu wollen, wie man ursprünglich annahm, ^besonders in Italien haben die deutschen Dorschläge große Beachtung und Zustimmung Gefunden.

Dar Antwortschreiben desvölker- bnndes an Deutschland.

Genf. 12. März. (TU.) Das Antwori- fdjreiben des Völkerbundes an Deutschland liegt «unmehr in feiner endgültigen Fassung vor. Sein Änhalt wird streng geheim gehalten. Das Schrei- Een trägt die Unterschrift Chamberlains als Ees Vorsitzenden des Völkerbundrats. Wie aus englischen Konferenzkreisen versichert wird, ist Das Schreiben in liebenswürdiger Form abgefaßt imb unterstreicht den Wunsch der Ratsmitgiieder. Deutschland im Völkerbund zu sehen. Es weist foeiter auf die Bedeutung hin, die Deutschlands Eintritt in den Völkerbund für den Frieden der Welt hat. Der Rat drückt sein Bedauern darüber ous. daß Deutschland keinerlei Vorrechte tei seinem Eintritt in den Völker» tunb gewährt werden können. In diesem offiziellen Schreiben wird der Anregung eines händigen Ratssitzes für Deutschland und 2es von'der Reichsregierung beanstandeten § 16 feincrlci Erwähnung getan.

Gleichzeitig mit diesem offiziellen Schreiben wird ttr Rat einen diplo matifchen Schritt in Berlin unternehmen, indem er Deutschland einen ständigen Ra 1 ssih bei seinem be­dingungslosen Eintritt in den Völker­bund zusichert.

Der 16 wird gleichfalls Gegenstand einer diplo­matischen Aussprache sein, wobei auf die Tat­fiche verwiesen werden soll, daß § 16 des Paktes u seiner endgültigen Form noch nicht seststeht r-nd vier Llbänderungsanttäge zu ihm vorliegcn, vnb daß er erst von 18 oder 19 Staaten rati» feiert werden müsse. Es sei daher nicht aus- g?schlossen..einen werteren Abänderungs° ani rag e'lnzubrmgcn, der Deutschlands Wün- shen gerecht werden könne, allerdings nur unter her Vorausleyung des bedingungslosen EinttittS Deutschlands in den Völkerbund, und daß es an dm Beratungen in Zukunft mitteilnimmt

Las Schreiben soll am Donnerstag oder Frei­tag im Rat zur Verlesung kommen. Es wird dnn schwedischen Außenminister vorgelegt werden ttnb wenn es eine Billigung findet, keine Ab­änderungen mehr erfahren.

Lieber die heute abgehaltene Geheim-- jjtzung des Rates ist wieder keine amtliche

Die bürgerlichePräsi dent- fchastskandidatur.

Berlin, 12. März. (Wolff.) lieber die Besprechungen des Ausschusses der Rechtsgruppen mit den Demokraten und dem Zentrum teilen mehrere Blätter noch mit, daß es zwischen dem Ausschuß und den Demokraten zu einem grund­sätzlichen Einvernehmen darüber gekommen fei, daß die bürgerliche Gemeinschaftskan­didatur, wie etwa die des Wehrministers Dr. Gehler, in den Vordergrund der Diskussion zu stellen wäre. Bei den Beratungen des Zen­trum sparteiausschuss kam die Bereit­willigkeit zum Ausdruck, sich ar den Besprechun­gen über die bürgerliche Gemeinschaftskandidatur zu beteiligen, daß für das Zentrum jedoch Jar­res als Sammelkandidat nicht in Frage komme und auch gegen Gehler gewisse Bedenken beflänoen. Das Zentrum würde als geeignete Persönlichkeit für die gemeinsame Kandidatur Dr. Marx Vorschlägen.

In der Frage der Aufstellung eines bürger­lichen Sammelkandidaten dürfte heute die Entscheidung fallen. Die Meldung, wonach der Ausschuß der rechtsstehenden Gruppen, ein­stimmig, also auch mit Einschluß der Deutsch- nationalen und der Deutschen Dolkspariei, sich für eine Kandidatur Gehler ausgesprochen habe, wird von den Morgenblättern als un­richtig bezeichnet. Vorläufig habe nur die Wirtschaftspartei Dr. Gehler in Vor­schlag gebracht. Der Zentrumsausschuh werde daher auch die Beantwortung folgender an den Ausschuß der rechtsstehenden Gruppen gerichteten Frage, ob die Deutschnationalen und die Deutsche Dolkspariei tatsächlich gewillt seien, unter allen Umständen eine Kandidatur Gehler zu unter­stützen, abtoarien, bevor er heute zu einer Kan­didatur Gehler endgültig Stellung nehmen werde.

Wie dieZeit" meldet, beabsichtigen völ­kische Kreise, für den Fall einer Aufstel­lung von Dr. Gehler als bürgerlichen Sammel- kandidaten mit einer S o nd e r k an di da t u r vorzugehen. Die Vertreter der Demokrati­schen Partei haben sich, wie die Telunion Höri, mit einer Kandidatur G ehlers einverstanden erklärt.

In der Presse war als eventueller Kandidat auch der gegenwärtige stellvertretende Reichs­präsident Dr. Simons genannt worden. Wie die Blätter dazu erfahren, beabsichtigt Dr. Si­mons nicht, eine ihm etwa angebotene Kan­didatur anzunehmen, sondern ist gewillt, auf feinem Posten als ReichSgerichtspräsident zu ver­bleiben.

Die Bayerische VoMspartei gegen Marx.

München. 12. März. (TU.) DieMünche- ner Reuesten Rachrichten" schreiben zu der Rach- richt einer Präsidentschaftskandidatur Marx: Auf jeden Fall kann heute schon gesagt werden, daß eine Kandidatur aus dem linken Flügel des Zentrums in Bayern, gleichviel welche Wahl­parole die Bayerische VolkSpariei auch ausgeben würde, die nationalen Stimmen nicht bekäme. Rach Aeuherungen aus der Bayerischen Dolks­pariei ist an eine Wahlparole der Daher ischen Dolkspartei für Marx nicht zu denken.

Die Reichswehr.

Berlin, 11. März. (Wolff.) Im Haus- haltsausfchuh des Reichstags legte bei Beratung des Haushalts des Reichswehrministeriums Mi­nis! er Dr. Gehler die Grundsätze dar, nach denen das Ministerium in seinen Mahnahmen verfahre. Die Reichswehr müsse nach allgemeiner Ansicht überparteilich auf gebaut wer­den: deshalb sei den Angehörigen der Wehr­macht jede politische Detättgung untersagt. Diese Linie sei absolut eingehalten worden, folange er Wehrminister sei. Die Reichswehr habe niemals auf die Itmett- oder Außenpolitik irgendwie Ein»

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